Dämliches Pack, reloaded

facebook

Wenn ich das richtig verstehe, fordert mich die Großbourgeoisie auf, die so genannte „Linke“ nicht mehr zu beschimpfen?

Unter staatsnahen Journalismussimulanten

Leider hinter der Paywall der bürgerlichen Presse: „…doch Steinhöfel hat bereits seine Schlüsse aus den bisherigen Verfahren gezogen. „Rechtswidrige Faktenchecks, dubiose ungesicherte Darlehen an eine bilanziell überschuldete Tochtergesellschaft, Verletzung der Publizitätspflichten, gerichtliche Verbote wegen der umstrittenen Potsdam-‚Recherche‘, sagte Steinhöfel WELT am Mittwoch. „Es will einfach kein Ende mit den Skandalen dieser staatsnahen Journalismussimulanten nehmen.“ Er forderte das zuständige Finanzamt auf dem Portal, „zügig den Stecker bei der Gemeinnützigkeit“ zu ziehen.“

Unter Rechtsdurchsetzenden

Die Landesmedienanstalt Niedersachsen droht dem Blogger Alexander Wallasch mit der Einleitung „kostenpflichtiger förmlicher Verfahren“ vom „Team Regulierung“. Wallasch ist laut russischer Propaganda (also automatisch voll gelogen) angeblich „AFD-nah“.

Wallasch schreibt von „Staatsfinanzierte(r) KI-Zensur mit Vernichtungswillen“: „Mittlerweile wird hier bereits mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) zur Zensurkontrolle gearbeitet. Sichtbar ist das beispielsweise auf der Webseite der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt“.

Ein Artikel sei geeignet, „die Leserschaft unnötig aufzuwühlen und unbegründete Befürchtungen zu erwecken“. Wenn ich hier die Leser unnötig aufwühle oder unbegründete Hoffnungen Befürchtungen erwecke der Kommunismus stehe vor der Tür, bitte ich um eine kurze verschlüsselte Nachricht.

Pisa oder: 17 ist weniger als 15 [Update]

ZDF

Finde den Fehler! (Quelle: Martin Halla auf X)

Update: Die aufmerksame Leserschaft weist darauf hin, dass die Nachricht (nicht aber der Tweet – oder heißt das jetzt „der Xt“?) schon älter ist. Allerdings ist die Entschuldigung lächerlich. Es kann mir doch niemand erzählen, dass das ein Zufall war.

Criticism – unknown to German journalists

KI

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) wird immer mehr zu einer Vorfeldorganisation der „Grünen“. Das wundert natürlich nicht, weil mehr als die Hälfte aller Journalisten grün wählen. „Gendern bis der Arzt kommt“ war schon seit langem dort üblich. Dieses Titelbild – zeitgleich mit der Amtseinführung Trumps – da fragt sich jeder, ob es nicht wichtigere Themen für Journalisten gebe?

Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern. Es gehören hierher: Klimaverbesserer, Ökonomisten, Philantrophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter, Winkelreformer der buntscheckigsten Art. (Karl Marx – Friedrich Engels: Kommunistisches Manifest, angepasst an die Zeitläufte)

Wichtigere Themen: Das Versagen des RBB bei dem Intrigenstadl der „Grünen“. Oder den Bayrischen Rundfunk (Marus Lanz). Oder Correktiv. Oder ARD und ZDF. Oder das Auswärtige Amt. Oder die unsäglichen Pressemeldungen des DJV, wenn Israel irgendwie vorkommt. Nimm dies, DJV-Pressestelle: Al Jazeera ergreift offen Partei für die Terrororganisation Hamas, und sogar die so genannte Palästinenserbehörde schließt deren Büros!

Am 25.07.2013 empfahl ich: MediaACT: „Criticism – unknown to German journalists“. „More than one-third of the questioned German journalists never or hardly ever criticize their peers; two-thirds are never or hardly ever criticized even by their supervisors. Conclusion: Although German journalists regularly attack politicians and managers, they lack the experience of turning a critical view on themselves. This is a key result of an international study“.

Noch Fragen, euer Ehren?

„Von Niedertracht geprägt“

Die Qualitätsboulevardmedien berichten: „Pikant an der Sache: Habecks Wahlkampfmanager Andreas Audretsch (40) erklärte am Wochenende, „mit dem gesamten Vorgang nichts zu tun“ zu haben. Audretsch und Gelbhaar wollten ursprünglich beide für Platz zwei auf der Landesliste kandidieren. Nachdem Gelbhaar vor dem Hintergrund der Vorwürfe seine Kandidatur kurz vor dem Landesparteitag zurückgezogen hatte, wurde Audretsch gewählt. Der Listenplatz zwei gilt als so gut wie sicher, um in den Bundestag einziehen zu können. Daran wird sich auch nichts mehr ändern! Die Parteichefs betonten am Montagnachmittag ihr Bedauern, insbesondere gegenüber Audretsch, ABER: Mit Blick auf die Fristen für die bevorstehende Bundestagswahl sei eine nochmalige Nominierung nicht mehr möglich.“

Hat also funktioniert. Viel schlimmer finde ich übrigens die Rolle des RBB, der „Recherchefehler bei Belästigungsvorwürfen gegen Gelbhaar“ zugibt. Ich nenne es Verdachtsberichterstattung, und das erinnert mich doch sehr an die Akte Lammel. Entschuldigt hat sich damals übrigens niemand.

Freedom of Speech and Expression

freedom of speech

Unter Klassenstandpunktinhabenden

klassenstandpunkt

Quelle: Journalismus und Demokratie – Ergebnisse der Journalismus-Befragung. Die Fragenden wählen auch grün – sie gendern.

Unter Apokalyptikern und ihren Reinigungsritualen

cows
Eine Kuh wird jetzt den Schwanz heben und hoffen, dass alle anderen auch den Schwanz heben.

In Wokistan folgt jetzt nach dem Klimaapokalypsen-Hype der X-und-Facebook-Verlassen-Hype. Danach sind alle Seelen wieder kathartisch rein.

cows oder ähnliches

Man braucht bei solchen Aufrufen der Blasen-und Anstaltsbewohnern nur wenige Worte lesen („Unterstützer.innen“), dann kann man den schmallippig zusammengestoppelten Text selbst ergänzen. Gegen Antisemitismus sind sie nicht so agil. Zum Glück schießen die Woken sich selbst ins Abseits. Aber sie wollen ja unter sich bleiben. Und das ist auch gut so.

PS. Stimmt es, dass Elon Musk und Alice Weidel sich auf Mandarin unterhalten werden?

ver.di

Nehmt dies, Faktenchecker!

Zuckerberg

Die bürgerliche Presse berichtet: „Meta-CEO Mark Zuckerberg hat am Dienstag einen dramatischen Kurswechsel in den Netzwerken Facebook und Instagram verkündet. In einem Videobeitrag bei Instagram kündigte Zuckerberg an, dass er die Moderation von Inhalten, die Nutzer auf diesen Netzwerken posten, komplett umstellen werde. Künftig sollen deutlich mehr Inhalte erlaubt sein – insbesondere politische Inhalte sollen künftig seltener gelöscht werden als bislang. Es gehe darum zu den „Wurzeln der freien Rede“ auf den Plattformen zurückzukehren, sagte der Facebook-Gründer.“

Woher kommt nur dieser Stimmungswechsel? Telepolis ahnungsvoll dazu: „Die Ankündigung fällt zeitlich mit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus zusammen, der zuvor ein scharfer Kritiker von Metas Moderationsansatz war. (…) Meta spendete eine Million Dollar für die Amtseinführung des wiedergewählten Präsidenten. Metas Entscheidung wird von manchen als Versuch gesehen, sich der neuen Trump-Regierung anzunähern.“ Ach. Ach was.

Muss man jetzt Notfallseelsorger zu Correktiv schicken? Oder zur Bundesregierung?

PS Hendryk M. Broder dazu: „Schauen Sie sich den Auftritt von Andreas Audretsch an und lesen Sie, was unser Freund und Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel dazu meint: „Hören Sie sich Audretsch an! Wie er betont ruhig und sachlich versucht, das Ungeheuerliche als plausibel zu verkaufen. Da spricht kein kleiner totalitärer Ideologe, es spricht die Stimme von Habeck. Er und sein Meister sind eine klare und aktuelle Bedrohung für unsere Demokratie“.“

Unter unerbeten Ratschlagenden

feministische Außenpolitik
Deutsche Außenpolitik (Symbolbild, made by AI and Burks)

„Einmischung in die deutsche Politik, durch den reichsten Mann der Welt, Elon Musk? Wie irre klingt das denn, nachdem gefühlt jeder zweite deutsche Politiker vor der Wahl Donald Trumps oder des Argentiniers Javier Milei gewarnt hat und wo doch unsere Außenministerin global mit ihren unerbetenen Ratschlägen ein Porzellanservice nach dem anderen zerschlägt? (…) Wie hieß noch gleich früher die wichtigste Aufgabe von Zeitungen? Ach so: die Leute zu informieren. Nicht, sie zu erziehen. (…)

Sie führen anonyme Meldestellen ein, sie reden allen Ernstes über das Verbot der zweitstärksten deutschen Partei. Und sie erklären es allen Ernstes zum Skandal, dass einer der mächtigsten Amerikaner in einer deutschen Zeitung seine Meinung sagen darf – was so wirkt, als knurrte ein Chihuahua einen Labrador an.“ (Harald Martenstein, paywallgeschützt in der bürgerlichen Presse)

Verfassungsfeindliche Agitation

handelsblatt

Jetzt drehen sie wirklich durch. Offenbar hat Musk einen Nerv getroffen, und der liegt jetzt blank. Ich wollte mir eine Zusammenfassung besorgen, was er gesagt bzw. geschrieben hat, aber das ist gar nicht so einfach. Darüber redet man gar nicht, nur darüber, ob es in einer deutschen Zeitung hätte veröffentlicht werden dürfe. Die spinnen doch… Offenbar traut man dem Publikum nicht zu, selbst zu denken und zu beurteilen, sondern möchte es weltanschaulich betreuen.

Der enge Vertraute des gewählten Präsidenten Donald Trump lobt die „kontrollierte Einwanderungspolitik“ der Partei, ihre wirtschaftlichen Ziele, „die Steuern zu senken“ oder auch „den Markt zu deregulieren“. (Luxemburger Wort)

Das geht ja nun gar nicht. Eindeutig verfassungsfeindlich! Melden! Durchführen! Verbieten!

Übrigens hat der Focus ausnahmsweise recht: „Besser kann ein Medium kaum wirken, einen größeren Effekt ein Gastbeitrag kaum erzielen!“

Postscriptum: Bei dämlichen Statements darf natürlich der DJV nicht fehlen.

Mansa Musa und unterkomplexe Wahlaufrufe

Mansa Musa
Mansa Musas auf einer Karte des Katalanischen Weltatlas von 1375, mit einem goldenen Zepter in der linken und einem Goldklumpen in der rechten Hand

Zuerst das Wichtigste. Es geht um den reichsten Mann der Welt. Mansa Musa, der berühmteste Herrscher Malis, unternahm 1324 eine Pilgerreise von rund 7000 Kilometern mit mehr als 60.000 Menschen – darunter 12.000 Sklaven – nach Mekka und gab in Kairo so viel Geld aus, dass er eine Inflation auslöste, die mehrere Jahre anhielt.

Und jetzt noch ein reichster Mann der Welt – das Ereignis scheint ähnlich wichtig zu sein. Die russische Propaganda (also automatisch voll gelogen) berichtet: „Elon Musk hat im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ ausgeführt, warum er die AfD für die einzige Partei hält, die Deutschland retten kann. Daraufhin hat die Leiterin des Meinungsressorts der Welt, Eva Marie Kogel, ihre Kündigung eingereicht. Der Vorgang zeigt, wie es um die Akzeptanz anderer Meinungen in Deutschland bestellt ist.“

kogel

Ich warte jetzt darauf, dass jemand aus dem Publikum auf einem moralinschwangeren kathartischen Exorzismus besteht, weil ich Klonovsky kommentarlos zitiere. AfD nah! Schwefelgeruch! Interessiert mich einen Scheiß einen feuchten Kehricht!

„Freilich hat die gesamte Berliner politische (und mediale) Klasse mit Ausnahme einer Partei gegen Donald Trump getwittert, gepfiffen und getrötet, 2016 wie heuer, nur käme eben niemand in Übersee auf die Idee, dass die Deutschen sich damit in den amerikanischen Wahlkampf eingemischt haben könnten, denn kein Mensch dort weiß, wer diese Typen sind. Was sie wiederum selbst wissen; deshalb das Geplärr.“

Was Eva Marie Kogel angeht – die kommt nicht aus dem Internationalen Recht, sondern hat etwas gelernt: „Studium Arabisch, Latein und Altgriechisch in Göttingen, Bologna, Berlin, Damaskus und Sana´a“. Chapeau!

Vermutlich stimmt das alles so nicht mit dem „Hinschmeißen“. Wenn jemand „Chef“ aka Ressortleiter ist und die Oberbosse etwas ins Medium drücken, eben weil die die Bosse sind, was man gern in andere Form gesehen hätte, etwa als Interview, dann verlöre man sein Gesicht, wenn man nicht angemessen reagierte. Ich hätte denen auch den Mittelfinger gezeigt.

Franziska Zimmerer schreibt in der paywallgeschützten bürgerlichen Presse: In seinem Text finden sich wirklich geniale Sätze, das muss man ihm lassen, Zitat: „Die Darstellung der AfD als rechtsextrem ist eindeutig falsch, wenn man bedenkt, dass Alice Weidel, die Vorsitzende der Partei, eine gleichgeschlechtliche Partnerin aus Sri Lanka hat! Klingt das für Sie nach Hitler? Ich bitte Sie!“ Die Sätze eines großen Intellektuellen. Er ist nur noch zwei Gastbeiträge entfernt von „Aber Hitler war doch Vegetarier“. (Ironie off)

War Musk zu feige, sich interviewen zu lassen? Hatte er keine Zeit? Hat er seinen Kommentar selbst verfasst oder die KI? Oder hat er dafür bezahlt, für die „Welt“ schreiben zu dürfen? Die Berufsempörten sollten mal von den Palmen runterklettern.

Kunst hat progressiv und links zu sein und nimmt sich die Freiheit, alles zu verachten, was nicht der politischen Linie entspricht. Man beurteilt als Universalerbe die Meisterwerke von einst auf ihre Tauglichkeit für die verbiesterte Moral von gesichtsmetallverunstalteten Problemponyträgerinnen. Und lässt Sensitivity-Berufsbeleidigten mit Empörungshintergrund Bücher reinigen wie früher schon mal. (Don Alphonso, paywallgeschützt im Zentralorgan der Couponschneider)

naomi seibt

Harald Martenstein im Zeit Magazin: „Ich halte Karl Marx für einen großen Denker, auch wenn er nicht in jedem Punkt recht gehabt hat. Es ist fraglich, ob überhaupt jemals ein großer Denker oder eine Denkerin gelebt hat, der oder die in jedem Punkt recht behalten hätte, auch wenn ich Günter Grass und Alice Schwarzer in dem Verdacht habe, dass sie in Bezug auf sich selbst diese Hoffnung hegen. Kleine Denker irren sich seltener. Mein Hund irrt sich fast nie.“

Ich halte Musk für ziemlich genial und unterhaltsam, auch wenn er manchmal genial daneben haut. Just saying.

Wenn man sich aber die Kommentare unter manchen umstrittenen Postings zum Thema ansieht, wird einem Angst und Bange. Die würden am liebsten melden, durchführen, verbieten und falsche Meinungen verbrennen. Ein ekelhaftes Pack…

Sixtus

J’ai compris y ils sont fous

Ich habe Le Monde in der Blogroll durch Le Figaro ersetzt. Aus Gründen.

Übrigens: „Votre navigateur Chrome n’étant pas à jour, le site du Figaro risque de ne pas fonctionner correctement. Il est conseillé de mettre à jour votre navigateur.“ Ils sont fous, les IT-Français. Außerdem surfe ich gar nicht mit Chrome.

Russian Asset

Augiusstall
Bei der Mentalität der Insassen öffentlich-rechtlicher Medien fällt mir immer der Augiasstall ein (Symbolbild, made by AI and Burks).

Christian Y. Schmidt schreibt auf Facebook:
„Weil der linke Journalist John Goetz herausgefunden hat, dass das internationale Recherchenetzwerk OCCRP mehrheitlich von der US-Regierung finanziert wird, wird Goetz von dem Chef des OCCRP als russischer Spion verleumdet. Der NDR nimmt seinen Mitarbeiter nicht etwa in Schutz, sondern strahlt seine Recherchen einfach nicht aus. So geht es immer wieder Leuten, die für Aufklärung stehen. Sie werden ohne jeden Beweis als russische Einflussagenten diffamiert, um sie mundtot und möglichst arbeitslos zu machen.“

Das Statement bezieht sich auf die Reportage Alexander Osangs im Spiegel (Paywall): „Der Mann, der aus der Kälte kam“.

mediapart
Screenshot von Mediapart.fr

Schmidt zitiert: Seit knapp zwei Jahren recherchiert Goetz für den Norddeutschen Rundfunk an einem Film über das internationale Recherchenetzwerk OCCRP, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Korruption und Organisierte Kriminalität aufzudecken. OCCRP kooperiert mit vielen weltbekannten, renommierten Medien wie der »New York Times«, dem »Guardian«, »Le Monde«, dem ZDF und auch dem SPIEGEL. Goetz errechnete, dass OCCRP zu mehr als 50 Prozent aus Mitteln der US-Regierung gefördert werde, die auch ein Mitspracherecht bei der Besetzung der Leitungsposten des Netzwerkes besitze. Er fand Quellen, die befürchteten, dass sich daraus inhaltliche Konsequenzen ergeben. Dass Journalisten, womöglich unwissentlich, US-Interessen durchsetzen. Im Mittelpunkt der Reportage steht ein langes Interview, das John Goetz mit dem Chef des OCCRP führte, einem Amerikaner namens Drew Sullivan.

Sullivan gab vor Goetz’ Kamera einen Einfluss der US-Regierung zähneknirschend zu, beharrte aber darauf, dass seine Mitarbeiter unabhängig seien. Er beschwerte sich allerdings wenig später beim NDR darüber, dass er im Beitrag als Agent der US-Regierung beziehungsweise der CIA dargestellt werden könnte. In einer Mail, die Drew Sullivan an die vielen Mitarbeiter seines Netzwerkes auf der ganzen Welt verschickte, warnte er sie vor einer Zusammenarbeit mit dem NDR-Team, vor allem deshalb, weil John Goetz im Interesse der russischen Regierung agiere. Vielmehr noch: Er sei nach Äußerungen deutscher Geheimdienste ein »russian asset«.

Ein russischer Spion. Eine Quelle. Ein Informant.

Belege für diese Behauptung lieferte Sullivan nicht. Er ließ sie einfach fallen. Es erinnert an die Visitenkarte des FBI-Agenten, die Goetz vor 35 Jahren in seinem New Yorker Briefkasten fand. John Goetz ist, wie es aussieht, wieder auf der Flucht vor einem Verdacht. Oder immer noch.

Unter Qualitätsmedienschaffenden

ZDF

Abgelenkt

tahari

Ich war in den letzten Tagen durch mancherlei Dinge abgelenkt, obzwar ohne Lohnschindereipflicht. Man könnte über viele Dinge räsonnieren – aber ist das wirklich wert? Schauen wir doch mal im 12. Buch des Diodor nach, was mitteilungswürdig ist:

Als in Athen Aminias Archon war, wählten die Römer zu Consuln den Lucius Julius und Lucius Papirius. In diesem Jahr fielen die Einwohner von Scione, den Athenern wegen der Niederlage bei Delium Trotz bietend, zu den Lacedämoniern ab und übergaben die Stadt dem Brasidas, dem Heerführer der Lacedämonier in Thracien. Die Flüchtlinge von Lesbos, die bei der Eroberung von Mitylene durch die Athener in großer Zahl der Gefangenschaft entgangen waren, und die schon lange versuchten, Lesbos wieder einzunehmen, vereinigten sich jetzt und besetzten Antandrus; von dort machten sie Ausfälle und gritfen die Athener an, welche Mitylene inne hatten. Darüber aufgebract sandte das Volk der Athener die Feldherrn Aristides und Symmachus mit einem Heer gegen sie aus. Diese machten, als sie in Lesbos ankamen, beständige Angriffe auf Antandrus und eroberten die Stadt. Die Flüchtlige wurden von ihnen theils getödtet, theils verjagt.

Oder ist das hier wichtiger?

Dutzende Journalisten und Autoren sowie eine Reihe von gesellschaftlichen Institutionen in Deutschland haben gemeinsam ihren Abschied vom Kurznachrichtendienst X angekündigt. Darunter sind die Fernsehmoderatoren Dunja Hayali und Jo Schück ebenso wie Bestsellerautorin Anne Rabe sowie etwa mehrere NS-Gedenkstätten wie das NS-Dokumentationszentrum in München und die Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz in Berlin. Insgesamt trägt die Liste mehr als 60 Unterschriften.

Denkt man daran noch nach mehr als zwei Jahrtausenden? Oder an die F.D.P.?

Nein, ich habe am Wochenende eine großes virtuelles Hauen und Stechen organisiert, das zwei Stunden dauerte. Wie man sieht, durchkämmen Avatare Wüstenkrieger eine heiße, abgeschiedene Gegend in der Nähe der Kasbah, um die Überreste einer überfallenen Karawane zu finden. Das taten wir nach einiger Zeit, aber die bad guys waren auch noch da. Deshalb gab es ein Pfeil- und Armbrustschießen und Schwerthieben vom Feinsten. Wir verließen jedoch siegreich die Walstatt. Und gestern mussten wir noch zahlreiche Dinge besprechen…

Das alles war interessanter und unterhaltsamer als sich mit „Prominenten“ wie Frau Chebli oder – wie hieß noch der von der F.D.P.? – zu beschäftigen. Darauf einen Lumumba!

tahari

So Done

Eine sehr vergnüglich zu lesende Antwort Joachim Nikolaus Steinhöfels auf eine „journalistische“ Anfrage des WDR:

(…) Sie behaupten in Ihrer Mail, ich hätte die „Agentur So Done“ abgemahnt. Das ist falsch. Eine solche Abmahnung existiert nicht. Nun Ihren Fragen: (..)
Ausweislich Ihrer Vita kann ich nicht erkennen, dass Sie über juristische Fachkenntnisse verfügen. Natürlich kann man sich aber als geschulter Journalist in das selbst für die meisten Anwälte nicht einfache Wettbewerbsrecht und Verfassungsrecht kurzfristig einlesen. In Ihrer ersten Frage setzen Sie das Wort „rechtswidrig“ in Anführungszeichen. Gestatten Sie mir die Frage, was Sie dazu, außer möglicher Voreingenommenheit oder mir überlegener Rechtskenntnisse, veranlasst hat?

Unfassbar, wie dumm und/oder schlampig die beim WRD und bei der „Tagesschau“ sind: Dasselbe gilt für die in dem auf tagesschau.de veröffentlichten Text „Wüst wirbt nicht mehr für Abmahn-Agentur gegen Hetze“ aufgestellte falsche Tatsachenbehauptung „Medienanwalt Joachim Steinhöfel, der sonst zum Beispiel AfD-Chefin Alice Weidel…vertritt.“ Ich vertrete Frau Weidel nicht. Dieses Framing sollte selbst dem WDR zu peinlich sein.

Amos schockt

irgun

Die Berliner Zeitung hatte schon berichtet: Der Verleger der linken israelischen Tageszeitung Haaretz hat für Schlagzeilen gesorgt. Während einer Rede in London warf Amos Schocken seinem Land und der Regierung von Benjamin Netanjahu vor, gegenüber den Palästinensern ein „Apartheid-Regime“ durchzusetzen.

Einen Tag später: Am Donnerstagabend kündigte das israelische Außenministerium an, dass es jegliche Werbung in der drittgrößten Zeitung Israels einstellen, die Abonnements seiner Mitarbeiter kündigen und die offizielle Kommunikation mit Haaretz beenden werde. Auch andere Ministerien beendeten ihre Zusammenarbeit, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens riefen zum Boykott der linken Tageszeitung auf.

Die Jerusalem Post von heute: The government unanimously approved at its weekly meeting on Sunday a proposal by Communications Minister Shlomo Karhi, that all government bodies or those funded by it will “cease to engage with the newspaper ‘Haaretz’ in any way and not publish any advertisements in it.”

Ich frage mich, was daran „links“ sein soll, wenn man völkisch argumentiert und arabischen Terror belohnen will? Letzteres hat er später dann relativiert, aber ziemlich unglaubwürdig. Shocken räumt dann ein, dass er über seine Äußerungen in London nachgedacht habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass viele Freiheitskämpfer im Laufe der Geschichte, „vielleicht auch auf dem Weg zur Gründung des Staates Israel, schreckliche terroristische Akte begangen und unschuldigen Menschen Schaden zugefügt haben, um ihr Ziel zu erreichen. Ich hätte sagen sollen: Der Einsatz von Terrorismus ist illegitim. Es war ein Fehler, das nicht zu sagen“, so der Enkel des Schocken-Kaufhaus-Gründers Salman Schocken.

Das ist auch Unfug. Er sollte doch die Irgun kennen (vgl. das Plakat oben, 1931) und Jabotinsky.

Für welche „Freiheit“ kämpfen arabische Terroristen? Es gab und gibt keine arabische Nationalbewegung in Palästina, die nicht gleichzeitig die Vernichtung der Juden zum Ziel hatte. Also vergesst das. Aber jetzt wird die Haaretz natürlich um so mehr von deutschen Medien zitiert werden.

Irreführendes

in die irre führen

Lesenswert von Stefan Frank auf Achgut.com: „Anti-Zensur aus USA: NewsGuard & Co in Panik“.

„Eine Drohung ist vor allem der Digital Services Act (DSA), eine EU-Verordnung, die von den EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt wurde. Darin werden die Betreiber sozialer Medien aufgefordert, gegen „schädliche Informationen und Tätigkeiten“ sowie „irreführende und täuschende Inhalte, einschließlich Desinformationen“ vorzugehen.

Der zukünftige US-Vizepräsident JD Vance hat nun angeregt, dass die amerikanische Unterstützung für die NATO davon abhängen sollte, dass die Europäische Union Elon Musk und seine Social-Media-Plattform X, ehemals Twitter, nicht reguliert.“ (…)

„Die Republikaner wissen, dass Worte und Bilder nicht reichen gegen die Zensurgeschütze der EU. Im Repräsentantenhaus haben sie bereits zwei Gesetze erlassen, die aber noch der Zustimmung des Senats bedürfen – wo die Republikaner bislang in der Minderheit waren. Das eine ist der Gesetzentwurf mit dem Namen „Keine Zensur an unseren Gefilden“. Es soll festlegen, dass jedem ausländischen Regierungsbeamten, der die Meinungsäußerung der Amerikaner zensiert, die Einreise verboten wird und er abgeschoben werden kann. Der andere Gesetzentwurf soll sicherstellen, dass NGOs keine amerikanischen Steuergelder erhalten, wenn sie mit ausländischen Regierungen kollaborieren, um US-Bürger zu zensieren.“

Mal sehen, wann wir Deutschen von der Entwicklung in den USA profitieren. Bei uns ist Zensur bekanntlich ein Geschäftsmodell. Das wird noch dauern: Die zu erwartende große Koalition wird die Zensurindustrie aus staatlich alimentierten NGOs nicht antasten.

Aber vielleicht werden wir alle vorher störben. „By authorizing long range missiles to strike inside Russia, Biden is committing an unconstitutional Act of War that endangers the lives of all U.S. citizens. This is an impeachable offense, but the reality is he’s an emasculated puppet of a deep state“, schreibt der Trumpist Thomas Massie.

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