Feuerwerk im Gehirn und Schaum aus den Ohren

crimea

Schon klar.

Titty Twister (not reloaded)

twitty twistertwitty twister

Berlin-Rudow, die ehemalige Rocker-Kneipe Titty Twister.

Both stubborn & pissed – ein Sittengemälde

questionable relationship goals

Shitstorms sind irrelevant. Die deutsche „Netzgemeinde“ ist auch irrelevant, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Wenn man das laut sagt oder die Platzhirsche (im Bonsai-Format) ärgert, wird man „sozial“ geächtet, (weder zitiert noch verlinkt); der „Gemeinschaftsentzug“ als gefühlte Strafe funktioniert eben nicht nur bei den Zeugen Jehovas, sondern auch bei Vereinen wie dem DJV oder bei deutschen Bloggern. Die „Strafe“ wirkt aber nur dann, wenn das „Opfer“ auch mitmacht.

Ich kannte Tilo Jung bisher gar nicht. Ein Journalist, der sich „naiv“ nennt, ist kein Journalist, sondern nur ein ahnungsloser Trottel. Als Attitude, um sich zu vermarkten, geht das nur, wenn man dann auch den Eulenspiegel machte – aus der Perspektive der kleinen Leute die da oben lächerlich aussehen lässt. Über „Krautreporter“ hatte ich schon Don Alphonso zustimmend zitiert und werde natürlich – wie er – recht behalten.

Über Tilo Jung sind ein paar Frauen verbal hergefallen. Darüber ist gewohnt schmallippig geschrieben fantasiert worden:
Jung hat nicht irgendeinen dummen Witz gemacht, abends, in der Kneipe, angetrunken, rausgerutscht. Er hat Bilder gepostet, die sexistisch und chauvinistisch sind.

Alles falsch. Stimmt einfach nicht. Aber dazu hätte frau recherchieren müssen, anstatt den Bauch denken zu lassen. Das Bild (vgl. oben) wurde von einer Frau veröffentlicht und „verantwortet“, von Stephanie Anderson – „Professional Mindian / lover of trash and BuzzFeed Oz Staff Writer“. Jung hat das Bild nur retweetet, also zitiert. Das Original ist ein Tweet unter dem Titel „18 couples who’ve accomplished their questionable relationship goals“. Der Inhalt der Fotos passt zum Thema. Daraus stammt auch das Foto unten (die Hand ist weiblich!).

questionable relationship goals

So what? könnte man fragen? „Die Aufregung in den sozialen Medien der vergangenen zwei Tage“? Außer irrelevantem Gekreisch nichts gewesen. Doch: „Im Netz“ (im Usenet?) wurde jemand (wie?) „bestraft. Es gab – o Schreck, o Graus, ich fürcht‘ mich so! – eine „Teamsitzung“ bei dem vorbildlichen SchreiberInnen-Kollektiv den Krautreportern. Es kursiert sogar, was immer ein Kompliment ist, eine satirische Version des Nicht-Ereignisses.

Sexismus ist wie Dieter Nuhr blöd. Aber was ist „Sexismus“, um das sperrige „frauenfeindlich“ zu umschiffen? Ist es sexistisch, wenn eine Frau in der „Heute Show“ sagt, das Wort „Frau“ werde jetzt durch „Mensch mit Menstruationshintergrund“ ersetzt?

Sexismus ist wie Erotik: Alles spielt sich im Kopf ab. Ich könnte den Fußtritt, der vorgeblich im obigen Bild gezeigt wird (nein, wird er nicht – man denkt sich das hinzu), so interpretieren: Die vierteilige Bilderserie ist eine Allegorie auf das Verhalten von Männern, wenn Ehen auseinandergehen – und wie sich Frauen dabei fühlen. Stimmt nicht? Man beweise mir das Gegenteil!

Ich weiß nicht, warum sich Don Alphonso trotzdem so aufregt. Weil Juliane Leopold die Netz-Domina gibt? „Nedd amoi ignorier’n“, soll Karl Valentin gesagt haben.

Das Gekreische „im Netz“ ist einfach nur ekelhaft. Zum Glück hat auch ein Shitstörmchen immer nur die Lebenserwartung einer Drosophila. Wie bei allen Insekten ist es eine Eierfrage, wie man damit umgeht. Aber dazu ist Jung zu jung und naiv.

Deutschland

Deutschland

Foto: Ramona Stöcker (mit freundlicher Erlaubnis)

Schöner wohnen

massantebrücke

Schöner wohnen an der Massantebrücke in Rudow.

Hafen Britz Ost

Hafen Britz Ost

Ein klassischen Foto für den „Panorama“-Tag: Der Hafen Britz Ost – vermutlich kein touristisches Ausflugsziel (aber daran vorbei – wo früher die Mauer stand – eine schöne und schnelle Fahrradroute nach Rudow).

Ananke oder: DoS-Attacke der Glühbirne [Update]

Eine kaputte Glühbirne in einem Smart home fährt eine DoS-Attacke (via Fefe). Die ursprüngliche Story, von der die Süddeutsche abgeschrieben hat, gibt es bei Fusion. („The challenge of being a futurist pioneer is being Patient Zero for the future’s headaches.“ Lesenswert und zum Kringeln – wie auch die ältere Version in Wired.)

Das Thema hat Stanislaw Lem schon 1971 hinlänglich abgehandelt – in der Geschichte Ananke.

[Update] Dazu passt: „Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit von Geräten, vorherzusehen, zu welchem Zeitpunkt sie den größtmöglichen Ärger verursachen können.“ (Peter Glaser)

Ein stolzer Tag

moschee

Das waren noch Zeiten, als der Islam zu Deutschland gehörte…

Argh

linksradikal

Leider hat es mich grippal nun doch erwischt. Symptome: Niesen, Röcheln, extrem bescheiden und schlapp fühlen. Ich werde daher heute das Bett nur kurzzeitig verlassen. Dort kann ich auch Online-Tests wie den auf Metronaut ausfüllen, um das herauszufinden, was ich eh schon wusste.

Streben nach Ehre durch eine hohe Opferbereitschaft

German Foreign Policy (via >b’s weblog): „Studierende und Absolventen der Bundeswehr-Universitäten in Hamburg und München huldigen den vermeintlichen militärischen Leistungen der NS-Generalität und fordern die Rückbesinnung auf sogenannte zeitlose soldatische Tugenden.“ Beispiele:

Zu der postheroischen Gesellschaft gehören Defätisten, radikale Hedonisten und arrogante Selbstdarsteller.“ Dies aber sei „völlig inkompatibel“ mit dem „soldatischen Wesen“. (…) Ziel müsse letztlich eine „umfassende mentale Revolution“ sein, die für die „Reinigung des Offiziersstandes“ von „falsch verstandene(r) Toleranz und liberale(n) Auffassung(en)“ sorge (…). Als Vorbilder erscheinen (..) in diesem Zusammenhang NS-Generäle wie Erich von Manstein und Erwin Rommel (…).

Da überrascht nicht, dass hochrangige Bundeswehrangehörige und Mitarbeiter des Bundesverteidigungsministeriums das Buch „Armee im Aufbruch“, in dem obiges verbreitet wird, in den höchsten Tönen loben.
So schreibt etwa Oberst Uwe Hartmann vom „Kommando Heer“ in seinem dem Buch vorangestellten Statement, der Sammelband biete „faszinierende Einblicke in die Gedankenwelt junger Offiziere“ und liefere sowohl „innovative Ideen“ als auch „kritische Reflexionen“.

Unter Bilderstürmern

bildersturm

Mitglieder des so genannten „Islamischen Staats“ zerstören jetzt Statuen und vor-islamische Kunst in den Museen von Mossul.

Wieso kommt mir das jetzt bekannt vor?
Der reformatorische Bildersturm war eine Begleiterscheinung der Reformation im 16. Jahrhundert. Auf Weisung reformatorischer Theologen und der zum neuen Glauben übergetretenen Obrigkeit wurden Gemälde, Skulpturen, Kirchenfenster und andere Bildwerke mit Darstellungen Christi und der Heiligen sowie weiterer Kirchenschmuck − teilweise auch Kirchenorgeln − aus den Kirchen entfernt. Die Bildwerke und Schmuckgegenstände wurden teils verkauft oder anderweitig in Privatbesitz überführt, teils vernichtet oder beschädigt. (…) Durch den Bildersturm gingen sehr viele Kunstgegenstände des Mittelalters unwiederbringlich verloren.

Ich höre es klirren.

Zwangskirchensteuer

Humanistischer Pressedienst (hpd) (via Fefe): „Wie ein Franzose in Berlin Kirchensteuern zahlt“. Lesenswert!

Ceterm censeo: Deutschland ist noch kein säkularer Staat.

Das Gewürm zertreten

justizjustiz

Ist schon interessant, mit welchen Metaphern sich die Justiz vor dem Volk, in dessen Auftrag sie handelt, darzustellen beliebt.

Könnte etwas bedeuten oder: Troll, troller, am trollsten

troll

Ein Troll trollt in einem Troll-Blog (via Fefe): „Ich war nun just dieses Wochenende in Berlin und wie Du weißt, ist die Humboldt Uni just grade einen guten Kilometer von der amerikanischen Botschaft entfernt. Jedenfalls ist es die Uni, die der Botschaft deutlich am nächsten liegt. Könnte was bedeuten. Ok, die Russen sind noch näher an der HU.“

Genau. Die Juden und Putin sind schuld am Feminismus. Und die Nazis und die „linksgrünen Gutmenschentrullas“ kommen auch irgendwie vor.

Female Warriors [Update]

Und gleich noch etwas von My Modern Met: „Historical Portraits of African Female Warriors by Street Artist YZ“.
The historical portraits reference the highly-trained military women of the First Franco-Dahomean War in the 1890s, who, according to accounts, were actively fighting and killing the French.

Genial. So kann man Geschichte auch lernen. Unglaublich eindrucksvolle Gesichter. Mich würde interessieren, wo die Künstlerin („French Street Artist YZ“) das her hat. Gibt es die „Female Warriors“ irgendwo in einem Fotobuch?

Vgl. Brooklyn Street Art:
“I want to show warriors from ancient times; revolutionists, anti-colonialists, intellectual women who have written the story of Africa. We need figures to be proud of our roots, to keep fighting for our rights, and to write the story of tomorrow.“

Superselected.com:
The African Kingdom of Dahomey (modern day Benin) lasted from about 1600-1900. In 1729, an all-female militia organized and became a respected force within the kingdom. Eventually, the militia became so highly respected that King Ghezo, king of Dahomey from 1797 to 1818, ordered all of the families in the kingdom to send their daughters in to be considered to join the militia. Only the fittest and strongest women were chosen.

Ich glaube nicht, dass so etwas in deutschen Schulen gelernt wird. Dafür gibt es aber Religionsunterricht. Um Geschichte zu lernen, muss man eben manchmal mit dem Computer spielen.

[Update] Ich habe noch etwas gefunden: „Dahomey’s Women Warriors“. Und mit der Google Bildersuche natürlich.

Persischer Untergrund

My Modern Met: „Expressive Photos Reveal a Rare, Alternative View of Iran“. Ansehen!

Die spinnen, die

olympia

Ich will sie nicht, und ich wurde auch nicht gefragt. Eine Volksabstimmung in Berlin würde das klären, aber davor haben sie Angst.

(Das Schild links hat nichts damit zu tun.)

Weder Reife noch können

„Berliner Hundehalter haben im Allgemeinen weder die Reife noch das Können, Hunde zu halten. Der durchschnittliche Berliner Hundehalter hat keine Ahnung, was er da eigentlich mit seinem Tier tut und er hat auch kein Interesse, daran irgendetwas zu ändern.“ (Kiezneurotiker)

Das musste mal gesagt werden, vor allem die zweite Hälfte des Satzes.

Timeo Danaos et dona ferentes, Heinz!

Johannes Schneider dankt im Tagesspiegel dem (bald zurücktretenden) Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky. Seine Laudatio kann ich unterschreiben. Motto: Timeo Danaos et dona ferentes!

Durchs wilde Hadramaut

Wer etwas über die aktuelle Situation im Jemen wissen will, lese nicht deutsche Medien, sondern Al Jazeera:
An Al Jazeera correspondent in Aden said that the Southern Movement, a group which outrightly rejected rule by the Houthis, deployed its fighters to protect the port city from possible attack.

The group, which demands a return to the full independence of the southern region enjoyed from 1967 to 1990, had earlier raised the former flag of South Yemen over Aden’s airport and a security headquarters building.

Die gebildete ältere linksradikale Generation wird sich an die „sozialistische“ Verfassung des Süd-Jemens der 70-er Jahre erinnern.

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