Reich durch Abzocke

Computerbild: „Egal ob Preisvergleich, Reisebuchung oder Partnersuche: In den Angeboten der Unister Holding GmbH finden sich immer Kosten, die für Kunden nicht offensichtlich sind. (…) Diese Angebote stellen nur eine kleine Auswahl von Webseiten dar, die die zehn Jahre alte Unister Holding GmbH betreibt. (…) Die Redaktion von COMPUTER BILD hält die Vorwürfe zu den beschriebenen Abzockfallen aufrecht und weicht in keinem Punkt von ihrer Darstellung ab.“

Richtig so. Sehr gut und chapeau, Computerbild! Dazu auch Heise und Leipziger Internet Zeitung.

Instabile Situationen, Landluft und die Knechtschaft aus Überzeugung

Unna

„But now the situation is unstable and we can’t discuss this and resolve these issues“ – wer kann das gesagt haben?
[ ] Angela Merkel in einem Interview mit MNB über die gegenwärtige Krise des Kapitalismus?
[ ] Louis van Gaal in einem Interview mit Russian.tv über den niederländischen Fußball?
[ ] Mullah Hadschi Halef Omar ben Hadschi abul Osama in einem Interview mit Tiv Beyti über die Kampfkraft Al Kaidas?

Auf jeden Fall wird man über den Nahen Osten durch Al Jazeera besser informiert als durch deutsche Mainstream-Medien – leider kann ich den Sender im TV in Berlin nicht empfangen. Und jeden Tag von Berlin nach Unna in ein Hotelzimmer zu fahren ist auch zu teuer.

Unna

Bei Familie Lategahn in Unna-Mühlhausen scheint noch alles krisenfrei zu sein: Das Möppkenbrot hat sich nicht verteuert, und die neuen Mittelschichten und Rentner, die die ländlichen Suburbs von Unna bevölkern, haben die Kohle, um sich politisch korrektes Fleisch zu kaufen.

Die protestantische Leitkultur fordert ja ein Styling des Alltageslebens bis ins Detail, weil alles bis ins Gewissen hindurchwirkt. Unsere Allzweckwaffe Karl Marx sagte über Esskultur und Political Correctness:
Luther hat allerdings die Knechtschaft aus Devotion besiegt, weil er die Knechtschaft aus Überzeugung an ihre Stelle gesetzt hat. Er hat den Glauben an die Autorität gebrochen, weil er die Autorität des Glaubens restauriert hat. Er hat die Pfaffen in L aien verwandelt, weil er die Laien in Pfaffen verwandelt hat. Er hat den Menschen von der äußeren Religiosität befreit, weil er die Religiosität zum inneren Menschen gemacht hat. Er hat den Leib von der Kette emanzipiert, weil er das Herz an die Kette gelegt.

Unna

Heute werde ich mich noch einmal ins Nachtleben von Unna stürzen; die Schwester der schon erwähnten schnuckeligen Jura-Studentin soll im Spatz und Wal bedienen, sagte man mir. Hmm…lecker.

By the way: Wer soll eigentlich den Zeichensalat aka Schilderwald am Unnaer Markt lesen? Da könnte ja ein Linguist eine ganze Doktorarbeit drüber schreiben.

Wohl nicht oder doch

„Wenigstens die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht. Zwar hätten sich die Namen der drei Mitglieder der Zwickauer Neonazi-Zelle, Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, in den Akten gefunden, etwa auf Teilnahmelisten von rechtsextremen Veranstaltungen. Klar sei nun jedoch, dass sie nicht als V-Leute für den Verfassungsschutz gearbeitet hätten.“ (Quelle: SpOn, 04.07.2012)

„Der Verfassungsschutz teilte im Winter 2011 dem Generalbundesanwalt in einem vertraulichen Schreiben mit, dass „alle Beschaffungsakten, deren weitere Aufbewahrung nicht mehr erforderlich war, Anfang des Jahres in einer konzertierten Aktion vernichtet“ worden seien. Zugleich räumten die Geheimen ein, dass die Akten der Abteilung 2 ohnehin nie vollständig gewesen seien.“ (Quelle: SpOn, 02.07.2012)

Ja was denn nun? Wenn in den Akten nicht steht, wer Spitzel war, weil diese Akten „nicht vollständig“ sind, wie kann man dann wissen, dass die NSU-Mitglieder nicht für den VS gearbeitet haben?

Bin ich der Einzige, der Logik einfordert – oder sind die bei SpOn alle Pappnasen aka bekloppt? Oder beides?

Günter Wallraff et al

Auf Ruhrbarone.de steht ein Artikel über die Journalisten-Legende Günter Wallraff und dessen Umgang mit „Mitarbeitern“ und Quellen: „Mobbing à la Wallraff oder ‚…bis bald, Dein Günter‘.“

Sehr interessant auch dieser Hinweis: „Wallraffs Anwalt steht übrigens nach Presseberichten als ‚Sprecher‘ in Diensten der Firma ‚DigiTask‘. ‚DigiTask‘? Ja, genau. Das ist ein Spezialunternehmen, das vor einiger Zeit durch den sogenannten ‚Bundestrojaner‘ Schlagzeilen machte – eine Virensoftware [Unfug. Burks], die von BND und anderen Geheimdiensten dieser Welt genutzt wird, um heimlich Computer auszuspähen.“

Ja wo nutzen Sie denn? Mein Verhältnis zu Günter Wallraff habe ich übrigens schon am 12.12.2004 auf meinem Blog spiggel.de beschrieben.

Der Kapitalismus an sich ist nicht gut

Die Titanic schreibt Henrik Müller, den Chefredakteur des Manager-Magazins:

Da haben Sie in Ihrem »Spiegel online«-Kommentar dem Kapitalismus aber mal ordentlich die Leviten gelesen: „Eine Wirtschaft, deren primäres Ziel es ist, eine möglichst hohe Kapitalverzinsung zu erwirtschaften, läuft in die Irre“, heißt es da. Das Modell habe sich totgelaufen: „Profit und Rendite zu erwirtschaften kann nur eine Nebenbedingung einer nachhaltigen Wirtschaft sein, kein Selbstzweck.“

Da nun aber genau dieser Selbstzweck der einzige Antrieb kapitalistischen Wirtschaftens ist, Sie, Müller also erklären, daß der Kapitalismus an sich nicht gut ist, folgern Sie messerscharf was? Logisch, steht ja in der Überschrift: »Es ist Zeit für einen neuen Kapitalismus«.

Jedes System hat halt die Logiker, die es verdient.

Die gängigen „Thesen“ der Mainstream-Medien über Ökonomie und den Kapitalismus im Allgemeinen und Besonderen kann man auch nur noch satirisch kommentieren.

Wahnsinn Leistungsschutzrecht

Kanzlei Hoesmann: “Wenn ich jetzt auf der Webseite meiner Kanzlei darauf aufmerksam mache, dass ich von einer Zeitung zitiert wurde, verstoße ich aber schon gegen das Leistungsschutzrecht. Auch verstoße ich gegen das Leistungsschutzrecht, wenn ich meine Aussage in der Zeitung selbst zitiere. Wahrscheinlich werde ich auch gegen das Leistungsschutzrecht verstoßen, wenn ich über den Twitter-Account der Kanzlei oder auch über dem Facebook Auftritt mit einem Link auf den entsprechenden Artikel hinweise…

Thomas Knüwer hat daraus einen korrekten Titel gemacht: „Der Wahnsinn Leistungsschutzrecht – und warum ich nicht mehr auf Verlage verlinke“.

Unter Irren, kann man nur sagen. Das so genannte „Leistungsschutzrecht“ ist das Ende aller Blogger und der Hyperlinks. Nur noch selbstreferenzielle System erlaubt. Dann bekommt die Angst deutscher Medien vor dem Link einen passenden rechtlichen Rahmen.

Triumph des Willens und immer an das Volk denken

Focus: „Dank einer riesigen Willensleistung hat Griechenland das Viertelfinale der EM erreicht. Im Moment des überraschenden Triumphs gegen Russland dachten die Spieler an ihr Volk.“

Ach. Das hatte wir doch schon in anderer Form: „Dank einer riesigen Willensleistung hat Deutschland die meisten olympischen Medaillen gewonnen. Im Moment des überraschenden Triumphs dachten die Spieler an ihr Volk und an den Führer.“

Deutsch des Grauens einmal anders.

Tatort-Autoren klauen Alarmanlagen-Schaltplan aus dem Internet

Ein sehr hübscher Thread findet sich auf mikrocontroller.net über Tatort-Autoren, die Schaltpläne „aus dem Internet“ klauen (via Fefe). Auch sonst sind die Beiträge dort aus verschiedenen Gründen interessant.

All your rights belong to us

Pressemitteilung des DJV über ein Urteil des Bundesgerichtshofes:
„Die Honorarbedingungen 2007 für Freie der Axel Springer AG verstoßen zwar in wesentlichen Teilen gegen das Urheberrecht und dürfen deshalb nicht länger angewandt werden. Geschützt werden freie Journalisten aber nach einem heutigen Urteil (Az. BGH I ZR 73/10) des Bundesgerichtshofs (BGH) auch zukünftig nicht davor, alle ihre Rechte beim Verlag abliefern zu müssen. Umfassende Rechtseinräumungen sind der Entscheidungsfreiheit der Vertragsparteien unterworfen und unterliegen daher nicht der gerichtlichen Kontrolle von Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Wege der Verbandsklage, meint der BGH.“

Das Urteil ist schon richtig. Wenn der Staat bestimmte, welche Bedingungen zwischen den Arbeitern der Stirn und dem Kapital ausgehandelt werden, wäre das ja kein Kapitalismus mehr.

Abzocker-Mentalität bei ARD und ZDF

„Alle illegalen downloads haben der deutschen Dokumentarfilmbranche materiell weniger geschadet als die Vertragspraxis von ARD und ZDF an einem einzigen Tag.“ (Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok) laut carta über die Vertragspraxis der öffentlich-rechtlichen Sender)

Sturm im Wasserglas [Update]

Meedia über den Sturm im Wasserglas zwischen FAZ und Süddeutsche:
„FAS-Literaturkritiker Volker Weidermann hatte am Pfingstsonntag der Agentur dpa über seine als ‚Nachricht‘ getarnte Satire gesagt: ‚Fiktion und Wahrheit sind ja nicht mehr wirklich zu unterscheiden…Ob sich das jetzt die Titanic oder Günter Grass ausdenkt, ist für mich kein großer Unterschied.'“

Der Mann hat doch vollkommen recht. Die Satire war so gut gemacht, dass man sich auch nicht ärgern sollte, darauf hereingefallen zu sein.

Die Titanic hat natürlich reagiert:
„Mit Sorge und Unverständnis beobachten wir die Auseinandersetzungen zwischen den Feuilletons von SZ und FAZ auf dem für sie fremden humoristischen Gebiet. Insbesondere die wiederholte, nicht autorisierte Inanspruchnahme der Bezeichnung TITANIC zur Steigerung der eigenen Auflage verstößt gegen Bestimmungen internationalen Presserechts, darunter die Schnatterquotierung, das Hybriskontrollgesetz und den Gockeleisperrvertrag. (…) Wir fordern die Konfliktparteien auf, sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu besinnen: stumpfe Glossen, verstaubte Karikaturen, tantige Aprilscherze, antisemitische Gedichte und mittelguten Journalismus“.

[Update] Don Alphonso irrt (was er selten tut, wenn es um Medien geht):
„Ich glaube, das ist ein Strukturfehler bei Twitter: 140 Zeichen Unsinn sind schnell abgeschäumt, beim Bloggen muss man auch formulieren und nachdenken, und damit ist die Gefahr, auf so etwas hereinzufallen, doch etwas geringer.“

Daran liegt es nicht – man sollte eben nie etwas glauben, wenn man es nicht überprüft hat. Mindestens zwei unabhängige Quellen. Das ist sollte der Unterschied sein zwischen seriösem Journalismus und Bloggern/Twittern.

Der wahre Henker ist die Masse

„Ein gewichtiger Grund für das rapide Anwachsen der Hetzmasse ist die Gefahrlosigkeit des Unternehmens. Es ist gefahrlos, denn die Überlegenheit der Masse ist enorm. Das Opfer kann ihnen nichts anhaben. (…)

Die Hetzmasse ist sehr alt, sie geht auf die ursprünglichste dynamische Einzelheit zurück, die unter Menschen bekannt ist, die Jagdmeute. (…) Alle Formen der öffentlichen Hinrichtung hängen an der alten Übung des Zusammen-Tötens. Der wahre Henker ist die Masse….(…)

Auch heute nimmt jeder an öffentlichen Hinrichtungen teil, durch die Zeitung. Man hat es nur, wie alles, viel bequemer. Man sitzt in Ruhe bei sich und kann unter hundert Einzelheiten bei denen verweilen, die einen besonders erregen. Man akklamiert erst, wenn alles vorüber ist, nicht die leiseste Spur von Mitschuld trübt den Genuß. Man ist für nichts verantwortlich, nicht fürs Urteil, nicht für den Augenzeugen, nicht für seinen Bericht und auch nicht für die Zeitung, die den Bericht gedruckt hat. (…)

Im Publikum der Zeitungsleser hat sich eine gemilderte, aber durch ihre Distanz von den Ereignissen um so verantwortungslosere Hetzmasse am Leben erhalten, man wäre versucht zu sagen, ihre verächtlichste und stabilste Form.“

Was würde Elias Canetti (1905-1994) wohl zum Internet sagen? Die obigen Zitate stammen aus seinem Werk „Masse und Macht“ (erschienen 1960), das zur Pflichtlektüre mündiger Bürger gehören sollte und das für mich eines der intelligentesten und wichtigsten Bücher ist, das jemals geschrieben wurde.

Fünf mal Gratis-Unsicherheit im Netz à la Spiegel Online

An ole_reissmann@spiegel.de
Sorry, lieber Kollege, aber ich hab selten so einen Quatsch gelesen.

„Absolute Sicherheit gibt es nicht. Manche Hacker nutzen zur Übermittlung sensibelster Informationen vorsichtshalber gar keine Onlinedienste, sondern lieber die herkömmliche Post.“

Mit Verlaub, das ist einfach nur lächerlich. Wo sind denn die mindestens zwei unabhängigen Quellen? Der Artikel ist voll sachlicher Fehler und empfiehlt Dinge, die man keineswegs tun sollte. Ich frag mich, was das soll…

Kein Wunder, dass Truecrypt nicht erwähnt wird und man dem Autor keine verschlüsselten Mails schicken kann. Typisch Spiegel online.
Sorry, aber ich bin richtig sauer.
BurkS

Die majestätische Gleichheit des Gesetzes und die Pressefreiheit

„… unter der majestätischen Gleichheit des Gesetzes, das Reichen wie Armen verbietet, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln und Brot zu stehlen.“ (Anatole France, Die rote Lilie, München 1925)

Guckst du auch bei Thomas Stadler – wie das Landgericht Hamburg die Meinungsfreiheit aushöhlt.

„Die Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ (Paul Sethe, Journalist)

Quellenschutz

Der Tagesspiegel schreibt:
Die „Spiegel-Online“-Redaktion beteiligt sich aktiv am Rücktritt des Berliner Parteichefs Semken – und tastet damit das im Pressekodex verankerte Prinzip des Quellenschutzes an.

Sehr wahr! Hört! hört!

Autorisierung – ein Juristen- und Journalisten-Hoax

Einen netten Juristen-Hoax gibt es auf Medien Monitor – „ein Ausbildungsprojekt des Instituts für Journalistik der Technischen Universität Dortmund“:
Juristische Grundlage von Autorisierungen ist das allgemeine Persönlichkeitsrecht.

Bruhahahaha. Das ist, mit Verlaub, Schwachfug. Es gibt keine rechtlichen Grundlagen für „Autorisierungen“ von Interviews. Als ich Chefredakteur war, habe ich das schlicht verboten. Wer Interviews autorisieren will, kriegt kein Interview. So einfach ist das.

Telepolis schrieb vor neun Jahren (2003): „Bis zur Unkenntlichkeit autorisieren – Neun bundesdeutsche Tageszeitungen wehren sich mit einer Aktion gegen zunehmend restriktiv gehandhabte Interview-Autorisierungen, Besserungen sind wohl nicht zu erwarten.“ Quod erat demonstrandum.

Ich schrieb hier 2008: „Zu einem professionell geführten Interview gehört keine Autorisierung. Dennoch kann zusätzlich ein Hintergrundgespräch stattfinden, aus dem dann in gegenseitigem Einvernehmen eventuell nicht zitiert wird.“

Kein Wunder, dass der deutsche Journalismus so wenig investigativ, so duckmäuserisch, so zahm, so obrigkeitshörig ist, wenn sogar journalistische „Ausbildungsprojekte“ auf diesen Hoax reinfallen.

Westliche Werte, Pressefreiheit und Zensur

Reporter ohne Grenzen (via wbs-law.de):
„Die Menschenrechtsorganisation “Reporter ohne Grenzen” (ROG) hat zum zehnten Mal ihre Rangliste der Pressefreiheit vorgelegt. (…) Nach dieser Liste konnte sich Deutschland um einen Platz gegenüber dem Vorjahr verbessern und befindet sich nun, zusammen mit Zypern und Jamaica, auf dem 16. Platz (…) Die USA rutschte um 27 Plätze auf Platz 47 nach unten. Grund dafür sind die Behinderungen der Berichterstattung über die Occupy-Proteste seitens der Polizei.“

Vgl. (02/2011) „Hurra, wir sind Zensur-Weltmeister!“

Semken hat Jehova gesagt

In einer Mailingliste der Piratenpartei schrieb jemand: „der LaVo will noch im Mai eine Konferenz zu Rechtsextremismus, Rassimus etc. durchführen.(…) Bevor die Arbeit getan ist, positioniert sich unser Landesvorsitzender Hartmut Semken als Linksextremist, so berichten jedenfalls die Medien.“

Ich antwortete und sprach:

Diesen Begriff aus der Mottenkiste der Totalitarismus-Doktrin kann man ja wohl nur ironisch benutzen, weil er rein gar nichts aussagt.

Semklen hat ganz richtig gesagt: „Ich bin nach Verfassungsschutzdefinition Linksextremist“.

Wer die „Definitionen“ des Inlands-Geheimdienstes ernst nimmt, ist selbst schuld.

Aber natürlich greifen die hyperventilierenden Reiz-Reaktions-Muster der Medien und der Lichterkettenträger jetzt.

Nur bedingt wissend

Hahaha, sehr schöner Artikel von Kristian Köhntopp über das Anti-Viren-Programme-Voodoo („über die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von Antivirenprogrammen“). Lesebefehl!

Köhntopp bezieht sich auf einen Artikel in der FAZ, den er nach allen Regeln der Kunst auseinandernimmt. Das FAZ-Gefasel ist von Peter Welchering.

Welchering? Den hatten wir hier schon einnmal vor fünf Jahren durchgenommen unter dem Titel „Neues vom Tron-Netz“.
Ein Rezept für Journalisten soll angeblich sein: „Vertrauliche Daten sollten auf gar keinen Fall auf Rechnern gespeichert werden, die einen Zugang zum Internet haben.“ (…) „Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass jede verschlüsselte Information prinzipiell entschlüsselt werden kann.“ Falsch. Der Autor Peter Welchering hat schlicht keine Ahnung von Verschlüsselung. (…) Kein Angst, der Blödsinn lässt sich sogar noch steigern: „Völlige Sicherheit kann man übrigens auch nicht von Anonymisierungsrechnern, wie sie innerhalb des TRON-Netzes verwendet werden, erwarten.“ Sehr witzig. Ich wusste gar nicht, dass wir einen Tron-Server betreiben.

Heute bin ich irgendwie guter Laune und mache mir ständig neue Freunde.

„Holocaust-Leugner-Befürworter“?

shoa

„So wie der Niedersachse Carsten Schulz, der die Leugnung des Holocaust nicht als Straftat sieht“ – so formuliert Spiegel Online suggestiv über den bevorstehenden Bundesparteitag der Piraten.

„Holocaust-Leugner-Befürworter“ heisst es beim Blogger Jürgen Meyer. Dämlicher kann man es nicht ausdrücken.

So geht die typische Diffamierung à al Mainstream-Medien. Wer eine andre Meinung hat als der gefühlte common sense der Lichterketten-Träger, der wird in die Nähe der kackbraunen Kameraden gerückt.

Ich bin dafür, dass es nicht mehr strafbar sein soll, die Shoa zu leugnen. Und ich bin dabei in guter Gesellschaft mit Henryk M. Broder und zahlreichen Juristen wie Wolfgang Hoffmann-Riem, einem ehemaligen Rchter am Bundesverfassungsgericht.

Nun könnt ihr mich auch diffamieren, ihr Pappnasen bei Spiegel Online.

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