Unter Kibbutzimern

Gaza

Im Kibbutz Jad Mordechai. „Der Kibbuz wurde im Dezember 1943 gegründet; benannt wurde er nach dem Anführer des Aufstands im Warschauer Ghetto Mordechaj Anielewicz.“

The sites we visited:
– Town of Sderot – A viewpoint & The police station memorial site.
– The burned cars site near Moshav Tekuma.
– The Nova festival site.
– The Migunit ( Shelter) near Kibbutz Re’im ( Aner Shapira’s story )
– We ate in Kibbutz Yad Morechai
– A tour & meeting in the Kibbutz

image_pdfimage_print

Gaza Environment

Gaza

Ich habe heute eine anstrengende achtstündige Exkursion hinter mir, muss jetzt meinen Rucksack packen und die Nacht am Flughafen verbringen, weil das Einchecken um 05.20 Uhr beginnt.

Auf dem Foto oben ist Gaza Stadt zu erkennen. Die anderen sprechen für sich. Ich werde das Publikum noch die ganze nächste Woche mit Fotos behelligen und dazu einige interessante Geschichten erzählen können.

Nova Festival MemorialNova Festival MemorialNova Festival MemorialNova Festival MemorialNova Festival Memorial

image_pdfimage_print

#Stadtbild #Strandbild Tel Aviv

Tel Aviv

On Jerusalem geht man am Schabbat in die Synagoge, in Tel Aviv an den Strand. In Jerusalem ist alles geschlossen, in Tel Aviv haben viele Cafés geöffnet.

Tel Aviv

Ich hatte für jedes Foto ein spezielles Motiv. Aber das kann das Publikum selbst herausfinden.

Tel AvivTel AvivTel AvivTel AvivTel AvivTel AvivTel Aviv

Das Schild „Baden verboten“ scheint hier nur eine Empfehlung zu sein.

Tel AvivTel AvivTel AvivTel Aviv

Ich bin bis zu Yarkon Park gegangen, benannt nach dem gleichnamigen Fluss, in den „alten Norden“ Tel Avivs.

Tel Aviv

Jitzchak Rabin „nahm am Abend des 4. November 1995 an einer großen Friedenskundgebung auf dem Platz der Könige Israels (hebräisch כיכר מלכי ישראל) in Tel Aviv teil. Der Platz trägt heute seinen Namen (hebräisch כיכר רבין Kikar Rabin). Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Ja zum Frieden, Nein zur Gewalt“. Jigal Amir, ein israelischer Jurastudent rechtsextremer, religiös-fanatischer Überzeugung, passte den Moment ab, als der Premierminister die Bühne verließ und zu seinem Auto geleitet wurde, dann schoss er auf ihn. Rabin starb kurz darauf im Ichilov-Hospital.“

Tel Aviv

Am vorletzten Tag in Israel Schakschuka im Café Tachtit.

Tel AvivTel Aviv

Irgendwo im Florentin-Viertel…

image_pdfimage_print

Die Minimalisten schlagen zurück

Ich habe mir einen Artikel von Israel Finkelstein in der Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins übersetzen und zusammenfassen lassen: „The Large Stone Structure in Jerusalem – Reality versus Yearning“ [Das große Steingebäude in Jerusalem – Realität versus Sehnsucht] (2011).

city of david
Vgl. „Die Stadt Davids“ vom 14.10.2025

Der Artikel behandelt die kontroverse Deutung der archäologischen Funde aus den Ausgrabungen von Eilat Mazar in der Davidsstadt (Jerusalem).

Zwei gegensätzliche Interpretationen stehen sich gegenüber:
Die erste stammt von Eilat Mazar selbst, wird von Amihai Mazar und Ariel Faust unterstützt und vertritt die Ansicht, dass die freigelegten massiven Mauern zu einem einzigen großen Gebäude – der sogenannten *Large Stone Structure* (LSS) – gehören. Diese LSS soll zusammen mit der *Stepped Stone Structure* (SSS) ein einheitliches architektonisches Ensemble bilden, das spätestens im 10. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde.

city of David
Ein Auszug aus dem Prospekt der „Stadt David“ (Jerusalem Walls National Park) Stadt David, der die große Steinstruktur beschreibt.

Die zweite Interpretation, vertreten von Z. Herzog, L. Singer-Avitz, D. Ussishkin und dem Autor des Artikels, widerspricht dieser Sicht deutlich. Nach ihrer Analyse bilden die Mauern kein einheitliches Gebäude. Einige Abschnitte stammen vermutlich aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. (Eisenzeit IIA), andere hingegen aus der hellenistischen Epoche. Auch die SSS sei keine monolithische Struktur, sondern sei über Jahrhunderte hinweg immer wieder erneuert worden. Der obere Teil der SSS gehöre wahrscheinlich zur hellenistischen Stadtbefestigung, während nur der untere Teil in die Eisenzeit reiche. Eine bauliche Verbindung zwischen der LSS und der SSS lasse sich heute nicht nachweisen.

Der Autor kritisiert die Interpretation von E. Mazar, A. Mazar und Faust als methodisch problematisch. Das Grabungsgebiet sei stark gestört, die Mauern fragmentarisch, und viele frühere Bauphasen seien durch spätere Eingriffe – insbesondere aus hellenistischer, römischer und moderner Zeit – zerstört oder verändert worden. Zudem sei das Areal bereits im frühen 20. Jahrhundert ausgegraben und anschließend verfüllt worden, wodurch viele Funde nicht mehr sicher *in situ* seien. Moderne Restaurierungen hätten zudem den Befund verfälscht, vor allem an der entscheidenden Verbindung zwischen Mauer 20 und der SSS.

Auch architektonisch und stratigrafisch sei die Hypothese einer großen einheitlichen Struktur nicht haltbar. Die Mauern verlaufen unregelmäßig, unterscheiden sich in Bauweise und Niveaulage, und es existieren keine durchgehenden Fußböden oder Funde, die eine gemeinsame Nutzung belegen. Die LSS sei daher vermutlich keine einheitliche Konstruktion, sondern bestehe aus mehreren Bauphasen und Gebäuden unterschiedlicher Zeitstellung.

Hinsichtlich der Datierung zeigen die Funde, dass die ältesten Mauern frühestens in der Mitte bis zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts v. Chr. entstanden sein können. Keramikfunde und stratigrafische Beobachtungen widerlegen eine Entstehung im 10. Jahrhundert v. Chr., wie von Mazar und Faust angenommen. Auch der Zusammenhang zwischen den eisenzeitlichen und hellenistischen Mauern bleibe unklar.

Jerusalem city of david

Der Autor schließt daraus:

1. Es gibt keine nachweisbare einheitliche „Large Stone Structure“.
2. Eine bauliche Verbindung zwischen LSS und SSS existiert nicht; nur der hellenistische Teil der SSS steht in Zusammenhang mit der hellenistischen Stadtmauer.
3. Die freigelegten Mauern stammen aus unterschiedlichen Epochen – teils aus dem 9. Jahrhundert v. Chr., teils aus der hellenistischen Zeit.
4. Ohne Rückgriff auf biblische Texte gäbe es keine archäologischen Gründe, diese Funde als Überreste eines monumentalen Baus des 10. Jahrhunderts v. Chr. zu deuten.

Damit stellt der Artikel die These eines großartigen, davidischen Palastbaus in Frage und plädiert für eine nüchterne, quellenkritische Auswertung der Befunde.

Also leider wieder nichts mit dem Palast Davids. Und Doron Spielman hat sich auch zu weit aus dem Fenster gelehnt. (Vgl. auch Emek Shaveh: „The Debate over „King David’s Palace“,2020)

image_pdfimage_print

Altersnachweis für P0rn

facebook

Satz des Tages bei Heise: „Aylo [Betreiberin der in Großbritannien reichweitenstärksten Pornoplattform Pornhub] fordert deshalb, die Altersüberprüfung nicht auf einzelnen Websites vorzunehmen, sondern auf Geräte- oder Betriebssystemebene zu verankern. Der Pornoseitenbetreiber zeigt sich zuversichtlich, dass Nutzer eher bereit sind, ihre Daten mit Apple, Google und Microsoft zu teilen, um ihr Alter nachzuweisen, als mit Pornoseiten.“

Das möchte ich sehen. P0rnfilter als Teil von Betriebssystemen? Wer veräppelt hier wen?

image_pdfimage_print

„Hessen gegen Hetze“ – diese Denunziationsbude gehört geschlossen“

Deniz Yücel hinter der Paywall der bürgerlichen Presse: „Das Verfahren gegen Bolz verdeutlicht, warum in den vergangenen Jahren die in der BKA-Statistik als „Politisch motivierte Kriminalität“ erfassten Äußerungsdelikte enorm gestiegen sind. Allein die Verfahren (nicht: die rechtskräftigen Verurteilungen) nach §86a StGB sowie nach §86 StGB (Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger und terroristischer Organisationen) haben sich von zusammen 5704 Fällen im Jahr 2015 auf 20.074 Fälle im Jahr 2024 vervierfacht.

Diese Zahlen zeigen aber nicht (oder nicht nur), dass an jeder Ecke, wie ständig moniert wird, „Hass und Hetze“ lauern würden. Vielmehr belegen Verfahren wie das gegen Bolz, dass Ermittlungsbehörden und Justiz nicht nur gegen tatsächlich und eindeutig strafbare Inhalte vorgehen, sondern immer häufiger dazu neigen, das Strafprozessrecht als Mittel zur politischen Maßregelung und Einschüchterung einzusetzen – ohne Rücksicht auf die gefestigte Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Und kühn der Gefahr trotzend, dass man sie für Deppen hält, die nicht imstande sind, jahrtausendealte Kulturtechniken wie Satire, Ironie und Polemik zu erkennen.“

image_pdfimage_print

Unter Aussichtgenießenden

Jerusalem
Jerusalem–Yitzhak Navon (central station)- „It is the world’s deepest heavy-rail passenger station, with its platforms extending down to 80 metres (260 ft) below street level.“

Zurück im O-Pod-Hotel in Tel Aviv.

Tel Aviv Jaffa
Sderot Rothschild (Rothschild Avenue)

Ich habe heute die Gegend nördlich des Stadtteils Florentin in Tel Aviv erkundet. Ich musste eh einkaufen, weil morgen wieder alles geschlossen ist wg. Schabbat, außer bei den Arabern.

Tel Aviv JaffaTel Aviv JaffaTel Aviv Jaffa

Übrigens: Man bekommt zu Falafel normalerweise ein kleines Schälchen gratis, in das man irgendein scharfes Zeug packt – sozusagen als Gewürzzulage. Man kann selbst aus einer großen Auswahl entscheiden, mit was man sich den Gaumen verbrennen will.

Tel Aviv JaffaTel Aviv Jaffa

Empfehlenswert zum Bummeln ist auf jeden Fall der langgestreckte Park HaMesila: „Stillgelegte Eisenbahntrasse aus dem 19. Jh. mit Wegen und Grünflächen sowie Bänken, Cafés und Street-Art.“ Der war heute total überfüllt.

Tel Aviv Jaffa

Mittendrin ist der Biergarten Teder.fm (kein Foto): „Online-Radiosender mit beliebter Pizzeria und lebhafter Wochenendszene mit Livemusik und DJ-Auftritten.“ Die Leute standen draußen an mehreren Eingängen Schlange; ich hätte eh keinen Platz mehr bekommen.

Tel Aviv JaffaTel Aviv Jaffa

Im Künstlerviertel Neve Tzedek stehen wunderschöne alte Gebäude, total mit Pflanzen überwuchert, und hinter ihnen die Hochhäuser – man kann nur hoffen, dass sie sich nicht weiter ausbreiten. „Das Künstlerviertel Neve Tzedek bietet Geschäfte für Avantgardedesign, Modeboutiquen und Kunsthandwerksläden sowie allwöchentlich einen Bauernmarkt im HaTachana, einem restaurierten Bahnhofsgebäude. Angesagte europäische Restaurants liegen neben eleganten Bistros; viele der Freiluftcafés der Gegend verwandeln sich nach Einbruch der Dunkelheit in Jazzbars mit Livemusik oder Cocktaillounges.“

Ich werde jetzt den Sonnenuntergang über Jaffa genießen. Noch drei Tage Urlaub… 28 Grad hier um 17.38 Uhr. Und bei euch so?

Tel Aviv Jaffa

Es fehlen noch: Etzel Museum und Jerusalem Museum in Tel Aviv, Kleine Klagemauer in Jerusalem, Tell es-Sultan in Jericho, Österreichisches Hospiz in Jerusalem.

image_pdfimage_print

Melden, durchführen, hausdurchsuchen

Hausdurchsuchng

Hausdurchsuchung bei Norbert Bolz wegen Ironie – das könnte mir auch passieren. „Junge, nette Polizisten, die mir abschließend den guten Rat gegeben haben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Das werde ich tun und nur noch über Bäume sprechen.“

Youtube: „Meinungsfreiheit in Gefahr: Razzia bei Norbert Bolz – Joachim Steinhöfel im Gespräch“.

Die Denunziation kam von der staatliche Meldestelle „Hessen Gegen Hetze“.

Was soll’s. Auch die CDU schafft die „Meldestellen“ nicht ab. Deutsch bleibt deutsch, da helfen keine Pillen.

image_pdfimage_print

(Beinahe) ziellos in Jerusalem

Jerusalem

An meinem letzten Tag in Jerusalem habe ich mich treiben und die Stadt auf mich wirken lassen. Hier der Zion Square an der Jaffa Road.

Jerusalem

Westlich der Jaffa Road rechts und links von der Shamai und Ben Yahuda Street kann man gut bummeln – unzählige Läden und Straßencafés, und nicht unbedingt nur für Touristen.

Jerusalem

Unten an der Stadtmauer vor dem Jaffa Gate: Die Israelis haben irgendwie eine Obsession für alle möglichen Räder der merkwürdigen Art, die ich in Deutschland noch nie gesehen habe. Dafür gibt es hier absolut keine Lastenfahrräder. Zum Ausgleich brettern sie mit Motorrädern durch die Gassen der Altstadt, was die Deutschen bestimmt verbieten würden.

Jerusalem

Natürlich habe ich mich in der Altstadt schon wieder verlaufen, trotz Papierkarte und Google Maps. Ich wollte eigentlich bei den hier schon lobend erwähnten Österreichern Sachertorte essen, aber da stand eine so lange Schlange vor der Kasse, dass mir die Lust verging.

JerusalemJerusalemJerusalemJerusalemJerusalemJerusalem

Hier stand ich schon einmal am 11.10.2023. Leider war der Künstler nicht da – ich hätte gern wieder mal Jiddisch gehört.

JerusalemJerusalem

Das Hotel Imperial fasziniert mich immer wieder. Es sieht aus wie ein Gebäude aus Bladerunner, nur dass es nicht regnet. Am 13.11.2023 habe ich mehr darüber geschrieben. (27 Grad in Jerusalem, im Vergleich zu Jericho kühl.)

Jerusalem

Die beiden Mönche (Foto unten) telefonierten eifrig. Vielleicht ist ihnen das in ihrem Kloster – oder wo auch immer sie in der Altstadt leben – verboten.

Jerusalem

Ich aß wieder im Ben-Sira-Hummus – best Hummus in town.

Jerusalem

Nachts werden das Jaffa Gate und die Stadtmauer illuminiert. Was das soll, weiß ich nicht, und rosa macht auch keinen Sinn. Fackeln und Öllampen fände ich stilsicherer (Ausblick von der Terrasse des Post Hostels).

Jerusalem

image_pdfimage_print

On the Road again

palestine

Sorry, ich bin froh, wieder zurück in der Zivilisation in Jerusalem zu sein. Die Straßencafés sind voll mit Frauen und Männern und nur selten sieht man Hijabs oder Niqabs und nie Burkas.

Kleine Randbemerkung: ChatGPT, was steht auf dem Schild in meinem Zimmer in Jericho (oben)?

„Das Kunstwerk zeigt eine Metallplatte in der Form des historischen Palästina, in die arabische Schrift kunstvoll eingraviert ist.
Der arabische Text lautet: **أنا إنسان من فلسطين (ʾanā insān min Filasṭīn)*
Übersetzt bedeutet das: „Ich bin ein Mensch aus Palästina.“
Diese Art von kalligrafischem Design ist in der arabischen Kunst häufig anzutreffen, besonders in Werken, die kulturelle oder nationale Identität ausdrücken. Hier verbindet die Form der Karte mit der kalligrafischen Inschrift eine politische und emotionale Botschaft über Zugehörigkeit und Herkunft.“

Und dieses „Palästina“ erwähnt Israel gar nicht, umfass aber dessen Grenzen, nicht etwa „Levante“ oder Groß-Syrien, was man am ehesten mit „Palästina“ verbinden könnte oder gar das römische Syria Palaestina.

Also? Was soll ein Israeli denken, der in diesem Zimmer übernachtet?

almog junction

Ich wollte eigentlich über Almog Junction schreiben. Dort setzte mich das Taxi aus Jericho ab, und ich wartete auf einen Bus nach Jerusalem.

Once a thriving pit stop for tourists, the situation there has dramatically changed from years of terror attacks, army incursions, and checkpoints nearby.

Davon erfahre ich erst jetzt. Ich habe davon nichts gesehen oder gemerkt. Dort sieht aus wie auf einem deutschen Autobahnrastplatz, nur knapp 40 Grad heiß, und die meisten Geschäfte aufgegeben oder kaputt. Und zwei arme angebundene Kamele als Attraktion für Touristen, die nicht kommen.

almog junction

Ich mag so etwas. Man bekommt das Gefühl, on the road zu sein, auch wenn alles ringsum abgefuckt ist. Das erinnert mich an meine Zeit des Trampens überallhin.

almog junction
Die Geschäftsidee, Hamburger zu verkaufen, hat sich offenbar nicht durchgesetzt.

Der Bus war voll mit Soldaten beiderlei Geschlechts samt Gewehren und riesigen Armeerucksäcken. Einer stand auf und bot mir einen Platz an. Ich lehnte heftig ab, aber er bestand drauf. Ich nahm es als Höflichkeit und weniger als Respekt vor dem nicht gefühlten Alter.

jerusalem

Kurz vor dem Busbahnhof in Jerusalem gab es den totalen Verkehrskollaps. Nichts ging mehr, eine halbe Stunde lang. Dann fingen die Soldaten an auszusteigen, die wenigen übrigen Fahrgäste dann auch. Der Busfahrer kauderwelschte irgendwas und zeigte immer nach vorn zu einer Fußgängerbücke über der Autobahn.

jerusalem

Ich nahm meinen Tasmanian Tiger und den kleinen Rucksack und folgte den anderen. Nach einem Marsch von 20 Minuten waren wir an der Jerusalem Central Station samt der Tram die Jaffa Road entlang. Die Stationen kann ich auswendig.

jerusalem

Jetzt genieße ich die beiden letzten halben Tage in Jerusalem, bevor es morgen Nachmittag nach Tel Aviv geht.

jerusalem

Es fehlen noch: Etzel Museum und Jerusalem Museum in Tel Aviv, Kleine Klagemauer in Jerusalem, Tell es-Sultan in Jericho.

image_pdfimage_print

Klauen ist ein Beitrag zur demokratischen Kultur

– T-online (u.a. auch Alexander Wallasch): „Edle Optik – aber vielfach nur Abladeplätze von Pressemitteilungen, Facebook-Posts, Videotranskripten und Redetexten? Das Portal „The European“ des heutigen Kulturstaatsministers Wolfram Weimer ist seit Tagen in der Diskussion, weil es zum großen Teil aus zusammenkopierten Inhalten besteht und die Urheber der Texte nichts ahnend dort zu „Autoren“ wurden. Die langjährige Praxis setzt Weimer jetzt unter Druck.“

– Tichys Einblick (Schwefelgeruch!): „Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat mit seinem Medium „The European“ selbst vielfach fremdes Eigentum ohne Zustimmung von Autoren genutzt. Plagiatsjäger Stefan Weber fordert nun Schadenersatz und Unterlassungserklärung.“

– The European: „Veröffentlichung von Politiker-Äußerungen ist „ein guter Beitrag für die demokratische Kultur“.

So etwas ist vermutlich vor allem ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

image_pdfimage_print

Im Wadi el-Qelt und noch mehr Orthodoxe

Wadi el-Qelt

Heute war ich im Wadi Qelt und im griechisch-orthodoxen Kloster St. Georg. Von meiner Herberge aus ein Fußmarsch von rund 90 Minuten, aber der hat es in sich. „It’s a challenge“, sagt mein Gastgeber.

Wadi el-Qelt
Eine Straße am Rand des Stadtteils Aqabat Jabr, einem ehemaligen Flüchtlingslager.

Kleiner Tipp zwischendurch an die Nachgeborenen und eventuelle Nachahmer: Mindestens drei Liter Wasser mitnehmen. Im Kloster gibt es offiziell nichts zu trinken. Die Straße steigt mörderisch an, und Schatten gibt es die ganze Zeit nicht.

Ich habe alles ausgetrunken und war immer noch durstig, obwohl ich schon um 7:30 Uhr losmarschiert bin, um die größte Hitze zu „unterlaufen“.

Wadi el-Qelt
Am Eingang zum Wadi Qelt sind die Ruinen des königlichen Winterpalastes der Hasmonäer und des Herodes, aber es ist nicht viel zu erkennen. (Liest zufällig ein Zeitreisender mit und kann ein Foto von vor 2000 Jahren hochladen?)

Im Wadi sieht man zwei Trampelpfade am Steilhang entlang – in derselben Richtung wie die Straße, aber die sahen mir nicht sehr vertrauenswürdig aus und so, als wäre da seit einem halben Jahrhundert niemand entlanggegangen. Der breitere Trampelpfad ist aber offenbar keiner, sondern der Rest eines Aquädukts aus römischer Zeit. (In dem Tal einen Aquädukt zu bauen ist genauso verrückt wie ein Kloster an die Steilwand zu kleben.)

Wadi el-Qelt
Auf dem total verrosteten Schild steht in Arabisch, Hebräisch und Englisch „Jericho Gate“. Ich kann mir nicht vorstellen, dass damit das gleichnamige Bauprojekt gemeint ist – was offenbar buchstäblich in den Sand gesetzt wurde und auch ganz woanders sein sollte.

„Wadi Qelt (arabisch وادي القلط, DMG Wādī al-Qilṭ, auch Deir el-Quelt, Deir el-Kelt; hebräisch נַחַל פְּרָת Nachal Prat) ist ein Wadi mit einem Verlauf von West nach Ost durch die Judäische Wüste im Westjordanland. Das Wadi, das ganzjährig Wasser führt, hat drei Quellen: Ain Farah, Ain Fawar und Ain Qelt, die östlich von Jerusalem liegen. Es endet bei Jericho in der Nähe des Toten Meeres und beherbergt eine einzigartige Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Nach der Besetzung des Westjordanlandes 1967 durch Israel wurden Teile des Wadis zum Naturschutzgebiet Nahal Prat Nature Reserve erklärt.“

Wadi el-Qelt

Wait a minute, Wikipedia. Ich habe da kein Wasser gesehen. Es war alles pulvertrocken. Oder sollte das unterirdisch rinnen? Also von „ganzjährig“ kein Spur, und der Sommer, der laut den Einheimischen auch gern Temperaturen um die 45 Grad bringt, ist angeblich hier schon vorbei, obwohl es sich anfühlt wie Hochsommer XXL.

Wadi el-Qelt
Auf dem unteren Foto kann man eine Art Behausung mitten in der Steilwand erkennen, als wäre es einem Mönch im Kloster noch nicht einsam genug gewesen.

„Besetzung“. Das lassen wir mal so stehen. Ist halt Wikipedia: „Als Bestandteil des britischen Völkerbundsmandats für Palästina wurde das Westjordanland von der UN-Vollversammlung im Teilungsplan von 1947 dem zu gründenden arabischen Staat zugesprochen. Im Palästinakrieg wurde es 1948 von Jordanien besetzt und 1950 annektiert. Im Sechstagekrieg vom Juni 1967 wurde es von Israel erobert und steht seither unter israelischer Militärverwaltung.“

Die Besatzer waren also die Jordanier. Und der jetzige Status ist ein Resultat eines Krieges, wie der Status von Ostpreußen und Elsass-Lothringen.

Wadi el-Qelt

Irgendwann taucht dann dieses Tor auf (Foto unten). Und vom dem aus geht es in Serpentinen steil abwärts, so steil und schmal, dass man froh ist, gutes Schuhwerk an den Füßen zu haben. Mir schwante schon, dass ich denselben Weg wieder hinauf musste.

Wadi el-Qelt St. GeorgWadi el-Qelt St. GeorgWadi el-Qelt St. Georg

Man muss erst um ein paar Ecken biegen, bis das gut versteckte Kloster plötzlich auftaucht.

„Ursprünglich lebten hier in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts syrische Mönche in einer Einsiedelei. Später entstand hier eine Lavra, eine Einsiedlerkolonie, die aus einem Zentrum und zahlreichen darum herum liegenden Einsiedlerzellen im Wadi Qelt bestand. Im späten 5. Jahrhundert (um 480) wurde durch Johannes von Theben ein Kloster errichtet, das dann unter der Führung seines bekanntesten Abtes, des heiligen Georg von Choziba (gest. nach 625), eine Blütezeit erlebte. Nachdem die Perser das Kloster im Jahre 614 zerstört und seine Mönche massakriert hatten, wurde es aufgegeben.“

Wadi el-Qelt St. Georg

ChatGPT weiß erheblich mehr: „Im Jahr 614 n. Chr. drangen die Sassaniden, das persische Reich jener Zeit, in das Oströmische (Byzantinische) Reich ein und eroberten große Teile des Nahen Ostens – darunter Syrien, Palästina und Ägypten.

Die Perser standen unter der Herrschaft von Chosrau II. (Khosrow II. Parwiz, reg. 590–628). Er nutzte eine Phase der inneren Schwäche im Byzantinischen Reich aus: Kaiser Maurikios war 602 gestürzt und ermordet worden, und der neue Kaiser Phokas galt als Usurpator. Chosrau II. erklärte, er wolle den Mord an Maurikios rächen (mit dem er verbündet gewesen war) und begann 603 einen groß angelegten Krieg gegen Byzanz.

Dieser Konflikt entwickelte sich zu einem der schwersten römisch-persischen Kriege überhaupt. Zwischen 611 und 619 eroberten die Perser nacheinander: Syrien (inkl. Damaskus), Palästina (inkl. Jerusalem 614), Ägypten (619).“

Wisst ihr Bescheid.

Wadi el-Qelt St. Georg

Die Mönche haben dort so eine Art Mini-Traktor, der so breit ist wie ein Motorrad, und einen etwas größeren Anhänger, mit dem sie andere Mönche, die auf Besuch kommen, oben vom Tor abholen. Das war gerade der Fall: Weißbärte in schwarzen Klamotten kamen und eine Nonne mit schicker Handtasche. Alle wurden begeistert begrüßt und ritualisierten dann etwas – vermutlich Dankbares – in der Kapelle.

Wadi el-Qelt St. Georg

Zu mir waren sie ausnehmend freundlich. Es kämen keine Touristen mehr, sagten sie, und schon gar keine aus Germany. Kaffee gab es (der wird bei der brüllenden Hitze praktischerweise nicht so schnell kalt), und Plätzchen drängten sie mir auch auf. Natürlich war strenges Fotografierverbot. Auf dem Bild unten sieht man zwei Personen den Pfad herunterkommen; ich stand auf dem mittleren der Balkone.

Wadi el-Qelt St. Georg

„Im Jahre 1878 siedelte sich der griechische Mönch Kalinikos hier an und errichtete das Kloster neu. Die Arbeiten wurden 1901 abgeschlossen.“

Ich fragte, woher das Wasser herkäme (es gab eine saubere Toilette). Heute haben sie eine Wasserleitung. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie die das vor einem Jahrhundert organisiert haben. Mit Hunderten von Eseln?

Wadi el-Qelt St. Georg

Auf halbem Weg (Foto unten) erkennt man auf einer Anhöhe die Ausgrabungsstätte Kypros Castle.

„Auf dem Berggipfel befand sich in der Hasmonäerzeit eine Festung mit palastartigen Elementen, wie aufgefundene Fragmente von Kapitellen belegen. Es gab Zisternen und rituelle Tauchbäder (Mikwen). Am Hang des Berges, etwas niedriger, befand sich ein Kolumbarium-Turm mit rundem Grundriss. Solche Türme, die auch in Jericho und in Masada gebaut wurden, dienten im Erdgeschoss der Taubenhaltung und im Obergeschoss als Wachtturm. Der Name dieser hasmonäischen Festung war entweder Threx oder Taurus.“

Da hochzulaufen, wollte ich mir aber nicht antun. Mit einem Jeep wäre es gegangen.

Wadi el-Qelt Kypros castle

Auf halbem Weg zurück, schon am Ausgang des Tales, bestand ein Lastwagenfahrer darauf, mich mitzunehmen. Er trug ein langes, nicht mehr ganz so weißes arabisches Gewand und sah Osama bin Laden ziemlich ähnlich. Es war ganz begeistert, dass ich aus Almanía (so betont man das auf Arabisch) kam und war offenbar total stolz, dass er einen deutschen Mercedes-LKW fuhr, obwohl die Beifahrertür nicht mehr schloss und die Karre aussah, als würde sie gleich auseinanderfallen.

jericho

So sieht es hier aus, wenn ich blogge. Kaffee und Früchte gab es gratis. Und der Rekord von gestern, was die Temperatur angeht, wurde auch gebrochen.

jericho

image_pdfimage_print

Fehlende arabischen Frauenhaare, Sykomoren und der Berg der Versuchung

jericho
Bei Google ist der Neubau gegenüber der Moschee an der Gamal-Abdel-Nasser-Straße noch nicht fertig.

Woran erkennt man sofort, dass man nicht mehr in Israel ist? Plötzlich sind die Städte fast ohne Frauen, und die, die man sieht, sind verschleiert bis hin zur Burka. Ich habe, außer bei kleinen Mädchen, hier noch keine arabischen Frauenhaare gesehen.

jericho

Jericho ist im Prinzip eine Kleinstadt, die jedoch nach Süden ausufert. Dort sind „Flüchtlingslager“, vor allem Aquabat Jaber.

jericho
Ein-Alsutan-Straße gegenüber dem (geschlossenen) Touristenbüro.

In allen Städten dieser Art, die keinen Suq mehr haben, kann man ein „Zentrum“ nicht erkennen. Die Straßen sind hässlich und zusammengewürfelt, wie Vorstädte in den USA oder Lateinamerika.

jericho
Auf dem Schild steht „Franziscan Sisters kindergarten“

Und nun zu uns, Russen. Putin habe ich eigentlich nicht erwartet. Aber es ist gar nicht Putin, sondern Dmitry Medvedev, nach dem auch die Straße benannt wurde (was Google offenbar noch nicht gemerkt hat). Das Gebäude ist ein „russisches Museum“. Es war auch geschlossen (unten).

jericho

Aber es gibt ChatGPT zum Übersetzen:
Under the auspices and in the presence of
His Excellency Dmitry Medvedev,
Chairman of the Government of the Russian Federation,
and
His Excellency Mahmoud Abbas,
President of the State of Palestine,
the inauguration of
President Dmitry Medvedev Street in Jericho
Friday, November 11, 2016

jericho

Rechtes Poster (mit Foto eines jungen Mannes vor dem Felsendom in Jerusalem)
Arabisch (transkribiert):
الشهيد البطل حميد عواجنة
استشهد في معركة طوفان الأقصى
Der heldenhafte Märtyrer Hamid Awajneh
Gefallen in der Schlacht der Al-Aqsa-Flut
am 8. Oktober 2023
Tufan al-Aqsa“ ist die arabische Bezeichnung für den Angriff der Hamas auf Israel am 7./8.Oktober 2023.

Das ist wieder das Kleingedruckte unter der Oberfläche, was man auch lesen muss, selbst wenn alle Leute ultrafreundlich sind.

jericho

Die Sykomore des Zachäus (polnisch: Sykomora Zacheusza, englisch: Zacchaeus Sycamore Tree) in Jericho ist einer der bekanntesten christlichen Pilgerorte im Westjordanland und bezieht sich auf den biblischen Zachäus, der in Jericho auf so einen Baum gestiegen sein soll, um Jesus zu sehen.

„Der heute sichtbare Baum ist eine uralte Maulbeerfeige (Ficus sycomorus), die laut lokaler Überlieferung über 2.000 Jahre alt sein soll. Botaniker weisen allerdings darauf hin, dass Sykomoren in diesem Klima selten älter als 500–600 Jahre werden.“ Also schon wieder Fake News.

jericho

Ich war noch frisch, obwohl die Temperatur schon in Richtung 40 Grad ging. Da oben am Berg klebt ein griechisch-orthodoxes Kloster. Zum Glück gibt es eine Seilbahn.

jericho

Ich marschierte dorthin, immer auf der Seite, wo es mehr Schatten gab. Ich kann mir vorstellen, dass die hiesige Kleinbourgeoisie die Hamas verabscheut, weil der Krieg seit 2023 den Tourismus ziemlich zum Erliegen gebracht hat. Früher war das wohl anders.

jericho

Die Seilbahn hat schon bessere Tage gesehen. Ich war froh, dass ich allein drin saß. Um Panikattacken zu vermeiden, wird darauf hingewiesen, dass die Kabinen in der Mitte der Strecke kurz anhalten, um oben und unten neue Passagiere aufzunehmen.

jerichojericho

Oben links kann man das Monastery of the Temptation erkennen. „Es wurde an den Hängen des Berges der Versuchung erbaut, 350 Meter über dem Meeresspiegel, entlang einer Klippe, die auf die Stadt Jericho und das Jordantal blickt.

Seine ältesten Bauwerke stammen aus dem 6. Jahrhundert und wurden über der Höhle errichtet, in der Jesus der Überlieferung nach vierzig Tage und vierzig Nächte fastete und meditierte, während er vom Satan versucht wurde.“

jericho

Ich habe keinen blassen Schimmer, wie man so etwas da oben hinbauen kann, ohne dass alles wieder in die Tiefe stürzt. Die Felsen sehen auch aus, als würden permanent Teile abbrechen.

jericho

Während die Kabine nach oben bzw. nach unten ruckelt, erscheint der See Genezareth im Süden. Tiberias ist nicht zu sehen. Die Berge im Westen und Südwesten sind schon Jordanien (Foto ganz unten).

jericho

Das Bild unten ist eine abfotografierte Postkarte. Ich wollte den einsamen griechisch-orthodoxen Mönch, der den Besuchern die winzige Kapelle zeigt, nicht umhauen, sondern fotografierte brav nicht, weil das bestimmt irgendeiner Wahrheitsfindung dient.

jericho

Solche Toiletten habe ich das letzte Mal Anfang der achtziger Jahre in Südamerika gesehen. So etwas gibt es nicht in Israel. Wahrscheinlich müssen die so genannten „Palästinenser“ unser Geld dringend anderweitig verwenden.

jericho

Morgen geht es im Frühtau zu Berge, nur ohne Frühtau.

jericho

image_pdfimage_print

Für eine Handvoll Schekel

frühstück

Das Frühstück kostet rund sechs Euro. Die Abendkühle sieht aus wie unten.

heiss

image_pdfimage_print

Jerichosche Agitprop [Update]

buch

Nehmt dies, Araber: Dieses Posting wird mit dem Tag „Israel“ indiziert.

Wenn man das Kleingedruckte liest, fällt einem hier schon auf, was in Judäa im Westjordanland unter der Oberfläche brodelt. Die Leute sind genauso freundlich wie in Israel, vor allem auch deshalb, weil sie über jeden Touristen dankbar sind, der ein paar Schekel unter ihnen verstreut. Das Tourist Information Center in Jericho ist auch geschlossen (heute morgen kurz nach neun).

Unsere Bundesregierung warnt vor Reisen hierher: „Deutsche Staatsangehörige, die sich derzeit im Gazastreifen oder im Westjordanland aufhalten, sollten – sofern möglich – ausreisen.“ Mach ich aber nicht.

Ich habe bis jetzt nur ein asiatisches Paar und eine kleine Gruppe niederländischer Christen getroffen und mit ihnen viereinhalb Worte gewechselt. Sonst bin ich immer der einzige Wessi Nicht-Westasiate oder wie man das nennt, und ich werde zum Teil neugierig angestarrt wie auf einem Dorf in den südamerikanischen Anden.

Hier im Hotel liegen ein paar Bücher aus über Jericho, die u.a. vom Ministry of Tourism and Antiquities (Palestine) herausgegeben wurden. Was sofort auffällt: Die tun so, als hätte es Israel vor der arabischen Kolonisation nie gegeben, was natürlich Fake News sind. Es taucht immer nur der Begriff „Canaanites“ auf, nie aber „Israel“ oder „Juden“.

Die „palästinensischen“ Araber habe ihre Geschichte frei erfunden, weil sie diese mitnichten in die Zeit vor den Römern verlängern können. Da gab es sie noch gar nicht in Palästina. (Das gab es auch nicht, weil die Römer den Begriff genommen haben, um die Erinnerung an die Juden auszulöschen.)

In der arabischen Tradition war Palästina ein Teil von Bilad al-Scham (Großsyrien), das die gesamte Levante umfasste mit dem Zentrum Damaskus. So war es noch mindestens bis zur Staatsgründung Israels.

buch

Fakten: Vor 1900 war Palästina Teil des Osmanischen Reichs (1516–1917). Die Bevölkerung bestand aus einer Mischung von arabischsprachigen Muslimen, Christen, Juden, Drusen, Tscherkessen, Türken und Beduinen. Arabische Einwanderung aus den Nachbarregionen wie Ägypten, Syrien, dem Hauran (Süd-Syrien) und Transjordanien war üblich, oft aufgrund von Arbeit, Handel oder Landwirtschaft.

Besonders im 18. und 19. Jahrhundert wanderten Bauern, Händler und Beduinen aus benachbarten Gebieten nach Palästina ein, weil es dort fruchtbare landwirtschaftliche Flächen gab, Steuern und Rekrutierungen in anderen Provinzen strenger waren, oder durch Verwüstungen in Nachbarregionen (z. B. Dürren oder Konflikte).

Beispiele für Einwanderungswellen:
– Ägyptische Migration unter Muhammad Ali (1831–1840),
Als Ägypten Palästina zeitweise besetzte, kamen ägyptische Soldaten, Beamte und Bauern in die Region. Einige blieben dauerhaft.
– Beduinenstämme aus der arabischen Halbinsel (z. B. aus dem Negev, dem Hauran oder Ostjordanien) zogen in das südliche und östliche Palästina.
– Tscherkessen und Bosnier (nicht Araber, aber Muslime) wurden ab den 1860ern von der osmanischen Regierung angesiedelt, um Grenzgebiete zu sichern.

Quellen von ChatGPT:
– Justin McCarthy: The Population of Palestine: Population History and Statistics of the Late Ottoman Period and the Mandate (1990).
– Yehoshua Ben-Arieh: The Rediscovery of the Holy Land in the Nineteenth Century (1979).
– Kemal Karpat: Ottoman Population, 1830–1914 (1985).

Jetzt dudeln ringsum die Muezzine. Ich muss mal etwas einkaufen.

[Update] Ich vergaß zu erwähnen, dass ich gestern alle arabischen Fernsehsender durchgezappt habe, Katar, Oman, Jordanien. Das ist schon exotisch…

TV

image_pdfimage_print

Am Westufer

Mizpe Ramon
Sogar in der kleinstädtischen Pampa (hier: Mizpe Ramon) zeigen die Bushaltestellen an, wann die Busse kommen bzw. abfahren.

Kurz zwischendurch und IMHO ohne interessanten Inhalt. „Die Entfernung zwischen Mitzpe Ramon (Israel) und Jericho beträgt etwa 232 km auf der Straße. Die reine Fahrzeit mit dem Bus liegt – je nach Route und Umstiegen – bei rund 4 Stunden.“

beershebabeersheba

Auf dem Weg nach Be’er Scheva, der „Hauptstadt“ des Negev, sieht man ziemlich oft Baracken- oder Slum-ähnliche Behausungen. Ich gehe davon aus, dass sich dort Beduinen angesiedelt haben.

beersheba

Den Busbahnhof von Be’er Scheva finde ich sehr interessant: Scharen bewaffneter Soldaten beiderlei Geschlechts, vollverschleierte Beduinen-Frauen und allerlei buntes Volk jeder Art, aber kaum orthodoxe Juden. Man kann da gut eine Weile herumsitzen und sich die Leute ansehen.

bus
Busse haben USB zum Laden und oft – wie hier – einen eigenen freien Internet-Zugang für die Fahrgäste.

Die Strecke zum Toten Meer bin ich schon 2023 gefahren. Typisch: Die Steinwüste der judäischen Berge wird karger und karger und fast Sand, der Anblick öde. Man muss so etwas schon mögen; es schreckt total ab. Wer begibt sich freiwillig in eine solche Einöde?

bus

Das Reisen mit Apps wie Moovit ist natürlich kinderleicht, im Prinzip. Man verfolgt in Echtzeit die Busse und sich selbst, vorausgesetzt, man hat Internet – was aber in ganz Israel der Fall ist, außer man steht mitten in der Wüste.

Die Reise nach Jericho ist etwas kompliziert, weil es keine direkten Verbindungen von Israel aus gibt. Mein Rat: Von der Jerusalem Central Busstation nach Almog Junction (die Busfahrer verstehen auch „Almog“).

bus

Das Problem: Der Busfahrer wusste zwar, wohin ich wollte, weil ich es ihm bei der Abfahrt gesagt hatte, vergaß aber anzuhalten. Er bretterte bis zum Abzweig nach Deir Halja und bequemte sich erst dann anzuhalten. Ich musste also gut einen Kilometer mit dem gesamten Gepäck zurücklaufen, ohne Schatten und in glühender Hitze. Das liegt hier übrigens alles schon weit unter dem Meeresspiegel.

la luna

Mit meinem unglaublich hilfsbereiten Hotelbesitzer kommunizierte ich per WhatsApp. Zum Glück hatte mein Gastwirt schon einen Taxifahrer zum Almog Junction samt Beschreibung meiner Person geschickt, der dort wartete und mich nach Jericho brachte (40 ILS = rund 10 Euro). Zusätzlich bekam ich noch ein Video, wie ins Haus und in mein Zimmer zu gelangen sei, weil sonst niemand hier ist und der Besitzer arbeiten muss. Ich war froh, als ich endlich da war und die luxuriöse Dusche nutzen konnte.

la luna

B&B La Luna Jericho – höchstmögliche Anzahl von Sternen und ein unglaubliches Preis-Leistungsverhältnis – knapp 100 Euro für drei Nächte, mit Frühstück und Garten und großem eigenen Bad.

image_pdfimage_print

Könige, Kamele und noch mehr

Mizpe Ramon Ibex

Prolog, revisited: Hier laufen die Ibexe wieder herum, und alle Autofahrer wechselten in Zeitlupe. Die Tierchen sind pfeilschnell und machen große Sprünge, und wenn sie in Panik geraten, weiß man nicht, in welche Richtung sie dann laufen werden.

Mizpe Ramon Ibex

Ich muss jetzt wieder zusammenposten, was gar nicht zusammengehört. Heute stand – auf Empfehlung von Einheimischen – ein kleiner Ausflug zum Midreshet Ben-Gurion auf dem Programm. Der gestrige Tag steckte mir noch fühlbar in den Knochen. Das ist nördlich des En-Awdat-Nationalparks (der auf den Panorama-Bildern zu sehen ist).

Midreshet Ben-Gurion

Zwischendurch die Weltläufte. Ich gehe davon aus, dass der Krieg in Gaza jetzt weitergehen wird. „The war is not over yet, there are a few more things that need to be done, we know that.“ – „Im südlichen Gazastreifen bei Rafah kam es zu heftigen Feuergefechten. Terroristen stürmten aus einem Tunnelschacht und attackierten israelische Soldaten. Erste Meldungen sprechen von Todesopfern auf unserer Seite.“

Ceterum censeo: Hamas esse delendam.

Midreshet Ben-Gurion

Ach ja. Gegen Trump wurde demonstriert. Bei den Qualitätsgenderhauptstadtmedien ist das Wort „Demonstranten“ verboten, es heißt jetzt laut Ministerium für Sprachesoterik „Demonstrierende“,

Der US-Präsident kontert mit einem lustigen ekligen Video, auf dem King Trump und viel Scheiße zu sehen sind. [Auch bei den Österreichern anzuschauen – für die, die Truth Social nicht mitlesen.] Die New York Times weist vorsorglich darauf hin, dass das Video ein Fake ist.

Midreshet Ben-Gurion

Ich habe mir kurz das Grabmal Ben Gurions und seiner Frau angesehen, das in seinem reizenden kleinen Park – wieder mit vielen Ibexen – liegt. Und mit grandioser Aussicht.

Übrigens: Die spinnen, die Griechen.

Midreshet Ben-GurionMidreshet Ben-GurionMidreshet Ben-Gurion

Ich habe gerätselt, wofür auf dem obigen Foto das fette Abflussrohr ist, das links aus den Felsen kommt. Darüber liegen die Ramat Negev Regional Library und Shermans Hotel. Aber sind die nicht an die Kanalisation angeschlossen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendwas Schmutziges vor aller Augen direkt in den Nationalpark abgelassen würde.

Midreshet Ben-Gurion

Vielleicht hat Trump das ja so geplant. „Trump expressed doubt that Hamas would disarm voluntarily, but noted that if not, the United States would do so.

At the same time, he emphasized that the US would not deploy ground troops in Gaza — the operation, he said, could be carried out by Israel with US support.

„They promised they would disarm. They said they would disarm. There is doubt that they will do so. Now they said they were gang members and so on, and so on, you know. But these are very cruel people. This is a very cruel part of the world. No one has seen such violence. If necessary, we will disarm them. Whether it is me or the US, or, you know, a proxy — it could be Israel with our support. And we will not have ‚bare‘ troops on the ground. There is no need for that,“ Trump said.“

camels

Auf dem Schild – aus dem Lokalbus nach Mizpe Ramon fotografiert – steht: „Beware of camels near the road“.

Mizpe Ramon

Heute ist mein letzter Tag in der Negev. Morgen fahre ich nach Jericho. Wenn die IDF wieder loslegt, kann es unter Arabern ja heiter werden.

Sicherheit & Formalitäten:
⦁ Ausweis/Pass mitnehmen; du passierst teils Checkpoints.
⦁ Rechtslage: Jericho (Kernstadt) liegt in Gebiet A; israelischen Staatsbürgern ist die Einfahrt untersagt. (Bitte beachte deine Staatsangehörigkeit/Visa-Situation.)
⦁ Frequenz/Zeitfenster: Arabische Busse/Servees fahren ohne strengen Fahrplan und starten, wenn voll; nachmittags ist Betrieb normal, abends dünner.
(Quellen: ChatGPT/Ramallah Tourist Center)

image_pdfimage_print

Russischer Imperialismus oder: Marx (und Engels) kontra Moskau

russischer Imperialismus
A colossal bear made of ice and iron, emerging from the northern snows, its shadow stretching across continents from the Baltic to the Black Sea, devouring colors and cultures. Each claw marked with centuries: Peter, Catherine, Stalin, Putin. The landscape below transforms from empire to revolution to modern state, yet the beast’s eyes remain the same cold, golden, patient. –s 750

Ich darf die Leserschaft auf einen sehr interessanten Artikel Michael R. Krätkes (deutsch, pdf) aufmerksam machen: „Marx (und Engels) contra Moskau“.

Auf die Altvorderen, die alten weißen Männer, geben heutige Linke nicht mehr viel. Täten sie es, sie würden einige Überraschungen erleben, nicht nur wegen der politisch unkorrekten Ausdrucksweise der Herren. Denn Männer wie Karl Marx und Friedrich Engels, Männer des vergleichsweise friedlichen 19. Jahrhunderts, waren keine Pazifisten. Bellizisten waren sie auch nicht. Doch haben sie den Krieg wie die meisten ihrer Zeitgenossen als ein normales – im Sinne von häufiger wiederkehrendes, also erwartbares – Phänomen der internationalen Politik betrachtet. An Kants „ewigen Frieden“ glaubten sie nicht, sie lebten in einer Welt
rivalisierender imperialistischer Mächte, die untereinander wie gegen die von ihnen unterworfenen Völker immer wieder Krieg führten, in Europa ebenso wie auf anderen Kontinenten. (…)

Alle politischen Revolutionen der Neuzeit, die englische, die amerikanische wie die französischen Revolutionen, die alles andere als friedlich verliefen, gingen mit Bürger- und (Interventions)Kriegen einher; oder sie führten zu einer Serie von Eroberungskriegen. Alle Mächte, die großen wie die kleinen,
waren kriegerisch, alle Staaten, die großen wie die kleinen, waren Militärstaaten, das Militär, die modernen stehenden Berufsarmeen ebenso wie Volksarmeen, also die Kriegsbereitschaft in Permanenz, kostete Unsummen. (…)

Hegemonialmacht wurde Russland nie, das russische Imperium setzte voll und ganz auf militärische Gewalt. In seinen Einflusssphären wollte es die stärkste Landmacht sein und als Seemacht mit allen übrigen mithalten können. Im Kaukasus, in Zentralasien führte es Jahrzehnte lang blutige Eroberungskriege. Im Süden führte es einen Krieg nach dem anderen gegen den alten Erzfeind, die Türkei. Mit dem Ziel, die Vorherrschaft im Schwarzen Meer zu erringen und schließlich Istanbul zu erobern, den Bosporus und die Dardanellen unter seine Kontrolle zu bringen. Sei dem Vertrag von Kücük-Kaynarca von 1774 beherrschte die „Orientalische Frage“ die europäische Politik. Russland griff immer wieder an, schließlich mündeten die russischen Kriege gegen die Türkei in den Krimkrieg, in dem sich England und Frankreich mit der Türkei verbündeten. Ein Krieg, der das durch Russlands Aggression bedrohte Gleichgewicht der Großmächte in Europa bewahren sollte. Russland verlor, blieb aber als Großmacht im Spiel der Großmächte, dank der Nachgiebigkeit seiner Kriegsgegner. Russlands Eroberungsdrang stand außer Frage. Das russische Imperium führte im 18. und 19. Jahrhundert einen Angriffskrieg nach dem anderen gegen das osmanische Reich. (…)

Die zeitgenössische Linke war kein Jota besser als die vor dem vermeintlich übermächtigen Russland kriechende Bourgeoisie des Westens. Also legten sich Marx und Engels mit der linken Prominenz ihrer Zeit an, ohne Rücksicht auf deren Befindlichkeiten. Mit besonderer Schärfe reagierten sie auf die linken
Friedensschwärmer, die sich gegen den Kampf der Polen für ihre nationale Unabhängigkeit wandten, also die Partei des russischen Imperialismus ergriffen. Da kannten die beiden keine Kompromisse, die Frage der polnischen Unabhängigkeit war und blieb für die Schlüsselfrage, die die Zukunft ganz Europas berührte. Konnten sich die Polen vom russischen Joch befreien, war Europa vor russischen Angriffen sicher. Blieb Polen unter russischer Herrschaft, wie nach den in Blut erstickten Aufständen von 1830 und 1863, war ganz Europa in Gefahr.

Anmerkung 5: Der geschichtsverklärenden Vorstellung, in grauer Vorzeit habe es völlig friedfertige, nur auf friedliche Kooperation mit allen Nachbarn erpichte, durch und durch unkriegerische, ja kriegsunfähige Gesellschaften gegeben, erst mit und durch die Zivilisation sei das Urübel Krieg in die Welt gekommen, sind viele erlegen. Der Mythos vom edlen und friedliebenden Wilden, bis heute bei Pazifisten beliebt, ist durch die Arbeit der Anthropologen und vor allem der Archäologen längst widerlegt worden. Vgl. zum aktuellen Forschungsstand das Buch von Lawrence H. Keeley, War before Civilization. The Myth of the Peaceful Savage, Oxford University Press 1996. Keeley und viele andere greifen nicht auf biologische Argumente zurück, die Frage, ob einige Primaten Konflikte gewaltsam oder friedlich zu lösen pflegen, ist für die Frage nach dem Ursprung des Krieges völlig unerheblich.

image_pdfimage_print

Wehe, Wanderer! Wüste Wege!

mizpe ramon

Prolog: Wenn man das obige Foto genauer ansieht, erkennt man ein Tier. Nein, das ist kein Denkmal. Die Leute hier nennen diese Tier desert goat, also Wüstenziege. Hier sitzt ein Nubischer Steinbock einfach zwischen den Häusern herum (Nubian Ibex). Ich habe schon einige davon gesehen. Es wird überall davor gewarnt, sie zu füttern. Die Art ist vom Aussterben bedroht und streng geschützt (in Israel).

negev

Ich bin heute mehr als sechs Stunden allein durch die Wüste Negev gewandert.

Die gute Nachricht: Ich habe es wieder zurück geschafft. Die schlechte: Ich habe alles verpasst, was ich an geologischen Sehenswürdigkeiten sehen wollte, muss also in den nächsten Jahren noch mal zurückkehren. Ursache war natürlich, dass ich micht total verlaufen hatte. Das ist in einer leeren Wüste eher suboptimal, zumal Temperaturen um die 30 Grad das Herumwandern und -klettern auch nicht leichter machen.

negev

Der Israel National Trail ist von Mizpe Ramon aus im Prinzip, wie man bei Radio Eriwan zu sagen pflegte, gut markiert. Es geht zunächst steil abwärts. (Wenn ich heute morgen um neun gewusst hätte, dass ich denselben Weg wieder hinaufsteigen musste, hätte ich vermutlich einen halben Herzinfarkt bekommen.)

negev

Der Höhenunterschied zwischen der Ortschaft Mitzpe Ramon (oft angegeben mit einer Höhe von ca. 860 m über NN) und dem Boden des nahegelegenen Erosionskessels Makhtesh Ramon (deren Boden auf etwa 400 m über NN liegt) (Quelle laut ChatGPT: MDPI) beträgt demnach grob 460 m.

negev

Die Karte, die man im Besucherzentrum von Mizpe Ramon (Google kann man in der Wüste vergessen) bekommt (die Aussichtsplattform für Besucher ist auf dem Foto links oben zu erkennen), sieht zwar detailreich aus, aber ist so klein gedruckt, dass man ein Mikroskop mitführen müsste.

Ich habe auch den Eindruck, dass sie nicht immer korrekt ist. Ich wollte direkt nach Süden nach Nahal Ramon (der Kraterkessel), wo der Trail eine Schotterpiste kreuzt, dann über den Pass des Makhtesh Ramon Geological Park zum Ammonite Wall und östlich davon auf der Straße wieder zurück. (Teile des Trails sind auch von Google Earth indiziert, aber das müsste man sich vorher ausdrucken.)

negev

Ich wurde schon misstrauisch, als ich mir die Karte genau ansah. Der Weg ist zwar zu erkennen, aber verlief irgendwo im Nirgendwo, und ich fand die Kreuzung nicht. Also den nächstgelegenen Pass nach Süden hoch, wo es nach einem Pfad aussah, der aber nicht markiert war.

negevnegevnegevnegev

Gegen Mittag war ich auf der anderen Seite des Gebirgszuges und schon reichlich platt. Morgens war der Himmel noch voller Wolken, aber die wurden nach und nach von der Sonne weggeschmolzen, und die Temperatur stieg rapide an.

Meine hier schon lobend erwähnte Powerbank hat einen Kompass. Was die grobe Richtung anging, war ich auf der sicheren Seite. Die Trampelpfade (wenige Fußabdrücke, viele Hufe) aber verschwanden, und ich musste über die Steinwüste pur vorwärtskommen.

negev
Im Hintergrund das Felsmassiv mit Mizpe Ramon

Entfernungen in der Wüste sind extrem schwer einzuschätzen. Das kenne ich aus anderen Steinwüsten, in Peru und Bolivien. Man denkt: Hinter der Ecke müsste man erkennen, wie es weitergeht, und dann kommt noch eine Ecke und noch eine und es hört nicht auf. Die Straße 40 hätte da sein müssen, war sie aber aber nicht.

negevnegevnegevnegev

Ich schwenkte nach Norden und fand irgendwann eine Schotterpiste, die auf dem Boden des Kraters west-östlich verläuft. Dann sah ich in weiter Ferne im Nordosten ein paar Jeeps Staubwolken aufwirbeln und gleichzeitig das Bergmassiv vor mir, auf dem Mizpe Ramon liegt. (Foto oben) Letzteres war näher als die Straße. Also kurzentschlossen den Weg nach oben finden und dann hochklettern.

negev

Natürlich habe ich unter dem Baum gerastet, der einzige große Baum, den ich in sechs Stunden gesehen habe. Keine Ahnung, was den geritten hat, ausgerechnet dort zu wachsen. Der gehört eigentlich nach Afrika. Aber das ist ja nicht weit von Israel.

ChatGPT: „Der Baum auf deinen Fotos ist eine Schirmakazie (Vachellia tortilis) — die typische, ikonische Baumart des Ramon-Kraters und der zentralen Negev-Wüste in Israel.“

negev

Der Anstieg nach Mizpe Ramon – fast 500 Höhenmeter – mörderisch. Es war mittlerweile brüllend heiß. Ich war froh, dass ich die Fremdenlegionär wüstentaugliche Kopfbedeckung gekauft hatte (natürlich made in China). Aber ich kam trotzdem an meine Grenzen und musste zum Schluss alle zehn Meter eine Pause einlegen. Die drei Liter Wasser waren auch schon in meinem Bauch.

negev

Irgendwann war ich dann doch oben und holperte in meine Wohnung (die Vermieterin ist verreist bis morgen). Vor der Tür saß schon die Katze und schaute mich vorwurfsvoll und hungrig an. (Sie entscheidet, wann sie rausmöchte – kommt aber immer wieder.)

Wir gehen beide früh ist Bett..

image_pdfimage_print

Robots.txt

robots.txt

Schöner Nachruf bei Heise: „Abschied von robots.txt (1994-2025) – Das freiwillige Compliance-Protokoll, das das Internet zivilisierte, ist von uns gegangen.“

Ich habe auch so etwas. Ich hoffe, die Datei fühlt sich nicht einsam, wenn keiner mehr vorbeikommt.
User-agent: *
Disallow: /seminar140219/
Disallow: /becker/
Disallow: /cabrera/
Disallow: /fg/
Disallow: /bj/
Disallow: /freevideo/
Disallow: /upload/
Disallow: /txt/

Bei der Bilderzeugung ist hier ChatGPT (oben) mit demselben Prompt erheblich besser als Midjourney.

robots.txt
Eine humorvolle, metaphorische Szene, die zeigt, wie eine kleine, unscheinbare Textdatei namens „robots.txt“ auf einer Website liegt, während riesige, glänzende Suchmaschinen-Roboter (mit Logos wie generischen Suchsymbolen, keine echten Marken) achtlos an ihr vorbeilaufen oder sie übersehen. Die Datei winkt oder hält ein Schild mit „Bitte nicht indexieren!“ hoch, aber die Roboter ignorieren sie und durchsuchen den Rest der Website. Stil: moderne digitale Illustration, leicht satirisch, mit klaren technischen Details (z. B. HTML-Seiten, Crawler, Server). Farbpalette: blau, grau und grün. Atmosphäre: ironisch, aber professionell.

image_pdfimage_print

← Nächste Einträge — Ältere Einträge →