Präventionsmedium Internet
Sueddeutsche.de: „Nach Informationen der Zeitung Die Welt wollen die Innenminister von Bund und Ländern den Verfassungsschutz moderner und transparenter machen. Unter anderem solle das Internet als ‚Aufklärungs- und Präventionsmedium‘ stärker genutzt werden.“
Bruhahahahahaha. Das wird immer mehr ein Toll- und Irrenhaus.
Ich schrieb sinngemäß nach dem 4761sten Verfassungsschutz-Skandal am 02.07.2012 :
Wetten wir, dass es den Inlandsgeheimdienst in einem Jahr genau so wie heute noch geben wird? Ohne dass sich irgendetwas geändert hätte? Jede Wette!
Wer HTML-E-Mails ablehnt, handelt nach gesundem Menschenverstand
Lehrreicher Thread im Heise-Forum zum Thema „Mail hackt Router“:
HTML-E-Mails sind kein Standard, sondern höchstens etwas, was von Microsoft aufgezwungen wurde. Nur weil es aufgezwungen wird (mit den üblichen MS-Methoden der Manipulation, Erpressung, Bestechung), ist es nicht automatisch Standard.(…)
Und HTML in Webseiten ist etwas ganz anderes, als in E-Mail: Für Webseiten ist die Hypertext Markup Language ursprünglich entwickelt worden (klar, Gopher war auch cool), während es in E-Mails nie was zu suchen hatte, bis MS ankam und meint, alles „besser“ machen zu müssen, es aber in Wirklichkeit verschlimmert hat (man nennt das „Verschlimmbesserung“, aber das ist man von MS ja gewohnt).
Redaktionsdurchsuchung, revisited
Wieder eine Redaktionsdurchsuchung – jetzt bei der Berliner Morgenpost. Ich werde mal versuchen herauszufinden, ob deren Rechner überhaupt gesichert waren und ob sie E-Mails verschlüsseln. (Jede Wette, dass nicht.)
Spiegel online: „Bei der Durchsuchung im Verlagsgebäude des Axel-Springer-Verlags in Berlin-Kreuzberg wurden Computer und andere Beweismittel sichergestellt.“
Ach. Da bin ich ja mal gespannt. Die Rechtslage ist eindeutig – die Berliner Staatsanwaltschaft wird spätestens letztinstanzlich abgeschmettert werden. Das scheint die aber nicht zu interessieren – frei nach dem Motto „legal, illegal, scheißegal“. Der Steuerzahler kommt ja dafür auf.
Kryptografie ist gewaltloser Widerstand

Wo er recht hat, hat er recht. Laut Heise sagte Assange, das Internet werde in wenigen Jahren eine „postmoderne Überwachungsdystopie“ sein.
Die einzige Hoffnung gegen die totale Dominanz des Überwachungsstaates sei die Kryptografie. Sie ist für Assange die ultimative Form des gewaltlosen Widerstandes. Nur sie erlaube es, dass Inseln im Internet entstehen, die frei vom Zugriff der Staatsapparate seien. „Starke Kryptografie kann jeder noch so großen Gewalt widerstehen. Keine Ballung von Zwang und Macht kann jemals das mathematische Problem lösen.“
Das ist richtig, aber man muss kein „Hacker“ sein, um sein E-Mails zu verschlüsseln und sich dem Zugriff der Datenkranken und Überwachungs-Lobby zu entziehen.
Das Problem sind eher ahnungslose Journalisten à la Spiegel online die groben Unfug in die Welt setzen: „Für geübte Codeknacker müsste deren Entschlüsselung nur eine Frage der Zeit sein. Dachte man jedenfalls.“ Dachte man gar nicht, wenn man weiß, wie Kryptografie heuzutage funktioniert. Es ätzt mich immer an, wenn einem aus den Medien das gesunde Volksempfinden entgegenwabert.
Wie ich am 25.11.2010 schrieb:
Wie, zum Henker, will man verschlüsselte Kommunikation „abhören“? Dieser Art von Kommunikation ist es zu eigen, dass sie vor dem Belauschen geschützt ist – sogar die Bundeskanzlerin benutzt ein Krypto-Handy. Otto Leiberich, ehemaliger Leiter des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, sagte: ‚Das Wettrennen der Codemaker mit den Codebreakern ist entschieden, die Codemaker haben gewonnen.“ (Quelle: Vom diplomatischen Code zur Falltürfunktion – Hundert Jahre Kryptographie in Deutschland, in: Spektrum der Wissenschaft, 6/99, S. 26 ff.)
Aye, Captain, you made my day!

Terroristen zu Rindfleisch, jawoll!
Rassische Herkunft der Siedler [Update]
Das Ministerium für Wahrheit heisst Ubisoft bzw. Bluebyte:
Blue Byte erhebt und verarbeitet personenbezogene Daten von Nutzern nur soweit Blue Byte annimmt, dass dies vernünftigerweise dem rechtmäßigen Geschäftszweck dient.
Ach. Da muss ich mal außerdem nachhaken.
Blue Byte GmbH
Adlerstr. 74
40211 Düsseldorf
Deutschland
E-Mail: info@bluebyte.de
Betr. http://www.diesiedleronline.de/de/datenschutz
Guten Tag,
auf Ihrer Website http://www.diesiedleronline.de/de/datenschutz liest man:
„Blue Byte erhebt keine Daten, die Angaben über die rassische und ethnische Herkunft“.
Frage: Welche Menschenrassen gibt es Ihrer Meinung nach beim Homo Sapiens? Und was genau bedeutet „rassische Herkunft“?
Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder
[Update 18.12.2012] „Sehr geehrter Herr Schröder,
vielen Dank für Ihre Anfrage und den Hinweis auf die Datenschutzerklärung von Die Siedler Online. Wir haben die Formulierung unter Punkt 2.2 umgehend geändert.“
Die pöhsen Trojaner lassen uns wieder wohlig erschauern

Gerade habe ich mich wieder über einen schlampig formulierten, ja dämlichen Artikel bei Heise geärgert und meinem Ärger Luft gemacht. „Trojaner klaut Passwortspeicher“? Die Trojaner, die in Wahrheit die Griechen waren, spielen in den heutigen Medien die Rolle wie vor einem Jahrzehnt die Virenwarnungen, die man von gutmeinenden Bekannten per E-Mail zugeschickt bekam.
Ich vergleiche die Funktion dieser „Warnungen“ mit der für eine soziale Gruppe wichtigen magischen Handlungen und Ritualen, die das „Böse“ draußen erst beschwört und dann bannt – aus rein psychologischen Gründen, um die Zusammenhalt der Bezugsgruppe zu stärken. Bestimmte Mitglieder einer Gruppe besitzen ein esoterisches Wissen (die „Eingeweihten“ – im Sinne des Wortes“), weil die Gruppe sie als solche anerkennt. Das Wissen kann also auch auf einem Bluff beruhen. Es kommt nur drauf an, was man über sie denkt. Ihre Aufgabe ist es, das jeweils Böse zu benennen.
Jugendschutzwarte warnen vor […]. Verfassungsschützer warnen vor [x] immer mehr Nazis, die immer öfter das Internet benutzen, [x] vor sich selbst. Die Polizei warnte vor [x] Kriminellen. Bauernverbände warnen vor dem Abbau von Subventionen für Bauern. Journalistenverbände warnen, es dürften keine Zeitungen geschlossen werden. Jüdische Verbände warnen vor Antisemitismus. Kapitalisten (iNeusprech auch bekannt als „Arbeitgeber“) warnen vor Lohnerhöhungen. Christliche Pfaffen warnen vor Atheisten und dem Teufel. Burks warnt vor Pappnasen.
Für den Gefühlshaushalt der Gruppe, die das Böse identifiziert, weil die Eingeweihten vor ihm warnten, bedeutet es: Man darf wohlig erschauern, wie furchtbar böse das Böse doch ist (deswegen schaut man „Grusel“filme), und kann sich gleichzeitig entspannt zurücklehnen, weil man weiß, wie man – oder die von der Gruppe Beauftragten (etwa Pfaffen oder „Sicherheitsexperten“) – das Böse daran hindern kann, die Gruppe zu zerstören.

Im Heise-Forum habe ich geschrieben:
1. (…) schützt (…) nicht aber davor, dass ein Angreifer mit einer anderen Malware zunächst die verschlüsselte Passwort-Datenbank und anschließend mit einem Keylogger auch noch das dazugehörige
Master-Passwort abgreift.
Und wie will der Angreifer das tun – ohne meine Erlaubnis? Attachment angreifer.exe is an unknown application – install anyway?
2. Da man sich die Malware, die den Rechner befällt, nicht aussuchen kann“. Doch, kann man – eine Malware ist kein Naturereignis.
Ich erlaube sie einfach nicht.
3. Alles gilt nur für Windows.
4. Der Artikel ist Bullshit, weil er das Wesentliche weglässt – die Gefahr gilt nur für DAUs.
5. BTY Die Trojaner saßen IN Troja, nicht im Pferd. Die Griechen waren es, die sich hineinschmuggelten.
Standard im externen Schriftverkehr
Piraten Freiburg: „Erwartungsgemäß hat der Freiburger Gemeinderat heute die Rückkehr von freier Software zu Microsoft-Produkten für die Stadtverwaltung vollzogen und damit Haushaltsbelastungen von 600.000 Euro allein für Lizenzen beschlossen. (…) Der Sachverständige ist Geschäftsführer und Gründer der Firma Excientes Management Consulting GmbH und außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tricept AG, eines zertifizierten Microsoft-Partners, was Zweifel an der Unabhängigkeit des Gutachtens aufkommen lässt. (…) Mit 25 zu 20 Stimmen beschlossen CDU, SPD, Freie Wähler und zwei Mitglieder der Grünen heute die Rückkehr zu Microsoft. Auch der grüne Bürgermeister Salomon stimmte gegen seine Fraktion und für Microsoft. Dabei wurde von Fraktionen fehlende Sachkenntnis zugegeben und die bisher nur mangelhaft in Open Office geschulten Mitarbeiter der Verwaltung instrumentalisiert. Die SPD begründete zum Entsetzen anwesender Sachverständiger ihre Entscheidung mit Beiträgen aus dem in IT-Kreisen als legendär unsachlich bekannten Heise-Forum.“
Aus dem Gutachten:
Seitens der CDU-Fraktion war die Frage nach dem Einsatz von Office-Paketen bei den Gesellschaften gestellt worden. Keine der städtischen Gesellschaften hat OpenOffice-Pakete eingesetzt. Alle arbeiten durchgängig mit Microsoft Office, weil dies aufgrund interner Strukturen und Verfahren benötigt wird, aber auch Standard im externen Schriftverkehr ist.
Standard im externen Schriftverkehr – das ist das Argument mit den Millionen Fliegen. Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um Stadtrat in Freiburg zu sein und so abzustimmen?
Mitgegangen, mitgefangen
Neue Zürcher Zeitung: „Ich habe mich schon öfters gewundert, wie ausgiebig Angehörige der Twitter-Gemeinde Hinweise auf Online-Artikel von Kollegen oder Konkurrenten weiterleiten. (…) Es gilt die unspektakuläre Regel: erst denken, dann zwitschern.“
Wen denken kann, ist klar im Vorteil.
Trillian

Ich hatte schon länger nach einer Alternative für Skype gesucht. Durch einen Hinweis in einem Forum wurde ich auf Trillian aufmerksam. Ich bin ein misstrausicher Mensch und informiere mich erst einmal, genau so wie ich es mit Pillen machen würde:
Trillian ist ein Multi-Protokoll-Client für Windows, Mac, Android, iOS und BlackBerry der Firma Cerulean Studios. Es existiert weiterhin eine clientunabhängige Webversion (Zugang via Webbrowser). Dieser ermöglicht es, über verschiedene Protokolle auch mit Personen zu kommunizieren, die andere Instant Messenger oder soziale Netzwerke einsetzen. Mit den aktuell erhältlichen Version kann man mit Nutzern der Instant Messaging-Netzwerke Astra, AIM, Google Talk, Facebook, ICQ, XMPP, Windows Live Messenger, Yahoo! Messenger, Skype, und IRC per Textchat kommunizieren.

Das Programm scheint also eine Art eierlegende Wollmichsau zu sein. Es kann sowohl Internet Relay Chat als auch Skype.
Merke: „Ich frage mich immer, wie man so dämlich sein kann anzunehmen, daß es so etwas wie eine kostenlose Dienstleistung geben könne. Nach meiner Erfahrung gilt immer noch: wenn Dir etwas kostenlos angeboten wird, bist Du nicht der Kunde, sondern das Produkt, mit dem der Anbieter sein Geld verdient.“
Wo also ist der Haken, wenn einem ein nützliches Programm gatis angeboten wird? Ich verhalte mich anders als die meisten Menschen und lese, schon aus Neugier und um mein Englisch zu verbessern, auch das Kleingedruckte aka Privacy Policy:
Cerulean Studios is committed to protecting the security of your personal information. We use a variety of security technologies and procedures to help protect your personal information from unauthorized access, use, or disclosure. For example, we store the personal information you provide on computer systems with limited access, which are located in controlled facilities
Controlled Facilities. Da ist man doch gleich „beruhigt“. Jeder DAU meint ja auch, dass er oder sie die „Facilities“ kontrolliere, was aber meistens gar nicht der Fall ist. Der Witz ist aber: Einem vernünftigen Menschen mit vernünftigen Voreinstellungen des Browsers passiert eh nichte. Ich habe in den Paragrafen bei Trillian auch nichts gefunden, was den Rahmen des Üblichen sprengen würde.
Natürlich versucht einem der Installer allen möglichen Quatsch anzudrehen. Das ist das Geschäftsmodell. Vor allem diese unsägliche Tracking-Software, die „Toolbar“ genannt wird und die den Rechner bzw. den Browser befällt wie eine heimtückische Seuche und nur mit den härtesten Mitteln wieder zu entfernen ist. Deshalb immer nein nein nein nein klicken. Nie etwas erlauben. Ich wollte nur Trillian, ich wollte keinen anderen Mist!

Fazit: Trillian ist uneingeschränkt gut. Man kann sich auch in den Skype-Account einloggen. IRC ist kein Problem-
Twitter zum Beispiel verlangt vom Browser, dass man sich nackt auszieht und alle Daten herausrückt. Sonst kann man nichts schreiben. (Ich erlaube aber keine Cookies und kein Javascript. Basta.) Das Problem hatte ich gelöst, indem ich für Websites, die meine Daten haben wollen, den Browser SRW Iron benutze – und nur dort. Mein Surfverhalten geht niemanden etwas an. Mit Trillian ist es jetzt etwas einfacher. Skype habe ich auf allen Rechnern deinstalliert.
Content-Mafia: Kinder zu schlagen schadet nicht
Die FAZ berichtet über die Entscheidung des Bundesgerichtshofs: Eltern müssen für den illegalen Musiktausch eines minderjährigen Kindes grundsätzlich nicht haften, wenn sie das Kind ausreichend über das Verbot einer Teilnahme an „Internettauschbörsen“ belehrt haben.
Sehr lehrreich ist ein Satz des Vertreters der Content- und Abmahnmafia: „Der Fall werfe ‚ein grelles Licht‘, darauf, dass für viele Eltern der Begriff Erziehungsaufgabe zu einem Fremdwort geworden sei, beklagte der Rechtsvertreter der Musikindustrie nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in der mündlichen Verhandlung vor dem Karlsruher Bundesgericht. Während früher ‚auch mal eine Ohrfeige nicht geschadet‘ habe, würden Kinder heute an freier Leine laufen gelassen.
Das kapitalistische Privateigentum an Ideen und Gedanken muss notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden. Man kann nicht früh genug damit anfangen, die lieben Kleinen ideologisch in die Glaubensgemeinschaft Freier MarktTM hineinzuprügeln.
Die Trojaner schmuggeln sich nach Troja
Spiegel Online erklärt das Internet: „Die Attacke beginnt auf dem Computer der Opfer. Mit einem dort eingeschmuggelten Trojaner…“ Ab da habe ich nicht mehr weitergelesen.
Neulich bei Fratzenbuch

Alles was der Mann so braucht. Kein Wunder, dass dann auch eine Journalistengewerkschaft beim Datenkraken aktiv sein muss, sozusagen als „Vorbild“ für die „investigative“ Recherche.
German Internet Angst, reloaded
Wo Sascha Loba Recht hat, hat er Recht: Deutschland ist…
Wenn institutionelle Regelungen existieren, die dem Alltagsempfinden nach widersinnige bis aberwitzige Effekte haben. Wenn der Laternenumzug eines Kindergartens Gema-pflichtig ist: Hä?
Wenn das erfolgreichste YouTube-Video der Welt, „Gangnam Style“ des koreanischen Rappers Psy, im Original überall zu sehen ist außer in Deutschland: Hä?
Wenn das Einstellen eines selbstgeschossenen Fotos des Eiffelturms bei Nacht eine abmahnfähige Urheberrechtsverletzung darstellt: Hä?
Wenn mit der sogenannten Vorratsdatenspeicherung der elektronische Datenverkehr sämtlicher Bürger überwacht werden, weil sie ja irgendwann ein Verbrechen begehen könnten: Hä?
Wenn die schon teuer bezahlten Inhalte öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten depubliziert werden müssen und nicht mehr zugänglich sind: Hä?
Cybersicherheit im Cyberraum für Cybersurfer
Allianz für Cybersicherheit: „Die Installation eines Virenschutzprogramms ist, basierend auf dem aktuellen Stand der Bedrohungslage in Bezug auf Schadsoftware für Linux, unter Ubuntu nicht notwendig.“
Ach. Vielleicht sollten die mal dem gewöhnlichen DAu erklären, warum das so ist. Das würde schon weiterhelfen.
Ich habe nachgesehen, ob diese „Allianz“ auch vor staatlicher Spionage-Software warnt. Nein, tut sie nicht, das verschweigt sie. Aber dafür empfehlen sie Jugend“schutz“filter.
Fratzenbuch, Skype & Co.: Kostenlose Dienstleistungen?
Ein lesenswerter Kommentar im Heise-Forum:
Ich frage mich immer, wie man so dämlich sein kann anzunehmen, daß es so etwas wie eine kostenlose Dienstleistung geben könne. Nach meiner Erfahrung gilt immer noch: wenn Dir etwas kostenlos angeboten wird, bist Du nicht der Kunde, sondern das Produkt, mit dem der Anbieter sein Geld verdient.
Daß man mit 16 so etwas noch nicht verinnerlicht hat, ist wohl verzeihlich. Hier haben IMHO die Eltern versagt, die dem Burschen nicht beizeiten die Basics beigebogen haben.
Staatstrojanisches Pferd, revisited
Meine Schwester teilte mir mit, sie erwäge mir ein T-Shirt mit der Aufschrift zu schenken: „Ich bin kein Klugscheißer. Ich weiß es wirklich besser.“
Heise (Stefan „Staatstrojaner“ Krempl) formuliert immerhin nicht ganz verkehrt, es geht bei dem „Staatstrojaner“ um eine Software, die Internet-Telefonie abhöre:
Die längere Zeit zum Abhören der Internet-Telefonie eingesetzten Staatstrojaner waren zuvor durch Veröffentlichungen des Chaos Computer Clubs (CCC) in Misskredit geraten und sollen vorläufig nicht mehr verwendet werden.
Nein, die staatliche Malware war schon vorher „in Misskredit“ geraten, weil ich darüber ein ganzes Buch geschrieben habe, das Krempl tunlichst verschweigt.
Außerdem gibt es einen „Staatstrojaner“ so gar nicht, wie es sich unbedarfte Verschwörungstheoretikerinnen denken – im Sinne einer Software, die heimlich „von außen“ und ohne Wissen des Computer-Nutzers und ohne physischen Zugriff auf dessen Recher „aufgespielt“ werden kann.
Der Heise-Artikel zeigt aber eines: Bisher waren die Behörden offenbar nicht in der Lage, selbst diese Software, von der sie träumen, zu bauen. Das heisst: Alle Medienberichte, die seit 2006 etwas anderes behauptet haben, sind gelogen oder frei erfunden oder – wie in den meisten Fällen – wüstes ahnungsloses Herumspekulieren.
Schauen wir doch mal in die Berliner Zeitung vom 07.12.2006 (sechs Jahre her):
Das Bundeskriminalamt soll künftig online in die Personalcomputer von Verdächtigen eindringen und sie nach „verfahrensrelevanten Inhalten“ durchsuchen können. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe jetzt den Haushaltsausschuss des Bundestages darüber in Kenntnis gesetzt, dass die entsprechenden Computerprogramme, mit denen über die vorhandenen Kommunikationsnetze auf die Festplatten mutmaßlicher Krimineller und Terroristen zugegriffen werden kann, derzeit entwickelt werden, meldete jetzt die Bild-Zeitung..
Ach?!
Was richtig ist: Der CCC, der zum Glück nicht nur aus Bogk und Maguhn besteht, hat eine kommerzielle Software der Firma Digitask untersucht, die die staatlichen Behörden einsetzten, um Internet-Telefonie abzuhören, und die mehr konnte, als nur das. Dazu muss der Computer-Nutzer aber die Software für Internet-Telefonie aber vorher eigenhändig installiert haben.
Da aber die Zahnpasta schon aus der Tube ist, sind vernünftige Leute wie Jürgen Kuri von der c’t fast allein auf weiter Flur (um mich selbst nicht zu nennen).
RAP NEWS 15: Big Brother is WWWatching You
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Rap-Version über: Warum wir Tor brauchen (Werbung überspringen!).
Komplex aus Mythen, Symbolen und Ritualen
Einen interessanten Artikel über den mir bisher nicht geläufigen Begriff „Zivilreligion“ fand ich auf Scilogs.de: Der „Soziologe Robert Bellah prägte unter anderem das heute unverzichtbare Konzept der ‚Zivilreligion‘, wie der Komplex aus Mythen, Symbolen und Ritualen beschrieben wird, den sich Gesellschaften zulegen, um sich politisch-emotional zu organisieren.“
Was fällt mir dazu ein? Der Drogen-Diskurs. Die „Online-Durchsuchung“. Kinderpornografie im Internet. Virenscanner. Gesicht und Flagge zeigen. Fackelzüge Lichterketten. Der Disclaimer.
China und Deutschland: eine Zensur-Kampffront beim Gangnam-Style
Die Süddeutsche verschweigt das Wesentliche und demonstriert mal wieder auf’s Schönste die unkritische Obrigkeitshörigkeit deutscher Medien: Sie berichtet zwar darüber, dass der „regierungskritische chinesische Künstler Ai Weiwei“ ein Video im Stil des „südkoreanischen Superstars Psy“ („Sänger“ hätte auch gereicht) aufgenommen hat und dass die Volksrepublik China das zensiert, verliert aber kein Wort darüber, dass eben dieses Video auch in Deutschland gesperrt ist („nicht verfügbar“ ist hier Neusprech für „Zensur“).




















