Wie wird Deutschland im Jahr 2021 aussehen?

TITANIC präsentiert die Schlagzeilen der Zukunft:
– Endlich: Stuttgart 21 wird in fünf Jahren fertiggestellt!
– 16 Jahre an der Macht: Merkel zieht mit Kohl gleich
– Strategiewechsel: Bundesregierung entwickelt Plan zum Abzug aus Afghanistan
– Feiger Anschlag: Erster deutscher General in Syrien getötet
– Energiewende geschafft: Regierung einigt sich auf Atomausstieg für 2041!

Zankende Frauen am Pranger

Morgenpost

Deutsche Kulturbilder der Berliner Morgenpost Februar 1929 – diese „Postkarte“ ist eine Quittung der Berliner Morgenpost „über 60 Pfennig für die 9. Woche vom 24.2. bis 2.3.1929.“

Ich habe davon mehr als hundert Exemplare geschenkt bekommen und werde sie nach und nach einscannen. In der Tat sagen die Motive und die Text sehr viel über die deutsche Kultur aus.

Die „zwei zankenden Frauen am Pranger“ sind die Illustration zu dem Thema „Landfriedensgesetze“. Auf der Rückseite (vgl. verlinktes pdf) geht es um den Sachsenspiegel.

Kachelmann!

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipisicing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat. Duis aute irure dolor in reprehenderit in voluptate velit esse cillum dolore eu fugiat nulla pariatur. Excepteur sint occaecat cupidatat non proident, sunt in culpa qui officia deserunt mollit anim id est laborum. Sed ut perspiciatis unde omnis iste natus error sit voluptatem accusantium doloremque laudantium, totam rem aperiam, eaque ipsa quae ab illo inventore veritatis et quasi architecto beatae vitae dicta sunt explicabo. Nemo enim ipsam voluptatem quia voluptas sit aspernatur aut odit aut fugit, sed quia consequuntur magni dolores eos qui ratione voluptatem sequi nesciunt. Neque porro quisquam est, qui dolorem ipsum quia dolor sit amet, consectetur, adipisci velit, sed quia non numquam eius modi tempora incidunt ut labore et dolore magnam aliquam quaerat voluptatem. Ut enim ad minima veniam, quis nostrum exercitationem ullam corporis suscipit laboriosam, nisi ut aliquid ex ea commodi consequatur? Quis autem vel eum iure reprehenderit qui in ea voluptate velit esse quam nihil molestiae consequatur, vel illum qui dolorem eum fugiat quo voluptas nulla pariatur?

Shoot in Sight oder: Robocop reloaded

Heise berichtet über ein Brillensystem, das Gesichter scannt und mit einer Datenbank abgleicht und in Brasilien schon eingesetzt wird. Ein feuchter Traum jedes Polizisten! Dazu eine Leserkommentar bei Heise:

… aus bislang ungeklärten Gründen soll die Verbrechererkennungssoftware bei Gesichtern, deren Erkennungsgenauigkeit unterhalb einer gewissen Schwelle bleibt, an geraden Dienstagen in Monaten, die auf „r“ enden, gelegentlich den Hinweis „Shoot on Sight“ einblenden.

Der Hersteller, VisualInspectCorp, weist derartige Vorwürfe als „unsubstanziiert“ und höchstens „bedauerliche Einzelfälle“ von sich, die man als Kollateralschäden beim Erreichen eines großen Zieles leider zu akzeptieren habe.

Bürgerrechtler, die dagegen protestieren, werden aufgefordert, die Ruhe zu bewahren und sich widerstandslos der nächsten anstehenden VisualInspect-Routinekontrolle zu untersuchen.

Durch Einführung der VisualInspect-Technologie konnte die Kriminalitätsrate in ausgesuchten Modellversuchen um beeindruckende 7.5% gesenkt werden.

Etwaige Fehlerkennungen durch normabweichende Gesichtsformen können durch Anbringen eines ästhetisch wertvollen VisualInspect-Barcodes an der Stirn der betroffenen Person zusätzlich mit einem gesundheitlich völlig unbedenklichen RFID-SecurIdent-Implantat ausgeschlossen werden.

Wer sich gegen diese Maßnahmen sträubt, stellt sich gegen die Gesellschaft, gegen die öffentliche Ordnung und gegen die Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit. VisualInspectCorp ist aufs äußerste bemüht, den technologischen Fortschritt zur Verbesserung des Sicherheitsgefühles der Bevölkerung voranzutreiben, das erfordert natürlich Kooperation von Seiten der Bevölkerung, die durch entsprechende Aufklärungsmaßnahmen dafür vorbereitet wird.

Gar lustig ist das V-Mann-Leben

Süddeutsche (via Fefe): Geheimdienste verkaufen sich gegenseitig Falschgeld:

„Bei verdeckten Operationen kann es vorkommen, dass die Verantwortlichen den Überblick verlieren: Wer ist Freund und wer ist Feind? Bei Ermittlungen zur Herkunft von Falschgeld ist offenbar genau das dem Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) passiert. Ein V-Mann der bayerischen Polizei kaufte im April 2003 für rund 30.000 Euro Blüten auf. Lieferant der falschen Euro-Scheine war der mazedonische Geheimdienst.“

Pornos im Cache

Pron

Die gesellschaftliche und soziale Restauration in Europa nimmt immer mehr bizarre Formen an. Und natürlich geht es, wenn man reaktionäre politische Zustände durchsetzen will, vermeintlich um „Pornografie“, wie in China und auch anderswo. Reaktion kostümiert sich mit dem bigotten Mäntelchen der Moral und der Prüderie.

In der Schweiz darf man bestimmte Arten der Darstellung sexueller Praktiken nicht mehr im Browser-Cache haben. (Nein, es geht nicht nur um Kinderpornografie oder das, was die Jugendschutzwarte dafür halten.)

Laut Heise: „Wer dagegen etwa den Cache nicht als Offline-Speicher nutze, dem „fehle es am Herrschaftswillen“ über die temporären Dateien – unabhängig davon, ob er über die Funktionsweise des Cache-Speichers Bescheid weiß. (…) Das Bundesgericht stellt selbst fest, dass nun in jedem einzelnen Fall „nach den konkreten Umständen“ zu entscheiden sei. „Ein ungeübter Computer-/Internetbenutzer, der von der Existenz des Cache-Speichers und den darin enthaltenen Daten nichts weiß, fällt als Täter (…) außer Betracht“, erklärt das Bundesgericht.“

Das ist doch total irre. Wer nachweist, dass er dämlich ist, bleibt straffrei. Ich habe jetzt auch ganz plötzlich vergessen, was ein Cache ist…

Der Tages-Anzeiger aus Zürich: „Laut den Lausanner Richtern kann man bereits dann wegen Besitzes von harter Pornografie verurteilt werden, wenn man nach dem Surfen im Netz die temporären Internetdateien nicht löscht, obwohl der Konsum solcher Bilder und Videos in der Schweiz erlaubt ist.“

Es ist zwar erlaubt, aber verboten. So etwas nennt man dann „Rechtssicherheit“. Jede Wette, dass jetzt die Zensur-Lobby in Deutschland das auch zeitnah fordern wird…

Wissenschaft im Kapitalismus

Die Berliner Zeitung zitiert aus den Geheimverträgen zwischen der Deutschen Bank und der Humboldt-Universität: (via Fefe)

„‚Alle Forschungsergebnisse der Universitäten oder ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die im Rahmen der zwischen den Vertragspartnern abgestimmten Forschungsprojekte entstehen, sind der Deutschen Bank […] zur Freigabe vorzulegen.‘ (…) Bankmitarbeiter sollen ‚Lehraufträge erhalten und zu Prüfungen herangezogen werden können‘ – ’soweit die Interessen der Deutschen Bank nicht beeinträchtigt werden‘.“

Sehr schön und pädagogisch wertvoll. Die Katholische Kirche könnte es nicht besser machen.

Liebe Kinder: So funktioniert der Kapitalismus! Alles, aber auch alles muss sich dem Profit unterordnen. Eine Freiheit der Forschung und Lehre gibt es nur pro forma, denn etwas, was nicht profitabel ist, ist unnütz, unwertes Leben, Ballast, kann dem sozialverträglichen Ableben zugeführt werden.

Isharenotlongergossip [Update]

akte

Der Betreiber der Mobbing-Website Isharegossip ist laut Lübecker Nachrichten festgenommen worden.

„In einem Interview mit den Hilfspolizisten dem Sat.1-Magazin Akte 2011 hatte der Lübecker sich als Betreiber der als jugendgefährdend eingestuften und indizierten Internet-Plattform geoutet. (…) Volksverhetzung (…) Sollte es sich bei dem 25-jährigen Lübecker doch nur um einen Trittbrettfahrer handeln“…

Dazu fällt mir jetzt nichts ein.

Update: Verdächtiger entpuppt sich als Trittbrettfahrer. Da hat „Akte“ mal wieder gewohnt brilliant recherchiert. Bruhahahaha.

Rathaus Neukölln

Rathaus Neukoelln

Überwachung zieht Straftäter an

Der Freitag: „Überwachungstechnik schreckt U-Bahn-Schläger nicht ab, sondern scheint sie geradezu anzuziehen.“

„‚Jede Gesellschaft hat die Verbrecher, die sie verdient‘, hat der französische Rechtsmediziner Lacassagne schon vor gut einem Jahrhundert gesagt. Blinde Gewalt vor laufenden Kameras und amokartige Taten bilden die kriminelle Signatur des ökonomisch globalen und sozialpsychologisch ’narzisstischen Zeitalters‘. Eine Gesellschaft, die den Narzissmus ihrer Mitglieder unentwegt stimuliert und zum Zweck der Konsumsteigerung in Dienst nimmt, darf sich nicht wundern, wenn auch dessen bösartige Varianten vermehrt in Erscheinung treten. Pointiert ausgedrückt: Wer bei Deutschland sucht den Superstar nicht landen kann, kann sich für die destruktive Spielart des medialen Narzissmus entscheiden und als U-Bahn-Schläger oder School Shooter Berühmtheit erlangen.“

Der grösste grösste anzunehmende Unfall

Der Reaktor 1 in Fukushima ist schon geschmolzen. Spiegel „Online“ und andere Medien melden ohne korrekte Quellenangabe auch eine Kernschmelze in Reaktor 2 und 3. Focus „Online“ suggeriert, dass sei nur eine „Befürchtung“ der Betreiberfirma. Die FTD Ftd.de titelt ganz richtig: „Super-GAU“ (obwohl der GAU schon der größte anzunehmende Unfall ist, etwas Größeres als den Superlativ gibt es nicht.)

Offliner über den Tornado in Joplin

Spiegel offline: „Nach einem Online-Bericht der örtlichen Zeitung ‚News Leader‘ kamen in Joplin 24 Einwohner ums Leben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von 30 Toten. Laut der Zeitung „Kansas City Star“ ist ein sieben Stockwerke hohes Krankenhaus von dem Tornado schwer getroffen worden“.

Burks.de: „Nach einem Online-Bericht der örtlichen Zeitung ‚News Leader‚ kamen in Joplin 24 Einwohner ums Leben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von 30 Toten. [Nein, von 31, ihr Pappnasen – noch nicht einmal abschreiben könnt ihr?] Laut der Zeitung ‚Kansas City Star‚ ist ein sieben Stockwerke hohes Krankenhaus von dem Tornado schwer getroffen worden“.

Das Landgericht Hamburg hat entschieden

Neue Rheinische Zeitung: „Die Älteren unter uns erinnern sich an eine Zeit, in der es hierzulande so etwas wie Meinungsäußerungsfreiheit gab. Diese Zeiten sind seit dem 25.10.2005 vorbei. An diesem Tag nämlich urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass eine Äußerung, die mehrdeutig ausgelegt werden könne, bei einer denkbaren Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts verboten werden kann. (…) Konnte man früher nur für das belangt werden, was man tatsächlich gesagt hatte und musste sich nicht darum scheren, dass die Zuhörer oder Leser weiterdenken, so kann heute bereits eine Assoziation des Richters ausreichen, um ein Verbot einer unklaren Äußerung durchzusetzen.“

Udo Vetter („Sie sind Scheiße”): „Einer der unbequemsten Gerichtsreporter Deutschlands, Rolf Schälike, war im Knast. Fünf Tage saß er ‚freiwillig‘ im Hamburger Gefängnis, weil er sich weigerte, ein Ordnungsgeld in einem seiner vielen Prozesse zu bezahlen. Ich habe Rolf Schälike um einen Erfahrungsbericht gebeten.“

Windows

WindowsWindows

Gesehen in Berlin-Neukölln während eines Spaziergangs mit der Dame meines Herzens….

Über den Dächern von Berlin

roofs

Atomkraft und die Logik des Kapitals

Kernkaft ist sicher

„Nach Fukushima sehen wir zum Beispiel erstmals die Möglichkeit in Japan, das ja weiterhin zu den größten Nuklear-Standorten der Welt gehört, stärker aktiv zu werden. Der japanische Markt war bislang zugunsten der heimischen Anbieter weitgehend abgeschottet.“

Ein wunderbarer Satz, ausgesprochen von einer der Charaktermasken des Kapitals. Ulrich Gräber heisst der und ist (Laut)Sprecher der Geschäftsführung und Technischer Geschäftsführer der Areva NP GmbH, also einer Firma, die ohnehin sofort enteignet gehört.

Lesen wir, was die regimetreue Welt online kommentiert: „Die Areva NP GmbH ist das Kompetenzzentrum der deutschen Kerntechnik.“ Das, ihr Pappnasen von Welt Online, ist Agitatation und Propaganda („Agitprop“) und mitnichten eine Tatsachenbehauptung, für die ein ernst zu nehmender Journalist mindestens zwei unabhängige Quellen brauchte. Ihr macht euch zum Büttel eines Unternehmens, und vermutlich merkt ist es noch nicht einmal. „Anzeige“ müsste über diesem Artikel stehen. Der Autor Daniel Wetzel nennt sich „Wirtschaftsjournalist“. So sieht das auch aus.

Heise Online ist das Kontrastprogramm. „Die Brennstäbe in Reaktor 1 der Atomruine in Fukushima sind offenbar schon 16 Stunden nach dem starken Erdbeben im März zum größten Teil geschmolzen“. Die Betreiber von Atomkraftwerken lügen und betrügen offenbar, dass sich die Balken biegen. „Der Betreiber will die Lage in der Atomanlage in sechs bis neun Monaten unter Kontrolle bringen.“ Will? Es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, unkritisch Ammenmärchen zu verbreiten.

Ich will in spätestens fünf Jahren reich sein. Und? Glaubt ihr das? Natürlich. Ich will es eben. Und dann wird es auch eintreffen.

Viren- und gehirnfrei

Heise über den neuen elektronischen Personalausweis: „Zur Online-Wahl soll der Wähler ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass sein PC virenfrei sein und eine Firewall aktiviert sein muss, sofern diese vom Betriebssystem angeboten wird.“

Bruhahaha. Ich muss bei solchen Sätzen immer an einen Roman von Camus denken… oder an Franz Kafka.

Burks hakte nach

loddar

Tut mir leid, ich verstehe nicht, was ihr mir damit sagen wollt…

Vorsätzliche sittenwidrige Schädigung

Es gibt noch gute Nachrichten wie die aus der FAZ: „Der frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat Kapitalmarkt und Öffentlichkeit bewusst getäuscht. Zu diesem Ergebnis kam das Landgericht Essen in der Klage eines Kleinaktionärs. Die Richter verurteilten Middelhoff deshalb wegen ‚vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung‘ zu Schadensersatz.“

Das Prinzip Hoffnung

Ein Artikel von mir bei taz online über das chinesische Online-Netzwerk Renren: „Die Chinesen sind Marc Zuckerberg voraus. Ihren Facebook-Klon haben sie jetzt an die Börse gebracht. Und versprechen sich davon vor allem eins: viel Geld.“ [mehr…]

image_pdfimage_print

← Next entries — Older entries