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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6765
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 12.05.2004, 22:35 Antworten mit ZitatNach oben




MEDIEN
Aktuell12. Mai 2004
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ENTHAUPTUNG NICK BERGS ONLINE

Darf man das Video zeigen?

Von Burkhard Schrder


So ist der KriegMan ahnt schon die Schlacht in den Feuilletons voraus. Philosophen, Chefredakteure und andere Sesseltter werden mit gewichtigen Worten das Fr und Wider ausfechten. Darf man eine Enthauptung live zeigen? Aber das interessiert keinen. Man macht es einfach, weil der Clip ohnehin im Internet ist. Die Scheindiskussion um journalistische Ethik in diesem Fall zeigt, dass es um etwas ganz anders geht: Knnen JournalistInnen noch so tun, als htten sie die moralische Legitimation, denn sittlich gefhrdeten Surfer Fakten vorzuenthalten, die den interessieren?

Der Link zum Video des enthaupteten US-Amerikaner wurde auf der Website al-ansar.biz zuerst verffentlicht. Bis jetzt haben die deutschen Medien weder den Film vollstndig gezeigt noch Links publiziert, wo er downgeloadet werden kann. Die meisten Websites, die in der Vergangenheit Al Qaida-Dokumente im Original publiziert haben, sind zu Zeit nicht zu erreichen, unter anderem auch die malayischen "hostnow"-Domains. Online-Portale in So ist der Kriegden USA jedoch bieten das grausame Exekutions-Video an: www.evote.com warnt aber ausdrcklich davor, den Clip anzusehen. Das Video der Enthauptung Nick Bergs wurde von Aaron Weisburd, dem Direktor der Internet Haganah zur Verfgung gestellt. In den letzten Tagen kursierten auch im Usenet Links, unter anderem in den Newsgoups alt.religion.islam, soc.culture.usa, soc.culture.britain und soc.culture.iraq. Eine englische bersetzung des Videos, hergestellt vom National Virtual Translation Center (NVTC) findet sich auf Tides World Press Report. Ob der Film berhaupt Al Kaida zuzurechnen ist, wird durchaus bezweifelt.

Das Online-Video vom Mord an Berg provoziert die Frage, ob man Bilder usserster Grausamkeit der ffentlichkeit zumuten kann. Die Medien in Deutschland haben sich entschieden, dass sie es nicht tun. Das ist inkonsequent und verlogen. Der US-Fernsehsender CBS hat schon angekndigt, weitere Fotos von Folter und Misshandlungen von Irakern durch US-Soldaten zu zeigen. Journalisten sind nicht weniger oder mehr sittlich gefhrdet als andere Menschen. Wenn sie dokumentarisches Material bekommen, das eventuell die Menschenwrde verletzt, ist es trotzdem ihre Pflicht, die Quellen nicht im So ist der Kriegeigenen "Giftschrank" zu verschlieen. Das mediale Nachrichtenmonopol, selbst entscheiden zu knnen, was der ffentlichkeit preisgeben wird, hat im Zeitalter des Internet jede Bedeutung verloren. Evote.com schreibt: "People have the right to see it, and it seems wrong for other media outlets to go on and on and on about it and not show it. If it's that horrific, it's historical and should be available - not for shock value, but so that people won't view the issue as just more bad news from Iraq."

Grausame Bilder von Kriegshandlungen sind seit jeher aus den unterschiedlichsten Motiven publiziert worden. Das Foto eines vietnamesischen Offiziers, der einen Gefangenen erschiet - eines der berhmtesten Kriegsfotos berhaupt - ging um die ganze Welt und war mageblich dafr verantwortlich, das sich die ffentliche Meinung in Europa gegen den Krieg wendete. Die Vietnam Legion Veteran's Association hat auf ihrer Website eine Aufnahme aus dem Jahr 1943: der Sergeant Len Siffleet wurde in Neu Guinea von einem Japaner enthauptet. Das Foto diente als propagandistischer Beweis fr die Grausamkeit des damaligen Kriegsgegner der USA.
So ist der Krieg
Schon vor 200 Jahren schockierten die Gemlde des spanischen Malers Francisco de Goya die ffentlichkeit, insbesondere der Zyklus Los desastres de la guerra ("Die Schrecken des Krieges") - ber den Krieg der Spanier gegen die Intervention Napoleons. Gette Menschen mit abgehackten Gliedmaen hngen auf Bumen, das gegenseitige Abschlachten wird in jedem Detail gezeigt. Augenzeugen berichteten von Gewalttaten, die den heutigen Folterszenen in nichts nachstanden. Die Bildes Goyas, entstanden zwischen 1810 und 1820, unterscheiden sich in ihrer Wirkung auch nicht von den schrecklichsten Kriegsfilmen, die heute gezeigt werden.

Eins ist unstrittig: je grausamer die Bilder waren, um so mehr bekamen die Recht, die gegen einen Krieg waren. Daraus kann man nur das Fazit ziehen, dass die Medien den Krieg nicht "embedded" zeigen drfen, sondern ihn so darstellen mssen, wie er wirklich ist. Klaus Theweleit sagt in der Sddeutschen: "Es mag hart klingen, aber mich haben diese Bilder nicht besonders entsetzt. Ich habe solche Szenen im Kopf, etwa aus den KZ's, aus Splatter- und Pornofilmen. Wir knnen diese Bilder verdrngen, aber dann geben wir uns jener Illusion hin, die die harmlosen Ausgaben der Tagesschau verbreiten: dass wir in einer halbwegs zivilisierten Welt leben. Aber eine ffentlichkeit, die immer noch so tut, als htte sie nicht gewusst, welche Verwstungen der Krieg anrichtet, ist scheinheilig. Neu ist einzig die Zirkulation im So ist der KriegInternet, in den elektronischen Medien, in Zeitungen. [...]Wenn man sie in einem Kontext nach dem Motto "Oh, wie entsetzlich" sieht, dann bleiben sie belanglos."

Aber das wird in Deutschland niemand tun - alle warten darauf, dass jemand anfngt. Nur bei Telepolis und natrlich hier sieht man das anders. Vermutlich wrden manche Abstimmungen in Parlamenten anders ausgehen, wenn diejenigen, die andere in den Krieg schicken, whrenddessen live mitansehen mssen, was auf den Schlachtfeldern der Welt geschieht.

iraq2vediom.wmv [5,6 MB]

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BURKS ONLINE 11.05.2004
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