Kampf um Schwarzerde oder: freiwillige Selbstkontrolle
Telepolis: „Ukraine am Abgrund“ (Danke für den Hinweis).
Der Kreml will die Ukraine in das Projekt einer Eurasischen Wirtschaftsunion integrieren, um so ein Gegengewicht zur EU zu schaffen. Die Verhinderung dieser östlichen transnationalen Konkurrenzstruktur dürfte auch die Intervention des Westens in dem osteuropäischen Land teilweise erklären. Zudem sei das Assoziierungsabkommen Teil des „von Deutschland geführten Bemühens, die Ukraine für westliche Unternehmen zu öffnen“, wie es der Guardian in dankenswerter Offenheit formulierte. (…)
Denn selbstverständlich spiegelt sich in der nun anbahnenden ukrainischen Tragödie die objektive Systemkrise des kapitalistischen Weltsystems, das aufgrund permanent voranschreitender Produktivitätssprünge an eine innere Schranke seiner Reproduktionsfähigkeit stößt und eine „überflüssige Menschheit“ auf globaler Ebene produziert.
Der beste Artikel zum Thema, den ich bisher gefunden habe. Mehr muss man eigentlich nicht dazu sagen.
Ich frage mich nur, warum man in anderen Medien so einem Mumpitz lesen muss. Vermutlich deshalb, weil niemand sich traut, die Fakten („objektive Systemkrise des kapitalistischen Weltsystems“) auszusprechen – Zensur im Kopf aka freiwillige Selbstkontrolle wirkt allemal besser als ein Zensor.
Standing out from the crowd is hard
Margarita Simonyan, die Chefredakteurin von RT, kommentiert die aktuelle Lage (via Fefe)
Yesterday I spent quite some time explaining to the New York Times correspondent why I consider Russia’s position to be right. I’m Russian. I support my country and I will fight for the truth for as long as it takes. (…) And now we’ve got a genuine war going on – no, thank God, it’s not in the Crimea. It’s a media war. Every single day, every single hour the guys who work for us are told, „You are liars, you are no journalists, you are the Kremlin propaganda mouthpiece, you’ve sold yourselves to the Russians, it’s time you quit your job, and everybody is laughing at you, so change your mind before it’s too late.“ (…)
This is all typical of a media war. We’re not the first and we will not be the last to go through this. During the Arab Spring, Al Jazeera staff in Lebanon made headlines by resigning en masse. Their Egyptian colleagues followed suit. More than twenty former employees said they disagreed with the channel’s editorial line. That happened without any pressure from the world mass media, as throughout the Arab Spring Al Jazeera was completely in tune with the global mainstream. So everyone commended the channel’s actions instead of trying to attack it. (…)
I can see very clearly why I continue to work for a channel that stands alone (!) face to face with thousands and tens of thousands of Western news outlets, showing everybody the other side of the story, under daily attacks from the media that it is hardly managing to fight back. It’s my country. There is no other choice for me. But the foreign journalists who work for RT across the globe do have a choice. (…)
Standing out from the crowd is hard, sometimes to the point of unbearable.
Übrigens schreibt Spiegel online: „Betrachtet man den Präsidentschaftswechsel in der Ukraine ‚rein juristisch‘, hat Putin recht.“
Titel des Guardian: „In Ukraine, fascists, oligarchs and western expansion are at the heart of the crisis“.
Who the #$&% is Klitschko?
Marina Weisband: „Klitschkos Rolle wird in Deutschland sehr überschätzt“.
Man muss sich hingegen mal die deutschen Medien zum Thema ansehen.
Explodierende Mailboxen oder: Bcc, ccc oder icc, das ist hier die Frage
Ein wunderbarer Artikel im Tagesspiegel über die Medienkompetenz von Journalisten: „Stellen Sie das doch endlich ab!“
Ich habe mich kaputtgelacht. Aber so ist es wirklich, und noch schlimmer. Es wird auch nicht besser werden.
Im Westen nichts neues
„Wer sich aktiv informiert, entfernt sich mit noch höherer Geschwindigkeit von denen, die es bestenfalls beim Lesen der Tageszeitung oder dem Anschauen der Tagesschau belassen. (…) Der Mainstream hasst die reale Veränderung der Zustände, an die er sich klammert, so sehr, dass der Bote der realen Bedrohung pathologisiert wird. In dieser Hinsicht hat sich erschreckend wenig geändert.“ (Feynsinn)
Rassismus und Antisemitismus als ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Sozialisation
„Bei einem Test mit einem Lügendetektor war ein Mann befragt worden, der offenbar zur Minderheit der Roma gehörte. In den Unterlagen heißt es der Rechtsanwältin zufolge, dass der Befragte ein „typischer Vertreter seiner Ethnie“ sei. Dies bedeute, dass die ‚Lüge ein wesentlicher Bestandteil seiner Sozialisation‘ sei, heißt es in den Aufzeichnungen weiter. Der frühere LKA-Beamte, der damals an den Ermittlungen beteiligt war, sagte daraufhin, er habe diese Formulierungen ‚eins zu eins‘ von dem damals beteiligten Psychologen übernommen.“ (Spiegel online über den NSU-Prozess)
„Falsche Nationalität – und falsche Rasse! (…) Ein etwaiges Kind des gemischtrassigen Paares…“ (Spiegel online über Sohn des israelischen Premiers, der sich in eine Norwegerin verliebt hat und die Reaktionen in Israel.)
Für den Spiegel-Autor Erich Follath sind die Juden also offenbar eine „Rasse“, da in Israel niemand so argumentiert hat. Vielleicht sollte man ihn wegen Volksverhetzung anzeigen; die Reaktionen wären sicher lustig. Ich habe mal eine E-Mail geschrieben:
Zentralrat der Juden in Deutschland
info@zentralratdjuden.de
(…)
Guten Tag,
ich beziehe mich auf Formulierungen auf Spiegel online vom 31.01.2014 im Artikel „Politik und Privatleben: Verbotene Liebe“ vom Erich Follath.
Dort heisst es unter anderem: „Falsche Nationalität – und falsche Rasse!“ sowie „Ein etwaiges Kind des gemischtrassigen Paares“.
In Isreal hat sicher niemand diese Begriffe so benutzt (ich kann kein Hebräisch und kann das nicht nachprüfen).
Sind Sie nicht auch mit mir der Meinung, dass Spiegel online hier rassistische und antisemitische Begriffe benutzt und suggeriert, Juden seien eine „Rasse“?
Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Schröder
Das Ministerium für Wahrheit informiert
Das Ministerium für Wahrheit, auch bekannt als Thomas Hellmann, Berliner Justizsenator („Volljurist“), informiert: „Vorratsdatenspeicherung“ heißt jetzt „Datenschutz“.
Das Ministerium für Wahrheit hat jetzt auch eine Außenstelle, die sich als „Nachrichtenmagazin“ tarnt (Klarname: „Focus“). Das Recht der Bundestagsabgeordneten, sich zu informieren, heißt jetzt „Späh-Angriff„.
Übrigens: Wie viele unabhängige Quellen, von denen ein Journalist mindestens zwei haben sollte, bevor er oder sie etwas publiziert, werden hier erwähnt: „berichtet FOCUS unter Berufung auf Polizei und Verfassungsschutz in Berlin“?
Das Ulfberht-Schwert
Foto: Torana (Wikipedia)
Aus dem Arte-Programm von heute: „Die Wikinger zählten zu den gefürchtetsten Kriegern aller Zeiten. Einige ihrer Elitekämpfer trugen die ultimative Waffe, das Ulfberht-Schwert. Das Material, aus dem diese legendenumwobenen Schwerter geschmiedet wurden, war den europäischen Feinden der Wikinger jahrhundertelang unbekannt. Ulfberht-Schwerter waren Kunstwerke und Hightech-Waffen zugleich. Über tausend Jahre nach ihrer Erschaffung zählen diese Schwerter immer noch zu den besten, die jemals hergestellt wurden. Dabei ist vieles im Zusammenhang mit der Konzeption, der Fertigung und dem Gebrauch dieser Waffe bis heute ungeklärt. Die Dokumentation lüftet die Geheimnisse um das Ulfberht-Schwert.“
Bei KPBS Public Broadcasting, San Diego, USA, lesen wir am 25.09.2013: „The Vikings were among the fiercest warriors of all time, and a select few carried the ultimate weap- on: a sword nearly 1,000 years ahead of its time. But the secrets behind this super sword’s design, creation and use have remained hidden for centuries. Now, through a mix of science, archeology, metallurgy and history, a new NOVA/National Geographic co-production unravels the mystery and re- creates this Viking uber-weapon—the Ulfberht sword—to kick off the new fall season of NOVA.“
Gut, dass es ausländische Medien gibt, von der deutsche Medien ohne Quellen-Angabe übernehmen können.
Schwere, christlich bedingte Gewalt
Spiegel online erklärt den Imperialismus die Welt, hier: die Zentralafrikanische Republik: „In dem überwiegend christlich geprägten Land gibt es seit einem Putsch muslimischer Rebellen im März 2013 schwere, religiös bedingte Gewalt.“
Burks erklärt den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern den 30-jährigen Krieg in Deutschland: „In dem überwiegend christlich geprägten Land gibt es seit dem Prager Fenstersturz im Mai 1618 schwere, religiös bedingte Gewalt.“
Manga, Manga, oder: Sex und Ismus
Liebe Jugendliche unter 18 Jahren! Bitte klickt um einen höheren Wesens willen nicht auf dieses höchst gefährliche Bild! Wenn ihr das dennoch gegen meinen Rat tut, gefährdet das Eure seelische Entwicklung, ihr beibt retardiert, Euch fallen die Haare aus und Ihr werdet als Erwachsene negativ-dekadente Persönlichkeiten. Zu weiteren Details fragt bitte jugendschutz.net oder die Bundesprüfstelle für jugendgefährende Medien.
Mal sehen, wann wir das letzte Mal den Begriff „Sexismus“ in den Medien hatten, um die Verkaufszahlen Klickraten zu erhöhen. Welt online (05.01.2014): „Milch, Sexismus und slawisches Blut“. Frankfurter Rundschau (09.01.2014): „Italien: Ein bisschen weniger Sexismus“. Spiegel online (heute): „Sexismusvorwurf“.
Die Methode kann dieses kleine familienfreundliche Blog auch: Man schreibt darüber, dass jemand anderes das jeweils gefühlt Böse getan habe, dass sich die höheren Töchter, die gerade keine Heime für „gefallene Mädchen“ errichten, aufregen künstlich erregen, so dass ein Anlass vorliegt, den Voyeurismus der lechzenden LeserInnen bebildernd zu befriedigen. Die Alice-Schwarzer-Variante: Man findet ein paar PappnasInnen, die sich moralisch entrüsten, um dann das eigene Buch zu promoten, das „zufällig“ gerade zum Thema erschienen ist.
Aktuell geht es um ein wissenschaftliches Magazin aus Japan, das ein Manga-Comic auf dem Titelblatt zeigt. Darüber hat sich eine Frau in den USA aufgeregt (die auch „zufällig“ gerade ihr Werk promoten will). Ansonsten ist gerade kein Sack Reis umgefallen, den man mit nackten Titten bebildern könnte.
„Man“ darf also keine Frauen abbilden, die im Haushalt arbeiten und gleichzeitig ein Buch lesen? Sozialanthropologen könnten sicher über das Thema „Magie der Bilder“ einiges sagen. Das erinnert ein wenig and die spanischen Konquistadoren, die den Indianern Heiligenbilder zeigten und hofften, damit bewirkten sie irgendetwas. Verwandte Themen sind auch die nichtssagenden Textbausteine „Flagge zeigen“, „Gesicht zeigen gegen Rechts“ und das Tragen von Fackeln bei Nacht Lichterketten.
Wenn ich ein wissenschaftiches Magazin herausgäbe, dann würde ich mich damit befassen, warum das Essen von Kakerlaken in so genannten gefakten „Dschungelcamps“ angeblich nicht die Jugend sittlich gefährdet, nackte Comic-Figuren, die den Akt der von der Evolution vorgesehenen geschlechtlichen Vermehrung in dümmlicher Form thematisieren, aber schon.
Ihr seid doch allesamt ein verlogenes und heuchlerisches Pack. Ich will „Sexismus-Vorwurf“ in den Medien weder lesen, hören noch sehen. Meine Klicks kriegt ihr nicht.
Donate to Support Encryption Tools for Journalists
Ich bin erst einmmal skeptisch, wenn ich das lese:
Protecting the digital communications of journalists is now one of the biggest press freedom challenges in the 21st Century.(…) To that end, we’re providing you with an easy way to donate to support open-source encryption tools that can better protect the communications of journalists and sources.
Wer steckt dahinter? Es kann ja jeder so eine Website aufziehen. Empfohlen wurde sie in der Tor-Mailingliste.
The Freedom of the Press Foundation is dedicated to helping support and defend public-interest journalism focused on exposing mismanagement, corruption, and law-breaking in government. (…) You can go here to see a description of the organizations we are currently crowd-funding donations for.
Auch das hier klingt gut: „How to Protect Your Privacy in the Age of NSA Surveillance„.
Das deutsche Wikipedia hat gar keinen Eintrag über die Freedom of the Press Foundation. Wenn aber die EFF unterstützt, kann man der Sache vertrauen.
In Deutschland müsste man so etwas vereinsmeierisch aufziehen. Unser Verein German Privacy Fund ist ja so gedacht, da die alte German Privacy Foundation sich aufgelöst hat.
Die Neger da unten vor unserer Haustür
So erklärt uns das ehemalige Nachrichtenmagazin die Lage im Südsudan:
Hintergrund der am vergangenen Wochenende ausgebrochenen Unruhen ist ein Machtkampf von Präsident Salva Kiir mit seinem im Juli entlassenen Stellvertreter Riek Machar. Im Südsudan leben mehrere verfeindete Volksgruppen. Kiir gehört den Dinka an, die die Regierungspartei und frühere Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) dominieren. Sein Rivale Machar ist ein Lou Nuer. Es wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg ethnischer Gruppen ausweiten.
Super. Dagegen ist die traditionell suggestive bürgerliche „Geschichtswissenschaft“ („große Männer machen Geschichte, weil sie gut oder schlecht drauf sind“) schon fast aufklärerisch. Verfeindete Volksgruppen. Machtkampf. Mit dem Modell kann man auch den dreißigjährigen Krieg beschreiben:
Hintergrund der am vergangenen Wochenende ausgebrochenen Unruhen ist ein Machtkampf des Kaisers und Wallensteins mit der Protestantischen Liga. Im Mitteleuropa leben mehrere verfeindete Volksgruppen. Der katholische Wallenstein gehört den Böhmen an, die die Katholischen Liga dominieren. Sein Rivale Gustav Adolf ist ein Schwede. Es wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Krieg ethnischer und religiöser Gruppen ausweiten.
Ernsthafter Journalismus wäre: Mir zu erklären, wer welche Interessen hat. „Macht“ als Motiv gilt nicht, das ist psychologisierende Klippschule, also Unfug. Und die Völker sind warum „verfeindet“? Ich bin als Preuße auch mit den Bayern verfeindet.
Die taz ist auch nicht besser. Da schwadroniert ein deutscher Militär über „kulturelle Fertigkeiten“, die Soldaten haben müssten, und gibt unwidersprochen Sätze von sich wie: „Wir müssen als Europa schon darauf achten, was vor unserer Haustür passiert.“ Ganz schon große Haustür – mehr als 5000 Kilometer breit. Man kann bei Lobbyisten des deutschen Neo-Imperialismus auch mal kritische Fragen stellen, taz? Oder war das „embedded journalism“, also ein autorisiertes Interview und wurde vom Kriegsministerium und den hessischen Grünen gesponsort?
Pofalla ist auf jeden Fall dabei
Stefan Niggemeier hat zusammengestellt, was deutsche Medien von „gut unterrichteten Kreisen“ über die neue Regierung gesteckt bekamen. (via Hal)
Die neuen Medien fördern asoziales Verhalten

(Via Donnie Clapp)
Zensur heisst jetzt: Freiwillige Selbstkontrolle im Pressevertrieb
Die Zeitschrift Dummy wurde zensiert. (taz und Spiegel online berichten.) Dummy bietet die zensierten Grafiken zum Download an (Beispiel oben).
Ende letzter Woche erreichte uns die Nachricht, dass die neue Ausgabe von DUMMY indiziert wurde. Nicht etwa von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“, sondern von der sogenannten „Freiwilligen Selbstkontrolle im Pressevertrieb„, wohinter sich eine Münchener Anwaltskanzlei verbirgt, die den Presse-Grossisten Empfehlungen gibt, was man den Lesern zumuten darf und was nicht.
Es ist also definitiv falsch, wenn z.B. Spiegel online behauptet, dass Dummy zensiere. Der Zensor bzw. die Zensurbehörde ist die so genannte „Freiwillige Selbstkontrolle im Pressevertrieb“. Das Ministerium für Wahrheit hätte es nicht besser formulieren können. Zensur wird jetzt outgesourct, damit man sie verschleiern kann.
Unter Praktikanten

Vielleicht sollte Spiegel online die Praktikanten, die die Website machen, besser bezahlen… SCNR
Das Netz stöhnt [Update]
Man sollte sich fragen, wo die größeren Pappnasen sitzen: Im neuen Datenautobahnministerium des Alexander Dobrindt oder bei den Mainstream-Medien, die darüber berichten… Die Zahl der „Freunde“ oder „Fans“ bei Fratzenbuch sagt also jetzt irgendetwas aus? Wie merkbefreit muss man sein, um so einen Quatsch zu schreiben? Angeblich haben die das Vier-Augen-Prinzip bei Spiegel online, aber das macht es auch nicht besser. Und ist „das Netz“ jetzt so etwas wie „die Märkte“?
[Update] Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Spiegel online hat einen PGP-Schlüssel! Friert jetzt die Hölle zu? Vielleicht sollten die auch mal einen vernünftigen Webdesigner engagieren.
ZDF und Fratzenbuch
Ich frage mich, warum eine von unseren Gebührengeldern finanzierte „öffentlich-rechtliche“ Anstalt bei Fratzenbuch sein muss? Das ZDF ist dort kein Kunde, sondern das Produkt, was verkauft wird. Trauen die ihrer eigenen Website nicht zu, die „Kommunikation“ leisten zu können?
Geschieht dem ZDF recht. Aber Konsequenzen werden natürlich nicht gezogen werden.
Warum die NSA-Affäre niemanden wirklich stört
Leitmedium.de (Caspar Clemens Mierau) über die Heuchelei deutscher Medien, die über Überwachung schreiben und gleichzeitig die LeserInnen exzessiv tracken und ausspionieren: „Süddeutsche (24 Tracker), Spiegel Online (18 Tracker), ZEIT Online (14 Tracker), Welt (24 Tracker), BILD Online (24 Tracker) – es ist überall die gleiche Situation.“
Journalisten und „soziale“ Netzwerke

Die Mitgliederversammlung des DJV Berlin hat gestern folgenden Antrag von mir beschlossen:
Die Mitgliederversammlung des DJV Berlin möge beschließen:
Der DJV Berlin setzt sich im Bundesvorstand dafür ein, dass der Bundesverband, die Bundesfachausschüsse und die Landesverbände des DJV keine offiziellen Präsenzen in so genannten “sozialen” Netzwerken US-amerikanischer Firmen betreiben. Falls sich dafür keine Mehrheit im Bundesvorstand findet, bereitet der DJV Berlin einen entsprechenden Antrag für den nächsten Bundesverbandstag vor.
Begründung:
Die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten basiert auf vertraulichen Informationen. US.amerikanische Firmen sind verpflichtet oder freiwillig bereit, die Daten ihrer Nutzer direkt an US-amerikanische Geheimdienste weiterzuleiten. Das gilt sowohl für das Surf-Verhalten als auch für die Inhalte der unverschlüsselten E-Mails, die über diese Dienste versendet werden.
Der Bundesvorsitzende Michael Konken hat dazu aufgerufen, auf die Suchmaschine Google zu verzichten. Das ist zwar unsinnig, da man Google auch benutzen kann, ohne Daten preiszugeben; das gilt aber nicht für so genannte “soziale” Netzwerke wie etwa Facebook.
Zudem sind Nutzer US-amerikanischer “sozialer” Netze nicht Kunden, sondern die Ware, die verkauft wird. Es besteht kein Grund für Berufsorganisationen und Gewerkschaften von Journalistinnen und Journalisten, das freiwillig mitzumachen.
Auftritte in so genannten “sozialen” Netzwerken, die von einzelnen Mitgliedern privat betrieben werden, bleiben davon unberührt.
Alle anderen Anträge, die ich gestellt hatte, fanden auch eine Mehrheit. Anschließend gab es eine kleine Feier (siehe oben).
























