Neun Milliarden

Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Der neue Stuttgarter Bahnhof ist so teuer geworden wie das James Webb Weltraumteleskop oder eineinhalb BER.(via Fefe)

Oder: Der Wert aller Rüstungsexporte Deutschlands im Jahr 2021. Vielleicht sollte man mal versuchen, die Euros einzeln zu zählen?

Hinderliches, aufrührerische Massen und unabdingbare Kerne

industrieschild
Schild für alles, überall aufzustellen, insbesondere längsseits von Impfgegner-Versammlungen (oder auch vor dem Wohnhaus der Genossin Wagenknecht)

Ich muss wieder Dinge zusammenpuzzeln, die gar nicht zusammengehören.

– Just for fun: Mir fiel neulich eine Werbebroschüre aus Papier in die Hände, die ich mit Vergnügen und Interesse von vorn bis hinten durchlas, weil sie mich in deutscher Leitkultur weiterbildete: Hein® Industrieschilder (Klaus Kroschke Gruppe). Das ist ja mal sowas von „Mittelstand“. Oder: Wie entdecke ich Marktlücken und fülle sie aus?

Ich halte es nicht für Zufall, dass man mit diesen Produkten in Indien oder Pakistan oder in Arabien nicht weit käme. Es fehlt die dazu passende Affektkontrolle – ja was eigentlich? Das ist das wohlbekannte Henne-Ei-Problem: Ignorieren sie Schilder, weil Regeln sowieso überschätzt werden? Oder wirken Piktogramme weniger, weil man zu viel rumlabert und eher auf Rat und Tat der jeweiligen Peer Group hört? Oder ist alles Fatum, und man sollte nicht so ein Gewese darum machen?

Auf jeden Fall ist allen das Motto deutscher Industrieschilderhersteller (allein das Wort!) gemeinsam: Interlassen Sie einen bleibenden Eindruck bei Ihren Kunden!

lumumba
Der freie Westen und seine Werte in Aktion

– Die belgische Regierung sah Lumumba als eine Gefahr an, da er als Sozialist die reichen Bergbau- und Plantagen-Gesellschaften verstaatlichen wollte. Der belgische Staat übte auf die Medien Druck aus, um das Image Lumumbas zu ruinieren. Die belgische Presse bezeichnete ihn als Kommunisten und Anti-Weißen, was er immer zurückwies. Eine westdeutsche Zeitungskarikatur bezeichnete Lumumba sogar als Negerpremier. Nach seinem Tod lautete der Titel einer belgischen Zeitung „der Tod des Satans“ (la mort de Satan).

– Aus der Vergangenheit lernt man manchmal mehr als studierte man die gegenwärtigen Weltläufte das, war gerade in den Qualitätsmedien auftaucht. In diesem Sinne: Was lese ich zurerst?

Bildungskanon

Gilgamesch unter den Nephilim oder: Zu Weibern nehmen, welche sie wollen

genesis

Sonntag. Als Kind hätte ich um die Mittagszeit schon zwei Stunden bei Gebet, Predigt und Bibelstudium verbracht, und zwei Stunden am Nachmittag stünden mir noch bevor. Schadet vielleicht gar nicht, weil es das Gedächtnis schult und die Fähigkeit, auf ein Trampeltier so lange einzureden, dass es endlich denkt, es sei ein Dromedar. Bringe mir jemand ein Bibelzitat und ich erkläre es ihm! Oder auch, dass das Gegenteil wahr ist. Oder, wie Paul Lafargue schrieb: „Engels, der doch die Genauigkeit bis zum äußersten trieb, konnte dennoch manchmal über die Skrupulosität von Marx ungeduldig werden, der keinen Satz aufstellen wollte, den er nicht auf zehn verschiedene Arten beweisen konnte.“

Die Bibel also? Herrje, muss das sein? Das werden wir gleich sehen! Ich war schon immer dagegen, alte Literatur aufzuhübschen. Wenn die Bibel, dann die Luther-Version von 1534 und meinetwegen mit drei Fantastilliarden wissenschaftlichen Kommentaren. Aber: Die Bibel der Christen ist wie eine Schichttorte: Zunächst nur mündlich überlieferte Mythen und Geschichten, die später in zahllosen Versionen und Sprachen niedergeschrieben wurden. Und Luther hat auch noch falsch übersetzt, starke Frauen, die ihm nicht gefielen, hat er einfach unter den Tiasch fallen lassen, und der erste war er auch nicht. Aber die uralten „Legenden“, die überall zusammengeklaubt wurden, haben einen wahren Kern, auch wenn die historischen Fakten manchmal zusammengepuzzelt wurden wie die Scherben einer kaputten Vase, und das auch noch von mehreren verschiedenen Vasen, die gar nicht zusammengehörten.

Bei Parzinger: Die Kinder des Prometheus, den ich immer noch lese, wird diskutiert, warum die ersten seßhaften Bauern und deren Ansiedlungen, ja die ersten Städte überhaupt, im so genannten fruchtbaren Halbmond auftauchten, also auf dem Gebiet des heutigen Irak bzw. weiter gefasst in der Levante und nicht etwa irgendwo anders. Zufall oder Notwendigkeit? (Die Stammleser erkennen die Fragestellung wieder.) Ich sage nur: Jericho! Zehn Jahrtausende (!) vor unserer Zeitrechnung, und ganz prominent in der Bibel beim Thema einstürzende Altbauten. Oder Ur, die Stadt, aus der Abraham stammte, ein legendärer Sagenheld aller monotheistischen Religionen.

Das Thema Sintflut hatten wir hier schon (nicht auf das obere Bild schauen!): … confirmed that 7,600 years ago the mounting seas had burst through the narrow Bosporus valley, and the salt water of the Mediterranean had poured into the lake with unimaginable force, racing over beaches and up rivers, destroying or chasing all life before it. The rim of the lake, which had served as an oasis, a Garden of Eden for farms and villages in a vast region of semi-desert, became a sea of death. The people fled, dispersing their languages, genes, and memories.

gilgamesch epos

Das Ereignis taucht in der Vorlage für die biblische Erzählung des Noah auf – im Gilgamesch-Epos. Die oral history der Sumerer in Mesopotamien überliefert also etwas, was rund fünf Jahrtausende vorher geschah. Die Bibel enthält den historischen Kern wie ein Bernstein Fliegen, aber macht daraus eine moralische Parabel, die mit Gilgamesch nichts mehr zu tun hat.

Aber ich schweife ab. Ich wollte das Paradies ansprechen, den Garten Eden und die vier Flüsse, die erwähnt werden. Nur der Euphrat (Perat) ist eindeutig, um alle anderen streiten sich die Gelehrten. (Altorientalische Philologie wäre auch ein hübsches Studienfach: Beim Anbaggern in einer Kneipe auf die Frage „was machst du denn so?)“ zu antworten: „Ich lerne gerade Akkadisch in Keilschrift zu schreiben“.)

Beim Gihon tippen manche auf den hier schon bekannten Oxus, sicher ist das nicht. Beim Garten neige ich zu den Tempelgärten von Eridu als Vorlage, ohne das näher begründen zu können. Sechstes Jahrtausend – damit sind wir schon „nahe“ an der historischen Sintflut, ungefähr so nahe wie wir am Essener Domschatz.

genesis

Dann haben wir heute noch die Sache mit den Weibern. Das hat mir als Kind schon Rätsel aufgegeben, die die Laienpfaffen, die mich umgaben, nicht beantworten konnten: Wenn Adam und Eva und ihre Nachkommen die ersten Menschen gewesen sein sollen und die „Kinder Gottes“, wer sind dann die anderen, mit denen jene herumhurten, weil sie so schön waren? Und wo sind die Nephilim geblieben? Die Neandertaler waren schon mindestens 30.000 Jahre vorher ausgestorben. Und schön sahen die auch nicht aus. Fragen über Fragen. Aber das Stammpublikum kann sich die Antwort sicher selbst geben.

Ostdeutschland

ostdeutschland

Die Amazon-Algorithmen kennen mich nicht wirklich, oder?

Unter Verweisquellungen

verweisquelle nicht gefunden

„…unterschiedlichen Häufigkeit von Testungen auf das Vorhandensein von besorgniserregenden Varianten (…) sowie Verzögerungen in der labordiagnostischen Erfassung und Übermittlung“. (RKI laut Tagesspiegel)

Liebe Studenten! Übersetzen Sie dieses Satzfragment ins Deutsche, ohne ein Wort zu benutzen, das mit ung oder keit endet!

Das könnte fast Katja Kipping geschrieben haben. Übersetzt heißt das: „Wir haben keine Ahnung, wie viele Leute infiziert sind.“

Moralpaniken oder: Verkontraktualisierung der Lust

toxic vision
Credits: Sharon Ehman/Toxic Vision

Interessanter Artikel auf Telepolis: „Sexualität und Strafe im modernen Kapitalismus“ (und unterhaltsame Kommentare).

… dass ein veränderter Diskurs auch dafür sorgt, dass Menschen Situationen im Nachhinein als sexuelle Gewalt oder Gewaltigkeit erlebten, die sie vorher als gleichberechtigte Beziehung betrachteten – womöglich, weil sie sie aufgrund ihres Selbstbildes oder aufgrund von Erwartungshaltungen Dritter so betrachten wollten.

Früher war mehr Lametta

burks1954

Das bin ich, Weihnachten 1954

Ministry for Digital

Federal Ministry for Digital and Transport

Was bedeutet eigentlich „Federal Ministry for Digital and Transport“? Ist das Englisch? Und fehlt da nicht irgendetwas mit „Cyber“?

Precision and elegance oder: Die Brillenlage am Mittwoch

elegance

– Es ist alles, wie es immer war: Deutschland hat bald nicht genug Impfstoff. Surprise, surprise! Hätte uns doch jemand gewarnt! Der Mangel habe viele überrascht – auch ihn, sagte Gesundheitsminister Lauterbach. Mich nicht.

– Bürgerrechtler seien „quasiliberale Wichser“, Homosexuelle „Schwuchteln“, die weggesperrt gehörten. Das sagt Alexei Nawalny. Dahe wird er für den EU-Menschenrechtspreis nominiert.

– Scholz sagt, wir schafften das. „Der Dezember schlage mit seinen dunklen Tagen ohnehin aufs Gemüt, derzeit fehlten zudem die stimmungsvollen Weihnachtsmärkte und geselligen Weihnachtsfeiern, sagte der 63-Jährige.“ Wie meinen? Dann schaff dir eine Brille wie Mick Jagger an! Mir schlägt im Dezember nichts auf irgendwas. Und wenn das doch drohte, lasse ich meinen Avatar ein paar Leute umhauen oder befehle virtuellen Sklavinnen, dass sie mir ihre gravitationsbefreiten Titten 2.0 zeigen. Dann fühlt man sich gleich besser.

covis-19

– Übrigens: Gratulerer, Magnus Carlsen!

Irgendetwas mit Rädern

burks

Da war ich knapp zwei Jahre alt. Ich kann nicht erkennen, was ich da mit mir herumziehe, irgendetwas mit Rädern.

Harmful Social Consequences

Spermaschmuggler
Spermaschmuggler in der Karibik (Symbolbild)

Zuerst wollte ich etwas über Spermaschmuggler schreiben, aber das funktionierte nicht, weil ich weinend auf meinem Schemel saß: Fast vierzig Personen hatten mich auf Fratzenbuch „entfreundet“. Ich hatte gepostet: „Annalena Baerbock wird vermutlich die schlechteste Außenministerin seit Joachim von Ribbentrop werden.“

„Entfreunden“ – das schmerzt unsäglich. Als ich mich wieder beruhigt hatte, las ich Henryk M. Broder (Paywall), dass das Amt an sich völlig überflüssig sei und ohnehin der Kanzler die Außenpolitik bestimme. Als Außenminister ist Baerbock eine Art Briefbote. Sie kann nicht viel Unheil anrichten. Stimmt: Diplomatische Verstimmungen könnte man auch faxen.

Der Guardian berichtet über regierungsamtliches „Entfreunden“ in SüdKorea: The government invests heavily to remove human contact from many aspects of life but fears of harmful social consequences persist. Mir wäre es auch lieber, wenn eine freundliche Roboterin den Kaffee brächte, falls dieser gut schmeckte, oder wenn diese silikonisch aussähe.

Indien hat COVID-19 fast besiegt: Studien zeigen, dass die Mehrheit der 1,4 Milliarden Menschen im Land bereits Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt hat. Der Virologe Jacob John, emeritierter Professor am Christian Medical College im südindischen Vellore, ist überzeugt, dass Indien als erstes Land der Welt die Pandemie besiegt hat und in die „endemische Phase“ übergegangen ist. „Dieser Zustand ist erreicht, wenn sich die Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau stabilisieren“, sagt John. Und genau an diesem Punkt befindet sich Indien jetzt.

Die Gründe kann man sich denken: Demografie, vorhandene Infrastruktur, was Impfen angeht, eigener Impfstoff, der nicht unzählige bürokratische Hürden überspringen musste, um eingesetzt zu werden.

[Einschub: Ich habe es aufgegeben, die deutschen Qualitätsmedien zu mahnen, dass man Links ins Internet setzen könne. Es ist zwecklos, und ich bin nicht Don Quichotte. Dann geht doch sterben.]

By the way; Sieben junge Deutsche infizieren sich in Südafrika trotz Dritt-Impfung. Vierte Corona-Impfung rückt näher. Und: Es wird nicht besser werden, weil die Misere des Gesundheitswesens endemisch ist.

Carthaginem esse delendam

karthago

The Punic cothon of Carthage, in modern-day Tunisia, as it would have appeared in the 3rd century BCE compared to today (Zinedine Loucif auf Facebook).

Vor mehr als zwei Jahrtausenden sah das da besser aus.

欢迎!

Erster Besuch der deutschen Außenministerin in China.
Baerbock: Guten Tag, Herr Außenminister!
Wang Yi: Baerbok 女士,下午好,欢迎来到中华人民共和国。 你靠什么谋生?

Grenzenlose Freiheit

moskau

Moskau bei Nacht. Das Foto wurde mir gerade von einem Freund zugeschickt, der im Flugzeug saß und darüber räsonierte, ob es angesichts der Nachrichten aus Deutschland nicht besser gewesen wäre, in Russland zu bleiben.

Ich habe aus dem Stream der Nachrichten ein paar Zitate aufgegabelt. „Aus aerosolphysikalischer Sicht macht ein Verbot von Weihnachtsmärkten absolut keinen Sinn. Im Freien finden nur sehr wenige Ansteckungen statt“, sagte Gerhard Scheuch, früherer Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosolmedizin (…) „Bei langen Schlangen vor den Impfzentren hat man auch keinerlei Bedenken.“ Das Risiko einer Infektion sei in Innenbereichen 20- bis 100-mal höher als draußen. (…) „Eine allgemeine Maskenpflicht im Freien macht keinen Sinn und hilft nicht, das Infektionsgeschehen zu reduzieren.“

Feuchtigkeit macht übrigens Masken effektiver.

Joachim Sauer [der Ehemann Angela Merkels, Quantenchemiker]: Es ist erstaunlich, dass ein Drittel der Bevölkerung nicht den wissenschaftlichen Erkenntnissen folgt. Zum Teil liegt das an einer gewissen Faulheit und Bequemlichkeit der Deutschen. Die andere Gruppe sind Menschen, die einer persönlichen Überzeugung folgen, einer Art ideologischer Reaktion auf das, was sie für eine Impfdiktatur halten. Dies gilt für alle Bildungsschichten, auch für Akademiker, Ärzte und Wissenschaftler.

Alexander Kekulé [hinter der „Welt“-Paywall] Vor allem das sogenannte 2G-Modell ist ja Teil des Problems. Geimpfte und Genesene glauben, sie wären sicher, weil man ihnen das bis vor Kurzem so gesagt hat. Aber auch sie infizieren sich zu einem erheblichen Teil. Dadurch haben wir jetzt diese massive Welle unter den Geimpften.

Sie ist deshalb so gefährlich, weil diese Menschen glauben, sie seien geschützt. Sie wurden falsch informiert, sogar das Robert-Koch-Institut hat das noch bis vor Kurzem auf seiner Website falsch dargestellt. (…)

In den USA ist tatsächlich die Rede vom falschen Versprechen der Impfung. Ich schließe mich da ungern an, weil die Impfungen ja gegen schwere Verläufe weiterhin gut schützen. Ich würde eher von einem falschen Versprechen der Bundesregierung reden. Es wurde suggeriert, dass Geimpfte wieder ein völlig normales Leben führen könnten. (…)

Der Chef von Pfizer hat vor einigen Wochen gesagt, dass der an Delta angepasste Impfstoff bereits im Regal steht. Da stellt sich die Frage, warum wir mit dem gegen die ursprüngliche Wuhan-Variante entwickelten Impfstoff boostern, statt die neu angepassten Vakzine zu verimpfen.

Apokalypse Now

Victor Hoffmannsthal auf Twitter: „Fakt ist: Egal ob schnell impfen oder Boostern… Heute war Bergfest!
Wer sich ab morgen infiziert und auf ITS muss: es wird deutschlandweit keines, in Worten, KEINES, mehr geben. Die noch freien 3.184 Betten sind durch die Infektionen der letzten 2 Wochen dann weg!
Und dann?“

Failed State, revisited

bürokratie

Eigentlich wollte ich mich heute freiwillig testen lassen, ob ich mit dem Coronavirus infiziert sei, obwohl es keinen aktuellen Grund gab. Man hat ja staatsbürgerliche Pflichten. Ich habe aber nach zehn Minuten wutentbrannt das Testzentrum im Kiez verlassen, weil mir die ausufernde Bürokratie, die dazu noch unfähig ist, schwer auf den Senkel ging.

Man möchte nur sich testen lassen. Was ist daran so schwierig? Warum muss man einen Account anlegen, auf dem Smartphone stundenlang herumfummeln, mindestens fünf mal irgendetwas akzeptieren oder auch nicht, Texte in Romanlänge lesen – und dann funktioniert das Registrieren doch nicht? Neuland vom Feinsten. Beim ersten Mal im März war es ähnlich schwierig. Ihr könnt mich mal.

Schwere Maschinen

spielzeug

Das bin ich, vermutlich im Januar 1955. Leider finde ich nicht mehr heraus, um welche Spielzeuge es sind genau handelte. Ich weiß auch nicht, wo das Zeug geblieben ist; vermutlich haben es meine Eltern verschenkt.

Nicht auf den Monitor einschlagen!

fly

Alles minitrans und aktivistisch

notizen

Zur Zeit kriege ich nicht genug Schlaf und muss auch noch kurz nach vier Uhr früh aufstehen, wie die Bäckersleut. Aber das Publikum sei versichert, dass es nicht vergessen ist. Noch mehr: Ich plane, die mediävistisch interessierten Leserinnen und die des Feudalismus mittlerweile kundigen Leser in Kürze mit einem längeren und natürlich reichlich bebilderten Traktat zu belästigen, welchselbiges sich aber schwieriger gestaltete als gedacht und was mich zwang, meine wirren Gedanken, die wie gewohnt von Hölzken auf Stöcksken hüpfen, in eine schriftliche Form der vorläufigen Art zu pressen, ganz altmodisch mit Bleistift und Papier dergestalt, dass hier noch etwas hinzukam und dort noch jenes bemerkt werden musste, was wiederum irgendwie auf dieses verwies.

Und es gibt ja auch noch die Weltläufte (har har). Die Klassenherrschaft im Kapitalismus modifiziert sich. Ausgerechnet die Nachdenkseiten bieten hierzu eine interessante Lektüre: „Noch mehr Mini-Jobs und endlich Einstieg in die Aktien-Rente. Auf dem Weg zur grün lackierten Klassengesellschaft: Die Ampel-Koalition mit verschärfter Arbeits- und Rentenarmut, aber genderpolitisch korrekt“.

Der Autor Werner Rügemer analysiert messerscharf, warum die grüne und liberale Mischpoke mitnichten auch nur ansatzweise links sind, sondern nur eine Fraktion des Kapitals repräsentieren, die sich flexibler an die neuen ökonomischen Trends anpasst:
Und die kleinen, mittleren und großen Unternehmen – von kirchlichen Altenheimen über Mittelstandsbäckereien und Industriereiniger bis zu Amazon – können mithilfe der Digitalisierung die anfallende Arbeit in immer kleinere Portionen aufteilen, sprich Mini-Jobs, die je nach zeitlichem und mengenmäßigem Bedarf eingesetzt, geschoben, gekündigt werden können.

Apropos: Die „Linke“ macht jetzt Klassenkampf für kriminelle arabische Clans. Das ging schon durch die Qualitätsmedien.

Bei der Frau Sahra Nagel („Die Linke Neukölln), die ich nicht als Genossin anreden würde, fällt mir ein Anonymus aus dem 14. Jahrhundert ein:
Ich wil hie schribvn
von diesen tvmben wibvn
was hie wirt plapla gvsprochvn
vppigs in der wochvn
was wirt allvs wol gvdaht
so es wirt für den richtvr braht.

Wenn man liest, was manche „Linke“ von sich geben, könnte man fast meinen, die Drogenfreigabe sei doch der falsche Weg. Auch die Genossin Wagenknecht hat offenbar den Pfad der reinen Vernunft verlassen und wandelt jetzt auf dem des Herumschwurbels.

Vermutlich ist auch diskriminierend, wenn man bei Afghanen in christlichen Kirchen immer die Augen offen halten sollte.

Dann haben wir noch eine anderer randalierende Gruppe, deren Klassenbasis vorwiegend im neuen städischen Kleinbürgertum zu suchen ist und das sich im reaktionären „linksidentitären“ Milieu der heutigen Universitäten tummelt. N-TV:
Die britische Philosophin Kathleen Stock wird monatelang von Genderaktivisten bedroht und bedrängt. Die Polizei rät ihr sogar, Leibwächter zu engagieren. Nun gibt sie ihre Professur in Sussex auf. (…) Transgender-Aktivistinnen und -Aktivisten werfen Stock Diskriminierung vor. Sie hatte gesagt, dass Menschen nicht ihr biologisches Geschlecht ändern könnten und der transaktivistischen Vorstellung widersprochen, dass Geschlechtsidentität in Fragen von Gesetz und Politik den Ausschlag gebe.

Ich hoffe immer noch, dass die Wahlen wiederholt werden müssen. Und nicht nur in Berlin. Bakunin würde sich freuen.

Non-E-Scooter im Wirtschaftswunder

tretroller ballonreifen kettler

Meine Schwester war noch nicht geboren, also muss das vor 1958 sein. Ich habe etwas recherchieren müssen, um welches Gerät es sich handelt: Vermutlich um einen Kettler Tretroller mit Ballonreifen. Diese Roller gibt es heute noch (Amazon), aber die damals sahen cooler aus.

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