Standard im externen Schriftverkehr
Piraten Freiburg: „Erwartungsgemäß hat der Freiburger Gemeinderat heute die Rückkehr von freier Software zu Microsoft-Produkten für die Stadtverwaltung vollzogen und damit Haushaltsbelastungen von 600.000 Euro allein für Lizenzen beschlossen. (…) Der Sachverständige ist Geschäftsführer und Gründer der Firma Excientes Management Consulting GmbH und außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tricept AG, eines zertifizierten Microsoft-Partners, was Zweifel an der Unabhängigkeit des Gutachtens aufkommen lässt. (…) Mit 25 zu 20 Stimmen beschlossen CDU, SPD, Freie Wähler und zwei Mitglieder der Grünen heute die Rückkehr zu Microsoft. Auch der grüne Bürgermeister Salomon stimmte gegen seine Fraktion und für Microsoft. Dabei wurde von Fraktionen fehlende Sachkenntnis zugegeben und die bisher nur mangelhaft in Open Office geschulten Mitarbeiter der Verwaltung instrumentalisiert. Die SPD begründete zum Entsetzen anwesender Sachverständiger ihre Entscheidung mit Beiträgen aus dem in IT-Kreisen als legendär unsachlich bekannten Heise-Forum.“
Aus dem Gutachten:
Seitens der CDU-Fraktion war die Frage nach dem Einsatz von Office-Paketen bei den Gesellschaften gestellt worden. Keine der städtischen Gesellschaften hat OpenOffice-Pakete eingesetzt. Alle arbeiten durchgängig mit Microsoft Office, weil dies aufgrund interner Strukturen und Verfahren benötigt wird, aber auch Standard im externen Schriftverkehr ist.
Standard im externen Schriftverkehr – das ist das Argument mit den Millionen Fliegen. Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um Stadtrat in Freiburg zu sein und so abzustimmen?
Kommentare
7 Kommentare zu “Standard im externen Schriftverkehr”
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„Standard im externen Schriftverkehr“ sollte, wenn dann, bitte .pdf sein, weil nicht editierbar.
Erstellt Open/LibreOffice im Vorübergehen.
Wer hatte nochmal einen 100-Millionen-Auftrag wegen einer Angebotserstellung per Word-Dokument verloren?
Hm? Weltfirma Siemens? Anyone?
http://www.computerbytesman.com/privacy/blair.htm
Microsoft Word bytes Tony Blair in the butt
WTF?
„die bisher nur mangelhaft in Open Office geschulten Mitarbeiter der Verwaltung“ – die haben es also in nur 5 Jahren nicht gebacken bekommen die Benutzung eines Programms zu erlernen?!?
Da fällt mir nur ein: was ist der Unterschied zwischen einem Beamten und einem Stück Holz?
@wiewarnochmal…
pdf-export kann ms-office (ab Version 2007?) afaik auch.
pdf ist nur für finalisierte bzw einseitige Dokumente ok.
Was aber bei Doks, die (gemeinsam) verfasst oder zur Ergänzung/Korrektur offen gelassen werden?
Ein längeres .doc in OO geöffnet hat gleich ein paar Seiten mehr, da die Seitenränder nicht stimmig sind, da die Fonts anders sind etc.
Da wird dann am Telefon/per eMail vom 3. Absatz auf Seite 27 gesprochen und der Kommunikationspartner sucht sich nen Wolf, weil bei ihm die Stelle auf S. 29 – ganz unten ist.
Da müssten in den Behörden erst einmal _bundesweit_ Standards durchgesetzt werden, um beides einigermaßen kompatibel zu machen.
Dass sowas mit Arbeit und somit Geld verbunden ist schreckt ab.
Der Standard im externen Schriftverkehr ist ja wohl eher Papier, oder?
Das ist doch noch bescheuerter:
Wie bescheuert muss man sein die Vita und Lebenseinstellung eines Burks zu haben, Mitglied der Piratenpartei zu sein und einen Beamten als Bundesvorsitzenden zu haben?
^___________^
Das mit dem „Standard im externen Schriftverkehr“ läuft doch in etwa immer nach dem gleichen Muster ab:
Irgendein Verwaltungshengst (resp. eine betr. -stute) erhält eine Datei im „.doc“- oder in der moderneren Variante im „.docx“-Format.
Was macht aber ein guter Verwaltungsbeamter (resp. -angestellter) in einem solchen Falle, wenn er kein MS Office auf seinem Dienstrechner sein „eigen“ nennt?
Er schreit nach MS Office!
Ist alles ganz einfach.
@elvis:
Why so serious?