Peijie Hotpot

Peijie Hotpot

Restaurantkritik, hier: Peijie Hotpot, Amsterdam Chinatown, Zeedijk 57. Voraussetzung: Man muss mit Stäbchen essen können – Messer und Gabeln gibt nicht.

Fazit: Das beste China-Restaurant, in dem ich jemals war, aber auch das teuerste.

Tauchen Sie ein in die kräftigen, würzigen und duftenden Aromen des authentischen Chongqing-Hotpots. Seit über einem Jahrhundert wird unser Geheimrezept weitergegeben und vereint Tradition mit Herzlichkeit und Lebensfreude.

Sehr hübsch übrigens die Warnung: „Die in Chongqing servierten Spezialitäten sind aber dermassen scharf, dass jedem Reisenden empfohlen wird, sich bereits Monate vor der Reise an die Schärfe zu gewöhnen.“

Da habe ich einen gewissen Ehrgeiz. Mit Gewürzen ist es wie mit dem schönen Geschlecht: Die schärfste Version ist immer die beste. Die extrem hilfsbereite Kellnerin (Familienbetrieb) zog lächelnd eine Augenbraue noch, aber ich bestand drauf – und ich musste später nicht einmal husten. Vielleicht ist bei mir auch alles seit Jahren weggebrannt.

Peijie Hotpot

Jetzt wird es kompliziert. Man kann auch per QR-Code auf den Tischen bestellen, aber das funktionierte mit meiner kleinen Hirse nicht, obwohl es sozusagen eine innerchinesische Kommunikation gewesen wäre.

Die Kellnerin stand die ganze Zeit neben mir und bot sich an, mir alles zu zeigen, weil ich weder wusste, was ich bestellen sollte und auch nicht wie. Übrigens sind die Tische auch Öfen – das Essen kocht am Tisch.

Außer mir waren nur Chinesen im Restaurant.

Peijie Hotpot

Nachdem ich auf Empfehlung des Hauses Stem Lettuce Meatballs bestellt hatte und dazu Heritage Pickled Cabbage Fried Rice, ging es Schlag auf Schlag – ich musste weniger als fünf Minuten warten, als schon von allen Seiten allerlei geheimnisvolle Tellerchen und Schüsselchen vor mich hingestellt wurden.

Das funktioniert ungefähr so wie ein Käse-Fondue ohne Käse. In den vier metallen Gefäßen, die im Tisch eingelassen sind, kochen jeweils unterschiedliche Saucen mit unterschiedlichen Gewürzen vor sich hin. Daneben sind noch drei Töpfchen mit Koriander, Knoblauch und einem dritten Kraut, das ich nicht identifizieren könne, es sah aus wie Schnittlauch. Die mischt man sich zusammen und kippt das blend oil (vgl. unten) darüber.

Die Bällchen kommen mit Schöpflöffeln vier Minuten in die brodelnde Sauce – ich habe natürlich alle probiert. Sie können nicht verloren gehen: Die Schöpflöffel finden sie, und zur Not hat man noch ein zweites Paar extra langer Stäbchen. Es wird verlangt, dass man weiß, wann die vier Minuten vorbei sind. Aber vermutlich hätten sie es mir auch gesagt, wenn ich behauptet hätte, ich sei des Uhrenlesens nicht kundig.

Peijie Hotpot

Man hat also de facto vier verschiedene Gerichte, nur alle mit nicht koscheren oder halalenen Schweinefleischbällchen. Ich habe aber jetzt – zwei Stunden später – das Gefühl, ich hätte ein Kilo Knoblauch gegessen. Aber das war meine Schuld. Es jetzt noch drei junge New Yorker auf meinem Zimmer. Ich werde sie warnen.

Peijie Hotpot

Das blend oil interessierte mich. ChatGPT sagte, das Foto davon analysierend: „In chinesischen Hotpot-Restaurants (vor allem aus Chongqing) bekommt man oft kleine Gläser mit Öl zum Dippen. Das ist kein reines Öl, sondern eine Mischung, gedacht als Dip für das gekochte Fleisch/Gemüse, es mildert die Schärfe des Hotpots. Typisch ist: Man nimmt das Essen aus der extrem scharfen Brühe und taucht es in dieses Öl, das kühlt und macht es aromatischer. Ein Beispiel für so ein Hotpot-Blend: ca. 70 % neutrales Öl + 30 % Sesamöl.“

Ich habe nur Tee und Wasser getrunken und rund 50 Euro bezahlt. Man gönnt sich ja sonst nichts (vgl. gestern).

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Kommentare

2 Kommentare zu “Peijie Hotpot”

  1. Godwin am April 16th, 2026 10:57 p.m.
  2. Hannes am April 17th, 2026 2:30 p.m.

    Der Handjob unter dem Tisch durch die Kellnerin war im Preis mit drin?

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