Leserbrief c’t Security II

Lieber Kollege Holger Bleich,

in der aktuellen c’t Security schreiben Sie (S. 11), man solle die „Möglichkeiten der Ermittler“ nicht unterschätzen. So weit, so gut und nachvollziehbar. „Seit 2010 ist bekannt, dass hierzulande auch die sogenannte ‚Quellen-TKÜV‘ zum Einsatz kommt, also das Belauschen von Verdächtigen direkt an ihrem Endgerät. Auf diese Weise haben Behörden bereits verschlüsselte Skype-Telefonate mitgehört und Mails nach der Entschlüsselung am PC abgfangen.“

Gestatten Sie, dass ich „der Kaiser ist nackt!“ rufe. Der Begriff „Quellen-TKÜV“ stammt aus dem Propaganda-Fundus des Innenministeriums und suggeriert, dass Behörden sich ohne Wissen eines Verdächtigen „von fern“ einen Remote-Access-Zugriff auf dessen Rechner verschaffen können. Das ist Unfug, wenn dieser Verdächtige sich einigermaßen vernünftig verhält und zum Beispiel Meldungen wie „cipav.exe is an unknown application. Install anyway?“ ignoriert.

Skype kann abgehört werden. Das Programm kann sogar andere Malware heimlich nachladen. Wer aber das Programm installiert, hat diese Features mit einer freien Willensentscheidung a priori akzeptiert und darf sich über die Folgen dann nicht wundern. Und wie sollen Behörden diese Spionage-Software ohne physikalischen Zugriff auf den (geöffneten!) Rechner installieren können? Dürfte ich auf Ihrem Laptop einfach so Programme installieren? Mir ist nicht bekannt, dass Skype zwangweise installiert werden könnte, ohne dass der Nutzer des jeweiligen Rechners das mitbekommt.

Thesen wie „Online-Durchsuchung: LKA installiert Spionage-Software bei Flughafenkontrollen“ würde ich gern zunächst auf Fakten überprüfen. Die Behörden können mir also Programme auf meinen Laptop installieren, ohne dass ich das merke? Da wüsste ich doch gern mehr über die Details (Ich nutze Windows und Linux und denke mitnichten daran, die BIOS- und Truecrypt-Passworte auf einem Zettel bei mir zu tragen).

Mails nach der Entschlüsselung am PC abgefangen? Ist Ihnen irgendeine technisch nachvollziehbare Möglichkeit bekannt, gezielt (!) verschlüsselte Mails „von fern“ zu lesen, wenn der Verdächtige KEINE Mal- und Spionagesoftware vorher selbst installiert hat? Ich halte das, mit Verlaub, für eine Verschwörungstheorie, die aber so „sexy“ ist, dass sie gern wiederholt wird. „Seit 2010 ist bekannt“ bedeutet nur, dass das irgendwo in der Zeitung stand. Damit wird es nicht richtig. Die Methode „Stille Post“ ist aber für journalistische Standards kein gültiges Referenzsystem.

Kopie an Jürgen Kuri, der – wie ich – zu der leider nur kleinen Gemeinde der Ungläubigen und Zweifler gehört.

Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder
(Autor des Buches „Die Online-Durchsuchung“, Telepolis)

Leserbrief c’t Security s. 38ff

Guten Tag,

Sätze wie „einen Virenschutz braucht jeder Windows-Anwender“ (S. 38) regen mich maßlos auf. Wie kann die c’t so etwas drucken? Ich habe noch nie ein Anti-Virenprogramm besessen und plane auch nicht, so etwas auf meinen Rechnern zu erlauben, zumal die Anbieter derartigen „Schlangenöls“ die Frechheit besitzen, mir penetrant bei der Installation zusätzlich Software unterjubeln wollen, z.B. die Datenkrake Google Chrome. Ist das seriöses Geschäftsgebaren?

Software schafft keine Sicherheit, sondern nur vernünftiges Verhalten. Das Problem sitzt immer vor dem Monitor und hat zwei Ohren.

Die Gegner sicherheitsbewussten Verhaltens sind ignorante Webdesigner, die Surfer um jeden Preis zwingen wollen, aktive Inhalte (etwa Javascript) zuzulassen. Sicheres Surfen unterbinden die Geschäftsmodelle fast aller Medien – und „sozialer“ Netzwerke sowieso -, die vom Verkauf der Nutzerdaten leben und nicht nur Myriaden von Cookies implementieren wollen. Mit das größte Problem ist die Unsitte, elektronische Postkarten (E-Mails) unverschlüsselt und ausschließlich in HTML verschicken zu wollen, weil es so chic aussieht und weil es alle machen. Phishing lässt grüßen.

Mit virenfreien Grüßen
Burkhard Schröder

Mastering the Internet

Die Süddeutsche analysiert, welche große Firmen mit den US-amerikanischen Geheimdiensten zusammenarbeiten.
Es ist die Crème de la Crème jener Firmen, die große Teile der weltweiten Internet-Infrastruktur beherrschen. Sie besitzen Unterseekabel, ihnen gehören sogenannte Backbone-Netze – die das Rückgrat des Internets sind – und sie unterhalten riesige Rechenzentren. Mit ihrer (manchmal unfreiwilligen) Hilfe steht den Spähern vom Dienst das gesamte Internet offen. Ein Programm der GCHQ heißt „Mastering the Internet“ und das ist kein leerer Slogan: Das Internet beherrschen sie.

Übrigens: Deutschland ist „auf einer Landkarte der NSA als einziges europäisches Land gelb eingefärbt ist – als Indikator für besonders intensive Überwachung.“

Noch mal übrigens: Gibt es hier noch irgendjemanden, der E-Mails im Klartext schreibt? Nicht an mich bitte!

Tutorial (für Windows): „E-Mails verschlüsseln in 30 Minuten“.

Unser täglich Spam

spam

Entschuldigung, aber ich kann mich immer noch über so etwas kaputtlachen.

Keine Auswirkungen

facebook

„Auf die Nutzerzahlen hat die Spähaffäre bisher keine Auswirkungen – im Gegenteil. Facebook hat so viele Mitglieder wie nie zuvor.“ (Heise)

Netzgemeinde oder: In der Meinungsblase

Neu in der Blogroll: deliberation daily.

Dort lesen wir in „über uns“:
Aber viele deutsche Politikblogs nutzen diese Möglichkeiten zu wenig. Mit wenigen Ausnahmen begnügen sie sich damit, selbsternannte Gegenöffentlichkeiten gegen einen vermeintlichen Mainstream sein zu wollen. Aus vielen dieser Netz-Communities sind Meinungsblasen geworden, die sich nur noch selber bestätigen. Andere Meinungen werden reflexhaft abgewertet, eine Auseinandersetzung mit ihnen wird oft gar nicht mehr in Betracht gezogen. Dieses Blog soll sich nicht nur an Leser richten, die mit uns von vornherein einer Meinung sind.

Schön gesagt. Die haben das schon gut erkannt: „selbst ernannte“ Gegenöffentlichkeit und Meinungsblase.

Politikblog. Das heisst, man darf sich nur einem Thema widmen, damit das Publikum, das Politik erwartet, nicht plötzlich mit nackten Brüsten konfrontiert oder gar mit unbekleideten Avatarinnen? Warum soll Politik immer so deutschprotestantisch dröge sein? Aber so isse, die deutsche „Netzgemeinde“ – eine Gemeinde eben, die fromme Lieder singt Lichterketten trägt, Abweichler mit Gemeinschaftsentzug ächtet und nackte Haut igitt findet. Die „Netzgemeinde“ ist dem Mainstream, den sie kritisiert, ähnlicher, als sie selbst zugeben würde.

der alptraum der netzgemeinde

NO sex please, we are the Netzgemeinde!

Die Mentalität der Insassen der Meinungsblase entspricht oft derjenigen, die in den Medien-Anstalten anzutreffen ist. Wenn zum Beispiel ein Redakteur dieses Blog aufrufen würde und zuerst nackte Brüste sähe, würde im Bruchteil einer Sekunde entschieden (vermutlich im Limbischen System), dass der Betreiber „unseriös“ sein muss. Und wenn burks.de in jedem Jugend“schutz“filter auf dem Index steht, werden die Journalisten, die die das Internet immer noch Neuland ist (davon gibt es mehr als genug), moralpädagogisch verängstigt. Man stelle sich nur vor, jemand erteilte mir einen Auftrag, und dem zuständigen Chefredakteur würde dieses Posting ausgedruckt und vorgelegt: „Das geht ja nun gar nicht. Nackte Brüste und zwar mehr und irgendwie aufreizender, als der mediale Mainstream erlauben würde? Was sollen denn die Leserinnen und Leser von uns denken? Der schreibt nicht bei uns.“ So ungefähr läuft das.

Ich will Redakteurinnen nicht unterschieben, dass diese zusätzlich „sexistisch“ dächten – das trifft nur auf die zu, deren intellektuelle Entwicklung seit den 70-er Jahren nicht vorangekommen ist. Seit „Pussy Riot“ sind Brüse wieder zeigbar, aber nur, wenn es dem Politischen dient. In den USA würden Brüste natürlich verpixelt – ein Traum für jeden hiesigen Jugendschatzwart, weil der Anblick der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale bekanntlich die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hemmt.

Was anstößig ist, bestimmen also das gesunde Volksempfunden und die Netzgemeinde. Da bleibe ich doch lieber das enfant terrible, das netzpolitik.org die Netzgemeinde fürchtet ignoriert.

Es ist erst kurz nach neun Uhr. Ich bin in einer merkwürdig aufsässigen Stimmung und sollte noch mehr Kaffee trinken und von der Palme runterklettern, bevor ich auch noch die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser dieses Blogs anfange zu verprellen. Ich erwäge also, heute noch etwas Politisches oder Wissenschaftliches zu bloggen (etwa über die Arbeitswertlehre), um dieses unpolitische Posting hier zu konterkarieren.

Sleepwalking into censorship

frivolous dressorder

Screenshot: frivolous dress order

Großbritannien bastelt weiter an der Infrastruktur, um das Internet komplett zensieren zu können. Laut der Open Rights Group (vgl. auch Wired) dienen die Zwangsfilter gegen „Pornografie“ auch dazu, politisch unliebsame Inhalte zu zensieren und Verstöße gegen das Urheberrecht zu ahnden.
The essential detail is that they will assume you want filters enabled across a wide range of content, and unless you un-tick the option, network filters will be enabled. As we’ve said repeatedly, it’s not just about hardcore pornography. (…)

Do you want to block
☑ pornography
☑ violent material
☑ extremist and terrorist related content
☑ anorexia and eating disorder websites
☑ suicide related websites
☑ alcohol
☑ smoking
☑ web forums
☑ esoteric material
☑ web blocking circumvention tools

Die „Wired“ schreibt: „The ORG’s Jim Killock says: „What’s clear here is that David Cameron wants people to sleepwalk into censorship. We know that people stick with defaults: this is part of the idea behind ’nudge theory‘ and ‚choice architecture‘ that is popular with Cameron.“

Wo sind die Massen?

Durchschnittliche Zuschauerzahlen des Vereins VfL Osnabrück (Fußball-Regionalliga): 11.200 Zuschauer. Teilnehmerzahl der bundesweiten Demonstrationen „#StopWatchingUs:“ gegen Totalüberwachung: 11.200. Sorry, ich wollte nicht defätistisch sein, aber man sollte den eigenen politischen Einfluss nie überschätzen. (Die Massen sehen lieber das hier.)

Forensic Analysis of the Tor Browser Bundle [Update]

Runa A. Sandvik explains what Tor Project is and how it is used

Das Video wird von YouTube eingebettet und erst beim Klick auf den Play-Button geladen. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Die in London lebende Norwegerin Runa A. Sandvik, die auch gern in Dubai Ski fährt, erklärt (in US-amerikanischem Englisch), wie Tor funktioniert. [Vortrag 2012: „Snakes and onions – Python developers and Tor“]

Runa A. Sandvik: „Forensic Analysis of the Tor Browser Bundle on OS X, Linux, and Windows“ (Tor Tech Report 2013-06-001, June 28, 2013).

Der Report ist insoweit auch interessant, als er untersucht, welche – temporären – Spuren der Tor Browser Bundle auf den drei großen Betriebssystemen hinterlässt. Dabei sind auch Bugs aufgefallen.

The Tor Browser Bundle aims to ensure that no traces are left on the user’s system. However, a number of the traces listed in this report are related to default operating system settings, some of which the bundle might not be able to remove. We therefore propose the creation of a document which lists steps our users can take to mitigate these traces on the different operating systems.

So eine Frau wie Runa würde ich vom Fleck weg heiraten. Har har. Falls jemand sich hier heimlich fragt, welche Frauen Burks wohl gut findet.

Und jetzt zu etwas ganz anderem, einem Zitat aus einer Tor-Mailingliste von Robert J.Hansen: „The overwhelming majority of technology journalism is somewhere between wildly uninformed and complete bollocks. (…) Beware of all experts.“

Tweet of the Day 66

Jenan Moussa: „United Colors of Benetton is nothing compared 2 this. Check Kurdish ladies in nice traditional dresses“ pic.twitter.com/femkjSBNTS

E-Mails verschlüsseln in 30 Minuten via USB-Stick

Das zweite Tutorial „E-Mails verschlüsseln in 30 Minuten“ (Windows) – alles auf einem USB-Stick – ist jetzt auch online und kann verlinkt werden.

E-Mails verschlüsseln in 30 Minuten

Das Tutorial „E-Mails verschlüsseln in 30 Minuten“ (Windows) ist jetzt alpha und online und kann verlinkt werden.

Vielen Dank allen, die Hinweise gegeben, kritisiert und auf Fehler aufmerksam gemacht haben.

Jetzt geht es ans nächste Tutorial.

DLSAM und Hochwasser

Mein schnelles DSL geht wieder, und der Techniker von der Telekom konnte mir auch erklären, dass ein sehr „anspruchsvoller“ Fehler vorlag (ich war vermutlich nicht die Einzige, bei dem es das Problem gab): Offenbar sind bei einem der letzten Hochwasser ein paar DSLAM-Server abgesoffen.

DNS.NET erklärt: „Diese Verteiler werden in der Regel mit mindestens 1 GBit/s an das Internet angebunden und bieten Anschlüsse für viele Kundenleitungen. (…) … sind über die Leitungen sehr hohe Bandbreiten (theoretisch bis zu 100 MBit/s, praktisch in der Regel ca. 50 MBit/s) realisierbar.“

Ich kam zwar seit Samstag Nacht noch online, aber nur noch mit einer Geschwindigkeit von rund 11 Kilobit pro Sekunde – das ist Akustikkoppler-Niveau, und die meisten Datenpakete gingen auch noch verloren. Es half auch nichts, den Router zu resetten.

Der Techniker hat meinen Anschluss an einen anderen DSLAM-Server „gehängt“, und alles flutscht wieder, vermutlich sogar schneller als vorher.

OpenPGP vs. S/MIME: Das Rennen ist noch nicht gelaufen

S/MIME vs. OpenPGP: Eine Entscheidungshilfe:

Wenn E-Mail Security nur auf Windows-basierenden Systemen gewährleistet werden soll, sind beide Standards gleichermaßen geeignet. Wenn jedoch Unix, Linux oder Palm-PDAs in das Konzept eingebunden werden, ist der Einsatz von OpenPGP zu empfehlen, da dieses auf mehr Plattformen verfügbar ist. Auswertungen der Glück & Kanja Software AG zufolge ist OpenPGP zurzeit der häufiger eingesetzte Standard mit einem Anteil von etwa 60 bis 70 Prozent aller verschlüsselten E-Mails. (…) Während es vor einigen Jahren noch so aussah, als gewinne S/MIME langfristig die Oberhand, scheinen sich viele Firmen aufgrund der erwiesenen Praxistauglichkeit und dem erheblich einfacheren und flexibleren Aufbau für eine OpenPGP-PKI zu entscheiden.

Alice und Bob

alice and bobalice and bobalice and bobalice and bob

Ich habe vier kleine Grafiken gebaut, um das Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung einfach zu erklären. Die werde ich wohl in das Tutorial übertragen. Ich hatte keine vernünftigen Bilder in deutsche Sprache zum Thema gefunden. Gimp sei Dank kann man ja sehr schnell selbst etwas erstellen. Die Abbildungen stehen wie gewohnt unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial 3.0 Germany License.

Proletarier aller Länder, verschlüsselt euch!

decrypt device

Tagesspiegel (via Fefe): „Andreas Baum, Pirat und Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus, wirft der Polizei vor, bei einer Personenkontrolle auf illegalem Wege sein Handy ausspioniert zu haben.“

Nur zum Mitschreiben: Irgendjemand wurde anlasslos kontrolliert. Andreas Baum war zufällig in der Nähe. Deswegen wollte ein Beamter sein Handy auch „durchsuchen“: „Der Beamte habe gesagt: ‚Ich werde schon nicht in Ihren Nachrichten rumgucken, oder haben Sie etwas zu verbergen?'“

Ja, ich habe etwas zu verbergen: Alles das, was den Staat nichts angeht, zum Beispiel meine Adressbücher und Verbindungsdaten, an wen ich welche SMS geschrieben habe usw.. Ein Smartphone ist von allen Geräten natürlich das per default unsicherste. Das bedeutet aber nicht, dass man es nicht benutzen oder resignieren sollte.

Hier gibt es eine (englische) Anleitung: „How to set lock screen and security options on Galaxy S3“, und hier eine Anleitung: „How to set up Face Unlock on your Android phone“. Und hier: „How to make your Samsung Galaxy S3 more secure“.

Sehr nützlich auch von der kanadischen Piratenpartei Encrypt Everything und die Androiden-Toolbox, sozusagen die Mutter aller deutschsprachigen Android-Tutorials.

Es muss natürlich jeder und jedem klar sein, dass die Hersteller von Smartphones alles tun werden, um Sicherheit für die Endanwender so unbequem wie möglich machen. Sicherheit widerspricht dem Geschäftsmodell. Das ist ja auch bei Facebook und Co. so. (Ein weiteres Argument, warum einige naive Vorschläge der Beckmannschen Diskussionrunde am Donnerstag, man brauchte jetzt von allem eine „deutsche“ Version – Suchmaschine und Facebook usw. -, totaler und ahnungsloser Quatsch waren).

Beispiel: Mein Smartphone ist komplett verschlüsselt, nicht nur mit PIN, sondern auch die „Festplatte“ des Geräts. Diese Option gibt es, aber man braucht rund eine halbe Stunde, um das zu tun, muss das Teil am Ladegerät angeschlossen haben, und bei einem Update des Betriebssystems muss man zunächst wieder entschlüsseln (knappe halbe Stunde), updaten und dann wieder verschlüsseln. Da die meisten Leute sogar zu faul sind, sich ein anständiges Passwort auszudenken und zu merken, kann man schon abschätzen, wieviele Smartphones weltweit verschlüsselt sind.

Ein Smartphone ist an sich eine Spionage-Modul, weil es den Standort des Besitzers und das Bewegungsprofil speichert und verrät – das muss man berücksichtigen. Aber ich sehe keinen Unterschied zwischen GPS-Navigationssystemen im Auto und im Smartphone. Deshalb kann man meines Erachtens auch zum Beispiel Find my mobile benutzen – die wissen eh, wo man ist und könnten sogar per „remote access“ das Display des Smartphones aus- und einschalten.

Mein Rat an die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Smartphone-besitzenden Leser: Das Feature aktivieren: „sofortiges Sperren des Smartphones mit dem Ein- und Aus-Knopf“ (ich weiß nicht, wie das bei Smartphones auf deutsch exakt heißt).

Settings | Security | Lock instantly with power key. When you push the power key it locks.

Wenn jemand also das Handy beschlagnahmen will: Auf den „Power“-Knopf drücken und das Smartphone ist sofort gesperrt.

„Einsichtnahme in private Kommunikationsdaten ohne staatsanwaltschaftliche oder richterliche Anordnung“ sei ‚grundsätzlich nicht statthaft'“. Näheres regelt aber der Polizist vor Ort.

E-Mails verschlüsseln in 30 Minuten Beta

Eine Beta-Version (es fehlen noch einige Links) des ersten Tutorials E-MAILS VERSCHLÜSSELN IN 30 MINUTEN ist jetzt online.

Ich bitte die geneigten Leser und wohlwollenden Leserinnen, hier Vorschläge zu unterbreiten, was verbessert werden könnte, was unverständlich ist und wo es eventuell „hakt“.

Ersatz für die PrivacyBox

Nah dran: Secure Form Forwarding Example. Mal sehen, ob ich das irgendwie hinkriege….

Wir wissen den großen Bruder zu schätzen

Bild.de (vgl. auch Golem.de): „Tatsächlich aber speichern Programme wie PRISM nahezu ALLE Inhalte von elektronischer Kommunikation außerhalb der USA, auch in Deutschland. (…) Nach BILD-Informationen hat zumindest der Bundesnachrichtendienst seit Jahren von der enormen Vorratsdatenspeicherung der US-Dienste Kenntnis – und hat in den vergangenen Jahren aktiv darauf zugegriffen. (…) So ging es bei der Friedrich-Reise nach BILD-Informationen vor allem darum, der US-Regierung zu versichern, dass man die zahlreichen Hinweise von NSA und CIA sehr zu schätzen wisse.“

Ach.

Das Bundesverfassungsgericht kann also das jüngst neu geschaffene „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme“ wieder in die Tonne treten. Unsere Behörden und den Innenminister interessiert das einen Dreck, und die US-Amerikaner sowieso.

Tutorial Beta

Die Einführung für die beiden Tutorials ist fertig.

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