Was ist Glück?

chess

Uhrzeit: 4.54 Uhr, nach 12 Stunden Arbeit als Bodyguard. Getränk: Glen Grant. Musik: The Rolling Stones feat. Lisa Fischer (Gimme Shelter, oder die ältere Version). Chess: Fast höchste Stufe gegen Hal (vgl. Screenshot).

Im nationalen Zwangskollektiv, revisited

Zwangskollektiv

(via Katzenshizzl für Mädchen)

Building a Better Miscellaneous News Feed for You

Brille

Der Optiker meines Vertrauens hat mir gratis ein Detail meiner Brille repariert, wofür ich ihn hiermit ausdrücklich lobend erwähne. Andere Optiker in Laufnähe meiner Wohnung weigerten sich. Also weiß ich, wo ich eine neue kaufen würde, wenn es nötig wäre.

And now for something completely different.

Die Russen führen die Vorratsdatenspeicherung ein. (Gespräch mit Joerg Heidrich vom Computermagazin „c’t“)

Tilman Tarach: „Verantwortlich für den Mord an den drei israelischen Jugendlichen sind nicht nur die Mordbrenner der palästinensischen Hamas, sondern auch die westlichen Regierungen, auch die deutsche. Denn sie zahlen Hunderte von Millionen Euro jährlich an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), obwohl sie wissen (oder wissen sollten), dass ein Teil dieser Gelder gemäß dem palästinensischen Gefangenengesetz als Belohnung für Judenmord verwendet wird.“

Don Alphonso: „Aber ich kenne da ein paar Leute, so wie Berliner Autorinnen, die ihren Lebensunterhalt vor allem durch öffentliche Förderungen und mässig besuchte Lesungen staatlich finanzierter Institutionen bestreiten, weil ihre Bücher sich allein zu schlecht verkaufen – so wie diese Autorinnen auch Leute in London, Paris und Budapest kennen.“ (Hey, Don, ich mag sowas, und bitte die Namen gleich dazu!)

Einer der Attentäter von Istanbul stand auf der russischen Fahndungsliste, wurde aber 2012 von Österreich nicht ausgeliefert.

In Berlin gibt es jetzt eine Blockwart-App. Die wird sicher sehr beliebt werden.

Warum die Präsidentenwahl in Österreich wiederholt werden muss, analysiert die Fachpresse.

Ich schrieb im März: „Man kann auch sagen: Erdogan (auch nur eine Charaktermaske) hat sich in die Scheiße geritten. Das internationale Kapital ist bei Öl und Gas tendenziell gegen ihn.“. Ich hatte recht. Welt online: „Die Touristen bleiben aus, der IS wird aktiver. Der türkische Präsident gerät in die Defensive – und kann sich internationale Isolation nicht mehr leisten.“

Das Wichtigste zuletzt: Facebook kündigt an: „To help make sure you don’t miss the friends and family posts you are likely to care about, we put those posts toward the top of your News Feed.“ (Ein deutscher Kommentar: „Schlecht für Publisher: Neuer Facebook-Algorithmus stellt Posts von Freunden in den Fokus“.

Telepolis zu demselben Thema: „Für den News Feed werden neue Selektionsprinzipien [sic] eingeführt, der Nutzer soll nur sehen, was er angeblich wirklich will – und dabei auf Facebook bleiben“. Steht übrigens – ausführlich erläutert – schon bei Stefan Schulz: Redaktionsschluss: Die Zeit nach der Zeitung. (Rezension in Arbeit)

Warum sind Hexen nackt?

witch

Bild: Luis Ricardo Falero (für das deutsche Wikipedia irrelevant): „Hexensabbat“ (1880, via Wikimedia)

Atlas Obscura: „Sex, Drugs, and Broomsticks: The Origins of the Iconic Witch – Witches were almost always portrayed naked until the 1900s.“

A Man in Full

ein ganzer Kerl„Tom Wolfe macht süchtig“, heißt es auf dem Buchcover. Für mich stimmt es. Ich lese gerade begeistert „Ein ganzer Kerl“ und kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Der Plot steht bei Perlentaucher: Der erfolgsverwöhnte, megareiche Tycoon Charlie Croker hat sich verspekuliert: Bei der Planners Banc steht er mit einer halben Milliarde Dollar in der Kreide. Neben Charlie Croker kämpft der elegante Anwalt Roger Too White aus dem schwarzen Atlanta ums Überleben. Er muß einen beliebten Footballspieler, der eine Frau vergewaltigt haben soll, vor dem drohenden Skandal schützen. Und dann ist da noch Conrad Hensley, ein junger Familienvater mit bescheideneren Lebenszielen, der in die brutale Welt eines Männergefängnisses gerät.

Ich verstehe die drögen Rezensionen nicht: Niemand scheint Wolfes Idee begriffen zu haben. (Wieso wurde der Roman in Deutschland nur so selten rezensiert?) Vielleicht muss man auch sein letzten Buch „Ich bin Charlotte Simmons“ dazunehmen, in dem das Thema zynisch und detailversessen abgehandelt wird: Wann gehört man wie dazu – und um welchen Preis?

„Was die Urväter Balzac und Zola in jeweils hundert Büchern kaum zuwege brachten, will Enkel Tom in zwei Anläufen erledigen: die Menschliche Komödie hier und heute, das Epochenporträt, den großen Gesang“, schreibt Andreas Kilb in der „Zeit“. Ja, und nicht nur das: Im Gegensatz zu allen deutschen Autoren stellt Wolfe uns die gesamte US-amerikanische Gesellschaft vor: Ein Mitglied der herrschenden Klasse, einen waschechten Proletarier, Prototypen der schwarzen Mittelschicht und deren politischen Charaktermasken. Man möchte sich hierzulande umsehen und auf die Leute mit dem Finger zeigen und rufen: „Ja, ihr seid gemeint, und ihr kommt nicht gut dabei weg!“

Grandios an Wolfe finde ich, dass er seine Charaktere nicht denunziert – auch nicht die Frauen. Auf die moralischen Kategorien „gut“ und „böse“ kann er mit leichter Hand verzichten, muss doch jeder auf seine Weise in der (jeweiligen) Krise sehen, wo er bleibt. Der Immobilien-Tycoon hat sich verspekuliert und die Aasgeier der Banken umkreisen ihn schon. Der Arbeiter wird gefeuert, weil „gespart“ werden muss (wie dessen Job geschildert wird, ist hochaktuell) und landet mehr oder minder zufällig im Knast. Einem schwarzen Superhelden aka Sportler droht eine Anklage wegen Vergewaltigung. Und alle Schicksale sind miteinander verwoben. Ich kenne keinen deutschen Autor, der das auch nur annähernd so hinbekommt – in der deutschsprachigen Literatur geht es fast immer um die Wehwehchen der Mittelschicht.

Manchmal musste ich losprusten, vor allem dann, wenn Wolfe seine Protagonisten erzählen lässt, wie Politik funktioniert. Es geht nie um die Sache, niemand will die Wahrheit wissen (wie schon in „Fegefeuer der Eitelkeiten“), alle versuchen nur, sich gegenseitig zu benutzen und auszuspielen: Das ist realistisch, recht böse, bis in das kleinste Detail korrekt und ziemlich komisch.

„Ein ganzer Kerl“ kann ich uneingeschränkt empfehlen: Mehr als tausend Seiten uneingeschränktes Lesevergnügen. (Außerdem gefallen mir seine flotten Sprüche über Kollegen und was er über das Schreiben sagt.)

Sackdoof, feige und verklemmt [Update]

presseerklärung

Screenshot (Ausriss): Anhang der Presseerklärung des Landgerichts Hamburg: Was darf gesagt werden und was nicht?

Telepolis: „Mit einer einstweiligen Verfügung hat das Landgericht Hamburg – nicht ganz unerwartet – die Teile des Böhmerman-Gedichts verboten, die einen Sexualbezug aufweisen. Erlaubt ist jedoch:
„Sackdoof, feige und verklemmt, ist Erdogan der Präsident“
„Er ist der Mann der Mädchen schlägt und dabei Gummimasken trägt“.

Diese 18 Songs musst Du am 1. Mai hören, Genosse!

Aus dem letzten Jahr, weil es so schön war: „Der 1. Mai ist zu einem Festspiel mit schwarzem Block und bunten Bürgern verkommen. Früher war das anders. Eine Erinnerung an die schönsten Arbeiterhymnen – von Ernst Busch bis Oasis.“

Bella ciau!

Bella Ciao dopo la Santa Messa

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Für alle die, die an höhere Wesen glauben: so geht es auch zu Ostern! (Mehr zu Bella Ciau)

Ohmygod Bodies in Motion

tom wolfe

Wenn ich in den letzten Tagen wenig geschrieben habe, liegt es auch daran, dass ich in jeder freien Minute Tom Wolfes: Ich bin Charlotte Simmons angefangen habe zu lesen, knapp tausend Seiten; ich muss mich immer bremsen, zu schnell voranzukommen. Jede Zeile ein Hochgenuss. Wolfe muss man ja kennen, aber ich werde jetzt jedes Buch lesen, was er je geschrieben hat, am besten in Englisch. Einfach grandios.

Sehr hübsch sind die Rezensionen von The New Atlantis: „Love in the Age of Neuroscience“ und vom Guardian: „Ohmygod it’s a caricature“.

Lost in Space

Ich habe gerade drei Stunden meines Lebens verschwendet und mir alle verfügbaren Videos von Gennady Tkachenko-Papizh angesehen bzw. angehört. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ist der irgendwie aus einer Zeitmaschine gefallen? Oder ein Bruder der Diva Plavalaguna?

Ich brauch das jetzt

IRON BUTTERFLY - IN A GADDA DA VIDA - 1968 (ORIGINAL FULL VERSION) CD SOUND & 3D VIDEO

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Danach habe ich als Schüler getanzt in der einzigen Disco in Unna. „9:10 is when the chills begin.“ Epic ab 13:06.

Was kann man hier schon tun…

krankenhauskrankenhauskrankenhauskrankenhaus

Heute hab ich besser hingehört: Blutdruck 60:120. Vielleicht werde ich morgen wieder nach Hause geschickt, aber mit Verband und mit dem Befehl, mich zu schonen.

In den Tagesräumen liegt „Literatur“ herum, die aber nicht meinem Geschmack entspricht. Ich lese mit großem Vergnügen (zum zweiten Mal) Israel Finkelsteins Keine Posaunen vor Jericho: Die archäologische Wahrheit über die Bibel (demnächst noch einmal was dazu) und Maxime Robinsons Standardwerk Islam und Kapitalismus, das schon 1983 erschienen und immer noch aktuell ist). Beide sehr empfehlenswert.

By the way: Ich vermisse mein tägliches Secondlife, was mit einem Linux-Netbook nicht geht und auch das Huawei-Modem überfordern würde.

Gibberish oder: Wusst‘ ich’s doch!

How cultured are you?

heute show

Die heute-show vom 19.02.2016 ist richtig gut.

The Hateful Eight oder: Schwarzer Mann, weiße Hölle

hateful eight

Ich habe mir Tarantinos Film gestern angesehen. Meine Empfehlung: Maximale Punktzahl, keine Sekunde Langeweile, Unterhaltung auf höchstem Niveau, aber nicht für Dumme.

Happy birthday, Pris!

pris

Most sexy punky Replicant ever! Quelle: The Poke

Der Garten der Lüste

Garten der Lüste

Die Schöpfung, das Paradies der Liebenden, das musikalische Fegefeuer und die Verdammnis: „Ein rätselhaftes Gemälde wird gelesen und entschlüsselt“ (Lustauflesen). Wahlweise kann Hieronymus Boschs meisterhaftes und vielschichtiges Renaissencegemälde auf eigene Faust erkundet werden oder in einer geführten Tour über 15 Stationen. (Via Schockwellenreiter)

Mannomann!

krav maga

Adam Soboczynski („mit sieben Jahren aus Polen ausgewandert, schlimmer Migrationshintergrund“) auf Zeit online über Feminismus, Splatterfilme, deutsche Männer und warum am Schluss immer die Russen vorkommen.

Ich habe den Artikel beim Frühstück angefangen zu lesen und dachte zuerst: Bei dem Thema kann es nur langweilig werden. Dann habe ich mich kringelig gelacht.

Ich muss zugeben, dass ich mir genau die Fragen zur Kölner Silversternacht auch heimlich gestellt hatte: „Weshalb hat es eigentlich keine Rangelei unter Männern gegeben? Warum haben die Partner der angegriffenen Frauen diese nicht mit all ihrer Kraft zu schützen versucht?“ Vermutlich hätte ich „russisch“ bzw. israelisch reagiert und wäre deshalb den Heldentod gestorben. „Wer nur einen flüchtigen Blick in die Kulturgeschichte wirft, liest dauernd von Männern, die Frauen retten.“ Muahahahaha.

Im Übrigen steht alles zum Thema „Männerrolle“ schon im äußerst lesenswerten Buch von Barbara Ehrenreich: Die Herzen der Männer (1989).

The best drum solo in the entire world


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Society of Rock: „Shifting from the drum kit to the bongos, not a peep can be heard during this performance as Bonzo demanded full attention without even requesting it. Like a moth to a flame, we are just mesmerized by Bonzo’s ability to improv and carry out what is known as the best drum solo in the entire world.“

Der ultimative Shakespeare-Film

macbeth

Alle Links gehen zu Amazon. Just saying.

Es gibt Filme, die möchte man immer wieder sehen, einmal im Jahr oder so. „Avatar“ gehört für mich dazu, obwohl ich auch das Spiel besitze und schon jede Szene auswenig kenne (von „Dialogen“ kann man bei „Avatar“ nicht reden, die sind auch unwichtig).

Ich habe in den letzten Jahren nur rund ein Dutzend Filme gekauft, und ich bin mir bewusst, dass mein Geschmack weder massen- oder mainstreamkompatibel ist noch den den hier mitlesenden Publikums treffen wird. Outland – Planet der Verdammten gehört zum Beispiel dazu, Der 13te Krieger und Der Adler der neunten Legion, natürlich The Hours (wenn man Frauen verstehen will, har har), Und dann der Regen. Verschämt mus sich auch zugeben, dass ich Der letzte Mohikaner besitze (nur wegen Madeleine Stove), Spartacus: Blood and Sand und 300.

Sehr selten ist aber, dass man einen Film vierzig Jahre lang ansehen kann und der immer noch so frisch und aktuell wie am ersten Tag ist. Seit 1971 wollte ich mir immer Macbeth von Roman Polanski aus dem Jahr 1971 kaufen – was ich jetzt getan habe. Es gab und gibt immer noch keine bessere Shakespeare-Verfilmung, auch wenn Kenneth Branagh das sicher anders sehen würde.

Wer traute sich heute noch, einen Film über das 17. Jahrhundert zu drehen, in dem die Schauspieler in Versen reden? Das wäre ja so, als redete Brad Pitt in Troja in Hexametern, oder als verfilmte man das „Nibelungenlied“ in Mittelhochdeutsch. „One of the most fascinating of Shakespearean adaptations“, schreibt die Kritik.

Roger Ebert: „Polanski has imposed this vision on the film so effectively that even the banquet looks like a gang of highwaymen ready to wolf down stolen sheep. Everyone in the film seems to be pushed by circumstances; there is small feeling that the characters are motivated by ideas. They seem so ignorant at times that you wonder if they understand the wonderful dialogue Shakespeare has written for them. It’s as if the play has been inhabited by Hell’s Angels who are quick studies. All of this, of course, makes Polanski’s ‚Macbeth‘ more interesting than if he had done your ordinary, respectable, awe-stricken tiptoe around Shakespeare. This is an original film by an original film artist, and not an ‚interpretation.'“

Gehört also zum Bildungskanon wie „Faust“, Homer oder „Parzival“ (das Original in Mittelhochdeutsch).

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