Handzahme deutsche Blogger
Don Alphonso zieht über die deutsche Blogosphäre her – ein Genuss zu lesen. Er hätte ruhig alle Namen nennen können. „Wie handzahm, ist die Fragestellung, sind Blogger bereit, sich zu geben, wenn die Gegenwerte stimmen?“
Das Sterben der Printmedien, revisited
Mario Sixtus auf Spiegel Online über die Methode, Zeitungen auf Papier herzustellen oder über den Wettbewerb „Aufwendigste Methode um Informationen von A nach B zu befördern“ [es muss aufwändig heißen]:
„von Nobelpreisträgern per Handmeißel beschriftete und von eingespannten Eichhörnchenherden über Einhorntrampelpfade gezogene Marmorplatten“.
Muahahaha. Sehr wahr.
Deswegen verzichten sie konsequent auf Links nach außen und sind sich selbst genug.
Eben. Auch Spiegel=online praktiziert das immer noch – und alle anderen Mainstream-Zeitungen auch. Wenn sich das nicht ändert, haben sie den Tod mehr als verdient.
Terror allüberall auf den Tannenspitzen
Ich konnte mich nicht zurückhalten und habe mich doch dazu hinreissen lassen, bei Spiegel online („Qaida-Personalie könnte erhöhtes Terrorrisiko bedeuten“) etwas zu kommentieren:
Wie viele unabhängige Quellen gibt es für die vielen Vermutungen („soll“) im Text? Mindestens zwei sollte ein Journalist haben. Ich sehe hier nur eine „abhängige“ – CNN und dessen Briefing durch die US-Geheimdienste. „Rand“ ist ein Think Tank, um die Streitkräfte der USA zu beraten. die zweite „Quelle“ sind „amerikanische Sicherheitsbeamte“.
Es sollte nicht die Aufgabe der Medien sein, Geheimdienstpropaganda ungefiltert wiederzukäuen. Das wäre so, als schriebe man einen Artikel über einen Verfassungsschutzskandal und benutzte ausschließlich Quellen des Verfassungsschutzes oder von Organisationen, die dem zuarbeiten.
Und was will uns das alles sagen? Wir brauchen mehr Überwachung! Har Har. Hony soit qui mal y pense.
Und nun zu uns, Printmedien: Es ist vorbei!
Brillianter Artiel von Jeff Jarvis auf Spiegel online über die Zukunft der (Print-)Medien:
Journalisten hatten die Funktion von Wächtern, die darüber entschieden, welche Nachricht das Tor zur Öffentlichkeit passieren durfte, die aus diesen Informationen Geschichten bastelten, über die sie die Kontrolle behielten. Ihre Arbeit wurde finanziert, indem diese Nachrichten zusammen mit Nicht-Nachrichten – Unterhaltung, Sport, Lifestyle – ausgeliefert wurden, die Leser und Anzeigenkunden lockten. Journalisten besaßen auf diese Weise ein herrliches Oligopol. Doch damit ist es nun vorbei.
Die Verantwortlichen in den Chef-Etagen haben es aber nicht kapiert, sondern bauen stattdessen Paywalls und erfinden Totgeburten wie das Leistungsschutz“recht“. Und wo sieht man auf den immer noch link- und quellenfreien Medien-Websites den Mehrwert, warum man ausgerechnet dort hinsurfen sollte?
Geht doch sterben. Ziehen wir also weiter. Was zählt, sind nicht Zeitungen. Was zählt, sind Nachrichten und der Journalismus.
Leserbrief c’t Security s. 38ff
Guten Tag,
Sätze wie „einen Virenschutz braucht jeder Windows-Anwender“ (S. 38) regen mich maßlos auf. Wie kann die c’t so etwas drucken? Ich habe noch nie ein Anti-Virenprogramm besessen und plane auch nicht, so etwas auf meinen Rechnern zu erlauben, zumal die Anbieter derartigen „Schlangenöls“ die Frechheit besitzen, mir penetrant bei der Installation zusätzlich Software unterjubeln wollen, z.B. die Datenkrake Google Chrome. Ist das seriöses Geschäftsgebaren?
Software schafft keine Sicherheit, sondern nur vernünftiges Verhalten. Das Problem sitzt immer vor dem Monitor und hat zwei Ohren.
Die Gegner sicherheitsbewussten Verhaltens sind ignorante Webdesigner, die Surfer um jeden Preis zwingen wollen, aktive Inhalte (etwa Javascript) zuzulassen. Sicheres Surfen unterbinden die Geschäftsmodelle fast aller Medien – und „sozialer“ Netzwerke sowieso -, die vom Verkauf der Nutzerdaten leben und nicht nur Myriaden von Cookies implementieren wollen. Mit das größte Problem ist die Unsitte, elektronische Postkarten (E-Mails) unverschlüsselt und ausschließlich in HTML verschicken zu wollen, weil es so chic aussieht und weil es alle machen. Phishing lässt grüßen.
Mit virenfreien Grüßen
Burkhard Schröder
Netzgemeinde oder: In der Meinungsblase
Neu in der Blogroll: deliberation daily.
Dort lesen wir in „über uns“:
Aber viele deutsche Politikblogs nutzen diese Möglichkeiten zu wenig. Mit wenigen Ausnahmen begnügen sie sich damit, selbsternannte Gegenöffentlichkeiten gegen einen vermeintlichen Mainstream sein zu wollen. Aus vielen dieser Netz-Communities sind Meinungsblasen geworden, die sich nur noch selber bestätigen. Andere Meinungen werden reflexhaft abgewertet, eine Auseinandersetzung mit ihnen wird oft gar nicht mehr in Betracht gezogen. Dieses Blog soll sich nicht nur an Leser richten, die mit uns von vornherein einer Meinung sind.
Schön gesagt. Die haben das schon gut erkannt: „selbst ernannte“ Gegenöffentlichkeit und Meinungsblase.
Politikblog. Das heisst, man darf sich nur einem Thema widmen, damit das Publikum, das Politik erwartet, nicht plötzlich mit nackten Brüsten konfrontiert oder gar mit unbekleideten Avatarinnen? Warum soll Politik immer so deutschprotestantisch dröge sein? Aber so isse, die deutsche „Netzgemeinde“ – eine Gemeinde eben, die fromme Lieder singt Lichterketten trägt, Abweichler mit Gemeinschaftsentzug ächtet und nackte Haut igitt findet. Die „Netzgemeinde“ ist dem Mainstream, den sie kritisiert, ähnlicher, als sie selbst zugeben würde.
NO sex please, we are the Netzgemeinde! |
Die Mentalität der Insassen der Meinungsblase entspricht oft derjenigen, die in den Medien-Anstalten anzutreffen ist. Wenn zum Beispiel ein Redakteur dieses Blog aufrufen würde und zuerst nackte Brüste sähe, würde im Bruchteil einer Sekunde entschieden (vermutlich im Limbischen System), dass der Betreiber „unseriös“ sein muss. Und wenn burks.de in jedem Jugend“schutz“filter auf dem Index steht, werden die Journalisten, die die das Internet immer noch Neuland ist (davon gibt es mehr als genug), moralpädagogisch verängstigt. Man stelle sich nur vor, jemand erteilte mir einen Auftrag, und dem zuständigen Chefredakteur würde dieses Posting ausgedruckt und vorgelegt: „Das geht ja nun gar nicht. Nackte Brüste und zwar mehr und irgendwie aufreizender, als der mediale Mainstream erlauben würde? Was sollen denn die Leserinnen und Leser von uns denken? Der schreibt nicht bei uns.“ So ungefähr läuft das.
Ich will Redakteurinnen nicht unterschieben, dass diese zusätzlich „sexistisch“ dächten – das trifft nur auf die zu, deren intellektuelle Entwicklung seit den 70-er Jahren nicht vorangekommen ist. Seit „Pussy Riot“ sind Brüse wieder zeigbar, aber nur, wenn es dem Politischen dient. In den USA würden Brüste natürlich verpixelt – ein Traum für jeden hiesigen Jugendschatzwart, weil der Anblick der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale bekanntlich die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hemmt.
Was anstößig ist, bestimmen also das gesunde Volksempfunden und die Netzgemeinde. Da bleibe ich doch lieber das enfant terrible, das netzpolitik.org die Netzgemeinde fürchtet ignoriert.
Es ist erst kurz nach neun Uhr. Ich bin in einer merkwürdig aufsässigen Stimmung und sollte noch mehr Kaffee trinken und von der Palme runterklettern, bevor ich auch noch die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser dieses Blogs anfange zu verprellen. Ich erwäge also, heute noch etwas Politisches oder Wissenschaftliches zu bloggen (etwa über die Arbeitswertlehre), um dieses unpolitische Posting hier zu konterkarieren.
Journalist gekündigt, weil er nicht fälschen wollte
Partal america21.de: „Paraguay: Journalist will Castro-Rede nicht fälschen und wird gekündigt“.
„Der Leiter der Zeitung, Aldo Zuccolillo, habe ihn aufgefordert, Castro Worte in den Mund zu legen, die er anhand der recherchierbaren Aufzeichnung von dessen Rede nicht verifizieren konnte, sagte López (…) Dennoch sei der Text am vergangenen Montag mit dem Titel ‚Castro gesteht Fehler und Defekte des Kommunismus ein‘ erschienen. (…) Nach dem Zwischenfall wird in verschiedenen Medien Paraguays die Freiheit der Presse diskutiert. Nach Ansicht von López wird diese Freiheit durch die weitgehende Macht privater Medienunternehmer massiv eingeschränkt.“
Klar, wenn man dem „Kommunismus“ eins auswischen kann, das fälschen die Angehörigen der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM) auch mal gern.
Eine Eins mit 290 Nullen
Man könnte es eine Falschmeldung nennen oder behaupten, der Autor sei sogar zu faul oder zu dumm, bei Wikipedia zu suchen: „Nach allem, was bekannt ist, brauchen auch die Mathematiker der NSA mit ihren Großrechnern für das Knacken asymmetrischer Verschlüsselung viele Jahre“, schreibt Spiegel online.
Falsch. Guckst du hier: „Für den 2048 Bit Schlüssel bräuchte man also ca. (ganz grob) 10^290 (Das ist eine Eins mit 290 Nullen) ‚mal so lange, wie das Universum existiert…“
Das sind natürlich viele Jahre. Sehr viele. Insofern ist es auch keine Falschmeldung. Mein Schlüssel hat übrigens 4096 Bit.
Pressefreiheit in Ecuador?
Das Portal america21.de hat einen erhellenden Hintergrundbericht über die angebliche Pressezensur in Ecuador.
Reporter ohne Grenzen (ROG) übernimmt auf ihrer Homepage fast wörtlich die Kritik der interamerikanischen Menschenrechtskommission der US-dominierten Organisation Amerikanischer Staaten, der CIDH.
Die Süddeutsche ist das einzige deutsche Medium mit einer kritischen Sicht der Dinge:
…mit den Presse-Organen der alteingesessenen Elite Ecuadors liegt der Präsident über Kreuz. Er hat sich nichts Geringeres vorgenommen, als die gesamte Medienlandschaft des Landes neu zu ordnen. Sie soll „demokratisiert“ werden, das heißt, die monopolartigen Kartelle privater Unternehmen sollen aufgebrochen werden durch mehr Konkurrenz, also durch staatliche Sender oder Bürgerradios. (…) Die Friedrich-Ebert-Stiftung in Quito analysierte, aus der Sicht der Regierung sei „Kommunikation ein öffentliches Gut, das nicht dem Privatsektor überlassen werden dürfe“.
Man fragt sich, warum die Lobby-Organisation „Reporter ohne Grenzen“ kritiklos eine Position wiederkäut, die offenbar den – und nur den – US-amerikanischen Interessen dient und verschweigt, dass es um einen Machtkonflikt zwischen dem linken Präsidenten und den alten Eliten des Landes geht?
Halbierte Frauen zahlen weniger mehr
Überschrift bei Spiegel online: „Steuersystem halbiert Lohnnachteile von Frauen“.
Das hatten wir doch schon mal ähnlich: Wir sind dagegen, die Erhöhung des Falls der Profitrate zu bejahen. Oder: Wir machen weniger mehr Schulden.
Nachteile werden halbiert. Da muss ich erst einmal eine halbe Stunde überlegen, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Vermutlich gut, denn die Nachteile, die etwas Schlechtes sind, werden weniger. Zwischenfrage: Vermehren sich gleichzeitig die Vorteile, in diesem Fall: Kriegen Frauen mehr Geld, weil sie weniger Steuern zahlen? Das wäre ein deutscher Satz, den jedermann verstünde, deshalb darf er auch nicht in Gutachten über Steuern stehen.
„Frauen verdienen weniger als Männer – dafür zahlen Männer höhere Steuern“, heißt es in dem Artikel über ein Gutachten des „Deutschen Instituts für Wirtschaft“ (- nur eine Lobbyisten-Gruppe der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM) halbe abhängige Quelle, darf also nicht einfach so zitiert werden, wenn man Journalismus ernst nähme. Aber man darf sie wenigstens verlinken und sollte nicht den Rezipienten überlassen, sich die Quelle selbst zu suchen, ihr schlamperten Faulpelze bei SpOn!)
Wer hat denn nun mehr? Und was will mir der Künstler Bericht damit sagen?
Noch ein Versuch: „Das deutsche Steuersystem mit seinen ansteigenden Steuersätzen dämpft die Einkommensnachteile von Frauen am deutschen Arbeitsmarkt“. Das Steigen wird also gedämpft, nein, es dämpft die Nachteile. Aber ist Steigen nicht sowieso etwas Tolles und „dämpfen“ etwas Schlechtes? Das Gute tut etwas Schlechtes, damit alles besser wird? Fragen über Fragen.
Ich versuche es mal höchstderoselbst. Frauen verdienen weniger als Männer – für die gleiche Arbeit. Sie müssen aber weniger Steuern dafür zahlen. Oder: Für das weniger Verdienen müssen sie auch weniger an den Staat abgeben. Echt jetzt?
Na bravo. Jetzt weiß ich immer noch nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Was haben die da eigentlich geraucht bei der Deutschen Presseagentur, von der dieses Deutsch des Grauens stammt?
Inkompetenter Haufen
Neues Deutschland: „Deutsche halten Medien für korrupter als Verwaltung“.
Und was machen die Journalistenverbände? Verschwenden hohe sechsstellige Summen, um sich intern mit Prozessen zu überziehen – wie der DJV. Und wählen Dummköpfe und Pappnasen zu Funktionären.
Ja, von mir kann jeder erfahren, was ich von ihm denke. Wenn ich jemanden für unfähig und inkompetent halte, dann sage ich es laut und deutlich.
Selbstkritik bei deutschen Journalisten unbekannt
MediaACT: „Criticism – unknown to German journalists“.
„More than one-third of the questioned German journalists never or hardly ever criticize their peers; two-thirds are never or hardly ever criticized even by their supervisors. Conclusion: Although German journalists regularly attack politicians and managers, they lack the experience of turning a critical view on themselves. This is a key result of an international study“.
„The project ‚Media Accountability and Transparency in Europe‘ is a comparative research effort on media accountability systems (MAS) in EU member states as indicators for media pluralism in Europe.“
Was macht eigentlich der DJV?
Ein kleiner Beitrag von mir auf meinem Recherchegruppe-Blog über die Konsequenzen, die Journalistenverbände aus den aktuellen Abhör-Skandalen (nicht) ziehen.
Das wird der Markt schon regeln
„Eine Welt der empörend erbärmlichen Bezahlung durch systematisches Unterlaufen des Mindestlohns per verbotenem Akkord, der willkürlichen Lohnkürzungen, eines Klimas des Drucks und der Angst und der gezielten Entwürdigung durch einen Pranger für „Minderleister“, formuliert Spiegel online über die Undercover-Recherche der Kollegin Pia Osterhaus als Putzfrau aka „Reinigungskraft“ in Luxushotels. Günter Wallraff war der „Pate“ für die Recherche.
Das überrascht doch nicht?! Man muss nur die Anhänger der Glaubensgemeinschaft Freie Marktwirtschaft(TM) fragen: Löhne und Arbeitsbedingungen regelt der Markt. Was gibt es da zu „empören“?
Wer jetzt „gerechte“ Löhne fordert, hat bekanntlich laut Marx nichts begriffen: „Nach gleicher oder gar gerechter Entlohnung auf Basis des Lohnsystems rufen, ist dasselbe, wie auf Basis des Systems der Sklaverei nach Freiheit zu rufen“.
Zugriff auf Internet-Festplatten, revisited
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Bundesinnenminister [bitte selbst ausfüllen] und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) drängen auf eine verstärkte Inspektion der Kommunikationsströme im Internet, um online vorangetriebene Terrorplanungen und Hetzpropaganda zu verhindern. „Wir müssen die Kontrolle des Internets verstärken. Dafür brauchen wir mehr Experten mit entsprechenden Sprachkenntnissen“, sagte [bitte selbst ausfüllen] „Das Internet bekommt eine immer zentralere Bedeutung für die Kommunikation“, pflichtete der GdP-Vorsitzende [bitte selbst ausfüllen] dem Politiker bei. Wie die verschärfte Internet-Überwachung konkret aussehen soll, ließen die Vertreter der Bundesregierung und der Polizei offen.
In [irgendein Bundesland] soll [irgendein Inlands-Geheimdienst] mit der Kontrolle von Internet-Festplatten auch inländische Terrorzellen aufspüren dürfen. Das sagte Innenminister [bitte selbst ausfüllen] der „[bitte selbst ausfüllen]“. „Zu dieser offensiven Internetbeobachtung gehört neben der Beobachtung von Homepages auch das Lesen von e-mails auf Festplatten.“
Dabei soll [irgendein Inlands-Geheimdienst] aber auch auf Rechner von mutmaßlichen Terroristen über das Internet zugreifen können, die Rede ist vom Zugriff auf ‘Internet-Festplatten’ (…) Konkret heißt es in der Gesetzesvorlage, dass [irgendein Inlands-Geheimdienst] folgende Maßnahmen anwenden darf: ‘heimliches Beobachten und sonstiges Aufklären des Internets, wie insbesondere die verdeckte Teilnahme an seinen Kommunikationseinrichtungen beziehungsweise die Suche nach ihnen sowie der heimliche Zugriff auf informationstechnische Systeme auch mit Einsatz technischer Mittel.’
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat [bitte selbst ausfüllen] am [bitte selbst ausfüllen] grünes Licht für das umstrittene Programm zur Stärkung der Inneren Sicherheit gegeben. Ausgerüstet mit insgesamt 132 Millionen Euro will [bitte selbst ausfüllen] nun etwa terroristische Bestrebungen durch eine schärfere Überwachung von Online-Foren besser bekämpfen.
Mit dem ‚Technikaufwuchsprogramm‘ will der [irgendein Inlands-Geheimdienst] nach Informationen des SPIEGEL deutlich stärker als bislang das Internet überwachen. 100 Millionen Euro kostet das Programm.
Der Computerbenutzer merkt nichts von der Ausspähung. Trojaner nutzen Sicherheitslücken, die nur mit großer Sachkenntnis gestopft werden können. „Der Privatnutzer kann sich dagegen kaum schützen“, sagt Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, einer Lobby-Organisation, die für möglichst wenig staatliche Überwachung im Internet eintritt.
Verschlüssele deine E-Mails!
Taz: „E-Mails und Dateien können heutzutage sehr einfach und sehr gut verschlüsselt und anonymisiert werden. Hier sind vier Grundsätze für mehr Privatsphäre.“
E-Mails gelten im Internet als etwa so sicher wie eine Postkarte. Der erste Schritt zu mehr Sicherheit und weniger Überwachung beim E-Mail-Verkehr heißt deshalb: verschlüsseln.
Man muss dazu erwähnen, dass der taz-Autor seine E-Mails verschlüsselt. O Wunder! Sollte sich die Welt wider meine Erwartungen doch zum Besseren wenden?
Mining Data
Spiegel online: „Am Abend bestätigten Regierungskreise indirekt neue Meldungen der „Washington Post“ und des „Guardian“, dass die NSA und das FBI seit 2007 auch die Server von neun US-Internetfirmen direkt anzapften – darunter Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, AOL, Skype, YouTube und Apple.“
Ach. Darauf wäre ja niemand gekommen. Die Huffingston Post hat ein schönes Zitat:
Director of National Intelligence James Clapper called the disclosure of an Internet surveillance program „reprehensible“ and said it risks Americans‘ security. He said a leak that revealed a program to collect phone records would affect how America’s enemies behave and make it harder to understand their intentions.
Jetzt bin ich mal gespannt, wie viele deutsche Journalisten daraus irgendwelche persönlichen Konsequenzen ziehen, ihr Verhalten im Internet betreffend.
Fürchten. Illegal. Vielleicht. Unklar. Möglicherweise.

Feynsinn verprügelt sehr schön Kai Biermann, der auf Zeit online herummutmaßt und dabei die heilige Kuh des Kapitalismus hätschelt. Ich habe mir Biermanns Artikel noch genauer angesehen und auf die Fakten und Quellen geachtet.
Möglicherweise fürchten die Betreiber Ermittlungen.
„Möglicherweise“ ist das kein Journalismus. Es ist nicht Aufgabe von Journalisten, wild herumzuspekulieren. Möglicherweise ist es auch anders. So what?
„..das illegale Streamingportal Movie2k (…) bietet illegale Kopien von Filmen und Serien.
Gleich zwei Mal „illegal“ in vier Zeilen, damit es auch jeder mitkriegt. Es wird dadurch nicht wahr. Am deutschen Rechtswesen werden die Welt und das weltweite Web genesen? Streaming ist eben nicht automatisch „illegal“, nur wenn man sich die Thesen der Content-Mafia automatisch zu eigen macht. Letzteres ist nicht die Aufgabe von Journalisten, ganz im Gegenteil.
Der Hintergrund? Unklar. Möglicherweise sind die Betreiber umgezogen, um nicht von Ermittlern erwischt zu werden.
Möglicherweise sollten Journalisten über Dinge, die unklar sind, gar nicht schreiben, sondern zunächst recherchieren.
Möglicherweise ist sein Geständnis der Grund dafür, dass Movie2k mit seinen Servern nun von Rumänien auf die Jungferninseln umgezogen ist.
Möglicherweise hat sich hier der Kollege Biermann von der Ermittlungsbehörde, der Dresdener Staatsanwaltschaft, briefen lassen und wiederkäut jetzt unkritisch deren Thesen, was noch nicht einmal eine unabhängige Quelle ist, deren zwei man aber mindestens haben sollte, bevor man etwas über „Illegales“ hinausposaunt. Und wie hält es Biermann mit dem schönen Grundsatz „audiatur et altera pars“? Nie gehört? War grad nicht zu erreichen? Möglicherweise.
Geht es solchen Portalen doch ganz offensichtlich vor allem um Geld.
Das ist nicht nur möglicherweise kein deutscher Satz, sondern ganz bestimmt nicht. Um was, ganz nebenbei, geht es sonst so im Kapitalismus? Um das Gute, Schöne und Wahre? Ach?!
Ein sicheres Indiz dafür ist, dass sie ihre Kunden mit zweifelhafter und gefährlicher Werbung traktieren.
Was ist denn „gefährliche“ Werbung? Diese Javascript-verseuchte Scheiße, die ich auf den „Internet-Präsenzen“ deutscher Medien ertragen müsste, würde ich das erlauben? Ich halte Werbung ganz ausnahmslos und immer für „zweifelhaft“, will sie mir doch suggerieren, ich müsse oder solle etwas kaufen, von dem ich bisher noch gar nichts wusste.
Wer solche Streamingseiten besucht, hat eine gute Chance, sich Schadprogramme einzufangen oder auf sogenannte Abofallen hereinzufallen. Den Betreibern ist das offensichtlich egal.
Mir auch, denn offenbar denkt der Kollege Biermann, es sei eine Frage der „Chancen“, sich Malware auf den Rechner zu beamen anstatt eine Frage des eigenen medienkompetenten Willens, sich komplett bescheuert im Internet zu verhalten oder eben auch nicht. Schadprogramme sind kein Naturereignis wie das Wetter, sondern leben ausschließlich davon, dass Surfer alles tun, was Datenkraken wollen, weil sie zu träge, faul, belehrungsresistent oder schlicht zu dumm sind, das zu ändern.
Dass hinter diesen Portalen kriminelle Organisationen stecken, bezweifelt niemand.
Dass Banken, Hedgefonds, die GEMA und die Content-Mafia und ihre Helfershelfer in den Medien meistens wie kriminelle Organisationen agieren, bezweifelt auch niemand, nicht wahr?
Die URL verweist nun auf eine Seite…
Es heißt der URL (für uniform resource locator), auch wenn 8 Millionen deutsche Fliegen meinen, es hieße „die“ URl, weil „Adresse“ im Deutschen feminin ist, sie müssten immer auf den größten sprachlichen Haufen scheißen. Das haben sie ja mit vielen Journalisten gemeinsam.
Ohne mich, Qualitätsjournalismus!
Vom guten Umgang mit dem Quatsch, der uns an Kiosken entgegenquillt – ich leiste durch Kaufstreik Widerstand gegen das, war mir zugemutet wird, weil ich auf der Suche nach der höheren Wahrheit jenseits der Yellow Press bin. Freie Liebe und Knackpo – das gefällt mir und passt zu meinem gewissen Etwas.
Koordinierende externe Verschlimmbesserungs-Agenturen
Die FAZ spricht ein paar Wahrheiten über die Pappnase, die sich Bürgermeister nennt Berlins Wowereit und das Desaster um die diversen Bauvorhaben aus:
„Im Sommer rief eine Berliner Zeitung bei diversen Behörden an, um sich zu erkundigen, ob es einem diabolischen Plan entspreche, wenn nicht nur eine zentrale Ost-West-Verbindung durch Baustellen blockiert sei, sondern die Ausweichroute gleich mit. Sie bekamen die Auskunft, dass das noch niemandem aufgefallen sei. Es werde jetzt aber eine externe Agentur damit beauftragt, diese Planungen besser zu koordinieren.“
Immer, wenn „externe Agenturen“ beauftragt werden, wird es verschlimmbessert. Das gilt auch für alle IT-Vorhaben.
By the way: Die FAZ verschweigt uns die Quellen; das sind wir gewohnt, weil deutsche Mainstream-Medien zwar jammern, dass ihnen die Leser davonlaufen, aber nichts dagegen tun, ausser der Idee, man müsse für den Mist auch noch Geld verlagen.
Die Berliner Morgenpost berichtet von einem „Streit zwischen den Berliner Wasserbetrieben und der Verkehrslenkung Berlin (VLB)„. Verantwortlich für das Chaos ist Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Michael Müller (SPD). Über diesen völlig unfähigen SPD-Apparatschik Herrn hat der Schockwellenreiter das Nötige schon öfter gesagt.






















