Alter Käse reloaded

Spiegel „Online“: „Nach Informationen des SPIEGEL bezeichnete Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle die Reaktion der Deutschen auf die Nuklearkatastrophe von Fukushima als ‚hysterisch‘. Bei der Sitzung der FDP-Fraktion am vergangenen Dienstag sagte Brüderle, eine solche Reaktion sei typisch für die Deutschen. Keine andere Nation habe so hektisch Beschlüsse gefasst wie Deutschland. Kritik am neuen Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Atompolitik kommt auch vom CSU-Politiker Erwin Huber: ‚Die Union darf nicht so tun, als wäre die Energiepolitik, die sie seit Jahrzehnten vertreten hat, plötzlich alter Käse‘, sagte er dem SPIEGEL“.

Wer hätte das gedacht? Natürlich sind die Beschlüsse der Regierung „hysterisch“, weil sie nicht einfach ohne das Parament ihre eigenen Gesetze für ungültig erklären lassen kann. Die AKW-Betreiber werden das populstische Getue einfach wegklagen. Und natürlich sind CDU/CSU und FPS auch weiterhin für die so genannte „Kernenergie“. Alle Argumente pro und kontra sind seit 40 Jahren bekannt. Mir ist nicht zu Ohren gekommen, dass die CDUCSUFDP verkündet hätte, die Entscheidung für Atomkraft sei ein bedauerlicher Irrtum gewesen oder „alter Käse“.

Piratenpartei, Hauen und Stechen, revisited

Morgen ist ein erneuter Landesparteitag der Berliner Piratenpartei. Die letzte Wahl war wegen formaler Gründe in die Hose gegangen. Zu den Hintergründen empfehle ich Fabio Reinhardt: „Selbstloser Rettungsversuch oder dummdreiste Erpressung?“

„Ich verstehe einfach nicht, wie man so konsequent Politik gegen die Mehrheit des Willens des eigenen Landesverbands machen (versuchen?) kann. Ich meine, ich verstehe es schon. Aber es zeugt nicht gerade von guter PR, um die sich ja gerade alles dreht. Ich komme mir manchmal ja auch so ein bisschen so vor, als würde ich gegen Windmühlen anschreiben.“

Das seelische Exil des Doğan Akhanlı

nitro

Das unabhängige Medienmagazin „Berliner Journalisten“ hat sich nach einem Relaunch umbenannt in „Nitro“. Ich hatte „Berliner Journalisten“ mit gegründet und war auch mehrere Jahre Chefredakteur.

In der aktuellen Ausgabe ist ein Artikel (7,7 mb,pdf) von mir über den in der Türkei geborenen deutschen Schrftsteller Doğan Akhanlı: „Das seelische Exil des Doğan Akhanlı„.

Maulkorb für die Piratenpartei

German Privacy Foundation: „In Seehausen (Sachsen-Anhalt) wurde der Piratenpartei ausdrücklich verboten, an ihrem Infostand auf die Themen ELENA, INDECT, SWIFT und ACTA aufmerksam zu machen. Bei Verstoß gegen diese Auflage wird mit dem Entzug der Genehmigung für den Infostand gedroht.“

Wählt Mappus, Merkel und die sonstige Atom-Mischpoke! Kernkraft ist sicher!

Nur um es den geistig Armen noch einmal zu sagen: Das Erdbeben hat das Atomkraftwerk nicht zerstört, auch kein Tsunami, sondern nur die Nachwirkungen des Stromausfalls. So, und nun geht Mappus, Merkel und die sonstige Atom-Mischpoke wählen…

Enteignet die Stromkonzerne JETZT!

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 14

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Atomkraftwerke: Sicherheitsstandards sollen gesenkt werden

„Atomkraftwerke: Sicherheitsstandards sollen gesenkt werden“, schrieb die Frankfurter Rundschau vor einem guten halben Jahr. „Dem ARD-Magazin Monitor liegen interne Regierungsdokumente vor, nach denen die Koalition eine deutliche Absenkung des Sicherheitsniveaus für Atomkraftwerke plant. So soll die Verpflichtung der Betreiber zur Nachrüstung, insbesondere auch der sogenannten Altreaktoren, weitgehend abgeschafft werden.“ (via Fefe)

Das ist so ein widerliches verlogenes Pack, das sich – ich wiederhole mich, sorry – in der Darmflora der Atomlobby herumtreibt. Welche merkbefreiten Volltrottel wählen die eigentlich noch? CDU und so?

Schöne Frauen sind gegen Atomkraft

anti-akw

Da das Private auch politisch ist, habe ich einen alten Liebesbrief hervorgekramt. Sogar den Umschlag hatte ich noch aufbewahrt. Meine damalige Freundin schrieb ihn mir im September 1977. Unstrittig war die schöne B. damals the most sexiest woman in Hamburg by far und musste nur mit den Augen rollen, damit die linksextremen und auch andere Herren sich im Minutentakt vorstellten. Naja, und irgendwie wusste sie das auch. Eines der beiden Bildchen, die sie auf den Umschlag geklebt hatte, war abgerissen worden, als der Brief bei mir ankam, vielleicht als Andenken vom Briefträger oder aus Ärger wegen der politischen Agitation. Ihre (und auch meine) politische Meinung ist nach 34 Jahren noch aktuell…

Vorratsdatenspeicherung in Frankreich

Netzpolitik.org: „Neben den bereits bekannten und in der Richtlinie genannten Daten wie IP-Adressen, Telefonnummern, Email-Adressen(…) ist in letzter Sekunde die Liste der zu speichernden Daten um ‚Passwörter‘ (mots de passe) ergänzt worden. (…) Der europäische Chefdatenschützer von Google, Peter Fleischer (…) bringt die Konsequenzen gut auf den Punkt: Damit ist der Einstieg gemacht in die Vorratsdatenspeicherung von Inhalten, während es bisher ja ’nur‘ um Verbindungsdaten ging.“

Atomkraftgegner in Japan

Dazu haben ich zwei interessante Artikel gefunden.

– greenpeace magazin 3.98: „Atomkraft Japan: Die Rebellen von Maki -Eine japanische Provinzstadt ist das Zentrum der wachsenden Anti-Akw-Bewegung in Japan. Mit Mafia-Methoden und kostspieligen Werbekampagnen versucht die Atomindustrie, den standhaften Bürgermeister kleinzukriegen.“

– Berliner Zeitung 1996: „Japans Bevölkerung ist erheblich atomsensibler geworden. Jahrzehntelang war die Tokioter Nuklearstrompolitik kaum auf nennenswerten Widerstand gestoßen. Regierung und Industrie hatten ihren Landsleuten immer wieder klargemacht, daß eine rohstoffarme, aber high-tech-erprobte Nation nur mit Kernenergie vorankommen kann. Heute verfügt Nippon bereits über die weltweit höchste Dichte an Kernkraftwerken. (…) Endgültig hatte das Vertrauen der Japaner nach dem Störfall eines schnellen Brüters im vergangenen Dezember gelitten, bei dem die Öffentlichkeit mit manipulierten Videos und Lügen bewußt getäuscht wurde.“

Zu spät.

Atom-Neusprech und die Darmflora des Kapitals

BZEs ist interessant zu beobachten, welche Wortwahl die Atom-Lobby mittlerweile durchgesetzt hat und welche Medien sich daran halten. Wer pro Atomernergie ist, sagt in der Regel „Kernenergie“, um etwas Sauberes zu suggerieren und weil „Kern“ irgendwie neutral klingt (wenn schon, dann „Atomkernenergie“!). Natürlich sagt man als Lobbyist, der auch über Leichen geht, nicht „Atommülllager“, sondern „Entsorgungspark“.

Die Berliner Boulevardzeitung BZ, die zu Springer gehört, gibt heute die Sprachregelung aus, wie man die Atomlobby weiter unterstützt, auch wenn in Japan alles in die Luft fliegt. Bei dem AKW Fukushima handelte es sich um einen „veralteten“ Reaktor. Damit kann die Atom-Lobby gleich im Chor rufen: „So etwas kann in Deutschland nicht passieren – wir sind hier modern! Und bei uns gibt es nur kleine Erdbeben, keine großen!“

Ich glaube nicht, dass die deutsche Atomlobby in der BZ angerufen und um diese Formulierung gebeten hat. Das machen die Medien freiwillig. Wie der Spiegel neulich über die Bild-Zeitung schrieb: „tatsächlich übernimmt sie immer wieder die Rolle einer rechtspopulistischen Partei, die im deutschen Politikbetrieb fehlt.“

Die Springer-Bouelevard-Soldateska entblödet sich auch nicht, ausgerechnet heute Michael Fuchs zu Wort kommen zu lassen. Der ist Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und besitzt die Chuzpe, seinen Lesern erzählen zu wollen, warum Atomenergie in Deutschland unbedingt gebraucht werde. Die Zeit nennt ihn einen „Freund der Bosse“. Ein Sprechblasen-Ausschütter des Kapitals also. (Die Nebeneinkünfte des Atom-Lobbyisten Michael Fuchs beliefen sich 2010 auf mindestens 109.500 Euro.)

Wie die Springer-Boulevard-Presse selbst Atom-Katastropen für rechtspopulistische Pro-Atom-Propaganda ausnutzt, zeigen die geheimen Akten über Gorleben. Greenpeace schrieb: „Eine geologische Eignung des Endlagers Gorleben wurde nie festgestellt. Trotzdem soll der Ort im Wendland möglicherweise als Endlager für Deutschlands radioaktiven Abfall herhalten. Alles deutet darauf hin, dass politisches Kalkül und nicht wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse der ausschlaggebende Faktor war, diesen Standort festzulegen.“

Die Welt kommentierte damals: „Aus diesen Dokumenten gehe hervor, dass es keinen echten wissenschaftlichen Prüfprozess für den Standort Gorleben gegeben habe. (…) Aus Unterlagen der BGR geht den Angaben zufolge auch hervor, dass den Bürgern noch während der späteren Erkundung des Salzstocks wesentliche Informationen vorenthalten wurden.“

Die Bild hingegen publizierte im Mai 2010 die Lügenmärchen der Atom-Lobby: „Der Atom-Standort Gorleben ist nach einer Studie im Auftrag der niedersächsischen Landesregierung nach fachlichen Bewertungen ausgewählt worden.“ Die BZ lässt zwar auch kritische Stimmen zu Wort kommen, verschweigt aber, dass die Entscheidung, das Atommüllager in Gorleben anzusiedeln, nur der gewohnte Kotau der Politik vor den Bossen der Atom-Lobby war.

Mit dem Atom ist es wie mit den Textbausteinen „Drogen“ oder „Kinderpornografie im Internet“: Es wird ein irrationaler Reiz-Reaktionsmechanismus ausgelöst, der keine Argumente mehr erlaubt.

Leute wie Fuchs würden vermutlich selbst dann noch die Atomenergie fördern, wenn in Japan 10 Millionen Menschen verstrahlt werden würden. Atomkraft in Deutschland ist eben sicher und wer einmal an der Darmflora des Kapitals geschnüffelt hat, der will diesen Geruch nie wieder missen.

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Vorratsdatenspeicherung hätte Reaktorunfall in Japan verhindern können

Godzilla

Der Streit um die derzeit ausgesetzte Vorratsdatenspeicherung verschärft sich. Der Innenminister Niedersachsens, Uwe Schünemann (CDU), beklagte, seit vergangenen Sommer seien 527 Straftaten allein in seinem Bundesland deswegen nicht aufgeklärt worden. Dabei handele es sich um schwere Straftaten, unter anderem um [bitte selbst ausfüllen, drei Mal dürfen sie raten]

Nach einer Sitzung der Innenminister der unionsgeführten Länder kündigte der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Freitag an, in der kommenden Woche mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) über die umstrittene Vorratsdatenspeicherung zu sprechen [In Deutsch hieße es: sprechen zu wollen.] Auch Friedrichs Amtsvorgänger Thomas de Maizière (CDU) hatte diverse Male betont, die Vorratsdatenspeicherung müsse wieder eingeführt werden.

Daten aus besonders sensiblen Bereichen, beispielsweise dem Verfassen wissenschaftlicher Doktorarbeiten, sollen dabei nicht gespeichert werden und nur bei einem richterlichen Beschluss herausgegeben werden. Zudem soll dieses Verfahren nur bei schwerwiegenden Straftaten wie dem Betrieb von Atomkraftwerken angewendet werden.

Politiker der Unionsfraktion und von CDU und CSU geführten Bundesländern drängen seit Monaten auf die verdachtsunabhängige Vollerfassung der Kommunikationsdaten aller Internet- und Telefonnutzer in Deutschland. Das sei insbesondere vor dem Hintergrund des Reaktor-Katastrophe in Japan unumgänglich. Der Innenexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jakob Maria Mierscheid betonte: Wäre die Vorratsdatenspeicherung in Japan angewendet worden, hätte man den Unfall im Kernkraftwerk Fukushima rechtzeitig verhindern können.

Atomkraft ist sicher!


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Bild: „Deutschland soll wieder auf Atomkraft setzen!“ Junge Liberale Pforzheim (FDP): „Kernkraft – ja bitte!“ Katharina Reiche (CD): „Die Kernkraft ist sicher“. Focus: „Experten rechnen vor: Wenn Deutschland den Atomausstieg verschiebt, sparen Verbraucher viel Geld.“ (vgl. dazu aber Bildblog) Tagesschau: „Strenge Vorschriften sollen Japans AKW schützen“. Vattenfall: „Kernkraft ist sicher und wirtschaftlich“.

Der dicke Filz an der Saar

taz.de: „Sein Buch ist vielmehr ein Soziogramm der von gnadenlosen Rachefeldzügen, widerlichen Korruptionsfällen, schmieriger Ämterpatronage und grotesken Allmachtsfantasien geprägten Politik im Saarland und ein kompakter Beleg dafür, dass die Skandaldichte in diesem kleinsten Flächenland der Republik größer als irgendwo sonst ist… (…) „‚Die Jamaika-Koalition wurde zusammengekauft und ist nicht auf demokratisch legitimierte Weise zustande gekommen‘, zitiert er den Landtagsfraktionchef der Linken Saar. “

Wilfried Voigt: „Die Jamaika Clique“. Conte Verlag, Saarbrücken 2011, 204 Seiten, 14,90 Euro

Netizen-Preis für Nawaat

Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen:
Das tunesische Blog „Nawaat“ wird mit dem diesjährigen „Netizen-Preis“ von Reporter ohne Grenzen (ROG) geehrt. Mit der Auszeichnung würdigt ROG die Verdienste des Blogs bei der Förderung von Meinungsfreiheit im Internet. „Nawaat“ gehörte während der Herrschaft unter Präsident Ben Ali zu den wenigen kritischen Online-Plattformen in dem nordafrikanischen Land. „Nawaat“ war zudem maßgeblich an der Berichterstattung über die politischen und sozialen Unruhen in Tunesien seit dem 17. Dezember beteiligt.

Riadh Guerfali (Bloggername: Astrubal), einer der Gründer des Blogs, wird den Preis heute Abend in Paris entgegennehmen. (…) Der international besetzten Jury zufolge steht „Nawaat“ stellvertretend für die Schlüsselfunktion, die viele Blogger und engagierte Internetnutzer im Kampf für das Recht auf Informationsverbreitung und -beschaffung im Netz innehaben. (…)

„Nawaat“ wurde von den Bloggern Astrubal und Sami Ben Gharbia im Jahr 2004 ins Leben gerufen. Sie bietet engagierten Bürgern die Möglichkeit zum Informationsaustausch. Das Blog hat in jüngster Zeit durch verschiedene Projekte auf sich aufmerksam gemacht. Besonders spektakulär war die Berichterstattung über die Unruhen in Sidi Bouzid. In der Stadt im Zentrum des Landes begannen im Dezember 2010 die tunesischen Massenproteste, über die in den ersten Wochen in den klassischen Medien nicht berichtet wurde. Auf dem Portal werden derzeit außerdem unter der Überschrift „TuniLeaks“ Enthüllungsdokumente von „WikiLeaks“ über Tunesien öffentlich zugängig gemacht. Schließlich klärt das Blog Internetuser über die Gefahren auf, online identifiziert zu werden, und gibt Tipps zur Umgehung von Internetzensur. (..)

Informationen über die weiteren Nominierten finden Sie hier.

Luftschläge oder: Freie Handelswege in Libyen

Ich verstehe das Gerede über eine „Flugverbotszone“ in Libyen überhaupt nicht. Das ist doch Heuchelei. Hatten wir eine „Flugverbotszone“ in Afghanistan, Serbien, Irak, Somalia? Wenn ihr wirklich den Aufständischen helfen wolltet, dann schickt denen panzerbrechende Waffen und Boden-Luft-Raketen. Und Militärberater!

Die US-Amerikaner haben doch allen faschistischen und sonstigen Diktaturen doch auch Militärberater geschickt – ich erinnere an Nicaragua, wo sie die Schergen Somozas ausbildeten, zum Glück vergeblich. Und haben die US-Regierungen nicht die Taliban in Afghanistan massiv mit Waffen unterstützt, also es dort noch gegen den pöhsen russischen Bolschewismus ging? Also was zögert ihr bei Libyen? Oder habt ihr Angst, auf’s falsche Pferd zu setzen und dumm und trocken da zu stehen, wenn Gaddafi alle Aufständischen massakriert hat?

Der größte Dummschwätzer ist Elmar Brok (CDU, natürlich – wo züchten die diese Gestalten eigentlich?) Der sagte laut Tagesspiegel, eine Flugverbotszone müsse „in enger Zusammenarbeit mit der Arabischen Liga und den arabischen Ländern möglichst durch einen Beschluss des UN-Sicherheitsrates durchgesetzt werden sollte. Falls sich eine solche Entscheidung wegen des Einspruchs von Vetomächten wie Russland oder China nicht herbeiführen lasse, müsse eine Flugverbotszone notfalls auch ohne einen förmlichen Beschluss der Vereinten Nationen eingerichtet werden“.

Wir brauchen unseren Bundespräsidenten Köhler wieder! Der hatte doch sinngemäß gesagt: „Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’.“

Es geht doch nur um „freie Handelswege“ und ums Öl – wie schon im Irak-Krieg. Was die USA und andere Interessenten („Die weitgehend verstaatlichte Wirtschaft Libyens basiert auf den reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen, durch die 2005 97 % der Exporterlöse (nach Italien 38 %, Deutschland 15 %, Spanien 9 %, Türkei 6 %, Frankreich 6 % und USA 5 %) in Höhe von 35,9 Mrd. US-$ erzielt wurden.“) am meisten fürchten, ist eine revolutionäre oder linkspopulistische Regierung (wie etwa in Venezuela oder in Bolivien), die die Ölquellen in staatlicher Hand behält, aber nicht mehr so handzahm ist wie Gadaffi, sondern die in Arabien Gruppen unterstützt, die den Kapitalismus in Frage stellen. Bevor eine linke Regierung in Libyen an die Macht käme, würde die EU auch ohne NATO-Mandat einmarschieren.

Ich habe eine Idee. Vielleicht sollte man mal die Kubaner anrufen, die haben doch mit Kriegen in Afrika Erfahrung. Oder die Chinesen – die schicken gleich mehr Militärberater als Libyen Einwohner hat.

Verfahren gegen linken Buchladen eingestellt

Pressemitteilung der Partei „Die Linke“:
„Die gestrige Einstellung des Strafverfahrens gegen den Betreiber des Buchladens ‚oh 21‘ weist die Staatsanwaltschaft in die Schranken. Diese hat in den letzten Monaten eine Reihe von Ermittlungsverfahren gegen verschiedene linke Buchläden eingeleitet. Der Vorwurf lautet Beihilfe zur Anleitung zu Straftaten und Verstoß gegen das Waffengesetz. Dieser Vorwurf beruht allein darauf, dass in diesen Buchläden einschlägige Zeitschriften und Flugblätter ausliegen. Immer wieder wurden deshalb Läden wie oh 21, Schwarze Risse oder ‚M99‚ [„Berliner Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf M99“ B.S.] polizeilich durchsucht.

Die Auffassung der Staatsanwaltschaft, Buchhändler könnten für die Inhalte aller bei ihnen ausliegenden Bücher und Materialien strafrechtlich verantwortlich gemacht werden, konnte sich gestern vor Gericht nicht durchsetzen. Dies bestätigt die bisher geltende Rechtsprechung.

Von Buchhändlern zu verlangen, sämtliche Inhalte der von ihnen vertriebenen Schriftstücke zu kennen und dafür auch noch persönlich haftbar zu sein, ignoriert den Charakter des Strafrechts als Ultima Ratio beim Schutz konkreter Rechtsgüter. (…) Wenn nicht einmal die Gerichte einen Anlass sehen, gegen die Buchläden vorzugehen, sollte die Staatsanwaltschaft von einem solchen Vorgehen absehen. Das Strafrecht dient nicht der Legitimation polizeilicher Präventionstätigkeit und der Ausforschung von Milieus.“

(Auch in Pressemitteilungen kann man Links setzen, Linke!)

Das wird natürlich trotzdem weitergehen. Der hübsche Paragraf „Verstoß gegen das Waffengesetz“ ist so vage formuliert („fehlende Normenklarheit, würde das Bundesverfassungsgericht formulieren), dass er sich hervorragend dafür eignet, Leute einzuschüchtern, deren politische Meinungen ein paar Berliner Staatsanwälten schlicht nicht in den Kram passt. Das Verfahren ist die Strafe; die Kosten für lächerliche Ermittlungsverfahren zahlt der Steuerzahler. Ich weiß, wovon ich rede….

Libya: A state of terror

Libya: A state of terror

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Al-Jazeera, via LibyanTNC (Libyan Interim Transitional National Council). „Those who makes a Peaceful revolution impossible, will only make a violent revolution inevitable“.

Unter libyschen Stämmen

Aus dem Libyen-Liveticker von Spiegel „online“:

[13.11 Uhr] Die Stadt Sirte gilt als Hochburg von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Sie liegt zwischen Misurata und Ras Lanuf – und von dort aus rücken nun offenbar Rebellen an. Bereits in der Nacht seien allerdings Kämpfe zwischen Gaddafi-Anhängern und -Gegnern ausgebrochen, meldet al-Dschasira in seinem Liveblog. Es handelt sich offenbar um Gefechte zwischen Stämmen.

Und so etwas nennen die vermutlich auch noch „Journalismus“ – sämtliche Quellen werden uns vorenthalten. Alles muss man selbst recherchieren. So sähe ein ernst gemeinter Artikel aka Online-Journalismus aus:

Die Stadt Sirte gilt als Hochburg von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Sie liegt zwischen Misurata und Ras Lanuf – und von dort aus rücken nun offenbar Rebellen an. Bereits in der Nacht seien allerdings Kämpfe zwischen Gaddafi-Anhängern und -Gegnern ausgebrochen, meldet al-Dschasira in seinem Liveblog. Es handelt sich offenbar um Gefechte zwischen Stämmen.

Die Meldung bei Al-Jazeera lautet jedoch anders: „5:04am Twitter is abuzz with reports of ‚air strikes‘ being carried out in the western city of Misurata within the last hour.“

Al-Jazeera biete also einen Link auf Google Maps an, da man nicht davon ausgeht, dass die Leser wissen, wo Misurata liegt. Aussderdem – das kann man am Link erkennen – könnte man „Misurata“ korrekt auch Mişrātah oder Misratah schreiben.

Bei deutschen Medien wie dem ehemaligen Nachrichtenmagazin wird das entweder vorausgesetzt oder angenommen, von oben sähen die Städte in Arabien ohnehin alle gleich aus und es sei eh wurscht – oder die betreffenden Redakteure sind zu dumm und/oder zu faul, selbst zu recherchieren, wo das liegt, worüber sie gerade berichten.

Und nun zu uns, Kara ben Nemsi. „Es handelt sich offenbar um Gefechte zwischen Stämmen“, formulieren die Offliner beim ehemaligen Nachrichtenmagazin. Damit meint ihr, uns ausreichend informiert zu haben? Was ist ein „Stamm“ in Libyen? So etwas wie die Bayern und Preussen und Schwaben und Deutschland? Oder wie die Apachen und Sioux und Pawnee in den USA?

Guckst du hier (Vorsicht! Ausländisches Medium!): Warfallah [aka Werfella], Zawiya tribe, „based in a petroleum-rich region in the east“, Bani Walid, Zintan tribe, „allied in the past to Gadhafi’s own tribe“.

„One after another, Libya’s myriad tribes are falling in line against Gadhafi, and the implications are enormous, said longtime observers of Libya, because for centuries, tribes have formed the backbone of the North African nation. Many Americans pride themselves on God and country. In Libya, it’s God, tribe, then country. Libya’s 140 or so tribes and the clan and family structure that fall under them, remain the most important aspect of a society that lags behind many others in the region in development, said Ronald Bruce St. John, a scholar who has visited Libya numerous times and published several books about the country. (…)“

‚Libyans have a strong loyalty to tribe,‘ said Philip Carl Salzman, a McGill University professor of anthropology and author of ‚Culture and Conflict in the Middle East‚. – ‚A tribe provides welfare in times of need,‘ he said. ‚They have a collective responsibility.‘ If one member of a tribe is attacked, the reaction is to help or exact vengeance, Salzman said.“

Mehr Informationen zu dem Stämmen in Libyen gibt es auf Le Centre tricontinental (CETRI) (NGO aus Belgien) – eine „Lybian Tribal Map“.

„The tribe which has the strongest, and longest, ties to the Gaddafi region is the Magariha tribe…“. (…) Gaddafi’s own tribe, the Gaddafi tribe, had historically not been an important tribe…(…) The leadership of the Magariha tribe acknowledges a debt of gratitude to Gaddafi and his regime… (…) Whilst the Zawiya tribe is also in a strong position… (…) The largest and most influential tribe in eastern Libya is the Misurata tribe, which takes its name from the Misurata district in northwestern Libya. The tribe has particularly strong influence in the cities of Benghazi and Darneh. As for the Cyrenaica region, the most prominent tribe’s in this area are the Kargala tribe, the Tawajeer tribe, and the Ramla tribe. (…) Some of the more prominent tribes and families that have given up the Bedouin tribal culture in the Misurata region are : the el-Mahjoub clan, the Zamoura family, the Kawafi tribe, the Dababisa tribe, the Zawaiya tribe, the al-Sawalih tribe, and the al-Jarsha tribe. (…) [Der Kawar tribe] takes its name from the Kaouar region… (…) The al-Awaqir tribe is centered in the Barqah region of Cyrenaica, and this tribe is well known for the prominent role that it played in the war against Ottoman and Italian colonialism. (…) As for Tobruk and the surrounding region, there are a number of prominent tribes in this area, including the Abdiyat tribe… (…) The Masamir tribe is also an important tribe in this region… (…) the al-Mujabra tribe, this tribe has a strong presence south-west of Tripoli near the Al Jabal Al Gharbi district. (…) The Libyan Farjan tribe is centered west of the city Ajdabiya… (…) The majority of people in the city of Tripoli are affiliated to the Masrata tribe, such as the Muntasir clan, the Suni family, the Qadi family, the al-Bashti family…“

Na also. Gadaffi hat keine wirkliche Chance. Ein Stamm in Lybien ist eine sehr große Großfamilie, die eine Jahrhunderte alte Tradition hat und auch noch das deutsche Vereinwesen („most important aspect of a society“) und die Parteien ersetzt.

So, und nun könnte ihr euch selbst heraussuchen, welcher Stamm gegen welchen gekämpft hat in der „informativen“ Meldung beim ehemaligen Nachrichtenmagazin. Ich würde noch eine halbe Stunde recherchieren müssen, um das herauszufinden, aber mich bezahlt ja niemand dafür.

Guttenberg muss zurück!

guttenbergLiebes aufrechtes und anständiges Volk!

Freiherr von und zu Guttenberg, der beste Minister aller Zeiten, wurde hinterhältig zu Fall gebracht. Er wurde von einer kleinen Gruppe niederträchtiger und radikaler Verräter aus Internet und Medien auf infame Weise in einer medialen Hetzkampagne unglaublichen Ausmaßes aus dem Amt gestochen.

Doch wir brauchen ihn! Er ist der einzige Mann, der uns aus dem dunklen Tal der Orientierungslosigkeit zum Licht führen kann. Er ist der Mann, der uns alle unter sich vereinte.

Es ist an der Zeit aufzustehen für diesen Ersten unter uns, denn nur er hat einen guten Job gemacht und alle seine Fehler eingestanden. Wir wissen: Das Delikt eines Kavaliers kann nur ein Kavaliersdelikt sein! Bei der Unterstützung von und zu Guttenberg darf es keine Kompromisse und keine Parteien mehr geben. Guttenberg muss zurückkommen.

Deswegen fordern wir euch alle auf: Strömet herbei Feudalhedonisten, Freundinnen des Adels, Anarchomonarchisten, Stalinomilitaristen und von den Medien getäuschte Kinder – kämpft für die Rückkehr unseres geliebten Freiherrn!

Auf dem Rücken der deutschen Soldaten versucht die linke Hetzpresse von FAZ bis Springers Welt unseren charismatischsten aller charismatischen Führer, den charmantesten aller Adligen und gute Seele des Soldatentums, Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg zu demontieren. Sie wollen den Besten der Besten der Besten verjagen!

Das dürfen wir nicht zulassen! Kommt zu den Pro-Guttenberg-Demonstrationen, reiht Euch still und ehrfürchtig ein in die Demonstrationen, um dann aus voller Kehle mit Sprechchören unserem geliebten Führer Guttenberg zu huldigen. Beifall kann nie von der falschen Seite kommen! Kein Plakat ist fehl am Platze, kein Spruch zu doof, kein Gesang zu blöd – wenn es nur für unseren Guttenberg wirbt.

Wir haben sogar gehört, dass eine Facebook-Gruppe „Auch Stalin wär´für Guttenberg“ existiert, wir haben gehört, dass sich Kommunisten zu einem Kommunistischem Bündnis Pro-Guttenberg zusammengeschlossen haben, dass sogar der gute alte „Stahlhelm“ sein Kommen auf die Demonstration angekündigt hat. Wir sind das Volk – und das zeigen wir auch in allen Facetten! Wir kennen keine Parteien mehr. Nur noch Guttenberg!

Aus tausend Kehlen: Wir würden Gutti immer wählen!

Die Monarchohedonistische Front in der Hedonistischen Internationale lädt ein zu massenhafter Beteiligung an den Pro-Guttenberg-Demonstrationen, die momentan im Internet organisiert werden.

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