www.burks.de Foren-bersicht www.burks.de
Burkhard Schr�ders [Burks] Forum - f�r Kosmopoliten und Kaltduscher
burks.de: Forum für Kosmopoliten und Kaltduscher
burksblog.de: ab 01.01.2008 geht es hier weiter!
privacyfoundation.de: German Privacy Foundation
 FAQ  •  Suchen  •  Mitgliederliste  •  Benutzergruppen   •  Registrieren  •  Profil  •  Einloggen, um private Nachrichten zu lesen  •  Login
 Maulheldentum lterer Herren Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen
Autor Nachricht
burks
Webmaster
Webmaster


Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 17.06.2004, 12:59 Antworten mit ZitatNach oben





MEDIEN
Dokumentation17. Juni 2004
BURKS' FORUM
ber diesen Artikel diskutieren (nur fr registrierte NutzerInnen des Forums)
SPIGGEL.DE-DOSSIER I
Dossier: Diskussion ber die provokanten Thesen eines DJV-Mitglieds aus Baden-Wrttemberg
Teil I: "Haben Journalisten-Gewerkschaften noch eine Zukunft?" (21.01.2004, Hans Werner Conen)
Teil II: "Solidaritt ist eine Waffe - 12 Thesen fr eine starke Gewerkschaft" (31.01.2004, Burkhard Schrder)
Teil III: "Konsens ist Nonsens - anything goes" (09.02.2004, Hans Werner Conen)
Teil IV. "Treu und frdernd" (10.02.2004, Thomas Schelberg)
Teil V. "Den neo-liberalen Teufel austreiben"
Teil VI. "Niedergang streng nach Vorschrift" (06.03.2004, Hans-Werner Conen)
Teil VII. "Ausschluss eines "Arbeiterfhrers"? (23.05.2004, Hans Werner Conen)
Teil VIII. "Maulheldentum lterer Herren" (18.06.2004, Offener Brief Hans Werner Conens an Michael Konken)
Teil IX. "Jngschtes Gericht" (25.03.2005, Burkhard Schrder)
SPIGGEL.DE-DOSSIER II
Unter Journalisten 1
Unter Journalisten 2
Unter Journalisten 3
Unter Journalisten 4
Unter
Journalisten 5

Unter
Journalisten 6

Unter
Journalisten 7

- Dossier: Querelen im DJV - Landesverband Berlin.
Vgl. www.recherchegruppe.tk
MEINE ARTIKEL

Ausgewhlte Artikel in deutschen und internationalen Print- und Online-Medien von 1990 bis heute
MEDIEN-ARTIKEL AUF SPIGGEL.DE (AUSWAHL)
Bilder als Waffen?
Eine Replik auf die TAZ
Enthauptung im Irak
Darf man das Video zeigen?
Chinesisches Internetposting gesucht
Repressalien gegen Sekten-Mitglieder in der VR China
Wir basteln uns eine Terrorismus-Meldung
Die Anschlge in der Trkei
Sex, Landser und Rosamunde Pilcher
Will das Publikum keine serisen Informationen?
Wir sind alle Illuminaten
Verschwrungstheorien im Internet
FOCUS Online - die Mutter aller Quellen
...und immer an das Urheberrecht denken!
Pimmel auf Busen
ber die russische Mdchen-Band Tatu
MEINE BCHER (AUSWAHL)
Aussteiger
Wege aus der rechten Szene [2003]
Nazis sind Pop
2000, erweiterte Neuauflage 2004
Tron - Tod eines Hackers
1999, Linksammlung und Dokumente
Heroin - Sucht ohne Ausweg?
1993, Online-Ausgabe (download), Links
DAS BILD DES TAGES
Wandmalerei in Nicaragua, 1979 Burks
WETTER
Nieuw Nickerie (Surinam)
Qulaybiyah (Tunesien)
Norah Head (Leuchtturm) (Australien)
Pjngjang (Nordkorea)
Barcelona (Catalunia)
One Hundred Fifty Mile House (Kanada)
Bagdad (Irak)
Schrobenhausen (Deutschland)

HABEN JOURNALISTEN-GEWERKSCHAFTEN EINE ZUKUNFT? TEIL VIII

Zwlf Thesen des Journalisten Hans Werner Conen sorgten fr Unmut und auch Unverstndnis im DJV Baden-Wrttemberg. Dort ist Conen Mitglied - ihm droht wegen der Thesen (!) ein Ausschluss. In mehreren Landesverbnden des DJV grt es, auch im DJV Brandenburg und im DJV Berlin, jeweils aus unterschiedlichen Grnden. Der Streit steht stellvertretend fr einen Generationswechsel - journalistische Berufsverbnde, die nach Gutsherrenart gefhrt werden - wie in Berlin [vgl. recherchegruppe.tk] -, sind nicht mehr zeitgem.

Auf spiggel.de erschienen bisher: Die Thesen Hans Werner Conens: "...und die Freiheit um jeden Preis!" (21.01.2004), Erwiderung von Burkhard Schrder: "Solidaritt ist eine Waffe" (31.01.2004), Erwiderung von Hans Werner Conen: "Konsens ist Nonsens - anything goes" (09.02.2004). Eine offizielle Stellungnahme des DJV Baden-Wrttemberg: "Treu und frdernd". Erwiderung von Hans Werner Conen: "Wie der berhmte Arbeiterfhrer Karl Geibel einmal den neo-liberalen Teufel austrieb" (24.02.2004). "Niedergang streng nach Vorschrift" von Hans Werner Conen (06.03.2004). "Ausschluss eines Arbeiterfhrers?" von Hans Werner Conen (23.05.2004)

Hier ein offener Brief Conens an den Bundesvorsitzenden des DJV, Michael Konken.


Maulheldentum lterer Herren

Sehr geehrter Herr Konken:

es sieht so aus, als wrde Ihre noch junge Amtszeit als Vorsitzender von Herausforderungen bestimmt, die sich selbst bse Feinde nicht rger htten ausdenken knnen. Da ich derzeit mit der bemerkenswerten Begrndung, DJV-Mitglieder htten sich dem Verband unterzuordnen, drften also keine eigene politische Meinung ussern, aus dem Verein in Baden-Wrttemberg ausgeschlossen werden soll, will ich mich vor der Deportation ins linke Umerziehungslager als besorgtes Mitglied bei Ihnen melden.

Auch wenn in der Krze die Wrze liegen mag: Die folgende Liste ist bedrckend lang. Aber da mssen Sie durch. Der DJV ist ein Interessenverband - und nicht zum gegenseitigen Liebhaben da.

Es will der Eindruck nicht weichen, da der DJV vom Maulheldentum lterer Herren, deren berufliche Erfolge und Prominenz in der Medienwelt in umgekehrt proportionalem Verhltnis zu ihrer Position im Verband stehen, vor die Wand gefahren wird. Marginalisierung nach aussen und streithanselige Beschftigung mit sich selbst sind schon unerfreuliche Realitt. Die Spaltung - in Feste und Freie, in Print- und elektronische Medien, in Linke und Rechte, in Gewerkschaft und Berufsverband, in was auch immer - wird wohl folgen. In einer solchen Lage braucht es berzeugende Fhrung, die aus intellektueller Kraft und Redlichkeit kommt - und vernnftige Ziele vorgibt. Darauf warte ich nun. Sie offenbar auch.

Derweil schwadroniert der DJV-eigene Achtundsechziger-Stammtisch erst ein Tarif-Armageddon - entweder noch mehr Geld fr Europas reichste Redakteure oder die Demokratie bricht zusammen - herbei und erlebt dann fassungslos den grten anzunehmenden Streik-Unfall. Dafr, da Funktionre ihren Fetisch Flchentarif noch ein Jhrchen lnger behalten drfen, mssen die Mitglieder mit Einkommensverlusten von ca. fnf Prozent bezahlen. Fortsetzung folgt. Tarifvertrge gibt es in Zukunft nur noch gegen Bares.

Jetzt arbeiten Verleger erst einmal die Listen derer ab, die in kleidsamen Plastik-Hemdchen auf der Strae gezeigt haben, da sie fr's Zeitungmachen nicht gebraucht werden. "Die Verleger werden unsere Schlagkraft kennen lernen", hatte der DJV avisiert. Die kennen wir jetzt.

Doch die DJV-Verantwortlichen lassen sich von der Realitt nicht beirren und marschieren weiter ins mosernde Abseits. Die Parole aus dem Klassenkampf-Bunker lautet: Weiter so! Noch mehr Geld fr noch weniger Arbeit! Nun muss die Streikkasse (sic!) aufgefllt werden. Ein Euro pro Mitglied soll schon sein. Und das heisst: Die Mehrheit der Freien Journalisten, denen es meist schlecht geht und die gar nicht streiken knnen, muss der Minderheit festangestellter Redakteure die teure Verteidigung ihrer europaweit einmaligen Luxusgehlter und Privilegien bezahlen. Fr Freie gibt's derweil weie Salbe. Nun sind alle sehr gespannt, wie der Verband diese doch sehr eigenwillige Ausprgung von Solidaritt erklrt. Sonst kommt man - mangels Sprachregelung - noch auf die Idee, die "Umverteilung von unten nach oben" zu geieln. Klingt doch irgendwie unschn, oder?

Fr eine Gewerkschaft, deren Streik so gut wie geheim bleibt und die etwas dafr bieten muss, dass berhaupt noch ein Arbeitgeber mit ihr redet, sollte man eine wrdige Trauerfeier arrangieren. Sie ist nmlich tot. Immerhin gibt es kluge Fragen: So hat der Landesverband Bremen unter der berschrift "Service-Organisation oder Gewerkschaft"? ber eine Mitgliederbefragung (Sensationell! Die haben wirklich die Mitglieder befragt!) berichtet: Mit satter Zwei-Drittel-Mehrheit wollen die knorrigen Hanseaten den DJV lieber als Berufsverband denn als Gewerkschaft. Und vor einem "ADAC fr Journalisten soll man keine Angst haben. Potz Blitz! Nun muss aber beinhart durchgegriffen werden, oder? Sonst passiert am Ende das, was die Mehrheit will. Na sowas!

Schade wre es schon, wenn der DJV als Gewerkschaft abdankte. Die witzigen Beitrge von DJV-Granden zur Polit-Comedy wrden wir doch sehr vermissen. Wer wrde schon ohne DJV darauf kommen, da Redakteursgehlter und Demokratie direkt zusammenhngen - viel Gehalt gleich viel Demokratie? Weniger Gehalt - Demokratie kaputt? Und dann enthllt der DJV auch noch: "Westerwelle rttelt an den Grundfesten der Demokratie" und ist emprt, denn "Merz gefhrdet den sozialen Frieden". Kstlich!

Es kommt bekanntlich vor, da Berichte von Journalisten Panik erzeugen. Neu ist, da journalistische Berichte bei einem Journalistenverband Panik auslsen. So muss es aber bei Ihrer Pressemeldung gewesen sein, in der Sie Herrn Witt - der mir unbekannt war und fr dessen Internet-ersichtliche politische Vita ich keine Sympathie hege - zum Rcktritt mit der durch keinerlei Fakten gesttzten Behauptung aufforderten, er sei ein "Rechtsradikaler". Woher wissen Sie das? Ist der DJV fr Gesinnungsfragen zustndig?

Die von Herrn Witt angekndigte Klage wird ja unter vermutlich reger Medienbeteiligung in ffentlicher Gerichtsverhandlung Klarheit schaffen. Da Anflle von Politischer Korrektheit mit reflexhaftem Griff zur Faschismus-Keule so ihre Tcken haben, kann man freilich auch ohne die Justiz wissen. Und dass gute Journalisten die Gewohnheit haben, dem von Kritik Betroffenen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, ist auch bekannt.

Das soll nicht heissen, dass in Berlin und Brandenburg alles paletti ist. Dass wohl gut organisierte Reisekader von Landesverband zu Landesverband ziehen und dort jeweils formal korrekt (?) gewhlte Vorstnde hinterlassen, wirft schon Fragen auf. Auch wrde man gerne wissen, was denn der Bundesvorstand davon hlt, dass ein Landesvorsitzender sich ausdrcklich berhmt, Mitglieder bei anderen Landesverbnden gezielt zur Wahlversammlung abgeworben zu haben. Bis dahin kann wohl jeder die Wahltouristen aus Berlin anfordern, wenn neue Mehrheiten gewnscht werden. Tollhaus DJV?

Zu den intellektuellen Spitzenleistungen gehrt auch der bizarre Gedanke, man solle die Problem-Verbnde Brandenburg und Berlin einfach aus dem Bundesverband ausschlieen und politisch korrekte neue Verbnde grnden. Nun ist zwar ein Ausschluss mglich, doch muss es hierfr wichtige Grnde i.S.v. 3 Abs. 3 der Satzung geben, die durch die ordentlichen Gerichte berprft werden knnen. Der DJV-Bundesverband muss dann "Fakten, Fakten, Fakten" darlegen. Und soviel steht schon jetzt fest: Unabhngig vom Ergebnis ist fr jahrelange kstliche Unterhaltung der Branche und zgigen Niedergang des Journalistenverbands gesorgt. Gratulation!

Noch mehr Spa im Sommerloch steht bevor. Wird der Vorsitzende die Lawine aufhalten? Nichts ist wirklich neu, aber es muss wohl erst in der Zeitung stehen.

Der Landesvorsitzende des DJV Baden-Wrttemberg, Karl Geibel, hat schon vor Jahren seine (zweite) Ehefrau mit massivem Nachdruck in eine bestens bezahlte Beschftigung beim DJV bzw. dessen Bildungsverein als Geschftsfhrerin und Seminarleiterin einrcken lassen. Eine Ausschreibung gab es nicht. Frau Geibel verfgte weder bei Einstellung noch verfgt sie heute ber hinreichende Qualifikationen fr die Aus- und Fortbildung erwachsener Journalisten. Der DJV als Familienbetrieb. Chapeau!

Karl ("Dienen wir dem Kapitalismus"?) Geibel wird nicht mde, "Qualittsjournalismus" zu fordern, der die Politik zu kontrollieren habe. Nun warten alle gespannt darauf, da der berhmte Enthllungsjournalist G. Vettern- und Gnstlingswirtschaft geielt - bislang vergeblich. Wirklich erstaunlich?

Statt dessen lesen wir in der "Leonberger Kreiszeitung", zu deren Redakteur es der Arbeiterfhrer gebracht hat, ausfhrliche Berichte ber - Karl Geibel hchstselbst. Mal hat er sich in der Freizeit mit der SPD verbrdert, mal hat er im religisen Bekehrungseifer eine Kirche leer gepredigt, mal klrt er den "Mnnerkreis" ber Demokratie auf. Das schafft Leserbindung: Der Journalist berichtet ber sich selbst. Qualittsjournalismus pur! Danke, DJV!

Geibels DJV-Verband nutzt das Geld der Mitglieder, um auch auerhalb der Familie viel Gutes zu tun. Da fgt es sich, da Landesgeschftsfhrer Schelberg auch noch (Regional-) Funktionr bei der SPD und dort fr Wahlkampf und Presse zustndig war. Im Internet gab die SPD fr Parteikontakte, Journalistenanfragen, etc. eine Art "Hotline" bekannt. Wer die anrief, landete in der DJV-Geschftsstelle in Stuttgart. Dort hat DJV-Justitiar Schelberg dann munter fr die Partei gearbeitet. Der DJV als Pressestelle der SPD. Geahnt hat man es ja schon lnger - wenn wir schreiten Seit' an Seit' ...

Besonders eindrucksvoll ist es, selbst mitzuerleben, was der DJV meint, wenn er im Grundsatzprogramm feierlich verkndet: "Der Deutsche Journalisten-Verband vereint Journalisten unterschiedlicher weltanschaulicher, politischer und religiser Richtung ... ". Ich kann da mitreden, denn der DJV Baden-Wrttemberg mchte mich mit der Begrndung, die falsche politische Meinung zu haben, ausschlieen. DJV-Mitglieder, so hats der hochmgende Landesvorstand eigens verffentlicht, haben sich "unterzuordnen", wg. "Treue. Rechts- und linksradikale Unterwanderung ist eben kaum zu unterscheiden.

Wenn es auch typisch fr den quasi-religisen Absolutheitsanspruch von Heilsbringern im Journalistengewand ist, sollte man es dennoch nicht Stalinismus nennen. Denn zum Stalinismus gehrt ja der Archipel Gulag. Und in Baden-Wrttemberg ist selbst das Hllental ein idyllischer Ort. Ob man das auch vom Justizgebude in Stuttgart sagen kann, wo nun in ffentlicher Verhandlung ber den Rauswurf wegen parteipolitischer Insubordination entschieden werden mu, wird sich weisen. Schau'n wir einmal.

Nun wrde ich mich freuen, wenn Sie dem DJV weitere Desaster ersparen und ihn durch kluge Reformen endlich zukunftsfhig machen wrden. Die Tagung in Schwerin ist eine Gelegenheit.

Hans Werner Conen
erreichen Sie unter
Telefon 0033 388 495989
Telefax 0033 388 495985
E-mail alea@wanadoo.fr
------------------------------------------------------------

BURKS ONLINE 17.06.2004
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfltigung nur mit Genehmigung des BurksVEB.


Benutzer-Profile anzeigenPrivate Nachricht sendenE-Mail sendenWebsite dieses Benutzers besuchen
Beitrge der letzten Zeit anzeigen:      
Neues Thema erffnenNeue Antwort erstellen


 Gehe zu:   



Nchstes Thema anzeigen
Vorheriges Thema anzeigen
Du kannst keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group :: FI Theme :: Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde