Einstürzende Altbäume

baumbaumbaumbaum

Heute wollte ich mit meinem Roller einkaufen. Die Vorsehung hatte es aber so gewollt, dass eine riesige Weide im Hof umgestürzt war, direkt auf den Niu und mein E-Bike. Der Rest, der da herumliegt, ist eh Müll – und den Autowracks macht das auch nichts. Meine Nachbarn Jurek und Hassan und ich haben über Stunden mit Sägen, dann mit einer Kettensäge die Hälfte des Baums zerlegt, dass ich den Roller wieder ausbuddeln konnte. Nur eine kleine Delle. Wäre der Baum nur ein wenig anders gefallen, hätte er mir das Lenkrad zerlegt und das Gerät wäre hin gewesen. Beim E-Bike hat es nur das Hinterrad erwischt.

Der Baum hätte auch gestern Abend umfallen können, als ich direkt darunter stand. Danke, Merkel.

image_pdfimage_print

In den Warenkorb

burkhard schröder

Machen Sie mal eine typische Handbewegung, Herr Schröder! Was könnte ich gesagt haben? Das Reich der Freiheit kommt auch nicht mit stufenweiser Verbesserung von Gefängnisbetten? Oder: Der Kapitalismus ist ungesund – sogar für Kapitalisten. Oder: Gehe in dich, das ist leicht gesagt. Doch es zu tun, ist schon deshalb schwerer, weil da wenig Auslauf ist. Oder: Altwerden bezeichnet also nicht nur eine wünschenswerte Zeitstrecke, auf der möglichst viel erlebt worden ist, möglichst viel in seinem Ausgang erfahren werden kann. Altwerden kann auch ein Wunschbild dem Zustand nach bezeichnen: das Wunschbild des Überblicks, gegebenenfalls Ernte. Oder: Die Menschen haben keinen aufrechten Gang, wenn das gesellschaftliche Leben noch schiefliegt. Oder: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? Oder: Woher stammt nur der Aberglaube, daß die Wahrheit sich selber Bahn breche? (Nein, alles nicht von mir.)

image_pdfimage_print

Hier ist kein Wartebereich, revisited

warteraum

Aus einem meiner Schreiben an die Polizei aus dem Jahr 2015:

(…) Ich habe die dem Herrn B. vorgeworfenen Tat „Sachbeschädigung Schrankenautomat“ nicht selbst gesehen, sondern nur gehört.

Herr B. kam ca. 2 Uhr [nachts] in den leeren Warteraum der Rettungsstelle im Vivantes Klinikum am Urban. Er kaufte dort am Automaten ein Getränk. Ich habe ihn beobachtet, aber zunächst gewähren lassen. Er begann aber, seinen Rucksack auszupacken und Müll auf den Bänken und dem Fußboden herumzustreuen. Daraufhin habe ich ihm erklärt, dass der Warteraum nur für Patienten und deren Angehörige sei und er die Rettungsstelle zu verlassen habe. Herr B. wurde verbal aggressiv, verließ aber dann doch den Warteraum unter lautem Schimpfen.

An der Doppeltür nach draußen drehte er sich um und warf seinen Rucksack nach mir, traf mich aber nicht. Der Inhalt – u.a. Papierschnipsel und leere Dosen – breitete sich dabei großflächig auf dem Boden aus. Einige Schwestern waren durch den Lärm aufmerksam geworden und kamen aus der Rettungsstelle. Ich kann mich aber nur noch an den Namen einer erinnern. Als eine der Schwester eine leere Erdnussdose des Herrn B. aufheben wollte, stürzte der in aggressiver Weise auf sie zu. Ich habe eingegriffen und ihn auf den Boden geworfen, um zu verhindern, dass er sie angriff.

Herr B. sammelte dann seine Sachen wieder ein, ich habe währenddessen den Kollegen Sebastian P., der Streife lief, per Diensttelefon zur Unterstützung geholt. Wir haben Herrn B. zu verstehen gegeben, dass er die Rettungsstelle zu verlassen habe, was auch geschah. Der Kollege und ich haben uns vor der Eingangstür draußen aufgehalten, um sicher zu sein, dass Herr B. auch wirklich ging.

Nur kurze Zeit später hörten wir laute Geräusche auf dem Parkplatz, konnten aber nichts sehen. Es hörte sich metallisch an, als wenn jemand auf ein Auto einschlüge. Wir sind sofort auf den Parkplatz gerannt. Kollege P. verlor dabei noch sein Diensttelefon, was ich einsammelte. Auf dem Parkplatz haben wir niemanden mehr angetroffen. Wir sahen aber, dass die Sprecheinrichtung des Schrankenautomats demoliert war. Teile davon hingen herunter oder lagen auf dem Boden.

Ich bin die Dieffenbachstrasse in Richtung Grimmstraße gelaufen, der Kollege P. in Richtung Planufer. Ich habe noch gerufen, dass ich Herrn B. nicht sähe. Den Kollegen habe ich, als ich wieder zurückging, auch nicht mehr gesehen, ich hatte aber noch sein Diensttelefon. Das habe ich beim Pförtner abgegeben.

Kurz nachdem ich wieder in der Rettungsstelle war, erhielt ich einen Anruf aus der Pforte, dass der Kollege den Herrn B. aufgegriffen habe, dass dieser aber in den Kanal gesprungen war, und dass ich eine Decke bringen solle, was ich auch tat.

image_pdfimage_print

Talking devices

discord

Gestern unterhielt ich mich mit einer Frau in den USA per Discord (Screenshot), sie hat einen eigenen Server. Vor ein paar Tagen haben ich mit jemanden geskypt, der irgendwo in Kalifornien sitzt und eine Art Werwolf-Avatar spielt, den ich für einen bestimmten Plot in Second Life brauchte.

Gestern Abend bekam ich eine Kurznachricht über Telegram, wo mein Whisky war, den ich per Großbourgeoisie bestellt hatte. Mein Neffe schickte mir per Signal ein Update des Gesundheitsstatus meines Großneffen. Ein Freund sendete mir eine old school–SMS auf mein Handy. Ich bekam rund 20 E-Mails (Spam rausgerechnet), eine davon verschlüsselt. Jemand versuchte mich per Messenger von Facebook zu erreichen – das ignoriere ich sowieso. Eine Ex-Loverin schrieb mir etwas Nettes per WhatsApp. Gestern machte ich eine Videokonferenz per BigBlueButton (ich habe einen eigenen Server) mit einer Kollegin, die eine Reportage über mich schreiben will.

Mir fiel auf, dass ich mIRC oder XChat schon ewig nicht mehr benutzt habe. Ich hatte übrigens vor Jahren versucht, spaßeshalber eine Mailbox auf meinem Linux-Rechner zu installieren, bin aber kläglich gescheitert. (Ruft da jemand im Hintergrund: DFÜ? Oder Usenet? Oder gar ICQ?)

Wait a minute. Das wird jetzt unübersichtlich. Was ist, wenn ich Avatar online spielte und mit Mitspielern chattete, dass ich Feuerschutz brauchte? Oder wenn ein Avatar (adult!) in Second Life eine meiner drei Kaiilas anspräche, die auf meinen Sims herumstehen, um den Traffic zu erhöhen? Die virtuellen Tierchen bzw. Avatare sind permanent per Textviewer online und und könnten antworten.

Das sind schon ein Dutzend Optionen, mit mir zu kommunizieren. Kann man das alles überwachen? Kann man, ist aber technisch aufwändig und geht nicht wirklich vollständig. Telegram abhören? Wer schickt Vertrauliches über Telegram?

Aber gar Signal? Da lachen ja die Hühnerinnen. Vielleicht sollte ich noch aus Trotz WeChat installieren. Und ob zum Beispiel Linden Lab so einfach Nutzerdaten und Chat-Logs herausgäbe, wage ich zu bezweifeln. Die können natürlich alles sehen und lesen. Kalifornisches Recht ist aber nicht deutsches Recht.

Beim IRC-Chat hingegen sehe ich für die üblichen Verdächtigen eher schwarz. Ist Internet Relay Chat in China erlaubt? Wie zensieren die da? Ich sage nur: #Shanghai DALnet! Aber wer nutzt das schon! Die Nachgeborenen müssen eh erst Google bemühen.

Ich kommuniziere eher altertümlich – per verschlüsselter E-Mail. Da verrät man, wer mit wem, aber nicht was. Oder ich richte einem Informanten eine eigene E-Mail-Adresse bei mir selbst an, und er muss dann nur Entwürfe schreiben, die ich dann lese. Dazu müsste ich einem Informanten natürlich trauen, und ich vertraue niemandem, außer sehr wenigen Leuten, die ich an zwei Händen abzählen kann.

Oh, ich habe heute auch schon mit meiner Chefin und einem Ingenieur hier geredet. Als ich aus dem Haus ging, schaut ich in meinen Briefkasten und war erfreut, dass keine Post von Anwälten darin war. Telefoniert habe ich auch schon. By the way: Attraktive Damen lade ich zu Waldspaziergängen ein, falls sie mir etwas Vertrauliches mitzuteilen haben und nicht in meine Wohnung kommen wollen, weil sie hier mitlesen.

image_pdfimage_print

Check:

health check

Versehentlich 11 Stunden und 41 Minuten geschlafen. Behauptet meine Uhr. Prostata normal. Offenbar immer noch kein Corona.

image_pdfimage_print

Aussterbende Kulturtechniken

silberbesteck

„Um das regelmäßige Reinigen des Silberbestecks zu umgehen, kannst du es zu einem guten Preis im Internet verkaufen.“ Ach ja? Die zahlen pro Kilo.

Ich habe die Teilchen gerade für’n Appel und ’n ei in der Nachbarschaft erworben. Ich finde es auch interessant zu wissen, wie man so was pflegt und aufbewahrt. Ich habe gesehen, dass in einer Schublade meiner Mutter auf dem Tafelsilber ein Stück Kreide liegt. Das alles gehört eindeutig in die Rubrik „aussterbendes Wissen“ wie das Einkochen, das gute Kochen insgesamt, das Schuhputzen, das Flicken von Fahrradreifen, das Strümpfe stopfen.

image_pdfimage_print

Schnitzel mit Wiener Sauce et al

wiener schnitzel

Frau Oberin, bitte ein klimaschädliches Wiener Schnitzel mit Zigeunersauce!

Jetzt ist aber gut. Sonst wird dieses Blog noch als „unseriös“ deklariert. Wir wissen, wie die Qualitätsmedien darauf reagieren: Sie würden dieses Blog sozial ächten, indem sie es nie zitieren oder erwähnen (Ausnahme: der Lünschermannsweg wäre das Thema). Was war noch gleich das Thema heute?

Whoopi Goldberg hat zuviel Veganes gegessen? Nein, daran kann es nicht liegen. Der Holocaust war eine Sache „zwischen Weißen“? WTF? Natürlich rudert sie jetzt zurück. Ist ihr eben nur so rausgerutscht. Jemand schreibt auf Fratzenbuch: „Why was Whoopi Goldberg wearing a Palestinian scarf with an American flag pattern? Is she trying to make some pro-Palestinian statement or an anti-American one or an anti-Israel/Jewish one or what?“ Ach, das ist schon zehn Jahre her. Dieses Internet verwirrt einen.

Vielleicht übe ich mich auch nur in kalkulierter Aufmerksamkeitsökonomie? Stefan Niggemeier: Und als Leser kann man sich natürlich fragen: Warum lese ich das dann?

image_pdfimage_print

Gebt Laut gegen Seufzer der bedrängten Kreatur!

„Muslimische Lehrerinnen, die kein Kopftuch tragen, werden von manchen Jungen nicht akzeptiert; Eltern halten ihre Kinder vom Sexualkundeunterricht fern, muslimische Schülerinnen werden wegen freizügiger Kleidung angegangen; Schüler wollen Israel aus dem Atlas herausschneiden; radikale Moscheen gewinnen an Einfluss und Aleviten verleugnen sich aus Angst vor Sunniten und Schiiten. Vieles davon bestätigt die Berichte der vergangenen Jahre.“ (Tagesspiegel, Paywall)

Was sagen die Grüninnen und die Linkinnen dazu? Nichts? Quod erat demonstrandum.

image_pdfimage_print

Die Hinweise auf böswilligen Rufmord mehren sich

Telepolis: UN-Vertreter kritisiert Süddeutsche Zeitung: „Fragwürdige Methoden“.

Nein, der Titel richtet sich nicht gegen den DJV. Der Schweizer Jurist Nils Melzer macht sich für Julian Assange stark und wendet sich gegen Polizeigewalt auch in West-Europa. Die Süddeutsche und eine eidgenössische Zeitung (um „Schweiz“ nicht zu wiederholen) rücken ihn nun in die Nähe russischer Propaganda.

Die „Süddeutsche: Auch bei RT, dem staatlich finanzierten russischen Propagandasender, ist er regelmäßig zu Gast, als profilierter Kämpfer für den inhaftierten australischen Whistleblower Julian Assange. Wenn man sich bei ihm meldet, ruft er blitzschnell zurück, auch spät abends.

Wenn ich so etwas schon lese. Man riecht förmlich die denunziatorische Attitude. Es geht nicht mehr um Inhalte, sondern wer mit wem und warum nicht im Internet verbandelt ist. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, und wer das ist, bestimmen wir. „Die Hinweise mehren sich“ – genau das ist unseriös – Ross und Reiter werden nicht genannt. Man raunt als Journalist nicht herum, außer in Kommentaren und Glossen, wenn man jemanden in die Pfanne hauen will.

Die Hinweise mehren sich, dass die Qualitätsmedien nicht mehr auf Qualität achten, sondern woke nur noch Haltung einfordern. RT deutsch ist igitt, die hiesigen Anstalten sind staatlich finanziert seriös. Gegen dieses holzschnittartige Weltbild kann man nicht argumentieren. Da hat der Nils Melzer völlig recht: „böswilliger Rufmord“.

image_pdfimage_print

Go virtuell!

rarir

Fred: „Saindo de casa junto com sua FC partindo em viagem para a renovação do meu companheirismo, de cima da escada onde fica a praça alta eu conseguia ver a orla dourada de Tor-tu-Gor, Luz sobre a Pedra do Lar, erguendo-se no leste sobre a vila, segura na mão de minha companheira e dizendo ….vamos!“

Lady Valentina: „termina de se preparar para a primeira renovação do contrato de livre companheirismo com o Comandante da Casta dos Guerreiros, Fred de Rarir e ouvindo a voz imponente dele, caminha rapidamente ao seu lado tentando acompanhar seus passos em direção ao porto, onde viajarão para a cidade de Ven ao encontro do Magistrado.
[Brasilianische Rollenspieler in Secondlife – davon gibt es nicht sehr viele, aber diese sind richtig gut.)

Gestern telefonierte ich mit einer Freundin, die sich angesteckt hat. Sie fühlte sich allein und brauchte Kneipen und Chöre. Dann muss man sich nicht wundern, dass man COVID-19 kriegt.

Ich fühle mich nie allein, und falls ich in Zeiten der Seuche unbedingt Gesellschaft brauche, nehme ich eben meine Avatare und laufe virtuell herum. Das Wetter ist besser dort, weil ich es selbst bestimmen kann. Aber dazu fehlt einigen Leuten offenbar die Fantasie, oder sie haben einen grottigen Computer.

image_pdfimage_print

Kopf hoch!

heads up

„Kopf hoch, so motiviert der professionelle Begegnungscoach. Wichtig sei dabei die Körpersprache. Also bitte nicht gebückt, sondern aufrecht durch die Welt gehen, mit offenem Blick, und schon mal das vorwegnehmen, was da Positives kommen könnt.“ #qualitätsjournalismus

image_pdfimage_print

Schneewittchen und die sieben Alberiche oder: Nichts Genaues weiß man nicht über den Höhepunkt

orgasm
Höhepunkt (Symbolbild)

Warum eigentlich Schneewittchen? Lassen wir das. And now for something completely different. Fassen wir zusammen:

Das Robert Koch-Institut gibt den Anspruch auf, die Zahl der Corona-Fälle präzise zu erfassen. Man weiß also ungefähr, wieviele Menschen infiziert sind. Oder auch nicht. Ungeachtet dessen steuern (wirklich?) wir „auf den Höhepunkt zu“. Oder auch nicht.

Und jetzt das Wort zum Sonntag: „Wir haben derzeit die Omikron-Welle in Deutschland gut in der Kontrolle“. (Karl Lauterbach) Vielleicht hat er heimlich in China gefragt, wie so was geht. Oder auch nicht.

Obwohl zahlreiche Freunde und Bekannte schon genesen sind oder sich aktuell infiziert haben: Ich habe nichts und merke nichts.

By the way. Überraschende Selbsterkenntnis: Sächsische Leerdenker stürmen Psychiatrie.

image_pdfimage_print

Unter Bonus-Bloggern

In einer ZDF-Talkshow diskutierte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Anne Spiegel, die Idee „Stiefvater“ und „Stiefmutter“ durch „Bonus-Vater“ und „Bonus-Mutter“ zu ersetzen.

Das eröffnet ja viele Möglichkeiten. Ich bin ab sofort Bonus-Blogger.

image_pdfimage_print

Umstritten

„Burks ist eine Journalisten-Legende und in allen möglichen Kreisen, wie er selbst sicher sagen würde, umstritten.“ So schreibt ein Kollege über mich. Manchmal fühlt man sich doch ein wenig geschmeichelt.

image_pdfimage_print

Neun Milliarden

Aus der Rubrik „nützliches Wissen“: Der neue Stuttgarter Bahnhof ist so teuer geworden wie das James Webb Weltraumteleskop oder eineinhalb BER.(via Fefe)

Oder: Der Wert aller Rüstungsexporte Deutschlands im Jahr 2021. Vielleicht sollte man mal versuchen, die Euros einzeln zu zählen?

image_pdfimage_print

Finde den Fehler!

Ein Journalistenverband blockiert Recherchen über die eigenen Mauscheleien und Deals und versucht, diese mit juristischen Mitteln zu behindern und lobt gleichzeitig einen Preis für „investigative Recherche“ aus. Finde den Fehler! #djvberlin #derlangeatem #rediske

image_pdfimage_print

Спасибо!

israeli airforce auschwitz

Am 27. Januar 1944 befreiten sowjetische Soldaten Leningrad. Die Wehrmacht hatte die Stadt fast 900 Tage, von September 1941 bis Januar 1944, belagert und bombardiert. Mehr als eine Million Menschen überlebten dieses Kriegsverbrechen nicht. Sie starben an Hunger und Kälte.

Aam 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz.

image_pdfimage_print

Hawara Mummies

hawara mummies

Hawara mummies created a sensation when they were discovered, and in 1997 visitors to the British Museum found the first major exhibition of the mummy portraits from the Fayum very disquieting. Some burst into tears, some had to leave, unable to bear the clear bright gaze of the living dead.

The portraits were made in the first centuries AD, at the cultural crossroads: their subjects were Roman citizens, of Greek ethnic origin – their ancestors probably Macedonian soldiers paid off in land – living in the Fayum,one of the most fertile regions of the northern Egypt.

Was ich besonders erstaunlich finde: „Realistische“ Portraits dieser Art gibt es erst wieder in der Renaissance, mehr als ein Jahrtausend später. Man müsste untersuchen, woran das genau liegt. An der Technik nicht, weil es die Materalien für Tafelmalerei immer gab. Mir schwant da etwas – vielleicht haben George Thomson und Alfred Sohn-Rethel ja doch recht.

image_pdfimage_print

Langer Atem wird belohnt oder: Berichten, wo es unübersichtlich wird

schlaf

Leider bin ich gezwungen, mich an das Internet an die Öffentlichkeit zu wenden. Ich will nur ein bisschen Transparenz in meinem kleinen Verein DJV Berlin – JVBB schaffen. Das erweist sich als schwierig, weil der Vorstand mauert und sich einbunkert und alle Fragen unbeantwortet lässt. Rational ist das nicht. Ich nenne es im Juristenjargon unsubstantiierte Arroganz.

Bevor man einen Krieg anfängt, muss man sich Verbündete suchen und auch überblicken, wer einen unterstützt. Da steht man, falls man die Journaille in Berlin kritisierte, auf verlorenem Posten. Eine Krähe An wen könnte man sich wenden? Natürlich ist das Thema Vereinsmeierei total langweilig. Aber letztlich kann man jedes Thema interessant machen.

Die „Taz“ fällt aus. Der DJV-Berlin-Vorsitzende Steffen Grimberg ist dort Kolumnist. Michael Rediske, der Noch-Geschäftsführer des DJV Berlin, war bei der „Taz“, auch ein Mitglied im Aufnahmeausschuss des DJV Berlin. Dort wird also nicht Kritisches über den Journalistenverband erscheinen, zumal beide Herren im Gendersternchen-affinen Milieu gut vernetzt sind.

Der „Tagesspiegel“? Kann man vergessen. Der DJV Berlin schaltet dort bezahlte Anzeigen, um seinen Preis „Der lange Atem“ zu bejubeln. Und, wie nicht anders zu erwarten, erschienen im „Tagesspiegel“ bisher nur nur Halleluja-Artikel zum Thema „wenn Journalisten andere Journalisten bejubeln„. Noch nicht einmal die Frage wird gestellt, ob das gegenseitige Bepreisen, spätestens nach Relotius, nicht eher cringe ist.

Ich habe die Sponsoren des Preises – Daimler, die BVG, die BSR, Lotto Brandenburg, die Berliner Sparkasse – angeschrieben, wie viel sie gespendet haben, ob sie das weiterhin tun wollen und was sie sich davon versprechen. Auch hier: Niemand will etwas verraten, die Antworten waren zum Teil patzig: „Wir können Sie jedoch nicht als Pressevertreter und Ihr Schreiben nicht als Presseanfrage wahrnehmen.“

Und jetzt sitzen einige Funktionäre jammernd herum und beantragen Rechtsschutz gegen mich, weil sie jedes Komma umdrehen nur in der Hoffnung, irgendwann mit einem Zettel herumwedeln zu können, dass der pöhse Schröder ein Semikolon an einer bestimmten Stelle nicht mehr setzen darf. Es sind nur einige, aber die anderen, die sich wegducken, nichts tun und Angst vor der Gruppendynamik haben, sind genauso schlimm. Was für eine armselige Mischpoke – an der Grenze zur Niedertracht…

Wenn es soweit kommt, werde ich mich mit Crowdfunding befassen. Das wollen wir doch sehen. Ich gebe nie klein bei. Just saying.

sonderseite
„Sonderseite“ im „Tagesspiegel“ über den Preis „Der lange Atem“

image_pdfimage_print

Il nous faut de l’audace

pressesprecher

„Il nous faut de l’audace, encore de l’audace, toujours de l’audace! (Georges Danton)

Burkhard Schröder (…)
DJV Berlin – JVBB e.V. – Landesverband des Deutschen Journalisten-Verbandes – Gewerkschaft der Journalisten
Geschäftsstelle | Vorstand
26.01.2022

Liebe Kolleginnen in Kollegen,

Ich berufe mich noch einmal als Mitglied auf § 4.3 der aktuellen Satzung: „Die Mitglieder haben das Recht: auf Auskunft durch den Vorstand. Unter Berücksichtigung des Datenschutzes ist ihnen Einsichtnahme in die schriftlichen Protokolle der Gremien zu gewähren.“

1. Ich fordere Euch auf, mir das geschwärzte Protokoll vom 19.4.2021 TOP 1 „(…)“ ungeschwärzt zugänglich zu machen. Ich verweise auf die Urteile des BGH vom 25. Oktober 2010 (II ZR 219/09) und vom 19.11.2019 (II ZR 263/18). Mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kann nicht verhindert werden, dass personenbezogene Daten (z.B. Namen, Anschriften) von Vereinsmitgliedern an ein Vereinsmitglied herausgegeben werden müssen. Wer ein berechtigtes Interesse an den Daten geltend macht, muss diese auch von dem Verein/Verband erhalten. Ein berechtigtes Interesse kann zum Beispiel die Durchsetzung von Minderheitenrechten nach § 37 BGB sein (vgl. DSGVO steht Auskunftsanspruch von Mitgliederdaten nicht entgegen)

2. Ich fordere Euch auf, mir das Protokoll der Vorstandssitzung zugänglich zu machen, in der die Kündigung des Geschäftsführers (…) beschlossen wurde. In den mir vorgelegten Protokollen des Jahres 2021 ist nichts davon erwähnt. Falls es keinen Beschluss gab, ist die Kündigung ohnehin unwirksam.

3. Ich fordere Euch auf, mir das Protokoll der Klausurtagung im Herbst zugänglich zu machen. Falls es dazu kein Protokoll gibt, hat der Vorstand satzungswidrig gehandelt (§ 11.2 der Satzung). Der Verdacht liegt also nahe, dass es um Mauscheleien geht, von denen niemand erfahren soll. Ich weiß von Informanten, dass Beschlüsse gefasst worden sind – falls der Vorstand argumentieren sollte, es habe sich um eine bloße Lustreise zum Chillen auf Kosten der Mitglieder gehandelt. Hilfsweise fordere ich Euch auf, nachträglich eine vollständige schriftliche Zusammenfassung der dort gefassten Beschlüsse vorzulegen.

4. Ich möchte das Protokoll der Vorstandssitzung vom 24.01.2022 einsehen.

5. Vorsorglich behalte ich mir vor, nach § 9.7 der Satzung eine Mitgliederversammlung auf Verlangen einer Minderheit einberufen zu lassen. Das Interesse des Vereins DJV Berlin-JVBB fordert das, da der
Vorstand offenbar nicht von allen relevanten Beschlüssen bzw. Gremiensitzungen und Entscheidungen Protokolle anfertigen lässt (vgl. § 8.1 der Satzung), sich also grob satzungwidrig verhält. Ein Verein kann nicht – so die aktuelle Rechtsprechung – in diesem Fall die Herausgabe von Mitgliederdaten verweigern und sich auf die DSGVO berufen.

Hierfür setzte ich eine Frist von 10 Werktagen. Ich werde am 09.02.2022 um 10.00 Uhr erneut in die Geschäftsstelle kommen, um die oben erwähnten Dokumente einzusehen. Ich werde mir auch handschriftlich Notizen machen. Falls diese Dokumente nicht ungeschwärzt vorliegen, werde ich auf Anraten meines Anwalts ohne weiteren Verzug sofort Klage erheben.

6. Ich fordere Euch auf, § 8.3 der Satzung zu beachten: „Die Mitglieder und Mitarbeiter haben das Gebot der Sparsamkeit zu beachten.“ Die Moderatoren, die für die Preisverleihung angeheuert wurden, haben jeweils (nach deren Mitteilung) 1000 Euro bekommen. Gib es niemanden im gesamten Verband, der so etwas ehrenamtlich machen kann? 1000 Euro Netto verdient ein Mitarbeiter in der Sicherheitsbranche in einem ganzen Monat in Vollzeit. Und Ihr verschleudert das Geld der Mitglieder, damit man sich gegenseitig bei Speis und Trank und einem „Unterhaltungprogramm“ versichern kann, wie toll man ist? Ist Euch das nicht peinlich? Ich finde das „cringe“ und einer Gewerkschaft unwürdig. Journalistenpreise erinnern mich immer an die DDR-Wandtafeln in Betrieben, die man „Straße der Besten“ nannte.

Was glaubt Ihr denn, wer Ihr seid? Mitglieder sind „nicht satifaktionsfähig“? Das sagt ein Vorstandsmitglied einer Gewerkschaft? Ich habe zahlreiche Bücher über die militante rechte Szene in Deutschland und auch über das Drogenmilieu in Berlin geschrieben und lebte lange im Dschungel Lateinamerikas. Meint Ihr wirklich, ich würde mich von Journalistendarstellern ins Bockshorn jagen lassen, die ihr ganzes Berufsleben in ihrer Anstalt und ihrem Intrigenstadl verbracht haben und deren gefährlichster Job es war, sich bei Gremiensitzungen den Allerwertesten breit zu sitzen?

Ich werde mir erlauben, einige Passagen dieser E-Mail in Kopie an die Sponsoren des Journalistenpreises „der Lange Atem“ weiterleiten, damit diese realistisch einschätzen können, warum ich dort angefragt habe, wie viel gespendet wurde und zu welchem Zweck und ob Transparenz auch gilt, wenn es um den DJV Berlin-JVBB selbst geht.

Ich würde vorsorglich empfehlen, Euch mit dem Streisand-Effekt vertraut zu machen.

Mit kollegialen Grüßen
Burkhard Schröder

image_pdfimage_print

← Nächste Einträge — Ältere Einträge →