Unter Taxidermisten
Ich hatte heute nach mehreren Monaten wieder mal eine Schicht im Naturkundemuseum.
Mit einem jüngeren Besucher kam ich exakt vor dem Tyrannosaurus Rex ins Gespräch: Es stellte sich heraus, dass er jeden Morgen kurz nach zwei aufstand, um bei einem Bäcker zu arbeiten und in seiner Freizeit dem Hobby nachging, 3-D-Modelle zu bauen. Er zeigte mir ein paar beeindruckende Fotos von selbst gebauten Tierköpfen, die auch als Dekoration in Horrorfilmen nützlich gewesen wären.
Ich fragte Hal die KI nach dem, was wir kurz diskutierten: Was hältst du von der These, dass die heutigen Techniken der Tierpräparation von 3-D-Drucken in Kombination mit KI abgelöst werden?
Warum KI und 3D-Druck Tierpräparate ersetzen könnten
Moderne Verfahren entwickeln sich schnell:
► Ein Tier kann mit hochauflösenden Scannern digital erfasst werden.
► Fehlende Bereiche lassen sich mit KI rekonstruieren.
► Körper, Muskeln, Hautstrukturen und Federn können per 3D-Druck erzeugt werden.
► Farbdruckverfahren werden immer realistischer.
► Beschädigte oder seltene Exemplare müssen nicht mehr präpariert werden.
Für Museen hat das einige Vorteile:
► Keine Verwesung oder Schädlingsprobleme.
► Keine empfindlichen organischen Materialien.
► Beliebig viele identische Kopien.
► Leichter Transport und Versicherung.
► Keine ethischen Fragen bezüglich geschützter Arten.
Warum echte Präparate dennoch bleiben werden
Ein echtes Präparat besitzt Eigenschaften, die eine Replik nicht hat:
► Es ist das tatsächliche Tier.
► Wissenschaftliche Untersuchungen (DNA, Federn, Haare, Gewebe) bleiben möglich.
► Historische Sammlungen haben einen dokumentarischen Wert.
► Viele Besucher empfinden Originale als authentischer.
Das ist vergleichbar mit Kunstwerken: Hochwertige Reproduktionen können einem Gemälde optisch sehr nahe kommen, ersetzen aber für viele Menschen nicht das Original.
VW, enhanced
Mein Volkswagen, enhanced. Das Original hatte ich hier am 30.09.2023 schon gepostet. Das Original war ein Polaroid von 1979 oder 1980 und sah auch digitalisisert dementsprechen aus.
Der Osten ist rot!
Die deutsche Entwicklungshilfe zeigt endlich Früchte. Chinesische Raumfahrer, die man Taikonauten nennt, sind auf der chinesischen Weltraumstation gelandet und von der dortigen Mannschaft (sic) gendersprachenfrei empfangen worden.
China steht auf meiner To-Do-Liste, aber noch nicht in diesem Jahr. Vielleicht schon im nächsten? Auf jeden Fall zur Liveübertragung im Jahr 2023 2030!
Neukölln in einem Foto
Der QR-Code von den Plakaten war vor einer Sekunde abgerissen worden, vom wem, weiß ich aber nicht…
Von irgendwem Gekapertes

Womöglich eine Erlanger Gleichstellungsbeauftragte mit Lebensabschnittsgefährtem beim Spaziergang im Walderlebniszentrum Tennenlohe (Symbolbild)
Noch einmal zu Joana und anderem. Man freut sich, wenn die eigenen Vorurteile bestätigt werden. Erlangen hat (hatte?) gleich zwei Gleichstellungsbeauftragte, die genau so aussehen, wie man sich Gleichstellungsbeauftragte vorstellt, wenn sie bestimmte Lieder anhören.
Das ehemalige Nachrichtenmagazin schreibt: „Die Stadt Erlangen betonte gegenüber den »Nürnberger Nachrichten« [natürlich ohne einen Link zur Quelle zu setzen], dass es sich bei den zwölf Songs nicht um eine Verbotsliste handele. »Die Liste ist als Orientierung und Sensibilisierung gedacht. Unser gemeinsames Ziel mit Wirtinnen, Wirten und Schaustellerbetrieben ist ein friedliches und respektvolles Fest für alle«, heißt es. Einfacher gesagt: Die Gleichstellungsstelle macht das, was eine Gleichstellungsstelle halt so macht.“
„Im vergangenen Jahr hatte es Berichte über sexuelle Belästigung auf dem Volksfest gegeben, womöglich angeheizt durch frauenfeindliche Songtexte“. Womöglich. Womöglich werden islamische Messerstecher auch durch einschlägige Computerspiele angeheizt. Womöglich fällt irgendwo ein Baum um, daher sollten Spaziergänger in Baumnähe immer einen Helm tragen.
Meine Verschwörungstheorie ist: Die Erlanger AfD hat den Gleichstellungsbeauftragten vorher ein paar Geldscheine zugesteckt mit der Bitte, doch mal eine Liste von Musikstücken zusammenzustellen, die Gleichstellungsbeauftragten auf keinen Fall gefallen würde und diese natürlich an die Presse weiterzugeben, wegen „Transparenz, Vielfalt und Öffentlichkeit“ und so.
„2024 hat man sich mit Festwirten und Musikern zudem darauf geeinigt, das inzwischen häufig von Rechten gekaperte Lied L’Amour Toujours nicht mehr zu spielen.“
Deswegen sollte die deutsche Nationalhymne auch nie mehr gespielt werden. Am besten sogar verbieten.
Joana
Skandal im Sperrbezirk von Erlangen! Zehn unbekleidete Friseusen gesichtet! Eine hieß Joana und hatte 20 Zentimeter lange Haare.
Wenn man bei Google die Suchanfrage „Erlangen nackte friseusen“ eingibt, bekommt man jetzt merkwürdige Ergebnisse, die sich überraschenderweise mit deutschem Liedgut beschäftigen.
Die Stadt Erlangen hat für die heute beginnende Bergkirchweih mehrere Lieder wegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit auf den Index gesetzt, darunter beispielsweise 10 nackte Friseusen von Micki Krause, 20 Zentimeter von Mirja Boes, Joana von Peter Wackel und Skandal im Sperrbezir von der Spider Murphy Gang.
Warum? Man könnte sich den Stadtrat in Erlangen ansehen Jeder streitet mit jedem. Es gibt eine rechnerische Mehrheit „links von der Mitte“.
Das heißt: Es wird vermutlich gegendert, und Musik wird natürlich zensiert. Wie bestellt, so geliefert.
Die gesamte KI stellt sich selbstredend quer, wenn man das einschlägig bebildern will, insbesondere mit nackten Friseusen. Ich hätte passende Fotos aus Kasachstan nehmen können, aber das das könnte urheberrechtliche Probleme geben, weil die Fotoagentur CEN britisch ist. Der Shop von außen macht auch nichts her.
Also müssen wir uns mit dem Kitsch zufrieden geben, der in Erlangen bei den üblichen schmallippigen Verdächtigen als sexistisch und frauenfeindlich gilt.
Nachtschicht
5:19 Uhr – nein, die Nachtschicht ist noch nicht vorbei.
Unter Penetrationstestenden
[Bitte selbst ausfüllen] ist Principal Enterprise Security Architect und Auditteamleiter für ISO 27001 nach Grundschutz bei NTT DATA Deutschland SE, Mitautor des Grundschutz-Kompendiums und ehemaliger Penetrationstester.
Was macht der Herr beruflich?
[ ] Er ist beim TÜV angestellt und testet Bordelle auf Klimatauglichkeit.
[ ] Er ist Gamedesigner in Secondlife und spezialisiert auf den Grundschutz vor Griefern.
[ ] Er ist Berater für den TÜV und für Gamedesigner.
Leiterin des Wohnheims

Meine Russisch sprechenden Gäste waren sich nie einig, was genau da unter meinem Schreibtisch auf dem Schild steht. Jetzt weiß ich es. Ich habe das vor langer Zeit aus einer ehemaligen Kaserne der Russen gerettet mitgenommen, die in ein Asylbewerberheim umgerubelt werden sollte. Ich war als Journalist dabei.
Die Havel. Unendliche Weiten.
Ich eröffnete vorsichtshalber die Paddel-Saison, falls die Klimaerwärmung dafür sorgte, dass der Sommer kühl bleibt oder gar nicht kommt. Trotz der 28 Grad wehte ein eine ziemlich steife Brise, gegen die ich ankämpfen musste.
Mitten in Klein-Venedig baut irgendjemand einen hässlichen Betonklotz (unten). Mal sehen, was das wird.
Ich habe es heute nicht übertrieben und war nur rund drei Stunden auf dem Wasser. Das Boot musste ich auch noch putzen…
Familienfotos verschlimmbessern
Ich wurde durch einen Heise-Artikel angeregt, alte Fotos mit Hilfe der KI zu verbessern. Da angeblich Google Gemini am besten abschnitt, versuchte ich es damit.
Das Original ist aus dem Jahr 1962 und zeigt meine Schwester, meinen Vater und mich (und unter anderem ein Grundig-Tonband im Hintergrund – falls noch jemand weiß, was das ist).
Das Ergebnis stellt in keiner Weise zufrieden, obwohl ich der KI mehrere Versuche gönnte und auch jedes Mal darauf hinwies, was zu verbessern sein. Mein Vater ist kaum noch wiederzuerkennen. Der Gummibaum ist am besten. Da ist noch viel Luft nach oben.
Unter Wartenden
Warum liegt in Wartezimmern von Ärzten eigentlich immer so hochwertige Literatur aus? Weil so ein Schund am wenigsten kostet? Ich würde den Tanach auslegen, aber angekettet, und über einen großen Bildschirm arabische Reden abspielen, um das Neuköllner Publikum zu erfreuen. Oder pädagogisch wertvolle historisch Dokumentationen. Sexuelle Aufklärung ist heute bekanntlich verboten – auch beim Arzt.
Nein, keine Sorge, ich bin laut Laborbefund kerngesund und auch gegen Hepatitis immun (was ich wissen wollte) und muss dagegen nicht mehr geimpft werden. Aber ab und zu ein Check kann nicht schaden, wenn man über 50 ist.
Die Nachtschicht ruft
Centraal auf Pfählen
Der Bahnhof Amsterdam Centraal wurde auf drei künstlichen Inseln gebaut und steht wegen des sandigen, feuchten Untergrundes auf rund 9000 Holzpfählen. Am 15. Oktober 1889 wurde der Bahnhof eröffnet und ersetzte damit die Bahnstationen „Willemspoort“ und „Station Westerdok“. Heute streiten sie sich darüber, ob der Bahnhof verkleinert oder ausgebaut werden soll.
Ich arbeite gerade an einem längeren Text und weiß nicht, ob ich den heute fertig bekomme, zumal ich wieder Nachtschicht habe….
Nicht vergessen
Als Deutscher wird man natürlich auch in Amsterdam daran erinnert, dass wir im 2. Weltkrieg die Niederlande besetzt hatten. Die Mehrheit der Niederländer leistet übrigens keinen Widerstand.
„Das Nationalmonument steht jährlich im Mittelpunkt des niederländischen Volkstrauertages (Nationale Dodenherdenking) am 4. Mai, wenn der niederländische König einen Kranz niederlegt und abends um 20 Uhr zwei Schweigeminuten im ganzen Land eingehalten werden.“ – „1995 kam es in den Medien landesweit zu Aufregung, als das Denkmal dringend restauriert werden musste und ausgerechnet eine deutsche Firma die internationale Ausschreibung gewann und die Arbeiten ausführte.“
Wie unterscheiden sich Niederländer von Dänen? Ich war 1977 oder 1978 in Kopenhagen und habe mir damals das Museum des dänischen Freiheitskampfes 1940-1945 angesehen:
1943 kam es zu einer Welle von Unruhen in größeren dänischen Städten. Als Folge davon trat die Regierung zurück. Das deutsche Besatzungsregime verhängte den Ausnahmezustand. Als der dänische Widerstand von der geplanten Deportation aller Juden aus Dänemark erfuhr, begann eine groß angelegte Rettungsaktion. Es gelang, die überwältigende Mehrheit aller in Dänemark lebenden Juden zu retten.
Mehr muss man dazu nicht sagen.
„Das Nationale Holocaust-Museum ist das erste und einzige Museum, das die Geschichte der Judenverfolgung in den ganzen Niederlanden erzählt.“
Wer sich mit dem Thema auskennt, erfährt in dem Museum nicht viel Neues. Man wird nur immer wieder daran erinnert, wie aktuell das Thema ist, vor allem jetzt wieder in Deutschland.
Das sollte man auf der Neuköllner Sonnenallee aufhängen – mal sehen, was dann passierte.
Es gab natürlich auch Gerechte und Menschen, die das Unheil klar sahen und beschrieben, wie in Deutschland Friedrich Kellner. Unter dem Pseudonym Dr. W. Bottema C. Az. schrieb Levie Fles 1933 das Büchlein „Hitler, Reformer oder Verbrecher“. Er warnte vor dem Regime und schilderte, wie die deutsche Regierung begann, die deutschen Juden zu misshandeln und wie sich die deutsche Außenpolitik veränderte. Dies geschah also Jahre vor der Reichspogromnacht, ja sogar erst zu Beginn der Zeit, als Hitler an die Macht gekommen war.
Im Museum sind auch zahlreiche Dokumente und Fotos über die, die mit dem Nazi-Regime kollaborieren. Die sollte man gar nicht so groß darstellen. Ihre Namen sollten auf ewig ausgelöscht und vergessen sein. Aber dann könnte man leider nicht mehr darüber berichten.
Klaartje de Zwarte-Walvisch kannte ich gar nicht. Sie wurde 1943 in Sobibor ermordet. Ihr Tagebuch ist erhalten, wurde aber erst sehr spät entdeckt und erschien 2009
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das kleine Museum empfehlen soll. Für Niederländer ist es sicher interessanter als für informierte Deutsche.
In der Stadt sieht man auch oft Stolpersteine. Etwa 102.000 bis 104.000 Juden aus den Niederlanden wurden während der deutschen Besatzung im Holocaust ermordet. Das entspricht rund 75 % der jüdischen Bevölkerung der Niederlande vor dem Zweiten Weltkrieg (ca. 140.000 Personen). Damit gehörte die Vernichtungsrate dort zu den höchsten in Westeuropa.
Eindrucksvoller fand ich das Holocaust Namen Monument, das erst seit wenigen Jahren existiert.
Das Monument besteht aus Backsteinmauern in Form von vier hebräischen Buchstaben לזכר. Sie bedeuten von oben gesehen «Im Gedenken». Auf jedem Backstein steht der Name eines Opfers, das Geburtsdatum und das Alter zum Zeitpunkt der Ermordung. Die Besucher können um die vier Buchstaben herumlaufen, die Mauern bilden ein Labyrinth von Passagen. Von oben werden die Mauern von einem Stahlrand abgeschlossen, in dem sich Bäume und Wolken sowie die Mauern darunter spiegeln. Nahezu 80 Prozent der namentlich aufgeführten Familien wurden vom NS-Regime im Zuge der Shoah völlig ausgelöscht.
Den Satz des Maimonides kann ich unterschreiben – er passt wunderbar zum Titel seines Hauptwerkes. Maimonides lebte übrigens, bevor das Nibelungenlied niedergeschrieben wurde. „Shemoneh Perakim“ („acht Kapitel“) ist eine klassische Einführung in die jüdische Moralphilosophie
Ich diskutiere öfter mit einem Freund, der lateinamerikanischer Jude ist und keinen deutschen Linken kennt, der nicht Antisemit ist. Uns ist gemeinsam, dass wir beide Zen versucht und praktiziert haben – ich in den späten 80-ern unter der Anleitung von Hugo Makibi Enomiya-Lassalle. Von Zen-Meistern hört man meistens sinngemäß, wenn sie einen nicht auslachen wegen dummer Fragen: Es ist eh alles Quatsch und sinnlos, aber man muss sich trotzdem anstrengen und sein Bestes geben. Darauf können wir uns immer einigen.
Blau und Gelb, Centraal
Auf der Fahrt von Amsterdam nach Berlin… Der Zug fuhr pünklich ab, das Internet funktioniert, und der Waggon ist halb leer. Ab übermorgen wieder nächtliche Lohnschinderei.
Peijie Hotpot
Restaurantkritik, hier: Peijie Hotpot, Amsterdam Chinatown, Zeedijk 57. Voraussetzung: Man muss mit Stäbchen essen können – Messer und Gabeln gibt nicht.
Fazit: Das beste China-Restaurant, in dem ich jemals war, aber auch das teuerste.
Tauchen Sie ein in die kräftigen, würzigen und duftenden Aromen des authentischen Chongqing-Hotpots. Seit über einem Jahrhundert wird unser Geheimrezept weitergegeben und vereint Tradition mit Herzlichkeit und Lebensfreude.
Sehr hübsch übrigens die Warnung: „Die in Chongqing servierten Spezialitäten sind aber dermassen scharf, dass jedem Reisenden empfohlen wird, sich bereits Monate vor der Reise an die Schärfe zu gewöhnen.“
Da habe ich einen gewissen Ehrgeiz. Mit Gewürzen ist es wie mit dem schönen Geschlecht: Die schärfste Version ist immer die beste. Die extrem hilfsbereite Kellnerin (Familienbetrieb) zog lächelnd eine Augenbraue noch, aber ich bestand drauf – und ich musste später nicht einmal husten. Vielleicht ist bei mir auch alles seit Jahren weggebrannt.
Jetzt wird es kompliziert. Man kann auch per QR-Code auf den Tischen bestellen, aber das funktionierte mit meiner kleinen Hirse nicht, obwohl es sozusagen eine innerchinesische Kommunikation gewesen wäre.
Die Kellnerin stand die ganze Zeit neben mir und bot sich an, mir alles zu zeigen, weil ich weder wusste, was ich bestellen sollte und auch nicht wie. Übrigens sind die Tische auch Öfen – das Essen kocht am Tisch.
Außer mir waren nur Chinesen im Restaurant.
Nachdem ich auf Empfehlung des Hauses Stem Lettuce Meatballs bestellt hatte und dazu Heritage Pickled Cabbage Fried Rice, ging es Schlag auf Schlag – ich musste weniger als fünf Minuten warten, als schon von allen Seiten allerlei geheimnisvolle Tellerchen und Schüsselchen vor mich hingestellt wurden.
Das funktioniert ungefähr so wie ein Käse-Fondue ohne Käse. In den vier metallen Gefäßen, die im Tisch eingelassen sind, kochen jeweils unterschiedliche Saucen mit unterschiedlichen Gewürzen vor sich hin. Daneben sind noch drei Töpfchen mit Koriander, Knoblauch und einem dritten Kraut, das ich nicht identifizieren könne, es sah aus wie Schnittlauch. Die mischt man sich zusammen und kippt das blend oil (vgl. unten) darüber.
Die Bällchen kommen mit Schöpflöffeln vier Minuten in die brodelnde Sauce – ich habe natürlich alle probiert. Sie können nicht verloren gehen: Die Schöpflöffel finden sie, und zur Not hat man noch ein zweites Paar extra langer Stäbchen. Es wird verlangt, dass man weiß, wann die vier Minuten vorbei sind. Aber vermutlich hätten sie es mir auch gesagt, wenn ich behauptet hätte, ich sei des Uhrenlesens nicht kundig.
Man hat also de facto vier verschiedene Gerichte, nur alle mit nicht koscheren oder halalenen Schweinefleischbällchen. Ich habe aber jetzt – zwei Stunden später – das Gefühl, ich hätte ein Kilo Knoblauch gegessen. Aber das war meine Schuld. Es jetzt noch drei junge New Yorker auf meinem Zimmer. Ich werde sie warnen.
Das blend oil interessierte mich. ChatGPT sagte, das Foto davon analysierend: „In chinesischen Hotpot-Restaurants (vor allem aus Chongqing) bekommt man oft kleine Gläser mit Öl zum Dippen. Das ist kein reines Öl, sondern eine Mischung, gedacht als Dip für das gekochte Fleisch/Gemüse, es mildert die Schärfe des Hotpots. Typisch ist: Man nimmt das Essen aus der extrem scharfen Brühe und taucht es in dieses Öl, das kühlt und macht es aromatischer. Ein Beispiel für so ein Hotpot-Blend: ca. 70 % neutrales Öl + 30 % Sesamöl.“
Ich habe nur Tee und Wasser getrunken und rund 50 Euro bezahlt. Man gönnt sich ja sonst nichts (vgl. gestern).
Rotlicht
Ich habe mich gestern ein paar Stunden im Rotlichtviertel von Amsterdam herumgetrieben, zwecks anthropologisch-soziologischer Studien. Das war nicht neu für mich – ich habe in den 80-ern und 90-ern fast alles ausprobiert, was man ausprobieren kann, auch um mich selbst und meine Reaktionen auf bestimmte Reize kennenzulernen.
Nicht nur jeder Jeck ist anders, sondern auch jeder Kick. Als Kerl ist man natürlich im Vorteil, aber man sollte nicht herumheucheln: Frauen sind wie Männer, wenn man sie lässt. Sextourismus ist, wenn man ökonomische Zwänge außer acht lässt, bei Männlein und Weiblein verbreitet.
Amsterdam ist natürlich anders, weil das Anbahnen des Geschäfts mehr oder minder öffentlich abläuft – die Damen präsentieren sich der Kundschaft. Die meisten Leute gaffen – vor allem diejenigen aus Ländern mit Doppelmoral vom Feinsten. Paare klammern sich aneinander, als wären sie in Gefahr, unanständige Ideen zu bekommen.
Junge westasiatische Kerle, die ihren Frauen vermutlich Hijabs aufzwingen würden, versuchen, möglichst nahe ans „Geschehen“ zu kommen. Männergruppen lachen gemeinsam, was gelogen ist – sie fürchten sich allein (so meine unmaßgebliche Interpretation).
Die Stimmung ist nicht ganz unentspannt. Alle tun nur so. Erfreulich ist, dass man keine Luden herumlungern sieht, und auch die Damen offenbar selbstbestimmt arbeiten können.
Ich habe mit einigen Frauen kurz geplaudert, um die Konditionen zu erfahren. Man winkt von außen, und sie öffnen dann die Glastür. Alle sprachen Englisch. Wenn man den Fuß über die Schwelle setzt, ist man schon 100 Euro los. Ich wusste natürlich, dass das nicht der wahre Preis war. Erst nach Nachfrage: Normalen Sex gibt es für 400 Euro aufwärts.
Im Gordijnensteeg sprach ich mit einer der wenigen – für mich – attraktiven Prostituierten, und hinter mir lauerte ein Nordafrikaner, um mitzuhören. Das Mädel schnauzte ihn energisch an, er solle sich verpissen (sie benutzte ein höflicheres Wort), und redete erst weiter, als er gehorchte.
Es ging mir nicht darum erfahren, was das billigste Angebot wäre, sondern ab wann die Damen anfangen etwas zu offerieren. Für den Preis, den man bezahlen würde, um mehr als einen Quickie oder eine so genannte „Thai-Massage“ (womit vermutlich ein Handjob gemeint ist) zu bekommen, kann ich schon nach Israel und zurück fliegen.
Es ist also eine Frage der finanziellen Prioritäten. Meine liegen woanders.
Tolhius

Modell der Innenstadt Amsterdams im A’Dam Lookout. Der Aussichtsturm ist ganz links hinter am nordöstlichen Ufer zu sehen – vor den beiden roten Klötzen.
Ist sonst noch etwa passiert? Lesen wir die bürgerliche Presse. Inzwischen ist klar: Fast die gesamte Medienberichterstattung zum „Geheimplan“, die an Hysterie grenzte und – im Zusammenspiel mit NGOs und populistischen Spitzenpolitikern von CDU, SPD, FDP und Grünen – eine beispiellose Demonstrationswelle „gegen rechts“ in Bewegung setzte, beruhte auf einer Falschbehauptung, oder, um Lieblingsbegriffe dieses politisch-medialen Milieus zu verwenden: auf „Fake News“ und „Desinformation“.

Früher stand da ein Galgen zur Abschreckung der Missetäter.
Was aber bleibt von der „Correctiv“-Geschichte, wenn vom „Masterplan“ nichts zurückbleibt? Eine bis auf die Knochen blamierte Medienlandschaft – und viele offene Fragen, vor allem an die Politik und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Denn sie haben die Steuergelder und Rundfunkbeiträge der Bürger dazu benutzt, eine Kampagne zu befeuern, von der sie leicht hätten feststellen können, dass daran etwas faul ist – und dass die zentrale Aussage nicht mit Beweisen unterfüttert wird.
Die Legal Tribune online macht das anhand von Zitaten noch klarer: „ARD, ZDF, t-online, SPIEGEL, taz, der Verfassungsblog, prominente Anwälte – auch LTO – und viele andere Medien und Influencer hatten die Ausführungen in der Correctiv-Recherche falsch verstanden.“
Man könnte natürlich boshaft herumpolemisieren, das sei so gewollt gewesen. Ich glaube aber nicht: Die Aktivisten von „Correctiv“, die sich „Journalisten“ nennen (was sie dürfen) glauben selbst daran, was sie sagen. Die Welt als Wille und Vorstellung eben.

Blick zum Hauptbahnhof Amsterdam Centraal. Im Vordergrund die beiden Fähren in Richtung Buiksloterweg, die die Innenstadt mit Amsterdam-Noord verbinden.
Noch ist das letztinstanzliche Urteil nicht gesprochen. Aber bei dieser juristischen Eskalationsstufe weiß ohnehin niemand mehr, worum es überhaupt geht. Und alle Beteiligten werden auch eine endgültige krachende Niederlage als Sieg verkünden.

Blick nach Südosten in Richtung Hafen
Noch mal die LTO: „Dabei ist und bleibt unstreitig: In Potsdam wurde kein Plan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger geschmiedet. Correctiv trug in einem anderen Gerichtsverfahren vor dem LG Hamburg sogar ausdrücklich vor, dass der Rechtsextremist Martin Sellner, der in Potsdam seinen Remigrationsplan vorstellte, die Staatsbürgerschaft als Sperre für Ausweisungen anerkenne (Az. 324 O 61/24).
Niemand wird also etwas widerrufen. Und: Sie würden es wieder tun.

Die „Klötze“ sind im Original nicht rot, sondern Hochhäuser mit viel Glas; das rote Gebäude im Vordergrund ist das Hostel Clinknoord.
Brutalst oder: Not my business
Mehr als zwei Tage braucht man für Amsterdam nicht, wenn man nur die Innenstadt und die Sehenswürdigkeiten sehen will.
Diese Architektur gibt es in Deutschland nicht. Wir hätten überall etwas Ähnliches, nur aus einem anderen Jahrhundert, wie etwa in Quedlinburg, wenn nicht der zweite Weltkrieg viele mittelalterliche Innenstädte ruiniert hätte, so in in Köln und Frankfurt, und nach 1945 noch mehr kaputtgemacht wurde, vermutlich weil man meinte, so der Vergangenheit entkommen zu können. Dann kamen so brutalistische hässliche Städte wie Siegen oder Leverkusen heraus.
Wir Die Deutschen sind übrigens für Zerstörung der Innenstadt Rotterdams verantwortlich.

Das schmalste Haus von Amsterdam – 2,02 Meter breit, in der Oude Hoogstraat 22.
Fachwerk ist natürlich ein paar Jahrhunderte älter. Wenn man sich aber erst an den Anblick der hübschen Giebel und der unzähligen netten Häuschen aus dem 17. Jahrhundert – natürlich modernisiert – an den Grachten des Stadtkerns in Amsterdam gewöhnt hat, wird es schon wieder eintönig. Vieles ist aber einfach putzig, wie sich auch Niederländisch für Deutsche anhört.
Ich würde nicht in Amsterdam leben wollen. Die Touristen treten sich gegenseitig auf die Füße, und die Läden sind fast alle Nepp und Nippes. Ein paar schöne holzvertäfelte Cafes habe ich gesehen, aber es dominiert die gesichtslose Mischung aus Fastfood-Ketten, die man auch in jeder deutschen Großstadt sieht. Ich verstehe eh nicht, warum man ständig fressen muss, wenn man sich etwas anschaut.
Ach ja. Sagen wir es mal brutalstmöglich ehrlich: Am frühen Nachmittag lauern schon die ersten Sexarbeiterinnen hinter den Fenstern zwischen der Bloedstraat (ist die nach den Freiern benannt?) und der Alten Kirche. Aber ich habe noch nie so eine Ansammlung ultrahässlicher Frauen mit aufgepumpten Brüsten gesehen. Anregend ist das nicht.
Was ist eigentlich das Spezielle an der holländischen Küche, außer Käse? Offenbar der klassische Pfannkuchen wie Poffertjes oder Pannekoeken in diversen Variationen. Mehl, Milch und Eier und dann alles oben drauf, was nicht sauer schmeckt. Ich nahm einen mit Käse und Äpfeln. Auch der hätte besser geschmeckt, wenn ich ihn selbst zubereitet hätte, und vor allem weniger als fünf Euro gekostet, während man mir im Pankakes Amsterdam Centraal das Vierfache berechnete – was ich aber erwartet hatte.
Leider wird man auch hier mit sehr vielen Hijabs belästigt. Geert Wilders Besonders pikant ist es, wenn die auch noch das Rotlichtviertel besichtigen. Die Niederländer sind zwar Calvinisten, und man muss sich über die lockere Moral wundern. Aber Muslime würden das Sündenbabel dem Erdboden gleichmachen, wenn sie es könnten. Aber not my business, sondern das der Leute hier.










































































