Quasi magisch
Frank Schirrmacher auf faz.net (via Fefe):
„Politiker des digitalen Zeitalters müssen endlich erkennen, dass der Verlust der Kontrolle die Regel kommunikativen und politischen Handelns sein wird, so lange das Verständnis der Software quasi-magisch bleibt und die Institutionen im zwanzigsten Jahrhundert steckenbleiben.“
Ich nannte das „Autistisches Voodoo„.
Gebupo
Heise: „Der Berliner Verfassungsrechtler Martin Kutscha hat große Zweifel daran, dass der Regierungsentwurf zur Verlängerung von Befugnissen aus dem Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz (TBEG) mit dem Grundgesetz vereinbar. (…) Sollte das Parlament das umstrittene Vorhaben unverändert verabschieden, müsste man daher von einer Geheimpolizei sprechen…“
Klar machen zum Ändern!
Pavel Meyer in der Faz.net über die Piraten:
Es hat wohl selten eine Kleinpartei gleichzeitig so viel Schrecken und so viel Hoffnung verbreitet. (…) Mit Schlamperei lässt sich das alles nicht erklären. Es ist nicht einzusehen, warum ausgerechnet die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ein Sonderrecht auf Schlamperei, Dilettantismus und Bequemlichkeit genießen sollten. Und es stellt sich die Frage, was denn die Politik eigentlich tun kann, wenn das Amt des Innenministers regelmäßig zum Schleudersitz wird und die Apparate ohnehin ein kaum kontrollierbares Eigenleben führen.
Heise: „Piraten stellen Strafanzeige gegen Bayerns Innenminister“:
Aleks Lessmann, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei in Bayern, rügt die Arroganz der Macht: „Wir dürfen nicht erlauben, dass die Machthabenden mit dem Staat umgehen, als wäre er ihr Eigentum. Es ist schon bedenklich, dass das Bundesverfassungsgericht immer wieder eingreifen muss, um gerade in Bürgerrechtsfragen die Exekutive zu zügeln. Wenn sich die Politik nicht einmal an die Vorgaben der Gerichte hält, können wir nicht mehr von einem Rechtsstaat sprechen.“
Verfassungskonforme Überwachung von Computern ist technisch nicht möglich
Christopher Lauer sagt klar und angenehm, was erstens, zweitens, drittens käm (via Fefe):
Der Einsatz des “Bundestrojaners”, der unter anderem auch Bildschirminhalte überwacht, stellt also einen klaren Verfassungsbruch dar, wird aber trotzdem von Spitzenpolitikern wie Uhl oder Friedrich verteidigt. (…) Eine verfassungskonforme Überwachung von Computern ist schon technisch nicht möglich. Der Innenminister täte gut daran seinen aussichtslosen Kampf gegen die Realität zu beenden.
Solchen Dumpfbacken wie dem Innenminister würde ich auch einen Putschversuch trauen.
Sperrt sie ein!
Christopher Lauer (Piraten): „Ich bin es leid, ich bin es echt leid. Der Staat gibt einer Firma, deren Geschäftsführer wegen Bestechlichkeit verurteilt wurde Geld, damit sie Schadsoftware herstellt, um die Bevölkerung zu überwachen. Würde ich ‚Der Staat‘ im vorherigen Satz durch ‚Eine kriminelle Vereinigung‘ austauschen würde jeder sagen: Sperrt sie ein!“
Die Trojaner sind vom Pferd gefallen
Die FAZ schreibt: „Der deutsche Staatstrojaner wurde geknackt“. Auch Heise formuliert „CCC knackt Staatstrojaner“ (von Krempl erwarte ich auch nichts anderes). Der CCC beginnt korrekt „Der Chaos Computer Club (CCC) hat eine eingehende Analyse staatlicher Spionagesoftware vorgenommen“, fährt dann aber leider auch im Medien-Neusprecht fort: „Die untersuchten Trojaner [sic] können nicht nur höchst intime Daten ausleiten, sondern bieten auch eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Aufgrund von groben Design- und Implementierungsfehlern entstehen außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen können.“
Im eigentlichen Bericht (Lesebefehl!) ist es korrekt: „Dem Chaos Computer Club (CCC) wurde Schadsoftware zugespielt, deren Besitzer begründeten Anlaß zu der Vermutung hatten, daß es sich möglicherweise um einen ‚Bundestrojaner‘ handeln könnte.“ (Anführungszeichen! Eben!)
Da fällt mir Wolfgang Fritz Haug ein: „Begriffe sind Abstraktionen, die dann brauchbar sind, wenn sie tatsächliche Bewandtnisse komplexer Gegenstände erfassen. Sie sind analytisch gewonnen Denkbestimmungen, deren Aufgabe es ist, aus dem fürs Denken einzig gangbaren Weg Konkretion zu erreichen.“
„Staatstrojaner“ ist ein Begriff, der ungefähr so seriös ist wie „friedenserzwingende Maßnahme“ für Krieg. Ausserdem wendet sich jeder humanistisch Gebildete mit Grausen ab, weil die sagenhaften Trojaner mitnichten in dem Pferd saßen, sondern die Griechen, und das trojanische Pferd als Computerprogramm dann auch so genannt werden müsste.
Ich habe jetzt das Vergnügen, rational denken zu dürfen, obwohl ich von einer Horde johlender Verschwörungstheoretiker umgeben bin und die wiederum von einer noch größeren Horde von ahnungslosen Dummköpfen, die gar nicht denken wollen.
Die Faz schreibt: Der Trojaner kann laut der Analyse des Chaos Computer Clubs (CCC) beliebige Überwachungsmodule auf den einmal infiltrierten Computer nachladen – „bis hin zum Großen Lausch- und Spähangriff“, wie CCC-Sprecher Frank Rieger in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ schreibt..
Jetzt mal gaaaanz langsam und genau hinsehen. Die Pointe kommt jetzt:
Die spezielle Überwachungssoftware wird von den Ermittlungsbehörden unter anderem zur sogenannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung genutzt. Die Quellen-TKÜ dient dazu, Kommunikation schon auf dem Computer eines Verdächtigen abzufangen, bevor sie verschlüsselt wird. Im Unterschied zur Online-Durchsuchung….
Hier geht es um das Abhören von Internet-Telefonie (Windows! Skype! „Die in den Trojaner eingebauten Funktionen sind das Anfertigen von Screenshots und das Abhören von Skype- und anderen VoIP-Gesprächen, allerdings können auch beliebige Schad-Module nachgeladen und ausgeführt werden.“) und um nicht anderes. Nicht mehr oder weniger. Es geht nicht darum, von fern ein Programm auf einen Rechner zu schleusen (welche IP-Adresse würde diese haben?) und den ohne Wissen des Nutzers fernzusteuern. Das jedoch kann man mit dem vom CCC analysierten Programm zweifellos („Die Malware bestand aus einer Windows-DLL ohne exportierte Routinen.“ Bekanntlich nutzt niemand Linux oder Apple.)
Die Zahnpasta ist leider aus der Tube, auch wenn sogar die FAZ darauf hinweist, dass die real gar nicht existierende „Online-Durchsuchung“ etwas anderes sei als die so genannte „Quellen-TKÜ“. Beide Begriffe stammen ohnehin aus dem Wörterbuch des Unmenschen, sind Propaganda und wurden vom Ministerium für Wahrheit in die Welt gesetzt, was bei der übergroßen Zahl der regimetreuen Medien zu der irrigen Annahme führt, man dürfe auch nur diese Begriffe benutzen.
„Der CCC betonte, die sogenannte Quellen-TKÜ dürfe ausschließlich für das Abhören von Internettelefonie verwendet werden“, schreibt Heise. Richtig, aber die Ermittler handelten offenbar nach der Maxime „legal, illegal, scheißegal“. Ich habe nichts anderes erwartet. Die Schad- und Spionagesoftware macht auch genau das, was man von ihr erwartet: „So kann der Trojaner über das Netz weitere Programme nachladen und ferngesteuert zur Ausführung bringen“. (Gemeint ist: das Trojanische Pferd).
Die ausgeleiteten Bildschirmfotos und Audio-Daten sind auf inkompetente Art und Weise verschlüsselt, die Kommandos von der Steuersoftware an den Trojaner sind gar vollständig unverschlüssselt. Weder die Kommandos an den Trojaner noch dessen Antworten sind durch irgendeine Form der Authentifizierung oder auch nur Integritätssicherung geschützt. So können nicht nur unbefugte Dritte den Trojaner fernsteuern, sondern bereits nur mäßig begabte Angreifer sich den Behörden gegenüber als eine bestimmte Instanz des Trojaners ausgeben und gefälschte Daten abliefern. Es ist sogar ein Angriff auf die behördliche Infrastruktur denkbar.
Avanti Dilettanti. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, denn sie straft diejenigen Lügen, die glauben, „die da oben“ hätten von irgendwas eine Ahnung. Wie stellte sich das BKA-Chef Ziercke das vor mit der „Online-Durchsuchung“:
Dieses Programm, was wir da entwickeln, muss ein Unikat sein, darf keine Schadsoftware sein, darf sich nicht selbst verbreiten können und muss unter der Kontrolle dessen stehen, der es tatsächlich einbringt, wobei die Frage des Einbringens die spannendste Frage für alle überhaupt ist. Ich kann Ihnen hier öffentlich nicht beantworten, wie wir da konkret vorgehen würden. Sie können sich die abstrakten Möglichkeiten vorstellen, mit dem man über einen Trojaner, über eine Mail oder über eine Internetseite jemanden aufsucht. Wenn man ihnen erzählt hat, was für eine tolle Website das ist oder eine Seite mit ihren Familienangehörigen, die bei einem Unfall verletzt worden sind, sodass sie dann tatsächlich die Seite anklicken.
Sehr hübsch ist das Fazit im CCC-Bericht: „Wir sind hocherfreut, daß sich für die moralisch fragwürdige Tätigkeit der Programmierung der Computerwanze keine fähiger Experte gewinnen ließ und die Aufgabe am Ende bei studentischen Hilfskräften mit noch nicht entwickeltem festen Moralfundament hängenblieb.“
Jetzt aber Butter bei die Fische: „Wir haben keine Erkenntnisse über das Verfahren, wie die Schadsoftware auf dem Zielrechner installiert wurde. Eine naheliegende Vermutung ist, daß die Angreifer dafür physischen Zugriff auf den Rechner hatten.“
Anders geht es nicht. Daher muss ich auch kein Wort meines Buches zurücknehmen. Und nicht nur das: Wie sollen Ermittler die IP-Adresse einen Rechners herausfinden? Was machen sie, wenn Linux zum Einsatz kommt? Egal: Das dumme Volk denkt, „sie“ wären ohnehin schon drin. diesen Einrdruck zu vermitteln, sind die Medien ja da. Das war jetzt meine Verschwörungstheorie.
Update: Nein Zeit online, die „Online-Durchsuchung“ funktioniert eben nicht – nur mit physischen Zugriff auf einen Rechner – und das nur bei Windows 32 Bit, und auch nur bei Internet-Telefonie. Es ist zum Haare Ausraufen.
Ein gewisses Maß an Spontaneität bei der so genannten Piratenpartei
Hamburger Abendblatt (nur für Abonnenten) laut Welt Online:
„Dabei müssen wir uns auch den Erfolg der sogenannten Piratenpartei hier in Berlin vor Augen führen“, sagte Niebel dem „Hamburger Abendblatt“. „Außerdem müssen wir uns den Politikstil der Piraten anschauen. Ein gewisses Maß an Spontaneität kann hilfreich sein.“
Bruhahahahaha.
Rechte Trends bei den Piraten?
Jüdische Allgemeine: „…die Berliner sind unter den Piraten – trotz ihres großen Erfolgs – unbeliebt: Sie gelten als eher links. (…) Zu einer Parteitagung wollten die Rheinland-Pfälzer ausgerechnet Bodo Thiesen entsenden. Der hatte mehrfach öffentlich den Holocaust relativiert und sich sogar im offiziellen Piratenwiki auf Bücher von Neonazis berufen, die wegen Volksverhetzung verurteilt wurden. (…) Von solchen Parteifreunden hat sich der Berliner Landesverband stets distanziert. In die öffentliche Kritik ist er aus anderen Gründen geraten: Die ’strikte Trennung von religiösen und staatlichen Belangen‘ fordert das Parteiprogramm. Vor allem die finanzielle Unterstützung des Staates für Glaubensgemeinschaften soll abgeschafft werden.“
Nein, die Piraten sind mitnichten in die „öffentliche Kritik“ geraten – was soll das sein? Wer hierzulande fordert, Staat und Religion zu trennen, siehst sich wüsten Anfeindungen der Verehrer höherer Wesen gegenüber.
Mich wundert bei dem Artikel nur eins: Was haben „rechte Tendenzen“ mit der „strikten Trennung von religiösen und staatlichen Belangen“ zu tun?
Verehrer höherer Wesen haben die Hosen voll
Evangelen: Die Forderung der Piratenpartei nach strikter Trennung von Staat und Kirche hat nach Ansicht von Parteienforschern wenig Chancen auf Verwirklichung. Die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Kirchen und Staat seien „Teil der politischen Kultur in Deutschland“, auch wenn es im Einzelfall berechtigte Kritik daran gebe, sagte der Berliner Politikwissenschaftler Richard Stöss am Montag. Für eine Änderung der Verträge zwischen Kirchen und Staat werde die Piratenpartei weder eine parlamentarische noch eine gesellschaftliche Mehrheit finden..
Dann wird es Zeit, dass sich das ändert, ihr Pappnasen!
Guckst du hier zum „Reichskonkordat“: „Schon bald nach der sogenannten Machtergreifung durch die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler wurden die Verhandlungen über ein Reichskonkordat wieder aufgenommen“.
Klar, das ist „historisch gewachsen“ und darf auf keinen Fall geändert werden: „Noch am selben Tag hob Hitler in einer Verordnung alle Zwangsmaßnahmen gegen katholische Organisationen und Geistliche auf und bestätigte so die Hoffnungen, die die katholische Seite in das Konkordat gesetzt hatte.“
Ahoi!
Ich war heute Leiter eines Wahllokals in Berlin-Neukölln, bin um 6 Uhr aufgestanden und gerade erst zurückgekehrt, weil ich die Unterlagen zurück ins Rathaus bringen musste. In meinem Wahlkreis hatten die Piraten genau so viel Zweitstimmen wie die SPD und die FDP hatte nur eine Stimme. Har har.
Klar machen zum Ändern, reloaded
Telepolis und andere: Die Piratenpartei liegt in Berlin laut aktueller Umfragen bei fast neun Prozent. Denkbar wäre also eine Rot-Grün-Piraten-Regierung.
Guckst du hier zum Thema „Schulden von Berlin“.
Hey, was soll der Quatsch mit den jungen Männern?
Spiegel Online über die Wählerbasis der Piratenpartei:
„Hierzu zählen erstens jüngere, gut gebildete Männer mit hoher Affinität zu digitaler Technik und Kultur. Diese schätzen die Piraten vor allem aufgrund der politischen Perspektive der digitalen Revolution – sowie als Datenschutz- und netzpolitische Vorreiterpartei. Hinzu kommen zweitens die sogenannten Digital Natives. Diese sind jung, durch eine zeitintensive, aber eher oberflächliche Nutzung des Internets geprägt und vor allem mit der Kultur Sozialer Netzwerke sehr vertraut.“
Nein, falsch. Hierzu zählen auch ältere, gut gebildete Männer mit hoher Affinität zu digitaler Technik und Kultur. Diese schätzen die Piraten vor allem aufgrund der politischen Perspektive der digitalen Revolution – sowie als Datenschutz- und netzpolitische Vorreiterpartei. Hinzu kommen zweitens die sogenannten Digital Natives. Diese sind älter, mit den Anfängen des Netzes sozialisiert worden, durch eine zeitintensive und gründliche Nutzung des Internet geprägt, lehnen aber die Datenkrakerei so genannter „sozialer Netzwerke“ im Gegensatz zu jüngeren Männern und DAUs eher ab.
By the way: Der Genitiv von Internet heisst „des Internet“.
Wie funktioniert eigentlich der Kapitalismus und wo führt er hin? (revisited)
„In den USA leben immer mehr Menschen in Armut. Wie die Statistikbehörde des Landes mitteilte, galten im vergangenen Jahr 46,2 Millionen Menschen als arm – rund 15 Prozent der US-Bürger. Dies ist der höchste Wert seit 1993. Die Armutsgrenze liegt nach offizieller Festlegung bei einem Jahreseinkommen von umgerechnet knapp 16.000 Euro für eine vierköpfige Familie und bei rund 8.100 Euro für eine einzelne Person.“ (Quelle: Deutschlandradio)
Popraci, revisited
Gestern fand hier auf dem Richardplatz das „Popraci“ statt, laut „oral history“ (wer’s glaubt…). das „178. Rixdorfer Strohballenrollen“.
Anders formuliert: Ich bekenne, dass ich keine Lust auf die „Freiheit statt Angst„-Demo hatte. Nina Hagen und Renate Kühnast – eine Kampffront? Das fehlte noch…
Die Grünen haben uns die TKÜV beschert, die sie noch nicht einmal bereuen, und marschieren da jetzt mit? Verlogenes Pack!
Klar machen zum Ändern! [Update]
Heise: „Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September könnten die Neulinge im Politikbetrieb Furore machen und bundesweit zum ersten Mal in ein Parlament einziehen. In der aktuellen Umfrage von Infratest dimap für die ARD erreichen die Piraten 6,5 Prozent der Stimmen…“
Guckst du auch hier: „Alleinstellungsmerkmal: Trennung von Staat und Religion“.
Update: „Durch den Einzug der Piraten würde es für eine Fortsetzung des rot-roten Senats allerdings nicht reichen. Auch ein schwarz-grünes Bündnis wäre nicht möglich.“ (Welt online)
Renate Künast über den Browser der SPD
Das wahre Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern

Credits: Piratenpartei Mecklenburg-Vorpommern
Soziale Einheitspartei Mecklenburg-Vorpommern

Laut Tagesschau wünscht sich die Mehrheit der Wähler (auch die Frauen) in Mecklenburg-Vorpommern eine große Koalition zwischen SPD und CDU. Da sich aber die Programme der beiden Parteien nicht signifikant unterscheiden, haben der Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und sein Partner Lorenz Caffier (CDU) beschlossen, die Parteien zur Sozialen Einheitspartei Deutschlands zusammenschzuschliessen. Die Menschen seien es ohnehin so gewohnt, so Sellering. Der Vereinigungsparteitag habe kurz nach der ersten Hochrechnung in aller Stille stattgefunden, auch sei bei der Gestaltung des neuen Logos auf Altbewährtes zurückgegriffen worden. (Burks.de veröffentlicht exlusiv ein – leider etwas verwackeltes – Foto der Veranstaltung.)

Heuchlerische Bande
Spiegel Online: „Westliche Geheimdienste haben demnach bis vor kurzem eng mit Diktator Gaddafi zusammengearbeitet. Die USA sollen Gefangene in libysche Foltergefängnisse gebracht und die Briten Regimegegner verraten haben.“
Wer wissen will, wo deutsche Medien diese Nachricht her haben – vom Wall Street Journal und von The Independent.
Die Deutschen waren ja auch dabei und haben Gaddhafi Zensursoftware für’s Internet verkauft.
Das Volk ist aber mittlerweile so verblödet, dass die erbärmliche Heuchelei, den Krieg gegen Lybien, betreffend, niemanden groß interessiert. Man muss es aussprechen: Die Franzosen sind bei diesem Thema noch blöder als die Deutschen. Vielleicht sollten die Medien hüben und drüben ihren Auftrag ernst nehmen und endlich dieses verlogenen Politikerpack, inklusive den Öberlügner Sarkozy, als das benennen, was es ist – eine heuchlerische imperialistische Bande.
(Und wer denkt, dass ich Sympathien für Gaddafi hätte, der ist ein Trottel. So, und jetzt kann ich in Ruhe und erleichtert weiter frühstücken.)
Gagaismus
Lesenswert ist ein Posting von Feynsinn über ökonomische Kindergartenweisheiten (besser: Klippschulenweisheiten) unserer gefühlten journalistischen Edelfedern, denen man die drei Bände des „Kapital“ von Marx nicht in den Mund stopfen, sondern um die Ohren schlagen sollen. Lesen hilf manchmal weiter.
So funktioniert auch die neoliberale Herrschaftskunst, nennen wir sie “Gagaismus”. Sie ist vor allem in der journalistischen und politischen Literatur und Aktionskunst zuhause und schließt unbewusst an den Dada an. Der war ganz absichtsvoll ein Babygebrabbel, die Entkleidung der Kunst von Sinn und Zweck. Der Gagaismus ist versehentlich ein Rückfall ins Vorschulalter, naives Blabla in der Absicht, ein Weltbild von Deppen für Narren zu kreieren.
Wohl wahr. Lesebefehl!























