Was sonst noch im Internet geschah (und auch anderswo)


Symboldbild für die Zeitläufte

MintPressNews: „Afghan Opium Production 40 Times Higher Since US-NATO Invasion
About 90 percent of the world’s illegal opium is estimated to come from Afghanistan.“ Ich halte die Quelle nicht für seriös; die obige These bezieht sich auf die venezolanische Telesur. Vermutlich haben alle von RT International abgeschrieben.

Der Tagesspiegel provoziert mit hat ein paar Fakten zu den aktuell Eingewanderten: „Die meisten Flüchtlinge bringen starke demokratische Grundeinstellungen mit“. Das ist eine steile These, die sich aber offenbar verifizieren lässt. Die Zahlen:
85 Prozent kommen aus Ländern, in denen (…) die ganze oder große Teile der Bevölkerung terrorisiert wird, in denen Bürgerrechte nicht gelten oder Krieg herrscht. Ihnen ist Einiges widerfahren, nach unseren Erhebungen leiden viele unter posttraumatischen Belastungsstörungen, überdurchschnittlich oft sind davon Frauen betroffen. Fünfzehn Prozent haben Schiffbruch erlitten.

Wegen der hohen Risiken einer Flucht sind 70 Prozent der erwachsenen Geflüchteten Männer, die wiederum überwiegend jung und ledig sind. Der Familiennachzug wird deshalb in seinen Größenordnungen weit überschätzt – wenn Geflüchtete Ehepartner oder Kinder haben, dann sind sie bereits zu großen Teilen hier. 70 Prozent der Frauen, aber nur 30 Prozent der Männer haben minderjährige Kinder. (…) Sie sind im Schnitt besser gebildet und ausgebildet als die Bevölkerung ihrer Heimatländer, und zwar deutlich. (…) Migration bringt praktisch immer Dequalifikation mit sich. Aber wie gesagt, zum Teil gelingt es: etwa die Hälfte der erwerbstätigen Geflüchteten üben in Deutschland Fachkrafttätigkeiten aus, obwohl ihnen die beruflichen Abschlüsse fehlen.

Jetzt kommts: Es gibt tatsächlich etwas mehr Deutsche als Geflüchtete, die sich in Befragungen für das Führerprinzip aussprechen. Har har. Wohl und vermutlich wahr.

Die South China Morning Post vermutet die Triaden hinter den letzten Terrorangriffen auf die Protestbewegung. Interessante These, aber es werden keine Gründe genannt, warum die auf die Bevölkerung einprügeln sollten, außer, jemand hätte sie dafür bezahlt.

Die Leserschaft sollte mit dem Begriff Entebbe etwas anfangen können (vgl. auch ein Video der IDF auf Facebook).

Meedia.de: „Weil Facebook keine Gerichtskosten erstattet: Anwalt Steinhöfel lässt Konten von CDU und SPD pfänden“. Popcorn!

Für Schwindelfreie empfehle ich das fearless girl. I love it.

Leere Lehrer et al

schild
Straßenschild in Reutlingen. Credits: Peter Glaser

Gestern beim Zahnarzt habe ich alle Berliner Tageszeitungen durchgeblätter, ob ich irgendetwas fände, was mich brennend interessierte. Leider war das Ergebnis negativ.

Was also sonst noch geschah:
Heise beschreibt die digital Leere in den Köpfen der Lehrer. Daran wird sich in den nächsten Jahrzehnten auch nichts ändern. Außerdem gehört der Wunasch nach Zensur zur – nicht nur protestantisch geprägten – deutschen Leitkultur. Typisch deutsch eben.

– Der Stern berichtet darüber, wie die britische Polizei einen Missbrauchsskandal vertuschte. Die Behörden wussten davon und deckten die Täter. Der Grund klingt absurd. Die Behörden wollten Rassenspannungen vermeiden, denn die Täter waren pakistanischen Ursprungs, die Opfer allesamt weiß. Weil sie aus Unterschichtsfamilien stammten, hatten sie keine Lobby und das Schicksal der „White Trash“-Mädchen kümmerte niemand – weder die Stadtverwaltung, noch die Polizei. (Die Geschichte ist nicht neu, sondern von einem Buch abgeschrieben.)

morning

– Karl Kobs schreibt auf Fratzenbuch: 6 Redakteure brauchte Der Spiegel, um herauszufinden, was der Volksdeutsche ohnehin weiß: dass der Jude die Politik gekauft hat. Die Bild tut etwas Gutes und startete zu Recht einen Shitstorm. Das ehemalige Nachrichtenmagazin rechtfertigt sich heute.

– Die Taz nimmt Beatrix son Storch in Sippenhaft. Der Artikel ist zwar informativ, aber erklärt gar nichts. Ihrer historischen Verantwortung nicht stellen will sich die derzeit wohl bekannteste Vertreterin der einstigen Adelsfamilie Oldenburg, Beatrix von Storch. Das ist nicht nur Deutsch des Grauens vom Feinsten – für diesen Satzbau sollte man den Autor Nikolaus von Oldenburg zehn Tage bei Wasser und Brot schmoren lassen -, sondern auch Quatsch.

Chinesische Volkszeitung aka Renmin Ribao: Am 11. Juli 2019 ist die erste durchgehende Hochgeschwindigkeitszugverbindung G319 von Chongqing nach Hongkong in Betrieb genommen worden. Die Entfernung zwischen den beiden Städten beträgt 1.520 Kilometer. Der neue Hochgeschwindigkeitszug legt die Strecke in 7 Stunden und 37 Minuten zurück. Wenn man deren Wirtschaftsnachrichten liest, wird einem ganz schwindelig.

Self-Surveillance oder: Wenn smarte Geräte sich prügeln

spybell

Ich habe heute ein wenig mit Technik herumgespielt, als Belohnung und Kompensation für zwei Mal Zahnarzt in zwei Tagen. [Alle Produkt-Links gehen zu Amazon o.ä.] Natürlich ging zunächst etwas schief, wie immer bei mir.

Warum habe ich mir das Gedöns angeschafft? Mich hat ständig genervt, dass Leute bei mir klingeln und ich entweder schlafe oder unter der Dusche stehe oder gar nicht da bin. Daher habe ich mir eine intelligente Türklingel besorgt: Ich kann mit jemandem, der draußen steht, reden und die Person immer auch sehen, und wenn jemand klingelte, kriege ich einen Alarm auf mein Smartphone. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Das Teil hat meinen Router auch gleich gefunden; die Installation ist bis auf Details auch für Laien machbar. („Laie“ heisst: Man muss zumindest einen Router konfigurieren können und wissen, wie man das 5-GHz-Frequenzband deaktiviert.) Bei mir kam erschwerend hinzu, dass der mit der Klingel gekoppelte Türgong Strom braucht und ich im Flur keine Steckdose hatte, die zu installieren, mitsamt der Leitung, einige Zeit in Anspruch nahm.

renkforce

Heute ging die SpyBell ständig offline und lieferte auf Anfrage keinen Videostream mehr. Wie das kam? Ich musste hin- und herüberlegen, bis ich was ahnte. Ich hatte mir schon vor einiger Zeit ein Renkforce Internet-Steckdosenradio gekauft. Ich höre nur beim Abwaschen, Kochen oder Duschen Radio und auch nur, was ich will – also keine deutschen Sender mit dummem und pseudojugendlichem Gequatsche. Das kleine Teil kann man überall, wo man Musik hören will, einfach in eine Steckdose stecken, wenn man es ein Mal mit dem Router verbunden hatte. Das Radio hat einen „Aus“-Knopf, aber die Macke, dass es ab und zu aus unerklärlichem Grund angeht – und man zu Tode erschrickt. Also habe ich eine „smarte“ Steckdose dazwischengeschaltet. Die Steckdose – also auch das Radio – schalte ich per Tuya-Smart-App an und aus. Kann nichts mehr schief gehen, dachte ich.

Kann doch. Wenn das Radio bzw. die „smarte“ Steckdose ausgeschaltet wurde, funktionierte auch die Türklingel nicht. Das Problem bekam ich erst in den Griff, als ich sowohl der Klingel als auch der Steckdose (es sind mehrere) feste IP-Adressen im Router zugewiesen hatte. Offenbar prügeln sich die smarten Geräte um die IP-Adressen, wenn die nach dem Ausschalten und Wiedereinschalten neu vergeben werden, und es gibt ein großes Kuddelmuddel und irgendein Teil bleibt übrig wie bei der Reise nach Jerusalem Das war offenbar immer die Türklingel, vielleicht weil die am weitesten vom Router entfernt ist. (Ja, im SpyBell-Fucking-Manual wurde vor dem Problem gewarnt.)

Jetzt möchte ich wissen, wieviele „Laien“ das hinkriegen würden?! Schlagworte: DHCP-Server, IPv4-Adressen, Subnetzmaske u.v.a.m.. Da ist man gleich voller Vorfreude.

littlelf

Fehlt noch was: Dank meiner Littlelf WLAN Kamera kann ich mich jetzt selbst überwachen. (Auch die Littlelf zickt herum, weil sie ein per default eingeschaltete 5-GHz-Frequenzband nicht mag, aber dennoch sich mit ihm verbinden will.) Littlelf hat eine eigene App – von China lernen heisst eben Überwachung lernen – aber auch die Zukunft.

Keine Baby-Marienkäfer?

wanzen

Hilfe! Lesen hier Biologen mit? Welche Tierchen tummeln sich hier auf dem Blatt auf meinem Balkon? Sehen aus wie Baby-Marienkäfer, die Eier essen….Ich habe sie vorsichtshalber entsorgt. Habe ich wider die Natur gesündigt?

Looking at Stuff

looking at stuff

Preussische 7,532

meile

Wenn ich nur wüsste, welche Meile hier gemeint ist?!

Panorama

möckernbrücke

Im Griebnitzkanal und drumherum

GriebnitzkanalstölpchenseeGriebnitzseeGlienicker LakedampfmaschinenhausSkyline PotsdamGlienicker Brücke

Hehe, Google Maps kennt den Griebnitzkanal nicht, sondern verweist irrig auf den Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal. Wieso muss man Gewässer immer nach irrelevanten Vertretern der herrschenden Klasse benennen? Wäre doch schön, wenn die Reichen und Schönen in Wannsee in ihren Villen auf den Georg-Elser-Kanal blicken oder im Artur-Harris-Kanal planschen müssten?

Es begab sich aber zu der Zeit, dass die Temperaturen die 40 Grad erreichen wollten, dass alle Welt zum nächstgelegenden Wasser strebte (ausser der arbeitenden Klasse). Und diese Temperatur war nicht die allererste und geschah zu der Zeit, da Merkel Kanzlerin von Deutschland war. Und jedermann schwamm, paddelte oder motorbootete, dass das Wasser nur so spritzte, ein jeglicher in seine Stadt.

Da machte sich auch auf Burks aus Neukölln, aus der Stadt Berlin, in das reiche Land im Westen, das da heißt Spandau, auf dass er seine körperlichen Grenzen kennenlerne. Und als er daselbst auf dem Großen Wannsee war, kam die Zeit, da er in den Griebnitzkanal einbiegen musste. Und er hob das Paddel und sprach: Wohlan, lasset uns die Wassergrundstücke der Reichen und Privilegierten von nahem beobachten!

Alsbald paddelte er durch den Pohlesee, sah das Wehrhorn, sinnierte bei diesem Anlass, dass die Umerziehung im dortigen Reeducation Center wohl nicht viel gebracht oder nicht lange genug gedauert habe, paddelte alsbald in den Stölpchensee, der juristisch dem Teltowkanal untergeordnet ist (die spinnen, die…), gelangte dann unbeschadet in das Beitrittsgebiet, wo zunächst am Griebnitzsee das einseitige Fehlen von Villen und die am Ufer verlaufene Karl-Marx-Straße angenehm auffielen, wonach sich mehrere kleine Brücken hervortaten, die sich aber weigerten, den nötigen Schatten zu spenden, so dass dem Paddelnden die Hitze arg zu schaffen machte, woran auch das Dampfmaschinenhaus für Sanssouci naturgemäß nichts ändern konnte, bis endlich die Glienicker Lake in Sicht kam, genau auf der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg, und mit ihr ein sanftes Lüftchen, das bis zum Erreichen der Glienicker Brücke und einem kleinen Picknick darunter Linderung brachte.

Ich bin neun Stunden gepaddelt, zurück vorbei an der Pfaueninsel und Schwanenwerder bis nach Tiefwerder zum Bootshaus. Viel mehr würde ich nicht schaffen; ich war völlig platt.

Unter dem Führerbalkon

Westentorbunker Hamm

Vermutlich wissen weder die Einwanderer in Hamm (Westfalen) noch die Nachgeborenen, was es mit dem riesigen Gebäude in der Nähe des Bahnhofs genau auf sich hat. Ich bilde mich gern auch im Urlaub fort, deswegen fuhr ich da hin.

Meine Mutter hat im Alter von 18 Jahren (1944) ganz oben in Raum 905 gesessen, im so genannten Westentorbunker, viele Male, während Bomben die ganze Stadt in Schutt und Asche legten und Hunderte verbrannten und starben. In Hamm stehen heute noch fünf der neungeschossigen Bunker.

Das Stadtarchiv teilte mir vorher mit, jetzt gehöre der Bunker der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Sitz Dortmund, eine Institution, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Der Tonfall, mit der mir diese Auskunft erteilt wurde, legte nahe, dass ich es gar nicht erst versuchen solle, eine Besichtigung zu beantragen, da noch nicht einmal die Stadtarchivare einen Schlüssel hätten.

Das Motto des Stadtarchivs Hamm, das im Souterrain eines hässlichen Zweckbaus residiert, ist: „Für Ihre Recherche stellen wir alles auf den Kopf.“ Das taten sie auch. Als ich eintraf, lagen schon dicke Folianten mit Bauplänen usw. auf dem Tisch. (Man sollte wissen, dass große Teile des Archivs im Krieg zerstört wurde.)

Westentorbunker Hammstadtarchiv Hamm

Über den Bombenkrieg in Hamm und die Bunker gibt es nur zwei Bücher, die ich mir beide besorgt habe. Karl Wulf: Hamm im Bombenkrieg (2018) sowie ders.: Hamm – Planen und Bauen 1936-1945.

Meine Mutter hat 1943 und 1944 bei Schönherr & Alves (Herren-, Knaben- u. Berufskleidung, wurde ausgebombt) in der Weststraße gearbeitet und musste von dort bei Luftalarmen in den Westentorbunker rennen. Mehrfach gab es Massenpanik, weil hunderte Menschen gleichzeitig in den Bunker flüchten wollten.

Die Hammer Archivare hatten sogar einen alten Stadtplan für mich, auf dem die exakte Lage des Geschäfts zu erkennen war. Es gibt nur ein Foto, das die Weststrasse – mit der Pauluskirche im Hintergrund – kurz nach dem Bombenangriff vom 22. April 1944 zeigt, den meine Mutter miterlebt hat. Auf dem untere Foto ist die Straße heute zu sehen, die Perspektive stimmt nicht ganz. Wo Rossmann ist, war damals Schönherr & Alves.

Weststrasse Hamm

Vor 1940 gab es fast keine Bunker in Deutschland. „Öffentlich geäußerte Vorschläge zu einem umfangreichen und sicheren Luftschutzbau galten bis zu diesem Zeitpunkt als ‚zersetzend‘ und konnten sogar zur Verhaftung durch die Gestapo führen und mit der Einlieferung in ein KZ enden.“ (Wulf: Hamm – Planen und Bauen, S. 93) Hitler ordnete nach dem ersten alliierten Angriff auf Berlin im August ein „Sofortprogramm“ für das Luftschutzbauwesen an. Die Anlagen sollten die gesamte Bevölkerung schützen. Hamm war der größte Eisenbahnknotenpunkt Europas; nur dort wurde der Bunkerbau wie geplant vollzogen. Wenn man die Dokumente studiert, wird man fassungslos: Wie selbstverständlich gehen die Verfasser in ihrem Wahn davon aus, dass „nach dem Krieg“ weitergebaut würde.

Luftschutzmaßnahmen
„Betrifft: Anordnungen des Führers zur sofortigen Durchführung baulichen Luftschutzmaßnahemn“, 13. Oktober 1940″, aus: ebd. (Ausriss)

Der Bunker am Bahnhof von Hamm hat oben eine Art Balkon. Wulf schreibt dazu:
Bunker mit Stilelementen der offiziellen Baukunst. Sie sind durch Gesimse, Konsolenfries, Attikabänder und betonte Eingänge künstlerisch aufgewertet. Einige von ihnen zeigen auch das neben dem Hoheitszeichen wichtigste Zeichen der Herrschaftspolitik: den Führerbalkon, der aber nicht zugänglich ist und lediglich symbolisch die Anwesenheit des Führers dokumentiert.

Luftschutzmaßnahmen

Ich habe das Buch über Hamm im Bombenkrieg mit Spannung gelesen – ein Horrorfilm ist nichts dagegen. Um so ungeheuerlicher ist die Unbelehrbarkeit, mit der sich die Nationalsozialisten und auch die „normale“ Bevölkerung an die Illusion klammerten, Hitlers verbrecherische Krieg würde zum Sieg führen.

Von der schönen Stadt Hamm ist nichts mehr übrig geblieben. Das Foto unten zeigt die Innenstadt bei Kriegsende – der Westentorbunker steht im linken oberen Viertel. Für mich ist es kaum vorstellbar, dass meine Mutter da durchlaufen musste, oft sogar zu Fuß zehn Kilometer bis Bönen, wo meine Großeltern wohnten, weil die Züge nicht mehr fuhren, einmal sogar unter Tieffliegerbeschuss, zusammen mit einer Arbeitskollegin, wie sie erzählte. Dass ich existiere, ist eigentlich ein glücklicher Zufall.

Hamm 1945

Hammern, Bohren und Sicheln

werkstatt

Da ich gerade eine Homestory nach der anderen liefere – falls die „Linke“ oder die SPD repariert werden will: Werkzeug habe ich.

Was ihr wollt

burks
Alter Mann vor altem Kran

By the way: Ich müsste mal wieder etwas Politisches posten, sonst springen die anspruchsvollen Leserinnen und kritischen Leser ab. Welche Themen? Tendenzieller Fall der Profitrate etwa? Je ein Kapitalist schlägt viele tot? Die Hijabisierung der „Linken“ und des öffentlichen Raums? Gödel? Riemann? Polygone? Donald Byrne gegen Bobby Fischer? Das Fermatsche Theorem? Der Fetischcharakter der Ware, revisited? Oder interessiert Euch mehr der Quedlinburger Domschatz und wie der Feudalismus zu definieren sei?

Maglev im Kommunismus und auch anderswo

CNN: „China unveils 600km/h maglev train prototype“.

Robb Report: „China’s New 373-Mile-Per-Hour Bullet Train Will Be the World’s Fastest – China Railway Rolling Stock Corporation hopes to have its new maglev train in operation by 2021.“

Es gab auch eine deutsche Version (mitteleuropäischer Kapitalismus: „die eingelagerten Streckenteile wurden verschrottet“).

Bemerkenswert ist, dass der chinesische Zug die Strecke zwischen Peking und Shanghai schneller bewältigen wird als ein Flugzeug. Gerade in Deutschland hätte man von Anfang an auf dieses Transportmittel setzen können statt alles mit Autobahnen und Flughäfen vollzuballern.

Auch das wird nach der Revolution zu ändern sein…

Sonnenallee

sonnenallee

Berlin-Neukölln, Sonnenallee aka „Arabische Allee“, Himmelfahrt, morgens um 5.18 Uhr, zwischen Treptower und Roseggerstraße – ein ungewöhnliches Foto, weil man manchmal sogar mit dem Fahrrad im Stau steht.

Da geht die Kohle hin

steuertruhe

Eiserne Steuertruhe des „Kaiserlich freien weltlichen Reichsstifts Quedlinburg“ mit verstecktem Deckelschloss und vierzehn Verriegelungspunkten (Schlossmuseum Quedlinburg). Die Truhe war ideal geeignet, um größere Geldbeträge zu verwahren, da ihre massive Ausführung und die 14 Schlösser für das 18. Jahrhundert ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisteten.

Es war einmal in einer Zeche im Ruhrpott

Zeche Bönen

Credits: Gemeindearchiv Bönen

Organisiert verantwortungslos

Schöner Artikel im Tagesspiegel über den Irrsinn der Verwaltung: „Das alles ereignet sich in einer Stadt, in der es zudem die Spezialität der organisierten Verantwortungslosigkeit gibt, wo Verwaltungen von Landesregierung und Stadtbezirken viel Mühe darauf verwenden, ihre jeweiligen Zuständigkeiten so präzise untereinander aufzuteilen, dass Mitarbeiter regelmäßig selber nicht mehr wissen, wer sich um was zu kümmern hat und dann nahezu zwangsläufig in Lethargie versinken oder überarbeitet sind.“

Das Problem ist: Mir fällt auch keine Lösung ein.

Schrödinger’s cat, reloaded

schroedinger's cat

Credits: The Language Nerds

Kleinstadt Groove

katholische Unna
Katholische Kirche Unna, mit temporärem Bewohner

Es ist schwer, an dem Ort, in dem ich meine Zeit als Gymnasiast verbracht habe, auch die Musik von damals zu hören (Don Airey ist auch nicht schlecht). Der Groove fährt einem in die Knochen, und die Finger wollen anders als sonst… aber Sometimes I Feel Like Screaming.


katholische Unna
Abbrucharbeiten Bahnhofstraße Unna

Unna hat knapp 60.000 Einwohner (wenn man es glaubt), Quedlinburg gut 20.000, beides rückläufig. Was macht man, wenn man dort als Clint Eastwood ankommt und die Kneipen sind schon voll mit Familien und Peergroups (wenn sie überhaupt geöffnet haben)?

Quedels-Pub hatte am Sonntag geschlossen, natürlich an dem Tag, als ich dort hinwollte. Meine Stammkneipe in Unna ist nach dem Umbau nicht mehr so intim und „gemütlich“ wie vorher und das Publikum am Wochenende sehr jung. Mit „gemütlich“ könnte man mich nicht locken, wohl aber mit interessanten Leuten.

markt quedlinburg
Markt Quedlinburg

Und was macht man dort, wenn man arm ist? Obdachlose sind kaum zu sehen oder bemühen sich, nicht aufzufallen. Aber wer von Stütze lebt, kann sich die Getränke in einer beliebigen Kneipe sowieso nicht leisten und auch keine kulturellen Ereignisse. Und dann? Ich würde vor dem Internet hängen…

altstadt quedlinburg
Unrenoviertes Haus in der Altstadt Quedlinburgs

Morgen fahre ich in die Großstadt zurück. Und das ist auch gut so.

Unna ist nicht Paris

evangelische Stadtkirche Unnaevangelische Stadtkirche Unnaevangelische Stadtkirche Unna

Wie ich schon schrieb und wie auch anderswo berichtet wurde, fiel am 18.01.2018 bei Sturm eine Fiale, die fast eine Tonne wiegt (vgl. mittleres Foto, hinter dem Gargolyten), vom Turm der Evangelischen Stadtkirche (erbaut ab 1322) in Unna, durchschlug das Dach und zerstörte fast ein Gewölbe, so dass sogar die Gefahr bestand, dass das Gebäude ganz hätte einstürzen können. Auch die Orgel wurde schwer mitgenommen und musste komplett saniert werden. Mir wurde berichtet, dass sie vielleicht zu Weihnachen 2020 wieder gespielt werden könne. Die Sanierungsarbeiten werden insgesamt rund fünf, wenn nicht mehr Jahre dauern. Auch die Glocken werden bis dahin schweigen.

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marktcam unna

„10,6 Millionen Menschen in Deutschland können nur fehlerhaft schreiben“, berichtet die Zeit (von rund 83 Millionen insgesamt). „Männer stellen mit 58,4 Prozent die Mehrheit der gering literalisierten Erwachsenen“, lese ich im Spiegel.

Vielleicht sollte ich hier nur noch Bilder posten? Die GEW fordert sogar noch dümmere Schüler (das „W“ steht IMHO für Wissenschaft).

O tempora o mores! (Versteht das überhaupt jemand?)

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