Humourless Germans
Sorry, ich muss dieses lustige Thema hier erwähnen, weil deutsche Medien keine Links setzen und ich fünf Minuten brauchte, um die jeweiligen Artikel zu finden. Englische Medien bezeichnen die neuen Trikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft als „Nazi-Hemden“, der Ausstatter Adidas sei „einen Stechschritt zu weit gegangen“. Ich habe mich beim Lesen gekringelt vor Lachen. Man kann das Augenzwinkern der Briten spüren, wie sie die Deutschen zu den Reaktionen provozieren, die man nicht anders erwarten kann.
Lob und Preis wie gewohnt bild.de: DIE SETZEN LINKS INS INTERNET! Sogar auf das Original: Deutschland bringt die Schwarzhemden zurück“. Der Artikel ist jedoch zum Totlachen: „Die Zeitung ‚Daily Star‘ sorgte am Donnerstag für die größte Geschmacklosigkeit der WM-Geschichte“. Für Geschmacklosigkeiten war bekanntlich vor allem Bild in Deutschland zuständig. Vermutlich ärgern die sich nur, dass die Briten darin besser sind.
N-TV: „Blitzkrieg auf dem Boulevard“ – der Artikel ist relativ lässig, aber verzichtet auf Links. Die Süddeutsche („Traditionell geschmacklos“) ist linkfrei. Die Hamburger Morgenpost („Engländer hetzen gegen deutsches WM-Trikot“) auch. Geht sterben, Holzmedien, wenn ihr mit dem Internet und mit britischem Humor nichts anzufangen wisst.
Ausstiegsprogramm für gemäßigte Blogger
Carta: „Die Lage im Internet wird immer prekärer. Trotz der Aufstockung der verlegerischen Einsatzkräfte ist der Kampf gegen ‚Webkommunisten‘ (Mathias Döpfner) und ‚Webmaoisten‘ (Jaron Lanier) im fernen Blogistan kaum zu gewinnen. Der Bundesverband der Zeitungsverleger fordert deshalb ein ‚Ausstiegsprogramm für gemäßigte Blogger‘.
Ich bin nicht offline
Nein, ich bin nicht offline, wie Spiegel Online suggeriert. Es geschehen noch Zeichen und Wunder, aber es ist ja auch fast Weihnachten: Spiegel Online setzt Links ins weltweite Internet und nicht nur zu sich selbst. Dass ich das noch erleben darf.
„Früher galt eine durchschnittliche Verweildauer von zehn Stunden am Tag vor dem PC als Kriterium für einen sozial gestörten Sonderling. Heute ist es normal – für Workoholics, für Zocker, für besessene Sozialnetzwerkpfleger.“ Ja, auch das ist wahr. Aber wieso nur zehn Stunden?
Ich habe mir übrigens vorgenommen, bis zum Jahresende die drei Storys fertig zu schreiben, die ich hier schon ewig liegen habe. Und wenn ich einen Lauf habe und keine Schreibblockade, muss ich das ausnutzen..
Übrigens klauen Polen keine Autos. Aber sie wollen das Internet totalitär überwachen. Die spinnen, die Nachbarn.
Rassisten beim Spiegel
Wie ich hier schon schrieb: Der SPIEGEL glaubt daran, dass es beim Homo sapiens Rassen gibt. Neuestes Beispiel Ausgabe 52 v. 19.12.2009, S. 112: „Er (der Islam, B.S.) hat außerdem ein entspanntes Verhältnis zum Handel und zum Geldverdienen sowie ein profundes Desinteresse an Herkunft, Rasse und Klasse.“ Die NPD und andere Rassisten werden sich freuen, so prominente Mitstreiter zu haben.
Blick in die Holzmedien: Brauche ich das?
Gestern musste ich kreuz und quer mit der UBahn durch Berlin fahren und hatte Zeit, mir nach langer Zeit wieder ein Holzmedium zu kaufen – den Berliner Tagesspiegel. Es galt auch die Frage zu beantworten, ob ich das brauche oder ob ich mich hinreichend informiert fühle. Die Antwort ist ganz klar in beiden Fällen: nein.
Der Mailänder Dom gegen Berlusconi – mehr als eine Viertel Seite darüber? Das schau ich mir lieber bei Spam an: „Nieder mit den Dömen?“ Dort wird auch die einzig interessante Frage gestellt: Muss der Dom jetzt abgerissen werden? „Das Gebäude rege zu Gewalttaten an und mache wahnsinnig, so Experten.“ Ja, diese These ist genauso falsch oder wahr wie die der schmallippigen Jugendschutzwarte, Computerspiele regten zu Gewalt an.
„Autonome in Berlin bauen Gasbomben.“ Wo haben sie die Anleitung her? Etwa von burks.de? „Bei dem Brandsatz handelte es sich offenbar um eine Bombe aus Gaskartuschen. Im Autonomen-Szenemagazin Interim veröffentlichten die Täter jetzt eine detaillierte Beschreibung ihrer Brandbombe und rufen dazu auf, sie nachzubauen.“ Audiatur et altera pars? Nein, der Tagesspiegel verzichtet auf eigene Recherche und macht sich zum Sprachrohr der „Sicherheitskreise“ (warum nicht „Sicherheitsvierecke“ oder Ellipsen?), die wie gewohnt ungenannt bleiben – vermutlich irgendein Schlapphut, der weiß, wie man Lobbyarbeit mit Hilfe von Journalisten macht.
Was lesen wir bei Wikipedia? „Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) beteiligte sich 2005 und 2006 mit zwei in der Interim veröffentlichten Schreiben unter dem Pseudonym „Die zwei aus der Muppetshow“ an der Militanzdebatte in der Interim.[9] Mit der geheimen Operation sollten Leser der Zeitschrift auf die Website des BKA geführt werden, um Erkenntnisse über die militante Gruppe zu gewinnen. Dort wurden 417 IP-Adressen der Besucher gespeichert und daraus 120 Nutzerdaten ermittelt, die bis 2009 zu keinen relevanten Ermittlungsergebnissen führten.“
Ach ja. Das erinnert mich an den Verfassungsschutz-Spitzel Peter Urbach:
„Rechtsanwalt Schily: ‚Haben Sie persönlich im Kreis der Linken Waffen angeboten, Pistolen, Maschinenpistolen, ja sogar Mörser mit Phosphorgranaten?‘
Urbach: ‚Ich darf die Frage nicht beantworten.‘
Schily: ‚Haben Sie eine Bombe bei der Kommune I hinterlegt?‘
Urbach: ‚Ich darf die Frage nicht beantworten.‘
Schily: ‚Kamen die Bomben vom Verfassungsschutz?“‘
Urbach: ‚Darüber darf ich nichts sagen.'“
Ich gehe einfach von der wahrscheinlichsten Version aus, dass alle diejenigen in der Autonomen-Szene, die diese Bömbchen bauen, Agent provocateur des Verfassungsschutzes sind. Die historische Erfahrung und zahlreiche Beispiele sprechen dafür. Kein Holzmedium verschwendet auch nur einen Gedanken daran.
„Karlsruhe verhandelt über Datengesetz“ steht, warum auch immer, auf der Meinungsseite, obwohl der Artikel eine Meldung der Nachrichtenagentur ddp ist. Liefern die jetzt nicht nur die Fakten, sondern die Meinung gleich mit? Es würde mich nicht wundern.
Sehr schön der Artikel: „Kriege, Kriecher, Kontrolleure“, wie britische Medien den Lügner Tony Blair in die Mangel nehmen. „Neue Kontroversen löste ein BBC-Interview Blairs am Sonntag aus. Während Blair beim Klimagipfel in Kopenhagen eine Rede hielt, strahlte die BBC ein Porträt über seinen Glauben an Gott aus.“ (ja, das kann man verlinken, Tagesspiegel! Das würde den Lesern gut tun!)
Was kann schon dabei herauskommen, wenn jemand höhere Wesen verehrt! Das Thema ist übrigens nicht neu, es hat sogar etwas mit der Firma Kleinweich zu tun.. Schon vor vier Jahren titelte BBC übrigens: „Blair ‚prayed to God‘ over Iraq“. Auch die Daily Mail geht nicht zimperlich mit Blair um. (Hinweis für die Holzmedien: Mit solche Links kann man einen Artikel, der wahrhaftiger „Online“-Journalismus genannt werden dürfte, interessant machen. Aber das kapiert ihr nicht.)
Einen Artikel habe ich mit Begeisterung gelesen: „Streitbar für die Freiheit. Heinz Brandt kämpfte gegen Nazis und Stalinisten. In diesem Jahr wäre der Widerstandkämpfer und Mitgründer der Grünen 100 Jahre alt geworden.
„Heinz Brandt blieb auch im Westen ein streitbarer Beobachter. Als die Proteste gegen das geplante Atomendlager Gorleben begannen, beteiligte er sich – inzwischen als älterer Herr mit weißem Haarkranz – an Sitzblockaden und ließ sich von der Polizei wegtragen. Weil er den Filz zwischen Atomlobby und Gewerkschaften kritisierte, überlegte auch die IG Metall, ob man ihn nicht besser ausschließen sollte, aber wegen seiner Popularität traute man sich nicht an ihn heran. (…) Für den Nonkonformisten Brandt blieben die üblichen Ehrungen für große Zeitgenossen aus.“
Nonkonformist und deutsch – das passt im Normalfall nicht zusammen. Heinz Brandt war eine Ausnahme und ist für mich ein Vorbild. Jetzt ehrt ihn eine Schule.“ Ein Link zur Schule? Fehlanzeige.
Sehr interessant auch: „Am Anfang war der Zeigefinger„. Daraus könnte man einen hervorragenden Artikel machen, mit interessanten Links, die auch die kontroversen Standpunkt beleuchten. Vielleicht lasse ich das den nächsten Kursus meiner Journalisten-Schüler machen. Vom Tagesspiegel jedenfalls kann man keinen Online-Journalismus lernen.
jetzt muss ich aber noch etwas Anderes tun. Ich wünsche einen angenehmen Abend.
Communication Strategies: We are trying to earn to speak
Andrew McGregor, Regional Director, Text 100 EMEA (eine der größten Werbeagenturen der Welt) : In the next five years people will ask you for a list of memberships you have with online social networks.
Nicht ganz neu, aber immer noch hübsch aktuell: Die Zukunft der Medien im Internet. Für deutsche Medien ist das alles noch Science Fiction. (By the way; wonderful English…)
Die Robin Hoods des Internets
Schöne Story bei stern.de (1), stern.de (2), Heise und netzpolitik.org: „Wikileaks hat die Veröffentlichung von über 10.000 Seiten Toll Collect – Vertrag für morgen angekündigt.“ –
Stern.de: „Bei Vertragsschluss für das Lkw-Mautsystem hat die frühere rot-grüne Regierung dem Toll-Collect-Konsortium eine satte Milliardenrendite zugesagt. Das belegen bisher geheime Dokumente, die dem stern vorliegen.“
„Heise: Ein ausführlicher Hintergrundbericht über die vorliegenden Maut-Vertragsdokumenten erscheint auf heise online, sobald alle Dokumente von Wikileaks veröffentlicht sind.“
Die deutschen Medien sollten sich schämen, dass Wikileaks etwas herausgefunden hat und publizieren wird, was ihre Aufgabe gewesen wäre zu recherchieren.
Abu Safiyya: Videobotschaft ins Netz gestellt

Der Bonner „Gotteskrieger“ Javad S. also known as Abu Safiyya ist getötet worden, offenbar im Kampf mit der pakistanischen Armee. Die Agitprop-Abteilung der Terroristen hat ein Video von ihm im Internet veröffentlicht.
Beim Lesen des betreffenden linkfreien Artikels bei Spiegel Offline muss ich schallend lachen. „Das knapp über zehn Minuten lange Video wurde zunächst auf einer populären Videoplattform im Internet eingestellt. Es liegt SPIEGEL ONLINE vor.“ Welche populäre Plattform könnte denn nur gemeint sein? Ob das jemand errät? Muss man Heranwachsenden jetzt die Augen zuhalten? Haben die bei Spiegel Offline noch ein Gefühl dafür, wie lächerlich sie sich im 21. Jahrhundert mit dieser paternalistischen Attitude machen?
Die Botschaft des Kollegen Yassin Musharbash ist noch viel subtiler: „Ich sage Euch nicht, was gemeint ist, denn Ihr könntet auf die Idee kommen, bei Youtube nach ‚Abu Safiyya‘ zu suchen. Das würde Euch – im Gegensatz zu mir – sittlich gefährden.“ Spiegel Offline hätte den Hinweis auch ganz weglassen können. Wer nicht weiß, was gemeint ist und das Usenet nicht vom World Wide Web und das nicht von einer Kaffeemaschine unterscheiden kann, sagt: „in’s Netz“ gestellt, halt irgendwohin. Wo, ist geheim. Wir Offline-Journalisten verraten Euch das nicht. Wo kämen wir denn da hin.
Ich halte diese Islamic Jihad Union übrigens für eine äußerst dubiose Truppe, die vermutlich zu Recht als nützlicher Idiot diverser Geheimdienste dient, die darauf ihre Terrorismus-Gefahr-Suppe kochen können. Vermutlich verhält sich die IJU zu den Geheimdiensten wie die NPD zum Verfassungsschutz – manchmal ist der Unterschied nur noch marginal und kaum zu erkennen.
Wer mehr über die Sympathisanten der „islamischen“ Terroristen wissen will, sollte dich das Ansar-Forum ansehen. (Die wollen mich einfach nicht registrieren, warum denn nur?) By the way; „Mohammed is my messenger“ wäre doch eine lustige Parole, einen neuen Push-Client in der arabischen Welt zu bewerben.
Ich habe mir die drei Videos bei Youtube angesehen und versucht zu analysieren. Die beiden mit deutscher Vertonung wurden mittlerweile schon wieder entfernt) [Video 1, 18 MB, mp4, Video 2, 12 MB, mp4] Die Videos sind noch auf zahlreichen Websites zum Download vorhanden.
Das Gezeigte ist primitive Propaganda. Niemand, der weltanschaulich noch alle Tassen im Schrank hat, wird sich dadurch zum „Islamismus“ oder was auch immer bekehren lassen. Meistens laufen irgendwelche bärtige Männer durch felsiges Gelände und tragen riesige Rohre (ein Schelm, wer dabei an Theweleit denkt). Wein und schöne Weiber gibt es nicht, der einförmige Gesang könnte als Hintergrund für eine Klosterreportage dienen.
Der Terrorist, so wird es im Video verkündet, „starb am 17. Oktober den Tod der Ehre. Er starb auf dem Schlachtfeld.“ Das klingt so ähnlich wie die Kriegspropaganda vor dem ersten Weltkrieg. Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser können sich selbst davon überzeugen. „Sein starker Drang, den Herrn treffen“: Vielleicht hätte hier ein guter Arzt oder Psychologe einiges bewirken können.
Journalisten haben die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, die Rezipienten so zu informieren, dass diese sich selbst ein realistischen Bild machen können. Das galt für das so genannte Enthauptungs-Video genau so wie für das aktuelle alberne Propaganda-Videos von selbst ernannten „Gotteskriegern“.
Hemmungloser Sex
Bild.de klärt auf: Die Schauspielerin Antje Mönning spielt nicht nur Nonnen wie in „Um Himmels Willen, sondern auch in Sex-Filmen mit.
Was müssen wir darüber dringend wissen? Ab 4. März 2010 in ausgesuchten Kinos „geht es richtig zur Sache: Oralsex, Masturbation und Dildo-Spiele! Titel des Werks: ‚Engel mit schmutzigen Flügeln‚. ‚Meine Orgasmen im Film waren echt. Manche Szenen wurden mehrfach gedreht, und jedes Mal waren meine Orgasmen echt‘.“
Gut zu wissen. Jetzt fühle ich mich schon viel aufgeklärter. Das Wichtigste fehlt aber noch: „Hemmungslos lässt sich die beliebte Schauspielerin beim Sex mit mehreren Männern filmen, masturbiert mit einem Dildo auf der Bühne eines Sexclubs!“
Liebe bild.de: Das ist ja schön und gut – aber warum lasst ihr mich auf Eurem Bildchen noch nicht einmal die Nippel der Dame sehen? Ist das jugendgefährdend oder beeinträchtigt der Anblick weiblicher Brustwarzen die „Entwicklung“, wohin auch immer?
„Klostertauglicher Jugendschutz“ in Deutschland – das bekommt jetzt einen ganz neuen Beigeschmack.
Mimetischer Isomorphismus
Jetzt weiß ich, warum deutsche Medien sich so vor dem Internet und den Links fürchten: Es liegt am mimetischen Isomorphismus.
Ein lesenswerter Artikel im Handelsblatt on…offline: Jedoch fehlen zum Beispiel die Links zu Albrecht Enders, Harald Hungenberg, Andreas König sowie Corporate Inertia.
„Wenn die äußere Umgebung einem fundamentalen Wandel unterliegt, der die Zukunft der gesamten Branche infrage stellt, kann der Hang zum Nachahmen zum kollektiven Niedergang führen.“ Eben. Der Hang zu Artikeln ohne Links oder zum selbstreferenziellen System wie bei Spiegel Offline wird zum kollektiven Niedergang der Holzmedien führen.
Bürgerprofessor faselt über Deprofessionalisierung des Journalismus
Der Volkssturm der Holzmedien hat wieder zugeschlagen. Die österreichische Die Presse.com berichtet über „Journalismus: Hoffnung in der ‚Todesspirale'“. Wir ahnen es: „Experten“ kommen zu Wort, u.a. Christoph Fasel von der Hochschule Calw (nein, ich mache keine Witze über den Namen. Ja, ich musste mir alle Links selbst zusammensuchen.)
„Heute würden Journalisten nicht mehr für die Datenbeschaffung bezahlt – das kann man weitgehend im Internet erledigen –, sondern für Selektion und Präsentation dieser Daten. Kritisch äußerte sich Fasel über Blogs, Twitter und Leser-Reporter (‚citizen journalism‘): Diese neuen Kanäle würden zur ‚Deprofessionalisierung der Kommunikation‘ führen. Zum Vergleich nannte Fasel zwei drastische Beispiele: Man würde sich ja auch nicht von einem ‚Bürgerpiloten‘ nach Mallorca fliegen oder von einem ‚Bürgerchirurgen‘ operieren lassen wollen.“
Auf den ersten Blick besticht das populistische Argument. Auf den zweiten Blick entlarvt es die hiloflose Attitude derjenigen, die nichts anderes kennen als den Journalismus des vor-digitalen Zeitalters. Niemand bestreitet, dass jemand, der Schreiben und Recherchieren von Profis gelernt hat, besser schreibt und recherchiert als Laien. Die Wut im Bauch und Pseudo-Authentizität können Professionalität nicht ersetzen.
Die Realität sind jedoch anders aus: Wo lernen Journalisten Formulieren und die Standards der Recherche im Internet-Zeitalter? Ich weiß es: meistens nirgendwo. Die Praktikanten werden zum Internet-Recherchieren abgestellt. Die Ergebnisse spiegeln das gesunde Volksempfinden wider. Die Regeln sind: learning by doing, was die Boolesche Algebra bei Google angeht. Whois-Datenbanken, nslookup und ähnliche Tools? Nie gehört. Rechercheplan? Keine Zeit. Wer mir eine deutsche Zeitungsredaktion zeigt, die anonyme und verschlüsselte E-Mails empfangen kann, hat gewonnen. Man muss schon froh sein, wenn ein deutscher Journalist eine E-Mail ohne Werbung verfassen kann.
Das Gefasel über „Professionalität“ ist reine Heuchelei und AgitProp. Ein Pilot oder Professor hat sein Handwerk gelernt (aber bei mir hatte bei einer Operation 1995 ein Professor eine Schraube in meiner Hüfte vergessen), ein Journalist muss mir das erst beweisen.
Linkverbrechen
Lesenswerter Text der Kollegin Christiane Schulzki-Haddouti auf futurezone.orf.at: „Vom Leistungsschutz zum Link-Verbrechen“. Es gebe fünf Optionen des geplanten Leistungssschutzrechts – eine davon sei es, das Zitierrecht einzuschränken:
„Das Urheberrecht wird so umformuliert, dass Links auf Verlagserzeugnisse nicht mehr ohne Einwilligung der Verleger gesetzt werden dürfen. Auch darf aus Texten nicht mehr ohne Einwilligung zitiert werden. Damit müsste Google für Google News von jeder einzelner News-Quelle eine Einverständniserklärung einholen. Allerdings dürften dann auch Zeitungen andere Zeitungen nicht mehr zitieren, ohne von ihnen eine Einwilligung eingeholt zu haben. Für Blogger gälte vermutlich die Änderung des Zitatrechts ebenfalls. Das könnte dazu führen, dass deutschsprachige Medien vermehrt fremdsprachige Quellen zitieren und sich gegenseitig ignorieren. (…) Diese Option scheint daher auch nicht durchsetzungsfähig zu sein.“
Da wäre ich mir nicht so sicher. Deutsche Medien fürchten doch den Link wie ein Vampir das Kruzifix. Wie man am Beispiel von Spiegel Offline sieht, würden sie am liebsten ein selbstreferenzielles System erschaffen, das ausschließlich auf sich selbst verweist. Man behilft sich mit juristisch irrelevantem Regenzauber: „Spiegel Online ist nicht verantwortlich
für die Inhalte externer Internetseiten.“ Wer hätte das gedacht.
Welches deutsche Medium zitiert ausländische Quellen? Sie schreiben lieber ab und verschweigen die Quelle. Und es gäbe keinen Widerstand, falls Gerichte Links verböten. Ganz im Gegenteil: Dann wäre man doch endlich die Blogs los, die ja laut Mathias Schwarz „rippen“: „Das Leistungsschutzrecht solle gerade auch die ‚kurzen, mit hohem professionellen Aufwand erstellten Textausschnitte‘ der Verlage vor der unvergüteten Zweitauswertung durch andere schützen.“ Mit hohem Aufwand ja, aber professionell? Wen meint er denn?
„Zum anderen wäre eine Einschränkung des Zitat- und Link-Gebrauchs kaum realisierbar, ohne die Link- und Wissensökonomie im Internet zu beschädigen“, schreibt Schulzki-Haddouti. Link-Ökonomie bei deutschen Medien? Ich sehe keine. Ich sehe auch keinen nennenswerten Widerstand im Bundestag, falls ein Gesetz eingebracht würde, das die Wissensökonomie im Internet beschädigte. Wer „Killerspiele“ verbieten, Stoppschilder aufstellen und Daten auf Vorrat speichern will, der wird auch Links verbieten.
Welt Online manipuliert Jeff Jarvis
Carta: „Im Nachgang zu seiner Keynote auf den Medientagen in München schrieb Jeff Jarvis einen Gastbeitrag für Welt Online. Bei der Übersetzung kam es entscheidenden Kürzungen: Kritik an Verlegern und ‚Hamburger Erklärung‚ fehlen. (…)
So verläuft sich das an sich mutige Ansinnen, einen kritischen Text von Jeff Jarvis zu veröffentlichen, der mit seinen Haupthesen nicht auf Verlagslinie liegt, im Ungefähren: Mit Ihnen als Autor schmücken wir uns gerne, Mister Jarvis, aber nass machen lassen wir uns nicht.“
Ulrike Langer hat- laut Carta – zuerst darüber geschrieben: „Was Jeff Jarvis schreibt – und was ‚Die Welt‘ daraus macht“. [Dort auch ein Kommentar Frank Schmiechens (stellvertretender Chefredakteur und verantwortlich für Welt Kompakt) sowie von Jarvis himself.]
Jarvis: „Schade. In these pronouncements, I hear echoes of American media’s funeral hymns.“ Quod erat demonstrandum.
Wie ich einmal vergeblich versuchte, einen Artikel bei Focus Offline zu kommentieren
Und warum sehe ich die Bilder auf der Startseite von Focus offline alle doppelt? Sind die jetzt nicht mehr in der Lage, Grafiken korekt in HTML einzubinden? Wundern würde mich das nicht – Links kriegen sie ja auch nicht hin…
Link-Economy der Netzkommunisten
„Content ohne Links ist wertlos“, war das Fazit, mit dem Jeff Jarvis den Holzmedien einen Tritt in den Hintern verpasste. „Holzmedien“ – das sind fast ausnahmslos alle deutschen Medien, die nichts anderes tun, als gedrucktes Papier ohne Links „ins Netz“ stellen oder selbstreferenziell nur auf sich selbst verlinken. Sie begreifen es einfach nicht.
In meinem Telepolis-Artikel „Project Xanadu, reloaded“ habe ich beschrieben, wie es sein könnte, wie viele Blogger es praktizieren und wie ich es an Journalistenschulen und anderen Bildungseinrichtungen lehre:
„Der nicht-lineare Hypertext verknüpft verschiedene Informationen mit Hyperlinks, so dass ein logisches Netz entsteht, das tendenziell unendlich wird. Für journalistische Texte ist das eine nie dagewesene Chance: Hypertext kann die Menge notweniger Informationen verkürzen, indem lexikalisches Wissen auf eine Metaebene – „hinter“ den eigentlichen Text – verschoben wird. Gleichzeitig vervielfacht sich die optionale Informationsmenge des Textes, da die Rezipienten auch die Metaebene und deren weitere Verknüpfungen zu Kenntnis nehmen können. Rolf Schulmeister behauptet in seinem Standardwerk „Grundlagen hypermedialer Lernsysteme“, das menschliche Gehirn funktioniere ähnlich vernetzt wie ein Hypertext. In seinem Text „Verstrickt in Petri-Netzen – Hypertext und Hypermedia“ nennt er das die „kognitive Plausibilitätshypothese“: ‚Es geht um die Frage, ob das Leseverhalten mit der Struktur des Textes korrespondiert und ob sich diese Korrespondenz kognitiv auswirkt‘. Die assoziative Struktur eines Hypertextes entspräche eher der Funktionsweise des menschlichen Denkens als lineare Texte.“
Alles klar soweit – Puls und Atmung noch normal? Was ist das Fazit? Links, Links, Links, ein Königreich für Links! Wer setzt Links? Keines der Mainstream-Mselbstreferenzielles Systemedien. (Nein, nicht auf sich selbst – auf andere Websites! Medien sind kein selbstreferenzielles System.) Warum geben sich Spiegel Offline, Focus Offline und wer auch immer so ignorant, begriffsstutzig, arrogant oder schlicht faul oder dumm oder beides? Liegt es an der mangelnden Medienkompetenz der Autoren?
Ich habe in den letzten zehn (!) Jahren allerlei Pseudo-Entschuldigungen gehört. „Unser CMS kann das nicht.“ – „Dann wandern die Leser ab.“ – „Die Leser brauchen keine Links.“ – „Unsere Rechtsabteilung erlaubt das nicht.“ Die Standard-Entschuldigung war jedoch – gar keine. Das Schweigen der doofen Lämmer sozusagen. Keine diese Ausreden war auch nur annähernd rational oder im Ansatz überzeugend. By the way: Links kosten nichts.
Was hindert Jochen Wegner, immerhin Chef von Focus Online, daran, seine Untergebenen anzuweisen, Links zu setzen, etwa wie bei Telepolis, um den Lesern einen Mehrwert zu bieten, ihnen die Quellen offenzulegen? Er müsste wissen, was ein Link ist. Vielleicht bestimmt das Chefredakteurs-Sein das Bewusstsein: Man gibt es Kopf, der den Online-Journalismus denken kann, automatisch an der Garderobe ab.
Von der taz oder auch der Jungle World, die sich wegen der nicht allzugroßen Auflage von den Mainstream-Medien absetzen müssten, ganz zu schweigen. Warum setzt die Jungle World keine Links? Vermutlich aus einem ähnlichen Grund, warum die MitarbeiterInnen des Zentralorgans des unorthodoxen Linksextremismus seine E-Mails nicht (!) verschlüsselt – Dummheit, Ignoranz, Arroganz. Niemand interessiert sich dafür. Zugunsten der Jungle World muss gesagt werden, dass bis jetzt niemand behauptet hat, auf der Website des Wochenzeitung könne man „Online-Journalismus“ finden.
Nehmen wir zugunsten der Kollegen an, es sei die Schuld der Chefredakteure oder der Verleger, die „Verweise“ ins berüchtigte Internet verböten. Nehmen wir den Springer-Chef Mathias Döpfner. Das Autoren-Blog Carta schreibt unter dem Titel „Mathias und seine Meisterin Arianna“: „Auf einem Medienkongress in Monaco erzielte Arianna Huffington im Schlagabtausch mit Mathias Döpfner einen klaren Punktsieg. ‚Ubiqität ist die neue Exklusivität‘, philosophierte sie über die neue die Link-Ökonomie, während sich Döpfner über “Webkommunisten” beschwerte.
Döpfner im Originalton: „Die Theorie des freien Zugangs zu Informationen ist die absurdeste, die ich je gehört habe“. Man könnte Döpfer sogar mit dem Artikel 10 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen kontern: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Es steht dort nichts darüber, dass Informationen Geld kosten dürfen oder gar müssen!
Die zentrale Stelle des Streitgesprächs ist laut Zeit Online: „‚Obwohl Sie unglaublich überzeugend klingen, wird es sich zeigen, dass Sie unglaublich falsch liegen‘, antwortete Huffington – deren Geschäftsmodell vor allem darauf basiert, solche freien Inhalte mit Meinung und Links anzureichern und ebenso kostenlos weiterzugeben. ‚Sie können nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen. Und den Fluss, in den Sie steigen möchten, den gibt es nicht mehr.‘ Nutzer würden sich heute ihre Informationen anders suchen. Und dann erklärte sie ihm, wie das Modell funktionieren kann: ‚Ubiquität ist die neue Exklusivität.‘ Wer im Netz Geld mit Inhalten verdienen wolle, müsse sie so weit wie möglich über das Netz verteilen. Die Zukunft liege in der ‚Link-Economy‘, Promiskuität zahle sich aus. Jetzt zu versuchen, Konsumenten umzuerziehen, die gerade die neuen Möglichkeiten entdeckten, sei anmaßend.“
Es erstaunt sehr, dass Zeit Online sachlich berichtet, aber keinerlei Konsequenzen zieht: Wo sind zum Beispiel die Links zum Monaco Media Forum oder zur Huffington Post im Artikel? Das Blog Carta setzt sie, Zeit „Online“ nicht, obwohl die Texte fast identisch sind. Sind die Redakteure von Zeit Offline zu blöd, die Links zu finden oder denken sie, die Leser interessierte das nicht? Ich tippe auf eine Kombination von beidem. Oder, wie der Volksmund über deutschen „Online“-Journalismus richtig formuliert: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.
Auch der Medien-Mogul Rupert Murdoch wird scheitern. „Die Pläne des Medienmoguls Rupert Murdoch, seine Online-Nachrichtenseiten vor Google zu verstecken, werden konkreter“, schreibt Süddeutsche und setzt sogar Links! Geht doch, stellt man erfreut fest. „‚Murdoch versteht, dass eine Revolte gegen die Gratiskultur mehr benötigt, als das Errichten eines Abo-Logins zwischen einem Google-Link und einer Geschichte‘, schreibt Journalistik-Professor Douglas Rushkoff.“
Murdoch ist der Volkssturm der Holzmedien. Er sitzt damit mit Spiegel Offline in einem Boot: Die „Online“-Ausgabe des Nachrichten(!)magazins verlinkt ausschließlich auf sich selbst und suggeriert damit den Rezipienten: Nur wir sind seriös, und andere Informationen als die Unsrigen braucht ihr nicht. Der Inbegriff der Interaktivität ist dann ein Video, dass man von YouTube einbindet. Wo kämen wir denn sonst hin.
Das nenne ich medialen Autismus. Diese Attitude nimmt die Leser nicht ernst, sie ist hilflos und lächerlich. Zum Glück leben wir nicht mehr im Mittelalter, als die alleineligmachende (eben!) Kirche entschied, welche Informationen die Untertanen bekommen durften. Spiegel Wissen allein macht selig, Wikipedia nicht. Daran glauben die wirklich, auch
Freie Informationen für freie Bürger – das ist die Devise des 21. Jahrhunderts. Und die passende Partei für Netzkommunisten gibt es auch schon.“ (Das war jetzt der Werbeblock!)
Clickjacking
Gestern stieß ich auf das Bild einer attraktiven Frau auf pressetext.de und bekam die obige Fehlermeldung.
Man lernt doch nie aus – es handelte sich um Clickjacking: „Dabei lassen Angreifer die ahnungslosen Anwender – scheinbar – auf die überlagerten Objekte klicken. Tatsächlich jedoch wird der ursprüngliche Inhalt (Button/Link) der Internetseite ausgelöst. So geschieht es, dass der User – anstatt lediglich auf die ihm vorgegaukelten Links an einer Stelle zu klicken – eine vom Hacker definierte, beliebige Aktion auslöst.“
Von pressetext.de bzw. pte.at hätte ich so etwas nicht erwartet. Zum Glück benutze ich NoScript.
Jede blamiert sich so gut wie sie kann
Die taz ist mittlerweile Comedy-reif, wenn es um das Internet geht: „Twitter wird sich relativ schnell erledigt haben“, behauptet die taz-Chefredakteurin Ines Pohl in einem Interview mit dem MediumMagazin.
Annette Milz (kein Wikipedia-Eintrag, offenbar irrelevant), die Chefredakteurin des MediumMagazins, kommentiert erbost im taz-Blog: „Hallo, dass die ‚taz‘ ein Interesse daran hat, das mediummagazin-Interview zu dokumentieren, verstehe ich. Dass Ihr allerdings das komplette Interview ohne Rücksprache und Genehmigung publiziert finde ich alles andere als lustig.“
Wie reagiert die taz? Sebastian Heiser antwortet: „Danke für den Hinweis. Ich betreue dieses Blog und hatte das Interview abgetippt und online gestellt, ohne dies mit dem Medium Magazin oder mit Ines Pohl abgesprochen zu haben. Dies hatte ich bisher regelmäßig mit ihren Interviews so gemacht, weil es mir nach meiner Beobachtung üblich schien, dass Interviews von der interviewten Person auf ihrer Webseite online gestellt werden.“
Ach ja? Die taz klaut Interviews in anderen Medien und stellt sie bei sich auf die Website? Sehr hübsch. Was sagt denn Johnny Eisenberg dazu? „Nach meiner Beobachtung“ als „Recherche-„Methode auszugeben – kein sehr überzeugendes Argument vor Gericht.
Es geht weiter: „Kann man das nicht mal als Anschauungsbeispiel für angemessenes Verhalten an die Kollegin Eva Schweitzer schicken?“ kommentiert jemand, muss aber sogleich feststellen: „Leider ist der Link zum Medium Magazin falsch gesetzt, man landet auf einer taz-Seite.“
Das scheint mittlerweile korrigiert worden zu sein. Wieviel Arbeitszeit ist jetzt draufgegangen, bis es der taz gelang, einen Link ins Internet zu setzen? Avanti dilettanti! „Es gibt bei der ‚taz‘ durch die gewachsenen Strukturen ganz viele Entscheidungsebenen, die sehr zeitaufwendig sind ,“ sagt die neue Chefredakteurin im Interview (das MediumMagazin benutzt die alte Rechtschreibung, vielleicht liegt das an den aufwändigen Entscheidungsebenen dort.).
Und nun zu Twitter. „Ich habe einen Account, aber ich twittere nicht,“ gibt Pohl zu. Ja, rund 13 Millionen Menschen auf der Welt geben zu: „Ich habe einen Account bei Second Life, aber ich nutze ihn nicht.“ So what?
Aus „journalischer Sicht“ sei Twitter „schlichtweg albern.“ Das ist albern – und naiv. Twitter funktioniert wie SMS per Internet. Aus journalistischer Sicht sind SMs natürlich „schlichtweg albern“ – oder eben auch nicht. Mit Twitter ist es wie mit Beton (um eine eingängige Werbephrasen zu wiederholen): Es kommt darauf an, was man draus macht.
Die taz will offenbar um’s Verrecken ein Holzmedium bleiben und ihre Leserschaft weiterhin bei den Internet-Ausdruckern suchen. Nicht mein Problem, aber ich werde dann sicher noch im nächsten Jahrzehnt einen Nachruf schreiben können.
Upate: The Guardian: „Twitter is not an alternative to journalism. The role of the journalist changes from a gatekeeper of information to a gatewatcher. In case of an event or a catastrophe it might be his role to curate the live stream of Twitter and social media platforms. So he is still fact-checking.
„Newspapers are not good for news anymore,“ said Hartley – and Mecklenburg agreed. „It is more about the editorial voice.“
Hartley added: „You should be sceptical about Twitter, but you should be sceptical about your newspaper as well.“
Merkbefreit
Die taz und das Internet – das waren schon immer zwei Dinge, die nicht zusammengehörten. Welches CMS benutzen die eigentlich? Da die taz ein deutsches Medium ist, darf sie keine Links setzen; ihr Content ist also wertlos. Und wenn sie das doch macht in den Blogs, die offenbar für das berüchtigte World Wide Web zuständig sind, dann sieht das bescheiden aus.
Schabowski-Pressekonferenz vom 9. November 1989 [Update]
Deutsches Rundfunkarchiv: „Nicht nur das wohl folgenreichste Stammeln in der Fernsehgeschichte – Schabowskis ‚Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich‘ – macht diese Direktübertragung zu einem audiovisuellen Dokument von hohem historischen Rang, das in das UNESCO-Programm ‚Memory of the World‘ zum Weltdokumenten-Erbe aufgenommen werden sollte.“
Update: Das Video ist nicht mehr auf der Website des Rundfunkarchivs verfügbar, dafür aber auf Youtube (der wesentliche Teil).
Content ohne Links ist wertlos
Berliner Journalisten: „Auf den Münchner Medientagen hat Professor Jeff Jarvis den alteingesessenen Printvertretern einen gewaltigen Tritt in den Hintern verpasst – übrigens via Skype live von seinem Arbeitszimmer in New York. Seiner Meinung nach sind die Zeiten vorbei, als viele Kopien unserer Werke verkauft werden konnten. ‚Jetzt gibt der Link dem Content seinen Wert‘, so Jarvis. Oder andersherum: Content ohne Links hat keinen Wert.“
Horizont.at: „Für Netzaffine Webgrößen wie Jeff Jarvis ist dieses Vorhaben glatter ‚Selbstmord‘, weil Content hinter Gittern abgeschnitten ist von jeglicher Google-Suche und Verlinkung. ‚Durch die Weiterverbreitung verleiht die Link-Economy dem Content erst einen Wert. Die Inhalte hinter Bezahlwände zu verstecken, ist als würde man sich vom Internet lossagen‘, schreibt er in seinem Guardian-Blog. Eine These, die Journalisten nicht gefallen dürfte: wer verleiht hier dem Content den Wert? Doch wohl der klassische Journalist, der entscheidet, was die Leser wissen sollten, oder? ‚Nein‘, sagt Roy Greenslade, Medienkommentator des Guardian, ‚vorbei die Zeit als eine elitäre Minderheit wie sekulare Priester agieren‘. Das Netz ermöglicht neue Formen des kollaborativen Journalismus, der das Wissen und die Meinung der User miteinbezieht.“
By the way: die Links musste ich alle selbst suchen. Quod erat demonstrandum. Für mich sind die so genannten „Online“-Medien wie zum Beispiel Spiegel offline und Focus Offline immer noch „Holzmedien“, weil sie weder das Intenet begriffen haben noch die Rezipienten ernst nehmen.
























