Unter Bilderstürmern

bildersturm

Mitglieder des so genannten „Islamischen Staats“ zerstören jetzt Statuen und vor-islamische Kunst in den Museen von Mossul.

Wieso kommt mir das jetzt bekannt vor?
Der reformatorische Bildersturm war eine Begleiterscheinung der Reformation im 16. Jahrhundert. Auf Weisung reformatorischer Theologen und der zum neuen Glauben übergetretenen Obrigkeit wurden Gemälde, Skulpturen, Kirchenfenster und andere Bildwerke mit Darstellungen Christi und der Heiligen sowie weiterer Kirchenschmuck − teilweise auch Kirchenorgeln − aus den Kirchen entfernt. Die Bildwerke und Schmuckgegenstände wurden teils verkauft oder anderweitig in Privatbesitz überführt, teils vernichtet oder beschädigt. (…) Durch den Bildersturm gingen sehr viele Kunstgegenstände des Mittelalters unwiederbringlich verloren.

Ich höre es klirren.

Kommentare

4 Kommentare zu “Unter Bilderstürmern”

  1. ...der Trittbrettschreiber am Februar 26th, 2015 5:49 pm

    ;-) … eine Gesundheitsregel der taoisitischen Lehre ist es, regelmäßig mit den Zähnen zu klappern(ca. 36 Mal pro Session).

    Also meine Bude müsste auch mal wieder entrümpelt werden, sehe ich gerade…nicht nur Bilder, auch Skulpturen ähnlich sehende Gegenstände – au sakra, des is ja mei alte liab gewonnene Krachlederne do in dera Eckn, na – die muass bleibn!! Sonst lernst mi scho kenn‘, Bilderstürmer.

  2. Publicviewer am Februar 26th, 2015 6:11 pm

    Als Atheist gehe ich davon aus, das es die einzige Möglichkeit ist sich vollständig von den kirchlischen Objekten zu befreien um eine moderne Humanistische Gesellschaft überhaupt erst zu etablieren.

  3. Alexander Eppner am Februar 27th, 2015 11:02 am

    an Publicviewer,
    dass meinen Sie nicht ernsthaft, oder?
    Ich denke nicht, dass es notwendig sei, dazu Kunstwerke und -geschichte (Unsere „Welt“-Kulturgeschichte) zu vernichten. Auch ich betrachte mich als Atheist. Trotzdem gehört zu meinem Verständnis als Mensch auch Achtung/Wertschätzung/Respekt dieser relegiös verwurzelten Kunstwerke bzw. denen, die sie geschaffen.
    In Konsequenz Ihres Denkens dürften Sie dann auch beispielsweise Musik von Bach und Händel nicht hören. Und letztendlich ist die Vernichtung von Kunst nur eine Flucht vor geistiger Auseinandersetzung mit ihr. Und diese Vernichtung verstehe ich auch als inhuman. Damit ist a priori ein Aufbau ainer humanistischen Gesellschaft in einer von relegiöser Kunst befreiten Welt nicht möglich – da wir uns damit eines großen Teiles der Menschheitsgeschichte – und damit der Auseinadersetzung mit ebendieser – entledigen.

  4. ...der Trittbrettschreiber am Februar 28th, 2015 9:34 am

    … es ist nicht neu:

    Wenn Menschen geschlachtet werden, heuchelt man Hilflosigkeit. Werden Werte der Vergangenheit gefährdet, ist man empört und bereit, aktiv zu werden und auch zu meucheln – für die Werte der Zukunft.

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