Unter Qualitätsmedienschaffenden
Abgelenkt
Ich war in den letzten Tagen durch mancherlei Dinge abgelenkt, obzwar ohne Lohnschindereipflicht. Man könnte über viele Dinge räsonnieren – aber ist das wirklich wert? Schauen wir doch mal im 12. Buch des Diodor nach, was mitteilungswürdig ist:
Als in Athen Aminias Archon war, wählten die Römer zu Consuln den Lucius Julius und Lucius Papirius. In diesem Jahr fielen die Einwohner von Scione, den Athenern wegen der Niederlage bei Delium Trotz bietend, zu den Lacedämoniern ab und übergaben die Stadt dem Brasidas, dem Heerführer der Lacedämonier in Thracien. Die Flüchtlinge von Lesbos, die bei der Eroberung von Mitylene durch die Athener in großer Zahl der Gefangenschaft entgangen waren, und die schon lange versuchten, Lesbos wieder einzunehmen, vereinigten sich jetzt und besetzten Antandrus; von dort machten sie Ausfälle und gritfen die Athener an, welche Mitylene inne hatten. Darüber aufgebract sandte das Volk der Athener die Feldherrn Aristides und Symmachus mit einem Heer gegen sie aus. Diese machten, als sie in Lesbos ankamen, beständige Angriffe auf Antandrus und eroberten die Stadt. Die Flüchtlige wurden von ihnen theils getödtet, theils verjagt.
Oder ist das hier wichtiger?
Dutzende Journalisten und Autoren sowie eine Reihe von gesellschaftlichen Institutionen in Deutschland haben gemeinsam ihren Abschied vom Kurznachrichtendienst X angekündigt. Darunter sind die Fernsehmoderatoren Dunja Hayali und Jo Schück ebenso wie Bestsellerautorin Anne Rabe sowie etwa mehrere NS-Gedenkstätten wie das NS-Dokumentationszentrum in München und die Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz in Berlin. Insgesamt trägt die Liste mehr als 60 Unterschriften.
Denkt man daran noch nach mehr als zwei Jahrtausenden? Oder an die F.D.P.?
Nein, ich habe am Wochenende eine großes virtuelles Hauen und Stechen organisiert, das zwei Stunden dauerte. Wie man sieht, durchkämmen Avatare Wüstenkrieger eine heiße, abgeschiedene Gegend in der Nähe der Kasbah, um die Überreste einer überfallenen Karawane zu finden. Das taten wir nach einiger Zeit, aber die bad guys waren auch noch da. Deshalb gab es ein Pfeil- und Armbrustschießen und Schwerthieben vom Feinsten. Wir verließen jedoch siegreich die Walstatt. Und gestern mussten wir noch zahlreiche Dinge besprechen…
Das alles war interessanter und unterhaltsamer als sich mit „Prominenten“ wie Frau Chebli oder – wie hieß noch der von der F.D.P.? – zu beschäftigen. Darauf einen Lumumba!
So Done
Eine sehr vergnüglich zu lesende Antwort Joachim Nikolaus Steinhöfels auf eine „journalistische“ Anfrage des WDR:
(…) Sie behaupten in Ihrer Mail, ich hätte die „Agentur So Done“ abgemahnt. Das ist falsch. Eine solche Abmahnung existiert nicht. Nun Ihren Fragen: (..)
Ausweislich Ihrer Vita kann ich nicht erkennen, dass Sie über juristische Fachkenntnisse verfügen. Natürlich kann man sich aber als geschulter Journalist in das selbst für die meisten Anwälte nicht einfache Wettbewerbsrecht und Verfassungsrecht kurzfristig einlesen. In Ihrer ersten Frage setzen Sie das Wort „rechtswidrig“ in Anführungszeichen. Gestatten Sie mir die Frage, was Sie dazu, außer möglicher Voreingenommenheit oder mir überlegener Rechtskenntnisse, veranlasst hat?
Unfassbar, wie dumm und/oder schlampig die beim WRD und bei der „Tagesschau“ sind: Dasselbe gilt für die in dem auf tagesschau.de veröffentlichten Text „Wüst wirbt nicht mehr für Abmahn-Agentur gegen Hetze“ aufgestellte falsche Tatsachenbehauptung „Medienanwalt Joachim Steinhöfel, der sonst zum Beispiel AfD-Chefin Alice Weidel…vertritt.“ Ich vertrete Frau Weidel nicht. Dieses Framing sollte selbst dem WDR zu peinlich sein.
Amos schockt
Die Berliner Zeitung hatte schon berichtet: Der Verleger der linken israelischen Tageszeitung Haaretz hat für Schlagzeilen gesorgt. Während einer Rede in London warf Amos Schocken seinem Land und der Regierung von Benjamin Netanjahu vor, gegenüber den Palästinensern ein „Apartheid-Regime“ durchzusetzen.
Einen Tag später: Am Donnerstagabend kündigte das israelische Außenministerium an, dass es jegliche Werbung in der drittgrößten Zeitung Israels einstellen, die Abonnements seiner Mitarbeiter kündigen und die offizielle Kommunikation mit Haaretz beenden werde. Auch andere Ministerien beendeten ihre Zusammenarbeit, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens riefen zum Boykott der linken Tageszeitung auf.
Die Jerusalem Post von heute: The government unanimously approved at its weekly meeting on Sunday a proposal by Communications Minister Shlomo Karhi, that all government bodies or those funded by it will “cease to engage with the newspaper ‘Haaretz’ in any way and not publish any advertisements in it.”
Ich frage mich, was daran „links“ sein soll, wenn man völkisch argumentiert und arabischen Terror belohnen will? Letzteres hat er später dann relativiert, aber ziemlich unglaubwürdig. Shocken räumt dann ein, dass er über seine Äußerungen in London nachgedacht habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass viele Freiheitskämpfer im Laufe der Geschichte, „vielleicht auch auf dem Weg zur Gründung des Staates Israel, schreckliche terroristische Akte begangen und unschuldigen Menschen Schaden zugefügt haben, um ihr Ziel zu erreichen. Ich hätte sagen sollen: Der Einsatz von Terrorismus ist illegitim. Es war ein Fehler, das nicht zu sagen“, so der Enkel des Schocken-Kaufhaus-Gründers Salman Schocken.
Das ist auch Unfug. Er sollte doch die Irgun kennen (vgl. das Plakat oben, 1931) und Jabotinsky.
Für welche „Freiheit“ kämpfen arabische Terroristen? Es gab und gibt keine arabische Nationalbewegung in Palästina, die nicht gleichzeitig die Vernichtung der Juden zum Ziel hatte. Also vergesst das. Aber jetzt wird die Haaretz natürlich um so mehr von deutschen Medien zitiert werden.
Irreführendes
Lesenswert von Stefan Frank auf Achgut.com: „Anti-Zensur aus USA: NewsGuard & Co in Panik“.
„Eine Drohung ist vor allem der Digital Services Act (DSA), eine EU-Verordnung, die von den EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt wurde. Darin werden die Betreiber sozialer Medien aufgefordert, gegen „schädliche Informationen und Tätigkeiten“ sowie „irreführende und täuschende Inhalte, einschließlich Desinformationen“ vorzugehen.
Der zukünftige US-Vizepräsident JD Vance hat nun angeregt, dass die amerikanische Unterstützung für die NATO davon abhängen sollte, dass die Europäische Union Elon Musk und seine Social-Media-Plattform X, ehemals Twitter, nicht reguliert.“ (…)
„Die Republikaner wissen, dass Worte und Bilder nicht reichen gegen die Zensurgeschütze der EU. Im Repräsentantenhaus haben sie bereits zwei Gesetze erlassen, die aber noch der Zustimmung des Senats bedürfen – wo die Republikaner bislang in der Minderheit waren. Das eine ist der Gesetzentwurf mit dem Namen „Keine Zensur an unseren Gefilden“. Es soll festlegen, dass jedem ausländischen Regierungsbeamten, der die Meinungsäußerung der Amerikaner zensiert, die Einreise verboten wird und er abgeschoben werden kann. Der andere Gesetzentwurf soll sicherstellen, dass NGOs keine amerikanischen Steuergelder erhalten, wenn sie mit ausländischen Regierungen kollaborieren, um US-Bürger zu zensieren.“
Mal sehen, wann wir Deutschen von der Entwicklung in den USA profitieren. Bei uns ist Zensur bekanntlich ein Geschäftsmodell. Das wird noch dauern: Die zu erwartende große Koalition wird die Zensurindustrie aus staatlich alimentierten NGOs nicht antasten.
Aber vielleicht werden wir alle vorher störben. „By authorizing long range missiles to strike inside Russia, Biden is committing an unconstitutional Act of War that endangers the lives of all U.S. citizens. This is an impeachable offense, but the reality is he’s an emasculated puppet of a deep state“, schreibt der Trumpist Thomas Massie.
Natürlich künstlich intelligent recherchieren
Dieser Artikel erschien vor einigen Monaten im Magazin Nitro. Leider wurde er sehr lieblos und ohne funktionierende Links auf die Website gestellt. Auch kann man nicht unterscheiden zwischen dem, was ich geschrieben habe und dem, was von der KI stammt. Hier also eine Version, wie ich es gemacht hätte.
Es ist verführerisch: Man sitzt vor dem Monitor, und es fällt einem nichts ein. Da gab es doch… genau! Wir bitten einfach die künstliche Intelligenz, einen Artikel zu schreiben und zu recherchieren. Wem würde das auffallen?
Da fängt es schon an. Wer einen eigenen, erkennbaren Stil hat, wird den nicht wiederfinden. Und gar Ironie? Die künstliche Intelligenz ist so homorlos wie ein woker Hipster mit Gendersternchen auf der Zunge. Aber könnten wir das KI-Ergebnis als Vorlage nehmen, also Zeit sparen?
Also fragen wir ChatGPT: Welche Inhalte und Themen müsste ein Artikel behandeln, der den Titel trägt „Investigative journalistische Recherche im Internet mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz“?
Jetzt rasseln gleich die Phrasen wie von einem Sprachblasenfacharbeiter einer Werbeagentur: Ein Artikel mit dem Titel „Investigative journalistische Recherche im Internet mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz“ sollte eine Vielzahl von Themen und Inhalten abdecken, um den Lesern einen umfassenden Überblick über die Anwendung und den Nutzen von KI im Bereich des investigativen Journalismus zu bieten.
Schön, das hätten wir mit natürlicher Intelligenz auch irgendwie erraten. Wolf Schneider würde anmerken: Eine Vielzahl von Themen und Inhalten ist so abgedroschen und inhaltsleer, dass man sich eine halbe Stunde mit der Lektüre von Schillers „Glocke (Verben! Verben! Verben!) erholen muss.
Hier sind einige wichtige Punkte, die der Artikel behandeln sollte (Genau! Die unwichtigen Punkte behandeln wir ausnahmsweise nicht!): Einleitung: Definition und Bedeutung des investigativen Journalismus: Erläuterung, was investigativer Journalismus ist und warum er wichtig ist. Einführung in Künstliche Intelligenz (KI): Grundlegende Erklärung von KI und deren allgemeine Anwendungen.
Hier schon wenden sich die ersten Leser mit Grauen ab und den unterhaltsameren sozialen Medien zu. Journalisten, die erläutern, warum Journalismus wichtig ist – das klingt so, als gäbe es Journalisten, die sich gegenseitig Preise verleihen – wie albern ist das denn? (Sorry, falls jemand hier einen Journalistenpreis bekommen hat.)
– Anwendungsbereiche der KI im investigativen Journalismus
• Datenanalyse: Wie KI große Datenmengen analysieren und Muster erkennen kann, die menschliche Journalisten möglicherweise übersehen würden.
• Automatisierung von Routineaufgaben: Einsatz von KI zur Automatisierung von Aufgaben wie Datenreinigung, Transkription von Interviews und Übersetzungen.
• Textanalyse und -verarbeitung: Verwendung von Natural Language Processing (NLP) zur Analyse und Interpretation von Texten, Dokumenten und sozialen Medien.
• Bild- und Videoanalyse: Einsatz von KI zur Analyse und Verifizierung von Bildern und Videos, einschließlich Gesichtserkennung und Objekterkennung.
Das akzeptieren wir, zumal Journalisten, die zugeben, dass sie etwas übersehen können, schon weitaus selbstkritischer sind als die Mehrheit der Zunft. Aber was genau ist gemeint? Im Sinn: Wir fragen die KI gleich noch einmal.
– Vorteile und Nutzen
• Effizienzsteigerung: Wie KI die Effizienz und Produktivität von Journalisten steigern kann.
• Erweiterung der Recherchemöglichkeiten: Neue Möglichkeiten und Perspektiven, die durch KI eröffnet werden.
• Verbesserung der Genauigkeit: Erhöhung der Genauigkeit und Zuverlässigkeit von Recherchen durch die Analyse großer Datenmengen und das Erkennen von Fehlern oder Unstimmigkeiten.
Das ChatGPT, ist, mit Verlaub, Gelaber. Effizienz, um den tendenziellen Fall der Profitrate des Kapitals aufzuhalten? Oder mehr Zeit für den Nachwuchs zu haben, der sich per Smartphone online mit künstlicher Intelligenz beschäftigt? Mehr Produktivität bei gleicher Bezahlung – wo kämen wir denn da hin?! Neue Möglichkeiten und Perspektiven vgl. Vielzahl von Themen und Inhalten – zertrümmere die Sprechblasen der alten Unmöglichkeiten und Sichtweisen!
Danach listet ChatGPT die Herausforderungen und Risiken auf – die dürfen auf keinen Fall fehlen und sind überall, auch wo man sie nicht erwartet, etwa bei Grabrednern: Der Tod als Herausforderung und Risiko. Den Abschnitt lassen wir ganz weg.
Erfolgreiche Projekte: Beispiele von investigativen Recherchen, die durch den Einsatz von KI erfolgreich waren. Das hört sich spannend an. ChatGPT: Nenne Beispiele von investigativen Recherchen, die durch den Einsatz von KI erfolgreich waren!
Es gibt mehrere bemerkenswerte Beispiele, bei denen Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich in investigativen Recherchen eingesetzt wurde:
Panama Papers: 2016 deckten die Panama Papers ein komplexes Netzwerk von Offshore-Konten und Briefkastenfirmen auf, die von Politikern, Prominenten und Geschäftsleuten genutzt wurden. Einsatz von KI: Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) nutzte KI-gestützte Tools, um Millionen von Dokumenten zu durchsuchen und Verbindungen zwischen verschiedenen Entitäten zu erkennen. Diese Tools halfen dabei, Muster und Netzwerke zu identifizieren, die sonst schwer zu entdecken gewesen wären.
Paradise Papers: Hintergrund: 2017 wurden die Paradise Papers veröffentlicht, die ähnliche Offshore-Finanzstrukturen wie die Panama Papers aufdeckten.
Einsatz von KI: Auch hier setzte das ICIJ KI-Technologien ein, um die Daten zu analysieren und Verbindungen aufzudecken. Diese Technologie ermöglichte es, große Mengen unstrukturierter Daten effizient zu durchsuchen und relevante Informationen zu extrahieren.
Project Daphne: Nach dem Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia setzten Journalisten KI ein, um ihre investigativen Arbeiten fortzusetzen. Einsatz von KI: KI-Tools halfen dabei, große Mengen an Dokumenten, E-Mails und anderen Datenquellen zu analysieren, die sie gesammelt hatte. Dadurch konnten Verbindungen und Verdächtige identifiziert werden, die zur Aufklärung des Falls beitrugen.
Investigative Data Mining bei Bloomberg: Bloomberg News nutzt fortschrittliche KI-Algorithmen, um verdächtige Handelsaktivitäten und Marktmanipulationen zu erkennen. Einsatz von KI: Durch den Einsatz von Machine Learning und Datenanalysetechniken konnten Muster in Handelsdaten entdeckt werden, die auf illegale Aktivitäten hinwiesen. Dies führte zu mehreren aufsehenerregenden Berichten über Marktmanipulation.
Human Rights Investigations: KI-gestützte Bild- und Videoanalyse-Tools werden verwendet, um Beweise für Kriegsverbrechen und andere Menschenrechtsverletzungen zu sammeln und zu verifizieren. Diese Technologien helfen, große Mengen an visuellem Material schnell zu durchsuchen und relevante Beweise zu identifizieren.
Tools und Technologien: Vorstellung spezifischer KI-Tools und -Plattformen, die im investigativen Journalismus genutzt werden (z.B. IBM Watson, Google Cloud AI, etc.).
Das müssen wir uns näher anschauen – warum sollte man den Tipps der Künstlichen Intelligenz glauben, zumal niemals herauszufinden sein wird, woher die stammen und ob irgendjemand das überprüft hat?

dynamic group of investigative journalists collaborating in a high-tech workspace filled with futuristic tools and screens. The scene showcases their innovative approach to uncovering hidden truths, with AI-powered systems analyzing data, generating visualizations, and scanning through documents in real-time. Each journalist is engaged in a unique task, from coding algorithms to writing reports, all while surrounded by holographic displays of information, maps, and charts. The setting combines traditional elements of journalism, like notebooks and cameras, with cutting-edge technology, emphasizing their seamless integration of AI in investigative research. –ar 3:2
1. Natural Language Processing (NLP) umfasst eine Reihe von Funktionen und Techniken, die es Computern ermöglichen, menschliche Sprache zu verstehen, zu interpretieren und darauf zu reagieren. Und: Die Entitätsidentifikation, auch bekannt als Named Entity Recognition (NER), ist eine zentrale Funktion im Bereich des Natural Language Processing (NLP). Sie umfasst die Erkennung und Klassifizierung von Entitäten (d.h. spezifischen Informationseinheiten) in Texten.
Ḿan kann das Tools kostenlos testen. Aber warum sollte man für etwas bezahlen, was man selbst besser kann? Vielleicht könnte das virtuelle Werkzeug etwa für Kriminalisten sein, die sich bei fremdsprachlichen Texten, wie zum Beispiel Indonesisch oder Chinesisch, einen ersten Eindruck verschaffen können, mit was sie es zu tun haben. Ein Freiberufler kann sich die Kosten vermutlich nur selten leisten. Hier ist natürliche Intelligenz preiswerter.
Und wenn die künstliche Intelligenz unstrittig Ironie und Sarkasmus nicht versteht – wie kann sie dann richtig interpretieren oder gar reagieren? Nur zu, künstliche Intelligenz! Welche Entität identifizierst du hier – und wie reagierst du? „An einem Juni-Morgen des Jahres 1872 erschlug ich meinen Vater – eine Tat, die damals tiefen Eindruck auf mich machte.“ (Ambose Bierce: An Imperfect Conflagration: „Early one June morning in 1872 I murdered my father an act which made a deep impression on me at the time.“) Tipp: Damals?
2. Diese Einwände gelten auch für IBM Watson Natural Language Understanding: Ein KI-Tool von IBM, das NLP-Funktionen wie Schlüsselwortextraktion, Entitätsidentifikation und Sentimentanalyse ermöglicht.
3. OpenAI GPT-3: Eine leistungsstarke KI-Plattform, die Sprachgenerierung und -analyse ermöglicht. Es kann verwendet werden, um Fragen zu beantworten, Texte zu verstehen und sogar kreative Inhalte zu generieren.
Da muss ich widersprechen, ChatGPT! Die Version 4.0 deiner selbst ist bei vielen Informationen um Klassen besser als die älteren Varianten. Das wird sich noch weiter verbessern – aber die grundsätzlichen Probleme sind damit nicht aus der Welt. Kreativ ist das alles nicht, auch wenn wir das Buzzword „kreativ“ durch „schöpferisch“ ersetzen, damit wir nicht immer an Volkshochschulkurse denken müssen.
4. Maltego („The World’s Most Used Cyber Investigation Platform“): Ein Open-Source-Tool für die Informationsgewinnung und Datenvisualisierung, das bei der Analyse von Beziehungen zwischen Personen, Organisationen und anderen Entitäten hilft.
Nachfrage an ChatGPT: Erkläre, wie die Software Maltego zum Analysieren von Daten funktioniert!
– Datenakquisition (Transformen): Maltego verwendet sogenannte „Transformen“, um Daten aus verschiedenen Quellen zu sammeln. Diese Transformen sind vordefinierte Skripte, die bestimmte Arten von Informationen abrufen können.
Beispiele: Transformen können verwendet werden, um Informationen wie Domain-Namen, IP-Adressen, soziale Medienprofile, E-Mail-Adressen, Telefonnumern und vieles mehr zu extrahieren.
– Datenvisualisierung: Die gesammelten Daten werden in Form von Graphen visualisiert. Diese Graphen zeigen Entitäten (Datenpunkte) und deren Verbindungen (Beziehungen) zueinander.
Beispiele: Ein typischer Graph kann die Beziehung zwischen einer IP-Adresse und den dazugehörigen Domain-Namen, E-Mail-Adressen und sozialen Medienprofilen darstellen.
– Interaktive Analyse: Benutzer können die Graphen interaktiv erkunden, indem sie auf einzelne Entitäten klicken, um detaillierte Informationen anzuzeigen, oder neue Transformen anwenden, um zusätzliche Daten zu sammeln.
Beispiele: Durch Klicken auf eine E-Mail-Adresse kann der Benutzer Transformen anwenden, um zu sehen, welche sozialen Medienprofile mit dieser E-Mail-Adresse verknüpft sind.
Maltego macht das, was Google und Facebook auch tun: Alle Daten, die Nutzer öffentlich im Internet hinterlassen, zu sammeln, zu ordnen und sogar zu visualisieren. Das konnten versierte Rechercheure vorher auch schon, wenn man weiß, was Tracerouting ist oder wie man zum Beispiel Nutzerprofile erstellt – sogar im Usenet (die KI kann das Usenet nicht indizieren), wie man den Inhaber von Domains und Subdomains herausfindet und wie man IP-Adressen zuordnet. Bisher war das aber eine mühselige Puzzlearbeit und wird durch Maltego erleichtert.
Bonus: Die Software kann heruntergeladen werden, sogar für das Betriebssystem Linux, und gratis verwendet werden. Die kostenpflichtige Version bietet erheblich mehr Features.
Nachfrage an ChatGPT: Gibt es kostenlose Software, die die Beziehungen von Nutzern sozialer Medien visualisieren kann? Antwort:
Gephi, NodXL, SocNetV (Social Networks Visualizer), Netlytic, Pajek.
5. TensorFlow: Eine Open-Source-Maschinenlernbibliothek, die es Benutzern ermöglicht, eigene KI-Modelle zu entwickeln und anzupassen, um spezifische Rechercheziele zu erreichen.
Hier müssen wir passen: Die Software selbst zu programmieren und den eigenen Bedürfnisse anzupassen, ist nur etwas für Leute, die bei der Zeile model.compile(optimizer=’adam‘, loss=’sparse_categorical_crossentropy‘ verständnisvoll mit dem Kopf nicken. Das gilt auch für
6. Scrapy: Ein Python-Framework für das Web-Scraping, das es Benutzern ermöglicht, strukturierte Daten aus Websites zu extrahieren.
7. Hunchly („Automatic Preservation of Websites and Social Media“): Eine Software für das Webseiten- und Quellenverfolgung, die es Journalisten ermöglicht, ihre Recherchen zu dokumentieren und Webseiten automatisch zu archivieren (Abonnement ab ca. 110 $ jährlich).
Hier hat ChatGPT selbständig die Frage erweitert und verändert. Für freie Journalisten zu teuer, zumal Dokumentation oder automatisches Speichern von Websites auch anders zu bewerkstelligen sind.
7. InVID Verification Plugin (Chrome Store – eine Browsererweiterung, die von Journalisten verwendet wird, um die Echtheit von Bildern und Videos zu
überprüfen und Metadaten zu analysieren.
Überflüssig und nur für den Browser Chrome. Jedes einigermaßen anspruchsvolle Grafikprogramm kann zum Beispiel die EXIF-Daten eines Fotos auslesen.
8. Bellingcat Online Investigation Toolkit: Ein Toolkit für Online-Recherchen, das verschiedene Ressourcen und Tools für OSINT und Social Media-Verifikation bietet. Vgl. BellingCat Online Investigation Toolkit. Vgl. auch „These are the Tools Open Source Researchers Say They Need“ .
Bellingcat mit Sitz in Amsterdam (NL) ist laut Wikipedia ein nicht-staatliches investigatives Recherchenetzwerk um den Netzaktivisten Eliot Higgins, das sich auf den Faktencheck und Open Source Intelligence (OSINT) spezialisiert. Die Organisation und die ihr manchmal vorgeworfenen Regierungsnähe wäre ein eigenes Kapitel wert. Die Berliner Zeitung warf Bellingcat zum Beispiel vor, sie habe „Satellitenfotos falsch datiert und verändert“.
9. Yandex Translate API: Eine KI-basierte Übersetzungsschnittstelle, die es ermöglicht, fremdsprachige Informationen zu verstehen und zu
analysieren.
Ein Ableger der russischen Suchmaschine Yandex, der angibt, in Serbien beheimatet zu sein und zuerst die IP-Adresse ausliest, um die Sprache des Nutzers einzustellen – was aber nicht funktioniert (error 404). Merke: Putin liest vermutlich mit.
10. Datawrapper: Ein Tool für die Erstellung von interaktiven Grafiken und Diagrammen, um Daten und Ergebnisse visuell darzustellen.
Sehr nützlich, wenn man bei der Frage „Wie möchtest du deine Daten hochladen?“ nicht schon zusammenzuckt.
11. Storyful Open-Source Intelligence (OSINT) Toolkit: Ein Toolset für Journalisten zur Überwachung und Analyse von Social Media-Plattformen und anderen öffentlichen Quellen. „Storyful Intelligence provides a consultative approach to strategic planning, uncovering emerging trends, narratives and influencers across digital platforms to gain competitive advantage in campaign planning, product launches, personnel changes and more.
Fazit: Recherchieren kann Künstliche Intelligenz nicht. Das war zu erwarten. Auch die Tools für die Online-Recherche, die etwa ChatGPT 4.0 aufführt, sind nicht vollständig. (Vgl. „Die 10 besten Open Source Intelligence (OSINT)-Tools„).
Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen und Zwischenfragen (wie funktioniert…?) beantworten zu lassen, eignet sich die KI hervorragend und ist hier besser und schneller als Wikipedia.
Alles toxisch außer Mutti

A metaphoric picture of a toxic social media platform
„We wanted to let readers know that we will no longer post on any official Guardian editorial accounts on the social media site X (formerly Twitter). We think that the benefits of being on X are now outweighed by the negatives and that resources could be better used promoting our journalism elsewhere.“
Sie schreiben noch: „The US election campaign underlined what we have considered for a long time: that X is a toxic media platform.“
Ja, wo denn? Was ist denn nicht giftig? Mastodon? Das sind doch wehleidige Weicheier…
Unter grünen habeck-baerbockschen Faktencheckern
„Correctiv“ verliert Co-Geschäftsführerin – sie will Wahlkampf für die Grünen machen. „Es sei ihr stets wichtig gewesen, die redaktionelle Unabhängigkeit von „Correctiv“ zu wahren.“
Schon klar.
Wer etwas über Correctiv erfahren will, muss Steinhöfels Buch lesen. Oder ihm zuhören. Oder sein Blog zum Thema verfolgen.
Disqualifiziert

Der bayrische Ministerpräsident Söder redet beim Festakt zum 75-sten Bestehen des DJV.
Ich wurde hier nach dem DJV gefragt. Man lese turi2: Die Journalisten Ulrike Heidenreich und René Hofmann, Ressortleitung München und Bayern bei der „Süddeutschen Zeitung“, verlassen den DJV. Sie werfen der Gewerkschaft vor, auf dem DJV-Verbandstag am Wochenende „grobe Unwahrheiten über die ‚SZ‘ verbreitet und keinerlei journalistische Maßstäbe eingehalten“ zu haben. (…) „Der DJV hat sich damit für uns disqualifiziert. Das Vorgehen der Verbandsverantwortlichen widerspricht jedweder journalistischen Arbeitsweise und dem Berufsethos, für das der DJV für uns als überzeugte Mitglieder bislang stand“, schreiben sie. Heidenreich und Hofmann waren jeweils mehr als zwei Jahrzehnte lang im DJV.
Sie wurden gewarnt
Das Publikum wurde bekanntlich schon informiert, zu welchem Behuf ich mir mein freies Wochenende um die Ohren schlage. Nichts, was irgendjemanden interessierte – daher nehmen sich alle Beteiligten ultraernst. Auch der Kollege Zörner möchte zur Zeit nicht mit mir diskutieren, weder über Vergangenes noch über fast Gegenwärtiges. Er wird wissen, warum.
„Beziehungen“ sind wie Schlösser: Wenn sie alles abschließen, sollte man sie einfach an den nächsten Zaun hängen. Das ist übrigens die Donau. #weisheitendesalltags #fragonkelburks
Ich werde von meinem Berufsverband „vor den Lügen Trumps“ gewarnt. Unausgesprochen: Harris sagte immer die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr ihr das Kapital half, zum Glück vergeblich. Alles äußerst cringe.
Ruhe bewahren
Die Qualitätsmedien können es nicht lassen. Sie berufen sich auf einen nicht existierenden Konsens des Publikums, dass Trump böse ist und Harris gut. Wieso ist der Wahlsieg Trumps, Tagesspiegel, eine schlechte Nachricht? Schon klar: Alle in Israel außer der hierzulande gern zitierten Zeitung Haaretz (und deren völkischen Position zu den in Palästina lebenden Arabern) sind rechtsextrem.
Oder schreibt ihr einfach beim ehemaligen Nachrichtenmagazin ab?
Die Weltordnung ändert sich seit spätestens dem Aussterben der Dinosaurier ständig. Das ist auch keine per se schlechte Nachricht. Wer sich nicht verändert, verliert den Anschluss.
Ein Gefühl der Sicherheit wird man im Kapitalismus nie bekommen. „Im Kapitalismus sind Krieg und Gewalt nie weit. Sie sind sogar konstitutiver Teil unseres Zusammenlebens und betreffen sowohl autoritäre Staaten wie auch demokratisch organisierte. Gewalt ist dabei im Kapitalismus vielgestaltig und durchdringt fast alle Lebensbereiche – vom Lohnverhältnis bis zur Kriegswirtschaft.“
Was mich unsicher macht, ist die Bundeswahlleiterin: „Insbesondere ist es eine große Herausforderung in der heutigen Zeit, wirklich das Papier zu beschaffen und die Druckaufträge durchzuführen.“ Sagt die. Das muss an der Digitalisierung liegen. Aber was sagen die Märkte? Kein KloPapier auf Hawaii? Wo kämen wir denn da hin?
Was Burks jetzt empfiehlt: Ich bewahre immer Ruhe. Oder ich ziehe mich in die entlegenste Gegend einer sehr weit entfernten virtuellen Wüste zurück. Tote am Galgen sind besonders beruhigend.
Lechts und rinks, revisited

Credits: Ansage!/Youtube
Schauen wir mal nach lechts und rinks.
Bei der Taz weiß man schon vorher, was kommt, Daher ist die Lektüre langweilig. „Versuchen wir es mit (Galgen-)Humor“, wie der geschätzte Kollege Steffen Grimberg im Zentralorgan der gefühlslinken Gendersprecher_*I&%nnen schreibt. Nein, bei mir ist es eher Schadenfreude, wenn ich mir ansehe, wie die Kamala-Groupies sich jetzt in Schadensbegrenzung üben. „Zwei Irre außer Rand und Band“ böttchert der Vorsitzende des DJV Berlin vor sich hin. Ich muss ihm natürlich, wie gewohnt, in allen Punkten widersprechen. Weder Trump noch Musk sind irre, jedenfalls nicht irrer als ein gewöhnlicher Vorsitzende eines DJV-Verbands. Nur erfolgreicher.
Mehr inhaltliche „Aussagen“ habe ich in dem Kommentar leider nicht gefunden, nur kulturpessimistisches Herumgeraune. Was hat die Wahl Trumps jetzt mit „gemeinnützigem Journalismus“ zu tun? Gemein ist ja ok, aber ist das auch nützlich? Und man fragt: Wer soll das bezahlen?
Eines regt mich als Leser guter Science-Fiktion auf: Trump und Musk hätten einen „Weltraum-Fimmel“? Ach was. Ist der Weltraum jetzt auch schon rechts? Oder derjenige, der gern im Kosmos verweilt? Und hatte Stanislaw Lem auch einen „Weltraum Fimmel“? Und die CNSA? Natürlich würden die den Kollegen Grimberg gar nicht mitnehmen, weil er für den Weltraum nicht fit genug wäre.
Wo wir schon beim Glottisschlag-Milieu sind: Ich widerspreche auch dem Kollegen Stefan Reinecke: „Das Aus der Ampel ist kein Grund zur Freude. Ihr Scheitern markiert wohl das Ende der langen Hegemonie der Linksliberalen in der Bundesrepublik.“ Erstens gab es diese Hegemonie nie; und die SPD ist kann man schon seit spätestens 1914 nicht mehr links nennen. Zweitens: Wer ist gemeint mit „linksliberal“? Gerhard Schröder? Angela Merkel? Oder gar Olaf Scholz? Da niesen ja die Bio-Hühner! Ich vermute, dass Reinecke die Medien meint, die sich schon nach dem Gebrauch dreier Gendersternchen als „links“ wähnen. Welch ein Illtum.
Wer sich davon mehr antun will: Das Ende ist nahe.

Lechts ist es genauso wirr. Mir spülte sich aus Gründen das Blog Ansage! vor meine Augen. Der Macher, der Kollege Daniel Matissek (nein! Kein U!), wirft zwar mit Adjektiven um sich wie „linksgrün“, so dass man gleich erkennt, in welche Ecke er sich selbst stellt. Man liest auch belustigt, dass es dort internen Zoff gibt, weil „unabhängig“ zwar ein wunderschönes Logo ist, aber als Beruf in der Medienbranche ohne Sugardaddy oder Gattin mit Mietshäusern nicht finanziell zu bewältigen ist.
Ich kann jedoch dem Gefühl beipflichten: „…mischt sich Schadenfreude und sie erweist sich noch als weitaus großartigere Emotion: Mitzulerleben, wie die Desinformationshetzer, die medialen Scharfrichter und Vertreter eines woke-moralischen Wächterrats in akademischen Elfenbeintürmen, Regierungszentralen und Redaktionsstuben binnen weniger Stunden “von Wirklichkeit umzingelt” wurden (frei nach R. Habeck) und anschließend an den Klippen der unerbittlichen Realität zerschellten, war ein Hochgenuss.“
Sagen wir mal so: Lechts und Rinks sind heute schwierige Kategorien. Oder noch einfacher: Wer sich nicht als Kommunist fühlt, kann auch „links“ sein; er muss nur noch „Das Kapital“ auswendig lernen, damit sich das zum Besseren wendet. Oder so ähnlich.
Verführt vom Teufel
Deutsche Journaille at its best:
„Die Amerikaner hatten die Chance, von einer intelligenten, schönen und sympathischen Frau geführt zu werden, aber Musk und Putin haben sie verführt, den Teufel zu wählen.“ (Norbert Bolz)
„Ab heute ist Ursula von der Leyen die Anführerin der freien Welt. Zumindest von dem, was davon noch übrig ist.“ (Timo Lehmann, „Spiegel“-Korrespondent)
Unter erschütterten BerichterstatterI%$&_*Innen
Die New York Times so: „Israel Accuses 6 Al Jazeera Reporters of Belonging to Militant Groups“.
Der DJV so: „In seinem Schreiben weist der DJV-Vorsitzende auf die hohe Zahl getöteter Berichterstatterinnen und Berichterstatter im Nahen Osten seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hin: „Seit Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen in Gaza und jetzt im Libanon kamen bereits mehr als 100 Medienschaffende ums Leben.“ In vielen Fällen sei nicht geklärt, ob sie Opfer der Hamas oder des israelischen Militärs wurden. „Das ändert nichts an unserer Erschütterung über den Tod von so vielen Kolleginnen und Kollegen.““
Unter Objektiven
In der bürgerlichen Presse lese ich: „Unter Journalisten kommen die Grünen auf 41 Prozent.“ Dementsprechend „objektiv“ sind dann auch politische Artikel. (Die Quelle nutzt Gendersternchen.)
Faeser verliert gegen Nius oder: Zensur findet doch statt
Die bürgerliche Presse berichtet: „Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg verpflichtet das Bundesinnenministerium, dem Online-Portal „Nius“ Auskunft zu erstatten. Hintergrund war die Frage, gegen welche Medien die Regierung vorgeht.“
„Dass die Bundesregierung mithilfe externer Anwälte gegen regierungskritische Berichterstattung vorgehe, sei ein „neues Phänomen“, an dem großes öffentliches Interesse bestehe, stellten die Richter fest.“
Das ist ja mal eine richtige Klatsche. Ungeachtet, dass ich kaum eine Meinung Reichelts teile: Was Zensur angeht, hat er recht. Jede Wette, dass aber von den speichelleckenden staatstreuen Journalistenverbänden niemand auch nur ein Wort darüber verlieren wird.
Qualitätsjournalismus, revisited
Unter Tazenden
Die Taz auf Papier wird 2025 eingestellt. Nur die Wochentaz bleibt.
Ich habe früher viel für die Taz geschrieben. Seitdem aber dort gegendert wird und die Zeitung sich dem reaktionären woken Milieu verschrieben hat, machte das keinen Sinn mehr.
So auch hier. Was soll dieser Quatsch? „Mein Deutschland“? Proletarier haben kein Vaterland. Das Land gehört euch nicht, ihr gefühltlinken Kapitalismus-Reparierer, sondern der herrschenden Klasse, wie der Name schon sagt.
Offen für was? Man merkt, dass auch die Mittelklassenschreiber dort den Kontakt mit dem realen Leben verloren haben, wie auch die „Linken“ und Grüninnen.
By the way: Offene Grenzen sind im Sinn des Kapitals. Nicht nur, dass eine industrielle Reservearmee herangezüchtet wird, die noch nicht einmal weiß, wie man Gewerkschaft buchstabiert. Die Leute werden auch so dumm und verdummt, dass sie alles akzeptieren.
Was soll man dazu sagen, dass viele Leute im deutsch-türkischen Milieu noch nicht einmal in der Lage sind, einen gerade deutschen Satz zu schreiben, obwohl sie hier geboren sind? Es fehlt einfach der Wille dazu. Ich rede nicht von den wenigen, die den sozialen Aufstieg hinbekommen haben und dann in den Talkshows auftauchen. Ich rede vom Proletariat und von der unteren Mittelklasse.
Über die eingewanderten Araber braucht man gar nicht reden. Die haben schon in ihren Herkunftsländern nichts hingekriegt. Failed states, so weit das Auge reicht.
Das alles wird man sowieso nie in der Taz finden. Deren Publikum will das nicht hören. Man will nur hören, dass man zu den Guten gehört. Und vielen Dank für die Globuli.
Einer wird gewinnen

„Bild berichtet gewohnt das Wichtigste nach dem Motto „Inhalte überwinden!“ (pro Harris)
Ich muss schamerfüllt bekennen, dass ich eine Dame, die Taylor Swift heißt („gehört zu den kommerziell erfolgreichsten Musikern aller Zeiten“), gar nicht kannte. Muss ich hoffentlich auch nicht. Ich höre keinen „Country-Pop“. Ich bin aber irrelevant. Es gibt offenbar Leute, die geben ihre Stimme bei Wahlen denjenigen, die von Country-Pop-Sängern empfohlen werden. Nun gut.
Eigentlich wollten wir heute die Berichterstattung der Medien über das TV-Duell zwischen Trump und Harris durchnehmen. Nach der ersten Presseschau gruselte es mich dergestalt, dass ich die Lust auf weitere Lektüre verlor. Deutsche Medien sind grundsätzlich und ausnahmslos für Harris und gegen Trump, sowohl in der Texten als auch in den Fotos. Harris lächelt immer, Trump guckt immer grimmig. In seriösen Medien des Auslands ist das anders.
Man kann das nicht „Gleichschaltung“ nennen, weil niemand schaltet. Korrekt wäre: „gleicher Klassenstandpunkt“. Aber auch das reicht nicht aus, weil beide Kandidaten, die dem Ausschuss vorsitzen wollen, der die gemeinsamen Geschäfte der Bourgeoisie der USA organisiert, der herrschenden Klasse angehören, nur eben zwei unterschiedlichen Fraktionen, die konkurrieren. Interessant, das auch die großen Medien – als auch die kleineren „liberalen“ wie „Mother Jones“ – ausnahmslos gegen Trump sind.
Zum Erinnern: Es ist völlig wurscht, ob Politiker lügen. Sie müssen das. Lügen und das Volk betrügen ist ein Feature dieser Charaktermasken, kein Bug, den man ausmerzen [sic] könnte.
Nur die Mittelklassen interessieren sich für Moral. Ob jemand Rassist ist, ist eine Frage der Moral. Auch wie jemand sich verhält oder wie er etwas sagt. It’s the economy, stupid. Alles andere ist Feuilleton, also irrelevant. Das werden deutsche Journalisten aber nie verstehen.

Titelseite des Berliner „Tagesspiegel“ (pro Harris)
Schaut man sich aber internationale Medien an, merkt man: Es geht auch neutral. Es ist mitnichten die Aufgabe von Journalisten, Flagge zu zeigen irgendeine Haltung zu zeigen und die Welt „einzuordnen„. Das können die Rezipienten ganz allein, wenn sie über ausreichende Fakten und Informationen verfügen, die zu liefern die Journaille verpflichtet ist.
„Tense disputes“ (harte Debatten), die der indische „The Hindu“ es formuliert, ist neutral und steht in guter angelsächsischer Tradition. So war es auch. Was Journalisten meinen, wer „gewonnen“ habe, interessiert mich einen Scheiß feuchten Kehricht. Auch das würde ich selbst entscheiden wollen, wenn ich mir dieses verbale Schauboxen ansähe.
Auch Israel Hayom („der Tag“) titelt neutral, obwohl jeder in Israel weiß, dass eine Präsidentin Harris eine Katastrophe wäre: „Viele Millionen wollten der Debatte zuschauen“. Geht doch!
Überraschend sachlich ist sogar die russische Propaganda (also automatisch alles voll gelogen): „Trump, wie auch Harris, überraschten wenig in ihrem Agieren, das Inhaltliche musste bei bekannten Standpunkten zu relevanten Terminen zurückstecken. Nickeligkeiten und regelmäßige Versuche, sich gegenseitig zu provozieren, prägten das Gespräch.“

Israel Hayom (neutral: „Harris vs. Trump: High-stakes debate showdown attracts millions“)
Übrigens: Peruaner essen auch ihre Haustiere.
Nur ein blöder Zufall
„Im Bericht aus Berlin (ARD) ist der SPD Balken (15%) höher als der AFD Balken (17%). Der Grünen Balken (11%) ist etwa so hoch wie der AFD Balken (17%).“
Später korrigierte die ARD den Fehler und schrieb auf X: „In der gestrigen Sendung ist uns ein Fehler unterlaufen. In der Grafik zur Sonntagsfrage stimmten die Größenverhältnisse der Balken nicht – die Zahlen waren korrekt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen und korrigieren die Grafik.“
Technische Fehler passieren nun mal.











































