Young Intelligent Hackers Against Something
Hihi. Schöner Text von Don Alphonso in der FAZ über Kim Schmitz aka Kimble aka Kim Dotkom (via Fefe):
Aus der Perspektive der voll entwickelten New Economy ist Kim Dotcom so monströs wie ein Goldhamster. (…) Viele seiner Kollegen mit weitaus grösseren Schäden sind längst wieder da, sie haben Stiftungen, bemühen sich um Nachhaltigkeit, geben Seminare für Lebenserfolg, laden in ihre Anwesen in bester Mittelmeerlage ein, machen Hintergrundgespräche und besonders gern in Naturschutz und Ökologie, entwickeln Windparkfonds und jonglieren mit nachwachsenden Rohstoffen. (…)
Wären die Rechteinhaber in der Lage gewesen, selbst so ein umfassendes Downloadportal aufzubauen, mit dem sie 175 Millionen Dollar und jede Menge weiterhin gern zahlender Kunden abgeschöpft hätten, die selbst für die Bereitstellung der Inhalte sorgen? Ein Portal, das für sich so etwas wie Marktführerschaft beanspruchen kann? Mit schlanken Strukturen und einem Chef, der auf die Nutzern nicht wie ein raffigieriger Contentmafioso wirkt, mit Armeen von Anwälten im Hintergrund und der ständigen Drohung, beim kleinsten Verstoss gegen die Regeln werde man in die Privatinsolvenz abgemahnt?
Theologe kündigt auf Facebook eine Revolution an und wird festgenommen
Nachdem ein Theologe auf Facebook eine „Revolution“ angekündigt hatte, wurde er von der Polizei festgenommen. Seine Motive sind noch unklar, genau wie die Frage, ob er die Kosten des Polizeieinsatzes selbst tragen muss.
Welche strafrechtlichen Konsequenzen dieser Fall für den Mann hat, ist noch nicht klar. Von einer Ermahnung bis hin zu einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren reicht der Strafrahmen. „Bei Letzterem müssten jedoch schädliche Neigungen vorliegen“, sagte Georg Ernst, Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Jeder Fall werde individuell betrachtet. „Solche Drohungen kommen öfter, aber zum Glück nicht regelmäßig vor“, sagte ein der Polizeisprecher.
Burks.de veröffentlicht exklusiv den Text, den der Theologe auf Facebook gepostet hatte:
Die reinen Furcht Gottes zuvor, lieben Brueder. Wie lange schlaft ihr, wie lang seid ihr Gott seins Willens nit geständig, darum, daß er euch nach eurem Ansehen verlassen hat? Ach, wieviel hab ich euch das gesagt, wie es muß sein. Gott kann sich anderst nit offenbaren, ihr mußt gelassen stehen. Tuet ihr’s nicht, so ist das Opfer, euer herzbetruebtes Herzeleid umsonst. Ihr müßt darnach von neuem auf wieder in Leiden kommen. Das sag ich euch, wollt ihr nit um Gottes Willen leiden, so müßt ihr des Teufels Marterer sein.
Darum huet euch, seid nit also verzagt, nachlässig, schmeichelt nit langer den verkehrten Fantasten, den gottlosen Bösewichtern, fanget an und streitet den Streit des Herren! Es ist hoch Zeit, haltet eure Brüder alle darzu, daß sie gottlichs Gezeugnis nicht verspotten, sunst müssen sie alle verderben.
Das ganze deutsche, französisch und welsch Land ist bewegt. Der Meister will Spiel machen, die Böswichter müssen dran. Zu Fulda sind in der Osterwoche vier Stiftkirchen verwuestet. Die Bauern im Kleegau und Hegau, Schwarzwald sind auf, dreimal tausend stark, und wird der Hauf je länger je größer. Allein ist das mein Sorg, daß die narrischen Menschen sich verwilligen in einen falschen Vertrag, darum, daß sie den Schaden nach nit erkennen.
Wann euer nur drei ist, die, in Gott gelassen, allein seinen Namen und Ehre suchen, werdet ihr hunderttausend nit fürchten. Nun dran, dran, dran! Es ist Zeit! Die Böswichter sind frei verzagt wie die Hund. Regt die Brüder an, daß sie zur Fried kommen und ihr Bewegung Gezeugnis holen. Es ist über die Maß hoch hoch vonnöten. Dran, dran, dran! Last euch nicht erbarmen, ab euch der Esau gute Wort furslägt. Sehet nit an den Jammer der Gottlosen ! Sie werden euch also freundlich bitten, greinen, flehen wie die Kinder. Lasset euch nit erbarmen, wie Gott durch Mosen befohlen hat, und uns hat er auch offenbart dasselb. Reget an in Dörfern und Städten und sonderlich die Berggesellen mit ander guter Gesellschaft, welche gut darzu wird sein. Wir müssen nit länger schlafen.
Sieh, da ich die Wort schreib, kame mir Botschaft von Salza, wie das Volk den Amtmann Herzog Georgen vom Schloß belange will um des Willen, daß er drei hab heimlich wollen umbringen. Die Bauern vom Eisfelde sind ihr Junkern feind worden, kurz, sie wollen ihr kein Gnade haben. Es ist des Wesens viel euch zum Ebenbilde. Ihr müßt dran, dran, es ist Zeit. Balthasar und Barthel Krump, Valtein und Bischof, gehet vorne an den Tanz!
Lasset diesen Brief den Berggesellen werden. Mein Drucker wird kommen in kurzen Tagen, ich habe die Botschaft kriegen. Ich kann es itzund nit anders machen, sonst wollt ich den Bruedern Unterricht gnug geben, daß ihnen das Herz viel größer sollt werden denn alle Schlösser und Rüstung der gottlosen Böswichter auf Erden.
Dran, dran, dieweil das Feuer heiß ist. Lasset euer Schwert nit kalt werden, lasset nit verlähmen! Schmiedet pinke-panke auf den Anbossen Nimrods, werfet ihnen den Turm zu Boden!
Es ist nit möglich, weil sie leben, daß ihr der menschlichen Furcht solltet leer werden. Man kann euch von Gotte nit sagen, dieweil sie über euch regieren. Dran, dran, weil ihr Tag habt. Gott gehet euch vor, folget, folget! Drum last euch nit abschrecken. Gott ist mit euch, wie geschrieben. Dies sagt Gott: »Ihr sollt euch nit fürchten. Ihr sollt diese große Menge nit scheuen, es ist nit euer, sondern des Herrn Streit. Ihr seid nit, die da streiten, stellet euch vor männlich. Ihr werdet sehen die Hilfe des Herren über euch.« Da Josaphat diese Worte hörte, da fiel er nieder. Also tuet auch und durch Gott, der euch stärke ohne Furcht der Menschen im rechten Glauben. Amen.
Thomas Müntzer, ein Knecht Gottes wider die Gottlosen
Fratzenbuch

(Danke, Ruben!)
Nicht wirklich Neues von der Überwachungs-Lobby
Mitteldeutsche Zeitung: „Das Bundeskriminalamt (BKA) kann wegen des Verzichts auf die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland nicht so effektiv gegen die rechtsterroristische Zelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ ermitteln, wie es das gerne tun würde.“
Liebe Mitteldeutsche Zeitung, wenn du die Agitprop der Überwachungs-Lobby schon eins zu eins und ohne ein kritisches Wort dazu abdruckst, dann wähle doch bitte die korrekte grammatikalische Form „könne“. Die behaupten das nur, es stimmt gar nicht. Also muss hier die indirekte Rede stehen: Die sagen, es sei so. Es ist aber nicht so und wir glauben es überhaupt nicht. Begründung:
Die [[x] irgendeine Überwachungs-Behörde, bitte selbst ausfüllen] kann wegen des Verzichts auf die Vorratsdatenspeicherung folgendes nicht tun: [[x] bitte selbst ausfüllen]: Das Böse aus der Welt vertreiben, Hütchenspieler verhaften, Drogenschmuggel unterbinden, Nazis bekämpfen, die Parteiführung der Linken beobachten, gestohlene Autos wiederfinden, Wirtschaftskriminelle auf die Seite der Guten herüberziehen, Kinderpornografie aus der Welt schaffen, das Internet totalüberwachen, Heuschrecken und das Finanzkapital in die Schranken weisen, Handtaschenräüber dingfest machen, Omas über die Straße helfen, bei Facebook nach Verbrechern fahnden u.v.a.m..
Banshee-Jumping
Diese Vögel, die auch im Film „Banshee“ genannt werden, sind im Spiel „Avatar – die Reise nach Pandora“ sehr schwer zu fliegen – mein Avatar muss sich richtig Mühe geben, die richtige Richtung zu finden, vor allem unter schwerem Beschuss…
Neonazis im Netz
Ein Artikel von mir im Berliner Tagesspiegel: „Behörden fast machtlos gegen virtuellen Aufmarsch – Was kann man gegen Drohungen im Internet tun? Die Neonazi-Szene betreibt mehrere Websites, auf denen Fotos und persönliche Daten ihrer vermeintlichen politischen Gegner publiziert werden. Der drohende Unterton ist unverkennbar – von einem „guten Anschlagsziel“ ist da unter anderem die Rede.“ [mehr…]
Gefährliche digitale Welt von Online-Community, Second Life, Avatare und Facebook
Content-Mafia gegen Megaupload
Pressemitteilung der Piratenpartei zur Abschaltung von Megaupload durch die US-Behörden: „Mit Besorgnis stellt die Piratenpartei fest, dass der Einfluss der Verwerterindustrie mittlerweile so groß ist, dass drei deutsche Staatsbürger in Neuseeland verhaftet werden, weil sie angeblich gegen amerikanisches Copyright verstoßen haben.“
Die Reise nach Pandora, revisited
Ich habe das mit Vergnügen wieder aufgenommen, was ich vor einem Jahr schon mal abgeschlossen hatte. (Ich bin der in der Mitte, der so dumm guckt – ich bin ja grad wieder am Anfang und habe fast alles vergessen.)
Webdesigner also known as Pappnasen

Ich frage mich manchmal, ob die so genannten „Webdesigner“, die für den Quellcode diverser deutscher Medien-Websites verantwortlich sind, irgendwann auf die Idee kommen, das Ergebnis ihrer Schlamperei mit einem anderen Browser als dem Internet Explorer anzusehen oder ob die schon mal etwas davon gehört haben, dass sich eine winzig kleine Minderheit der Surfer um ihre Sicherheit Gedanken macht und mit den dementsprechenden Brower-Einstellungen unterwegs ist. Die Antowrt ist natürlich: nein. So sieht die „Internet-Präsenz“ von Spiegel Online und vom Berliner Tagesspiegel bei mir aus. Pappnasen eben.
Zensiert

Die Unbeugsamen

Bildquelle: Haus der Wannsee-Konferenz -Gedenk- und Bildungsstätte
Gestern habe ich mir den Film Defiance in der Glotze angesehen:
„Defiance – Für meine Brüder, die niemals aufgaben (Verweistitel: Unbeugsam – Defiance) ist ein Kriegsfilm von Edward Zwick aus dem Jahr 2008. Er spielt in den östlichen Regionen des von Deutschland besetzten Polens (heute Weißrussland) während des Zweiten Weltkriegs. Der Film ist eine Adaption des Buchs Defiance: The Bielski Partisans von Nechama Tec, das auf einer wahren Geschichte über die Bielski-Partisanen beruht.“
Manchmal muss sich sich freuen, dass es Hollywood gibt. Was hat der durchschnittliche US-amerikanische Kinobesucher mit den Bielski-Partisanen während des 2. Weltkiiegs zu tun? Die US-Amerikaner hätten vermutlich schon Probleme, Polen und Weissrussland auf der Weltkarte zu lokalisieren. Für Deutschland liegt das damalige Ostpolen quasi vor der Haustür. Dennoch drehte einen Holloywood einen Film darüber.
Daniel Craig spielt die Hauptrolle; in Deutschland hätten sie vermutlich Til Schweiger genommen und eine Liebesromanze zum Lachen daraus gemacht. Es erstaunt nicht besonders, dass sich deutsche Regisseure nicht an das Thema „bewaffener jüdischer Widerstand gegen die Nazis“ trauen. Ein ordentlicher neudeutscher Antisemit hat die Juden am liebsten in Museen und auf Friedhöfen oder sieht die „jüdischen Mitbürger“ nur von fern oder als Opfer. Ich halte das nicht für einen Zufall. Auch die spärlichen deutschen Pressestimmen zum Film sind bezeichnend.
Wie handelt man, wenn alle moralischen Maßstäbe sinnlos sind, wenn man von der Apokalypse umgeben ist? Es gibt wohl kaum ein interessantere Frage.
Der Plot erinnerte mich an einen Artikel, den ich 2008 für Telepolis geschrieben habe: „Litauen und die jüdischen Partisanen – Die Generalstaatsanwaltschaft in Vilnius ermittelt gegen jüdische Anti-Nazi-Partisanen wegen angeblicher Kriegsverbrechen. Ultrarechte Medien beschimpfen die Überlebenden der Shoa als ‚Terroristen‘ und ‚Verbrecher'“.
Einfach mal die Kresse halten
Wähle nun eine der Posen aus, die dir zur Verfügung stehen [Update]
Nun müssen unsere Jugendschutzwarte und andere Zensoren mal kurz wegzappen; die Lippen haben sie ja eh schon zusammengekniffen. Ich kläre die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser über einen Sachverhalt auf – aus journalistischer Sicht. Noch darf man das in Deutschland.
Ich habe mir neulich mal ein so genanntes Sex-Spiel heruntergeladen und installiert – 3D SexVilla.
Also nee. Das ist ja nun eine ganz bescheuerte Idee, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Figuren sind um Klassen schlechter als die gut gemachten Avatare in Second Life; mir kam es so vor, als wäre die Sache etwa für ein Seniorenheim gedacht. Auch die dazugehörigen Youtube-Videos sind zum Totlachen.
Interessant für das Porno-Gewerbe fand dich dieses: Es ist Zeit für Plug-and-Sex! Reale Sexspielzeuge können via USB mit deinem PC verbunden werden, um das ultimative Feedback und fühlbaren virtuellen Sex zu erzeugen. Bruahahaha. Darauf hat die Welt gewartet. Die Bild hat „Kinect„, die Version für die xbox, schon erwähnt, weil es eine Porno-Version gibt.
Es ist, als wärst du wirklich mit dabei und Teil der Action! Nein und nochmals nein. Vielleicht kennen die Macher dieser Software Frauen nur als jpg- oder mov-Dateien, aber noch gibt es den kleinen Unterschied zwischen virtueller und realer Welt, trotz aller USB- und anderer Sticks, die man irgendwo hineinschieben muss.
Update: In Deutsch hieße es übrigens: Wähle nun eine der Posen aus, über die du verfügst.
Scharteke



Welche olle Scharteke ist hier verfilmt worden? Ja, liebe Nachgeborenen – und wieder hat burks.de euren Wortschatz erweitert!
German Internet Angst reloaded
Focus: „User fürchten nach dem Aufruf zum Rechner-Selbsttest des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, sie könnten sich den Staatstrojaner einfangen.“
Das „Trojaner“-Gefasel nimmt Züge quasi-religiöser Massenhysterie an. Ich fass es nicht. Allmählich mach ich mich mit der Idee vertraut zu fordern, dass man allen, die die Grundlagen des Internet nicht begriffen haben, einfach verbietet online zu gehen. Wer nicht weiß, wie man den Rechner absichert, braucht das Intenet auch nicht. Man fährt ja auch nicht mit einem Auto ohne Bremsen auf die Autobahn.
An die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
Burkhard Schröder
12055 Berlin
11.01.2012
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
Postfach 140165
D 53056 Bonn
vorab per E-Mail info@bpjm.bund.de
Betr. Entscheidung Nr. 10142 (V) vom 24.10.2011 – sklavenzentrale.com
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich arbeite an einem Artikel über BDSM im Internet und hätte gern Antworten auf folgende Fragen:
1. Sie schreiben in Ihrer oben genannten Entscheidung:
„Das Internetangebot http://www.sklavenzentrale.com ist nach Auffassung der KJM gemäß § 18 Abs. 1 JuSchG zu indizieren, da es geeignet ist, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden. Das Angebot ist mindestens als jugendgefährdend einzustufen.“
Welche wissenschaftlichen Arbeiten belegen Ihrer Meinung nach die These, dass die Information über bestimmte sexuelle Praktiken wie BDSM die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährdet? Was genau ist unter „Entwicklung“, „Gefährdung“ und „gemeinschaftsfähig“ zu verstehen?
2. Sie schreiben in ihrer oben genannten Entscheidung, es seien „keine expliziten oder detaillierten Darstellungen von primären Geschlechtsteilen bzw. sexuellen Handlungen vorhanden“ sowie „hat das 3er Gremium festgestellt, dass es den Inhalt des Internetangebots nicht als pornographisch einstuft.“
Worin genau besteht die „Gefährdung“ eines nicht-pornografischen Inhalts? Es wäre hilfreich wenn Sie Ihre Ausführungen mit Zitaten aus seriösen wissenschaftlichen Werken zum Thema belegen könnten.
3. Warum sind Ihrer Meinung nach die Sexualpraktiken, um die es auf der Website sklavenzentrale.com geht, „außergewöhnlich“ – und welche empirischen Befunde stützen Ihre These?
4. Sie schreiben: „Allein die Darstellung von ritualisierter Gewalt, in diesem Fall von außergewöhnlichen und bizarren Sexualpraktiken aus dem Bereich des BDSM auf der Verbalebene, können Jugendliche unter 18 Jahren verunsichern und sind für Minderjährige als sexualethisch desorientierend einzustufen.“
Welche wissenschaftlichen und empirischen Befunde stützen Ihre These?
5. Sie schreiben: „Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien auch dann jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind“.
Was genau ist nach Ihrer Meinung nach „unsittlich“ und was unterscheidet das „Unsittliche“ der 50-er Jahre des 20. Jahrhundert vom „Unsittlichen“ des 21. Jahrhunderts?
6. Sie schreiben:
„Durch die Präsentation der Frauen als hilflose und gefesselte Opfer wirkt das Angebot außerdem frauenfeindlich und degradierend. Frauen werden zum auswechselbaren Objekt der männlichen Lust- und Machtbefriedigung gemacht.“
Die Romane des US-amerikanischen Schriftstellers John Norman („Die Chroniken von Gor“) sind Ihrer Meinung nach nicht mehr jugendgefährdend, obwohl auf diese der obige Sachverhalt zutrifft. Warum?
(Beleg: „Kajira von Gor, John Norman, Taschenbuch Nr. 4246, Reihe Fantasy, Wilhelm Heyne Verlag, München indiziert durch Entscheidung Nr. 3585 vom 20. Februar 1986, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr.41 vom 28. Februar 1986. Das Buch wird aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. [Entscheidung Nr. A 13/11 vom 17. Januar 2011 (Pr. 1155/10).“
Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder
Der Internet-Nutzer: Dämlich, faul und ignorant [Update]
Internet-Voodoo mit Spiegel Online: „Die Kriminellen hatten die Rechner unter anderem mit der Schadsoftware namens DNS-Changer infiziert, welche die DNS-Einstellungen der Rechner manipulierte.“
Sehr hübsch. Mehr davon. Ich wüsste ja nur zu gern, wie die pöhsen Kriminellen das gemacht haben? Haben sie ein Feuer entzündet, magische Formeln gesprochen und sind herumgehüpft? Ein ernsthafter journalistischer Artikel hätte sich mit der Frage befasst, warum die Mehrheit der Nutzer so bekloppt ist, sich Schadsoftware auf den Rechner beamen zu lassen und wer sie täglich dazu erzieht (Webdesigner und Datenkraken, die uns zu Javascript und Cookies zwingen wollen).
Sehr geehrte Pappnasen: Das ist Astrologie, kein Journalismus. „Ausgenutzt haben die Täter diese Möglichkeiten dem FBI zufolge zum Beispiel so: Anwender, die Apples offizielle iTunes-Seite aufrufen wollten, seien zum Angebot eines Unternehmens umgeleitet worden, das mit Apple in keinerlei Beziehung stehe und vorgab, Apple-Software zu verkaufen.“
Ach ja? Es geht also nur um Leute, die ITunes benutzen? Zum Beispiel? Und wie geht es noch? Und warum steht das Wort „ausgenutzt“ am Beginn des Satzes, was den Sitten, Regeln und Gebräuchen des Deutschen krass widerspricht?
Abgeheftet habe ich dieses Geschmiere unter der Rubrik „Deutsch des Grauens“. Welcher Praktikant durfte da wieder was schreiben? Ach nein, es ist der Ressortleiter Netzwelt bei Spiegel Online. Qood erat demonstrandum.
„Die kriminellen Betreiber des DNS-Changer-Netzwerks installierten demnach sogenannte Rootkits auf den Rechnern ihrer Opfer. Das sind Schädlinge, die tief im Betriebssystem des Computers wurzeln und schwer wieder zu entfernen sind“. Neiiiiiiiin! Die Nutzer haben sich infizieren lassen – freiwillig, weil sie zu dämlich, faul und ignorant waren, sich um ihre Sicherheit zu kümmern!
Update: Noch dümmer formuliert die Tagesschau: „US-Hacker greifen Zehntausende Computer an“. Leute, eure Ignoranz kotzt mich einfach nur an.
Anhand der persönlichen Surf-History
Heise: „Googles Suchmaschine durchsucht künftig auch die Inhalte des eigenen Google-Plus-Profils und bezieht verstärkt Inhalte aus dem Sozialen Netzwerk in die Ergebnisliste mit ein (…) Mit einer neuen Schaltfläche – dem Weltkugel-Button oben rechts – lassen sich diese neuen Features auch wieder abschalten. Das betrifft auch die „Web History“, mit der Google anhand der persönlichen Surf-History versucht, die Treffergenauigkeit zu verbessern, selbst wenn der betreffende Nutzer nicht eingeloggt ist.“
Kann mir mal jemand eine Person nennen, die dem Datenkranken Google freiwillig erzählt, wo man was und wann angesurft hat? Wer das tut, leidet doch an geistiger Umnachtung oder ist nur einfach unsäglich dämlich. Aber davon gibt es ja genug.
Das Ministerium für Wahrheit informiert: Ausspionieren heisst jetzt „die Treffergenauigkeit verbessern“.
DJV Berlin: Diskussion über Datenkraken
Der Fachausschuss Online des DJV Berlin lädt zu einem Diskussionsabend mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten Dr. Alexander Dix in die Geschäftsstelle des DJV Berlin (Taubenstr. 20, 10117 Berlin) ein.
Am 24. Januar 2012 um 19.00 Uhr spricht Herr Dr. Dix zum Thema „Sicherheit für Journalisten im Internet“. Dabei stellt er die Kernfrage: „Werden wir von den Datenkraken übertölpelt? Gefahren und Risiken von Facebook & Co. Wie vorsichtig muss man als Journalist sein?“.
Im Anschluss beantwortet Dr. Dix Fragen und steht für eine Diskussionsrunde zur Verfügung. Der Abend wird moderiert von Burkhard Schröder.
Über eine kurze Teilnahmebestätigung an info@djv-berlin.de würden wir uns freuen.
























