Communication Strategies: We are trying to earn to speak

Andrew McGregor, Regional Director, Text 100 EMEA (eine der größten Werbeagenturen der Welt) : In the next five years people will ask you for a list of memberships you have with online social networks.

Nicht ganz neu, aber immer noch hübsch aktuell: Die Zukunft der Medien im Internet. Für deutsche Medien ist das alles noch Science Fiction. (By the way; wonderful English…)

Die Robin Hoods des Internets

Schöne Story bei stern.de (1), stern.de (2), Heise und netzpolitik.org: „Wikileaks hat die Veröffentlichung von über 10.000 Seiten Toll Collect – Vertrag für morgen angekündigt.“ –

Stern.de: „Bei Vertragsschluss für das Lkw-Mautsystem hat die frühere rot-grüne Regierung dem Toll-Collect-Konsortium eine satte Milliardenrendite zugesagt. Das belegen bisher geheime Dokumente, die dem stern vorliegen.“

„Heise: Ein ausführlicher Hintergrundbericht über die vorliegenden Maut-Vertragsdokumenten erscheint auf heise online, sobald alle Dokumente von Wikileaks veröffentlicht sind.“

Die deutschen Medien sollten sich schämen, dass Wikileaks etwas herausgefunden hat und publizieren wird, was ihre Aufgabe gewesen wäre zu recherchieren.

Abu Safiyya: Videobotschaft ins Netz gestellt

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Der Bonner „Gotteskrieger“ Javad S. also known as Abu Safiyya ist getötet worden, offenbar im Kampf mit der pakistanischen Armee. Die Agitprop-Abteilung der Terroristen hat ein Video von ihm im Internet veröffentlicht.

Beim Lesen des betreffenden linkfreien Artikels bei Spiegel Offline muss ich schallend lachen. „Das knapp über zehn Minuten lange Video wurde zunächst auf einer populären Videoplattform im Internet eingestellt. Es liegt SPIEGEL ONLINE vor.“ Welche populäre Plattform könnte denn nur gemeint sein? Ob das jemand errät? Muss man Heranwachsenden jetzt die Augen zuhalten? Haben die bei Spiegel Offline noch ein Gefühl dafür, wie lächerlich sie sich im 21. Jahrhundert mit dieser paternalistischen Attitude machen?

Die Botschaft des Kollegen Yassin Musharbash ist noch viel subtiler: „Ich sage Euch nicht, was gemeint ist, denn Ihr könntet auf die Idee kommen, bei Youtube nach ‚Abu Safiyya‘ zu suchen. Das würde Euch – im Gegensatz zu mir – sittlich gefährden.“ Spiegel Offline hätte den Hinweis auch ganz weglassen können. Wer nicht weiß, was gemeint ist und das Usenet nicht vom World Wide Web und das nicht von einer Kaffeemaschine unterscheiden kann, sagt: „in’s Netz“ gestellt, halt irgendwohin. Wo, ist geheim. Wir Offline-Journalisten verraten Euch das nicht. Wo kämen wir denn da hin.

Ich halte diese Islamic Jihad Union übrigens für eine äußerst dubiose Truppe, die vermutlich zu Recht als nützlicher Idiot diverser Geheimdienste dient, die darauf ihre Terrorismus-Gefahr-Suppe kochen können. Vermutlich verhält sich die IJU zu den Geheimdiensten wie die NPD zum Verfassungsschutz – manchmal ist der Unterschied nur noch marginal und kaum zu erkennen.

Wer mehr über die Sympathisanten der „islamischen“ Terroristen wissen will, sollte dich das Ansar-Forum ansehen. (Die wollen mich einfach nicht registrieren, warum denn nur?) By the way; „Mohammed is my messenger“ wäre doch eine lustige Parole, einen neuen Push-Client in der arabischen Welt zu bewerben.

Ich habe mir die drei Videos bei Youtube angesehen und versucht zu analysieren. Die beiden mit deutscher Vertonung wurden mittlerweile schon wieder entfernt) [Video 1, 18 MB, mp4, Video 2, 12 MB, mp4] Die Videos sind noch auf zahlreichen Websites zum Download vorhanden.

Das Gezeigte ist primitive Propaganda. Niemand, der weltanschaulich noch alle Tassen im Schrank hat, wird sich dadurch zum „Islamismus“ oder was auch immer bekehren lassen. Meistens laufen irgendwelche bärtige Männer durch felsiges Gelände und tragen riesige Rohre (ein Schelm, wer dabei an Theweleit denkt). Wein und schöne Weiber gibt es nicht, der einförmige Gesang könnte als Hintergrund für eine Klosterreportage dienen.

Der Terrorist, so wird es im Video verkündet, „starb am 17. Oktober den Tod der Ehre. Er starb auf dem Schlachtfeld.“ Das klingt so ähnlich wie die Kriegspropaganda vor dem ersten Weltkrieg. Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser können sich selbst davon überzeugen. „Sein starker Drang, den Herrn treffen“: Vielleicht hätte hier ein guter Arzt oder Psychologe einiges bewirken können.

Journalisten haben die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, die Rezipienten so zu informieren, dass diese sich selbst ein realistischen Bild machen können. Das galt für das so genannte Enthauptungs-Video genau so wie für das aktuelle alberne Propaganda-Videos von selbst ernannten „Gotteskriegern“.

Hemmungloser Sex

Antje Mönning

Bild.de klärt auf: Die Schauspielerin Antje Mönning spielt nicht nur Nonnen wie in „Um Himmels Willen, sondern auch in Sex-Filmen mit.

Was müssen wir darüber dringend wissen? Ab 4. März 2010 in ausgesuchten Kinos „geht es richtig zur Sache: Oralsex, Masturbation und Dildo-Spiele! Titel des Werks: ‚Engel mit schmutzigen Flügeln‚. ‚Meine Orgasmen im Film waren echt. Manche Szenen wurden mehrfach gedreht, und jedes Mal waren meine Orgasmen echt‘.“

Gut zu wissen. Jetzt fühle ich mich schon viel aufgeklärter. Das Wichtigste fehlt aber noch: „Hemmungslos lässt sich die beliebte Schauspielerin beim Sex mit mehreren Männern filmen, masturbiert mit einem Dildo auf der Bühne eines Sexclubs!“

Liebe bild.de: Das ist ja schön und gut – aber warum lasst ihr mich auf Eurem Bildchen noch nicht einmal die Nippel der Dame sehen? Ist das jugendgefährdend oder beeinträchtigt der Anblick weiblicher Brustwarzen die „Entwicklung“, wohin auch immer?

„Klostertauglicher Jugendschutz“ in Deutschland – das bekommt jetzt einen ganz neuen Beigeschmack.

Mimetischer Isomorphismus

Jetzt weiß ich, warum deutsche Medien sich so vor dem Internet und den Links fürchten: Es liegt am mimetischen Isomorphismus.

Ein lesenswerter Artikel im Handelsblatt on…offline: Jedoch fehlen zum Beispiel die Links zu Albrecht Enders, Harald Hungenberg, Andreas König sowie Corporate Inertia.

„Wenn die äußere Umgebung einem fundamentalen Wandel unterliegt, der die Zukunft der gesamten Branche infrage stellt, kann der Hang zum Nachahmen zum kollektiven Niedergang führen.“ Eben. Der Hang zu Artikeln ohne Links oder zum selbstreferenziellen System wie bei Spiegel Offline wird zum kollektiven Niedergang der Holzmedien führen.

Bürgerprofessor faselt über Deprofessionalisierung des Journalismus

christoph fasel

Der Volkssturm der Holzmedien hat wieder zugeschlagen. Die österreichische Die Presse.com berichtet über „Journalismus: Hoffnung in der ‚Todesspirale'“. Wir ahnen es: „Experten“ kommen zu Wort, u.a. Christoph Fasel von der Hochschule Calw (nein, ich mache keine Witze über den Namen. Ja, ich musste mir alle Links selbst zusammensuchen.)

„Heute würden Journalisten nicht mehr für die Datenbeschaffung bezahlt – das kann man weitgehend im Internet erledigen –, sondern für Selektion und Präsentation dieser Daten. Kritisch äußerte sich Fasel über Blogs, Twitter und Leser-Reporter (‚citizen journalism‘): Diese neuen Kanäle würden zur ‚Deprofessionalisierung der Kommunikation‘ führen. Zum Vergleich nannte Fasel zwei drastische Beispiele: Man würde sich ja auch nicht von einem ‚Bürgerpiloten‘ nach Mallorca fliegen oder von einem ‚Bürgerchirurgen‘ operieren lassen wollen.“

Auf den ersten Blick besticht das populistische Argument. Auf den zweiten Blick entlarvt es die hiloflose Attitude derjenigen, die nichts anderes kennen als den Journalismus des vor-digitalen Zeitalters. Niemand bestreitet, dass jemand, der Schreiben und Recherchieren von Profis gelernt hat, besser schreibt und recherchiert als Laien. Die Wut im Bauch und Pseudo-Authentizität können Professionalität nicht ersetzen.

Die Realität sind jedoch anders aus: Wo lernen Journalisten Formulieren und die Standards der Recherche im Internet-Zeitalter? Ich weiß es: meistens nirgendwo. Die Praktikanten werden zum Internet-Recherchieren abgestellt. Die Ergebnisse spiegeln das gesunde Volksempfinden wider. Die Regeln sind: learning by doing, was die Boolesche Algebra bei Google angeht. Whois-Datenbanken, nslookup und ähnliche Tools? Nie gehört. Rechercheplan? Keine Zeit. Wer mir eine deutsche Zeitungsredaktion zeigt, die anonyme und verschlüsselte E-Mails empfangen kann, hat gewonnen. Man muss schon froh sein, wenn ein deutscher Journalist eine E-Mail ohne Werbung verfassen kann.

Das Gefasel über „Professionalität“ ist reine Heuchelei und AgitProp. Ein Pilot oder Professor hat sein Handwerk gelernt (aber bei mir hatte bei einer Operation 1995 ein Professor eine Schraube in meiner Hüfte vergessen), ein Journalist muss mir das erst beweisen.

Linkverbrechen

Lesenswerter Text der Kollegin Christiane Schulzki-Haddouti auf futurezone.orf.at: „Vom Leistungsschutz zum Link-Verbrechen“. Es gebe fünf Optionen des geplanten Leistungssschutzrechts – eine davon sei es, das Zitierrecht einzuschränken:

„Das Urheberrecht wird so umformuliert, dass Links auf Verlagserzeugnisse nicht mehr ohne Einwilligung der Verleger gesetzt werden dürfen. Auch darf aus Texten nicht mehr ohne Einwilligung zitiert werden. Damit müsste Google für Google News von jeder einzelner News-Quelle eine Einverständniserklärung einholen. Allerdings dürften dann auch Zeitungen andere Zeitungen nicht mehr zitieren, ohne von ihnen eine Einwilligung eingeholt zu haben. Für Blogger gälte vermutlich die Änderung des Zitatrechts ebenfalls. Das könnte dazu führen, dass deutschsprachige Medien vermehrt fremdsprachige Quellen zitieren und sich gegenseitig ignorieren. (…) Diese Option scheint daher auch nicht durchsetzungsfähig zu sein.“

Da wäre ich mir nicht so sicher. Deutsche Medien fürchten doch den Link wie ein Vampir das Kruzifix. Wie man am Beispiel von Spiegel Offline sieht, würden sie am liebsten ein selbstreferenzielles System erschaffen, das ausschließlich auf sich selbst verweist. Man behilft sich mit juristisch irrelevantem Regenzauber: „Spiegel Online ist nicht verantwortlich
für die Inhalte externer Internetseiten.“ Wer hätte das gedacht.

Welches deutsche Medium zitiert ausländische Quellen? Sie schreiben lieber ab und verschweigen die Quelle. Und es gäbe keinen Widerstand, falls Gerichte Links verböten. Ganz im Gegenteil: Dann wäre man doch endlich die Blogs los, die ja laut Mathias Schwarz „rippen“: „Das Leistungsschutzrecht solle gerade auch die ‚kurzen, mit hohem professionellen Aufwand erstellten Textausschnitte‘ der Verlage vor der unvergüteten Zweitauswertung durch andere schützen.“ Mit hohem Aufwand ja, aber professionell? Wen meint er denn?

„Zum anderen wäre eine Einschränkung des Zitat- und Link-Gebrauchs kaum realisierbar, ohne die Link- und Wissensökonomie im Internet zu beschädigen“, schreibt Schulzki-Haddouti. Link-Ökonomie bei deutschen Medien? Ich sehe keine. Ich sehe auch keinen nennenswerten Widerstand im Bundestag, falls ein Gesetz eingebracht würde, das die Wissensökonomie im Internet beschädigte. Wer „Killerspiele“ verbieten, Stoppschilder aufstellen und Daten auf Vorrat speichern will, der wird auch Links verbieten.

Welt Online manipuliert Jeff Jarvis

Carta: „Im Nachgang zu seiner Keynote auf den Medientagen in München schrieb Jeff Jarvis einen Gastbeitrag für Welt Online. Bei der Übersetzung kam es entscheidenden Kürzungen: Kritik an Verlegern und ‚Hamburger Erklärung‚ fehlen. (…)

So verläuft sich das an sich mutige Ansinnen, einen kritischen Text von Jeff Jarvis zu veröffentlichen, der mit seinen Haupthesen nicht auf Verlagslinie liegt, im Ungefähren: Mit Ihnen als Autor schmücken wir uns gerne, Mister Jarvis, aber nass machen lassen wir uns nicht.“

Ulrike Langer hat- laut Carta – zuerst darüber geschrieben: „Was Jeff Jarvis schreibt – und was ‚Die Welt‘ daraus macht“. [Dort auch ein Kommentar Frank Schmiechens (stellvertretender Chefredakteur und verantwortlich für Welt Kompakt) sowie von Jarvis himself.]

Jarvis: „Schade. In these pronouncements, I hear echoes of American media’s funeral hymns.“ Quod erat demonstrandum.

Wie ich einmal vergeblich versuchte, einen Artikel bei Focus Offline zu kommentieren

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Und warum sehe ich die Bilder auf der Startseite von Focus offline alle doppelt? Sind die jetzt nicht mehr in der Lage, Grafiken korekt in HTML einzubinden? Wundern würde mich das nicht – Links kriegen sie ja auch nicht hin…

Link-Economy der Netzkommunisten

„Content ohne Links ist wertlos“, war das Fazit, mit dem Jeff Jarvis den Holzmedien einen Tritt in den Hintern verpasste. „Holzmedien“ – das sind fast ausnahmslos alle deutschen Medien, die nichts anderes tun, als gedrucktes Papier ohne Links „ins Netz“ stellen oder selbstreferenziell nur auf sich selbst verlinken. Sie begreifen es einfach nicht.

In meinem Telepolis-Artikel „Project Xanadu, reloaded“ habe ich beschrieben, wie es sein könnte, wie viele Blogger es praktizieren und wie ich es an Journalistenschulen und anderen Bildungseinrichtungen lehre:

„Der nicht-lineare Hypertext verknüpft verschiedene Informationen mit Hyperlinks, so dass ein logisches Netz entsteht, das tendenziell unendlich wird. Für journalistische Texte ist das eine nie dagewesene Chance: Hypertext kann die Menge notweniger Informationen verkürzen, indem lexikalisches Wissen auf eine Metaebene – „hinter“ den eigentlichen Text – verschoben wird. Gleichzeitig vervielfacht sich die optionale Informationsmenge des Textes, da die Rezipienten auch die Metaebene und deren weitere Verknüpfungen zu Kenntnis nehmen können. Rolf Schulmeister behauptet in seinem Standardwerk „Grundlagen hypermedialer Lernsysteme“, das menschliche Gehirn funktioniere ähnlich vernetzt wie ein Hypertext. In seinem Text „Verstrickt in Petri-Netzen – Hypertext und Hypermedia“ nennt er das die „kognitive Plausibilitätshypothese“: ‚Es geht um die Frage, ob das Leseverhalten mit der Struktur des Textes korrespondiert und ob sich diese Korrespondenz kognitiv auswirkt‘. Die assoziative Struktur eines Hypertextes entspräche eher der Funktionsweise des menschlichen Denkens als lineare Texte.“

Alles klar soweit – Puls und Atmung noch normal? Was ist das Fazit? Links, Links, Links, ein Königreich für Links! Wer setzt Links? Keines der Mainstream-Mselbstreferenzielles Systemedien. (Nein, nicht auf sich selbst – auf andere Websites! Medien sind kein selbstreferenzielles System.) Warum geben sich Spiegel Offline, Focus Offline und wer auch immer so ignorant, begriffsstutzig, arrogant oder schlicht faul oder dumm oder beides? Liegt es an der mangelnden Medienkompetenz der Autoren?

Ich habe in den letzten zehn (!) Jahren allerlei Pseudo-Entschuldigungen gehört. „Unser CMS kann das nicht.“ – „Dann wandern die Leser ab.“ – „Die Leser brauchen keine Links.“ – „Unsere Rechtsabteilung erlaubt das nicht.“ Die Standard-Entschuldigung war jedoch – gar keine. Das Schweigen der doofen Lämmer sozusagen. Keine diese Ausreden war auch nur annähernd rational oder im Ansatz überzeugend. By the way: Links kosten nichts.

Was hindert Jochen Wegner, immerhin Chef von Focus Online, daran, seine Untergebenen anzuweisen, Links zu setzen, etwa wie bei Telepolis, um den Lesern einen Mehrwert zu bieten, ihnen die Quellen offenzulegen? Er müsste wissen, was ein Link ist. Vielleicht bestimmt das Chefredakteurs-Sein das Bewusstsein: Man gibt es Kopf, der den Online-Journalismus denken kann, automatisch an der Garderobe ab.

Von der taz oder auch der Jungle World, die sich wegen der nicht allzugroßen Auflage von den Mainstream-Medien absetzen müssten, ganz zu schweigen. Warum setzt die Jungle World keine Links? Vermutlich aus einem ähnlichen Grund, warum die MitarbeiterInnen des Zentralorgans des unorthodoxen Linksextremismus seine E-Mails nicht (!) verschlüsselt – Dummheit, Ignoranz, Arroganz. Niemand interessiert sich dafür. Zugunsten der Jungle World muss gesagt werden, dass bis jetzt niemand behauptet hat, auf der Website des Wochenzeitung könne man „Online-Journalismus“ finden.

Nehmen wir zugunsten der Kollegen an, es sei die Schuld der Chefredakteure oder der Verleger, die „Verweise“ ins berüchtigte Internet verböten. Nehmen wir den Springer-Chef Mathias Döpfner. Das Autoren-Blog Carta schreibt unter dem Titel „Mathias und seine Meisterin Arianna“: „Auf einem Medienkongress in Monaco erzielte Arianna Huffington im Schlagabtausch mit Mathias Döpfner einen klaren Punktsieg. ‚Ubiqität ist die neue Exklusivität‘, philosophierte sie über die neue die Link-Ökonomie, während sich Döpfner über “Webkommunisten” beschwerte.

Döpfner im Originalton: „Die Theorie des freien Zugangs zu Informationen ist die absurdeste, die ich je gehört habe“. Man könnte Döpfer sogar mit dem Artikel 10 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen kontern: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Es steht dort nichts darüber, dass Informationen Geld kosten dürfen oder gar müssen!

Die zentrale Stelle des Streitgesprächs ist laut Zeit Online: „‚Obwohl Sie unglaublich überzeugend klingen, wird es sich zeigen, dass Sie unglaublich falsch liegen‘, antwortete Huffington – deren Geschäftsmodell vor allem darauf basiert, solche freien Inhalte mit Meinung und Links anzureichern und ebenso kostenlos weiterzugeben. ‚Sie können nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen. Und den Fluss, in den Sie steigen möchten, den gibt es nicht mehr.‘ Nutzer würden sich heute ihre Informationen anders suchen. Und dann erklärte sie ihm, wie das Modell funktionieren kann: ‚Ubiquität ist die neue Exklusivität.‘ Wer im Netz Geld mit Inhalten verdienen wolle, müsse sie so weit wie möglich über das Netz verteilen. Die Zukunft liege in der ‚Link-Economy‘, Promiskuität zahle sich aus. Jetzt zu versuchen, Konsumenten umzuerziehen, die gerade die neuen Möglichkeiten entdeckten, sei anmaßend.“

Es erstaunt sehr, dass Zeit Online sachlich berichtet, aber keinerlei Konsequenzen zieht: Wo sind zum Beispiel die Links zum Monaco Media Forum oder zur Huffington Post im Artikel? Das Blog Carta setzt sie, Zeit „Online“ nicht, obwohl die Texte fast identisch sind. Sind die Redakteure von Zeit Offline zu blöd, die Links zu finden oder denken sie, die Leser interessierte das nicht? Ich tippe auf eine Kombination von beidem. Oder, wie der Volksmund über deutschen „Online“-Journalismus richtig formuliert: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.

Auch der Medien-Mogul Rupert Murdoch wird scheitern. „Die Pläne des Medienmoguls Rupert Murdoch, seine Online-Nachrichtenseiten vor Google zu verstecken, werden konkreter“, schreibt Süddeutsche und setzt sogar Links! Geht doch, stellt man erfreut fest. „‚Murdoch versteht, dass eine Revolte gegen die Gratiskultur mehr benötigt, als das Errichten eines Abo-Logins zwischen einem Google-Link und einer Geschichte‘, schreibt Journalistik-Professor Douglas Rushkoff.“

Murdoch ist der Volkssturm der Holzmedien. Er sitzt damit mit Spiegel Offline in einem Boot: Die „Online“-Ausgabe des Nachrichten(!)magazins verlinkt ausschließlich auf sich selbst und suggeriert damit den Rezipienten: Nur wir sind seriös, und andere Informationen als die Unsrigen braucht ihr nicht. Der Inbegriff der Interaktivität ist dann ein Video, dass man von YouTube einbindet. Wo kämen wir denn sonst hin.

Das nenne ich medialen Autismus. Diese Attitude nimmt die Leser nicht ernst, sie ist hilflos und lächerlich. Zum Glück leben wir nicht mehr im Mittelalter, als die alleineligmachende (eben!) Kirche entschied, welche Informationen die Untertanen bekommen durften. Spiegel Wissen allein macht selig, Wikipedia nicht. Daran glauben die wirklich, auch wütend gegen Blogger pöbeln wie Bernd Ziesemer, der Chefredakteur vom Handelsblatt, der von einer besonderen „Kategorie von Dummschwätzern“ redet, die sich „leider unter den so genannten Medien-Bloggern“ tummelten (ja, ich fühle mich angesprochen, du Klugscheißer!).

Freie Informationen für freie Bürger – das ist die Devise des 21. Jahrhunderts. Und die passende Partei für Netzkommunisten gibt es auch schon.“ (Das war jetzt der Werbeblock!)

Clickjacking

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Gestern stieß ich auf das Bild einer attraktiven Frau auf pressetext.de und bekam die obige Fehlermeldung.

Man lernt doch nie aus – es handelte sich um Clickjacking: „Dabei lassen Angreifer die ahnungslosen Anwender – scheinbar – auf die überlagerten Objekte klicken. Tatsächlich jedoch wird der ursprüngliche Inhalt (Button/Link) der Internetseite ausgelöst. So geschieht es, dass der User – anstatt lediglich auf die ihm vorgegaukelten Links an einer Stelle zu klicken – eine vom Hacker definierte, beliebige Aktion auslöst.“

Von pressetext.de bzw. pte.at hätte ich so etwas nicht erwartet. Zum Glück benutze ich NoScript.

Jede blamiert sich so gut wie sie kann

Die taz ist mittlerweile Comedy-reif, wenn es um das Internet geht: „Twitter wird sich relativ schnell erledigt haben“, behauptet die taz-Chefredakteurin Ines Pohl in einem Interview mit dem MediumMagazin.

Annette Milz (kein Wikipedia-Eintrag, offenbar irrelevant), die Chefredakteurin des MediumMagazins, kommentiert erbost im taz-Blog: „Hallo, dass die ‚taz‘ ein Interesse daran hat, das mediummagazin-Interview zu dokumentieren, verstehe ich. Dass Ihr allerdings das komplette Interview ohne Rücksprache und Genehmigung publiziert finde ich alles andere als lustig.“

Wie reagiert die taz? Sebastian Heiser antwortet: „Danke für den Hinweis. Ich betreue dieses Blog und hatte das Interview abgetippt und online gestellt, ohne dies mit dem Medium Magazin oder mit Ines Pohl abgesprochen zu haben. Dies hatte ich bisher regelmäßig mit ihren Interviews so gemacht, weil es mir nach meiner Beobachtung üblich schien, dass Interviews von der interviewten Person auf ihrer Webseite online gestellt werden.“

Ach ja? Die taz klaut Interviews in anderen Medien und stellt sie bei sich auf die Website? Sehr hübsch. Was sagt denn Johnny Eisenberg dazu? „Nach meiner Beobachtung“ als „Recherche-„Methode auszugeben – kein sehr überzeugendes Argument vor Gericht.

Es geht weiter: „Kann man das nicht mal als Anschauungsbeispiel für angemessenes Verhalten an die Kollegin Eva Schweitzer schicken?“ kommentiert jemand, muss aber sogleich feststellen: „Leider ist der Link zum Medium Magazin falsch gesetzt, man landet auf einer taz-Seite.“

Das scheint mittlerweile korrigiert worden zu sein. Wieviel Arbeitszeit ist jetzt draufgegangen, bis es der taz gelang, einen Link ins Internet zu setzen? Avanti dilettanti! „Es gibt bei der ‚taz‘ durch die gewachsenen Strukturen ganz viele Entscheidungsebenen, die sehr zeitaufwendig sind ,“ sagt die neue Chefredakteurin im Interview (das MediumMagazin benutzt die alte Rechtschreibung, vielleicht liegt das an den aufwändigen Entscheidungsebenen dort.).

Und nun zu Twitter. „Ich habe einen Account, aber ich twittere nicht,“ gibt Pohl zu. Ja, rund 13 Millionen Menschen auf der Welt geben zu: „Ich habe einen Account bei Second Life, aber ich nutze ihn nicht.“ So what?

Aus „journalischer Sicht“ sei Twitter „schlichtweg albern.“ Das ist albern – und naiv. Twitter funktioniert wie SMS per Internet. Aus journalistischer Sicht sind SMs natürlich „schlichtweg albern“ – oder eben auch nicht. Mit Twitter ist es wie mit Beton (um eine eingängige Werbephrasen zu wiederholen): Es kommt darauf an, was man draus macht.

Die taz will offenbar um’s Verrecken ein Holzmedium bleiben und ihre Leserschaft weiterhin bei den Internet-Ausdruckern suchen. Nicht mein Problem, aber ich werde dann sicher noch im nächsten Jahrzehnt einen Nachruf schreiben können.

Upate: The Guardian: „Twitter is not an alternative to journalism. The role of the journalist changes from a gatekeeper of information to a gatewatcher. In case of an event or a catastrophe it might be his role to curate the live stream of Twitter and social media platforms. So he is still fact-checking.
„Newspapers are not good for news anymore,“ said Hartley – and Mecklenburg agreed. „It is more about the editorial voice.“
Hartley added: „You should be sceptical about Twitter, but you should be sceptical about your newspaper as well.“

Merkbefreit

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Die taz und das Internet – das waren schon immer zwei Dinge, die nicht zusammengehörten. Welches CMS benutzen die eigentlich? Da die taz ein deutsches Medium ist, darf sie keine Links setzen; ihr Content ist also wertlos. Und wenn sie das doch macht in den Blogs, die offenbar für das berüchtigte World Wide Web zuständig sind, dann sieht das bescheiden aus.

Schabowski-Pressekonferenz vom 9. November 1989 [Update]

Schabowski

Deutsches Rundfunkarchiv: „Nicht nur das wohl folgenreichste Stammeln in der Fernsehgeschichte – Schabowskis ‚Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich‘ – macht diese Direktübertragung zu einem audiovisuellen Dokument von hohem historischen Rang, das in das UNESCO-Programm ‚Memory of the World‘ zum Weltdokumenten-Erbe aufgenommen werden sollte.“

Update: Das Video ist nicht mehr auf der Website des Rundfunkarchivs verfügbar, dafür aber auf Youtube (der wesentliche Teil).

Content ohne Links ist wertlos

Berliner Journalisten: „Auf den Münchner Medientagen hat Professor Jeff Jarvis den alteingesessenen Printvertretern einen gewaltigen Tritt in den Hintern verpasst – übrigens via Skype live von seinem Arbeitszimmer in New York. Seiner Meinung nach sind die Zeiten vorbei, als viele Kopien unserer Werke verkauft werden konnten. ‚Jetzt gibt der Link dem Content seinen Wert‘, so Jarvis. Oder andersherum: Content ohne Links hat keinen Wert.“

Horizont.at: „Für Netzaffine Webgrößen wie Jeff Jarvis ist dieses Vorhaben glatter ‚Selbstmord‘, weil Content hinter Gittern abgeschnitten ist von jeglicher Google-Suche und Verlinkung. ‚Durch die Weiterverbreitung verleiht die Link-Economy dem Content erst einen Wert. Die Inhalte hinter Bezahlwände zu verstecken, ist als würde man sich vom Internet lossagen‘, schreibt er in seinem Guardian-Blog. Eine These, die Journalisten nicht gefallen dürfte: wer verleiht hier dem Content den Wert? Doch wohl der klassische Journalist, der entscheidet, was die Leser wissen sollten, oder? ‚Nein‘, sagt Roy Greenslade, Medienkommentator des Guardian, ‚vorbei die Zeit als eine elitäre Minderheit wie sekulare Priester agieren‘. Das Netz ermöglicht neue Formen des kollaborativen Journalismus, der das Wissen und die Meinung der User miteinbezieht.“

By the way: die Links musste ich alle selbst suchen. Quod erat demonstrandum. Für mich sind die so genannten „Online“-Medien wie zum Beispiel Spiegel offline und Focus Offline immer noch „Holzmedien“, weil sie weder das Intenet begriffen haben noch die Rezipienten ernst nehmen.

Wikimediarelevanz

Wikimedia

Ich habe den Kommentaren zu der gestrigen Wikimedia-Veranstaltung nichts hinzuzufügen. Lest Jürgen Kosche („Burkhard Schröder sprach vom ‚gesunden Nerdempfinden‘, das sich im Endeffekt im Artikelinhalt durchsetzt“), textberater.com, schneeschmelze (Jürgen Fenn), Felix Leitner (per Ferndiagnose, aber am ausführlichsten sowie sein Update), Gulli, Markus Kompa (der sinnvolle Vorschläge macht), den Freitag, Heise Newsticker, Telepolis sowie Aufmerksamkeitsökonomie.

Nicht ohne eure IP-Adressen

Das ist doch eine hübsche Meldung: „Der Berliner Datenschutzbeauftragter [sic] hat dem Bildblogger Stefan Niggemeier bezüglich dessen Seite www.stefan-niggemeier.de untersagt, IP-Adressen von Nutzern ohne deren Einwilligung zu speichern und somit heimlich Nutzungsprofile zu erstellen. Außerdem hat der Datenschutzbeauftragte unter Bußgeldandrohung eine fehlende Unterrichtung über die Erhebung, Verwendung und Verarbeitung von Nutzerdaten auf Niggemeiers Webseite gerügt. Ferner sei es unzulässig, in Foren E-Mail-Adressen als Pflichtfeld abzufragen. Dies geht aus mehreren Schreiben der Behörde, zuletzt vom 26.10.2009 hervor (Az. 521.4501).“ [mehr…]

Übrigens: Mein Provider minuscel screen partner speichert nicht. Jetzt muss ich mal schnell bei Kai Diekmann vorbeischauen, ob der speichert….

Sturm im Wasserglas: Eva gegen Johnny und Philipp [Update]

Lesenswert: Johnny Haeusler (spreeblick.com) antwortet auf die Kollegin Eva Schweitzer, auch bekannt als taz-Bloggerin. Es geht um kostenpflichtige Abmahnungen, zulässige oder unzulässige Groß- oder Kleinzitate (um jene kann man sich juristisch streiten, um diese nicht). Vgl. spreeblick.com: „Journalistin lässt Blog abmahnen, fordert 1.200 Euro Schadensersatz für Textzitate“.

Leider erkennt man nicht auf Anhieb, was geschehen ist. Spreeblick behauptet: „Am 20. Mai 2008 veröffentlichte Philipp im Gemeinschaftsblog nom nom nom einen kurzen Eintrag mit zwei Links zu Frau Schweitzers damaliger ZEIT-Kolumne. Um zu unterstreichen, was ihm an der Kolumne gefiel, zitierte Philipp drei Absätze aus dem Artikel von Frau Schweitzer.“

Ich kenne Eva seit den frühen 80-er Jahren. Sie war keine „Unterstützerin“ der Hausbesetzerszene, wie Häusler behauptet, sondern schon damals Journalistin bei der nicht mehr existierenden Stadtteilzeitung Südwestexpress (nicht zu verwechseln mit dem Südostexpress). Deshalb war sie unbequem und unbeliebt, weil sie nicht verlautbarte, sondern auch etwas schrieb, was uns nicht gefiel. Ja, ich verkehrte damals in einem besetzten Haus in der Willibald-Alexis-Straße, weil meine Freundin dort wohnte. Eva hat auch mich interviewt. Später schrieb sie für den berliner Tagesspiegel und – ich erinnere mich dunkel – bekam irgendeinen wichtigen Preis. Mehr als ein Vierteljahrhundert später heuerte ich Eva an, als ich Chefredakteur von Berliner Journalisten war. Sie wurde unsere „Nordamerika-Korrespondentin“.

Eva schreibt: „Die ganze Geschichte fing an, als ich vor einiger Zeit meinen Namen durch eine Suchmaschine laufen ließ, die Zeitungsartikel der letzten paar Wochen findet. Dabei stellte ich fest, dass eine Tageszeitung einen Artikel von mir, für den sie ungefähr 80 Euro bezahlt hat, an sage und schreibe 15 andere Zeitungen verkauft hat, ohne mir Bescheid zu sagen. Ich beschwerte mich, mir wurde bedeutet, ich könne eine Nachzahlung verlangen, dann würde man mich aber hinauswerfen. Wenn man mich hinauswirft, möchte ich gerne, dass sich das richtig lohnt.“

In solchen Fällen beauftragt man einen Anwalt. Ich mache das auch so. Wenn ich jedoch merke, dass jemand, der meine Artikel einfach klaut, offenbar keine Ahnung hat, dass das Folgen haben könnte, dann schreibe ich vorher eine Gratis-E-Mail und warne. Das funktioniert meistens. Falls jemand nur einen Link auf meine Artikel setzt und einen Teaser, ist das korrekt. Man kann mich auch fragen.

Ich weiß nach der Lektüre des Pro und Kontra immer noch nicht, ob dieser Philipp, den Johnny verteidigt, nun Evas ganzen Artikel geklaut hat (dann hätte er Unrecht) und was „kannibalisiert“ heißt (Zitat Schweizer) oder ob er nur großfächig zitiert hat (darf er in der Regel) oder ob er ihren Gehirnschmalz als den Seinen ausgegeben hat (wäre fies). Und wenn die Kontrahenten bloggerisches Schwarmverhalten auslösen wollen, dann sollten sie uns das mitteilen.

Was lese ich da aber auf Spreeblick? „Diese eine Woche hatte Philipp mit der Recherche juristischer und auch moralischer Unterstützung und mit dem Versuch verbracht, Sie zu kontaktieren. Da er auf ihrem taz-Blog keine Mailadresse von Ihnen gefunden hat, nutzte er ihre im Netz gefundene Telefonnummer, unter der sie nicht erreichbar waren. Der Kollege Markus Beckedahl von netzpolitik.org nutzte derweil leider ergebnislos seine Kontakte zu ZEIT, bei der Ihr Artikel erschienen war.“ Wirklich wahr? „Im Netz“ gibt es auch eine Website der Journalistin mit allen Angaben, die man braucht, um sie zu kontaktieren – bei mir der 16. Treffer bei Google. [By the way: Alle Beteiligen können offenbar nur elektronische Postkarten schreiben. SCNR]

Der Sturm im Wasserglas hat sich gelegt. Schweitzer schreibt (wie bei der taz linkfrei – weil deutsches Offline-Medium): „Obwohl ich bloß eine Frau bin, habe ich nicht automatisch Respekt vor Männern, bloß weil sie Java Script von Latte Americano unterscheiden können. (…) Ich lasse die Forderung fallen. Da er aber offenbar auf dem in-der IT-Welt-wird-nicht-bezahlt-Planeten lebt, sollte er etwas für mich tun, kostenfrei. Ein Hinweis: Was mir wirklich fehlt, ist ein Apple-Reparaturservice in Berlin.“

Uptate: Jetzt wird es bei der taz unterirdisch. Aber was will man bei einer Zeitung verlangen, die zum Thema „Online-Durchsuchung“ Verschwörungstheorien verbreitet?

Independence Bloggen aus dem Bett [Update]

Glotze

Das ist mein erstes Blog aus dem Bett. Nein, ich bin noch angezogen. Independence Day in der Glotze (nur weil ich den Film noch nie gesehen habe und ich zappe zwischendurch herum.). „Sie sind wie Wanderheuschrecken“, die Aliens. Das kleinste gemeinsam mögliche Niveau des patriotischen Films. Klar, dass das nur ein Deutscher bewältigen konnte.

Auslandsjournal ist besser, aber kürzer und auch zu deutsch: Private Waffen in den USA – irgendwie bleiben deutsche Journalisten bei dem Thema sprachlos.

Internet auf dem Schoß. Nein, das Radio ist nicht an. Auch mein Handy nicht. Das Telefon steht nicht im Schlafzimmer.

Update: Wechsel zu Illner: Journalisten, die lieber Politiker wären. Wird Hajo Schumacher die Piraten erwähnen?

Weimer ist kein Ehrenmann und wird „Focus“-Chef

Weimer wird Nachfolger Markworts bei Focus. Was will Wolfram Weimer laut Wikipedia? (Ich poste das hier nur, weil ich als wütender Wertkonservativer (!) Stabreim witzig (!) finde.)

„Die Warnungen vor dem Klimawandel hat er unter anderem als ‚Öko-Horrorshow‘ bezeichnet, die Ergebnisse des Weltklimarats zieht er in Zweifel. In der Integrationsdebatte kritisiert Weimer ’naiven Multikulturalismus‘ und spricht von einer ‚Multi-Kulti-Lüge‘. [Ich auch, aber aus anderen Gründen.] Wenngleich er sich des Öfteren islamkritisch geäußert hat, bewertet er die sog. Rückkehr der Religion im Allgemeinen positiv und sieht darin die Chance für eine kulturelle Renaissance des Abendlands.“

Ein glühender Vereherer höherer Wesen als Chefredakteur eines Nachrichtenmagazins (gefühlt)? Dazu: „Ausgesprochen atheistische Positionen finden sich zwar bis heute, aber eher vereinzelt, wie ein Zitat von Burkhard Schröder, dem ehemaligen Chefredakteur des Magazins Berliner Journalisten belegt. Im Editorial zu dem Heft ‚Religion und Medien‘ fragt und antwortet er: ‚Dürfen Journalisten höhere Wesen verehren oder gar Mitglied einer Religionsgemeinschaft sein? Nein, natürlich nicht. Respektlosigkeit und Mut zur Aufklärung gelten als journalistische Tugenden. In Deutschland herrscht jedoch finsteres Mittelalter, wenn Religion zum Thema wird‘ (Schröder 2006).“ Das Original „Ohne Gott – eine Frage der Berufsehre“ ist natürlich online.

Ich bin selten! Ja! Und Weimer ist kein Ehrenmann.

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