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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 09.02.2004, 23:51 Antworten mit ZitatNach oben








MEDIEN
Aktuell09. Februar 2004
BURKS' FORUM
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SPIGGEL.DE-DOSSIER I
Dossier: Diskussion ber die provokanten Thesen eines DJV-Mitglieds aus Baden-Wrttemberg
Teil I: "Haben Journalisten-Gewerkschaften noch eine Zukunft?" (21.01.2004, Hans Werner Conen)
Teil II: "Solidaritt ist eine Waffe - 12 Thesen fr eine starke Gewerkschaft" (31.01.2004, Burkhard Schrder)
Teil III: "Konsens ist Nonsens - anything goes" (09.02.2004, Hans Werner Conen)
Teil IV. "Treu und frdernd" (10.02.2004, Thomas Schelberg)
Teil V. "Den neoliberalen Teufel austreiben" (24.02.2004, Hans-Werner Conen)
Teil VI. "Niedergang streng nach Vorschrift" (06.03.2004, Hans-Werner Conen)
Teil VII. "Ausschluss eines "Arbeiterfhrers"? (23.05.2004, Hans Werner Conen)
Teil VIII. "Maulheldentum lterer Herren" (18.06.2004, Offener Brief Hans Werner Conens an Michael Konken)
Teil IX. "Jngschtes Gericht" (25.03.2005, Burkhard Schrder)
SPIGGEL.DE-DOSSIER II
Unter Journalisten 1
Unter Journalisten 2
Unter Journalisten 3
Unter Journalisten 4
Unter
Journalisten 5

Unter
Journalisten 6

- Dossier: Querelen im DJV - Landesverband Berlin.
Vgl. www.recherchegruppe.tk
MEINE ARTIKEL

Ausgewhlte Artikel in deutschen und internationalen Print- und Online-Medien von 1990 bis heute
MEDIEN-ARTIKEL AUF SPIGGEL.DE
Chinesisches Internetposting gesucht
Repressalien gegen Sekten-Mitglieder in der VR China
Wir basteln uns eine Terrorismus-Meldung
Die Anschlge in der Trkei
Sex, Landser und Rosamunde Pilcher
Will das Publikum keine serisen Informationen?
Wir sind alle Illuminaten
Verschwrungstheorien im Internet
FOCUS Online - die Mutter aller Quellen
...und immer an das Urheberrecht denken!
Pimmel auf Busen
ber die russische Mdchen-Band Tatu
MEINE BCHER (AUSWAHL)
Aussteiger
Wege aus der rechten Szene [2003]
Nazis sind Pop
2000, erweiterte Neuauflage 2004
Tron - Tod eines Hackers
1999, Linksammlung und Dokumente
Heroin - Sucht ohne Ausweg?
1993, Online-Ausgabe (download), Links
DAS BILD DES TAGES
Whrend des Brgerkriegs in Nicaragua 1979
WETTER
Nieuw Nickerie (Surinam)
Qulaybiyah (Tunesien)
Norah Head (Leuchtturm) (Australien)
Pjngjang (Nordkorea)
Barcelona (Catalunia)
One Hundred Fifty Mile House (Kanada)
Bagdad (Irak)
Schrobenhausen (Deutschland)

HABEN JOURNALISTEN-GEWERKSCHAFTEN EINE ZUKUNFT? TEIL III

Konsens ist Nonsens - anything goes

Eine Erwiderung auf Burkhard Schrder. Von Hans Werner Conen

Zwlf Thesen des Journalisten Hans Werner Conen sorgten fr Unmut und auch Unverstndnis im DJV Baden-Wrttemberg. Dort ist Conen Mitglied - ihm droht wegen der Thesen (!) ein Ausschlussverfahren. Auf spiggel.de erschienen bisher:
Die Thesen Hans Werner Conens: "... und die Freiheit um jeden Preis!" (21.01.2004)
Erwiderung von Burkhard Schrder: "Solidaritt ist eine Waffe" (31.01.2004)

strikeMein Gott, Schrder! Der linke Mummenschanz ist vorbei, der Sozialismus ist tot. Das wei ja sogar die SPD. Beim Exitus waren wir live dabei. Schon vergessen? Und weil es den zweiten Weg nicht mehr gibt, gibt es auch den berhmten "dritten Weg" der deutschen Rckversicherer, den zwischen U.S.-Kapitalismus und Sowjet-Sozialismus, nicht mehr. Es gibt nur noch einen, den amerikanischen Weg: Kapitalismus, Marktwirtschaft, Wettbewerb. Basta. Die Sache mit den "Siegern der Geschichte" ist anders gelaufen. Wir haben gewonnen - und: The winner takes all.

1989, noch vor Weihnachten, ist Conen in die Ostzone vorgestoen. Mit Kamerateam und Mercedes. Als er gesund, aber ohne Mercedes-Stern in die Freie Welt zurckgekehrt war, stand seine Diagnose ber den - gerade noch - real existierenden Sozialismus fest: They never come back.

Nachdem im vorigen Jahrhundert alle nur vorstellbaren Ideologien mit den bekannten Ergebnissen ausprobiert sind, gibt es nur eine akzeptable Ideologie: Keine Ideologie. "Markt" und "Wettbewerb" sind keine Ideologie. Sie sind Natur. Sie sind das, was von alleine kommt.

Gottlob ist genauso Schluss mit Herrenmenschen und Untermenschen wie mit edlen Proletariern und schurkischen Kapitalisten. Nur keine Ideologie braucht auch keine Politiker und keine Funktionre. Denn Funktionre und Politiker bilden hinter viel Hokuspokus fr die Doofen - "Soziale Gerechtigkeit", "Schutzmacht der kleinen Leute", etc. - eine selbstschtige Parasitenkaste. Keiner wird Politiker, keiner wird Funktionr, weil er anderen helfen will. Er wird es, weil er sich selbst helfen will. Da ist Conen nun einmal nicht gesonnen, sich Bevormundern zu unterwerfen, die weder klger noch moralischer sind als er selbst.

Und nun - anno Domini 2004 - spricht "Burks": "Solidaritt ist eine Waffe. Klingt nach Frontbericht aus dem Klassenkampf. Braucht irgend jemand in Deutschland, braucht gar der Deutsche Journalisten-Verband wirklich Waffen fr den Klassenkampf? Will der Journalisten-Verband Betriebskampfgruppen aufstellen? Sind Konken, Kulpok, Geibel und Co. getarnte Werwlfe des Sozialismus, die sich seit 1989 in den Wldern am Kyffhuser versteckt haben? Rufen uns bergewichtige, in Erinnerungen an 1968 am Altlinken-Stammtisch schwelgende DJV-Granden "Venceremos!" und "ber Grber vorwrts ins Schlaraffenland!" zu? Und: Schreien hungernde Redakteurskinder verzweifelt nach Brot, weil als Verleger verkleidete Sozialschdlinge champagnertrunken Qualittsjournalisten mit 14 europaweit hchsten Monatsgehltern, 35 Urlaubstagen und einer Super-Altersversorgung abspeisen? strikeDroht Verelendung unserer tapferen Local heroes in den Redaktionsstuben, denen die Raffgier des Klassenfeindes dadurch mal gerade schlappe 10000 Euro im Jahr wegzunehmen droht, da Urlaubsgeld und Urlaubsdauer um ein paar Prozent gekrzt werden? Ist ein menschenwrdiges Redakteursleben mit 90.000 Euro im Jahr noch mglich?

Wenn das ganze Land auf dem Weg nach unten ist, wenn alle "Opfer" bringen mssen, knnen nicht ausgerechnet die Journalisten immer besser leben wollen. Wozu also "Solidaritt"? Und gegen wen?

Zu Burks' einzelnen Thesen:

1. Der DJV will Journalisten unterschiedlichster politischer und weltanschaulicher berzeugungen gleichberechtigt organisieren. Also muss der Kommentator des Bayernkurier den Verband genauso als den seinen ansehen knnen wie der von Neues Deutschland. Und weil die - und die Redakteure von FAZ und TaZ, von Welt und FR, von Spiegel und Junge Freiheit - nun einmal zu allem und jedem, auch etwa zur Medienpolitik, ganz unterschiedliche Meinungen und journalistische Prioritten haben, ist es gnzlich unakzeptabel, wenn sich der DJV ffentlich fr eine bestimmte politische Meinung - und damit gegen eigene Mitglieder stark macht. Politische Meinung ist Sache von Journalisten, nicht von Journalisten-Funktionren. Das macht - zugegeben - die Interessenvertretung schwieriger. Aber Recht und Freiheit und vor allem der Respekt vor der Autonomie eines jeden einzelnen sind nun einmal schwieriger als dumpfe Diktatur nebst Gulag.

2. Der DJV ist weder rechtlich noch tatschlich die Nachfolgeorganisation von Goebbels' Reichsschrifttumskammer oder von Honeckers Staatlichem Komitee fr Rundfunk der DDR. Das Recht eines jeden, Journalist zu sein und - im Rahmen der allgemeinen Gesetze - schlechthin alles zu verffentlichen, folgt unmittelbar aus der Verfassung. Kein Journalist muss sich von wem auch immer - nur bei Staatsanwlten und Richtern sind Ausnahmen denkbar - vorschreiben lassen, was er zu recherchieren und zu schreiben hat ("Anything goes"). Gleichwohl ist es niemandem verwehrt, sich dem Rest der Menschheit mit nervigen Belehrungen ber "journalistische Ethik" oder "Qualitt" aufzudrngen, wobei der deutsche Pressekodex durchaus eine bedenkenswerte Sammlung beachtenswerter Grundstze ist - der deutsche Mensch will halt Grundstze "von oben", auf die andere ganz alleine und ohne Befehl kommen. Solange die hehren Grundstze freundliche Empfehlungen sind, mgen sie hilfreich sein. Wenn sie allerdings dazu fhren, da die einen Journalisten Femegerichte ber die anderen Journalisten abhalten, ist Schluss mit lustig: dann mu man die Moral-Funktionre zum Tempel hinaus jagen. Denn es gilt: Was verboten ist, steht im Gesetz. Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Zensur findet nicht statt.

3. Eine Interessenorganisation - und eine Gewerkschaft ist die klassische Interessenorganisation - rechtfertigt sich ihrer Natur nach ber den Erfolg, vulgo: bers Geld. Wer einer Interessenorganisation beitritt, will "Kohle" sehen - und nicht von irgendwelchen Zausel-Gurus ber den alleinseligmachenden Weg zum Heil der Menschheit belehrt werden. Funktionre hlt man sich fr Tarife, politisch denken und handeln tut man selbst.

4. Conen spricht sich dafr aus, Gewerkschaften keine quasi-staatliche Macht zu verleihen; er fordert insoweit Abschaffung oder nderung von Regelungen im Tarifvertragsgesetz, Betriebsverfassungsgesetz, Allgemeinverbindlichkeit, etc. Die "Leitkultur" des Grundgesetzes stellt den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt. Das erfordert zumindest, da er gegen organisierte Kollektive eine Chance auf Selbstbehauptung hat. Im brigen ist das mit dem "Mitspracherecht" so eine Sache: Es wird ja kein Mensch gezwungen, als Arbeitnehmer fr einen Arbeitgeber Dienste zu leisten. Wer aber als abhngig Beschftigter geht, muss akzeptieren, da er abhngig ist. Wer wie ein Unternehmer leben will, muss Unternehmer werden.
strike
5. Da liegt Burks aber schwer daneben, wenn er meint, der Begriff Gewerkschaft sei nur bei denen negativ besetzt, "die die Arbeitskraft auf dem freien Markt ausschlielich den Interessen des Kapitals unterordnen wollen." Der Niedergang der Gewerkschaften - reines Wunschdenken der Wallstreet-Plutokratie, whrend die proletarischen Massen in Treue fest zu ihren Apparatschiks stehen? Sind es nicht Journalisten, die alle Nasen lang neue Umfragewerte verffentlichen, denen zufolge eine satte Zweidrittel-Mehrheit der Deutschen Gewerkschaften fr kontraproduktiv bis berflssig ("Landplage") hlt? Alles "Frhkapitalisten"? Halten wir uns an einen berhmten Kollegen: Fakten, Fakten, Fakten. Nur noch 17 Prozent der abhngig Beschftigten sind Mitglied einer Gewerkschaft. Der Mitgliederschwund geht weiter. In Frankreich gibt es noch 8 Prozent Gewerkschaftler, in den U.S.A. 4 Prozent. Organisierte sind also eine kleine Minderheit, sind Auenseiter. Die bergroe Mehrheit der Arbeitnehmer lehnt es ab, sich von Gewerkschaften vertreten zu lassen. Da spricht es wesentlichen Verfassungsgrundstzen Hohn, wenn kleine Minderheiten den Staat fr sich instrumentalisieren, um ber die Kpfe der Vierfnftel-Mehrheit der Nichtorganisierten hinweg sogenannte "Mitbestimmung" zu praktizieren. Conen ist durchaus fr Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmer in den Betrieben, aber bitteschn aller, und nicht nur der Gewerkschaftsmitglieder.

6. Wie wr's, wenn die Damen und Herren Weltverbesserer die Wirklichkeit in ihre putzige linke Puppenstube einlassen wrden? Abgesehen davon, dass es ohne Wettbewerb und Auslese keine Menschen gbe, ist es nun einmal so, dass auch das heutige Leben nicht ohne auskommt. Das kann man "Sozialdarwinismus" nennen, was nichts daran ndert, da es sich nicht um eine - frei whlbare - politische Doktrin, sondern um eine - unabnderliche - Vorgabe der Natur handelt. Der frher hufigere Versuch, die Naturgesetze auf Parteitagen und Gewerkschaftskongressen zu ndern, hat sich eher nicht bewhrt. Also: Auch Journalisten kommen nicht darum herum, am Markt im Wettbewerb mit anderen Journalisten ums - berufliche - berleben zu konkurrieren. Dabei gibt es Gewinner und Verlierer. Die - in der Pisa-Studie gewrdigten - Prinzipien sozialistischer Kuschel-Pdagogik mit Rechtsanspruch auf den Nobel-Preis auch fr Analphabeten mssen nicht auch noch in den Medien als gutmenschliche Verirrung validiert werden.

7. Warum so schchtern, Burks? Der DJV - als Gewerkschaft muss sich dem Problem stellen, dass immer mehr seiner Mitglieder als selbstndige kleine Unternehmer arbeiten - - das ist nicht ein "Problem", das ist die Existenzfrage. Der DJV ist schon heute keine Gewerkschaft mehr, das Klassenkampf-Getse der Funktionre nach Art von Peters, Bsirske und Co. geht ins Leere. Gewerkschaft und tariffhig kann nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts nur eine sogenannte Koalition sein, die ausschlielich aus Arbeitnehmern besteht, mithin "gegnerfrei" ist. Eine "Gewerkschaft", in der mehr als die Hlfte der Mitglieder Freie Journalisten, also Unternehmer sind, kann folglich nicht tariffhig sein. So wie die IG Metall gerade die Christliche Gewerkschaft Metall vor dem Arbeitsgericht Stuttgart (2 von 3 Richtern sind da Verdi-Mitglieder) um ihre Tariffhigkeit gebracht hat, wird die neidische (Noch-)Grogewerkschaft Verdi irgendwann den Konkurrenten DJV abservieren. Da bleiben den groen Arbeiterfhrern vom DJV die Klassenkampfsprche im Halse stecken, oder? Im brigen liegt wohl ein Missverstndnis vor: Laut Conen sind nicht automatisch die die Leistungsbereiten, die in einem festen Arbeitsverhltnis stehen. Conen sagt: Ob angestellt, ob frei - es zhlt der Erfolg am Markt, sonst nichts.

8. Natrlich sollen DJV-Mitglieder keine Pflichten auer der Beitragszahlung haben. Im ADAC zahlt man den Beitrag und erwirbt damit Anspruch auf Leistungen - warum soll das im DJV anders sein? Im ADAC verlangt auch niemand "Solidaritt" (?) mit Leuten, die man nicht kennt. Niemand interessiert sich fr politische Meinung, strikeniemand verlangt Bekenntnisse fr oder gegen etwas, nicht einmal zur Verkehrspolitik, und niemand macht den Mitgliedern Vorschriften, was politisch richtig (z.B. Flchentarife) und was schrecklich zu finden ist (z.B. Guido Westerwelle und Friedrich Merz). Aber wenn man den ADAC ruft, kommt ein "Gelber Engel" und hilft. Da kann der DJV viel lernen: Dienstleistung statt Polit-Mission. Wr' doch was, oder?

9. Streiks sind kein vernnftiges Mittel der Interessenvertretung mehr. Schaden und Nutzen stehen in keinem akzepablen Verhltnis. Es kann dahinstehen, ob es den "Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit" je gegeben hat - heute existiert er nicht mehr. In einer globalen Wirtschaft konkurrieren Unternehmen - und Arbeitnehmer! - weltweit gegeneinander. Wenn ein Unternehmen im Wettbewerb gewinnt, sind Unternehmer und Arbeitnehmer die Gewinner; wenn ein Unternehmen verliert, verlieren auch beide Seiten. In dieser neuen Ordnung weltweiten Wettbewerbs aller gegen alle ist kein Platz mehr fr Streit - und Streik - in einzelnen Betrieben oder nationalen Branchen. Wer streikt, streikt seinen Arbeitsplatz und sein Unternehmen weg - die Konkurrenz schmunzelt. Der weltweite Wettbewerb erzwingt daher Kooperation derer, die sich nach - altem Denken - als geborene Gegner verstanden haben.

10. Dem DJV bleibt gar nichts anderes brig, als - und zwar kooperativ mit den Unternehmen - Empfehlungs-Regelwerke zu erarbeiten. Gewerkschaftseigenschaft und Tariffhigkeit wird der Verband eh ber kurz oder lang verlieren. Flchentarifvertrge wird es schon bald nicht mehr geben. Schon heute hlt sich kaum noch ein Unternehmen daran. Verbnde knnen kaum noch etwas durchsetzen. Der DJV schweigt dazu. Was soll er auch machen - von den meisten Versten gegen Tarifvertrge erfhrt er wohl gar nicht. Freie Individuen machen Funktionren eine lange Nase - und das ist gut so.

11. Burks hat Recht: Der Markt regelt nicht alles. Das ist ja das Problem. Wrde der Markt alles regeln - er tut es nirgends, aber besonders wenig in Deutschland - liefe fast alles besser. Gerade im von korrupten Parteibuch-Mafiosi abgewirtschafteten Deutschland sind weite Bereiche listig dem Markt entzogen worden, damit sich Abzocker-Seilschaften, die Markt und Wettbewerb natrlich nicht gewachsen sind, in einem Politiker- und Brokraten-Biotop in aller Ruhe dem Genu der selbstverliehenen Pfrnden widmen und sich die Taschen vollstopfen knnen. strikeWenn Burks behaupten wrde, der Markt regele nicht alles bestmglich, htte er auch Recht. Wer aber nun, das Heil der Menschheit fest im Blick, den nicht perfekten Markt abschafft, bekommt nicht das erhoffte Paradies, sondern korrupte Politiker, bevormundende Beamte, raffgierige Funktionre, etc., etc. Die erklren stets treuherzig, nur unser Bestes zu wollen - und viele sind bld genug, es ihnen zu geben. Burks hingegen wei aus der Bibel ("An ihren Frchten sollt ihr sie erkennen") und von Werner Heisenberg: Es zhlen nicht die hehren Ziele, sondern nur der Weg dahin. Und so kommen dann die Klugen direkt und die weniger klugen nach viel Frust durch Illusionen zu der einfachen Erkenntnis: Der Markt regelt nicht alles - er sollte es aber.

12. Nichts hassen Funktionre - auch ehrenamtliche, die oft noch ein Stckchen fanatischer sind - mehr als freie unabhngige Menschen, die fr sich selbst sorgen - und keine Funktionre brauchen. Deshalb braucht der DJV das Motto: "Wir wollen Einigkeit und Recht und Freiheit. Und die Freiheit um jeden Preis."

Nun kann man so viele "Thesen" und "Anti-Thesen" ausbrten, wie man will. Bei nchterner berlegung steht von vornherein fest: Zu einer "Synthese" fhrt das nicht, ein gemeinsamer Nenner zum Beispiel zwischen Schrder und Conen ist Illusion. Und dass Conen und Geibel sich einmal so richtig lieb haben ist genauso unwahrscheinlich wie eine Mnnerfreundschaft zwischen Kulpok und Schrder. Was tun? Sich gegenseitig mit Ausschlussverfahren berziehen, damit der DJV politisch "rasserein" und frei von "falschen Ansichten" wird?

Jeder Versuch, eine Journalisten-Organisation auf irgendeine Art von ideologischer "Linie" bringen zu wollen, freien, intelligenten, unabhngigen Geistern bei Androhung der Exkommunikation vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben und was sie zu denken haben, ist unausweichlich zum Scheitern verdammt. Gottlob.

Wozu braucht man dann einen DJV, wenn der - seinen Mitgliedern - eh nichts zu sagen hat, nichts zu sagen haben darf? Man braucht ihn so dringend wie selten zuvor - fr die (Rck-) Eroberung der Freiheit, da jeder anders sein und anders denken und anders schreiben und anders senden kann. Journalisten, uneinig in allem, brauchen eine "Waffe" (sic!) gegen die Parasitenklasse der Politiker und Apparatschiks. Journalisten sind Freiheitskmpfer. Ohne Freiheit gibt es keine Journalisten. Und ohne Journalisten keine Freiheit.

Konsens ist nonsens - Anything goes!

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BURKS ONLINE 09.02.2004
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