Rotlicht
Ich habe mich gestern ein paar Stunden im Rotlichtviertel von Amsterdam herumgetrieben, zwecks anthropologisch-soziologischer Studien. Das war nicht neu für mich – ich habe in den 80-ern und 90-ern fast alles ausprobiert, was man ausprobieren kann, auch um mich selbst und meine Reaktionen auf bestimmte Reize kennenzulernen.
Nicht nur jeder Jeck ist anders, sondern auch jeder Kick. Als Kerl ist man natürlich im Vorteil, aber man sollte nicht herumheucheln: Frauen sind wie Männer, wenn man sie lässt. Sextourismus ist, wenn man ökonomische Zwänge außer acht lässt, bei Männlein und Weiblein verbreitet.
Amsterdam ist natürlich anders, weil das Anbahnen des Geschäfts mehr oder minder öffentlich abläuft – die Damen präsentieren sich der Kundschaft. Die meisten Leute gaffen – vor allem diejenigen aus Ländern mit Doppelmoral vom Feinsten. Paare klammern sich aneinander, als wären sie in Gefahr, unanständige Ideen zu bekommen.
Junge westasiatische Kerle, die ihren Frauen vermutlich Hijabs aufzwingen würden, versuchen, möglichst nahe ans „Geschehen“ zu kommen. Männergruppen lachen gemeinsam, was gelogen ist – sie fürchten sich allein (so meine unmaßgebliche Interpretation).
Die Stimmung ist nicht ganz unentspannt. Alle tun nur so. Erfreulich ist, dass man keine Luden herumlungern sieht, und auch die Damen offenbar selbstbestimmt arbeiten können.
Ich habe mit einigen Frauen kurz geplaudert, um die Konditionen zu erfahren. Man winkt von außen, und sie öffnen dann die Glastür. Alle sprachen Englisch. Wenn man den Fuß über die Schwelle setzt, ist man schon 100 Euro los. Ich wusste natürlich, dass das nicht der wahre Preis war. Erst nach Nachfrage: Normalen Sex gibt es für 400 Euro aufwärts.
Im Gordijnensteeg sprach ich mit einer der wenigen – für mich – attraktiven Prostituierten, und hinter mir lauerte ein Nordafrikaner, um mitzuhören. Das Mädel schnauzte ihn energisch an, er solle sich verpissen (sie benutzte ein höflicheres Wort), und redete erst weiter, als er gehorchte.
Es ging mir nicht darum erfahren, was das billigste Angebot wäre, sondern ab wann die Damen anfangen etwas zu offerieren. Für den Preis, den man bezahlen würde, um mehr als einen Quickie oder eine so genannte „Thai-Massage“ (womit vermutlich ein Handjob gemeint ist) zu bekommen, kann ich schon nach Israel und zurück fliegen.
Es ist also eine Frage der finanziellen Prioritäten. Meine liegen woanders.
Kommentare
5 Kommentare zu “Rotlicht”
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Amsterdam ist nicht die Niederlande, trotzdem cool. Soll heißen, viele Sprechen da nicht mal NL. Kommt man häufiger mit Deutsch oder Englisch weiter. :-)
Ansonsten den Internationalen Charme genießen.
Beim Hauptbahnhof, um die Ecke.
https://www.tripadvisor.com/Restaurant_Review-g188590-d1986862-Reviews-Molly_Malone_s_Irish_Pub-Amsterdam_North_Holland_Province.html
https://www.dezaanseschans.nl/de/ Den Senf besser im Supermarkt kaufen. ;-)
NL? Ich würde da eher Utrecht, Leiden oder Den Haag besuchen.
Oder auch ‚Waterlijn rondvaarten Amersfoort‘
<8*) Der Aluhut meint, Ich fand Arnhem cool. Von der Autobahn runter zum Parkplatz, in nem Aufzug und mitten in der Stadt.
Bisher habe ich nur Englisch gesprochen.
was zahlt man denn aktuell in Berlin für eine attraktive studentische 3-Loch-Stute??
Das separate Yogazimmer in der WG muss schließlich finanziert werden…
Wenn du eh am Brandenburger Tor „arbeitest“, ist es ja nicht weit bis in in die Oranienburger Str. / Torstraße…
da steht doch auch das freischaffende Gewerbe
Wieviel hast du denn nun für die Nutte Bezahlt?
Ich habe nichts bezahlt.