Die Computer der Kriminellen werden immer ausgetüftelter
Laut gulli.com wurde die Website des so genannten „Innenexperten“ Hans-Peter Uhl (CD) von Anonymous gehackt. Dann werden sie ihn ja auch „onlinedurchsucht haben“….
Der schon wieder
Fefe schreibt über Christian Rath in der taz: „Dass Skype selber Telefonate abhören kann und das auch tut und Behörden zur Verfügung stellt, das ist bekannt und steht sogar in deren Datenschutzerklärung drin. Das passt mal wieder in die seit Jahren praktizierte ‚der CCC macht nur sinnlos Panik!1!!‘-Strategie von dem Rath. Ich frage mich ja, wie sich die taz ausgerechnet als rechtspolitischen Korrespondenten so einen reaktionären Typ leisten kann.“
Wen wundert’s. Über Rath habe ich schon mehrfach das Nötige gesagt. Das ist der, der den Hpye um die „Online-Durchsuchung“ angeschoben hat.
Stadtbibiliothek Köln, revisited
Ich erhielt soeben eine freundliche E-Mail:
Es werden von uns keineswegs bewusst Seiten gesperrt, es liegt auch nicht in unserer Absicht, jemanden zu diffamieren. Die Stadtbibliothek ist allerdings gesetzlich verpflichtet, technische Vorkehrungen für den Jugendschutz zu treffen. Dies ist manuell nicht zu leisten. Wir verwenden daher Blacklists von zwei großen Anbietern (urlblacklist.com sowie shallalist), auf denen Ihre Domäne leider gesperrt ist. Da Sie uns freundlicherweise mitgeteilt haben, dass diese Sperrung gegenstandslos ist, hat unser Systemadministrator Ihre Domäne nun über unsere Whitelist manuell entsperrt und Ihre Webseiten sind auf den Rechnern der Stadtbibliothek wieder zugänglich.
Ich habe geantwortet:
> Die Stadtbibliothek ist allerdings gesetzlich verpflichtet, technische Vorkehrungen für den Jugendschutz zu treffen. Dies ist manuell nicht zu leisten.
„Dann lassen Sie es doch.. Niemand wird gewungen, dubiose Filter von Anbietern einzusetzen, deren Kriterien niemand nachvollziehen kann. Jugendliche nicht unbeaufsichtigt surfen zu lassen, reicht IMHO aus.
Filter schaden der Medienkompetenz und sind daher kontraproduktiv. Quod erat demonstrandum.“
Unglaublich. Eine deutsche Bibliothek nutzt eine „schwarze Liste“ eines kommerziellen Anbieters aus den USA. Das sagt schon alles.
Quasi magisch
Frank Schirrmacher auf faz.net (via Fefe):
„Politiker des digitalen Zeitalters müssen endlich erkennen, dass der Verlust der Kontrolle die Regel kommunikativen und politischen Handelns sein wird, so lange das Verständnis der Software quasi-magisch bleibt und die Institutionen im zwanzigsten Jahrhundert steckenbleiben.“
Ich nannte das „Autistisches Voodoo„.
Verwurmt und verwanzt

Kein Wunder, dass NutzerInnen dazu erzogen werden, sich nicht um die Sicherheit beim Surfen zu kümmen. Man wird noch nicht einmal darüber informiert, welche Cookies nötig sind. Diese Dumpfbacken gehen einfach davon aus, dass jeder alle aktiven Inhalte erlaubt, damit sie Datenspionage betreiben können. Und dann jammern sie, dass ihre Rechner verwurmt und verwanzt sind. Ordentliches HTML kann man bei E Plus auch nicht. Superoberexperten eben.
Verfassungskonforme Überwachung von Computern ist technisch nicht möglich
Christopher Lauer sagt klar und angenehm, was erstens, zweitens, drittens käm (via Fefe):
Der Einsatz des “Bundestrojaners”, der unter anderem auch Bildschirminhalte überwacht, stellt also einen klaren Verfassungsbruch dar, wird aber trotzdem von Spitzenpolitikern wie Uhl oder Friedrich verteidigt. (…) Eine verfassungskonforme Überwachung von Computern ist schon technisch nicht möglich. Der Innenminister täte gut daran seinen aussichtslosen Kampf gegen die Realität zu beenden.
Solchen Dumpfbacken wie dem Innenminister würde ich auch einen Putschversuch trauen.
Der Trojaner nach dem Trojaner
Lesenswerter Artikel von Kristian Köhntopp: „Nachdem sich unsere Bundes- und Landeskriminalämter, Zoll, BND und Politik jetzt erst einmal global blamiert haben, fängt der interessante Teil der Entwicklung gerade erst an. Denn auf der einen Seite wollen wir, daß ‚die Guten‘ sichere und unkompromittierbare Systeme haben. Auf der anderen Seite wollen ein Haufen Bedarfsträger die Systeme von ‚den Bösen‘ zuverlässig und ohne viel Aufwand und Aufsehen kompromittieren können. Und leider sind die Definitionen von Gut und Böse je nach Standpunkt und Aufgabe austauschbar und Rollen überlappen sich.“
Online-Durchsuchung und Vodoo, reloaded
„Neue Form der Staatskriminalität“, schreibt Heribert Prantl in Zeit Online.
Dazu sollte man auch Thomas Stadler lesen: „Die bayerischen Behörden haben also den Beschluss des Landgerichts Landshut bewusst ignoriert und in voller Kenntnis der Rechts- und Verfassungswidrigkeit den Bayerntrojaner im Jahre 2011 weiterhin zum Einsatz gebracht und zwar in mindestens 12 Fällen.“
Und num zum 537sten Mal: Die Idee, man könne ohne vorherigen physischen Zugriff (und das auch nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen) gezielt auf einen privaten Rechner zugreifen und ohne Zustimmung des Verdächtigen eine Spionage-Software „aus dem Internet“ implementieren, ist eine Verschwörungstheorie und technisch gesehen Blödsinn.
Twister schrieb schon 2008 auf Telepolis: „Burkhard Schröder hat zu diesem Thema ja des öfteren schon auf den Einsatz von Linux, auf passwortgesicherte Rechner usw. hingewiesen. Schröder hält die OD lediglich für einen Wunschtraum, eine Vorstellung ähnlich dem Voodoo-Glauben.“
Stadtbibliothek Köln diffamiert
Danke für den Hinweis!
Sperrt sie ein!
Christopher Lauer (Piraten): „Ich bin es leid, ich bin es echt leid. Der Staat gibt einer Firma, deren Geschäftsführer wegen Bestechlichkeit verurteilt wurde Geld, damit sie Schadsoftware herstellt, um die Bevölkerung zu überwachen. Würde ich ‚Der Staat‘ im vorherigen Satz durch ‚Eine kriminelle Vereinigung‘ austauschen würde jeder sagen: Sperrt sie ein!“
Wieso ist das eigentlich so schwer zu verstehen?
FALSCH, Wirtschaftswoche: „Eigentlich Trojanisches Pferd genannt, schleust sich eine solche Schadsoftware unbemerkt in fremde Rechner ein…“
Das eben nicht. Eine Software kann sich nicht selbst einschleusen. Das ist eine Verschwörungstheorie.
FALSCH, Tagesschau: „Der Begriff steht für eine Online-Durchsuchung seitens der Bundesregierung. Dabei sollen Computer einmal (Online-Durchsicht) oder während eines gewissen Zeitraums (Online-Überwachung) überprüft bzw. überwacht werden, ohne dass der Nutzer das bemerkt. Das Innenministerium sprach 2008 nicht von Bundestrojanern, sondern von „Remote Forensic Software“.
Hier geht es um die Überwachung von Internet-Telefonie, deren „Nebeneffekt“ ist, dass der Rechner komplett überwacht werden kann. Und dazu braucht man den physischen Zugriff, und der Nutzer muss seinen Rechner UNGESICHERT herumstehen lassen oder herausgegeben haben.
Wieso ist das eigentlich so schwer zu verstehen?
Ach so geht das: Heimliche Einbrüche
Ich habe bekanntlich gefühlte drei Millionen Mal geschrieben und gesagt, dass man von „fern“ nicht einfach Spionage-Software auf einen Rechner spielen kann, somit die so genannte „Online-Durchsuchung“, wie sie in den Medien beschrieben wurde, ein Hoax ist. Etwas anderes gilt natürlich unter bestimmten Umständen (wenn die Rechner nicht gesichert sind), wenn man den physischen Zugriff auf den Rechner hat. Die Taz beschreibt das jetzt:
„Bayerns LKA bricht auch mal heimlich in ein Firmenbüro ein, um Schnüffelsoftware zu installieren.“
Legal, illegal, scheißegal – das ist offenbar die Maxime von Behörden in Bayern. Ich wollte die schon immer loswerden. Sollen die doch selbständig werden und mit Moldawien fusionieren.
Solche Software darf es niemals geben
Lesenswert ist ein Interview mit Ulf Buermeyer mit netzpolitik.org:
…solche Software darf es niemals geben, und zwar weil sie auch das Einspielen von Daten auf dem Zielsystem erlaubt. Das ist unter Geltung des Grundgesetzes stets unzulässig, wie das Bundesverfassungsgericht entschieden hat: Selbst eine Online-Durchsuchung darf eben nur durchsuchen und nicht manipulieren.
Aus informationstechnischer Sicht ist diese juristische Differenzierung aber wenig sinnvoll: Die Integrität eines Systems ist stets verletzt, sobald Software eingespielt wird – egal ob die dann nur lesen oder auch schreiben kann. Insofern kann man mit guten Gründen bezweifeln, ob es überhaupt einen rechtmäßigen Fernzugriff durch Einspielen von Software geben kann.
(…) Richtig ist jedenfalls, dass es keine Rechtsgrundlage für Quellen-TKÜ oder Online-Durchsuchung für die Strafverfolgung gibt. Richtig ist aber auch, dass sich Teile der Justiz die fehlende Rechtsgrundlage einfach selbst schaffen, indem sie die Regeln für “normale” Telefonüberwachungen für anwendbar erklären.
Buermeyer ist Mitglied der German Privacy Foundation. Guckst du auch burks.de (15.07.2007): „Richter erklärt die Online-Durchsuchung zur Ente“.
Bananenpublik revisited
Spiegel Online: „Der Hersteller des offenbar stümperhaft programmierten Staatstrojaners hat nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen viele deutsche Behörden beliefert – für Millionen Euro. Der ehemalige DigiTask-Chef wurde einst wegen Beamtenbestechung verurteilt.“
Bruhahahahaha. So was kann man sich gar nicht ausdenken.
Linux®
Die DigiTask hat die staatliche Spionage-Software programmiert. So sieht das auch aus:
„Unsere Softwareabteilung entwickelt für Sie in den verschiedensten Entwicklungsumgebungen (Visual C++®, Visual Basic®, Visual Objects® etc.) und auf den gängigsten Plattformen (wie z.B. Windows 2000®, Windows XP®, Windows Vista®, Unix®, Linux® oder QNX®) die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Softwarelösung. Die langjährigen Erfahrungen unserer Programmierer bedeuten für Sie eine konsequente und zielgerechte Umsetzung der an uns gestellten Aufgaben.“
Unix®, Linux® Bruhahahahaha!
Im Bunker
Satz des Tages: „Um Geld zu sparen, hatten Behörden einige Beamte gebeten, in ihrer Freizeit eine Software für Observationssysteme zu entwickeln.“ (via Fefe)
Da bekommt der Ausdruck „dümmer als die Polizei erlaubt“ einen ganz anderen Beigeschmack.
„Bei den ‚Entscheidungsträgern in den Behörden‘ herrsche eine ‚Mischung aus technischer Inkompetenz und Bunkermentalität‘.“ Das ist bei den Medienanstalten auch nicht anders.
Man weiß gar nicht, ob man lachen oder weinen soll. Die Titanic hilft.
Ozapftis exekutiert
Ein Artikel von mir auf Telepolis: „Ozapftis exekutiert – Nach der Aufdeckung des Schnüffelprogramms gibt es die üblichen Argumente, eine wirkliche Online-Durchsuchung gibt es aber immer noch nicht.“
Die Trojaner sind vom Pferd gefallen
Die FAZ schreibt: „Der deutsche Staatstrojaner wurde geknackt“. Auch Heise formuliert „CCC knackt Staatstrojaner“ (von Krempl erwarte ich auch nichts anderes). Der CCC beginnt korrekt „Der Chaos Computer Club (CCC) hat eine eingehende Analyse staatlicher Spionagesoftware vorgenommen“, fährt dann aber leider auch im Medien-Neusprecht fort: „Die untersuchten Trojaner [sic] können nicht nur höchst intime Daten ausleiten, sondern bieten auch eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Aufgrund von groben Design- und Implementierungsfehlern entstehen außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen können.“
Im eigentlichen Bericht (Lesebefehl!) ist es korrekt: „Dem Chaos Computer Club (CCC) wurde Schadsoftware zugespielt, deren Besitzer begründeten Anlaß zu der Vermutung hatten, daß es sich möglicherweise um einen ‚Bundestrojaner‘ handeln könnte.“ (Anführungszeichen! Eben!)
Da fällt mir Wolfgang Fritz Haug ein: „Begriffe sind Abstraktionen, die dann brauchbar sind, wenn sie tatsächliche Bewandtnisse komplexer Gegenstände erfassen. Sie sind analytisch gewonnen Denkbestimmungen, deren Aufgabe es ist, aus dem fürs Denken einzig gangbaren Weg Konkretion zu erreichen.“
„Staatstrojaner“ ist ein Begriff, der ungefähr so seriös ist wie „friedenserzwingende Maßnahme“ für Krieg. Ausserdem wendet sich jeder humanistisch Gebildete mit Grausen ab, weil die sagenhaften Trojaner mitnichten in dem Pferd saßen, sondern die Griechen, und das trojanische Pferd als Computerprogramm dann auch so genannt werden müsste.
Ich habe jetzt das Vergnügen, rational denken zu dürfen, obwohl ich von einer Horde johlender Verschwörungstheoretiker umgeben bin und die wiederum von einer noch größeren Horde von ahnungslosen Dummköpfen, die gar nicht denken wollen.
Die Faz schreibt: Der Trojaner kann laut der Analyse des Chaos Computer Clubs (CCC) beliebige Überwachungsmodule auf den einmal infiltrierten Computer nachladen – „bis hin zum Großen Lausch- und Spähangriff“, wie CCC-Sprecher Frank Rieger in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ schreibt..
Jetzt mal gaaaanz langsam und genau hinsehen. Die Pointe kommt jetzt:
Die spezielle Überwachungssoftware wird von den Ermittlungsbehörden unter anderem zur sogenannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung genutzt. Die Quellen-TKÜ dient dazu, Kommunikation schon auf dem Computer eines Verdächtigen abzufangen, bevor sie verschlüsselt wird. Im Unterschied zur Online-Durchsuchung….
Hier geht es um das Abhören von Internet-Telefonie (Windows! Skype! „Die in den Trojaner eingebauten Funktionen sind das Anfertigen von Screenshots und das Abhören von Skype- und anderen VoIP-Gesprächen, allerdings können auch beliebige Schad-Module nachgeladen und ausgeführt werden.“) und um nicht anderes. Nicht mehr oder weniger. Es geht nicht darum, von fern ein Programm auf einen Rechner zu schleusen (welche IP-Adresse würde diese haben?) und den ohne Wissen des Nutzers fernzusteuern. Das jedoch kann man mit dem vom CCC analysierten Programm zweifellos („Die Malware bestand aus einer Windows-DLL ohne exportierte Routinen.“ Bekanntlich nutzt niemand Linux oder Apple.)
Die Zahnpasta ist leider aus der Tube, auch wenn sogar die FAZ darauf hinweist, dass die real gar nicht existierende „Online-Durchsuchung“ etwas anderes sei als die so genannte „Quellen-TKÜ“. Beide Begriffe stammen ohnehin aus dem Wörterbuch des Unmenschen, sind Propaganda und wurden vom Ministerium für Wahrheit in die Welt gesetzt, was bei der übergroßen Zahl der regimetreuen Medien zu der irrigen Annahme führt, man dürfe auch nur diese Begriffe benutzen.
„Der CCC betonte, die sogenannte Quellen-TKÜ dürfe ausschließlich für das Abhören von Internettelefonie verwendet werden“, schreibt Heise. Richtig, aber die Ermittler handelten offenbar nach der Maxime „legal, illegal, scheißegal“. Ich habe nichts anderes erwartet. Die Schad- und Spionagesoftware macht auch genau das, was man von ihr erwartet: „So kann der Trojaner über das Netz weitere Programme nachladen und ferngesteuert zur Ausführung bringen“. (Gemeint ist: das Trojanische Pferd).
Die ausgeleiteten Bildschirmfotos und Audio-Daten sind auf inkompetente Art und Weise verschlüsselt, die Kommandos von der Steuersoftware an den Trojaner sind gar vollständig unverschlüssselt. Weder die Kommandos an den Trojaner noch dessen Antworten sind durch irgendeine Form der Authentifizierung oder auch nur Integritätssicherung geschützt. So können nicht nur unbefugte Dritte den Trojaner fernsteuern, sondern bereits nur mäßig begabte Angreifer sich den Behörden gegenüber als eine bestimmte Instanz des Trojaners ausgeben und gefälschte Daten abliefern. Es ist sogar ein Angriff auf die behördliche Infrastruktur denkbar.
Avanti Dilettanti. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, denn sie straft diejenigen Lügen, die glauben, „die da oben“ hätten von irgendwas eine Ahnung. Wie stellte sich das BKA-Chef Ziercke das vor mit der „Online-Durchsuchung“:
Dieses Programm, was wir da entwickeln, muss ein Unikat sein, darf keine Schadsoftware sein, darf sich nicht selbst verbreiten können und muss unter der Kontrolle dessen stehen, der es tatsächlich einbringt, wobei die Frage des Einbringens die spannendste Frage für alle überhaupt ist. Ich kann Ihnen hier öffentlich nicht beantworten, wie wir da konkret vorgehen würden. Sie können sich die abstrakten Möglichkeiten vorstellen, mit dem man über einen Trojaner, über eine Mail oder über eine Internetseite jemanden aufsucht. Wenn man ihnen erzählt hat, was für eine tolle Website das ist oder eine Seite mit ihren Familienangehörigen, die bei einem Unfall verletzt worden sind, sodass sie dann tatsächlich die Seite anklicken.
Sehr hübsch ist das Fazit im CCC-Bericht: „Wir sind hocherfreut, daß sich für die moralisch fragwürdige Tätigkeit der Programmierung der Computerwanze keine fähiger Experte gewinnen ließ und die Aufgabe am Ende bei studentischen Hilfskräften mit noch nicht entwickeltem festen Moralfundament hängenblieb.“
Jetzt aber Butter bei die Fische: „Wir haben keine Erkenntnisse über das Verfahren, wie die Schadsoftware auf dem Zielrechner installiert wurde. Eine naheliegende Vermutung ist, daß die Angreifer dafür physischen Zugriff auf den Rechner hatten.“
Anders geht es nicht. Daher muss ich auch kein Wort meines Buches zurücknehmen. Und nicht nur das: Wie sollen Ermittler die IP-Adresse einen Rechners herausfinden? Was machen sie, wenn Linux zum Einsatz kommt? Egal: Das dumme Volk denkt, „sie“ wären ohnehin schon drin. diesen Einrdruck zu vermitteln, sind die Medien ja da. Das war jetzt meine Verschwörungstheorie.
Update: Nein Zeit online, die „Online-Durchsuchung“ funktioniert eben nicht – nur mit physischen Zugriff auf einen Rechner – und das nur bei Windows 32 Bit, und auch nur bei Internet-Telefonie. Es ist zum Haare Ausraufen.
Anonym geht anders
Laut Spiegel Online hat der so genannte Anonymisierungsdienst HideMyAss mit den Behörden kooperiert und die Identität von Nutzern herausgegeben.
Anonym geht anders. „Wir raten von solchen Diensten seit Jahren ab“, sagt Jan-Kaspar Münnich von der German Privacy Foundation, einem Verein, der sich für das Recht auf Anonymität im Internet einsetzt.
Schon sicherer seien Dienste, bei denen der Internetverkehr über mehrere Server abgewickelt werde, die von verschiedenen Anbietern betrieben würden. „So kann nicht eine Firma den gesamten Verkehr überblicken.“ Er empfiehlt Dienste wie das Anonymisierungs-Netzwerk Tor oder das aus einem Forschungsprojekt hervorgegangene JonDonym. Diese Dienste setzen auf sogenannte Server-Kaskaden: Ein Netzwerk aus mehreren Servern in verschiedenen Ländern, die gar nicht wissen, was sie da übertragen – und nicht speichern, wer auf sie zugreift. „Daten, die nicht vorliegen, kann man auch nicht herausgeben“, sagt Münnich.
Tron, revisited
Das hört offenbar nie auf. Ich bin heute von einem Fernsehsender zum Thema Tron interviewt worden. Dazu:
Auszug aus einem Brief Markus Kuhns an die Los Angeles Times, Juli 2002:
“Streitfeld, David” wrote on 2002-07-08 19:24 UTC:I am a reporter for the Los Angeles Times working on a story about smart card hacking. i wanted to ask you about Boris F[…].
The German journalist Burkhard Schröder wrote a book on the case. I think that both his presentation of the case and the conclusions he maked are the most sensible ones that I have seen so far, therefore I’d like to refer you to him as a more well-informed source.
Do you think his death was a suicide?
From all I know, this seems to be the most plausible hypothesis.
Why do so many people think he was killed, even if it’s unclear by who?
Lack of an obvious motive, plus he was affiliated with the Chaos Computer Club in Berlin, a highly media-active association that includes quite a number of conspiracy theory enthusiasts.”





















