Manipulierte E-Mails

chinese hacker

Burks.de-exklusiv: Die chinesische Hackerin 你是如此的可爱 manipuliert einen Journalisten der New York Times via Webcam, eine E-Mail mit dem Attachment 安装自己.exe anzuklicken.

„Wie die Hacker sich ursprünglich Zugang zu den Systemen der Zeitung verschafften, ist nicht geklärt“, schreibt SpOn über die New York Times, deren Rechner mit Malware verseucht waren, die angeblich aus China stammt. „Computerexperten vermuten, dazu seien manipulierte E-Mails an Mitarbeiter des Blattes verschickt worden“.

Ach ja, wenn unsere Computerexperten anfangen zu vermuten, dann wird es immer spannend. Vermutlich arbeiten die Computerexperten auch beim Berliner Flughafen mit.

Ferndiagnostizieren wir mal: Die New York Times schreibt per default nur elektronische Postkarten. Es gibt keine vernünftige E-Mail-Policy. Die Journalisten wurden nicht geschult, sondern man verließ sich die auf „EDV-Abteilung“ im Keller und nutzlose Virenscanner. Alle Browser erlauben Javascript und sind für Phishing anfällig. Noch weitere Vorschläge? Nein, ich habe kein Mitleid. Bei der New York Times ist es eben wie bei deutschen Medien auch.

„Die Messgeräte“ schlugen an, formuliert Spiegel online. Was machen die denn da? Benutzen die einen Geigerzähler, um verdächtige Attachments zu untersuchen?

By the way: Ich hatte der größten deutschen Fortbildungsanstalt für Journalisten im August eine Seminarreihe angeboten. Als ich drei Monate später anrief, weil niemand reagierte, entschuldigte man sich, man fände mein E-Mail nicht, die wäre „vermutlich“ in einen Spam-Filter geraten. Mein Seminarangebot wurde abgelehnt, am Thema „E-Mail-Sicherheit“, Verschlüsselung und Sicherheit beim Surfen bestünde „kein Interesse“ bei den Kolleginnen und Kollegen.

Quod erat demonstrandum. Also bitte weitermachen, Chinesen oder wer auch immer! Macht alles kaputt und späht sie aus. Sie haben es nicht anders gewollt.

Geldpolitisch immer schön locker bleiben

Leider müssen wir uns heute mit dem langweiligen Thema Ökonomie befassen, also mit den zwei zentralen Fragen, die, würden sie korrekt beantwortet, auch jedes andere Thema hinreichend klären: Wo kommt die Kohle her? Wo geht sie hin?

Cicero schreibt: „Die Bundesrepublik hat weit mehr von der Eurokrise profitiert als bisher angenommen. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben sich auf Kosten des Südens saniert. (…) Die Bundesregierung erzielte nicht nur satte Zinsgewinne auf die Notkredite, die sie an die Krisenländer zahlte. Mehrere hundert Millionen Euro wurden 2012 allein von Griechenland abkassiert. (…) Weil die Anleger aus Südeuropa flüchteten und einen ’sicheren Hafen‘ in Deutschland (und Frankreich) suchten, fielen die Renditen für Bundesanleihen auf ein Rekordtief nach dem anderen. Bei 21 der 70 Auktionen im vergangenen Jahr musste der Bund gar keine Zinsen an seine Gläubiger zahlen, sondern kassierte eine Prämie.“

Der Freitag und das Handelsblatt fassen zusammen, was George Soros in einem Interview mit Charles Dallara, Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes, will das ändern. Staatsfinanzierung würde schwieriger.“

Wir hatten das Thema hier schon einmal („Unter Schnellballsystemikern und Couponschneidern„, 03.08.2012):
Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung formuliert in ihrer Studie „Anspruch und Wirklichkeit der Finanzmarktreform“ unfreiwillig komisch:
„Neben der Forderung nach höheren Eigenkapitalanforderungen für systemrelevante Finanzinstitute vereinbarte die G20 in ihrer Pittsburgh-Erklärung, dass systemrelevante Finanzinstitute für den Fall einer Pleite Pläne zur geordneten Abwicklung vorhalten müssen.“

„Systemrelevante“ Finanzinstitute: Besser hätte das Anshu Jain auch nicht sagen können. Um mal Klartext zu reden: Das sind diejenigen Banken, die am so genannten „Primary-Dealer-System“ teilnehmen. Diese Finanzunternehmen müssen dem Staat eine bestimmte Menge seiner Schulden – also known as Staatsanleihen abkaufen – und das nach einem vorher festgelegten Zinssatz. Nicht sehr „frei marktwirtschaftlich“, möchte man einwerfen. Zu recht, denn der Staat sorgt zwangsweise für eine Mindestnachfrage für den Kauf seiner Schulden. Da aber die Banken an den Zinsen satt verdienen und wegen der Vollkasko-Versicherung bei der EZB meckern sie nicht allzusehr.

Das ist doch ein lustiges System. Die Finanz-Primärdealer aka „systemrelevanten Banken“ müssen eine bestimmte Menge an Staatsanleihen kaufen, aber Eigenkapital brauchen sie dafür nicht. So möchte ich auch mal wirtschaften dürfen.

Die Japaner haben jetzt eine andere Methode gewählt, um der in konjunkturellen Schüben wiederkehrenden kapitalistischen Überproduktionskrise, im Laufe derer unproduktives Kapital vernichtet werden muss (das sich auf dem Finanzmarkt als Blase bemerkbar macht), Herr zu werden. Sie sparen nicht, sondern vermehren die Geldmenge: „Die Zentralbank muss solange Geld drucken bis die Preise um mindestens zwei Prozent steigen.“

Kapitalistisches Vodoo at its best: Wemn man Geld druckt, dann steigen automatisch die Preise? So einen Quatsch erzählen doch nur die Anhänger der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM), Studenten der „Volks“wirtschaft oder andere Sprechblasenfacharbeiter.

Hierzu noch einmal das Handelsblatt: „Die Debatte über die Gefahr eines globalen Abwertungswettlaufs zwischen wichtigen Währungen wurde zuletzt dadurch befeuert, dass die neue japanische Regierung eine höchst expansive Finanz- wie auch Geldpolitik verfolgt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in Davos ihre Sorge darüber ausgedrückt.“

Schon klar. Merkel wird nichts tun, was dem deutschen Kapital und dessen finanzpolitischen Arm, den Banken, irgendwie schadet. Japan ist in einer anderen Situation – rundherum gibt es nicht so viel, was man ausplündern kann. Und außerdem sind oft schon die Chinesen vorher da. Die Zeit nennt das „Japan steckt in der Deflationsfalle“.

Es sind also eine Menge Variablen im Spiel: Die deutsche Wirtschaft ist sehr exportabhängig, sie braucht die sogenannte Finanzkrise und den Euro, um zu verhindern, dass die schwächeren Ökonomien – wie Griechenland – einfach ihre Währung abwerten, um die Exporte anzukurbeln – also genau das, was Argentinien nach dem Staatsbankrott getan hat.

Japan hat ein anderes Problem: Die Exporte sinken – man verkauft ja nicht so viele Waffen wie Deutschland und ist auch nicht an so vielen Kriegen wie wir beteiligt.

Die „Warnungen“ und „Sorgen“ von Soros und Merkel dokumentieren also nur unterschiedliche Kapital-Interessen und wie deren Büttel und Helfershelfer, die Politik, meinen darauf reagieren zu müssen.

(Ich muss jetzt einkaufen, und die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser können ja auch allein weiterdiskutieren.)

Volker Ullrich und die Werte des so genannten christlichen Abendlandes

Die Redaktion der Augburger Allgemeinen Zeitung hat die Daten eines ihrer Foren-Nutzerns herausgegeben, ein richterlicher Beschluss, die Reaktionsräume zu durchsuchen, lag offenbar schon vor. Das soll also „verhältnismäßig“ sein? Ich bin ja gebranntes Kind und weiß, das viele Richter und Staatsanwälte das Wort „verhältnismäßig“ noch nicht mal buchstabieren können.

Die Zeitung schreibt: „Für Volker Ullrich ist es bereits das zweite Mal, dass er versucht, einen Kritiker im Internet rechtlich zu belangen. Bereits im Herbst 2011 verlangte er über seinen Anwalt bei der Redaktion der Augsburger Allgemeinen die Herausgabe von Daten eines Forennutzers, von dem er sich beleidigt fühlte. Auch damals verweigerte unsere Redaktion die Herausgabe – damals noch mit Erfolg.“ Jetzt heisst es: „Wir haben dem zuständigen Beamten, der in unseren Redaktionsräumen mit dem Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss des Amtsgerichts Augsburg erschien, die geforderten Daten herausgegeben. Eine weitere Überprüfung der Redaktionsräume durch zusätzliche Beamte war damit also nicht mehr nötig.“

Warum sind die denn jetzt eingeknickt? Sehr schön das Posting eines Nutzers im Heise-Forum zum Thema: „Und wenn du dir Sprüche wie ‚Rechtsbeugung‘ als Anwalt nicht gefallen lassen kannst, dann bist du in meinen Augen eine kindische Mimose (bitte nicht verklagen…) und gehörst nicht ins Internet, sondern ohne Abendessen ins Bett. Ganz besonders gehörst du aber nicht dahin, wo über Recht und Unrecht entschieden wird.“

Man sieht, dass Meinungsfreiheit in Deutschland nicht viel gilt, hier wird immer erst nach Verboten gerufen oder versucht, die „richtige“ Meinung mit Staatswanwälten oder Gerichten reinzuprügeln oder Leute, die die Meinungsfreiheit so auslegen wie in den USA (was vernünftig wäre), einzuschüchtern.

Bei dem Augsburger Stadtrat Volker Ullrich sind die Wurzeln seines Denkens allerdings klar: „Für die Stadtidentität wünscht er sich die Orientierung an den Werten des christlichen Abendlandes sowie des aufgeklärten Humanismus (Menschenwürde, individuelle Freiheit, Gleichheit der Geschlechter, ungestörte Religionsausübung, freie Rede). Integration und Zuwanderung ja, aber unter der Voraussetzung einer gemeinsamen deutschen Sprache und eines Bekenntnisses zur europäischen Kultur.“

Was war noch mal die europäische Kultur? Die Juden? Die Muslime? Der christliche Antijudaismus?

Es gilt also auch für Blogbetreiber: Wer sich weigert, die Daten von Nutzern herauszugeben bei vermeintlich „ehrverletzenden“ Äußerungen, dem kann die Durchsuchung der Wohnung und natürlich audh drohen, dass die Rechner beschlagnahmt werden. Die kriegt man dann, wenn man freigesprochen wird – wie bei mir – in circa zwei Jahren zurück, ohne dass sich jemand entschuldigt und ohne finanziell entschädigt zu werden.

Stoppschilder gegen Sexismus und andere Nebenwidersprüche

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Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser erwarten zu Recht, dass ich auch meine unmaßgebliche Meinung zum gegenwärtigen Twitter Sexismus-Hype kundtue, zumal ich bekanntlich ExpertIn für alles bin.

Erika Steinbach, die Superoberexpertin zum Thema, sagt: „Als Frau habe ich jederzeit die Möglichkeit, ein Stoppschild zu setzen.“ Vermutlich hatte die Frau, die am Samstag in Berlin vergewaltigt wurde, nur gerade ihr Stoppschild vergessen. Steinbach, du dummschwätzende Vertriebenen-Nuss, halt einfach die Fresse, manchmal sollte man auch als Frau das Wasser halten können, wenn es angebracht ist.

Leider gleiten alle Säue Themen, die in Deutschland öffentlich durchs mediale Dorf getrieben werden, schnell ins Moralische ab. Politische Debatten sind weniger erwünscht. Frauen dürfen zum Beispiel erst seit 1977 ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes arbeiten gehen. Das hat damals im Westen niemanden aufgeregt, obwohl laut Grundgesetz alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Die Ossis können heute über die hinterwäldlerische BRD nur den Kopf schütteln.

Mit dem Sexismus ist es wie mit anderen Ismen: Sie kochen so schnell hoch wie der Schaum vor den Mäulern des Feuilletons wieder abgewischt wird. Folgen hat das nicht. Und eine dämliche Bemerkung Brüderles im Halb- oder Viertelsuff ist beileibe kein glaubwürdiger kein Anlass, über das Thema zu diskutieren. Hatten wir nicht neulich bei Strauss-Kahn schon die Gelegenheit dazu?

Neben dem moralinsauren Mehltau, der schnell jede Diskussion bedeckt, kommt in Deutschland erschwerend dazu, dass der insgesamt restaurative Trend immer mit einer ekelhaften protestantischen Bigotterie und Prüderie einhergeht. Alice Schwarzer hatte sicher immer Recht, wenn sie über die nicht vorhandene Balance der Macht zwischen den Geschlechtern und deren Symbolik redete. Bei den Themen Pornografie oder gar Internet faselt sie nur dummes reaktionäres Zeug.

Die Linke hat schon seit mindestens einem Jahrhundert mit Sexismus das gleiche Problem wie mit dem Antisemitismus: Man liebsten würde man(n) sich hinter der These der schlichten Gemüter verkriechen, dass die Ausbeutung im Kapitalismus an allem schuld sei, und die Sache mit den Frauen und Juden nur „Nebenwidersprüche“ und/oder Relikte vergangener und weniger aufgeklärter Epochen. Das ist natürlich grober Unfug. Es ist keinesfalls so, dass der Antagonismus zwischen Kapital und Arbeit sich nur zeitweilig als Gender-Debatte kostümierte. Wer wie welche Macht hat von den Geschlechtern, ist genau so ein eigenes Thema wie der 2000-jährige Hass der Christen auf die Juden, der eben schon vor dem Kapitalismus existierte.

Die Angelegenheit erscheint mir jedoch komplizierter als es auf den ersten Blick aussieht. „Sexistisch“ heisst ja nur, dass man meint, bestimmte Dinge zeigen, sagen oder tun zu müssen und sie gleichzeitig mit Sexualität verbindet. Inder Schule geht es darum, Jugendlichen wissen zu vermitteln – der Schulmädchenreport machte vor mehr als vierzig Jahren etwas ganz anders daraus.

Männer haben mehr Macht als Frauen und werden, wie immer und überall, diese Macht nur abgeben, wenn sie glauben, dadurch langfristig Vorteile zu haben. Alles andere wäre von der Evolution nicht vorgesehen.

Pornofilme sind hier sehr lehrreich: Sie zeigen nicht, was wirklich ist, sondern was der (durchschnittliche) Markt will, was also symbolisch dargestellt werden soll. Pornofilme haben also mit der Realität genau so wenig oder viel zu tun wie Computerspiele oder deren Teilmenge Ego-Shooter.

Bei japanischen Pornos (vgl. Screenshot unten) fällt zum Beispiel auf, dass sie oft ganz andere Bedürfnisse zu befriedigen scheinen. Pornos sind wie Karikaturen – sie reduzieren auf das Wesentliche, das auch noch im Zeitraffer geschehen muss. Japanische Pornos zeigen oft Gruppen von Männern, die über eine Frau herfallen, der das angeblich Lust bereitet – Bukkake ist ein prägnentes Beispiel. Nur in der englischen Wikipedia finden wir diese Passage:
American editor and publisher Russ Kick, quoting a sexologist, states that men enjoy a „sense of closure and finality about sex“, something that watching other men ejaculate provides. The viewer identifies with the ejaculating men, experiencing a sense of vicarious pleasure. According to English–American anti-pornography campaigner Gail Dines, the ejaculate on the female performer’s body „also marks the woman as used goods“, conveying a sense of ownership; she quotes veteran American porn actor and producer Bill Margold stating: „I’d like to really show what I believe the men want to see: violence against women. I firmly believe that we serve a purpose by showing that. The most violent we can get is the cum shot in the face. Men get off behind that because they get even with the women they can’t have.“

Das stimmt nicht, ist zu einfach, träfe auch auf „normale“ Pornografie zu und erklärt auch nicht, warum Bukkake aus Japan stammt und in japanischen Pornofilmen viel häufiger thematisisert wird. Anders ist dort auch, dass sexuelle Übergrffe wie das Begrabschen einer Frau in der U-Bahn oder in der Öffentlichkeit durch mehrere Männer gleichzeitig oft Thema von (Kurz-)Porno-Filmen sind, während der Trend bei russischen und US-amerikanischen Filmen eher dahin geht, „normale“ Frauen auf der Strasse (scheinbar) anzusprechen und sie für reichlich Geld das tun zu lassen, was in Pornofilmen eben getan wird; US-Pornos hatte eh schon die Kategorien „girl next door“ oder „amateur“.

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Es geht immer und überall darum, dass der Hans seine Grete kriegt oder umgekehrt. Es wäre also unrealistisch, „Sex“, also Anmache in jeder Form, aus dem Alltag oder Bereichen des täglichen Lebens verbannen zu wollen. Frauen sind – so wurde mir glaubhaft berichtet – genau so „sexistisch“ wie Männer, besonders, wenn die gar nicht dabei sind. Auch die US-Amerikaner sind nicht wirklich prüde, aber Sex hat eben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen – man könnte sogar sagen: Die prüde Obsession in den USA macht den Sex erst richtig interessant, was ja an sich nicht unbedingt falsch ist, solange alles freiwilig bleibt.

Die „härtesten“ Pornos (das Wort „hart“ ist einfach blödsinnig dafür) sind zur Zeit die, in denen Frauen Dinge tun bzw. über sich ergehen lassen, die im normalen Leben äußerst schmerzhaft und erniedrigend sind (Ausnahme: Sado-Maso-Filme), und heucheln müssen, dass sie das lustvoll finden. Man könnte vermuten, dass Männer, die sich das gern ansehen, etwas kompensieren müssen, dass die Rezeption wie katharsis wirken könnte, aber eben auch das Gegenteil. Wie kennen das aus der populistischen Pseudo-Diskussion über „Killerspiele“ und den damit verbundenen Theorien, wie Medien wirkten oder nicht. Nur mal unter uns Männern: Wenn man einen „flotten Dreier“, also zwei Männer und eine Frau, beim Sex beobachtet und das geil findet, könne das nicht auch bedeuten, das man allein sich gar nicht traut, also noch die Hilfe eines anderen benötigt, weil die Frau allein zu bedrohlich ist? Hahahaha.

Ich halte „Sexismus“ viel eher für einen gendermäßig „innenpolitischen“ Diskurs: Männer bestätigen sich gegenseitig in der Gruppe, wie viel Macht sie angeblich im Geschlechterkampf haben. Warum sind denn Frauen nicht einfach genau so sexistisch – dann könnte sich doch niemand mehr beklagen? Ich halte die Spam-Tipps für hilfreich: „Ich bin schön wie eine Weinkönigin? Okay, durch diese Ladung Pfefferspray werden Sie mein Weinkönig.“ Oder: „Gehen Sie eigentlich regelmäßig zur Prostataprophylaxe?“

Ich bin bekanntlich Zyniker und glaube, dass moralische Appelle rein gar nichts bewirken. Deswegen bin ich auch für Frauenquoten. Freiwillig geht gar nichts. Aber ein politisch korrektes moralpolizeilich totalüberwachtes Sprach- und Gestik-Umfeld ist auch Unsinn. Jedermann sollte das Recht haben, Blödsinn daherzuqatschen. In einem Land, das fromme Legenden als Teil des Schulunterricht erlaubt, sollte man sich weniger über sexistische Sprüche aufregen. Vielleicht gibt es da sogar einen Zusammenhang.

Wenn ich eine Frau wäre, würde ich bei dem, was zum Beispiel Patricia Dreyer, Chefin vom Dienst beim Spiegel, schildert („Verbinden Sie mich bitte mit dem Chef vom Dienst“), vermutlich ausrasten oder Dinge sagen, die niemand wirklich hören möchte. Liebe Frauen, Höflichkeit ist eine Zier, aber im Geschlechterkampf geht es besser ohne ihr.

Mehr fällt mir nicht ein. Das Publikum hat das Wort.

Das tut uns noch mehr Leid!

Leider hat uns die GEMA nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt Ihnen mitzuteilen, dass der von Ihnen angeforderte Clip nicht verfügbar sei, weil die GEMA nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt habe.
Das tut uns noch mehr leid!
(Quelle: Heise-Forum)

Es ist nie zu spät, mit dem Kuchen Essen aufzuhören

cookies

Grüne in Rheinland-Pfalz gegen Datenschutz

Heise: Die Grünen-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz kritisiere das Facebook-Antwortverbot für die Staatskanzlei.

Dazu passt dieses Facebook-freundliche Wahlplakt der Grünen. Die meinen wohl, „das mit dem Internet“ hätte man im Griff, wenn man bei Fratzenbuch ein paar Mal herumgeklickt hat.

Dateien mit leichter Unterhaltung sind notwendig für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung

leichte Unterhaltung

Pressemeldung des Bundesgerichtshofes:
„Der unter anderem für das Telekommunikationsrecht zuständige III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat dem Kunden eines Telekommunikationsunternehmens Schadensersatz für den mehrwöchigen Ausfall seines DSL-Anschlusses zuerkannt. (…)

Die Nutzbarkeit des Internets ist ein Wirtschaftsgut, dessen ständige Verfügbarkeit seit längerer Zeit auch im privaten Bereich für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung typischerweise von zentraler Bedeutung ist. Das Internet stellt weltweit umfassende Informationen in Form von Text-, Bild-, Video- und Audiodateien zur Verfügung. Dabei werden thematisch nahezu alle Bereiche abgedeckt und verschiedenste qualitative Ansprüche befriedigt. So sind etwa Dateien mit leichter Unterhaltung [vgl. oben, Burks] ebenso abrufbar wie Informationen zu Alltagsfragen bis hin zu hochwissenschaftlichen Themen. Dabei ersetzt das Internet wegen der leichten Verfügbarkeit der Informationen immer mehr andere Medien, wie zum Beispiel Lexika, Zeitschriften oder Fernsehen.

Darüber hinaus ermöglicht es den weltweiten Austausch zwischen seinen Nutzern, etwa über E-Mails, Foren, Blogs und soziale Netzwerke. Zudem wird es zunehmend zur Anbahnung und zum Abschluss von Verträgen, zur Abwicklung von Rechtsgeschäften und zur Erfüllung öffentlich-rechtlicher Pflichten genutzt.

Der überwiegende Teil der Einwohner Deutschlands bedient sich täglich des Internets. Damit hat es sich zu einem die Lebensgestaltung eines Großteils der Bevölkerung entscheidend mitprägenden Medium entwickelt, dessen Ausfall sich signifikant im Alltag bemerkbar macht.“ (AZ III ZR 98/12)

Warum tu ich mir das an?

Blender

Damit kann ich kein Geld verdienen….

Unbekannte Freunde

„Schön, dass man dank Facebook seine Freunde nicht mehr kennen muss.“ (Quelle: Heise-Forum)

Etwas funktioniert nicht ordnungsgemäß

Java

Vermutlich bin ich wieder eine winzig kleine radikale Minderheit, die sich aber im Gegensatz zu Webdesignern, DAUs und anderen Pappnasen entspannt zurücklehnt. Derjenige, der dort „etwas funktioniert nicht ordnungsgemäß“ hingeschrieben hat, solle ohnehin ausgepeitscht werden.

Fels in der Brandung der Wogen der Digitalisierung

Wikipedia über die Geschichte der GEMA (via Heise-Forum):
Am 28. September 1933 wurde der Staatlich genehmigten Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte (STAGMA), hervorgegangen aus dem Verband zum Schutze musikalischer Aufführungsrechte für Deutschland, das Monopol zur Wahrnehmung von Musikaufführungsrechten erteilt. (…) Die Reichsmusikkammer unter ihrem Präsidenten Richard Strauss hatte 1934 in ihren Richtlinien festgelegt, dass „Nichtarier grundsätzlich nicht als geeignete Träger und Verwalter deutschen Kulturguts anzusehen“ seien. Dies bedeutete das Berufsverbot für die damals etwa 8000 in der Reichsmusikkammer organisierten Juden. Die STAGMA war fest in das nationalsozialistische Machtgefüge eingebunden und die leitenden Mitglieder der STAGMA waren eingefleischte und freiwillige Nationalsozialisten. Geschäftsführer der Stagma wurde Leo Ritter, der dieses Amt schon seit 1928 bei der ursprünglichen GEMA innehatte und Hitlers Mein Kampf als Prämie für verdiente Mitarbeiter zu verschenken pflegte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die STAGMA ihre Arbeit fort, ab dem 24. August 1947 allerdings unter der Bezeichnung GEMA, Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Vorstand und Generaldirektor von 1947 bis 1989 war Erich Schulze, ihm widmete die GEMA den gleichnamigen Brunnen vor der Generaldirektion in München. Aufsichtsratsvorsitzender war ab 1950 der Komponist Werner Egk. Sowohl Schulze als auch Egk bekleideten schon in der STAGMA führende Positionen. (…)

1990 übernahm der CSU-Politiker Reinhold Kreile die Nachfolge von Erich Schulze. Gegen Ende seiner Amtszeit widmete er sich dem Kampf gegen die Digitalisierung. Er bezeichnete die GEMA als „Leuchtturm der Kultur“ und „Fels in der Brandung der Wogen der Digitalisierung“. Der GEMA sei es erfolgreich gelungen, „unsinnigen Wettbewerb“ zu vermeiden. Das Internet sei für ihn „nichts anderes als ein virtuelles Kaufhaus“, das es in einer feindlichen Übernahme einzuverleiben gelte.

Augstein und der Bud Spencer unter den deutschen Kommentatoren

Die FAZ: formuliert sehr nett:
Deutsche Debatten sind oft verklemmt und von allgemeiner Zurückhaltung geprägt, Broder ändert das zuverlässig: Er ist der Bud Spencer unter den deutschen Kommentatoren. Wenn er hinlangt, liegen anschließend alle auf dem Parkett und sehen Sternchen. Ihn aber als weisen Experten zu benennen führt in die Irre, es ist als riefe man, um das Porträt eines Mannes zu schreiben, nur bei dessen Exfrau an.

Es geht um den Verleger Jakob Augstein, der vom Simon-Wiesenthal-Zentrum auf die Top Ten der Antisemiten in der Welt gesetzt wurde.

By the way. Trotz der großen Verdienste Wiesenthals, was die Jagd nach Nazis angeht: Was aus dieser Ecke in den letzten Jahren zum Thema Internet gesagt wurden, kann man auch getrost in die Tonne treten.

Das Ende für Twitter in Deutschland und Bayern

Kinder sollten iPad, Twitter und das Kurzmitteilungsprogramm WhatsApp erst dann benutzen, „wenn sie schon gefestigte Deutsch-Kenntnisse hätten“, meint Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, der Vorsitzende des Rats für deutsche Rechtschreibung, natürlich CSU. Das sollte selbstredend auch für Erwachsene gelten.

Keine rassische Herkunft mehr

Es gibt manchmal auch gute Nachrichten. Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser bitte ich, das Update meines Postings vom 23.11.2012 zu beachten. Es war allerdings ein Einschreiben mit Rückschein nötig.

Nennt man so etwas etwa „hacken“?

„Zur Schuldanerkennung im März hatte Christopher Chaney zugegeben, mindestens elf Monate lang wiederholt in Mail-Accounts eingebrochen zu sein. Dafür hatte er die Funktion ‚Kennwort vergessen‘ von Webmailern benutzt, deren Sicherheitsfragen er anhand öffentlich bekannter Daten beantwortete,“ berichtet Heise. Das nenne ich nicht „hacken“, und die „Opfer“ müssen saublöd gewesen sein.

Computer-Vodoo im Tatort

Selten so einen bescheuerten und unrealistischen Tatort gesehen wie „das goldene Band“. Gut, ich bin befangen, weil die ich Lindholm eh nicht leiden kann. Aber wer ist auf die Idee gekommen, dass man so eben mal eine Spyware, die in Echtzeit gerade geschriebene (und natürlich unverschlüsselte) E-Mails mitliest, auf einen Rechner installieren kann – von einem USB-Stick aus? Dazu muss sich das „Opfer“ schon ziemlich dumm angestellt haben – vermutlich so wie der Drehbuchautor Stefan Dähnert mit seinem Computer umgeht.
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Cloud Imperium

cloud Imperium

Meine Rede: Die Götterdämmerung traditioneller kommerzieller Computer-Spiele ist schon angebrochen. Die Zukunft sind von der Spieler-Community selbst generierten Environments und Plots. Cloud Imperium von Chris Roberts (Wing Commander!) kann man bedenkenlos bewerben (Video ansehen!). Natürlich kosten die virtuellen Gegenstände hier auch was.

Nur die harte Tour

Ein Kommentar im Heise-Forum zum Thema: „Onlinebanking lieber per Althandy“:
„Fürs Autofahren brauche ich einen Führerschein. Fürs Schießen einen Waffenschein. Debilität ist keine Sicherheitslücke im OS. Wenn mich Onlinebanking überfordert, dann darf ich es nicht tun. Manche lernen es nur auf die harte Tour.“

Nein, das ist kein Problem

defender

Wenn man sich die unsinnigen Meldungen anschaut, mit denen das Betriebssystem Windows die Nutzer belästigt, bis hin zu einer Art Stalking, dann versteht man auch, warum die DAUs sich bescheuert verhalten – sie werden so erzogen. Sie sollen sich nicht eigenverantwortlich, selbstbestimmt und bewusst um die Sicherheit ihrer Hard- und Software kümmern, sondern das Bill Gates überlassen und sich daran gewöhnen, dass sie aufgefordert werden, irgendeinen Mist unser täglich Update gib uns heute zu installieren. Irgendwann sind sie dann so genervt, dass sie automatisch-installieren-ohne-immer-nachzufragen akzeptieren. Nein, es ist kein Problem, dass ich den sogenannten „Defender“ stillgelegt habe.

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