Unter Schutzgelderpressern
Pornoanwalt: „Im dritten Entwurf zur Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages findet sich eine interessante Regelung: Gemäß § 24 III JMStV sollen Internetanbieter, die sich an der “Finanzierung von Jugendschutzprogrammen” beteiligen, von der Verfolgung durch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) verschont werden. Entsprechend könnten Rechtsverstöße, bei denen Bußgelder bis 500.000 Euro drohen, straflos bleiben, wenn die Internetanbieter sich regelmäßig abkassieren lassen.“
Mir sind „Jugendschützer“ total suspekt – in jeder Hinsicht, wenn sie nicht ohnehin nur die Zensur als „Jugendschutz“ kostümieren. „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“
Wichtiges Kriterium für gute Polizeiarbeit
Spiegel: „Die Beamten der Polizei-Inspektion Ostbahnhof sollen willkürlich eine Vielzahl von Strafanzeigen geschrieben haben, um schneller befördert zu werden. (…) Den Anstoß zu den Taten lieferte laut einem Beschuldigten eine Zielvorgabe der zuständigen Bundespolizeidirektion Berlin. Darin wurde die Zahl der Fahndungstreffer zum wichtigen Kriterium für gute Polizeiarbeit erklärt.“
Hochbahn
…und nur Berliner wissen, wo das ist.
Selfie
Skyline von [bitte selbst ausfüllen]
Die Hölle in Berlin
Lesenswerte Reportage von Julia Prosinger im Tagesspiegel über die Situation der Einwanderer (nein, ich schreibe nicht Flüchtlinge, weil das die Situation nicht korrekt und neutral beschreibt) in Kreuzberg. Ein Leser kommentiert ganz richtig: „…geeignet sich eine eigene Meinung zu bilden! Meine Schlussfolgerung lautet: Das ist ein Blick in die Hölle, Monrovia in Berlin.“
Die Kollegin Prosinger schreibt genau so, wie man es machen sollte.
Man könnte auch zum Vergleich die Situation im Libanon anschauen: 4.516.100 Einwohner, 1 Million Flüchtlinge.
Bundeskopierstelle für jugendgefährdende Medien
Pornoanwalt: „Was machen, wenn ein Pornofilm nicht mehr erhältlich ist? Das Verwaltungsgericht Köln hat geurteilt (Az.: 13 K 4674/13), dass die Bundesprüfstelle gemäß dem Informationsfreiheitsgesetz eine Kopie aushändigen muss, wenn es sich ‚um ein seit mindestens zwei Jahren vergriffenes Werk handelt'“.
Da wird sie rauskommen
Leaves
Kindliche Frage: Wieso bedecken Blätter manchmal den ganzen Boden und machmal nicht? Das kann doch nicht an der jeweiigen Menge liegen? Und auch nicht am Wind, denn sonst lägen sie unregelmäßiger. Gibt es da ein Gesetz?
Kam der Befehl aus dem Kreml?
„Welt“ Nachtblog: „Im Mai ließ Russlands Präsident den Tiger ‚Kusia‘ in Sibirien frei. Jetzt hat das Raubtier die Grenze überschritten und einen Hühnerstall attackiert.“
Sorry, aber ich weiß nicht, ob das Satire ist oder nicht. Den deutschen Medien traue ich mittlerweile zum Thema alles zu.
Arsch auf Eimer, ihr Hackfressen!
Manager Magazin: „Prominente Mittelständler finanzieren rechtspopulistische AfD“.
Neben Heinrich Weiss, dem Ex-Präsidenten des BDI und Mitglied des Corps Frisia Braunschweig und des Corps Saxo-Thuringia München, unterstützt auch Hans Wall, der Gründer des Berliner Außenwerbers Wall AG, die AfD. „Der Unternehmer, früher Mitglied der FDP, ist sogar in die Partei eingetreten.“ – „2004 ehrte ihn die Jüdische Gemeinde von Berlin für sein Eintreten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz mit dem Heinrich-Stahl-Preis.“
Hans Wall ist ehemaliger Zeuge Jehovas. Die Wall AG hat in Berlin überall auch schöne neue Toiletten aufgestellt.
Hackfressen und privatisiertes Kacken – passt perfekt zur AfD.
What It’s Like to Carry Your Nobel Prize through Airport Security
Der Astrophysiker und Nobelpreis-Gewinner Brian Schmidt versuchte, in den USA in einem Flugzeug zu reisen, weil er seiner Oma in Fargo, North Dakota, die Medaille zeigen wollte. (via Fefe und Scientific American). Dieser Dialog mit den Kontrolleuren des Handgepäcks ist wirklich Comedy pur:
They’re like, ‘Sir, there’s something in your bag.’
I said, ‘Yes, I think it’s this box.’
They said, ‘What’s in the box?’
I said, ‘a large gold medal,’ as one does.
So they opened it up and they said, ‘What’s it made out of?’
I said, ‘gold.’
And they’re like, ‘Uhhhh. Who gave this to you?’
‘The King of Sweden.’
‘Why did he give this to you?’
‘Because I helped discover the expansion rate of the universe was accelerating.’
At which point, they were beginning to lose their sense of humor. I explained to them it was a Nobel Prize, and their main question was, ‘Why were you in Fargo?’
Bruhahahaha.
Lose Deckel in ländlichen Räumen oder: Atomkraft ist sicher
Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schlesweg-Holstein über das Kernkraftwerk Brunsbüttel: „Insgesamt sind in den Kavernen bisher 335 Fässer inspiziert worden, von denen 102 stark beschädigt waren (wanddurchdringende Korrosion, Austritt von Fassinhalt, Deckel lose o.ä.)“.
Ach ja: Es besteht zu keiner Zeit keine Gefahr für die Bevölkerung.
Okanagan Valley
Ich kann mich gar nicht erinnern, ob ich in diesem Jahrtausend schon einmal eine Postkarte bekommen habe. Das ist doch eine aussterbende Art, so eine Nischenkommunikation für folkloristisch Veranlagte. Immerhin habe ich die Frau, die sie mir geschickt hat (und die dort wohnt), im Rollenspiel in Secondlife kennengelernt – bzw. ich kenne nicht sie, sondern ihren Avatar.
Wikipedia über das Okanagan Valley:
Das Klima ist außergewöhnlich warm und trocken, Sommertemperaturen über 30 °C sind üblich. Auch die Wintertemperatur ist relativ mild, Okanagan Lake und Skaha Lake frieren in normalen Jahren nicht komplett zu. (…) Das Tal wird als Tessin Kanadas bezeichnet, die hügelige Landschaft ist im Norden mit lockeren Wäldern hauptsächlich aus Ponderosa-Kiefer und Douglasie bedeckt. Das aride Gebiet im Süden nahe der Grenze zum Bundesstaat Washington trägt wüstenhafte Züge, der Bestand an Ponderosa-Kiefern ist weniger dicht und von mit Kakteen und Wüsten-Beifuß bestandenen Flächen durchsetzt. Trotz der relativ dichten Besiedlung sind in den Randgebieten auch größere Raubtiere, wie Schwarzbär und Luchs noch relativ häufig.
Wieso bin ich in Berlin-Neukölln und nicht im Okanagan Valley? Burks, schreib endlich einen Bestseller…
Noch mehr Nacktfotos

Heute habe ich keine Zeit zum Bloggen. Eigentlich wollte ich wieder etwas über die Nacktfotos so genannter „Prominenter“ schreiben, die „im Netz“ aufgetaucht sind, weil man das so schön nutzerfreundlich illustrieren kann, aber dpo hat dazu das Nötige gesagt: „Derzeit ist der Student nach eigenen Angaben dabei, die Fotos auf seinem Rechner zu speichern, um sich später noch ein weiteres Mal darüber zu empören.“
Absichtlich Thesen zur Klitorisbeschneidung verstümmeln
Berliner Kurier:“ Wenn Jungs in Deutschland beschnitten werden dürfen, dann soll das auch für Mädchen gelten. Dieser Vorschlag der Juraprofessorin Tatjana Hörnle von der Humboldt-Universität sorgt für Empörung.“
In Wahrheit hat sie aber genau das Gegenteil gefordert: „Die Strafen für die absichtliche Verstümmelung der Genitalien (§ 226a Strafgesetzbuch, StGB) sollte an die höheren Strafen in § 226 StGB angeglichen werden.“
Wenn ich in einer Zeitung den Satz lese: „sorgt für Empörung“, weiß ich, dass dort nur Unfug folgen kann. „Recherche“ deutscher Medien at its best.
Polizeiliches unbemanntes Luftfahrzeug
Polizeimeldung aus Berlin: „Bei der Tatortarbeit am heutigen Vormittag wurde neben Brandmittelspürhunden auch das polizeiliche unbemannte Luftfahrzeug für Übersichtaufnahmen eingesetzt.“
Was soll denn das sein? Vermutlich eine Drohne… Allein schon das Adjektiv (?) „polizeilich“ ist Deutsch des Grauens vom Feinsten. Das rote feuerwehrliche bemannte Fahrzeug – oder wie?
Willkür oder: Sehenden Auges falsche Entscheidungen treffen
Erfreulich, dass deutsche Gerichte manchmal etwas gegen Willkür unternehmen.
„Automatisierte E-Mails seien nicht das, was sich die Allgemeinheit unter unmittelbarer Kommunikation vorstelle“, berichtet Heise über ein Urteil des Landgerichts Berlin (52 O 135 13). „Wer an die Adresse support-de@google.com schreibt, darf nach Meinung des Landgerichts Berlin erwarten, dass seine E-Mail bearbeitet wird.“ Google sah das anders, was einfach unverschämt ist.
Eine schallende Ohrfeige erhielt das Amtsgericht Euskirchen vom Bundesverfassungsgericht (1 BvR 1925/13): Das Amtsgericht hatte sich erst nach der mündlichen Verhandlung darüber informiert, wer eigentlich für den Fall zuständig gewesen wäre. Das BVerfG hob ein Urteil „wegen Verstoßes gegen das Willkürverbot“ auf und schreibt dazu: „Die zu späte Verschaffung der erforderlichen Rechtskenntnisse berechtigt ein Gericht nicht, sehenden Auges falsche Entscheidungen zu treffen“.
Wenn ich die betreffenden Richter wäre, denen so etwas testiert wird: Ich würde mich gar nicht mehr auf die Straße trauen.
Hiobspost
Einige Medien der Niederlande (z. B. NRC, Amsterdam, via Youtube) berichten über Mustafa Karahasin (Vorsicht, Facebook-Link!), der so viele Briefe an die Stadt Dordrecht in der er lebt, schreibt, dass er beinahe die Verwaltung lahmlegt. Jetzt soll ihm das via Gerichtsbeschluss verboten werden.
Spiegel online: „In den Niederlanden sind Behörden verpflichtet, eine Anfrage innerhalb von vier Wochen zu beantworten. Schafft es eine Behörde nicht innerhalb dieser Frist, muss sie den Bürger für jeden Tag Verspätung entschädigen und bis zu 1260 Euro zahlen.“
Ein wunderbares Recht, an dem man sich hierzulande orientieren sollte (das wird aber nicht geschehen). Dieses Recht gab es schon mal im 18. Jahrhundert in Preußen: „Außerdem war es im Preußen Friedrichs II. für alle Bürger möglich, sich brieflich oder sogar persönlich an den König zu wenden. Er versuchte, zu große Auswüchse des Feudalsystems zu unterbinden. Dabei war er insbesondere misstrauisch gegenüber seinen eigenen Beamten, denen er im Zweifelsfall einen ausgeprägten Standesdünkel zum Nachteil der ärmeren Schichten unterstellte.“
Da fällt mir ein: Ich habe neulich in der Gesamtausgabe eines deutschen Schriftstellers – in meiner Bibliothek – geblättert, weil ich nach einer bestimmten Stelle suchte, die die wunderbare Dynamik der deutschen Sprache, wenn man diese beherrscht, illustriert, und dahte bein mit beine (das Zitat eins ganz anderen Dichters sollte man kennen und übersetzen können): Diesen patriotischen Unfug muss man nicht lesen, der Mann gehört nicht in den Bildungskanon.
Seine Sprache ist jedoch brilliant, und man lernt einige Wörter und Ausdrücke, die veraltet sind – wie „Schwerenot“, „dergestalt“ oder das Wort „Mensch“ als Neutrum (Hallo Genderpolizei! Ist „das Mensch“ für eine Frau diskriminierend?), die jedoch immer noch verstanden werden und die, benutzte man sie, Eindruck schinden könnten bei denen, die auf Wissen und den darauf fußenden ausgewogenen Urteilen Wert legen, obwohl die Eitelkeit, wie aus dem moraltheologischen Schriftum bekannt, keine Tugend ist, die zu praktizieren von den einschlägigen Experten empfohlen wird.
Mein Urteil muss ich revidieren (das letzte Wort würde beim oben Genannten direkt vor dem Komma stehen, was der älteren Wortstellung im Deutschen entspräche, jedoch das „die“ des Relativsatzes etwas vage herumschweben ließe) wegen einer literarischen Figur aus der Feder des Schriftstellers, die dem Briefeschreiber aus den Niederlanden und der Attitude älterer Männer ähnelt, die als Welle auch von Partei zu Partei schwappen, weil das Nörgeln zu ihren Vorlieben gehört, die aber im Falle einer Revolution der Guten nur zeitweise zu gebrauchen wären, weil sie letztlich für nichts einstehen außer ihre eigenen Interessen (ja, „einstehen“ verlangt den Akkusativ!)
Wie heißt diese literarische Figur?
Unabhängigkeits-Referendum: Wieso wollen so viele Deutsche weg von Bayern? [kT]
(Ich schrieb doch: „kein Text“!)


























