Der ultimative Shakespeare-Film

macbeth

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Es gibt Filme, die möchte man immer wieder sehen, einmal im Jahr oder so. „Avatar“ gehört für mich dazu, obwohl ich auch das Spiel besitze und schon jede Szene auswenig kenne (von „Dialogen“ kann man bei „Avatar“ nicht reden, die sind auch unwichtig).

Ich habe in den letzten Jahren nur rund ein Dutzend Filme gekauft, und ich bin mir bewusst, dass mein Geschmack weder massen- oder mainstreamkompatibel ist noch den den hier mitlesenden Publikums treffen wird. Outland – Planet der Verdammten gehört zum Beispiel dazu, Der 13te Krieger und Der Adler der neunten Legion, natürlich The Hours (wenn man Frauen verstehen will, har har), Und dann der Regen. Verschämt mus sich auch zugeben, dass ich Der letzte Mohikaner besitze (nur wegen Madeleine Stove), Spartacus: Blood and Sand und 300.

Sehr selten ist aber, dass man einen Film vierzig Jahre lang ansehen kann und der immer noch so frisch und aktuell wie am ersten Tag ist. Seit 1971 wollte ich mir immer Macbeth von Roman Polanski aus dem Jahr 1971 kaufen – was ich jetzt getan habe. Es gab und gibt immer noch keine bessere Shakespeare-Verfilmung, auch wenn Kenneth Branagh das sicher anders sehen würde.

Wer traute sich heute noch, einen Film über das 17. Jahrhundert zu drehen, in dem die Schauspieler in Versen reden? Das wäre ja so, als redete Brad Pitt in Troja in Hexametern, oder als verfilmte man das „Nibelungenlied“ in Mittelhochdeutsch. „One of the most fascinating of Shakespearean adaptations“, schreibt die Kritik.

Roger Ebert: „Polanski has imposed this vision on the film so effectively that even the banquet looks like a gang of highwaymen ready to wolf down stolen sheep. Everyone in the film seems to be pushed by circumstances; there is small feeling that the characters are motivated by ideas. They seem so ignorant at times that you wonder if they understand the wonderful dialogue Shakespeare has written for them. It’s as if the play has been inhabited by Hell’s Angels who are quick studies. All of this, of course, makes Polanski’s ‚Macbeth‘ more interesting than if he had done your ordinary, respectable, awe-stricken tiptoe around Shakespeare. This is an original film by an original film artist, and not an ‚interpretation.'“

Gehört also zum Bildungskanon wie „Faust“, Homer oder „Parzival“ (das Original in Mittelhochdeutsch).

Kommentare

9 Kommentare zu “Der ultimative Shakespeare-Film”

  1. Martin Daniken am Januar 22nd, 2016 9:03 pm

    Outland gehört auch zu meinen Lieblingen! Es gibt eine Macbeth-Variante die im Neuseeländischen Mobstermilieu spielt und in Versen parliert wird! Ab 18!!! Und eine Othello Spielart in London angelegt mit einem schwarzen Polizeichef ohne Verse funktioniert auch.Nicht Theater des Grauen vergessen

  2. multiplikato am Januar 22nd, 2016 9:16 pm

    ich schau immer wieder mal
    „Blutige Erdbeeren ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1970, der auf James S. Kunens Buch The Strawberry Statement (deutsch: Erdbeer-Manifest: Notizen zur Columbia-Revolte; ohne ISBN) von 1968 basiert. Er zeichnet die 1968er Studentenrevolte an der Columbia University von New York nach. Der Schauplatz der Ereignisse wurde jedoch im Film nach San Francisco verlegt, da man an der Columbia University keine Dreherlaubnis bekam.“

  3. Bernie am Januar 23rd, 2016 11:16 am

    Spartacus mag ich auch, allerings die erste Version die noch einen ganz anderen Zeitgeist verströmt als die heutigen „Spartacus: Blood and Sand“-Filme.

    Die aus dem Jahr 1960 mit Kirk Douglas als Spartacus des weltberühmten Regisseurs Stanley Kubrick – die Sozialkritik im Film fehlt bei den heutigen Spartacus-Filmen völlig, da die der reinen Unterhaltung dienen, in Zeiten der neoliberalen Beliebigkeit – auch im Film.

    Übrigens, dasselbe gilt auch für die allererste Starwars-Verfilmung in den 1977ern.

    Wer denkt bei den geldgeilen, absolut bösen Außeriridischen im Film nicht automatisch an heutige Neolibs….?

    Fazit:

    Filme speichern immer den Zeitgeist ihrer Zeit, dass gilt wohl auch für „Macbeth“, aber ich werde ihn mir dennoch mal reinziehen….

    Danke für den Tipp….

    Gruß
    Bernie

  4. Bernie am Januar 23rd, 2016 11:18 am

    Ergänzung:

    Die heutigen Starwars-Verfilmungen spiegeln ebenfalls die neoliberale Beliebigkeit unserer Zeit wieder – keine Zeit für große Erzählungen wie bei den von mir beschriebenen Filmen….

    Gruß
    Bernie

  5. Serdar am Januar 23rd, 2016 8:20 pm

    Der 13te Krieger find ich auch toll. Kann man jederzeit anschauen. Einen Makel hat der Film: Das islamische Ritualgebet, das dort gezeigt wird (auch im Schlamm) ist Schwachsinn. Haben die in Amiland keinen Muslim gefunden der ihnen das zeigt? Oder ein Handbuch?

  6. Pique Dame am Januar 24th, 2016 2:32 am

    Nee, Burks, Filmkompetenz besitzen Sie leider nicht. Und der Macbeth-Film von Polanski ist ästhetisch unter aller Kanone. Geht gar nicht. sorry.

  7. Martin Däniken am Januar 24th, 2016 12:37 pm

    Es geht nicht um Filmkompetenz sondern um Filme die „SPASS“ machen..oder habe ich es falsch interpretiert ;-)

  8. ... der Trittbrettschreiber am Januar 24th, 2016 4:59 pm

    Ich suhle mich derzeit ganz neoliberal in meiner mainstreammatschigen Angepasstheit an Generation Y.
    Einem guten Petzoldfilm kann ich aus einer historisch gewachsenen neuroenergetischen Perspektive heraus kaum folgen. Tatort hat bei mir die paradoxe Wirkung einer blutverdünnenden Aspirin-Tablette mit der manchmal hoch willkommenen Nebenwirkung eines Astma-Anfalls, der gut gegen Einschlaf-Attaken hilft. Je blöder, je vielschnittiger und je plaktiver, desto besser (RED oder RED2). Ich könnte garnicht arbeiten, wenn ich auch nur in Versuchung käme, noch länger über das nachzudenken, was in einem Film Sache war. Wenn ich Menschen höre, die über den Inhalt oder über die Machart eines Films, vielleicht sogar über Regieunterschiede reden, weiß ich sofort als schubladenorientiert geprägtes Erziehungsopfer der 70er: Generation X – nicht mein Ding, eyh.

    PS Mc Beth? Nur von christian schlüter:
    http://www.theater-bielefeld.de/unser-theater/team/kuenstler/detail/christian-schlueter/1f5cea5a5e9203f1b50dc7a4623b417f/

    oder murat yeginer:
    http://murat-yeginer.de/

  9. Vox Populist am Januar 25th, 2016 4:28 pm

    Ich habe mir gestern die neue Shakespeare-Adaption mit Michael Fassbender angesehen. Solide Schauspielkunst, in der Interpretation nichts Neues – aber die Cinematographie sticht wirklich heraus. Wer Film als visuelles Medium schätzt, kommt hier voll auf seine Kosten.

    „Outland“ und „The 13th Warrior“ erinnern mich daran, dass es noch immer keine gute zeitgemäße Adaption von „Beowulf“ gibt.

    Bei den hier aufgeführten Filmen könnten @burks auch die Serien „Vikings“ und „The Last Kingdom“ gefallen. An vergleichbaren Filmen fällt mir noch „Centurion“ und „Valhalla Rising“ ein.

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