Android Remote Access

Heise: „Google kann offensichtlich die Bildschirmsperren der meisten Android-Geräte auf Behördenanordnung zurücksetzen. Das geht aus dem Bericht eines New Yorker Bezirksstaatsanwalts hervor. Der einzige Schutz dagegen ist die Vollverschlüsselung.“
Unencrypted vanilla SMS
Wie kommunizieren Terroristen? Per unverschlüsselter SMS natürlich. (Via Intercept)
Le Monde reported that investigators were able to access the data on the phone, including a detailed map of the concert hall and an SMS messaging saying “we’re off; we’re starting.” Police were also able to trace the phone’s movements.
Die Details entscheiden oder: Abhören leicht gemacht
Kaiserwetter, die letzten Tage meine Urlaubs. Da muss ich eine kleine Radtour machen, um ein Café zu finden, in dem ich in Ruhe einen Milchkaffee trinken kann (und in dem es auch einen gibt, nicht nur „Latte“ irgendwas). Schön. Aber trotz der Sonnenstrahlen, die sogar wärmen, pfeift ein Wind mir störend meine Frisur kaputt nzw. die Haare ins Gesicht. Das Fahrrad hat trotz angeblich „unplattbarer“ Reifen einen Platten, aber natürlich erst an dem Ort, der von meiner Wohnung am weitesten entfernt liegt. Manchmal sind eben die Details wichtig. das kenne ich aus Südamerika: Das schönste Panaroma wird manchmal uninteressant, wenn man keinen Platz zum Kacken findet, aber muss.
Und ich muss wieder im gedruckten „Spiegel“ von Praktikanten geschriebene Verschwörungstheorien lesen, die kein Journalist, der sein berufliches Ethos – falls vorhanden – ernst nähme, so schlampig formulieren würde.
Das Bundesinnenministerium will eine neue Sicherheitsbehörde aufbauen.
Nun gut, die „wollen“ immer viel. Wer den „Spiegel“ gebrieft hat über das Wollen, wollte auch etwas. Haben wir nicht schon einige Behörden mit einem „Cyber“ drin? Ein Cyberabwehrzentrum zum Beispiel? Eine Allianz für Cybersicherheit? „Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) drängen auf eine verstärkte Inspektion der Kommunikationsströme im Internet, um online vorangetriebene Terrorplanungen und Hetzpropaganda zu verhindern. ‚Wir müssen die Kontrolle des Internets verstärken.'“. Ach so, das sagte er schon 2006. Manche Dinge kann man eben nicht oft genug sagen.
Mit deren Hilfe soll Internetkommunikation besser überwacht und Verschlüsselung geknackt werden.
Das, lieber „Spiegel“, ist kein Journalismus, das ist Propaganda. „Besser“ ist suggestiv und stammt garantiert nicht von eurem Praktikanten, sondern ist die Wortwahl des Briefings durch eben diesen Informanten aus dem Ministerium, das etwas will. Und starke Verschlüsselung kann man eben nicht knacken. Was soll also diese heiße Luft? Wenn ihr wieder mal Verschlüsselung der Inhalte und Transportverschlüsselung durcheinanderwürfelt, klärt das nicht auf, sondern verdummt das Volk, weil das Volk sich angesichts dieser lancierten Meldung fürchtet und ängstigt nach dem Motto: Die sind schon drin, man kann eh nichts tun. Und das war so gewollt von denen, wie wieder einmal etwas wollen und euch das sagten.
Aufgabe der Behörde sei es unter anderem, neue Methoden zu entwickeln, um in verschlüsselte Kommunikation, etwas bei Messenger Diesten [im Original fehlt hier ein Komma] eindringen zu können, heißt es in Regierungskreisen.
Oha! Wenn die Kreise in der Regierung meinen, das funktionierte, dann muss es ja wahr sein. By the way: Was halten diese Kreise denn von Signal, von Snowden empfohlen und abhörsicher? Gefällt denen das nicht? Wie wäre es, wenn der „Spiegel“ neue Methoden entwickleln würde, um bei Intenet- und Computerthemen nicht mehr auf dem Niveau von Richterin Barbara Salesch zu berichten?
Auch bei der Onlinedurchsuchung, bei der der Rechner einer Zeilperson infiltiert wird, sowie beim Abhören von Gesprächen könnte die Behörde neue technische Werkzeuge entwickeln.
Sie könnte? Warum? Weil eine Behörde immer besser ist beim Bullshit-Bingo als Gamma International aka FinFisher Intrusion? Und wie kriegt man Finspy auf einen Rechner? Das wollte ich immer schon mal wissen. Aber niemand antwortet mir, auch nicht Wikipedia oder der CCC. Ist vermutlich alles geheim.
Die Pläne sind allerdings regierungsintern umstritten.
Der oberflächliche Quatsch, den ihr da verbreitet, ist journalismusintern auch umstritten.
TextSecure und RedPhone sind jetzt Signal
Ich habe Signal auf meinem Smartphone installiert. Signal erlaubt Benutzern das Senden von Textnachrichten, Dokumenten, Fotos, Videos, Kontaktinformation und Gruppennachrichten über das Internet an andere TextSecure- oder Signal-Benutzer, sowie das verschlüsselte Telefonieren mit anderen Signal- und RedPhone-Nutzern. Gibt es für Android und IPhone.
Vgl. Heise: „Edward Snowdens Messenger: TextSecure und RedPhone sind jetzt Signal“.
End-to-end encryption enabled (EEEE)
Telegraph: „Internet firms to be banned from offering unbreakable encryption under new laws“. Ein weiteres Argument für end-to-end encryption.
Sicherheit am Gerät oder: Truecrypt et al, reloaded
Independent: „Police have used powers under the Terrorism Act to seize the laptop of a young Newsnight journalist in a case that has shocked BBC colleagues and alarmed freedom of speech campaigners…“
Ich hoffe, Eure Geräte sind sicher. Es kann jeden treffen. Und ich kriege immer noch unverschlüsselte E-Mails mit journalistischen Anfragen.
Meine Daten? Wo? Was? WTF?
Ich habe auf einem meiner Rechner jetzt versuchsweise Windows 10 installiert. Eigentlich dürfte niemand, der über Netzpolitik und Datensicherheit redet oder schreibt, so etwa benutzen. Aber ob man mit den jungen Damen auf dem Foto darüber reden könnte?
Truecrypt mit Linux, reloaded
Mir geht es so wie den meisten Leute: Erst wenn ich etwas wirklich brauche, beschäftige ich mich damit, zumal wenn ich das Thema schon genügend zu kennen glaube.
Morgen fahre ich in den Ruhrpott – inne Heimat, wie man dort zu sagen pflegt. Da ich eine Woche Pause von Secondlife machen will, brauche ich nur mein Netbook mitnehmen, auf dem Ubuntu läuft. (In Unna ist erst recht Neuland-Entwicklungsland, was die Geschwindigkeit angeht.)
Aber habe ich dort auch wirklich alle Schlüssel, um verschlüsselte E-Mails lesen zu können? Ich erwarte wichtige Post für eine aufwändige Recherche.
Also schnell einen Container auf einem USB-Stick erzeugen. Ähhhh… aber auf dem Netbook hatte ich kein Truecrypt. Ich muss doch dort den Container wieder öffnen können! (Keys import etc.) Wie ging das noch mal gleich?
Das entsprechende Wiki erklärt, wie man einen Leopard-Panzer, den man als Bausatz gekauft hat, selbst zusammenbaut. Ich hasse es. Wieder in Ruhrpöttisch: Die kommen imma von Hölzken auf Stöcksken. Besser gleich das hier lesen und anwenden.
Voilá! (Ja, ihr könnt da gern draufgucken, es gibt nichts zu sehen, was ihr nicht sehen dürftet!)
Was sind die Vorteile der Vorratsdatenspeicherung?
„Was sind die Vorteile der Vorratsdatenspeicherung?
Studien zufolge hat die Vorratsdatenspeicherung keinerlei Nutzen für die Strafverfolgung. Der einzige wirkliche Vorteil der Vorratsdatenspeicherung ist, dass künftig niemand mehr die Einführung der Vorratsdatenspeicherung fordern kann, sobald irgendwo auf der Welt ein Kind vom Dreirad fällt. Stattdessen müssen sicherheitspolitische Hardliner sich jetzt ein neues Überwachungswerkzeug überlegen, das sie künftig bei jeder Gelegenheit fordern können, z.B. anlasslose Test-Verhaftungen, Kameraüberwachung in Privatwohnungen oder bedingungslose Grundfußfesseln.“ (Quelle)
Unterschreiben! Jetzt!
Wer gegen die Voratsdatenspeicherung ist, kann hier unterschreiben. Habe ich gerade gemacht.
Man nennt das Polizeistaat

Netzpolitik.org: „Abgeordnete wurden herbeitelefoniert, damit VDS Rechtsausschuss passieren kann“.
Ich bin nicht offen
„Ich möchte klarstellen, dass Sie natürlich damit rechnen müssen, dass jeder, der offen kommuniziert, abgehört wird“. (August Hanning, Abhörexperte)
Und ja, unverschlüsselte E-Mails erhalte ich täglich, falls alle kommen ungelesen in die Tonne. Mindestens die Hälfte stammen von Journalisten.
Hack the Tor browser
Mal eine nette Nachricht (via Tor-Mailingliste) von Meduza: „The Russian government hired people to hack the Tor browser, but they failed and now they’re quitting“.
XKeyscore
Die Zeit leakt die Übereinkunft zwischen NSA und Verfassungsschutz im Wortlaut.
Ceterum censeo: Verfassungsschutz esse delendam.
US-Regierung will gute Verschlüsselung abschaffen
Heise: „In einer Anhörung vor dem US-Senat fordern Regierungsvertreter, dass gute Verschlüsselung unterlassen oder gar gesetzlich verboten werden soll. Eine von Obama eingesetzte Expertengruppe empfiehlt das Gegenteil.“
Bei Open-Source-Verschlüsselung (wie z.B. bei GnuPG) funktionieren die geforderten Hintertüren natürlich nicht. Die Ideen der US-Politiker sind nicht neu und wurden hierzulande auch schon gestellt.
Lukratives Geschäft mit Schnüffel-Tools
Heise: „Nachdem Hacker über 400 Gigabyte an internen Dokumenten von Hacking Team entwendet haben, versucht der Hersteller von Überwachungssoftware, den Schaden zu begrenzen.“
Hahahahaha. Geschieht ihnen recht.
Übrigens, für unsere Online-Durchsuschungs“-fans hat ein kluger Mensch einiges bei Heise notiert: „Wie der RemoteDesktop-Server aufs Zielsystem kommt, wurde bisher als Problem des Anwenders angenommen worden.“
Es ist wie gehabt: Die wichtigste Frage stellt niemand (das darf doch nicht wahr sein?): Wie kommt das Zeug auf einen Rechner?
Merkels E-Mail und andere angebliche Hacks
Alvar Freude: „Oh, eine Mail von Angela Merkel noch.nicht.mal.mutti@irgendwo.pl. Das hat die Merkel doch bestimmt selbst geschrieben. Oder?“ (Mehr lesen]
That’s the Challenge: The Hintertürchen

Sehr hübsch argumentiert ein FBI-Mann laut The Washington Post: „So that’s the challenge: working with those companies to build technological solutions to prevent encryption above all else.“
Schon klar. Sie möchten eine Hintertür, überall. Wäre ja noch schöner, wenn die Untertanen etwas geheimhalten könnten.
Ganz privat

Jetzt endlich habe ich begriffen, warum die meisten Leute – insbesondere Journalisten – sich beharrlich weigern zu lernen, wie man E-Mails verschlüsselt: Sie haben keine Meinung, sondern lassen gern andere für sich denken!
Systemfrage
„Aus meiner sicht geht es nicht um Einzelpersonen oder die politischen Ansichten von CDU und SPD, es geht um die Systeme.“ (Edgarward Snowden)
Hal Faber weist auf einen Artikel Wolfgang Kalecks hin, der sich über den „nationalistische Unterton“ der gegenwärtigen Debatte des BND-„Skandals“ echauffiert. Zu Recht. Witzig finde ich nur, dass der Geheimdienst eines Landes Industriespionage für ein anderes Land betreibt, und zwar schon seit Jahrzehnten, ohne dass das jemand unangenehm aufgefallen ist (außer Josef Foschepoth: „In Deutschland gilt auch US-amerikanisches Recht“).
Wenn man die Sache logisch durchdekliniert, stellt sich immer wieder die Frage nach dem Charakter eines Staates im Kapitalismus: Die Herrschenden denken schon längst international, nationale Grenzen sind überflüssig und Bullshit und sind nur hinderlich, den Profit optimal zu maximieren. Deswegen sit es einfach lächerlich zu fordern, dass Deutschland und dessen Unternehmen nicht ausspioniert werden sollten. Und dann? Was, wenn nicht? Werden dann wieder alle reich und glücklich in der so genannten „sozialen Marktwirtschaft“?

























