Nun drängen sich die ersten Fragen auf
„Bereits am Montagabend (Ortszeit) soll Tepco nach Angaben der japanischen Agentur Kyodo damit begonnen haben, insgesamt 11.500 Tonnen der radioaktiven Brühe kontrolliert in den Ozean abzuleiten. Nun drängen sich die ersten Fragen auf. Wie schwer ist das Wasser belastet? Und was bedeutet das möglicherweise für die Umwelt?“ schreibt Spiegel „Online“ gewohnt linkfrei.
Putzig. Ja, da drängen sich irgendwie die ersten (!) Fragen auf. Was bedeuten 11.500 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser für die Umwelt? Könnten sie möglicherweise etwas bedeuten? Bekommen ein paar Fischlein vielleicht einen Schluckauf?
Plutoniumkontamination beim japanischen Kernkraftwerk Fukushima I
Karlsruher Institut für Technologie: „Die beim Kernkraftwerk Fukushima I im Boden gefundene Konzentration von Pu239/240 (Pressemitteilung TEPCO vom 28.3.2011) liegt in der Größenordnung der Mengen, die über Fall-out aus den Kernwaffenversu-chen in den 1950er und 1960er Jahren weltweit beobachtet wurden. Aus dem Isotopenverhältnis Pu-238 zu Pu-239/240 kann aber klar gesehen werden, dass es sich nicht um Plutonium aus dem Fall-out handelt (hier müsste anteilig deutlich mehr Pu-239 gefunden werden), sondern dass es aus bestrahlten Kernbrennstäben stammt. Ein Austrag aus dem Reaktor könnte bei einer Druckentlastung des Reaktorkerns, die teilweise von Wasserstoffexplosionen begleitet waren, erfolgt sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass es aus den zeitweise brennenden Brennstäben in den Abklingbecken stammt. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass die Hülle der Brennelemente beschädigt ist. Unwahrscheinlich ist, dass ein Austrag über den Wasserpfad erfolgte. In diesem Fall müssten hier neben Plutonium deutlich größere Konzentrationen von Jod und Cäsium in den untersuchten Proben gefunden werden. Über den Luftpfad werden zwar auch Jod und Cäsium ausgetragen, sie werden jedoch deutlich weiter transportiert und werden nicht so schnell niedergeschlagen wie Plutonium.“ (mehr…]
Sarrazin kandidiert für Berliner FDP
Mir fällt grad kein Aprilscherz ein, aber der lustigste steht zweifellos im Tagesspiegel, und es wäre zu schön, um wahr zu sein: „Mit einem spektakulären Befreiungsschlag will die Berliner FDP aus dem Umfragetief herauskommen: Auf dem kommenden Landesparteitag soll Thilo Sarrazin als Spitzenkandidat für die Wahl im September nominiert werden.“
Japan im Jahr 242011

Wie man aus den heutigen Medien erfährt, sind in mehreren Bodenproben am Unglücks-AKW in Fukushima Spuren von Plutonium entdeckt worden. Das hochgiftige Schwermetall wurde in Reaktor 3 verwendet – es hat eine Halbwertszeit von 24.000 Jahren.
Exklusiv für burks.de spielte uns ein Zeitreisender ein Foto aus dem Jahr 24.2011 zu. Es zeigt den Geschäftsführer des japanisch-französischen Unternehmens OCPET- Électricité de Ecnarf bei einem Vortrag über die Vorteile der Kernenergie:
„Die Kernenergienutzung in Deutschland ist durch das Unglück damals in Japan nicht gefährlicher geworden, als sie es vorher gewesen ist. Was damals in Japan passiert ist, ist schrecklich, aber – in aller Brutalität – es ist auch das Leben. Das Leben ist ohne Risiken nicht zu haben. Wer den Menschen dies verspricht, sagt schlicht die Unwahrheit. Es gibt kein Leben ohne Risiken, sie gehören zum Alltag wie Wind, Wasser und Sonne.“
Neue Sicherheitsstandards der Atom-Industrie

Gesehen in Berlin-Grunewald
Darauf hat die Welt gewartet
Partially Melted
So langsam fliegt denen in Fukushima alles um die Ohren. Die Nachrichtenagentur Kyodo beschreibt das in dürren Worten:
„A high-level radiation leak detected Thursday at one of six troubled reactors at the crisis-hit Fukushima Daiichi nuclear plant indicates possible damage to the reactor’s vessel, pipes or valves, the government’s Nuclear and Industrial Safety Agency said Friday.
Three workers at the No. 3 reactor’s turbine building, connected to the reactor building, were exposed Thursday to water containing radioactive materials 10,000 times the normal level, with two of them taken to hospital due to possible radiation burns to their feet, the plant operator Tokyo Electric Power Co. said.“
Das ist das, was sie schon zugeben. Überall in dem Reaktor, in dem auch Plutonium lagert, steht radioaktives Wasser, dessen Kontamination 10.000 Mal höher ist als normal.
„Nishiyama said the high-level radiation is suspected to have originated from the reactor, where overheating fuel rods are believed to have been partially melted, or a boiling pool that stores spent nuclear fuel, both of which are located in the reactor’s building.“
Im Klartext heisst das: Die Brennstäbe scheinen teilweise geschmolzen zu sein. Also irgendwie ein teilweiser Super-GAU.
Jetzt erst kommt der Hammer: „As a step to bring the reactors under control, authorities are eager to replace seawater with fresh water in cooling the reactor cores and the pools, as crystallized salt could form a crust on the fuel rods and prevent smooth water circulation, thus diminishing the cooling effect.“
Ihnen ist aufgefallen, dass Seewasser, das sie jetzt tagelang auf den Reaktor gespritzt haben, Salz enthält – und das macht die Anlage erst recht kaputt. „Seawater has been used at the plant as an emergency measure, but salt in the water could lead to corrosion of the reactors‘ interiors.“ (Quelle)
Sehr hübsch auch das Statement eines japanischen Staatssekretärs, der laut New York Times bemerkte: „What we’ve been finding is that in that area life has become quite difficult“. Das Leben rund um den beschädigten Reaktor ist schwierig – so kann man es auch formulieren.
„Officials continue to be dogged by suspicions that they are not telling the entire story about the radiation leaks“. Aha. Wer hätte das jetzt gedacht.
Knuts Nachfolger
Isharegossip.com, revisited [Update]
Natürlich wird der dieser Link von allen Medien verschwiegen. Es geht hier um eine Gewalttat, die sich offenbar zwischen Schülern der Carl-Bosch-Oberschule in Berlin-Hermsdorf (oder deren Freunden) ereignet hat. „Ein 17-Jähriger ist am Sonnabend in Wedding von rund 20 Jugendlichen bewusstlos geprügelt worden, nachdem er seine Freundin verteidigen wollte. Gegen sie war zuvor auf der Internet-Mobbingseite ‚Isharegossip‘ gehetzt worden.“
Über das Mobbing-Portal isharegossip.com hatte ich hier schon berichtet. Bei meedia.de liest man: „Angemeldet wurde isharegossip.com in Neuseeland, die Server stehen in Schweden, wie einer der Betreiber in einem Interview erklärte beim gleichen Anbieter wie die Server von Wikileaks. Inhaber der Seite ist laut isharegossip.com eine Firma namens Jufax Intertaiment in Riga, Lettland.“
Das ist ja mal wieder das übliche Niveau. Ich gehe übrigens davon aus, dass die meisten Leute, die sich in den einschlägigen Newsgroups und WWW-Foren über die Website „beschweren“ („schlimmste Seite überhaupt“), Werbung dafür machen. Die Masche ist alt.
Alexa oder vergleichbare Angebote sind natürlich gesetzt bei der Suche. Die Website isharegossip.vom wird gehostet von der schwedischen Firma PeRiQuito AB: „PRQ AB, Box 1206, SE-11479 Stockholm, Sweden (info@prq.se) (can also receive courier mail)“.
Na also – die haben doch sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. „Based in Stockholm, PRQ is owned by Gottfrid Svartholm and Fredrik Neij, two founders of The Pirate Bay.“ – „Part of PRQ’s business model is to host any customers regardless of how odd or controversial they may be, as long as the hosted sites follow Swedish laws.“
The Local (Nachrichten aus Schweden in englischer Sprache) hat schon über das Thema geschrieben; der Provider hostet auch Foren, die verdächtigt wurden, sich mit Kinderpornografie zu beschäftigen: „The law does not allow for the closure of websites or the prosecution of those behind them. Jonas Persson explained why: ‚I don’t think a tightening of the legislation is desirable – it would come dangerously close to encroaching on freedom of expression legislation,‘ he said.“
Ich würde das Portal Isharehossip.com aus gleich mehreren pädagogisch wertvollen Gründen im Unterrricht behandeln. Wer herausfinden will, wer dahintersteckt, braucht Medien- bzw. Internet-kompetenz. Die Schule ist dafür da, um diese zu vermitteln. Das Mobbing-Portal demonstriert auch, dass man eine Balance zwischen Meinungsfreiheit und deren Folgen finden und dass das die Gesellschaft jeweils aushandeln muss. Und nicht zuletzt: Man kann wunderbar über soziale Kompetenz diskutieren und darüber, dass jemand, der sich von so einem Scheiß beeindrucken lässt, überlegen sollte, warum es Leute gibt (wie mich), die sich über diese Art von Mobbing nur kaputtlachen können.
Update: Ich frage mich immer, warum mache Journalisten denken, bei der sinnfreien Sprechblase „Jugendschutzwarte greifen ein“ würde mir ein wohliger Schauer über den Rücken laufen. „..die Betreiber, die sich hinter einem Schutzwall aus Anonymisierungsdiensten verstecken, sind in der Defensive. Wenn sie bis Donnerstag keine Stellungnahme abgeben, wird die Seite von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auf den Index gesetzt – damit wäre sie beispielsweise über Suchmaschinen bald nicht mehr auffindbar“, schreibt Sp“On“. Was für ein Unfug! Ich fürchte aber, die wissen es nicht besser…
Strahlende Charaktermasken
Wie ein Leser hier schon bemerkte, habe ich starke Zweifel, dass die Betreiberfirma Tepco über das Atomkraftwerk in Fukushima korrekt informiert. In der Vergangenheit haben sie gelogen, betrogen, geschlampt und vertuscht. Warum sollte sich das geändert haben? Auch jetzt gibt es keine externen Kontrollen, was wirklich dort geschieht. Gibt es überhaupt noch ein „Abklingbecken“ (das ist in Wahrheit ein Atimmülllager)? Das obige Foto lässt das Gegenteil erahnen.
Spiegel „Online“ schreibt gewohnt linkfrei: „Am Dienstag wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, um die Stromversorgung für die Reaktortechnik wiederherzustellen. Ziel ist es, die Beleuchtung in den Kontrollräumen und die reguläre Kühlung der Anlagen in Gang zu bringen.“ Die „Beleuchtungstechnik“ möchte ich sehen: Das sieht doch aus wie nach einem Bombenangriff! Und die Arbeiter können sich jeweils nur wenigen Minuten dort aufhalten.
„TEPCO aims to restore power systems to revive some key facilities such as data measuring equipment and functions at a control room by Wednesday for the No. 1 and No. 2 reactors and by Thursday for the No. 3 and No. 4 reactors, said Hidehiko Nishiyama, a spokesman for the Nuclear and Industrial Safety Agency, at a press conference in the morning.“ (Kyodo Das heisst: Die haben noch nicht einmal mehr Messgeräte!
„Japans Industrie- und Wirtschaftsminister Kaieda soll Feuerwehrmänner aus Tokio gezwungen haben, stundenlang Wasser auf den radioaktiv strahlenden Reaktor im Atomkraftwerk Fukushima I zu sprühen. Kaieda soll den Männern eine Strafe angedroht haben, falls sie die Aufgabe nicht ausführten, berichtet Kyodo.“
Die Feuerwehrleute wurden also bei Androhung von Strafen gezwungen, sich der vielleicht tödlichen Strahlendosis auszusetzen: „The move came after Tokyo Gov. Shintaro Ishihara on Monday lodged a protest with Prime Minister Naoto Kan over the “forcing“ of Tokyo Fire Department members dispatched to the Fukushima Daiichi nuclear plant to engage in an hours-long water-spraying mission and referring to “punishment“ if they refused the task. (…) …sources close to the metropolitan government said Kaieda made the remarks. Ishihara also said that equipment broke down because of the continuous mission, which involved spraying water toward the troubled No. 3 reactor building for 13 hours at a time.“
Da die Medien gern Heldengeschichten haben, vergaß man wohl nachzuforschen, ob die kühne These der Betreiberfirma und der Regierung, die keine eigenen Infos besitzt, man würde mit „Freiwilligen“ arbeiten, überhaupt stimmt. In der Vergangenheit hat Tepco Arbeitslose für einen Hungerlohn angeheuert, um die Drecksarbeit zu machen.
Eine moraltheologische Anmerkung: Es geht nicht darum, ob einzelne Manager „böse“ sind. Das ist auch in Deutschland nicht so, wo die Vertreter der Atommafia genau so lügen und vertuschen wie auch anderswo. „Wie man daher immer die Charaktermasken beurteilen mag, worin sich die Menschen hier gegenübertreten, die gesellschaftlichen Verhältnisse der Personen in ihren Arbeiten erscheinen jedenfalls als ihre eignen persönlichen Verhältnisse und sind nicht verkleidet in gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen, der Arbeitsprodukte.“ (Wer hat da wohl gesagt?)
Was ist die treibende Kraft, die Motivation der Firmen, die uns glauben mchen wollen, Atomenergie sei unerlässlich? Warum machen die das? Als Hobby? Weil sie grad nichts Besseres zu tun haben? Aus handwerklichem Stolz, das Atomfeuer beherrschen zu können? Aus Altruismus? Nein. Es gibt nur ein Motiv – den Profit. Menschen, Manager und Moneten bewegen sich als Marionetten innerhalb des Verwertungsprozesses des Kapitals und seiner Gesetze, genauso wie Preise und Löhne, über die uns ahnungslose Dampfplauderer immer berichten wie über das Wetter. Nein, dem ist eine Logik inne. Es geht gar nicht anders.
Es wird immer schwieriger, den Profit des Kapitals antropomorh zu sehen, also einem Gesicht zuzuorden (etwa Ackermann – der aber ist nur ein Banker und und Bank produziert keine Werte, sie ist nur für den Umlauf des Kapitals zuständig. Das Finanzkapital schafft genausowenig Werte wie eine Waschmaschine Wäsche herstellt). Es gibt keine „bösen Kapitalisten“, die man einsperren müsste, damit alles wieder gut sind. Das ist ein Aberglaube, dem alle anhängen, die – wie die SPD und die Linke -auf das „böse“ Finanzkapital“ einschlagen. Wer keinen Profit macht, geht unter – wird „enteignet“.
Mit Energie Profit zu machen: Das wird in 1000 Jahren vermutlich so lächerlich klingen als wollte heute jemand versuchen, die Menschen für die Luft bezahlen zu lassen, die sie einatmen. Wasser kostet ja schon etwas. Aber wenn der Kapitalismus so weitermacht, gibt es irgendwann nicht nur eine Atom- und (Vorrats)Daten(speicherungs)-Mafia, sondern auch eine Luft-Mafia.
„…sobald die kapitalistische Produktionsweise auf eigenen Füßen steht, gewinnt die weitere Vergesellschaftung der Arbeit und weitere Verwandlung der Erde und anderer Produktionsmittel in gesellschaftlich ausgebeutete, also gemeinschaftliche Produktionsmittel, daher die weitere Enteignung der Privateigentümer, eine neue Form. Was jetzt zu enteignen ist, ist nicht länger der selbstwirtschaftende Arbeiter, sondern der viele Arbeiter ausbeutende Kapitalist. Diese Enteignung vollzieht sich durch das Spiel der inneren Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot.
Enteignung ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Enteignung aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können…“ (O mein höheres Wesen, der schon wieder! Da muss man ja nachdenken!)
Greenpeace bestrahlt deutsche Atomkraftwerke
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Fukushima und auch anderswo
Heise bietet die einzige ernst zu nehmende Berichterstattung in deutschen Online-Medien über das „Erdbeben in Japan: Gestiegene Opferzahlen, Fortschritte im AKW Fukushima“. (Quellen! Technische Hintergründe! Links! Links! Links! Updates!)
A fever of forgetting
Ich empfehle Mappus und Konsorten, sich diese Fotos anzusehen: „In 1997, photographer Paul Fusco documented the lingering effects of the world’s worst nuclear accident – Chernobyl.“
Monitoring Data at Fakushima Daini Nuclear Power Station
Das Trinkwasser rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima ist verstrahlt; die Arbeiter müssen die Anlage verlassen.
„Die Weltgesundheitsorganisation nannte die radioaktive Verseuchung japanischer Lebensmittel ernst. Es handele sich nicht um ein örtlich einzugrenzendes Problem. Im Gegensatz zu verstrahltem Jod, das nach etwa acht Tagen zerfällt, können sich radioaktive Isotope wie Cäsium-137 und Uran-238 über Jahrzehnte in der Natur halten. In den vergangenen Tagen hatten Fälle von kontaminierter Milch und radioaktivem Gemüse für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt…“
Wieso können die belehrungsresisten Pfeifen in den so genannten „Online“-Redaktionen deutscher Medien mir noch nicht einmal einen Link zur Betreiberfirma Tepco anbieten, etwa zu deren Pressemitteilungen? Die sind immerhin auch ein Englisch verfügbar, einer Sprache, die auch in Deutschland von einigen Menschen verstanden wird (zum Beispiel von mir).
So wird das nie was mit eurer „Internet-Präsenz“, Holzmedien – meinetwegen könnt ihr alle pleite gehen. Niemand wird euch vermissen.
Krieg gegen Libyen
Nehmen wir mal den ehemaligen Aussenminister Joschka Fischer. Laut Wikipedia unterstützte dieser 1999 „maßgeblich die deutsche Beteiligung am völkerrechtlich umstrittenen Kosovokrieg, [„ein Land, in dem organisierte Kriminalität die Staatsform ist“] wodurch erstmalig seit dem Zweiten Weltkrieg wieder deutsche Soldaten an einem Krieg beteiligt waren. Er begründete diesen Krieg unter anderem auch mit dem Verweis auf den Holocaust. Am 7. April 1999 sagt er: ‚Ich habe nicht nur gelernt: Nie wieder Krieg. Ich habe auch gelernt: Nie wieder Auschwitz.'“
Weil Libyien nicht Auschwitz ist, Serbien aber sehr wohl, wenn man diese Logik glaubt, bomben wir jetzt nicht Libyen, dafür aber um so mehr in Afghanistan – das ist bekanntlich vergleichbar mit Serbien. Nein, nicht? Irgendwie verstehe ich die Welt nicht mehr. Da setzt sich Merkel mit Nicolas Sarkozy und Hillary Clinton und Silvio Berlusconi an einen Tisch und dealt wie ein Kesselflicker:
„Nein, ich möchte gerade keine Bomben auf Libyen abwerfen, das kommt nicht so gut wie ein Oder-Hochwasser, und wir haben auch bald Wahlen.“ – „Gut Angie, wir haben auch bald Wahlen in Frankreich. Le Pens Tochter macht mir Sorgen, die kann auch sinnfreien Populismus. Ich muss unbedingt irgendwo Bomben werfen. Das honorieren die Wähler, gerade bei kleinen Männern, die gern symbolisch lange harte Gegenstände irgendwo in etwas Weiches hineinsausen lassen.“ – „Nicolas, wir haben zwar keine Wahlen, aber mein Chef hat gerade alle seine Wahlversprechen gebrochen, und unsere Kriege in Afghanistan und im Irak bringen keine positiven Schlagzeilen. Unsere Wähler wissen zwar nicht, wo Libyen liegt, aber wir haben ihnen jahrelang eingebläut, dass dort die Bösen sitzen.“ – „Ich sage nur: Nutzt unseren Stüztpunkt in Neapel! Wir Italiener kennen uns in Libyen schon aus! Bunga Bunga!“ – „Silvio, halts Maul! Dann schlage ich vor: Wir Deutschen dürfen ein paar Leute mehr in Afghanistan killen (lassen), dafür halten wir uns in Libyen raus.“ – „Guter Plan, Angie! Wir wollten zwar unsere Kernkraftwerke nach Libyen liefern und Gaddafi wollte uns sein Uran geben, aber das kommt zur Zeit nicht so gut, wenn man darüber öffentlich redet.“ – „Bunga Bunga!“ – „Silvio, halt’s Maul! Wir machen es so: Hillarys Leute dürfen wie gewohnt das Kommando haben, Nicolas darf mit seinen Bomben spielen und wir halten uns raus und bezahlen nur.“
Aber mal im Ernst: Geht das jetzt so weiter? Immer, wenn ein Diktator auf seine eigenen Leute schießt, wirft die NATO planlos ein paar Bömbchen ab? Wie ist das denn, wenn man nur Afrika nimmt, zum Beispiel mit der Elfenbeinküste, dem Jemen oder dem Somalia? Nein, Bomben werden nur geworfen, wenn der Staat, in dem eine große Anzahl der Bürger rebelliert, einen bedeutenden Rohstoff besitzt (zwei Buchstaben, der erste ist ein Ö).
Mein gesundes Nerdempfinden sagt mir, dass niemand einen Plan hat. Bodentruppen können sie nicht einmarschieren lassen. Ohne Bodentruppen kriegen sie aber Gaddafi nicht weg, weil ein Teil der Stammesführer offenbar von Libyens Diktator bestochen worden ist oder sich von seinem Bleiben Vorteile verspricht. Wie sollen die Aufständischen in der Kyrenaika jetzt weitermachen? Sollen sie sich Ägypten anschließen? Oder abwarten, bis Gaddafi keine Lust mehr hat?
Meine private Verschwörungstheorie ist die: Gadaffi war ganz wunderbar, solange er den Europäern die Flüchtlinge vom Hals hielt. Der Deal war bekanntlich: Du darfst machen, was du willst, solange wir dir unsere Atomkraftwerke liefern und du im Gegenzug boat people aus Afrika wieder zurücknimmst. Es gibt aber nur zwei Interessen: Öl ja, Menschen nein. Solange ein klitzekleiner Krieg vor sich hin köchelt, ab und zu mal ein Bömbchen (in Libyen gibt es nicht so viele Ziele), läuft doch alles wie – äh – geschmiert.
Christentum in Aktion
The Huffington Post: „Authorities in suburban Philadelphia say a 70-year-old man was stoned to death with a rock stuffed in a sock by a younger friend who alleged the victim made unwanted sexual advances.
According to the criminal complaint, 28-year-old John Thomas of Lansdowne has told police he killed 70-year-old Murray Seidman because the Old Testament refers to stoning homosexuals.“
Wählt Mappus, Merkel und die sonstige Atom-Mischpoke! Kernkraft ist sicher!
Nur um es den geistig Armen noch einmal zu sagen: Das Erdbeben hat das Atomkraftwerk nicht zerstört, auch kein Tsunami, sondern nur die Nachwirkungen des Stromausfalls. So, und nun geht Mappus, Merkel und die sonstige Atom-Mischpoke wählen…
U.S. Officials Alarmed By Japanese Handling of Nuclear Crisis
Venezuela soll atom- und silikonfrei werden
Portal america21.de berichtet: Venezuela bleibt atomfrei – Venezuelas Staatschef hat am Dienstag am Rande eines Treffens mit chinesischen Wirtschaftsvertretern die Einstellung von Plänen zum Bau von Atomkraftwerken in dem südamerikanischen Land bekannt gegeben. Als Grund für die Entscheidung gab er die Nuklearkatastrophe in Japan an. (…) Bislang werden rund 80 Prozent der Energie in Venezuela von Wasserkraftwerken produziert.“
ShortNews: „Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat am vergangenen Wochenende in einer im Fernsehen übertragenen Rede plastischen Chirurgen des Landes vorgeworfen, Frauen ein falsches Schönheitsbild zu vermitteln, um sie ausbeuten zu können. Er drückte seine Empörung darüber aus, dass Frauen, die ansonsten nicht mal genug haben um über die Runden zu kommen, viel Geld für Brustimplantate ausgeben, weil sie dem Druck der Öffentlichkeit nicht standhalten können.“
Dieser Hugo Chávez scheint irgendwie ein vernünftiger Mann zu sein…
























