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 [Dossier] Solidaritt ist eine Waffe Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 31.01.2004, 00:31 Antworten mit ZitatNach oben



MEDIEN
Aktuell30. Januar 2004
BURKS' FORUM
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SPIGGEL.DE-DOSSIER I
Dossier: Diskussion ber die provokanten Thesen eines DJV-Mitglieds aus Baden-Wrttemberg
Teil I: "Haben Journalisten-Gewerkschaften noch eine Zukunft?" (21.01.2004, Hans Werner Conen)
Teil II: "Solidaritt ist eine Waffe - 12 Thesen fr eine starke Gewerkschaft" (31.01.2004, Burkhard Schrder)
Teil III: "Konsens ist Nonsens - anything goes" (09.02.2004, Hans Werner Conen)
Teil IV. "Treu und frdernd" (10.02.2004, Thomas Schelberg)
Teil V. "Den neoliberalen Teufel austreiben" (24.02.2004, Hans-Werner Conen)
Teil VI. "Niedergang streng nach Vorschrift" (06.03.2004, Hans-Werner Conen)
Teil VII. "Ausschluss eines "Arbeiterfhrers"? (23.05.2004, Hans Werner Conen)
Teil VIII. "Maulheldentum lterer Herren" (18.06.2004, Offener Brief Hans Werner Conens an Michael Konken)
Teil IX. "Jngschtes Gericht" (25.03.2005, Burkhard Schrder)
SPIGGEL.DE-DOSSIER II
Unter Journalisten 1
Unter Journalisten 2
Unter Journalisten 3
Unter Journalisten 4
Unter
Journalisten 5

Unter
Journalisten 6

- Dossier: Querelen im DJV - Landesverband Berlin.
Vgl. www.recherchegruppe.tk
MEINE ARTIKEL

Ausgewhlte Artikel in deutschen und internationalen Print- und Online-Medien von 1990 bis heute
MEDIEN-ARTIKEL AUF SPIGGEL.DE
Chinesisches Internetposting gesucht
Repressalien gegen Sekten-Mitglieder in der VR China
Wir basteln uns eine Terrorismus-Meldung
Die Anschlge in der Trkei
Sex, Landser und Rosamunde Pilcher
Will das Publikum keine serisen Informationen?
Wir sind alle Illuminaten
Verschwrungstheorien im Internet
FOCUS Online - die Mutter aller Quellen
...und immer an das Urheberrecht denken!
Pimmel auf Busen
ber die russische Mdchen-Band Tatu
MEINE BCHER (AUSWAHL)
Aussteiger
Wege aus der rechten Szene [2003]
Nazis sind Pop
2000, erweiterte Neuauflage 2004
Tron - Tod eines Hackers
1999, Linksammlung und Dokumente
Heroin - Sucht ohne Ausweg?
1993, Online-Ausgabe (download), Links
DAS BILD DES TAGES
Revolutionsfeiern in Nicaragua 1979
WETTER
Nieuw Nickerie (Surinam)
Qulaybiyah (Tunesien)
Norah Head (Leuchtturm) (Australien)
Pjngjang (Nordkorea)
Barcelona (Catalunia)
One Hundred Fifty Mile House (Kanada)
Bagdad (Irak)
Schrobenhausen (Deutschland)

ZWLF THESEN FR EINE STARKE GEWERKSCHAFT

Solidaritt ist eine Waffe

Eine Erwiderung auf Hans Werner Conen - von Burkhard Schrder

Die Thesen des Journalisten Hans Werner Conen, die auf burks.de/spiggel.de dokumentiert worden sind ("Haben Journalisten-Gewerkschaften noch eine Zukunft?"), sorgten fr Unmut und auch Unverstndnis im DJV Baden-Wrttemberg. Dort ist Conen Mitglied - ihm droht wegen seiner Thesen (!) ein Ausschlussverfahren. Der DJV-Landesverband hat ihm nur intern geantwortet. Hier eine ffentliche Erwiderung.

1. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) ist nicht nur ein Berufsverband, eine Gewerkschaft fr Journalistinnen und Journalisten, sondern auch ein Dienstleistungsorganisation. Wer ihm - wie Conen - das politische Mandat abspricht, leugnet, dass jede Stellungnahme zu Medienthemen auch politisch ist - und sein muss. Wer sich fr die Rechte der Beschftigten der Branche einsetzt, handelt gegen andere Interessen - die der Arbeitgeber. So funktioniert Demokratie. Gewerkschaftler, die unpolitisch sein wollen, sollten konsequent in einen Arbeitgeberverband oder einen Taubenzchterverein eintreten.
Streik
2) Der Deutsche Journalisten-Verband befasst sich selbstverstndlich mit Form und Inhalt dessen, was seine Mitglieder in Ausbung ihres Berufs in den Medien verffentlichen. Journalistinnen und Journalisten knnen nicht alles verffentlichen. Sie sind nicht nur verpflichtet, die Grundstze der journalistischen Ethik und die Regeln des professionellen Handwerks zu beachten, sondern auch den Pressekodex. Der DJV ist insofern den einzelnen Mitgliedern eine bergeordnete Instanz, als sie sich sich durch ihre Mitgliedschaft diesen Regeln unterwerfen. Wer sich dem verweigert, verstsst gegen das, was die Qualitt und das Ethos des Berufs definiert. Der DJV muss darauf bestehen, dass seine Mitglieder sich daran orientieren, sonst htte er seine Aufgabe als Berufsverband verfehlt.

3) Der DJV rechtfertigt sich nicht ausschlielich ber den konkreten beruflichen oder wirtschaftlichen Nutzen der einzelnen Mitglieder. Eine Gewerkschaft muss ein gemeinsames Ziel vor Augen haben und dem Interesse aller verpflichtet sein. Einzelinteressen knnen sich widersprechen - die der Festangestellten und die der Freien sind nicht immer identisch. Der DJV als Berufsverband muss hier Regularien aushandeln und die Interessen aller bndeln.

4) Conen spricht sich gegen gesetzlichen Regelungen wie zum Beispiel das Betriebsverfassungsgesetz aus. Diese Gesetze und andere Regelwerke haben eine Geschichte: sie spiegeln das Machtverhltnis zwischen Kapital und Arbeit wieder. Nur das Betriebsverfassungsgesetz garantiert, dass die abhngig Beschftigten ein Mitspracherecht haben, was ihr Unternehmen angeht. Wer sich gegen Regelwerke ausspricht, die gegen die Unternehmer erkmpft wurden, fordert die Rckkehr zum Frhkapitalismus.

5) Der Begriff Gewerkschaft ist nur bei denen negativ besetzt, die die Arbeitskraft auf dem freien Markt ausschliesslich den Interessen des Kapitals unterordnen wollen. Gewerkschaften sind nicht nur sozialromantische Vereine, sondern mssen sich jeweils neu definieren. Der Begriff zitiert eine kmpferische Tradition, die immer wieder - mit unterschiedlichen Vorzeichen - belebt werden kann. Auch eine Website mit Informationen ber die konomische und soziale Situation freier Journalistinnen und Journalisten steht in dieser Linie. Wer die Tradition und die Vergangenheit vergisst und nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.

6) Solidaritt ist eine Waffe - auch in Journalisten-Gewerkschaften. Wer auf diejenigen Kolleginnen und Kollegen verchtlich herabsieht, die auf dem hart umkmpften freien Markt der Branche zweitweise nicht bestehen knnen oder gar untergehen, vertritt die Prinzipien des Sozialdarwinismus. Eine Gewerkschaft muss sich gerade und ganz besonders fr die einsetzen, die benachteiligt sind oder in einer Situation, nicht allein gegen die Arbeitgeber bestehen zu knnen. Das geschieht nicht nur zum Beispiel durch Fortbildung und Rechtsschutz, sondern durch die Solidaritt derjenigen Mitglieder, die besser gestellt sind.

7) Wettbewerb und Eigenverantwortung sind selbstverstndlich. Der DJV als Gewerkschaft muss sich dem Problem stellen, dass immer mehr seiner Mitglieder als selbstndige kleine Unternehmer arbeiten. Die Funktionstrger des Verbands spiegeln diese Realitt nicht mehr adquat wider. Das bedeutet aber nicht, dass diejenigen, die noch in einem festen Arbeitsverhltnis sind, automatisch die "Leistungsbereiten" sind.

8) Kein Mitglied einer Organisation wie dem DJV kann nur Rechte haben. Die Pflicht, solidarisch zu handeln, ergibt sich allein aus der Mitgliedschaft.

9) Der DJV fhrt Arbeitskmpfe - im Interesse aller. Es gibt keine unpolitischen Streiks.
Streik
10) Was erkmpft worden ist, hat nicht nur empfehlenden Charakter. Wenn das anders wre, knnte man gleich darauf verzichten, gemeinsam etwas erreichen zu wollen. Eine Journalisten-Gewerkschaft muss die Interessen seiner privilegierten Mitglieder gegenber denen abwgen, die kein geregeltes und garantiertes Einkommen haben.

11) Der Markt regelt nicht alles. Er wird durch politische Vorgaben tendenziell beeinflusst. Privatsender und Privatfernsehen sind in Deutschladn nicht durch den reinen Marktmechanismus automatisch entstanden, sondern Resultat einer politischen Intervention. Jede Seite - Arbeit und Kapital - hat das Recht, in ihrem jeweiligen Interesse zu versuchen, Einfluss zu nehmen. Es kann nicht Aufgabe einer Gewerkschaft sein. strittige konomische Lehrmeinungen, die irgendwo zwischen Karl Marx und Milton Friedman angesiedelt sind. zu kommentieren oder gar umzusetzen. Wer sich fr ein Verbot ausspricht, dass sich der "Staat, die Parteien und die parteinahen Stiftungen an Medienunternehmen" beteiligten, denkt naiv - das wre eine Regulierung des Marktes, die Conen an anderer Stelle abgelehnt hat.

12) Der DJV hat schon ein Motto und eine Maxime: er "vertritt die berufs- und medienpolitischen Ziele und Forderungen der hauptberuflichen Journalistinnen und Journalisten aller Medien. Er ist politisch wie finanziell unabhngig und handelt ohne sachfremde Rcksichtnahmen. Der DJV achtet und frdert die publizistische Unabhngigkeit seiner Mitglieder." Und das ist auch gut so.

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BURKS ONLINE 30.01.2004
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