Wer wählt nationalsozialistisch?
Sehr interessant ist die Frankfurter Zeitung vom 01.11.1929: „Wer wählt nationalsozialistisch? (…) Es sind die Leute mit dem kurzen Gedächtnis… (…) Es sind die Leute, die innerlich so durcheinander gebracht sind, daß sie kritiklos auf jede Hetze reagieren und jeden Schwindel glauben, der ihnen von skrupellosen Spektakelmachern vorgesetzt wird.“
Kommt jemandem das bekannt vor? In Thüringen sind sie auch innerlich durcheinandergebracht – aber das habe ich nicht anders erwartet.
Chillen

Beim Drogendealer meines Vertrauens
Ich habe jetzt vier Nachtschichten vor mir, davon drei mit 12 Stunden. Erwartet nicht allzuviel Kluges und Geblogtes von mir. Ich muss mich ausruhen. (Ja, ich weiß, die Überwachungskamera hatte noch keine Winterzeit – ist schon geändert.)
Ese miedo te hace buscar lo auténtico en la suerte de torear
Ich war nur einmal im Leben bei einem Stierkampf, das reichte mir auch. Fotografiert in Quito, Ecuador, 02.12.1979.
Ich habe noch den Tagebucheintrag wiedergefunden:
1. Stiere wiegen ca. 450 kg, werden zuerst von „Hilfstoreros“ mit Muletas wild gemacht. 2. Es erscheinen Reiter mit gepanzerten Pferden, denen die Augen verbunden sind (und angeblich die Stimmbänder zerschnitten), sie verletzen den Stier mit einer Lanze im Nacken. 3. Torero zeigt seine „Kunst“ und ermüdet den Stier. 4. Torero holt sich den Degen und sticht dem Stier in den Nacken. Wenn der richtig getroffen wurde, bricht er nach ca. 30 Sekunden zusammen. 6. Ein „Metzger“ wühlt im Kopf des Stieres herum. 7. Wenn der Torero gut war, schneidet ein kostümierter Typ die Ohren des Stieres ab. 8. Der Stier wird abtransportiert und kriegt entweder Beifall oder Pfiffe.
Einige Mitspieler sind schlecht: Die Picadores setzen die Spieße zu weit hinten an, so dass der Stier blutet, oder treffen gar nicht. Die Reiter sind so ungeschickt, dass sie das Pferd vom Stier verletzten lassen. Die Toreros treffen nicht mit dem Degen. Ein Stier nahm einen Torero auf die Hörner. Der letzte Torero tötete den Stier mit nur einem Stoß.
Reaktion des Publikums teilweise unverständlich: Wenn die Stiere nicht kämpferisch genug sind, wird nach dem comisario (?) gerufen. Ein Stier muss wieder hochgezerrt werden. Publikum ist sehr patriotisch, singt die Nationalhymne mit und trägt Hüte mit „Viva Quito“.
Ausserdem ist es brüllend heiß, und ich habe keinen Hut. Fazit: Vermutlich nie wieder.
Porn Age Verification

Symbolbild
Ars Technica: „Australia wants to use face recognition for porn age verification“.
Höre ich da einen leichten ironischen Unterton bei der Nachfrage „What could possibly go wrong?“
Der Original-Artikel – mit Links zu den Quellen – stammt vom September: „Australia is once again deciding to follow in the tracks of the United Kingdom, with the House of Representatives Standing Committee on Social Policy and Legal Affairs to look into age verification for online pornography and online wagering.“
„The main way to circumvent the block, however, is through what is known as a virtual private network (VPN). The porn blockage is based on location, and so these systems, available on both a free and subscription basis, will be able to bypass the geofencing of restricted content.“
Ich finde es gut. Dann müssen sich schon Jugendliche mit Technik wie VPN beschäftigen. Das schadet nicht.
Setting the revolutionary agenda

Cariola (derecha) junto a Camila Vallejo en una gira a Alemania. Source: Wikipedia
Wenn man den Klassenkampf vermarkten will, muss man Gesichter benutzen wie in Chile verfügbar (nicht aber hierzulande). Das merken auch die medialen Schreihälse und Helfershelfer der jeweiligen Bourgeoisie wie Bloomberg: „Two Communist Lawmakers Are Suddenly Setting the Agenda in Chile“.
Da geht es eben um Revolution und um Machtfragen, nicht um den Klimascheiß, Gendersprache oder andere Gretismen und Lifeystle-Themen.
AfD und CDU – eine Kampffront
Da wählt zusammen, was zusammengehört: AfD und CDU verhindern die Kandidatin der Linkspartei für das Berliner Verfassungsgericht, obwohl es zwischen den Linken und der CDU eine anderslautende Absprache gab. „…. während AfD-Fraktionschef Georg Pazderski von einer „Sternstunde des Abgeordnetenhauses“ sprach. Man habe mit CDU und FDP die Wahl einer ‚radikal linken Kandidatin‘ verhindert.“
Die Christdemokraten haben immer noch den „richtigen“ Klasseninstinkt. Wenn es gegen die Linken geht, arbeitet man natürlich auch mit Faschisten zusammen, wenn keiner hinguckt.
Religioten, heimatlose Antikapitalisten und Miszellen

Symbolbild für deutsche Zustände
– Zum Auftakt: Geld ist da, es wird nur unnütz verballert. Das Original-Schwarzbuch kostet etwas. Die aktuellen Fälle schaue ich mir erst gar nicht an, das halte ich nicht aus.
Man kann die Wahl in Thüringen in einem Satz zusammenfassen: „Ein heimatloser Antikapitalismus stiftet irre Allianzen“. Exakt: Wenn die Partei „die Linke“ keine antikapitalistische Partei mehr ist, viele Leute aber irgendwie „gegen das System“ sind, kommt genau das heraus.
– By the way Corbyn und Labour Party: Pears Globale Real Estate enteignen!
– Qutnyti (Dhaka, Bangladesh): „Time for Global Communists to Unite under Xi and the Communist Party of China“. Darauf komme ich noch zurück. (Hätte nie gedacht, dass ich mal etwas aus Bangladesh verlinke.)
– Das Internet (nein, nicht das „Web“!) wird 50 Jahre alt. Meine Website ist erst rund 20 Jahre alt – ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich angefangen habe – zuerst wohl auf Compuserve.
– Das Zitat des Tages ist von Richard Dawkins: Man müsse Relgion bekämpfen, wo immer es möglich ist. Das sag einer den Grünen oder den Religioten hierzulande – oder den Linken!
– Übrigens: benutzt jemand den Messenger von Facebook?
– Zum Thema „Die größten Kritiker der Elche:“ „A Swedish journalist who falsely accused WikiLeaks founder Julian Assange of ‘rape’ has been arrested after he was caught raping underage girls.“
– Ich will jetzt irgendwann zum Sambesi reisen. Back to the very roots.
– Vielleicht wäre Karl-Eduard von Schnitzler heute beim Antisemitenpack des BDS. Und kann sich noch jemand an den Antifaschistischen Schutzwall erinnern?
Eine Zensur findet statt
Hat das schon jemand gelesen? „Sabotierte Wirklichkeit – oder wenn Journalismus zur Glaubenslehre wird“.
Offenbar sagt der, was ich auch sage:
„Echte Zensur entsteht dann, wenn flächendeckend, immer wieder, über einen längeren Zeitraum medienübergreifend und dauerhaft zentrale Medien bestimmte Thesen, Stimmen und Sichtweisen unterdrücken.“ (Hervorhebungen im Original)“
„Der Habitus der Mittelschicht lässt oft den Hang erkennen, sich in die herrschenden Strukturen bestmöglich zu integrieren. Er ist auf Anpassung ausgerichtet, die Akzeptanz der Herrschaftsverhältnisse gehört zu seiner inneren Programmierung.“
Kein kulturpessimistischer Diskurs
„Die Wähler über 60 verhindern einen Wahlsieg der AfD.“ Aha.
Ich vermute: Die CDU möchte an die Macht, egal wie, und wird mit der „Linken“ reden. Die Alternative: Ramelow regiert einfach ein Jahr weiter. Kann er.
An einem Dienstag geboren
Ich empfehle uneingeschränkt mit mit höchstem Lob Elnathan Johns An einem Dienstag geboren (AfrikAWunderhorn).
Irgendwann hatte ich vorher zufällig irgendeine der Rezensionen gelesen und dachte, man müsste so etwas einmal konsumiert haben. Der Name des Autors kam mir bekannt vor.
Ich stimme den Rezensenten zwar zu, muss das aber noch steigern: Nein, es geht nicht primär um Boko Haram, obwohl der Roman im Norden Nigerias spielt und zahlreiche Wörter in Hausa vorkommen. Das ist ein exemplarischer Roman über eine Afrikaner, der in den Wirren des frühen 21. Jahrhunderts lebt – und, falls er das könnte und es einen zweiten Teil gäbe – vielleicht auch nach Europa auswandern würde.
Ich empfehle selten Romane, weil mir selbst selten welche gefallen. Dieser aber hat mich gefesselt. Ich habe zwei Tage in jeder freien Minute das Buch in der Hand gehabt und war enttäuscht, dass es irgendwann zu einem Ende kam. Wenn ich mich recht erinnere, ist mir so etwas nur bei Umberto Eco oder Rian Malan und noch wenigen anderen passiert. Man muss anmerken, dass die Übersetzung hervorragend ist, die lakonische Sprache kommt auch im Deutschen gut rüber. Man brauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge. Aber so was von.
Ich wundere mich nur, dass die Jugendschutzwarte es nicht auf den Index gesetzt haben. Das letzte Drittel sollte man Jugendlichen nicht unbedingt zum Lesen geben – davon kriegten die Alpträume. Erinnert mich an Savior – den einzigen Film, den ich mir nicht wirklich angucken kann, weil er mein Nervenkostüm zerrüttet.
Mein Passwort

Nur’n Vorschlag. (Credits: James Martin | The Hacker Quarterly)
Caps Lock Day
HEUTE IST DER CAPS LOCK DAY!
Sicherheit wird überschätzt
Ich hätte schwören können, dass ich dieses Foto hier schon veröffentlicht habe – das ist aber wohl nicht so. Aufgenommen in Quito, Ecuador, 1979.
Ich traute meinen Augen zuerst nicht: Die obere Leiter steht mit nur einem Balken auf der unteren, und der Mann hält sie mit einem Seil in der Balance, während der andere in Seelenruhe die Hauswand streicht. Ich frage mich, wie der überhaupt auf die Leiter gekommen ist?
Alles Silly
Ich sollte schon seit Längerem wieder etwas Kluges von mir geben, Feudalismus und so zum Beispiel, aber ich musste mich mit allem Möglichem herumschlagen – dass mir meine Zimmertür entgegenkam und fast auf den Kopf fiel (in den 70-er Jahren machte man komische Scharniere) und dergleichen – auch der virtuellen Art – mehr.
Heute ist der vorletzte Tag meines Urlaubs, und ich habe beschlossen, nichts Sinnvolles mehr zu tun.
Bei Nike habe ich übrigens jetzt Schuhgröße 48. Gut, dass ich immer vorher anprobiere. Meine Adidas-Schuhe haben nicht lange gehalten, deswegen probiere ich jetzt die Konkurrenz aus.
Guten Merlot habe ich auch besorgt – im Konsumtempel des Westens. Mazel Tov!
Wenn Ihr mal richtig viel Zeit sinnlos verplempern wollt, dass versucht mal einen Teleporter von Erwin Solo in Second Life zum Funktionieren zu bringen. Dazu muss man ein Fucking Manual lesen, das kryptisch daherkommt – die deutsche Version ist völlig unbrauchbar (mein Client ist eh Englisch). Irgendwann – nach Stunden – habe ich es dann hingekriegt. Coole Sache, aber interessiert nur eine kleine zweistellige Zahl von Leuten.
„Proserbisch“ oder: Clowns auf Hetzjagd
Zu Peter Handke hat derselbe schon 2010 das Nötige gesagt. Kein Wunder, dass der nicht mehr mit Journalisten redet.
Die FAZ spricht zu Recht von einem „Schauprozess“ gegen Handke.
Force of Nature on the Hammond
Das Video wird von YouTube eingebettet und erst beim Klick auf den Play-Button geladen. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.
Lange nicht mehr so gute Musik gehört: Rick Wakeman and Jon Lord on Sunflower Jam 2011! Eine gute Gelegenheit, youtube-dl für Linux zu testen.
Razzia [Update]
Ibarra, Ecuador, Iglesia Catedral
Aus meinem Reisetagebuch, 23.11.1979:
In der Nacht bollert Militärpolizei gegen die Tür des Zimmers unserer Herberge. Razzia. Junge Burschen, die kaum lesen und schreiben können. Kontrollieren die Rucksäcke. H.s Messer verschwindet beinahe, die Herren akzeptieren aber ein „Geschenk“ von mir und lassen es ihm: Kohletabletten gegen diarrhea. Alle sind sehr neugierig und verhalten sich korrekt. Aber wir sind froh, als sie wieder draußen sind.
[Update] Man lernt doch nie aus. Ich habe erst jetzt festgestellt, dass man bei der Google Bildesuche ein Feature hat, um Bilder upzuloaden (das Kamera-Symbol) und die – per Algorithmus – untersuchen zu lassen. „Offiziell“ geht es darum, den Ursprung der Bilder eventuell festzustellen. Es kommt aber ganz etwas anderes heraus, wenn man das Foto oben hochlädt: Mögliche verwandte Suchanfrage: attalea speciosa. Ich weiß jetzt auch, um welche Palmenart es sich handelt.
Das ist ein bekanntes Problem bei „künstlicher Intelligenz“: Ein Computer erkennt nicht sofort, was auf einem Foto wichtig ist – hier eben weniger die Palme, sondern die Kirche – nicht immer ein Nachteil.
Berliner Blutwurst
Europas beste Blutwurst kommt aus Rixdorf, auch bekannt als Neukölln.
Widerwärtige und Tyrannen und anderes Pack

Symbolfoto für den Zustand der Welt, aufgenommen 1979 in Quito, Ecuador
Den Begriff Fake News habe ich immer recht albern gefunden, vor allem dann, wenn der von denen verbreitet wird, die selbst Lügen, Halbwahrheiten oder Unfug verbreiten. Gestern wieder der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Der Sender hatte falsch verbreitet, einer der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Gro0beeren trete nicht mehr an.
Kachelmann wirft dem RBB-Inforadio vor, man würde dort frei erfinden. „Kachelmanns Kritik ist, dass es sich bei den Informationen auf der rbb-Webseite gar nicht um echte Messwerte handle, sie würden lediglich berechnet, was für Kachelmann das gleiche ist wie ‚erfunden‘.“
Die Neue Zürcher Zeitung berichtet über den Versuch des Salonfaschisten Bernd Luckes, in Hamburg seine Antrittsvorlesung zu halten. Er würde mit Gebrüll daran gehindert und musste mit der Polizei aus dem Saal geführt werden.
Voltaire sagte dazu: Le droit de dire et d’imprimer ce que nous pensons est le droit de tout homme libre, dont on ne saurait le priver sans exercer la tyrannie la plus odieuse.
Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht, welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben.
Die Meinungsfreiheit gilt als einer der wichtigsten Maßstäbe für den Zustand eines demokratischen Rechtsstaates. „Eines der häufigsten Zitate zur Meinungsfreiheit wird dabei irrtümlich Voltaire zugeschrieben, entstammt aber tatsächlich der Biographie von Evelyn Beatrice Hall über ihn, um damit seine Überzeugung zu beschreiben:
I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it.
Ich halte dieses kleinbürgerliche Krawall-Pack, dass noch nicht mal jemanden aushalten kann, der die esoterischen Banalitäten der in Deutschland gelehrten „Volkswirtschaft“ von sich gibt, für unerträglich und reaktionär bis auf die Knochen. Und die Verantwortlichen von der Verwaltung der Uni sind feige – das ist ekelhaft.
Genauso zum Kotzen (Heise): „Bundesregierung finanziert türkeitreue Islamisten in Nordsyrien“.
Und now fore something completely different. National History Museum: „Wildlife Photographer of the Year 2019“. Die Fotos lohnen sich anzusehen – auch für die, die noch nie einen Vulpes ferrilata gesehen haben. (IFLScience hat auch was dazu.)
Und now fore something completely different. Mit dem Antisemitismus-Beauftragten von Baden Württemberg hat man wohl den Bock zum Gärtner gemacht, obwohl er auch manchmal ein Korn findet..

Symbolfoto für den Zustand der Welt, aufgenommen 1979 in Quito, Ecuador
Apokalypse Now
Gute und zutreffende Analyse von Jutta Ditfurth: „Extinction Rebellion ist eine Weltuntergangssekte“.
„Die beiden maßgeblichen Gründer sind Roger Hallam (53) und Gail Bradbrook (47). Hallam war Biobauer, Bradbrook kommt u.a. aus der Tierrechtsszene. Die beiden und ihre mindestens zwei Dutzend Unterstützer*innen aus Konzernen und Stiftungen zogen XR wie ein großes PR-Projekt auf: ein runenhaftes Logo, drei Grundprinzipien und sonst wenig Inhalt. Sie sind ja nicht einmal gegen Atomenergie. (…) Sie haben eine sehr plumpe politische Strategie: Angst machen, Emotionen schüren, esoterische Schulungen und symbolische Blockaden.“
Und jetzt nie wieder ein Wort über diese Esoteriker.





























