Verwanzt
Die Botschaft Ecuadors war verwanzt, meldet die taz. „Ecuador habe die britische Regierung ersucht, bei den Ermittlungen zu dem Vorgang zu kooperieren.“
Weitere Meldungen: *** Der Verfassungsschutz wurde ersucht, bei der Aufklärung der NSU-Morde zu kooperieren. *** Größter Gärtnerei-Betrieb Deutschlands stellt jetzt auch Böcke ein. *** Hersteller von Porzellanwaren ersuchen diverse herannahende Elefantenherden um Kooperation. *** Die Bürgerinitiative „Anti-AKW“ in Neckarsulm ersucht die Atom-Mafia um Kooperation im Kampf gegen Atomkraft. *** Barr. Phillip Butulezi, Lagos, an attorney of law to a deceased Immigrant property Magnate, who was based in the U.K, ersucht SIE, bei der Transaktion von 30 Millionen US-Dollar zu kooperieren. ***
Freie soziale Marktwirtschaft: Reichtum und Glück für alle!
Querschuesse: „Weiterhin dokumentieren diese Daten für Deutschland eine langanhaltende Konsumschwäche der privaten Haushalte, denn immer noch liegen die saisonbereinigten und realen Einzelhandelsumsätze um -0,6% unter dem durchschnittlichen monatlichen Niveau von 2000 und um -0.8% unter dem Niveau von 1994“.
Scharfschützen
Das Video, wie die Berliner Polizei einen Nackten am Neptunbrunnen erschießt, ist lehrreich. Die BZ Berlin stellt ein paar Fragen. „Später versuchen die Polizisten, so viele Kameras und Handys zu beschlagnahmen, wie sie kriegen können.“
„Es sei nicht möglich, alle Beamten zu Kampfkünstlern oder Scharfschützen auszubilden“, sagt die Deutsche Polizeigewerkschaft.
Jeder möge sich selbst ein Bild machen. Die CDU will das Video verbieten. Quod erat demonstrandum.
Das grösste Problem der Spammer

Kapitalismus – die Neurose der Menschheit
„Eine der größten Errungenschaften des Kapitalismus ist gerade, dass sich selbst der proletarische Sklave wie ein Meister fühlt. Dass selbst er glaubt, er habe die Wahl, sein Leben zu ändern. (…) Kapitalismus ist die Neurose der Menschheit.“ (Renate Saleci, Philosophin, für das deutsche Wikipedia zu irrelevant)
Spiegel online entblödet sich nicht, den Kapitalismus zu einer anthropologischen Konstante zu erklären: „Am Ende reflektiert Kapitalismus doch nur die menschliche Natur.“ Hätten Sie’s gewusst? Die Sklavenhaltergesellschaft oder das Lehnswesen sind wider die menschliche Natur, nur der Kapitalismus bringt uns Glück, Wohlstand und Freiheit für alle und erfüllt die Vorgaben der Evolution.
Merke: Nur Philosopen, schräge Vögel oder andere Spinner dürfen in Mainstream-Medien das Wort „Kapitalismus“ sagen. „Volkswirtschaftler“ aka Angehörige der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM) jedoch nicht. Deren religiöse Weltanschauung zwingt sie, affirmativ „freie soziale Marktwirtschaft“ zu stammeln.
Landgericht Hamburg ab nach Regensburg? [Update]
Der Fall Mollath wird jetzt richtig spannend: Das Bundesverfassungsgericht hat sich eingeschaltet und will prüfen, ob es noch verhältnismäßig ist, dass jemand wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung in der Psychiatrie sitzt.
Ich wäre ja dafür, die Pressekammer des Landgerichts Hamburg nach Regensburg zu verlegen. Dessen Entscheidungen sind ja ähnlich „originell“. Würde also passen.
[Update] Vgl. Thomas Stadler | Internet-Law: „Mollath-Verteidiger legt nach“, Wolfgang Michal | Carta: „Die Taktik der Bayerischen Staatsregierung im Fall Mollath“, und Markus Kloeckner | Telepolis: „Fall Mollath: Abgehörte Telefonate beschäftigen Rechtsanwaltskammern“.
Das wird der Markt schon regeln
„Eine Welt der empörend erbärmlichen Bezahlung durch systematisches Unterlaufen des Mindestlohns per verbotenem Akkord, der willkürlichen Lohnkürzungen, eines Klimas des Drucks und der Angst und der gezielten Entwürdigung durch einen Pranger für „Minderleister“, formuliert Spiegel online über die Undercover-Recherche der Kollegin Pia Osterhaus als Putzfrau aka „Reinigungskraft“ in Luxushotels. Günter Wallraff war der „Pate“ für die Recherche.
Das überrascht doch nicht?! Man muss nur die Anhänger der Glaubensgemeinschaft Freie Marktwirtschaft(TM) fragen: Löhne und Arbeitsbedingungen regelt der Markt. Was gibt es da zu „empören“?
Wer jetzt „gerechte“ Löhne fordert, hat bekanntlich laut Marx nichts begriffen: „Nach gleicher oder gar gerechter Entlohnung auf Basis des Lohnsystems rufen, ist dasselbe, wie auf Basis des Systems der Sklaverei nach Freiheit zu rufen“.
Toter Friedhof für Tölchinnen oder: The machine should not be friendly
Leider habe ich gar nicht eruieren können, wie dieser Friedhof mitten in Berlin-Neukölln denn nun wirklich heißt. Jedenfalls ist er noch töter als tot, weil die Gräber alle abgeräumt sind und er nur noch als Park benutzt wird, genauer gesagt: Weil das Gelände der Kirche gehört und nicht der Stadt, jene sich aber tolerant zeigt, hat das Ordnungsamt dort nichts zu suchen, was HundebesitzerInnen natürlich animiert, dort Tölchen und Tölchinnen leinenlos herumlaufen zu lassen, obwohl das verboten ist. Who cares. Wir sind in Rixdorf.
Ein herrlich verwildertes Paradies, auch für Kinder, wenn man von den bekloppten VeganerInnen mit Wursthaaren Leuten absieht, die ihre Hunde permanent bellen lassen, weil sie zu doof sind zu wissen, dass man denen das abgewöhnen kann. Meistens sieht man ekelhaften Nervensägen Leuten, die mit Hunden nicht umgehen können, das schon auf 50 Metern Entfernung an. Das sind auch diejenigen, die im Supermarkt eine halbe Stunde brauchen, um ihren Kram vom Band zu nehmen, die in der U-Bahn ständig am Smartphone fummeln, ihre Kinder ausschließlich von Fastfood ernähren, die an die magischen Selbstheilungskräfte des so genannten „freien“ Marktes im Kapitalismus glauben und die ein völlig irrelevantes „Ehrenamt“ im DJV auf ihre Visitenkarte drucken lassen. (Habe ich etwas vergessen?)
Antiautoritäre Erziehung ist nur für Kinder gut, nicht aber für Hunde. Für Computer und Hunde gilt gleichermaßen: The machine the dog should not be friendly. The machine the dog should be obedient.
Diese Türme, die dort auf dem stillgelegten Friedhof herumstehen und die unterschiedlich hoch sind, gaben mir zunächst ein Rätsel auf, bis die zeitweilige Lebensabschnittsgebliebte Dame meines Herzens mich aufklärte, dergestalt, dass man früher damit die Einflugschneise des Flughafens Tempelhof illuminiert habe, um die herannahenden Flugmaschinen nicht auf die Hausdächer krachen zu lassen.
Leider habe ich keinen alten Schädel gefunden, was ich insgeheim gehofft hatte, auch keine Knochen. Wahrscheinlich sind die Hunde mir zuvorgekommen. Das nächste Mal nehme ich einen Klappspaten mit.
Optische Schlüsselreize
Ohne Frage
Heise über einen Zensur-Lobbyisten so genannten „Kinderschützer„: „Carr zufolge würden ‚zwischen 15 und 50 Prozent‘ der Männer durch Bilder von Kindsmissbrauch ‚ohne Frage‘ zu entsprechenden Taten angeleitet.“
Beweise? Statisken? Fakten? Das brauchen solche Leute nicht. In die Medien kommen sie mit ihrem Quatsch trotzdem. Man muss eben nur hyperventilierend genug sein.
Übrigens: Die Erde ist eine Scheibe.
Religion der Liebe und des Hasses
„Die Religion der Liebe, die christliche, ist seit mehr als achtzehn Jahrhunderten gegen alle Andersdenkenden eine Religion des Hasses, der Verfolgung, der Unterdrückung gewesen. Keine Religion der Welt hat der Menschheit mehr Blut und Tränen gekostet als die christliche, keine hat mehr zu Verbrechen der scheußlichsten Art Veranlassung gegeben; und wenn es sich um Krieg und Massenmord handelt, sind die Priester aller christlichen Konfessionen noch heute bereit, ihren Segen zu geben, und hebt die Priesterschaft der einen Nation gegen die feindlich ihr gegenüberstehende Nation flehend die Hände um Vernichtung des Gegners zu einem und demselben Gott, dem Gott der Liebe, empor.“
August Bebel, Politiker, 1840-1913, ehemaliges „marxistische Zentrum“ der SPD
Der unbequeme Richter
Die Frankfurter Rundschau berichtet über einen Richter, der sich ins Amt geklagt hat. Über die Hintergründe erfährt man nichts – deutscher Qualitätsjournalismus eben. Auch Wikipedia ist nicht wirklich aussagekräftig bei „Bundesrichter Thomas Fischer“.
Zeit online hat einen erhellenden Artikel: „Der unbequeme Richter“. Den Artikel muss man lesen! Seine Vorgesetzten wollten den offenbar nicht mainstream-förmigen Mann fertigmachen und von höheren Ämtern fern halten, indem sie ihn schlecht beurteilen, also mobben, aber der wehrt sich – und gewinnt.
Sie halten ihn für einen Besserwisser, der an der Legislative herumnörgelt, Kollegen öffentlich herabsetzt und dessen Ego niemanden gelten lässt – außer Fischer selbst. Und sie begrüßen es, dass Fischer endlich in die Schranken gewiesen wird. Die anderen verehren den Richter für sein Denkvermögen und seine Entschlossenheit, sich nicht durch Opportunismus von seinen Überzeugungen abbringen zu lassen.
Hihi. Gefällt mir. Oder das:
Mit dem Scharfsinn des Revisionsrichters analysiert Fischer die Texte und rechnet mit einer ganzen Generation vermeintlich begnadeter Strafrechtslehrer ab. Er wirft ihnen vor, die Vergangenheit zu verklären, eigene Misserfolge unter den Teppich zu kehren und einen Lebensstil zu preisen, der vor allem in Bravheit und Anpassung bestand. (…) Offenbar sei eine »kritische Rückschau auf die Verantwortung des eigenen Fachs« kein Schwerpunkt dieser Juristengeneration gewesen.
Bravo. Bravissimo.
Fischer: „Die Menschen sehen sich globalen und unbeherrschbaren Risiken ausgesetzt und versuchen den eigenen Ängsten dadurch zu entkommen, dass sie im beherrschbaren Kleinraum des Strafrechts Fehlverhalten immer härter geahndet sehen wollen – trotz sinkender Kriminalität.“
Klug gesagt und jedes Wort wahr.
So schlimm und ekelhaft kann Sozialismus sein!
Die Regierung Venezuelas hat die Subventionen für Messwein gestrichen. Die Katholische Kirche ist empört.
El Nacional: „El vino utilizado en la celebración de la eucaristía se diferencia del resto de los vinos convencionales por tener un mayor grado de alcohol, lo que permite su conservación por más tiempo a temperatura ambiente.“
Koordinierende externe Verschlimmbesserungs-Agenturen
Die FAZ spricht ein paar Wahrheiten über die Pappnase, die sich Bürgermeister nennt Berlins Wowereit und das Desaster um die diversen Bauvorhaben aus:
„Im Sommer rief eine Berliner Zeitung bei diversen Behörden an, um sich zu erkundigen, ob es einem diabolischen Plan entspreche, wenn nicht nur eine zentrale Ost-West-Verbindung durch Baustellen blockiert sei, sondern die Ausweichroute gleich mit. Sie bekamen die Auskunft, dass das noch niemandem aufgefallen sei. Es werde jetzt aber eine externe Agentur damit beauftragt, diese Planungen besser zu koordinieren.“
Immer, wenn „externe Agenturen“ beauftragt werden, wird es verschlimmbessert. Das gilt auch für alle IT-Vorhaben.
By the way: Die FAZ verschweigt uns die Quellen; das sind wir gewohnt, weil deutsche Mainstream-Medien zwar jammern, dass ihnen die Leser davonlaufen, aber nichts dagegen tun, ausser der Idee, man müsse für den Mist auch noch Geld verlagen.
Die Berliner Morgenpost berichtet von einem „Streit zwischen den Berliner Wasserbetrieben und der Verkehrslenkung Berlin (VLB)„. Verantwortlich für das Chaos ist Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Michael Müller (SPD). Über diesen völlig unfähigen SPD-Apparatschik Herrn hat der Schockwellenreiter das Nötige schon öfter gesagt.
Kunst am Verkehrsschild
Berlin-Halensee
Der Halensee, der Rathenauplatz mit Wolf Vostells Betoncadillacs und der Stadtring – viel mehr muss man über diesen Stadtteil Berlins nicht wissen.
Karneval der Thailänderinnen in Rixdorf
Wissentlich in den Sand gesetzt
FAZ: „Trotz früher Warnungen hat das Verteidigungsministerium mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben, um eine Aufklärungsdrohne zu beschaffen. Nun kann sie nicht zugelassen werden – nicht mal für die Arbeit in militärischen Sperrgebieten.“
Vermutlich habe die darauf vertraut, dass das niedere Wesen der freie Markt(TM) das irgendwie richten werde.
Elegant gespannt
Bilderrätsel für Berlin-KellnerKennerInnen: Wo ist das und welche Brücke spannt sich im Hintergrund mehr oder weniger elegant über den Fluss?
Funktional
Kein Essen, sondern Substanzen, die Geschmack simulieren und möglichst billig satt machen, egal wie. Tische, die auf ihre Funktion reduziert wurden, etwas abzustellen, möglichst kostengünstig und garantiert ohne eine ästhetische Aussage. Keine Spur von Handwerkerstolz, etwas Nützliches hergestllt zu haben. Ein paar Steine, die vielleicht als Blumenkübel oder Aschenbecher geplant wurden. Ist auch egal. Oder beides. Ein Gebäude, das sich auf Boden, Wände, Dach und die Farbe der corporate identity beschränkt, keine Architektur mehr, keine Schönheit, keine Botschaft. Menschliche Arbeit und Kunstfertigkeit verschrumpelt und verdampft, um den Profit zu maximieren. Es geht nur darum, um nichts anderes mehr.
































