Schluss mit der Knallerei!

Sammelt jemand schon zufällig Unterschriften für ein Volksbegehren, die elende Silvesterknallerei zu verbieten? Da würde ich mitmachen.

Rot und Weiss

rot und weiss

Fotografiert am 26.12.2005 vom Balkon meiner alten Wohnung in der Katzbachstraße, Kreuzberg. Leider habe ich das Original mit höherer Auflösung nicht mehr.

Milky Way

milkyway

The Milky Way and the moon from the temple of Karnak, Egypt.

Credit: George Geo (ich bin mir nicht sicher, für was das steht, vielleicht „Geo“? Der ehemalige Expeditionsleiter von GEO hieß Uwe George.

Zweitfrau geht

Stuttgarter Zeitung: „Deutscher Pass und Zweitfrau: Beides geht. Ein Syrer, der zwei Ehefrauen hat, darf trotzdem Deutscher werden. Die Stadt Karlsruhe darf seine Einbürgerung nicht rückgängig machen, sagt der Verwaltungsgerichtshof.“

„Gleichwohl teile der Senat nicht die Ansicht des Verwaltungsgerichts, dass das Prinzip der Einehe ein Bestandteil der freiheitlich demokratischen Grundordnung sei.“

Das eröffnet ungeahnte Perspektiven!

Jagen, Saufen und der Endzweck des Kochens, reloaded

Moritzburg

Foto: Schloss Moritzburg (2006)

Dieses Foto hatte ich 2006 noch nicht veröffentlicht. Von Relikten der Herrschenden halte ich auch nicht viel. Enteignen und dem Volk geben! Vor 12 Jahren schrieb ich also:

Gestern war ich, in angenehmer weiblicher Begleitung, im sächsischen Schloss Moritzburg. Das geht so: Man fährt eine sehr lange und gerade Allee entlang, geradewegs auf das Schloss zu, umrahmt von Kastanien, die von einem Virus befallen sind und deren Blätter schon im Sommer braun abfallen. Moritzburg liegt in einem See, auf dem keine Boote fahren, noch nicht einmal Tretboote. Alles wimmelt von Rentnern. Die tragen, wie der deutsche männliche Tourist an sich, kurze Hosen, Sandalen und Strümpfe und reden oft guttural.

An der Landstrasse warten Kutschen, vielleicht sind es auch Fiaker. Ich kenne den Unterschied nicht. Im Schloss selbst muss man Geld abgeben für den Eintritt, um das sehen zu können, was die herrschende Feudalklasse so hinterlassen hat. An den Wänden hängen zahllose gewaltverherrlichende Tierbilder: Hunde zerreisen Keiler, Jäger schießen Hirsche tot oder Reb- und andere Hühner. Wirklich interessant ist nur die Ausstellung über die Küchenkultur des 17. und 18. Jahrhunderts.

„Es ist demnächst zu wissen, dass der Endzweck des Kochens und Zurichtung der Speise zweyerley sey; als erstlich, daß solche der Unterhaltung des Menschen und dessen Gesundheit dienen und wol zu verdauen und denn zum Anderen auch den Geschmack zu vergnügen und der leckernden Zunge ein Genügen zu Thun schicklich seyn mögen.“

Was mir von der Geschichte der Jagdresidenz Moritzburg sehr gefallen hat, ist ein Zitat aus Wikipedia: „1945: Die Wettiner werden enteignet. Sie können große Teile ihrer wertvollen Schätze in der Umgebung verstecken. Die Schätze werden bis auf wenige Stücke von den sowjetischen Truppen gefunden.“

Har, har, amüsiert sich der Berufsrevolutionär und Linksextremist. Recht so. Übrigens: Die herrschende Klasse Sachsens hatte, was Speisen und Getränke angeht, einen guten Geschmack.

Nachtrag: Ein aufmerksamer Leser hat mich darauf hingewiesen, dass die Kastanien von der Rosskastanienminiermotte geschädigt werden.

Warum funktioniert Berlin nicht?

berlin

Foto: Berlin-Neukölln, Kiehlufer (2010)

Hübsches Berlin-Bashing in der Berliner Zeitung: „Dass Berlin „dysfunktional“ ist, bemerkten schon ganz andere: Zu Jahresbeginn widmete sich der weltweit erscheinende Economist den hiesigen Zuständen. Ihn leiteten nicht irgendwelche Misslichkeiten wie fehlende Aussteigetreppen am Rollfeld sondern knallharte Zahlen wie diese: Ohne die Hauptstadt läge das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland pro Person um 0,2 Prozent höher. Berlin macht das Land ärmer. So muss sich keine einzige andere europäische Hauptstadt charakterisieren lassen.“

Warum die Berliner Zeitung keinen Link zu dem Economist-Artikel setzt, kann ich nicht erklären. Vielleicht sind die Redakteure dumm und faul.

Mars

mars

Mars-Panorama – Curiosity Rover

Mars Panorama – Curiosity rover: Martian solar day 2082 – High resolution 360° panorama https://goo.gl/K1N2LD
Image credit: NASA/JPL-Caltech/MSSS/Andrew Bodrov

This panorama combines 83 exposures taken by the rover’s Mars Hand Lens Imager (MAHLI) during the Sol 2082 of Curiosity’s work on Mars (June 15, 2018)

A Martian dust storm has reduced sunlight and visibility at the rover’s location in Gale Crater.

You can find all interactive panoramas of #Mars by NASA’s #Curiosity Rover here: http://www.360cities.net/sets/curiosity-mars

«Der Mann ist das Problem» – wirklich?

Neue Zürcher Zeitung: „Im Zeichen von Feminismus und #MeToo kann man «den Mann» heute fast beliebig schlechtreden und beschuldigen. Dieser Trend ist nicht nur gänzlich undifferenziert, er ist sexistisch. Und er zementiert die Opferrolle der Frau.“

When your wolololo skills aren’t good enough

north sentinel

Ich weiß nicht, wieviele Tage meines Lebens ich damals damit verbracht habe… Würde immer noch Spaß machen.

Bruchglas et al

bones

Ab heute muss ich wieder arbeiten.

Holy Shit!

Die spätkarolingische Georgskirche in Second Life 2009

Die Evangelen benutzen jetzt einen „Segensroboter“. Er heisst „BlessU-2“ und ist ein ehemaliger Geldautomat. Kann man sich gar nicht ausdenken, sowas.

Da fällt mir ein, dass ich noch einmal Marcel Mauss‘ Theorie der Magie durchblättern wollte.

Turkish Delight

marisa papen

Die britische Sun ist natürlich viel prüder, als sie sich gibt: Nackte Nippel und noch mehr geht gar nicht. „Playboy model Marisa Papen sparks outrage by FLASHING while wearing a burka at Turkey’s famous Hagia Sophia mosque“.

Und? Sieht man was? Nein, Pixel über Pixel. Die Nutzer müssten geschützt werden: Der Anblick von Nippeln gefährdet Ihre seelische Gesundheit! Oder was wollen die mir sagen? Wie lächerlich ist das denn? Lustig ist auch die Kategorie controversal.

Man kann es als Werbung für das belgische Model sehen: Wenn mir zum Beispiel der Mirror zensierte Fotos zeigt, suche ich natürlich nach den Originalen.

Die Dame sieht nicht nur – nach gegenwärtigen Mainstream-Schönheitsstandards – ästhetisch perfekt aus, sondern ist auch mutig. Chapeau!

Selfie und Minsk

Bydgoszcz Głównaeisenbahn

Back home. Weiß jemand, ob polnische Loks in Minsk hergestellt werden? Oder warum steht das da dran?

Bromberg, backstage

BydgoszczBydgoszczBydgoszczBydgoszczBydgoszczBydgoszczBydgoszczBydgoszcz

Zeit, ein bisschen hinter die Kulissen des heutigen Bydgoszcz zu blicken. Mittlerweile kann ich das sogar aussprechen: Das y ist Mischung aus i und e, das sz ist ein sch, und das cz ist ein tsch, also Bedgoschtsch.

Als Berliner empfindet man Bromberg kleinstädtisch, es hat nur doppelt so viel Einwohner wie Kreuzberg und etwas weniger als Berlin-Neukölln. Viele Häuserzeilen sind nicht renoviert und zeigen einen 70-er-Jahre-Style – nicht so aufgehübscht wie in Kreuzberg. An den Plätzen und Parks ist es um so schöner, kaum ein hässlicher Plattenbau stört die Ästhetik. Die unteren Bilder zeigen den Jan-Kochanowski-Park und eines der städtischen Wahrzeigen – die Skulptur der Bogenschützin.

Polen und insbesondere Bydgoszcz scheinen städtebaulich noch in den 70-er Jahren zu stecken: Offenbar baut man an einer autogerechten Stadt. Alles ist verstopft und höllisch laut. Die Einwohner sagen: eine Katastrophe. Verlässt man den Stadtkern, wird man von Schnellstraßen erdrückt, deren Ausläufer überall hin reichen. Von Umgehungsstraßen keine Spur. Die Fordónska ist einfach nur schrecklich. Ich würde den gesamten Autoverkehr von der Insel in der Brda verbannen und auch rund um den Markt. Aber darauf kommen die nicht.

Ich bin gestern mit dem Auto über Łęgnowo (Langenau) nach Solec Kujawski (Schulitz) gefahren: Auf die Landstraße hätte ich mich als Radfahrer nicht unbedingt gewagt.

Die deutsche Fahne auf dem 3. Bild von oben ist das deutsche Honorarkonsulat. Ich traute erst meinen Augen nicht.

Apropos Verkehr: Ich war im (leeren) Touristenbüro, um mir erklären zu lassen, wie die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren. Ich habe in der ganzen Stadt keinen Fahrkartenautomat für die Busse gefunden, obwohl es die geben soll. Am Hauptbahnhof gibt es nur einen (!) Automaten für regionale Tickets. Die Schlange (vgl. Foto) war ewig lang. Ich fragte einen jungen Mann per Google Translator in perfektem Polnisch, ob das wirklich wahr sei, und er grinste und nickte nur. Das Geldwechselbüro am Hauptbahnhof hatte auch geschlossen. Vielleicht kann mir auch irgendwann jemand sagen, wo welche Tram hinfährt und wie viel man wo bezahlt. einen Plan der öffentlichen Verkehrsmittel hatten sie im Tourist Office nicht oder sie haben vergessen, mir einen zu geben.

Ich habe meistens eine Taxe genommen, die im Vergleich zu Berlin sehr preiswert sind – für fünf Euro ist man schon in einem Aussenbezirk.

Lohnt es sich? Vermutlich ist Bydgoszcz authentischer für Polen als das von vielen Touristen heimgesuchte Studentenstädtchen Torún.

Wassergrundstück in Czersk Niemiecki

ŁęgnowoŁęgnowoŁęgnowoŁęgnowo

Das Wassergrundstück (zwischen der Brahe/Brda und dem Kanal) meines Ururururgroßvaters Jacob Schröder im Jahr 1778. (Das größte Grundstück – markiert mit dem Buchstaben F auf der Karte – war nordöstlich der heutigen Torúnska – da ist immer noch ein Bauernhof, und die Kurve in der Strasse ist auch noch da, wo sie 240 Jahre zuvor war.)

Wenn man am Ufer der Weichsel steht, kann man das heutige Bromberg sehen. Der kleine Deich des Kanals stammt vermutlich aus dem 17, Jahrhundert, als Langenau ein Holländerdorf war.

Bromberg bei Nacht

BydgoszczBydgoszczBydgoszczBydgoszcz

Von oben nach unten: Die Brücke über die Brahe/Brda mit Bick auf den berühmten Seiltänzer (gefällt mir!). Die Promenade unterhalb derselben Brücke mit Blick auf die Kathedrale St. Martin und St. Nikolaus (kein deutscher Wikipedia-Eintrag??) oder auch einfach die Kathedrale von Bromberg – und dieselbe aus einem anderen Blickwinkel. Der schöne „Alte Markt“ (Stary Rynek) ist leider komplett eine Baustelle – das untere Bild zeigt, warum.

Von der Weichsel an die Brahe

weichsel

Die Weichsel an der Grenze zwischen Deutschland und Polen

Gerade habe ich im Karczma Młyńska (Mühlentaverne) in Bromberg (Bydgoszcz) lecker gegessen. In könnte mich spontan mit der polnischen Küche anfreunden; nix vegetarisch, nix vegan, nix halal, gute Hausmannskost mit Schwein und Graupen. So was kriege ich weder in Neukölln noch in Kreuzberg.

„Traditional Polish soup, pork-based“. Yeah! „Traditional Polish beef roll, pearl barley, beetroots“. Nochmal: Yeah! Supernette Bedienung, ultraschnell.

Przepraszam, nie mówię po polsku! Das kann ich schon. Ansonsten höre ich nur Zischlaute um mich herum.

Addendum: Polnische Taxifahrer fahren immer und überall mindestens 80 km. Auch sehr sympathisch.

Addendum 2: Ich sage Prag und nicht Praha, und Straßburg, nicht Strasbourg. Also sage ich auch Brahe und Weichsel und nicht Brda und Vistula.

Konkret, paddelgepaust

konkret

Vielen Dank, Pressegrosso! Ich hatte die konkret immer nur gekauft, weil ich zu faul war, ein Abo abzuschließen. Die Oktober-Ausgabe bekam ich aber nirgendwo. Der Grund: Das Pressegrosso, Monopolist für die Auslieferung von Zeitschriften, weigerte sich, die Zeitschrift, die auf dem Titelbild die Schlagzeile Deutschlands Nazis“ und den Untertitel „Die Schläfer erwachen“ mit Hakenkreuzen auf der Krawatte eines Nazi-Führers illustriert, auszuliefern. Begründung: „Der Gebrauch des Kennzeichens einer verfassungswidrigen Organisation verstößt gegen § 86 a StGB. Für den nicht politisch bewanderten, das Magazin nicht kennenden Beobachter ist nicht auf Anhieb eine eindeutige Gegnerschaft zu der Organisation und die Bekämpfung ihrer Ideologie zu erkennen.

Also habe ich jetzt abonniert. Mit dem Paragrafen habe ich vor 18 Jahren auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Vermutlich bin ich der einzige Leser des Magazins, der es während der Paddelpausen liest.

Zitadelle SpandauZitadelle Spandau

Ich verstehe nicht, warum Gremliza so auf Wagenknecht herumdrischt und die „Sammlungsbewegung“ (weißer Schimmel!) Aufstehen „völkisch“ nennt. Diese Haltung ist sehr bequem, typisch deutsch und noch mehr typisch linksdeutsch. Man kann immer ein oder mehrere Haare in der Suppe finden und sich in dem Gefühl sonnen, die alleinseligmachende Exegese der Weltläufte anzubieten. Angesichts der maginalisierten parteipolitischen Linken in Deutschland kann es aber einfach nicht so weitergehen. Wagenknecht sagt ganz richtig, dass das Thema „Einwanderung“ (wie bekannt, mache ich die Mainstream-Sprachregelung „Flüchtlinge“ schlicht nicht mit) nicht so wichtig sein, sondern die Wirtschaft / soziale Frage im Vordergrund stehen müsse. It’s the economy, stupid.

Zitadelle Spandau

Die Zeit schreibt über Wagenknecht: Nach der Silvesternacht in Köln kommentierte sie in einer Pressekonferenz über Flüchtlinge aus dem Maghreb: „Wer Gastrecht missbraucht, der hat Gastrecht dann eben auch verwirkt.“ Der Satz enthielt eine seltsame Prämisse. Nämlich die des Gastrechtes.

Das Heulen und Zähneklappern der Lichterkettenträger war groß. Was aber lesen wir in der aktuellen konkret?
In einem Land wie Deutschland wünsche ich mir mehr Charakter, und dass mit allen fair umgegangen wird. Das gilt auch für Flüchtlinge. Die Verfahren müssen transparent sein und dürfen nicht so lange dauern. Wer einen Aufenthaltsstatus bekommt, muss auch in diese Gesellschaft integriert werden; wer keinen erhält, muss relativ schnell wieder das Land verlassen. Sagt wer im Interview? Uwe Dziuballa, Besitzer des einzigen jüdischen Restaurants in Sachsen.

Kein normal denkender Mensch kann etwas anderes denken und fordern. Hätte Wagenknecht aber das gesagt – wer keinen Aufenthaltsstatus bekommt, muss schnell das Land verlassen – rückte man sie gleich in CSU-Nähe. Das ist doch dämliche Heuchelei. Auch richtig: Es sei „nicht links, Probleme zu verschweigen“.

Batardeau am Mühlengraben

Auch in konkret (S. 11) unter dem süffisanten Titel „Blockwartezeit“ der Hinweis auf eine Aktion der Duisburger Polizei: „Polizei beschlagnahmt Luxusautos vor Jobcentern“. Angeblich seine Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte überlastet und, so suggeriert der Hinweis, offenbar mehr mit Obigem beschäftigt. Das mag ja alles stimmen. Was aber soll ich jetzt denken? Dass die das nicht hätten tun sollen? „Aber nicht nur die Luxuskarossen waren Ziel der Polizeikontrolle: Drei Personen, die mit Haftbefehl gesucht wurden, konnten festgenommen werden. Außerdem beschlagnahmte die Polizei drei weitere Wagen mit starken Mängeln.“ Gut so. Man darf das populistisch nennen, aber es ist gerecht. Ich schäme mich nicht der Schadenfreude.

Jetzt zum Paddeln. Das untere Bild zeigt den Batardeau am Mühlengraben. Wiedre ein Wort gelernt Ich weiß gar nicht, ob man da durchpaddeln kann – mir war das Wasser zu flach, das Kanu scheuerte schon auf dem Grund.

Saepe parva et pulchritudo

OtorowoBlumen

Zwei Dinge, die mir gerade während meines Urlaubs Spaß gemacht haben…

Starship Size Comparision Chart

Science Fiction starships

Motherboard: „Dirk Löchel hat eine maßstabsgetreue Karte zusammengestellt, die alle Science Fiction-Raumschiffe in der Größenordnung von 100 bis 24000 Metern nebeneinanderstellt.“

Holy shit!

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