Conquer or die und die freie Presse

Newsweek zitiert Putin: „‚Everyone knows that there is a big difference between election rhetoric and real policy, practically in every country,‘ he said, according to state news agency RIA Novosti. ‚When it comes to the statements of Mr Trump that he would like to bring companies to the U.S. and ensure jobs in his own country, what is wrong with that?'“

Echt jetzt? Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was ein Politiker im Wahlkampf sagt und dem, was er danach wirklich tut?

'Hail Trump!': Richard Spencer Speech Excerpts

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Und nun zu uns, Nazis, die ihr gekleidet seid wie Professoren der Volkswirtschaftslehre, FDP-Funktionäre, AfD-Pappkameraden und eben Nazis! Wenn ihr schon so ausseht wie Burschenschaftler oder typische Studenten in der Weimarer Republik, die ja bekanntlich auch mehrheitlich für die Faschisten stimmten (was hierzulande auch bald wieder so sein wird), dann tragt doch bitte auch zum Hitlergruss die passende Frisur und mitnichten einen Pferdeschwanz! Der ist nur für Erzlinksradikale wie mich erlaubt! Und ganz unter uns: Es ist erlaubt, deutsche Journalisten zu verhauen, wenn diese wieder mal „Skinheads“ sagen, aber „Nazis“ meinen.

Vielleicht muss man, um die Deutschen zu verstehen, wirklich immer wieder Tuvia Tenenbom lesen:
Ich bin zurzeit in Deutschland, wo – einigen Umfragen nach – nur vier Prozent der Menschen für Trump sind. Vier Prozent! (…) …fragte ich mich, ob diese Menschen, die sich selbst als Hüter der freien Presse in Deutschland bezeichnen, das Konzept der freien Presse überhaupt begriffen haben. Sie wollen, dass ich zuhöre und aufschreibe, was sie sagen, aber sie wollen nicht durch Nachfragen herausgefordert werden. Ist da überhaupt ein Unterschied zwischen ihnen und Erdoğan? (…) Sowohl in Deutschland als auch in den USA bin ich von Menschen umgeben, die ich nicht mehr verstehe. Sie schwören mir, lupenreine Demokraten zu sein, aber agieren wie die letzten Diktatoren. Sie erklären sich zu den Vorkämpfern der freien Presse, haben aber größte Schwierigkeiten, ihren eigenen Ansprüchen zu genügen.

Wie recht er hat. Er kann ja von Glück reden, dass ihn niemand aufgefordert hat, die Statements während der Party von der Obrigkeit absegnen autorisieren zu lassen.

Tatsache ist, dass die Wähler weder Clinton noch Trump persönlich kennen, und wenn sie ihre Stimme für jemanden abgeben, dann tun sie das auf Basis des Abbildes, das die beiden von sich erzeugt haben, und sie wählen das Bild, das sie selbst am besten widerspiegelt. In den meisten US-Staaten haben sie sich für das Trump-Bild entschieden.

Wieso lese ich so etwas Wahres und Kluges nicht in deutschen Medien? Weil die sich viel zu ernst und wichtig nehmen und gar nicht merken, dass sie nicht die Realität abbilden, sondern nur einen Bruchteil davon, gefiltert durch den eigenen Klassenstandpunkt (den es, fragte man eben diese Medien, gar nicht gebe).

Old Fashioned Leftist or: Shake up the System

Mein Lieblingsphilosoph Slavoj Zizek („best known Marxist“ – „I am an old Maoist“) auf Al Jazeera über Trump. Bruhahaha. Ein Interview mit Action, beide fallen sich ständig gegenseitig ins Wort… unmöglich in Deutschland.

Revolt of the Poor

Proleten, Pöbel, ParasitenIch empfehle ausnahmeweise ein Buch, das ich noch gar nicht ausgelesen habe. Christian Baron: „Proleten, Pöbel, Parasiten: Warum die Linken die Arbeiter verachten“ – über das Thema Eribons, ist aber besser und geht mehr auf die speziellen deutschen Zustände ein. Baron schreibt mit einem Furor, der mir ausnehmend gut gefällt. Er legt sich mit allen an: den „Gefühlslinken“, den Grünen, Veganern, Verteidigern des Islam, Fußball-Hassern; es bleibt kein Auge trocken und alle kriegen ihr Fett ab. Viel Freunde im „linken Milieu“ wird er jetzt nicht mehr haben. Das Gefühl kenne ich irgendwie…

Deutschland lässt sich dennoch nur als Klassengesellschaft begreifen. (Baron)

Frage: Warum wählen die Arbeiter Parteien, die nicht die Interessen des Proletariats vertreten? Die Frage wurde für Frankreich, Deutschland und die USA schon gestellt, aber nie beantwortet.

Deutsche Journalisten stammen fast ausnahmslos aus der Mittelschicht. Das bedeutet: Sie nehmen den Klassenstandpunkt der Mittelschicht ein – und nur den – und leugnen es gleichzeitig. Sie leugnen auch unisono, dass es Klassen gebe, und wenn doch, dann höchstens, was „Bildung“ angeht.

Das Buch konfrontiert die Leserin und den Leser mit verzweifelten Menschen, die nicht wissen, wie sie mitten in diesem schwerreichen Land ihre Kinder sattkriegen sollen; derer letzter Stolz aber darauf gründet, dass sie sich dennoch selbst zur Mittelschicht zählen. (…) Das Buch handelt auch von Menschen, deren Ohnmacht in diffuser Fremdenfeindlichkeit mündet und deren real empfundenen Ängste eine in Selbstgewissheit lebende Bildungselite einfach nicht zur Kenntnis nehmen will.

Ich glaube, dass es sehr schwer ist eine Perspektive einzunehmen, die über die der Klasse hinausgeht, in die man hineingeboren und in der man sozialisiert wurde. Das ist das Thema sowohl bei Eribon als auch bei Baron. Beide stammen aus dem Proletariat und sind „aufgestiegen“. (Beide sind als Trickster, sagt der Völkerkundler.) Für mich gilt das auch. Ich musste bei der Lektüre Borons ständig nicken – ich konnte alle seine Gedanken nach vollziehen.

Das Treten nach unten ist dennoch leider auch in linken Milieus auf dem Vormarsch. (Baron)

Ganz einfach: Weil diese „Gefühlslinken, auf die Baron eindrischt, eben meistens Kinder aus der Mittelschicht sind. Die können nicht anders. (Nmatürlich gibt es Ausnahmen.)

Warum müssen linke Akademiker so arrogant sein? (…) …was mir an so vielen linken Aktivisten mittlerweile so übel aufstößt: diese Unfähigkeit, aber oft genug auch eine start ausgeprägte Weigerung, die Perspektive völlig anders sozialisierter Menschen einzunehmen. (Baron)

Peter Nowak schreibt auf Telepolis: „Doch leider kann man ein Buch, das dieses Thema in den Mittelpunkt stellt, wohl kaum einem größeren Publikum verkaufen. (…) Dabei aber übersieht Baron, dass die theoretische Arbeit durchaus ein eigenes Feld ist und nicht immer und von allen gleich verstanden werden kann und muss.“

Das ist Unfug, Kollege Nowak. Wer sich nicht so ausdrücken kann, dass ein normaler Mensch ihn versteht, muss an sich arbeiten – wenn es um Politik und Ökonomie geht. Wer nicht verständlich schreiben kann, denkt auch wirr. Marx, Brecht und Freud haben Kompliziertes so formuliert, dass man es versteht, wenn man nicht ganz bekloppt ist. Proletarier sind eben nicht dumm. Ich habe viele Arbeiter und Gewerkschaftler kennengelernt, die gebildeter also heutige Studenten waren und auch mehr wussten. Mehr Lebenserfahrung hatten sie sowieso.

Selbsthass kennzeichnet viele aus der Unterschicht, während die Mittelschicht das Radfahrer-Prinzip anwendet: Nach oben buckeln und nach unten treten. Die Oberschicht verfügt als Einzige über das, was man früher als „subjektives Klassenbewusstein“ bezeichnet hat. Ihre Aufgabe sieht sie darin, eigene Privilegien zu sichern und Unfrieden unter den Lohnabhängigen zu stiften. (Baron)

Einen gewaltigen Shitstorm wird Baron auch für seine These ernten: „Multikulti ist gescheitert“. Das habe ich schon in „Nazis sind Pop“ vor 16 Jahren gesagt, und auch damals wollte es niemand hören, obwohl es eine Kritik aus einer radikal linken Perspektive war.

Linke verirren sich nur selten in soziale Brennpunkte. Und wenn doch, dann meiden sie den Kontakt zum „white trash“ und wenden sich – was allein natürlich unterstützenswert ist – den dort lebenden Flüchtlingen zu.

Har har. Jemand, der das in der „Taz“ schriebe, würde sofort sozial geächtet und in Zukunft totgeschwiegen. Es ist aber bezeichnend und wahr.

Leider hat die Linke die Religionskritik den Rechten überlassen. (Baron)

Das erinnert wieder an Frankreich, wo sich die rechte Front National als Verteidigerin des Laizismus aufspielen kann – leider zu Recht: Vertreter der Linken eiern beim Thema oft nur elendlich herum.

Und was ist mit dem Rassismus? Die Jungle Word lässt Tuvia Tenenbom zu Wort kommen, der wie gewöhnlich den argumentativen Knüppel dem Degen vorzieht:

Man könnte durchaus von einer »revolt of the poor« sprechen. Das erste Mal in der Geschichte der USA stand mit Donald Trump ein Kandidat zur Wahl, der rassistische Äußerungen von sich gab und all den Rassisten ein Sprachrohr war. Er lieferte einen Tabubruch nach dem anderen. Hat es die Leute gestört? Nein. Man war dankbar, dass das Diktat der Political Correctness durchbrochen wurde. Besonders in New York hat dieser Irrsinn dazu geführt, dass alles furchtbar berechenbar und harmlos geworden ist. Schwarze heißen dort »Afroamerikaner«, Europäer »Kaukasier« und Obdachlose nennt man »anders Ausgestattete«. Alle müssen sich andauernd lieb haben. Und dann kommt einer, der endlich mal sagt: »Ich habe nicht alle lieb.« Es geht also um zwei Dinge. Einerseits gibt es die Revolte von denen, die sich durch die Regierung im Stich gelassen fühlen, andererseits die Leute, die dankbar dafür sind, dass sie endlich wieder sagen dürfen, was sie wirklich denken.

Ein wunderbares Beispiel linker Arroganz ist übrigens D. Watkins auf Salon.com: „Dear hard-working white people: Congratulations, you played yourself“. Was er über den Rassismus und die ultrarechten Unterstützer Trumps feststellt, ist natürlich richtig, aber die Wähler Trumps zu beschimpfen, hilft nicht wirklich weiter. Baron hat dazu eine sehr interessante Formulierung, die ähnlich auch eine der zentralen Thesen Eribons ist:

Eine Gesellschaft von finanzieller und kultureller Teilhaben an ihrem unermesslichen Wohlstand systematisch ausschließt, darf sich nicht wundern, wenn diese ausgeschlossenen im Übertreten bürgerlicher Wertvorstellungen ihr letztes Refugium widerständigen Verhaltens und damit eine Art letzter Restwürde zu finden hoffen,“

Demnächst noch mehr dazu in diesem Online-Theater.

Gilt als Lumpenjournalismus oder: Operieren am journalistischen Rand

Henryk M. Broder über „investigativen Journalismus“ und Verdachtsberichterstattung. Lest selbst. Er hat Recht. „Gilt als“ gilt in Deutschland als „Recherche“ – der Bezug auf die eigene Meinungsblase reicht offenbar, um gleich aus einer vagen Vermutung ein Faktum zu konstruieren.

Sehr geehrter Herr Broder, wie Sie ja selbst schreiben, heißt es im Text nicht, er IST Antisemit, sondern „er GILT als Antisemit“ bzw. „operiert am antisemitischen Rand“.

Broder: „Immerhin gibt Rösing zu, dass er aus US-Medien abschreibt. Er hat kein wörtliches Zitat zur Hand, seine Kronzeugin ist Bannons Ex-Frau, die vor zehn Jahren etwas ‚zu Protokoll‘ gab, das Bannon bestreitet. Nach meiner Auffassung rechtfertigt so eine Arbeitsweise die Bezeichnung ‚Lumpenjournalismus‘. Rösing mag das anders sehen. Dann steht es eben Aussage gegen Aussage.“

Habe ich schon gesagt, dass ich die gegenwärtige Situation in den USA äußerst spannend finde? Recht unterhaltsam ist auch die Attitude vieler Journalisten hierzulande, verschiedenen Politikern im Umfeld Trumps so schnell wie möglich Etikette wie „Rassist“, „Antisemit“ usw. ankleben zu wollen. So einfach ist das nicht.

Trump selbst ist kein Antisemit, auch wenn zum Beispiel der Spiegel offenbar garn das Gegenteil sähe und die Washington Post beim Thema zurückrudert und von „Untertönen“ spricht. Jedenfalls nützt er Israel vermutlich weit mehr als es eine Präsidentin Clinton getan hätte.

Trumps Tochter ist bekanntlich zum Judentum konvertiert, was aber natürlich noch nichts heißt.

Jedenfalls haben sich die Koordinaten, mit Hilfe derer deutsche Medien Personen eintüten, so verheddert, dass man sich köstlich amüsieren kann.

An Angry Man oder: I know the truth and what I believe in

„So brutal Saddam Hussein war – ihn nur zu eliminieren, war falsch. Das Gleiche gilt für Gaddafi und Libyen, das heute ein failed state ist. Die große historische Lektion lautet, dass es eine strategisch unglaublich schlechte Entscheidung war, in den Irak einzumarschieren. Die Geschichte sollte und wird über diese Entscheidung kein mildes Urteil fällen.“

Das sagte jemand, der ganz böse ist, weil er findet, dass Putin smart and savvy ist. Damit ist er bei deutschen Medien natürlich unten durch.

US-amerikanische Medien haben mehr über die Hintergründe der zitierten Person.

[Triggerwarnung: Straight Talk] Der Kerl ist vermutlich politisch ein Arschloch, aber er weiß, wovon er redet, ist kein Opportunist und hat Eier. „Mike has an informed viewpoint, he’s honest and brutally frank“. Das sagt man von mir auch manchmal, nicht immer als Kompliment. Vermutlich wäre er mir als Person sympathisch, obwohl er in einer anderen Galaxis lebt.

Take a Stress Pill and Think Things Over

meme

Credits: Irreverent Italian Memes

Nun mal ganz ruhig. Mike Davis auf Jacobin: „We should resist the temptation to over-interpret Trump’s election as an American Eighteenth Brumaire or 1933. Progressives who think they’ve woken up in another country should calm down, take a stiff draught, and reflect on the actual election results from the swing states.“

Davis analysiert anhand der Wahlergebnisse in den einzelnen US-Bundesstaaten, dass Trump mitnichten nur dank der Stimmen der Arbeiterklasse gewonnen habe. „The great surprise of the election was not a huge white working-class shift to Trump but rather his success in retaining the loyalty of Romney voters.“ Manmuss schon genauer hinsehen.

Ergänzend dazu ist ein Artikel von Richard D. Wolff („Professor of Economics Emeritus, University of Massachusetts“) interessant: „Capitalism Itself is to Blame for Donald Trump“. (Solche Professoren gibt es in ganz Deutschland nicht.)

A fifth of Trump voters — that is to say, approximately twelve million voters — reported an unfavorable attitude toward him. No wonder the polls got it so wrong. “There is no precedent,” wrote the Washington Post, “for a candidate winning the presidency with fewer voters viewing him favorable, or looking forward to his administration, than the loser.”

Many of these nose-holders may have been evangelicals who were voting the platform, not the man, but others wanted change in Washington at any price, even if it meant putting a suicide bomber in the Oval Office.

Nur als ideologische Sättigungsbeilagen: My life as a bar worker (Video) und die E-Books auf AK Press (gratis): „We’re all still trying to figure out a way forward in the looming Age of Trump. The path isn’t entirely clear to us, but we know it’s gonna mean a fight—a long and difficult fight. One thing we thought we could do off the bat though was make a few useful ebooks we’ve published available for free. We hope you’ll read them, share them, and use them as food for thought and action.“

Arbeiter der Stirn und Arbeiter der Faust oder: Nicht nur eine Frage des Stils

cottbus

Cottbus 2005, Foto: Burks

Nach dem Fall der Mauer, aber noch vor der Wiedervereinigung, war ich für eine Recherche über die Neonazis von Guben zum ersten Mal in meinem Leben in Cottbus. Man hatte mir den Lokalredakteur des „Neuen Deutschland“ empfohlen. Der wisse alles und brauche nur über die Strasse zu gehen und hätte schon eine neue Geschichte.

Offenbar war ich der erste Wessi dort, der Kollege, ein alter Mann, empfing mich herzlich. Wir saßen bis spät in die Nacht auf irgendeinem Platz und diskutierten die Weltlage. Ich durfte in einem Hinterzimmer der Redaktion übernachten.

Am nächsten Morgen – für mich viel zu früh – gab es Frühstück in der Redaktion. Eine Handvoll Journalisten saßen am Tisch, und auch die Putzfrauen. Alle diskutierten gleichberechtigt. Ich spürte es – die nicht vorhandene Hierarchie war ernst gemeint. Es war einfach selbstverständlich, dass „Reinigungskräfte“ (wie man heute zu sagen pflegt) und Journalisten an demselben Tisch saßen.

Kann man sich das vorstellen? Putzfrauen und Redakteure vom „Spiegel“, von der FAZ, von der „Tageszeitung“, zusammen mit der Putzkolonne des Hauses am Frühstückstisch? Und wenn nein, warum nicht?

Class Matters

invalidenstrasse

Wo ist eigentlich die Arbeiterklasse? Überall. Man muss sich nur zur richtigen Zeit umsehen. Der Begriff „Arbeiterklasse“ ist übrigens und bekanntlich in deutschen Medien tabu. Just saying. Sonst müsste man auch das gefährliche Unwort „Klassenkampf“ wieder benutzten (im Englischen class struggle), was den sozialen Frieden gefährdete, weil die Leute auf dumme Gedanken kämen.

Vielleicht sollte man unsere kleinbeourgeoisen Journalisten allesamt zum Beispiel morgens um 4.15 Uhr in die öffentlichen Verkehrsmittel stecken, ein halbes Jahr lang. Da sitzen die, die keine Zeit haben für Fratzenbuch, für Triggerwarnungen, Gendersprech und andere Lifestyle-Themen. Die sind schon um kurz nach drei aufgestanden und konnten beim Arte-Bildungsprogramm nicht einschlafen, weil sie da schon im Bett waren. In der Mehrzahl Frauen, viel mehr ältere farbige Frauen, mehr als die Hälfte „südländisch“ aussehend, auch viele Osteuropäer: Putzkolonnen, Mindestlohn – wenn sie Glück haben, oft mehrere Jobs gleichzeitig, Alltagsrassismus hautnah, keine finanziellen Reserven, Urlaub, wenn überhaupt, vom Munde abgespart. Müde, manchmal verbrauchte Gesichter, weit ab vom Schönheitsideal, das in der Boulevardpresse verbreitet wird. Trotzdem sind sie oft untereinander lustig. (Ja, ich bin heute auch um 3.30 Uhr aufgestanden – Urlaubs- und Krankheitsvertretung von Kollegen: Schwieriges Objekt, komplizierte Alarmanlage, Berlin-Mitte.)

Diese Leute gehören genau so zur Arbeiterklase wie ein Proletarier in einem hochtechnisierten Unternehmen, der einen Jahreswagen fährt und dessen Job bald von Robotern übernommen wird. Gefühlt und vom Lohn aus betrachtet, gehört der klassische deutsche Fabrikarbeiter – wenn man einen bürgerlichen Soziologen oder die FDP fragt – zur „Mittelschicht“. ökonomisch nicht. Wenn er das weiß, hat er Klassenbewusstsein. Wenn nicht, lässt er die Mainstream-Medien weltanschaulich vordenken.

soziologie

Das kann man noch erweitern. Ich erinnere mich an ein Wahlplakat der „Linken“: „Richtig investieren“. O je. Aber wer? Da ist die Systemfrage noch nicht mal im Kleingedruckten. Ach ja, weil zeitlos gültig:

„Die langfristige Gewinnmaximierung wird von den meisten Fachvertretern (…) als oberste Zielsetzung und damit als Auswahlkriterium anerkannt.“*

„Ein besonderes Recht zum streiken kann nicht anerkannt werden. Der Streik gibt keinen Rechtstitel an, sondern ist ein tatsächliches Machtmittel.“**

„Vor dem Tarifvertrag steht die Wirtschaft, dem er zu dienen hat.“***

* Günter Wöhe: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, München 2000, 20. Auflage, S. 41ff., zitiert nach Karsten Heinz Schönbach, S. 82)

** Ernst von Borsig, Vortrag: Industrie und Sozialpolitik“, gehalten auf der RDI-Tagung in Berlin im März 1924, in: Veröffentlichungen des Reichsverbands der Deutschen Indstrie, Heft 21, April 1924, S. 42, zitiert nach ebd., S. 84

*** ebd.

Noch Fragen?

Wer hat uns verraten, revisited

Berliner Zeitung: „Die SPD im Bezirk Steglitz-Zehlendorf muss das Amt des noch vakanten Bezirksstadtrates neu besetzen. Die bisherige Kandidatin, die 36-jährige Rechtsanwältin Franziska Drohsel zog ihre Kandidatur am Sonntagabend zurück. „Ich werde mich nicht verbiegen lassen, um in ein solches Amt zu kommen“, erklärte sie ihren Verzicht. Drohsel war am vergangenen Mittwoch im ersten Wahlgang in der Bezirksverordnetenversammlung gescheitert. Die Fraktionen der CDU, FDP und AfD stimmten geschlossen gegen sie. “

Warum? Sie war früher in der Rote Hilfe e.V.. (By the way: Unterstützen!)

Die antikommunistischen akteb Reflexe funktionieren also immer noch sowohl bei der CDU als auch bei der AfD (von denen ich es auch nicht anders erwarte).

„Der Verein Rote Hilfe unterstützt linke Aktivisten, die mit der Justiz in Konflikt geraten. So werden Anwälte besorgt und zum Teil auch bezahlt. Außerdem wird Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um den politischen Hintergrund der Straftaten zu verdeutlichen. Bundesweit gibt es mehr als 6000 Mitglieder. Der Verfassungsschutz beobachtet die Gruppierung und stuft sie als linksextremistisch ein.“

Ach. Liebe Mainstream-Medien: Welchen Erkenntniswert hat der Textbaustein: „Der Verfassungsschutz beobachtet“ – nach den unzähligen Skandalen, u.a. der dubiösen Rolle im NSU-Sumpf?

Drohsel fehlten auch Stimmen im eigenen Lager. Auch das ist nichts Neues. Das kommt davon, wenn man in der SPD ist.

Rechte Pappkameraden

Urlaub vorbei. Muss gleich arbeiten. In der nächsten Woche sogar sieben Tage am Stück. Nur kurz zwischendurch an die, die Zeit haben, mittlerweile das Internet vollzuschreiben. Ich finde es zum Kotzen (straight talk), wie unsere hiesigen rechten Pappkameraden jetzt glauben, mit dem Sieg Trumps Oberwasser zu bekommen. Wie man „rechts“ erkennt, zeigt sich insbesondere im Kleingedruckten.

Tichys Einblick (der Mann nennt sich gern „Wirtschaftsjournalist“) macht sich angeblich die Sicht des „normalen Wählers“ zu eigen. Der Artikel enthält auch Richtiges, nur sagt es der Falsche.

Am 11. November lässt dort ein Autor die Katze aus dem Sack.
… den historisch und global einzigartigen Wohlstand, der von sozialer Marktwirtschaft und Unternehmertum in Deutschland geschaffen wurde.

AfD und Volkswirtschafts-Esoteriker, ick hör euch trapsen. Ich habe übrigens kommentiert: „Und wer baute das siebentorige Theben?“

Arbeiterklasse, straight talk

In der Harvard Business Review habe ich einen grandiosen Artikel gelesen, den ich dringend weiterempfehle: „What So Many People Don’t Get About the U.S. Working Class“. Ein paar der Thesen:

„For one thing, most blue-collar workers have little direct contact with the rich outside of Lifestyles of the Rich and Famous. But professionals order them around every day. The dream is not to become upper-middle-class, with its different food, family, and friendship patterns; the dream is to live in your own class milieu, where you feel comfortable — just with more money.“

„Trump’s blunt talk taps into another blue-collar value: straight talk.“

„But most men, like most women, seek to fulfill the ideals they’ve grown up with. For many blue-collar men, all they’re asking for is basic human dignity (male varietal).“

„When progressives talk about the working class, typically they mean the poor. But the poor, in the bottom 30% of American families, are very different from Americans who are literally in the middle: the middle 50% of families whose median income was $64,000 in 2008. That is the true “middle class,” and they call themselves either “middle class” or “working class.”

Deswegen ist es auch gröbster Unfug, von den „Abgehängten“ zu sprechen. Es geht nicht um Arm oder Reich, es geht um eine Klassenfrage.

„While the hard-living succumb to despair, drugs, or alcohol, settled families keep to the straight and narrow, like my parents-in-law, who owned their home and sent both sons to college. To accomplish that, they lived a life of rigorous thrift and self-discipline.“

„If You Want to Connect with White Working-Class Voters, Place Economics at the Center. (…) Democrats? They remain obsessed with cultural issues. I fully understand why transgender bathrooms are important, but I also understand why progressives’ obsession with prioritizing cultural issues infuriates many Americans whose chief concerns are economic.“

„Avoid the Temptation to Write Off Blue-Collar Resentment as Racism“.

„But the biggest risk today for me and other Americans is continued class cluelessness.“

Letzeres stimmt noch mehr für Deutschland und gilt für die gesamte Mittelschichts-Journalisten-Mischpoke.

Schwarmintelligenz mal anders gesehen

“Pure democracy” is just another phrase for “mob rule.” Donna Carol Voss in einem interessanten Artikel auf Thefederalist.com über das US-amerikanische Wahlsystem: „The Electoral College Still Makes Sense Because We’re Not A Democracy“.

Klassenhabitus oder: Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn!

Nur mal kurz zwischendurch. Florian Kessler auf Zeit online: „Warum ist die deutsche Gegenwartsliteratur so brav und konformistisch? Weil die Absolventen der Schreibschulen von Leipzig und Hildesheim alle aus demselben saturierten Milieu kommen.“

Was für Journalisten gilt, gilt natürlich auch für Schriftsteller. Eribon (jaja, ich werde noch mehr über ihn schreiben, eine wahre Fundgrube) nennt das „Klassenhabitus“, den man nicht so einfach ablegen kann, weil dieser Habitus aus einer Vielzahl von kulturellen Techniken besteht, die man in seinem eigenen sozialen Milieu gelernt hat.

(sociology)The lifestyle, values, dispositions and expectations of particular social groups that are acquired through the activities and experiences of everyday life.

Eribon wird hierzulande aber schnell zu den Akten gelegt werden, weil marxistische Begriffe wie „Klasse“ und die Konsequenzen daraus durch die freiwillige ideologische Selbstkontrolle nicht erlaubt sind. (Eribon ist kein „Marxist“).

Jahrestag der Pogromnacht

Zwei New Yorker Intellektuelle beim Small Talk während einer Party. Sagt der eine zum anderen: „Du, ich habe letztens einen Essay geschrieben, gegen den Antisemitismus.“ – „So? Wie schön! Ich bevorzuge Baseballschläger.“ (Woody Allen)

Dazu passt ein Artikel im Tagesspiegel.

Trump und Mittelfinger, reloaded

Robby Soave auf Reason.com: „Nobody votes for Trump or likes Trump on the basis of policy positions. That’s a misunderstanding of what the Trump phenomenon is. (…) The segment of the electorate who flocked to Trump because he positioned himself as „an icon of irreverent resistance to political correctness“ think it means this: smug, entitled, elitist, privileged leftists jumping down the throats of ordinary folks who aren’t up-to-date on the latest requirements of progressive society.“

Ganz großartig: „ordinary folks who aren’t up-to-date on the latest requirements of progressive society“. Ich sage nur: Gendesprech*(/_innen! Wie schreibt man das noch mal?

Ferdinand Knauß in der Wirtschaftswoche: „Gerade wir Journalisten können oder wollen dieses Wahlergebnis kaum fassen. Vermutlich auch, weil wir zwar über Trump schreiben, aber kaum jemals mit seinen Anhängern sprechen.“

Ach. Und warum? Das ist doch die interessante Frage! Bitte beantworten. Sonst ist das Gezeter sinnlos.

Sahra Wagenknecht auf Fratzenbuch: „Viele spüren jeden Monat von Neuem, dass ihr Lohn zum Leben kaum reicht und sie können sich ausrechnen, dass sie später nur eine Armutsrente zu erwarten haben. Diese und unzählige andere soziale Ungerechtigkeiten kann man durch Erklärungen nicht wegreden. Für mich ist klar: Nötig ist eine grundlegend andere Politik, die sich an den sozialen Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung orientiert statt an den Interessen von Superreichen und Konzernen. Eine Politik, die Beschäftigte nicht wehrlos macht wie die Agenda-Gesetze, sondern die sie schützt, im Konflikt mit der Kapitalseite stärkt und ihrem Leben Sicherheit gibt. Dafür werde ich weiter Druck machen. Für ein gutes Leben für uns alle mit guter Arbeit, guten Löhnen und guter Rente!“

Da konnte ich mich nicht zurückhalten und habe geantwortet:
„Für ein gutes Leben für uns alle mit guter Arbeit, guten Löhnen und guter Rente!“ Ja, aber im Kapitalismus? Wie soll das gehen, wenn man Marx schon einmal gelesen hat? Das glaubt niemand. Das Volk ist gegen das „System“, weiß aber noch nicht, wie es weitergehen soll. Es wäre der Job der Linken, denen eine Perspektive zu geben, die dem „System“ jetzt schon den Mittelfinger zeigen, aber sich Populisten anschließen. Den Kapitalismus reparieren zu wollen, klingt immer nur wie SPD. Legt die Angst vor dem K-Wort ab und füllt es mit neuem Inhalt.

(Links)Liberale Arroganz

Junge Welt: „Gleichwohl haben auch viele jener, die nun mit selbstgerechter Empörung auf die angeblich dummen und ungebildeten Trump-Wähler zeigen, ihren eigenen großen Beitrag zum Ausgang der Wahlen geleistet.

Große Teile des linksliberalen und linken Spektrums beschränken ihre politische Arbeit seit Jahrzehnten auf allerlei Kulturkämpfe und eine immer irrealer anmutende Identitätspolitik. Akademiker, die sich selbst für unglaublich tolerant und weltoffen halten, tragen ihre moralische Überlegenheit wie eine Monstranz vor sich her. Allzu viele Progressive verbringen ihre Tage in einer Filterblase aus Facebook, New York Times und »irgendwas mit Medien«. Sie kämpfen für »Triggerwarnungen« und Unisextoiletten und debattieren in Universitätsseminaren darüber, ob weiße Menschen Dreadlocks tragen dürfen. Für jene vielen Millionen Menschen, die sich derweil von einem prekären Arbeitsverhältnis zum nächsten hangeln und sich – trotz »Obamacare« und alledem – keine adäquate Gesundheitsversorgung für sich und ihre Kinder leisten können, wollen sie derweil kaum etwas wissen.“

Ack. Gilt auch für Deutschland.

Der kollektive Mittelfinger [Update]

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Die kollaborative Bestimmung eines „Gemeinwillens“ aller durch alle, die Herausbildung einer Mehrheit, in deren Wunsch die Minderheit sich akzeptierend fügt, oder die Erarbeitung eines Konsenses sind nicht das, worauf die Arbeiterklasse (oder ein Teil von ihr) in Wahlen aus ist. Sie will stattdessen den Anspruch der Mehrheit auf die Repräsentation eines „allgemeinen“ Standpunkts infrage stellen. Die erinnert daran, dass dieser „Mehrheits“-Standunkt der Standpunkt einer gegnerischen, entgegengesetzten Interessen verfolgenden Gruppe ist. (Eribon: Rückkehr nach Reims, 127ff)

„Mehrheit“ heisst: Man will dem Proletariat weismachen, dass es keine Alternative zum herrschenden kapitalistischen System gebe und dass dieses nur repariert gehöre und dass man sich nur „anständig“ verhalten müsse (keine Vorurteile, politisch korrekte Sprache im Sinne der neuen Mittelschichten), damit alles wieder gut werde.

Das ist eine große Lüge. Und jetzt zeigt das Proletariat den Mittelfinger: Aber durch die Wahl dieser Partei [FN, AfD, Trump – bitte selbst ausfüllen], die das Wahlergebnis anschließend instrumentalisiert, konstituiert sich dieses neuartige Kollektiv trotz allem als Gruppe. Die Wähler nehmen hin, dass ihre Stimme „instrumentalisiert“ wird. Sie selsbt haben das Mittel der politischen Wahl instrumentalisiert, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

I told you so oder: der Jesse-Ventura-Effekt [Update]

Trump. I told you so. Ich gehe jetzt raus in die sozialen Medien und lach mich kaputt über das Heulen und Zähneklappern der „liberalen“ Kleinbourgeoisie.

Reminder: Wo Trump ein Linker ist.

[Update] Fefe: „Ich vermute, dass gerade eine Menge der Progressiven merken, dass ihre Echokammer, in der sie sich die ganze Zeit gegenseitig bestätigen, wie Recht sie haben, nicht die Mehrheit der Bevölkerung wiederspiegelt. Die Leute, die sich immer so offensichtlich auf der Seite des Guten verortet haben mit ihren Gender-Sprachvorschriften und mit ihren Safe Spaces und ihren Antirassismus-Geschichten. Und das ist eine überfällige Erkenntnis.“

Warum Trump gewinnen sollte oder Rearrange the pieces! [Update]

US elections

Credits: www.270towin.com/

Bevor jemand hier zum Shitstorm anhebt, zwei Punkte: Erstens mag ich Shitstorms. Sie stählen den Character. Gegen den gefühlten Mainstream schwimmen zu können ist eine charakterliche Voraussetzung, käme es darauf an, die Welt zum Positiven zu wenden. Für Shitstorms bin ich auch ausreichend psychologisch gekleidet gerüstet. Zweitens – vor allem an die schlichten triggerwarnenden Gemüter in den sozialen Medien gerichtet, deren Vermögen zu differenzieren so ausgebildet ist wie das Augenlicht des Grottenolms: Man untersuche und definiere die grammatikalische Form des gemeingermanischen sollte und stelle dann auf’s Vergnüglichste fest, dass das Deutsche, beherrschte man es denn, durchaus Fälle kennt, die mehrere Interpretationen zuließen, wollte man sich zweideutig ausdrücken, eingedenk der wohl bekannten Tatsache, dass selbst der Autor dieser unmaßgeblichen Zeilen – selten genug! – den inneren Drang verspürt, etwas Diplomatischen zu äußern, was den Sitten und Gebräuchen dieses Blogs krass widerspricht. Handelt es sich also um den Konjunktiv II Präteritum oder gar um den Konjunktiv II als solchen, und was will uns der Verfasser damit sagen? And period, wie der Anglosachse es auszurücken pflegt.

Thomas Rasser hat es auf us-wahl2016.blogspot.de besser erklärt als in fast allen deutschen Medien: Auf die allgemeinen Umfragen kommt es nicht an.

– Gewinnt Clinton nur noch Florida und Maine CD2, käme es zu einem Patt im Electoral College.
– Gewinnt Clinton Florida und einen weiteren Bundesstaat (Ausnahme Maine CD2) hat sie gewonnen.
– Gewinnt Clinton in Pennsylvania und Colorado, benötigt sie nur noch einen weiteren Bundesstaat (Ausnahme Maine CD2) zum Sieg.
– Gewinnt Trump Florida, Pennsylvania, Iowa und Nevada hat er 270 Stimmen.
– Gewinnt Trump Florida nicht, muss er alles andere gewinnen.
– Gewinnt Trump Florida, Pennsylvania und North Carolina wird er Präsident.

Meine Prognose, insbesondere die Zukunft betreffend: Gewinnt Trump in Florida, wird er Präsident. Der Rest ist Feuilleton. Da es dort vermutlich extrem eng werden wird, wird das Endergebnis auf sich warten lassen.

Nun zu uns, Clinton-Groupies! Welche Funktion hat eigentlich der Staat – also zum Beispiel auch das Staatsoberhaupt [bitte Titel selbst einsetzen]- im Kapitalismus? Ist der Präsident ein Grüßaugust der herrschenden Klasse(n)? Funktioniert eine Präsidentin nur als Charaktermaske? Oder ist alles wurscht?

Der Theoretiker des Scheiterns der Revolution im Westen war Antonio Gramsci. Dessen Hegemonietheorie untersuchte die Art und Weise, wie der Staat durch die Einbindung von Teilen der Beherrschten auch unter Bedingungen des allgemeinen Wahlrechts die Herrschaft der kapitalistischen Klasse – immerhin einer kleinen Minderheit – absichere.

Au weia. Too long to read. Also lauschen wir dem linken Philosophen Slavoj Zizek: Er würde für Trump stimmen.
That’s my desperate, very desperate hope, that if Trump wins… Listen, America is still not a dictatorial state, he will not introduce fascism. But it will be a kind of big awakening. New political processes will be set in motion, will be triggered. But I am well aware that things are very dangerous here, not only all this white supremacy groups… But listen, Trump openly said – and as an opportunist he will probably do it – you know how important in United States the Supreme Court is, he’s already said he will nominate right-wingers. So there are dangers. I’m just afraid that Hillary stands for this absolute inertia, the most dangerous one! Because she is a cold warrior, and so on, connected with banks, pretending to be socially progressive.

Full ack, dude.

Left voice interpretiert Zizeks Interview so: „It`s motivated by a catastrophist, accelerationist attitude. Trump is a loaded, unknown package for the ruling class which is precisely what has made Markets and most sections of the US ruling elite fear him. Tossing him into the White House and letting him explode will hopefully rearrange the pieces in a terrain more favorable for the left.“

[Update] The Guardian: „election 2016 live results“

Korean Spring

Just in case you missed the Korean spring. This is Seoul on Saturday. A mass demonstration (Facebook1) against President Park. Why? Just ask your German media. (via Christian Y. Schmidt)

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