Leistungs“schutz“recht, revisited
Heise-Verlag: „Wir akzeptieren keine Einschränkungen der Freiheiten und Möglichkeiten des Internet.“
Leistungs“schutz“recht, reloaded [Update]
Das so genannte „Leistungsschutzrecht“ ist zwar mit den Stimmen der üblichen DAUs im Bundestag verabschiedet worden, aber es muss ja noch durch den Bundesrat. Ich empfehle den Piraten eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht nicht wegen des Inhalts, sondern wegen eines Verstoßes gegen den gesetzlich verlangten Grundsatz der Normenklarheit.
Auf mich hört ja niemand. Alle Pappnasen wissen es wie gewohnt besser. Aber ich würde recht behalten, wenn jemand klagte und sich auf den Zwang zur Rechtsbestimmtheit beriefe.
[Update] Don Alphonso sagt, was zum Thema gesagt werden muss. Mehr ist nicht nötig.
Der Mann, der mich ins Internet brachte
Das muss mal gesagt werden: Über den Mann, der mich 1994 ins Internet brachte – damals ins CL-Netz, über das ich dann auch die Newsgroups im Usenet lesen konnte – habe ich am 26.04.1996 im Berliner Tagesspiegel einen Artikel geschrieben: „Der Mann für die Mailbox“.
MiniDuke
„Die Angreifer schickten ihren Opfern glaubwürdig formulierte E-Mails mit manipulierten PDF-Dokumenten im Anhang. (…) Die Artikel waren echt, aber nach dem Öffnen der Dateien waren die Rechner infiziert“, faselt Spiegel online wie gewohnt. Danach habe ich dann nicht mehr weitergelesen… Eine Malware als Naturereignis.
Dumb Employees
Kelsey D. Atherton | Popular Science (22.02.2013): „The Reason All Your Favorite Companies Are Being Hacked? Dumb Employees. The major recent corporate hackings all have something in common: human error. (…) And then there are some very simple, low-level initiatives, like reminding employees to stop opening all those sketchy email attachments.“
Gute Nachrichten aus der Abzocker-Branche
Digiprotect ist pleite. Die Abzocker von Bertelsmann wurden entlarvt.
Vernichten Sie bitte diese E-Mail!
Der Stern bekam eine elektronische Postkarte vom Verfassungsschutz mit offenem CC-Verteiler: „Irgendjemand in der Pressestelle der Verfassungsschützer hatte auf ‚Senden‘ gedrückt und dabei übersehen, dass in dem Empfängerfeld 53 E-Mail-Adressen offen lesbar waren, für alle Empfänger der E-Mail. (…) Dann kam eine E-Mail mit der gleichen Presseerklärung (pdf) im Anhang, diesmal aber auch mit Inhalt: ‚Übermittelte E-Mail wird hiermit zurückgerufen. Bitte vernichten!'“
Ceterum censeo: Verfassungsschutz esse delendam.
Brille mit Update
The Verge (englisch) über Googles Datenbrille: „I used Google Glass: the future, but with monthly updates – Up close and personal with Google’s visionary new computer“.
Human beings have developed a new problem since the advent of the iPhone and the following mobile revolution: no one is paying attention to anything they’re actually doing. Everyone seems to be looking down at something or through something. (…) We’re all distracted. No one can pay attention. We’re missing all of life’s moments.
Vermutete Geschäftsbeziehung

Ältere Männer neigen dazu, ihre Mitmenschen ungefragt mit ihrer querulantischen Weltsicht zu belästigen. (Nein, ich rede nicht von mir. Ich bin nicht alt.)
Das erkärt auch die zahlosen sinnlosen Kommentare in den Foren der Mainstream-Medien, die im besten Fall einen individuellen kathartischen Effekt haben wie klassischen Leserbriefe, aber das Medium, an das sie sich heften, nicht ändern. Leserbriefe und Foren gaukeln eine Meinungsvielfalt vor, die de facto nicht besteht. Das Geschäftskonzept des „Leserkommentars“ online besteht ausschließlich daran, dessen Daten zu sammeln, zu verkaufen und ihn anschließend vollzuspammen.
Ich schreibe nie irgendwo etwas hinein, wenn ich gewzungen werde mich anzumelden (wie etwa bei Spiegel online). Ich kann auch nur jedem raten, das zu unterlassen und zu boykottieren. Leser sind eine Ware, die verkauft wird.
Ich erwog schon, den obigen Spammer, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, meinerseits mit Beschwerden und Abmahnungen zu nerven. Eine kurze Recherche über die Rechtslage belehrte mich eines Besseren:
Nur ausnahmsweise ist E-Mail-Werbung unter den Voraussetzungen zulässig, dass sich der Empfänger ausdrücklich mit der Werbung einverstanden erklärt hat oder ein Einverständnis aufgrund einer konkreten bestehenden Geschäftsbeziehung vermutet werden kann.
Ich habe mich zwar nie bei der FAZ irgendwo registieren lassen; die Formulierung „vermutete Geschäftsbeziehung“ lässt mich aber Böses ahnen. Das kann ja alles sein.
Ahnungslose Lügenbande
„Das Problem ist nur, wenn man beim Bundesinnenministerium gezielte Lüge und absolute Ahnungslosigkeit nicht mehr auseinander halten kann“, sagt Sevim Dagdelen (Die Linke) laut Heise über die Lügenmärchen des Bundesinnenministeriums. „Dass in dem für IT und Netzpolitik zuständigen Ministerium niemand erkenne, dass die angebliche Begrenzung der E-Mail-Postfächer seiner Mitarbeiter auf 9 MByte komplett unglaubwürdig sei, nennt Dagdelen ‚ein Armutszeugnis‘.“
Falsch: Beides ist richtig. Das war ja schon beim Thema „Online-Durchsuchung“ so: Es wurde gezielt gelogen, und gleichzeitig waren die Lautsprecher des „behördlichen Hackens aus der Ferne“ total ahnungslos.
Boykottiert Spiele mit Online-Zwang!
„Kann man das Spiel auch installieren OHNE irgendwelche Kopierschutz-Tools auf den PC zu bekommen, die allen möglichen Unsinn treiben? Ich wäre in Erinnerung an alte Zeiten (…) gerne bereit die 60 Euro auszugeben, aber ich bin nicht bereit, meinen PC verseuchen zu lassen und will auch gar nicht online spielen.“ (Quelle: Forum SpOn)
Screenshot: Die guten alten Spiele-Zeiten.
Der nächste Anschlag kommt per E-Mail [2. Update]
Immer wenn man denkt: noch dümmer gehts nicht mehr, kommt die Deutsche Polizeigewerkschaft daher. Telepolis: „Hacker bringen per E-Mail Atomkraftwerk zur Explosion – Die wundersame Welt des Polizeigewerkschaftlers Rainer Wendt“. (vgl. auch Osnabrücker Zeitung).
Das ist ja nur zu konsequent, wenn man an Online-Durchsuchungen glaubt. Man muss sich nur ansehen, wie so ein Quatsch dann in den völlig unkritischen Mainstream-Medien ankommt: „Datenklau, digitale Erpressung und Verbreitung von Kinderpornos: Im Internet tummeln sich immer mehr Kriminelle“.
Das Böse ist schon unter uns!
[Update] Man sollte die Statements Wendts in diese schöne Liste aufnehmen!
[2. Update] Werth hat das hier gelesen: http://www.zeit.de/digital/internet/2013-01/kraftwerke-hacken-usb-stick-e-mail/komplettansicht
Für eine Handvoll Megabyte mehr [Update]
Das Ministerium für merkwürdige IT-Gebräuche Bundesinnenministerium antwortet auf eine Kleine Anfrage der „Linken“ (via Netzpolitik.org und Heise):
Aufgrund begrenzter Speicherkapazitäten müssen versendete E-Mails regelmäßig gelöscht werden. So wurde auch die E-Mail, mit der die Studie an die Redaktion der ‚BILD-Zeitung‘ übersandt wurde, gelöscht. (…) Im Pressereferat des BMI stand den Referenten bis Dezember 2012 ein nur auf 9 MB beschränktes Postfach zur Verfügung. Dadurch bedingt musste immer wieder das Postfach leer ‚geräumt‘ werden, d.h. Mails gelöscht werden.
Ich halte die Überschrift von Netzpolitik.org für falsch: „Innenministerium musste kritische Mail löschen, weil ihre Postfächer nur 9 MByte groß sind“? Das behauptet der Bundesinnenminister nur, die indirekte Rede ist angebracht („habe löschen müssen“). Ich glaube eh keine Wort. Wie wollen die denn „behördliche“ E-Mails archivieren? (Jaja, sie drucken sie aus…)
„A Megabyte is 1,048,576 bytes or 1,024 Kilobytes“. Schön ist auch das hier: „Vor knapp 20 Jahren verlangte Microsoft von den Benutzern seiner Windows-Version 3.1 mindestens neun Megabyte freien Festplattenplatz. Heute ließen sich dort gerade einmal zwei MP3-Songs unterbringen. IDC schätzte 2009, dass jeder Mensch, zumindest statistisch gesehen, einen Datenberg von 45 Gigabyte angehäuft hat.“
Das Bundesinnenministerium geht eben sparsam mit Daten um. Löblich! Bruhahahaha.
[Update] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Falsche-Angaben-zu-E-Mail-Postfaechern-Innenstaatssekretaer-muss-sich-entschuldigen-1806607.html
Ransom Polizeiarbeit: Das Geld geht immer nach Russland
Der mutmaßliche Entwickler des Bundes BKA-GriechenTrojaners sei in Neuseeland Dubai festgenommen worden, meldet Heise.
Die Polizei hatte Daten aller Europäer auf Vorrat gespeichert ganz normal und gründlich ermittelt. „Weltweit seien laut spanischer Polizei DAUs mit offener digitaler Hose „Millionen Rechner“ von einem Naturereignis, das sich installiermichbitte.exe nannte, befallen infiziert worden.
„Die den Spaniern ins Netz gegangene Gruppe, bestehend aus sechs russischen, zwei ukrainischen und zwei georgischen Staatsbürgern habe mit dem Trojaner jährlich etwa eine Million Euro gesammelt.“ Ach, und ich dachte die wären aus Nigeria Mali?!
By the way, Heise, in diesem grauslichen Satz fehlt ein Komma nach „Staatsbürgern“, und ausserdem sollte man den zerhacken, damit verständliches Deutsch dabei herauskäme.
„Staatsbürger“ ist Polizeijargon, wenn eben dieselben etwas Böses getan haben, worum es hier geht. Oder denkt ihr, man diskrimierte die Russen, weil es auch Georgier mit russischen Pass gibt bzw. umgekehrt? Nun gut: Nur in Deutschland sollte man eine Ausnahme erlauben, weil der Deutsche an sich denkt, dass alle Neger Afrikaner und alle Einwanderer „Ausländer“ und alle Israelis Juden seien – da sollte man, wenn es eine Rolle spielt, sagen: Das Nazi-Arschloch war Sachse stammte aus dem Beitrittsgebiet Der Vorsitzende der FDP sieht asiatisch aus ist – wie auch der französische Hugenotte Sarrazin – deutscher Staatsbürger.
Die kriminelle Gruppe bestand aus Russen, Ukrainern und Georgiern. Sie hatte mit dem Griechen dem trojanischen Pferd der Malware dem schädlichen Programm jährlich etwa eine Million Euro gesammelt.
Nein, ich bin noch immer nicht zufrieden. „Bestehen aus“ – das hört sich doch scheußlich an. Das Ganze besteht aus der Summe der Teile – das machte nur Sinn, wenn es Hegel oder Euklid ein Mathematiker sagte. „Die Gruppe besteht aus“ klingt schon sehr stark nach seinem sehr hellen Schimmel, wenn man den sprachlichen Erbsenzähler-Modus per default eingeschaltet hat. Die Leser lesen nach „bestand aus“ nicht mehr weiter, weil eine Gruppe immer aus etwas besteht. Was das Publikum schon weiß, muss man – wenn es um Journalismus geht – nicht sagen, weil es sich sonst langweilt.
Die Cyberkriminellen Kriminellen sind Russen, Ukrainern und Georgier und hatten haben (das Plusquamperfekt wäre nur angebracht, wenn die Bösen ihre Staatsbürgerschaft schon verloren hätten) mit dem Griechen dem trojanischen Pferd der Malware dem schädlichen Programm jährlich etwa eine Million Euro gesammelt. Die Kohlen gingen aber nach Russland.
That’s not pretty clever, Lobbyplag!
Microsoft Word bytes you in the butt
Heise schreibt zur Flash-Sicherheitslücke: „Die Attacke wird mittels eines mit schädlichen Flash-Inhalten manipulierten Word-Dokuments ausgeführt, das per E-Mail verschickt wird.“
Das erinnert mich an diese schöne Geschichte, die schon zehn Jahre alt ist: „Microsoft Word bytes Tony Blair in the butt“.
Mal ganz schüchtern gefragt: Welcher Trottel verschickt denn Word- bzw. Excel-Tabellen als Attachment bzw. welche Pappnase akzeptiert so etwas? Ich nicht.
Burks.de-Exklusiv: Notrufknopf im Browser – hier ist er!
[Javascript muss ausnahmsweise eingeschaltet werden.]
Kennwort zurücksetzen
Die gute Nachricht zuerst: Die Fernuniversität XXX, Aussenstelle Berlin, setzt keine Filtersysteme ein. Die schlechte Nachricht: Ich könnte als Besucher/Student aber eines einrichten/installieren und auch noch den Admin aussperren. :-) [Ich habe denen mündlich Bescheid gesagt.]
Uneingeschränkt unklare Ausdrucksweise
Die Piratenpartei Brandenburg unterstützt den so genannten Pro-Zensurfilter-Day „Safer Internet Day uneingeschränkt nach einem Shitstorm nicht mehr.
Das bedeutet nicht, dass wir die mitunter schwierig zu erkennenden Zusammenhänge im Hintergrund dieser Aktion unterstützen. Der Lobbyismus einiger Firmen in Zusammenarbeit mit offiziellen Stellen, zum Beispiel der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz, um Zensurmaßnahmen anzustreben, ist für Bürgerinnen und Bürger (uns eingeschlossen) nicht – oder nur sehr schwer – durchschaubar. Derartiger Lobbyismus wird von uns nicht unterstützt.
Für die unklare Ausdrucksweise, einhergehend mit ungenügender Recherche sowie fehlende Differenzierung im Blogbeitrag, bitten wir um Entschuldigung.
Immerhin sind sie lernfähig. Der Lobbyismus der Zensur-Lobby und ihrer Helfershelfer ist übrigens nicht schwer durchschaubar.
By the way: vor „bitten wir um Enschuldigung“ kommt kein Komma.
Hilfe! Gimp zickt!
Kann mir jemand diese komische Fehlermeldung erklären, wenn ich einen Text im Kreis machen will, und was falsch läuft? Ich werde aus den Google-Ergebnissen nicht schlau.






















