Museum in Neu Magdeburg 2.0
Nur falls jemand anfinge zu googeln: Das Kulturhistorisches Museum Neumagdeburg [Sim: Koozebane] gibt es in der Realität nicht. Auch ich bin drauf zunächst reingefallen, weil ich, da zur Eröffnung eingeladen, flüchtig „Neubrandenburg“ gelesen hatte. (Neumagdeburg gibt es auch nicht; das Museuem für Naturkunde dortselbst sehr wohl.)
Ich frage mich immer, warum jemand die Realität virtuell abbildet, wenn man doch alles das tun könnte, was in der Realität aus physikalischen Gründen nicht funktionierte: Fliegende Häuser mangels Schwerkraft, Reiten auf Drachen, Fliegen in Steampunk-Raumschiffen, in den hängenden Gärten von Babylon herumfläzen, das Tannhauser Gate ansteuern und allerlei sonstigen Unsinn.
Hier hat sich jemand die Mühe gemacht, ein Museum einzurichten, das bis ins kleinste Detail einem realen Museum ähnelt. Man muss schmunzeln. Diese hässlichen Absperrseile und pseudogoldenen Pfosten, ein typisch deutsches Schild „wegen Baumaßnahmen vorübergehend geschlossen“, genormte Lampen, die Gemälde beleuchten. (Sorry Leute, mein Avatar ist zu groß und passt nicht durch die Eingangstür – ich musste hineincheaten.) Das Niveau des „Bauens“ ist hier eher Mittelmaß und nicht so professionell wie das der wenigen Leute, die damit Geld verdienen können, aber als Gamedesigner auch eine Klasse für sich sind.
Natürlich hat ein virtuelles Museum große Vorteile – man denke an den virtuellen Dresdner Zwinger in Secondlife oder die Georgskirche. Oder an Çatalhöyük“ – leider alles schon wieder verschwunden, obwohl pädagogisch lehrreich.
Wenn ich nie die Chance hätte, etwa arm wäre und gleichzeitig in Port Moresby wohnte, könnte ich als Avatar in den Museen herumwandern, die mich interessieren, gesetzt den Fall, ich hätte schnelles Internet. Und ich müsste noch nicht einmal Eintritt zahlen.
Ich habe nie verstanden, warum deutsche Museen die Chance nie ergriffen haben – vermutlich weil man niemandem schmackhaft machen kann, 200 Dollar im Monat auszugeben (für die Miete einer Sim) und nur zweistellige Besucherzahlen vorweisen zu können.
Man bleibt natürlich auch virtuell nicht von den üblichen Idioten verschont. Das virtuelle Museum erinnert an Auschwitz und an den 80. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager und auf „Nie wieder ist jetzt“. Und schon faselte jemand etwas von „Gaza“ und „Kindermord“.
Mein Avatar war ausnahmsweise unbewaffnet und auch für ein Museum völlig unpassend gekleidet (der Neg Dunkelhäutige mit roten Shorts), aber ich habe mich dennoch nicht zurückhalten können und geantwortet – nach dem Motto: Heute schon einen Antisemiten verdroschen beleidigt?
Der Nachteil virtueller Museen, die nicht so riesig sind wie weiland der Zwinger in Secondlife, dass man nach einer halben Stunde alles gesehen hat. Warum sollte man also wiederkommen?
Kommentare
One Kommentar zu “Museum in Neu Magdeburg 2.0”
Schreibe einen Kommentar





























„Man bleibt natürlich auch virtuell nicht von den üblichen Idioten verschont.“
Und, lieber Admin?
Hast Du Dich JEVERteidigen können…hx?