Unter verbal deutlich Machenden
Das Blödeste, was ich seit langem gelesen habe, steht im Leitfaden „Sicher handeln bei Gewalterfahrungen von Beschäftigten an Schulen“. Der Quatsch, den man dort liest, ist nicht nur völlig weltfremd, sondern sogar gefährlich für Betroffene.
Ganz abgesehen vom grottenhaft schlechten und falschen Deutsch: „Schulen sind aber auch ein Spiegel der Gesellschaft und so erleben wir leider seit Jahren zunehmende Gewalterfahrungen von Lehrkräften und allen übrigen an Schulen Beschäftigten.“ Kommafehler (vor „und“ kommt eins). „Gewalterfahrung“ ist Nominalstil, den es zu vermeiden gilt und ein hässliches Wort: Das schwache Verb „erfahren“ eignet sich schlecht für das Thema. Vergleiche: „Ich wurde verprügelt, weil ich Erdogan einen Idioten nannte“ mit „ich habe Gewalt erfahren, weil ich dieses und jenes sagte“.
Bei direkten Angriffen empfiehlt der Leitfaden:
„Versuchen Sie sich zu beruhigen“,
„Entfernen Sie sich aus der Gefahrenzone“,
„Machen Sie verbal deutlich, dass Sie diesen Übergriff nicht dulden“.
Und was tun, wenn man sich nicht beruhigen kann oder will? Weglaufen ermutigt die Störer nur. Stand your grund! Mein Krav-Maga-Lehrer sagte: Die Täter checken ab, ob man ein potenzieller Gegner sein könnte. Es geht gar nicht darum, wer „gewinnen“ würde. Und wenn es so aussieht, dass man nicht zurückweicht, überlegen sie es sich. (Gilt nicht immer bei Störern, die die falsche Menge falscher Drogen intus haben oder Psychos.)
Besonders albern: „verbal deutlich machen“. Das ist Bläh- und Furzdeutsch. Besser: Sagen Sie klar und angenehm, was erstens, zweitens, drittens käm. Sprechen, sagen, rufen – es gibt ein halbes Dutzend Tuwörter, die weniger nach bulimiefernen gendersprechenden Grüninnen klingen als „verbal deutlich machen“. Ich hoffe, dass ich das jetzt nicht verbal undeutlich gemacht habe.
Was ist bei drei Störern, und man ist allein? Wie oben. Mache klar, dass du wahrscheinlich verlieren wirst, aber zwei von denen kriegen ziemlich was ab. Frage die Störer, wer anfangen möchte.
Griechisch chillen
Mein ältester Avatar akklimatisiert sich auf einer griechischen Insel und wartet auf die zahlreichen Damen in Badekleidung, die ab dem 23.05. eintreffen werden. (Ja, da steht ein Laptop mit Linux.) #secondlife #roleplay
Chinesisches zum variablen Kapital
Ich darf die an Ökonomie interessierten Leser und die wirtschaftsaffinen Leserinnen auf ein kleines Video auf Instagram aufmerksam machen.
„In an interview with Fortune, Apple CEO Tim Cook explained that China is no longer a cheap labor market, as many people assume. He said labor costs in China haven’t been low for years. Instead, Apple manufactures there because of the country’s unmatched concentration of skilled labor, especially in areas like tooling and precision engineering. Cook highlighted that while the U.S. might struggle to gather a few hundred skilled engineers, China can fill entire football fields with them. This depth of talent, built through years of focused vocational education, gives China a huge advantage in advanced manufacturing. Cook made it clear that Apple values quality and efficiency over cost-cutting, and China’s infrastructure and expertise make it the best fit for their production needs. His comments challenge the outdated view that China is chosen just for cheap labor—it’s really about scale, skill, and speed.“
Der Profit für die Kapitalisten erhöht sich, wenn die Kosten für das variable Kapital (also u.a. die Löhne) gesenkt werden. Der Profit steigt aber auch, wenn das variable Kapital bei gleichen Kosten produktiver ist als das der Konkurrenz.
Unter Hatespeech-Beauftragten

Mache ein symbolisches Foto für einen bayrischen Hatespeech-Beauftragten –ar 3:2
Das Ministerium für Wahrheit informiert: „Zensur heißt jetzt „Schutz der Meinungsfreiheit.“
Von Honduras nach Nicaragua
Managua, 9.12.1981
Liebe Eltern,
Ich habe heute Euren Brief bekommen, er war schon seit dem 21.11. hier angekommen, wir allerdings erst gestern. Wir haben uns über alle Briefe sehr gefreut, weil wir ja seit September nichts mehr gehört hatten. Jetzt machen wir erst einmal ein paar Tage Pause, schreiben Briefe und quatschen mit den anderen Rucksacktouristen hier in der Herberge (Wir haben seit dem 7.11. keine Deutschen mehr gesehen – das war in Belize) und werden dann die anderen Städte Nicaraguas im Westen aufsuchen.
Die letzten 2 Wochen waren äußerst anstrengend. Wir sind von La Ceiba, Honduras, mit einem kleinen alten Holzschiff die Küste lang gefahren und haben 3 Tage und 2 Nächte (Schlafen nur auf Decksplanken) mit einer fürchterlichen Schaukelei verbracht bei miserablen Essen (die ganze Zeit nur Bohnen und Reis, mit Meerwasser gekocht). Ich war am ersten Tag seekrank, die anderen Passagiere die ganze Zeit – das Schiff war 20 m lang und 5 m breit und über 50 Leute!
Bei jedem Dorf an der Küste, wo nur Schwarze wohnen, hielten wir an – ungefähr 1 km vor der Küste, und die besten Ruderer des Dorfes kamen in einem riesigen Einbaum herangepaddelt, mitten durch die riesigen Wellen der Brandung – das war das Schöne, diese prächtigen Gestalten zu sehen, alle über 1,70 groß, die meisten größer als ich, muskelbepackt und über alle Backen grinsend, ohne Karies. Einer der „Matrosen“, auch einer von den Garifunas (so nennen sie sich), hob ohne sichtbare Anstrengung 50-kg-Säcke voll Salz aus dem Laderaum nach oben.

Die Straße von Puerto Lempira, Honduras, nach Leimus, Nicaragua, bisher unveröffentlicht.
In Puerto Lempira in Honduras, einem Dorf ohne Straßenverbindung und nur mit ein paar tausend Einwohnern, sind wir dann eine Stichstraße (wer die gebaut hat und warum, weiß ich nicht) 6 Std. an den Grenzfluß [Rio Coco] zu Nicaragua. Dort an der anderen Seite war ein kleines Dorf, aber sehr viele Soldaten, alle sehr jung, mit abenteuerlichen Uniformen, teilweise langen Haaren, unterschiedlicher Bewaffnung, aber alle sehr revolutionär aussehend.
Nachdem sie unsere Rucksäcke bis auf die letzte Wäscheklammer auf dem Fußboden ausgebreitet hatten (einige Dinge kannten sie gar nicht, z.B. Tampons, den Benzinofen, die Taschenlampe hielten sie für eine Kamera) und sich überzeugt hatten, daß wir keine amerikanischen Spione waren, bekamen wir erst mal ein ausgezeichneten Gratis-Essen in der „Volkskantine“ (nur eine Holzhütte), und wir hatten die Ehre, mit dem Kommandanten zu speisen (er war jünger als ich und gab sich mit Erfolg Mühe, wie Che Guevara auszusehen), anschließend ein Empfehlungsschreiben an das Einreisebüro in der nächsten Stadt. Leider durften wir keine Fotos machen, aber alles war äußerst freundlich und vor allem neugierig.
Nach einen 6-stündigen Fahrt mit einem kleinen Lastwagen waren wir dann wieder an der Küste in einer kleinen Stadt – im Frühstücksraum des Hotels Bilder von Lenin und Arafat (!), sehr ungewohnt.

Islas del Maíz, Nicaragua, englisch: Corn Islands, fotografiert in der ersten Dezemberwoche 1981.
Nach ein paar Tagen sind wir dann wieder mit einem Schiffchen die Küste Nicaraguas entlang bis zu einer winzigen Insel, wo wir wegen nicht existierender Verbindung mit dem Festland hängengeblieben sind, dafür aber am Meer unter Palmen und am menschenleeren Sandstrand baden konnten. Dann ging es per Schiff nach Bluefields an der südlichen Küste, wo wir 2 Tage Wäsche gewaschen haben, und gestern endlich von der Küste weg ins Landesinnere hier nach Managua – endlich!
Hier ist auch alles sehr seltsam – die Stadt gibt es eigentlich gar nicht, die meisten Gebäude sind beim Erdbeben 1972 völlig zerstört und dann noch sehr viel im Bürgerkrieg 78/79. Es gibt nur noch riesige Außenbezirke mit einstöckigen Häusern, im Stadtzentrum stehen ein halbes Dutzend großer Häuser, ziemlich verstreut, dazwischen riesige Ruinenfelder oder einfach Wiesen. Wir werden uns mal umsehen in den nächsten Tagen.

Straßenszene in Managua, Nicaragua 1981, kurz nach der sandinistischen Revolution.
Ich weiß nicht, ob ich es schon geschrieben habe: am 22.12. oder einen Tag später fahren wir nach San José, Costa Rica, vor Neujahr nach Panama (vielleicht wird es schwierig mit der Post, weil angeblich alles zurücḱgeschickt wird, wenn nicht „Republic of Panama“ draufstehe). H. hat uns geschrieben, daß er uns Geld nach Bogotá schickt, das beruhigt uns.
Wir schrieben viele Weihnachts- und Neujahrskarten, wenn wir jemanden vergessen, bitte entschuldigt uns – das Porto ist auch nicht gerade billig bei der Menge. Sonst geht es uns gut, wir sind gesund und munter und schon kräftig gebräunt.
Die nächste Post wahrscheinlich aus Panama, deshalb jetzt schon ein fröhliches Weihnachen und vorsorglich einen guten Rutsch – wir werden Weihnachten in großer Hitze erleben, aber sehr gut essen gehen. Grüße von Susanne!
Burkhard
Lügenverbot [Update]
„Die bewusste Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen ist durch die Meinungsfreiheit nicht gedeckt. Deshalb muss die staatsferne Medienaufsicht unter Wahrung der Meinungsfreiheit auf der Basis klarer gesetzlicher Vorgaben gegen Informationsmanipulation sowie Hass und Hetze vorgehen können.“ (Koalitionsvertrag, S. 123)
Ich bin mal gespannt, wer gegen diesen ungeheuerlichen Angriff auf die Meinungsfreiheit protestiert. (Der DJV natürlich nicht.)
[Update] Die Qualitätsboulevardmedien fassen Meinungen dazu zusammen.
Zeitgemäß digital befugt
In der bürgerlichen Presse lese ich über den Koalitionsvertrag: „Ein zentrales Anliegen ist die Einführung „zeitgemäßer digitaler Befugnisse“ für Sicherheitskräfte. Dies umfasst eine europarechtskonforme dreimonatige Speicherpflicht von IP-Adressen und Portnummern, also Netzwerkadressen, sowie den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zur Datenanalyse. Die Bundespolizei soll bei schweren Straftaten neue Möglichkeiten erhalten, insbesondere im Bereich der Quellen-Telekommunikationsüberwachung.“
Das ist doch alles Geschwurbel. Die wollen wieder zum x-ten Mal die Vorratsdatenspeicherung, die aber „rechtskonform“ sein soll. Dann viel Spaß damit, ein Gesetz so zu machen, dass es weder der EuGH noch das BVerfG in die Tonne treten.
Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zur Datenanalyse: Das kann ja heiter werden. Es gibt dazu einen uralten Comic von Seyfried. „Ich habe hier eine einstweilige Erschießung gegen Sie!“ So will die die KI!
34

34 – heutiger Rekord. Ab 50 mache ich Beweisvideos…
Kein Blutbad oder: Das Kapital flüchtet nicht

Macht den Markt kaputt. Was bedeutet das? Wenn man den Wirtschaftsteil der bürgerlichen Presse überfliegt, überkommt einen das Gefühl, man könne auch den Wetterbericht lesen, obwohl dessen Vorhersagen vermutlich um ein Vielfaches genauer sind als das, was die Groupies der „Volkswirtschaftslehre“ absondern. Man formuliert aus dem Bauch heraus: Geld, Kapital, Preis – alles irgendwie dasselbe.
Nein, ist es nicht. Das „Kapital“ flüchtet auch nicht. Ist es überhaupt Kapital oder etwas anderes?
In der wissenschaftlichen Ökonomie unterscheidet man zwischen Tauschwert, Geld und Kapital.
Der Tauschwert ist nur eine abstrakte Kategorie, also ein Vergleichsmaßstab („Äquivalentform“) für den der Ware innewohnenden Gebrauchswert. Um Ware zu werden, muß das Produkt dem anderen, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein. (Karl Marx: Das Kapital Bd. 1)
Die Werttheorie ist, je mehr man über die Details nachdenkt, äußerst komplex. Schon Aristoteles hat sich darüber Gedanken gemacht (und Marx bezieht sich positiv auf ihn).
Nur menschliche Arbeit schafft Wert.
Aber wenn ich jetzt ins Detail ginge, kämen da auch rund 1500 Seiten raus wie beim „Kapital“. Eine Ware scheint auf den ersten Blick ein selbstverständliches, triviales Ding. Ihre Analyse ergibt, daß sie ein sehr vertracktes Ding ist, voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken. (ebd.)

Aus meinen Notizen im 1. Band des „Kapital“ Karl Marxens, die ich in den späten 70-er Jahren angefertigt hatte, als ich Tutor in Wolfgang Haugs „Kapital-Kursen“ war und an seinen seine Vorlesungen teilnahm (damals wurden an Universitäten noch gelernt).
Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. (ebd.) Geld, ob es nun Gold ist oder Muscheln, hat seine besondere gesellschaftliche Funktion darin, die Rolle es allgemeinen Äuqivalents zu spielen.
Geld kann sich nicht von selbst vermehren.
Nehmt dies, Anleger! Wenn ich Geld zur Bank bringe, wird es mehr? Das wäre ja einfach. Aber wie wird es mehr? Indem die Banker es investieren. Das heißt: Man hofft, dass die Unternehmen, denen die Bank mein Geld leiht, mehr Werte erschaffen und für die Dienstleistung des Geldverleihs dann einen Obolus an die Bank entrichten – und ich von diesem Obolus auch etwas abbekomme. Mein Geld hat gar nicht „gearbeitet“, sondern die Arbeiter. Aber das führt jetzt zu weit.

Wann wird Geld zu Kapital? Die Verwandlung einer Geldsumme in Produktionsmittel und Arbeitskraft ist die erste Bewegung, die das Wertquantum durchmacht, das als Kapital fungieren soll. Sie geht vor auf dem Markt, in der Sphäre der Zirkulation. Die zweite Phase der Bewegung, der Produktionsprozeß, ist abgeschlossen, sobald die Produktionsmittel verwandelt sind in Ware, deren Wert den Wert ihrer Bestandteile übertrifft, also das ursprünglich vorgeschossene Kapital plus eines Mehrwerts enthält. Diese Waren müssen alsdann wiederum in die Sphäre der Zirkulation geworfen werden. Es gilt, sie zu verkaufen, ihren Wert in Geld zu realisieren, dies Geld aufs neue in Kapital zu verwandeln, und so stets von neuem. Dieser immer dieselben sukzessiven Phasen durchmachende Kreislauf bildet die Zirkulation des Kapitals. (ebd.)
Kapital ist also Geld in Bewegung mit dem Ziel, mehr Geld zu machen. Es wird in den Produktionsprozess investiert, um Mehrwert und letztlich Profit zu erzeugen. Der zentrale Mechanismus ist:
G – W – G+ (der für Geld ist W – G – W)
Man steckt Geld (G) in Waren (z. B. Maschinen, Rohstoffe, Arbeitskraft) und bekommt nach dem Produktions- und Verkaufsprozess mehr Geld (G‘) heraus. Das + steht für den Mehrwert.
Die Börse, um die es hier geht, ist Roulett des Finanzkapitals, also ein Teil des finanziellen Überbaus des Kapitalismus. Man wettet auf Profite. Bei Marx ist das fiktive Kapital an der Börse Kapital, das nicht direkt in die Produktion von Waren oder Dienstleistungen investiert ist, sondern nur einen Anspruch auf zukünftige Profite darstellt – z. B. eine Aktie oder ein Schuldtitel. Und ob das rauf oder runtergeht, ist schnurzpiepegal.
Übrigens hat Trump ehrlich gesagt, worum es bei seiner Wirtschaftspolitik, wenn man sie so nennen mag, wirklich geht:

Den Terror im Schlepptau
„Die Hamas regiert den Gaza-Streifen im Grunde seit dem Rückzug Israels im Jahr 2005. Lange Zeit wurde das Gebiet von Ägypten regiert. Aber seltsamerweise wollen die Ägypter heute nicht, dass die Araber in Gaza zu Ägypten gehören. Genauso wie die Jordanier die Araber, die in Judäa und Samaria (Westjordanland) leben, anscheinend nie willkommen heißen wollten. Es ist fast so, als wüssten sie etwas, was wir nicht wissen. Nämlich, dass es sich um eine sehr radikale Bevölkerung handelt. Jedes Land, das Palästinenser aufgenommen hat – einschließlich ihrer Führung – hat immer den Terror im Schlepptau gehabt.“ (Douglas Murray in der bürgerlichen Presse)
Unter uns Gamedesignern

Der virtuelle Bau „meiner“ virtuellen griechischen Insel macht Fortschritte – die basics habe ich fertig (deswegen habe ich gestern nichts gebloggt, weil ich mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatte und irgendwann zu müde war).
Das Publikum merkte neulich richtig an, dass niemand außer mir über Secondlife berichte. (Ja, ich werde nachher noch etwas Vernünftiges bloggen.) Das hat Gründe:
– Man müsste recherchieren. Das hält Journalisten oft ab, etwas zu schreiben. Ich wurde von ChatGPT auf Daniel Voyager (Avatarname) hingewiesen (ab sofort in der Blogroll). Der berichtete vor kurzem, dass die Zahl Regionen (der „Spielstätten“ aka Sims) mittlerweile bei fast 30.000 liege. Geht man davon aus, dass nur fünf Avatare am Tag eine Sim besuchen, kann man sich die monatlichen Nutzerzahlen ausrechnen. Daniel Voyager geht von rund 45.000 am Tag aus (1,35 Mio. monatlich).
– Es kommt in den „adult“-Regionen (zu denen u.a. die rund 170 Gor-Rollenspiel-Sims gehören) zu Pixelsex. Damit ist das Thema schon durch – vor allem in Deutschland.

Außer mir und dem Auftraggeber und seinen Leuten (ein halbes Dutzend) kann noch niemand dort hin. Die Eröffnung ist erst im Juni. Deshalb darf mein Avatar – für „Griechenland“ unpassende – Wüstenkleidung tragen und virtuelle Pferde reiten (um deren fucking manual und komplexen Features besser kennenzulernen). Die virtuellen Wandmalereien habe ich mir übrigens von der AI herstellen lassen. ChatGPT: Welche Bäume wachsen auf Santorini? Aha… Olivenbäume (Olea europaea), Feigenbäume (Ficus carica), Tamarisken (Tamarix spp.), Pinien (Pinus halepensis / Aleppo-Kiefer), Johannisbrotbäume (Ceratonia siliqua), Zypressen (Cupressus sempervirens).
– Da jeder Nutzer beliebig viele Avatare haben kann, weiß niemand, ob jemand mit 10 Avataren gleichzeitig online ist oder zehn Leute mit jeweils einem. Mein Gamer-PC schafft aber nur zwei parallel und ich muss ständig mit ALT Tab herumswitchen; der Laptop nur einen – dann fängt es schwer an zu ruckeln. Ich müsste auch vier Hände haben, was nicht der Fall ist. Außerdem habe ich superschnelles Internet, schneller als das der meisten US-Amerikaner – die können das also kaum. Technisch sind mehrere Avatare gleichzeitig also schwierig. Man kann natürlich noch einen oder zwei per Textviewer online lassen – die können aber nichts tun außer im Chat herumlabern.
– Die Zielgruppe ist nicht relevant: Viele ältere und in irgendeiner Weise körperlich gehandicapte Leute, auch Krebskranke. Es gibt eine Gruppe „Goreans in Relay for Life„: „passionate group of role players and life stylers that raise money in Second Life for Cancer.“ Viel tut sich da nicht, aber so etwas kenne ich nicht von Ballerspielen. Dazu die BDSM-Community, die, bevor es Secondlife gab, nur in HTML- und anderen Chatforen virtuell unterwegs war. Das ist natürlich super Igitt und absolutes No-Go für Journalisten.

ChatGPT: „Auf der griechischen Insel Santorini gibt es keine Seelöwen (Otariidae), da diese ausschließlich im Pazifik vorkommen. Allerdings wurden in den Gewässern rund um Santorini Mittelmeer-Mönchsrobben (Monachus monachus) beobachtet. Diese Robbenart ist eine der seltensten der Welt und lebt hauptsächlich in der Ägäis, insbesondere in abgelegenen Meeresgebieten Griechenlands. Sie bevorzugen abgelegene Küstengebiete mit Höhlen und sind für ihre scheue Natur bekannt.“ Das interessiert mich nicht. Der virtuelle Seelöwe kommt da jetzt hin, weil er süß mit dem Kopf ruckelt und der normale Avatar sowieso den Unterschied zwischen Seehunden, Robben und Seelöwen nicht kennt. Und wenn jemand meckerte, erkläre ich den Seelöwen zu einer Mönchsrobbe.
Die Insel ist auf einer Skybox – das heißt sie schwebt ein paar tausend Meter über dem „Boden“. Nachteil: Das „Wasser“ von Secondlife, in dem Schiffe fahren, Segelboote segeln und Avatar schwimmen können, ganz ohne Zusatzscripte – funktioniert nicht. Man muss es simulieren, was nicht einfach ist. Und die oben genannten Features funktionieren immer noch nicht. Um die Illusion hinzukriegen ist also technische Trickserei angesagt. Es gibt zum Beispiel virtuelle Boote und Jachten, bei denen man die „Höhe“, in der sie sich bewegen, fest einstellen kann. Sie könnten also auch fliegen, wenn man das wollte. Für den virtuellen Wassersport ist aber mein Auftraggeber zuständig, Ich baue nur das Ambiente.
Es fehlen übrigens noch Blumen und Fische und Möbel in einigen Häusern….
Unter Frittierenden
Da wir Lifestyle-Themen abarbeiten: Ich habe mir die Cosori Heißluftfritteuse (Link geht natürlich zur Großbourgeoisie) gekauft, weil ich auf die Idee kam, irgendwann sowohl Berliner aka Pfannkuchen aka Krapfen als auch Pommes zu machen. Außerdem gelangen mir weder Brat-noch Currywürste in der Pfanne so richtig.
Im fucking manual las ich etwas über „koschere Zwiebeln“ und wurde neugierig.
Registrant Name: Domain Administrator
Registrant Organization: Fundacion Privacy Services LTD
Registrant Street: 3rd Floor Humbolt Tower, Calle 53 Este (Ich sehe den Briefkasten der Firma nicht…)
Die tun überaus geheimnisvoll. Auf den Websites finde ich keine genauen Firmenadresse.
ChatGPT: Die Firma Cosori, bekannt für Küchengeräte wie Heißluftfritteusen, hat ihren Hauptsitz in den USA, genauer in Anaheim, Kalifornien. Cosori ist eine Marke der Firma Vesync Co., Ltd., die auch andere Haushaltsmarken wie Levoit (Luftreiniger) und Etekcity (digitale Waagen und Smart-Home-Geräte) vertreibt. Die Muttergesellschaft Vesync Co., Ltd. ist ein international agierendes Unternehmen mit Wurzeln in China – die Firma hat unter anderem auch Standorte in Shenzhen. Die Produkte von Cosori werden also oft in China hergestellt, aber das Unternehmen richtet sich stark auf den nordamerikanischen und europäischen Markt aus.
Ich habe noch einmal nachgefragt:
ChatGPT: Der Hauptsitz von Cosori, einer Marke der Vesync Co., Ltd., befindet sich unter der Adresse:Building C, Suite A, Phase I of the Anaheim Concourse, 1202 N. Miller Street, Anaheim, California 92806, United States. (Ich sehe den Briefkasten der Firma nicht…)
Bezüglich der Ursprünge des Unternehmens: Vesync Co., Ltd. wurde von der chinesischen Unternehmerin Yang Lin gegründet. Laut einem Artikel auf PandaYoo begann sie das Unternehmen in ihrem Keller und entwickelte es zu einem globalen Anbieter von Smart-Home-Geräten. (Die Links musste ich mir selbst suchen.)
Hätte ich selbst recherchiert, wäre ich nicht so schnell gewesen. Aber man kann ChatGPT auch nichts glauben, sondern muss immer nachprüfen. Trotzdem ist die Kombination aus KI und journalistischem Misstrauen beeindruckend rasant.
Hier übrigens meine ersten aus frischen Kartoffeln selbst gemachten Pommes Frites samt ebenso frittierter Bratwurst; die Sauce wie gewohnt nach dem Rezept von Andreas Lochner.
Immer ist irgendetwas
Ich freute mich schon auf die drei Tage ohne Lohnschinderei. Aber immer ist irgendetwas.
Gestern ging mir eines der beiden Türschlösser kaputt – ein altes, aber sehr solides Drehstangenschloss, was dazu gedacht ist, die Herren Einbrecher abzuhalten, mit Werkzeug meine Tür zu öffnen dergestalt, dass sie so einen Höllenlärm verursachen würden, dass das ganze Haus auf den Beinen wäre. Nachteil: Wäre ich bei einer Hausdurchsuchung nicht da, hinge die Tür nur noch in winzigkleinen Einzelteilen in den Angeln, da die Einsatzkräfte nicht fräsen, hebeln oder trennschleifen würden, sondern gleich, da immer Gefahr im Verzuge bei Majestätsbeleidigungen und beim Verunglimpfen des Kapitalismus der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, mit dem Rammbock kämen.
„Kaputt“ hieß: Ich konnte den Schlüssel nicht mehr rausziehen, wenn ich abgeschlossen hatte. Irgendetwas war verkantet. Ich habe lange gebraucht, um das Schloss gestern kurz vor Mitternacht abzumontieren, weil alle Schrauben aus dem letzten Jahrtausend stammen und dementsprechend demoliert sind.
Heute morgen fand ich dann nach längerem Hin und Her den Fehler. Der untere Zylinder, in den man den Schlüssel steckt, hängt an zwei kleinen Schrauben. Die hatten sich so gelockert, dass die beiden hervorstehenden metallenen Aussparungen, die das Schloss bewegen, sich einmal zuviel gedreht hatten und nicht wieder zurück an ihren angestammten Platz konnten. Darauf muss man auch erst einmal kommen – zumal das Schloss noch „irgendwie“ funktionierte. Zwei Stunden meiner kostbaren Gesamtlebenszeit sind weg.
Beim Betrachten des Gesamtkunstwerks fiel mir auf, dass ich die Tür mal wieder streichen könnte…
Für die Interessen
Matthias Schranner: „Trump ist in meinen Augen nicht unberechenbar, sondern sehr berechenbar. Er folgt einem Muster. Er kommt mit einer sehr hohen Forderung und verbindet sie mit einer sofortigen Konsequenz. Dann hat er seine hohe Forderung oft wieder zurückgenommen. (…) Ich finde ihn nicht aggressiv. Er stellt halt Forderungen und kämpft für seine Interessen. Dafür ist er gewählt. Da braucht jetzt keiner überrascht zu sein.“
Wer sagt es jetzt den deutschen Medien?
Santorini 2.0
Sorry, ich baue gerade eine „griechische“ Sim in Secondlife, die ungefähr wie Santorini aussehen soll – nach Wunsch des Auftraggebers. Bin noch ganz am Anfang, aber in eine paar Tagen sind die basics fertig.
Schutzzölle und Freihandel
„Übrigens ist das Schutzzollsystem nur ein Mittel, in einem Lande die Großindustrie aufzuziehen, das heißt, es vom Weltmarkt abhängig zumachen; und von dem Augenblick an, wo man vom Weltmarkt abhängt, hängt man schon mehr oder weniger vom Freihandel ab. (…)
Aber im allgemeinen ist heutzutage das Schutzzollsystem konservativ, während das Freihandelssystem zerstörend wirkt. Es zersetzt die bisherigen Nationalitäten und treibt den Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie auf die Spitze. Mit einem Wort, das System der Handelsfreiheit beschleunigt die soziale Revolution. Und nur in diesem revolutionären Sinne, meine Herren, stimme ich für den Freihandel.“
(Karl Marx: Rede über die Frage des Freihandels, 09.01.1848 in der Demokratischen Gesellschaft zu Brüssel)
Noch Fragen?
Wir schaffen das!
Nach Leipzig. Wohin auch sonst?! Berlin-Neukölln hat bekanntlich keinen Flughafen.
Self Criticism After the Defeat
Gerade gekauft: „Self Criticism After the Defeat“ von Sadik J. Al-Azm.
„Während der von marxistischen Ideen revolutionärer Befreiung geprägten Phase zwischen den israelisch-arabischen Kriegen von 1967 und 1973 warnte er bereits vor dem Erstarken religiös-konservativer Kräfte in der Politik. Seit dieser Zeit sind viele seiner Schriften in mehreren arabischen Ländern verboten, erfahren jedoch weiterhin eine starke Nachfrage ihrer Leserschaft.“
„m Jahre 1975 gehörte al-Azm zu den Mitbegründern der Zeitschrift „Khamsin. Revue des socialistes révolutionnaires du Proche-Orient“. Die Zeitschrift, die von Angehörigen der Israelischen Sozialistischen Organisation (Matzpen) und Vertretern einer neuen arabischen Linken herausgegeben wurde, propagierte eine sozialistische Revolution im Nahen Osten.“
Interessanter Mann mit ebensolchen Meinungen. Der Hinweis kam von Seth Mandel: „How U.S. Academics Became Apostles of Folktales and Superstition“.
Unter gut behandelten Blühenden
Wenn man Pflanzen gut behandelt und manchmal ein paar lobende Worte fallen lässt, blühen sie auch…
Verfassungsfernes Vorhaben
In der bürgerlichen Presse lese ich von Magnus Klaue: „Insofern sind die neuesten Pläne von CDU und SPD, die „bewusste Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen“ strafrechtlich zu verfolgen, nicht nur ein Angriff auf die Meinungsfreiheit, sondern ein – diplomatisch ausgedrückt: verfassungsfernes – Vorhaben zur Implementierung umfassender Meinungssäuberung, mit dem der Gesundheitsschutz vollends ins Moralische ausgeweitet würde. Auch solange sie noch ein Plan bleibt, beschließt diese Idee, allein dadurch, dass sie aufkommen konnte, eine Epoche, in der Wettbewerb und Meinungsstreit mehr als rhetorische Floskeln waren: in der die Entscheidung darüber, was „falsche“ und „richtige“ Tatsachenbehauptungen und wie gefährlich die falschen sind, nicht vor dem Streit feststand, sondern erst im Streit aufgrund des Wechselspiels politischer Urteile beantwortet werden konnte.“






































