Vierter Schuss
Der beste Schutz gegen – die bei mir ohnehin nie vorhandenen – Nebenwirkungen einer Impfung gegen COVID-19 ist Stachelbeertorte mit Sahne, die ich jetzt schmausen werde. (Ich habe mich schon gestern impfen lassen.)
Westliches und östliches Gedöns
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einer ungeheueren Georgina verwandelt. Halt! Stopp! Darüber wollte ich gar nichts posten. Ich suchte nur einen Vorwand für ein gefälliges Titelbild.
– Deniz Yücel tweetete (heißt das Verb so?): In einer Welt aus Willen und Vorstellung, in der sich jeder Student mithilfe von giftgrünem Nagellack und Fantasiepronomen zur „non-binären“ Person erklären kann und jede Redakteurin mit schneewitchenblasser Haut und einem Onkel in Slowenien zur „Person of Color“ mag ein evolutionsbiologischer Vortrag über Sex und Gender als Zumutung erscheinen. Das ist okay. Queerdenker dürfen dagegen protestieren, ebenso wie z.B. Querdenker gegen einen epidemiologischen Vortrag über Covid-19. Die vorgetragenen Thesen können wissenschaftlich kontrovers sein, wie Kritik nicht immer als gepflegter Disput unter C4-Professoren stattfinden muss. Cancel Culture wird nicht dadurch vom Kampfwort zur Realität, weil Jana aus Kassel oder Momo aus Berlin (vormals: Bodo aus Ulm) oder wer auch immer im Internet oder auf der Straße gegen was auch immer demonstriert, sondern durch die Unfähigkeit von Institutionen aller Art, Kritik und Empörung auszuhalten.
– Ich würde das noch steigern: Wenn die vier (!) Präsidenten der Humboldt-Universität in Berlin nicht in der Lage sind, die Freiheit der Lehre und der Wissenschaft zu garantieren, notfalls mit Hilfe roher Gewalt der Polizei, dann sind sie unfähig und sollten allesamt zurücktreten. Oder sie wollen es nicht. Dann um so mehr.
Oder man sollte die Humboldt-Uni ganz schließen.

Westliche Werte (Symbolbild)
– Das Ministerium für Wahrheit informiert: „Wissenschaft“ heißt jetzt „inhumaner Biologismus„. #VolkerBeck
– Die haben doch alle einen an der Klatsche. Ich kann mich da richtig hineinsteigern. Ich habe nichts gegen Aufmärsche von Homosexuellen, aber bitte dann auch im Stechschritt. Warum werden eigentlich bei Fotos des Milieus, das in Neusprech mit zahllosen Buchstaben abgekürzt wird, deren Reihenfolge mir entfallen ist, von der Bedeutung ganz zu schweigen oder gar, wie man das Gedöns ausspräche, immer nur Tunten abgebildet? Warum sind die alle so hässlich und sehen nicht so aus wie woanders? Sind „Transmenschen“ alles Männer? Jetzt muss ich aber damit aufhören…
– Apropos: „Sprachdiktate sind ein Markenzeichen aller Diktaturen.“

Östliche Werte (Symbolbild)
And now for something completely different.
– Das Ministerium für Wahrheit, auch bekannt als Clemens Wergin, informiert: Niederlagen oder heillose Flucht in einem Krieg heißen immer „taktischer Rückzug“.
– Die russische Propaganda zitiert den Feind: „The world can order Russia to leave Donbass, but the Russians will not leave, and no one can force them to leave.“ This statement was made by the former head of the British General Staff, General Richard Dannatt, in an interview with Sky News.
He also expressed confidence that Russian forces would „almost inevitably“ occupy the DPR and the LPR, and the Ukrainians would not be able to „expel“ them from there.
Das hätte ich nicht gedacht, zumal Selenkij doch angekündigt hat, den Donbass zurückzuerobern?
– Das mit den ukrainischen Drohnen hat sich bald ausgedrohnt. „Ukraine’s drones are becoming increasingly ineffective as Russia ramps up its electronic warfare and air defenses“.
– Ich bin mal gespannt, ob die Russen jetzt erst nach Kramatorsk und Slowjansk vorstoßen oder eher im Süden in Richtung Odessa. Ich denke, die erstere Variante ist wahrscheinlicher – sie werden nach der Oblast Luhansk auch Donezk vollständig einnehmen wollen. Wenn die Ukrainer dann immer noch nicht verhandeln wollen, verlieren sie die gesamte Südküste – falls dann überhaupt noch jemand kämpfen will und nicht alle in Scharen desertieren.
Alles Yummi
Hat schon mal jemand Shakschuka, Orangenmarmalade (very British!) und Kirsch-Sahne-Torte (nicht zu sehen) gleichzeitig zubereitet? Wehe, wenn man da die Zutaten verwechselt.
Die Torte schmeckt zwar, aber die Form ist misslungen, weil ich zwei Dinge falsch gemacht hatte (falsche Kuchenform für den Boden, den fünf Minuten zu lange im Ofen, zu viel Quark, Sahne war nicht richtig steif). Soll nicht wieder vorkommen.
Vorräte wieder aufgefüllt. #lifestyle #orangenmarmelade #rharbarbermarmelade #kirschmarmelade #erdbeermarmelade
Ich war gestern mehr als sechs Stunden in der Küche, daher das sparsame Bloggen.
Dem seine
„Dem seine“ ist eigentlich Ruhrdeutsch, ein Regiolekt, den ich perfekt beherrsche und dessen Tonart ich sofort bei jemandem erkenne. Der Genitiv ist hier oft des Akkusativs Tod, ohne dass sich jemand beschwerte, woll?
Knoblauchsuppe und Apfelstrudel
Ich muss immer daran denken, dass ich mir das gute Leben, das ich zur Zeit führe, vielleicht später nicht mehr leisten kann, falls ich nicht mehr in der Lage sein sollte zu arbeiten. Was nützt es, wenn man sich jetzt nichts gönnt?
Zum Glück gibt es noch Knoblauchsuppen und Apfelstrudel. Danke, Putin!
Revolution beim Frühstück

Lustkauf bei Ebay – das musste jetzt sein. Ich belästige auch niemanden damit; ich habe nur eine Tasse erworben.
Migrating
Es ist gerade ein bisschen zu heiß zum Bloggen. Ausserdem habe ich mir ein neues Smartphone zugelegt (Vertragsverlängerung, dann kostet ein 400-Euronen-Teil nur einen Euro). Ich fummele seit Stunden herum, die Daten uws. zu „migrieren“. (Ja, ich weiß, wie das geht, nur Signal zickt herum.) Um auch noch meine Uhr mit dem Gerät zu verbinden und das alte zu entkoppeln habe ich eine halbe Stunde kostbarer Lebenszeit verschwendet. Und dann kommt noch die Hülle, und dann merkt man, dass man kein Kabel reinstecken kann, sondern ein kabelloses Headset bracht. Gut, dass es die Großbourgeoisie gibt – wird morgen geliefert.
Ich weiss, was ich gestern getan habe
Lang lebe die deutsch-britisch-russisch-kolumbianische Freundschaft!
Vorher – nachher. Ich musste noch ein Reserveglas holen. Nur für den Fall, falls jemand fragte, was ich heute getan hätte (das ist ein Konditionalis irrealis). #kirschmarmelade
Unfeindliches
Dieser Betrag ist nicht LGBTXQIA+*-%/_Z:-feindlich.
Stille Tage in Rixdorf
Natürlich bin und war ich schon immer für die Emanzipation des schönen Geschlechts, einschließlich der hässlichen. Ich habe auch nichts dagegen, wenn die Frau mehr verdiente als ich. Dann könnte ich auf dem Balkon sitzen, herumräsonnieren, etwas Schönes kochen, putzen und waschen, und dafür sorgen, dass russische Raketen, Gendersternchen und arabischstämmigen Rapper möglichst weit weg blieben. Oder mich darüber freuen, dass die Krise der Bahn jetzt beendet ist.
And now for something completely different. Doch. Wir dürfen die Ukraine zu blöden Kompromissen zwingen. Inakzeptable Gesten sind natürlich völlig inakzeptabel. Da bin ich ganz beim Innenminister [sic]. Schön, dass wir darüber geredet haben. Man sollte darauf hinweisen, dass demnächst auch die Symbole des Regiments Asow auf deutschen Schulhöfen gezeigt werden. Ich wette darauf, dass ukrainische Eltern sich darüber beschweren werden, falls Stepan Bandera im Unterricht kritisch vorkäme – und nicht als Erlöser der Menschheit vom russischen Joch. Aber das wird er nicht.

Wantan-Suppe im Vietbowl
Oh! Nachdem ein bekloppter Russe im Fernsehen vorschlug, Deutschland anzugreifen, müssen wir uns um den Zustand der Bundeswehr kümmern. „Dass nun drei statt vier Raketenwerfer geliefert werden, hängt nach Informationen von Business Insider unter anderem mit fehlender Munition zusammen. Deutschland kann laut Insidern einen größeren Teil seiner eigenen Munition nicht verschießen, weil ein Software-Update fehlt, das für Ende des Jahres angekündigt ist.“ Ach? Womöglich Munition, die mit Windows XP verschossen wird?
And now for something completley different. Die Franzosen haben Eier.
Diversity ist ein Thema für 2000 Leute, die in den Medien arbeiten. 83 Millionen Deutsche wissen gar nicht, dass es dieses Thema gibt. (Harald Schmidt)
Ich fahre täglich viel Fahrrad, aber verlasse dabei mein Zimmer nicht. Aus dieser Perspektive ist vieles irrelevant, auch der Dienstplan, den meine Firma mir für Juli zuschickte und dem ich prophylaktisch widersprechen musste, es sei denn, mir würde erlaubt, dort auf Krücken oder noch humpelnd zu erscheinen. Ich muss jetzt nach dem Käsekuchen im Ofen sehen…

Z mit überbackenem Spargel an Schinken.
Zwei Wörter mit L, die untrennbar zusammengehören
Leibesübungen und Valentina Lisitsa gehören für mich zur Zeit untrennbar zusammeen. Chopins Etüde No. 10 in C-Dur ist für eines der besten Klavierstücke überhaupt, vor allem, wenn die Lisitsa es wie gewohnt rasend schnell spielt. Die Etüden Chopins waren für mich, als ich in meiner Jugend Klavierunterricht hatte, immer eine Folter. Ich konnte nichts mit ihnen anfangen. Hätte ich sie damals vorab anhören können – in der Lisitsaschen (schreibt man das so?) Version -, hätte ich mehr verstanden und wäre motivierter gewesen.
By the way: Valentina Lisitsa ist eine sehr sympathische Ukrainerin mit einer passablen politischen Einstellung.
Gerade höre ich beim Bloggen Jean-Paul Amouroux Boogie for Piano and Harpsichord, auch gern hundert Male hintereinander.
Spezialoperationen im Tierreich
Planen die etwa eine Spezialoperation gegen die (wenigen) Blattläuse auf meinem Balkon? Oder ist das nur ein Elternpaar mit drei Kindern?
Die Ameisen, die Trophobiose lieben, scheinen schon ganz aufgeregt. Und ganz leise höre ich die Blattläuse nach schweren Waffen rufen. Bei mir haben alle Aphidoidea denselben Namen – sie heißen Melnyk.
Ein Teller bunten Quatsch
Was gibt es so?
– Noch mehr Vereinsmeierei. Also noch mehr Schriftführer, Kassenwarte und Beisitzer, Ämter, um die sich Leute bewerben, die sonst nichts auf die Reihe kriegen. Braucht dieses Land nicht.
– Nein. Ich kann den Quatsch nicht mehr hören. Dann doch lieber irgendeinen russischen Propagandakanal.
– Warum bekommt die Ukraine keine Atomwaffen vom putinfreien Westen? Selenskij würde doch bestimmt vernünftig damit umgehen!
– Manche Leute sind so dumm, dass es sogar verschwendete Zeit wäre, versuchte man, deren gar nicht vorhandenen Argumente zu widerlegen. #deutschersatzbau

Wer hätte das gedacht! Gut, dass es Faktenchecker gibt! Die kriegen wirklich alles raus.
– Die Briten spielen mit dem Feuer. Doch halt! die Russen haben das schon gemerkt: „Laut BBC würden die ukrainischen Truppen nur drei dieser Kettenkampffahrzeuge erhalten. Wie britische Militärexperten bemerken, gibt es im Prinzip gar nicht sehr viele M270 im britischen Arsenal, die an Kiew geliefert werden könnten.“
– Nein, ich bin auf jeden Fall für die Chatkontrolle. Das funktioniert wie bei der „Online-Durchsuchung“: Wenn man fragt, wie das denn technisch umgesetzt werden soll, erntet man betretendes Schweigen. (Chat – was war das noch mal? IRC? Signal? Oder auf Suaheli in Second Life?) Vielleicht lernen dann einige Leute, wie man Kontrollen umgeht.

Erdbeer- und Rharbarbermarmelade – man gönnt sich ja sonst nichts.
Krumme Löffel, Trampeln und andere schöne Dinge
Die Medienblasenbewohner sollten vielleicht dessen eingedenk sein, dass ein großer Teil der Bevölkerung sie gar nicht zu Kenntnis nimmt oder dass deren Kenntnis über die Weltläufte sich aus der „Tagesschau“ speist und dem, was die Peer Group so an einen heranträgt. Die Rekonvaleszenten in der Reha-Klinik, mehrheitlich mit Rollator oder Krücken unterwegs, schienen mir weniger an Spezialfragen des Feudalismus, an Gamedesign in Second Life oder an Kryptografie interessiert, sondern an Johnny Depp und Amber Heard, die man hätte ins Colosseum sperren sollen. Wait a minute! Indisch essen für 59.000 Euro? Wie geht das?
für 59.000 Euro? Wie geht das? der Yellow Press im Allgemeinen und Besonderen, was die Auswahl auf der Theke der Rezeption zeigt.
Was haben wir noch? Die Opferzahlen der Ukraine im Kampf um den Donbass sind immens. Erneut sprach Kiew davon, dass täglich bis zu 100 Soldaten sterben. Die Verluste sind so hoch, dass mancher Experte bezweifelt, dass die Ukraine in einigen Wochen noch zu einer nennenswerten Gegenoffensive fähig ist. (Tagesspiegel)
Russia may be getting more revenue from its fossil fuels now than before its invasion of Ukraine, as global price increases offset the impact of western efforts to restrict its sales, US energy security envoy Amos Hochstein has said. „I can’t deny that,“ Mr Hochstein told the Senate Subcommittee on Europe and Regional Security Cooperation in response to a question about whether Moscow was making more money now off its crude oil and gas sales than before the war. (The Independent)
Seid ihr jetzt hinreichend informiert? Ich vergaß den Figaro: Au Donbass, ces soldats ukrainiens démunis qui abandonnent le front…
Ich bin also wieder zu Hause und genieße den gewohnten Anblick. Just saying.
Das ist kein Kantinenfraß, sondern Apfelstrudel (der Kuchen in der Waldsiedlung war aber extrem gut!) Nur der Löffel gab mir irgendwie Rätsel auf.
Heute schon geradelt und dennoch nicht vom Fleck gekommen! (Danke, G.!)
Band auf Kissen
Ich würde viel mehr schreiben, da über Pfingsten hier nichts stattfindet (man müsste höhere Löhne zahlen!). Leider kann ich noch nicht sehr lange auf meinem Allerwertesten sitzen, ohne dass es irgend schmerzt (beim Aufstehen) bzw. ich das Gefühl habe, mein rechtes Hüftgelenk sei eingerostet. Ich sitze auf einem so genannten orthopädischen Kissen, da das rechte Bein nicht mehr als 90 Grad angewinkelt sein darf, und mache ansonsten diverse Übungen mit einem so genannten Theraband, das ich vorher noch gar nicht kannte. Vielleicht sollte ich davon Videos erstellen…
Abseits der Weltläufte
Meine Physiotherapeutin riet mir, die Krücken mal umzudrehen, weil meine Hardware schon in der Lage wäre, den Rest zum Laufen zu bringen, aber meine Software aka Gehirn das anders sähe, was zu ändern sei. Und siehe, es funktioniert, wenn auch noch nicht auf Dauer.
Was soll ich mich mit den Weltläuften beschäftigen? Es passiert doch eh nichts, was man nicht schon gehört hätte. Ukrainisches Militär meldet anhaltende Kämpfe um [bitte selbst ausfüllen]. #dreiunabhängigeQuellen
Die Ukraine gehört eindeutig zur Sowjetunion. (Auf Fratzenbuch schreiben sie sich ob dieses Postings die Finger wund, dabei wollte ich das Publikum nur in Medienkompetenz schulen. Ab 100 Kommentaren kaufe ich ein e.)
Ich habe gelernt, was ein Fußpflegegerät ist (Link geht zur Großbourgeoisie). Man gönnt sich ja sonst nichts. Die Sache ist die 30 Euronen wert – ich darf mich rechts bis August nicht tief bücken.
Grüße nach Unna ins Evangelische Krankenhaus! (Link geht zu Facebook)
Merciless und nicht vergessen
Surprise! Ab und zu kommen vereinzelte Stimmen der Vernunft zum Vorschein (nein, nicht in deutschen Medien), wie zum Beispiel im Guardian. Simon Jenkins: „The EU should forget about sanctions – they’re doing more harm than good – Far from compelling Russia to exit Ukraine, they are causing great suffering worldwide as food and energy prices soar“. Hätte uns doch jemand gewarnt!
Doch halt: Wir haben noch die Tagesschau: „Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine steigen die Energiepreise. Russland rechnet deshalb in diesem Jahr mit fast 14 Milliarden Euro Mehreinnahmen. Ein Teil des Geldes soll für den Krieg ausgegeben werden.“ Ach?!
Ich habe noch ein Stimmungsbild von der BBC: „I watched from afar Russia’s latest merciless assault on Severodonetsk“. Na sowas. Die Stadt ist schon zur Hälfte in russischer Hand. Das ging ja schnell. Im Ruhrpott fragt man dann: Un gezz?
Ganz ruhig: Wer fragt, verunsichert die Bevölkerung. Und den Abgeordneten des Bundestags erzählt man einfach nichts mehr. Demokratie wird eh überschätzt.
Ich darf übrigens zum heutigen 31. Mai auf mein Posting vom 01.06.20 hinweisen: „Nicht vergeben, nicht vergessen“.
Für diejenigen, die das Thema Krieg und auch den Rest satt haben: Man kann sich auch mit künstlichen Krabbeltieren, die durch Nadelöhre kriechen, beschäftigen. Oder was machen eigentlich die Chinesen? Sie weisen dezent darauf hin, dass man sie wohl kaum boykottieren kann, weil sie Rohstoffe besitzen, die sonst kaum jemand hat. Die deutsche Bahn übertrumpfen sie auch. Vieleicht sollte ich täglich die chinesische Propaganda hier posten, um irgendwann mitfliegen zu können.

Ich arbeite noch immer daran, mein Idealgewicht zu erreichen.
In der Muckibude
Endlich täglich Muckibude, leider viel zu kurz. Aber mehr solle ich mir nicht antun, sagt meine Lieblingsphysiotherapeutin (die mit dem schönen Charakter), die Operation sei noch nicht so lange her.
„Haben Sie einen Computer?“ fragte mich ein Sporttherapeut. Ich soll mir ein Ergometer anschaffen, gebraucht oder bei der Großbourgeoisie. Hat das Publikum Erfahrungen und Tipps. welchen man nehmen sollte? (Kein Schnickschnack nötig: Sitzhöhe muss verstellbar sein und die Kraft, die man braucht.)
„YMMD“ hätte ich am liebsten geantwortet. Aber das hätte er vermutlich nicht verstanden.
Fast Planwirtschaft sowie Greifzangen
Ich konnte nicht widerstehen – ein Fall für das Softwaremuseum. Dabei ist die Maschine, auf der das oben läuft, extrem effektiv: Man loggt sich hier per Transponder, der Teil des Schlüsselbundes ist, ein und wählt per Touchpad aus, was man essen will, eine Woche im voraus. An dem jeweiligen Tag loggt man sich wieder ein, und die Küche kriegt einen digitalen „Bon“ und weiß, was sie liefern soll. Man wird platziert, und das Mahl wird an den Platz gebracht. Ich sehe keinen Unterschied zur kommunistischen Planwirtschaft: Nichts muss weggeworfen werden, und das Küchenpersonal kann ökonomisch rational handeln. Und ich gehe jetzt Jagen und Fischen. Oder irre ich mich?
Das profitorientierte Gesundheitssystem ist marode, selbstredend auch die Reha-Einrichtungen. Das äußere Luxus täuscht. Wenn man sich die medizinische Seite ansieht, weiß man nicht, ob man weinen oder lachen soll. Am Wochenenden und an Feiertagen wird nicht gearbeitet – es müssten höhere Löhne gezahlt werden. Das geht gar nicht. Und wenn ein Physiotherapeut krank wird, fällt seine Stunde eben aus. Wäre ich Fußballprofi, bekäme ich vermutlich täglich mindestens fünf Stunden irgendwas zu tun.
Ich werde zwei Tage zusätzlich verlieren – Himmelfahrt und Pfingstmontag. Zum Glück waren die Physiotherapeutinnen im Martin-Luther-Krankenhaus sehr professionell und haben mir Übungen empfohlen, die ich selbst machen kann. Hier „rehabilitiere“ ich schon fünf Tage und bin bisher nur zwei Mal je 15 Minuten Standfahrrad gefahren, habe zwei Mal in der „Hockergruppe „jeweils 20 Minuten die Beine geschlenkert, und durfte betreut spazierengehen, was ich auch allein geschafft hätte. Ich warte immer noch auf eine individuelle Physiotherapie. Die erste ist laut „Dienstplan“ am Freitag…
Gestern ist mir beim unbegleiteten Gehen mein neues Gelenk rausgeflogen (Luxation). Ich bewegte mein rechtes Bein falsch, es knackte hörbar, und mein rechter Fuß drehte sich nach außen, was nicht sein soll. Es tat höllisch weh, wie bei einem starken Krampf. Ich hatte großes Glück, weil die nächste Bank nur 20 Meter weit entfernt war. Als ich mich schmerzverkrümmt darauf fallen ließ, gabe es wieder einen hörbaren Knack, und das Gelenk war wieder drin. Learning by doing. Gelobt sei, was hart macht.
Falls jemand eine Greifzange braucht, weil zu weit Bücken temporär verboten ist: Das ein einschlägige Angebot der Großbourgeoisie (Foto links) ging hier schon am zweiten Tag kaputt, weil a) aus Plastik mit einem zerbrechlichen Scharnier und b) weil ich mich draufgesetzt hatte – allerdings auf weichem Untergrund. Heute bekam ich vom hiesigen Reha-Geräte-Experten eine neue. „Immer aus Metall“ war sein Rat, und der ist vermutlich richtig. Es geht in homoöpathischen Dosen voran.
Protokollstrecken und coordinated inauthentic behavior
Ich rekonvaleszenziere hier vor mich hin in Sichtweite der Waldsiedlung. Die, die hier wohnten, werden bis auf wenige Ausnahmen, irgendwann fast vergessen sein. Vielleicht ist das nicht richtig. Zum Beispiel:
Da Axens Tätigkeiten im Politbüro der SED nicht mit den Grundsätzen der Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit zu vereinbaren seien, wurde der Witwe, Sonja Axen, die Entschädigungsrente von monatlich 800 DM, die sie nach ihrem verstorbenen Mann erhielt, 1992 aberkannt. Sie war die Tochter des antifaschistischen Widerstandskämpfers Harry Kuhn.
Nein, so etwas muss man den Nachgeborenen ab und zu unter die Nase reiben. By the way: Das Kunstwerk oben, das ich online nicht finden konnte, gefällt mir – es erinnert mich irgendwie an meine neue Hüfte.
Die Zeitläufte sind hier weit weg. Ich empfehle aber dringend, sich das Video von The New Atlas anzusehen: „Russian Ops in Ukraine – Ukraine Losing M777 Howitzers, Continues Losing Ground in Donbas“ (in Englisch, ca 23 Minuten). Danach lacht man sich über die Berichte in deutschen Medien nur kaputt. („Formally known as „Land Destroyer,“ The New Atlas provides geopolitical analysis by Brian Berletic (aka Tony Cartalucci) with a focus on Eurasia, based in Bangkok, Thailand.“) Nein, das ist kein russischer Propagandakanal. Das Publikum mag sich selbst ein Bild machen.
Oder auch Time lesen:
„While 141 countries in the UN voted to condemn Russia’s aggression, the number of African, Middle Eastern and South American countries who have imposed sanctions on Russia is 0. (…) …two-thirds of the world doesn’t see the war that we see.“





















































