Endangered Species

Ruine

Credits und Copyright: Alex Friedrich.

In Paraguay gewinnen die Guten

Fernando Lugo, ein linker Befreiungstheologe, wird Präsident Paraguays, melden NZZ und andere Medien. Eine boulevardeske Überschrift biete die Welt Online: “ Der rote Ex-Bischof greift nach der Macht“. Harhar. Heißt es bei Springers demnächst „Rot-Paraguay“? Wer dazu etwas im Original lesen will: ABC Digital berichtet.

Mehr Rechtsunsicherheit

Ein Artikel vom mir auf Telepolis: „Schon wieder ein neues Gesetz gegen den Terrorismus: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries will die bestehenden Anti-Terror-Paragrafen weiter verschärfen. Neu im Katalog: Sperrung von Websites, juristische Sanktionen für böse Absichten sowie Haftstrafen für die Verbreitung chemischer und physikalischer Formeln.“

Want some fun?

girl

Ich muss heute drei (!) Artikel schreiben und bin mit dem Buchmanuskript auch noch nicht fertig. Mit dem ausführlichen Bloggen wird das also nichts, zumal auch noch heute Nachmittag ein Spaziergang mit Gattin und Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch zuzüglich Kaffee und Kuchen bei Mom and Dad angesagt sind, die in unmittelbarer Nachbarschaft von Joschka Fischer wohnen. Ob das heute alles so funny wird, weiß ich noch nicht.

Burks zum ersten Mal in Berlin

1968

Burks (links) zum ersten Mal in Berlin, zusammen mit dem (Mitte) und dem (rechts). Wir schreiben das Jahr 1968 (oder war es 1969?)…

Blinzelndes Tölchen

Ajax

Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch kennt das schon mit dem komischen Fotografieren und blinzelt nur gelangweilt in die Kamera.

Gysi zu Israel und zur Staatsraison

Spiegel Online: Greogor Gysi „hat am Montag auf einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung dem Staat Israel „herzlich“ zum 60. Jahrestag seiner Gründung gratuliert und sich wie keiner seiner Genossen zuvor zur deutschen Verantwortung für Israel bekannt. 16 Seiten lang ist Gysis Rede, die nun schriftlich vorliegt – und sie markiert für die Linke einen kompletten Perspektivenwechsel auf Israel.“

Schön – und wo ist der Link auf diese Rede? Auch die taz kriegt das in ihrem Beitrag zum thema nicht hin. Die werden es nie lernen….

Gysi im Original: (…) „Antiimperialismus und Antizionismus treten nun nicht zufällig in Mischverhältnisse. Als ‚Antiimperialismus‘ noch den sozialistisch-revolutionär motivierten Kern aufwies, konnte da nicht viel vermischt werden. In dem Augenblick aber, in dem die machtpolitische Komponente des Antiimperialismusbegriffs in den Vordergrund trat und der Staat Israel sich im Rahmen der Ost-West-Konfrontation an der Seite der USA einfand, war scheinbar folgerichtig, dass auch Israel als imperialistischer Staat interpretiert wurde. (…) Ich würde stattdessen ganz dezidiert darauf bestehen wollen, dass alte linke Vorlieben, immer schon im Voraus genau zu wissen, wer prinzipiell der Gute und wer ebenso prinzipiell der Böse ist, endlich hinter uns gelassen werden müssen. (…) Ich halte den Gebrauch des Ausdrucks Staatsräson schon für statthaft – einfach als Anerkennung dessen, dass es Vorrangregelungen in der Abwägung von Rechtsgütern gibt, die beeindruckt sind von den tatsächlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen in einer Gesellschaft. Aber da es immer auch Macht- und Herrschaftsverhältnisse sind, die innerhalb von Rechts- und Staatsordnungen institutionell geronnen sind, ist ein kritischer Gebrauch des Begriffs der Staatsräson angebracht.“

Er würde bestehen wollen – nun gut, man kann nicht alles haben. „Der Antizionismus kann, soviel folgt meiner Meinung nach aus dem bisher Gesagten schon, für die Linke insgesamt, für die Partei DIE LINKE im Besonderen, keine vertretbare Position sein, zumindest nicht mehr sein.“

Einige gute Gedanken und, was Israel angeht, Selbstverständliches. Aber Gysis Idee einer „linken“ Staatsraison halte ich für abwegig. Ich habe nur gerade keine Zeit, darüber mehr nachzudenken.

Auf hoher See

Boot

Burks auf dem Weg nach Helgoland am 31. Mai 1978 auf der M.S. „Roland von Bremen“.

Freiheitskampf im Netz

Freiheitskampf im Netz – ganz wunderbarer Kommentar von Kai Biermann in ZEIT online: „Es geht bei der Onlinedurchsuchung nicht darum, ein wirksames Instrument für Strafermittler zu schaffen. Das ist nach der Einigung von Innenminister Wolfgang Schäuble und Justizministerin Brigitte Zypries nun offensichtlich. Es geht um Abschreckung. Und es geht auf der anderen Seite darum, dass die demokratische Gesellschaft sich ihre Freiheiten und Rechte im Zeitalter des Internets neu erkämpfen muss.“

Bubbles

Bubbles

Credits und Copyright: Alex Friedrich.

Schäuble: Entwurf für Online-Razzien sei verfassungsgemäß

Heise.de: „Schäuble: Entwurf für Online-Razzien ist verfassungsgemäß“. Nein, falsches Deutsch: Die indirekte Rede verlangt nach dem Konjunktiv. Es ist mitnichten so, Schäuble behauptet es nur.

Aus dem heise.de-Forum dazu:
„(…) Ein Minister erzaehlt komprimierte Scheisse, die DPA schreibt’s ab, SPON kopiert von der DPA sw. usf. Nochmal zum Mitlesen: Der Grosse Lauschangriff ist mit Urteil des BVerfG vom 03.03.2004 gekippt worden. Das Urteil musste bis zum 30. Juni 2005 in einem neuen Gesetz umgesetzt worden sein (ist bisher nicht passiert). Solange der Gesetzgeber nicht gehandelt hat, muss die Polizei das Urteil des Bundesverfassungsgerichts umsetzen.
In diesem Urteil ist *ausdruecklich* von der akustischen – nicht optischen – Wohnraumueberwachung die Rede: Der Einsatz von Video-Kameras in privaten Wohnraeumen ist somit nicht zulaessig. (…)“
[Link zum Urteil, Aktenzeichen: 1 BvR 2378/98, 1 BvR 1084/99]

Verärgerte Politiker, Medien und Journalisten, revisited

Spiegel Online („Heute in den Feuilletons“): „Bei Telepolis berichtet Burkhard Schröder wie Zeit online die Freie Mitarbeiterin Susanne Härpfer fallen ließ, weil sich der SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy bei der Chefredakton der „Zeit“ über sie beschwert hatte.“ (Kommata im Original)

Ich frage mich, warum das unter der Rubrik „Aus den Blogs, 17.04.2008“ steht? Edathy bezeichnete Telepolis als „privates Forum“, und Spiegel Online macht das Online-Magazin jetzt zu einem „Blog.“ Online-Magazin! Hört ihr? Online-Magazin!

Glatzen in Groß-Kotzenroda

Kölner Stadt-Anzeiger (15.04.2008): „Den ‚Tagesthemen‘ wird jetzt Boulevardjournalismus zur Last gelegt. (…) Die ‚Tagesthemen‘ ließen die Familie sprechen und zeigten die Reaktionen im Ort – ein solider Bericht. Im Vorspann jedoch wurde der Beitrag mit den Worten angekündigt: ‚Rechter Terror: Neonazis vertreiben Pfarrersfamilie.‘ Genauso war in der ‚Tagesschau‘ knapp drei Stunden zuvor auf den Film hingewiesen worden. Hinter Moderator Tom Buhrow hatte die Regie zudem Hinterköpfe von Skinheads eingeblendet. Eine falsche, effektheischende Zuspitzung der Dinge. Denn von Neonazis war nie die Rede, auch bei Neuschäfers nicht. Im Gegenteil: Folgt man den Betroffenen, dann ist das, was sie erlebten, der Beweis dafür, dass Fremdenfeindlichkeit aus der Mitte der Gesellschaft kommt – nicht allein von irgendwelchen Glatzen.“

Die Sendung hieß: „Eine Pfarrersfamilie auf der Flucht“, von Eva Altmann, MDR [tagesthemen 23:00 Uhr, 10.04.2008].

Mich wundert das gar nicht, obwohl eine „Anzeige gegen die ARD wegen Verleumdung und Volksverhetzung“ lächerlich ist. „Terror“ wird so inflationär benutzt, dass der Begriff kaum noch etwas aussagt. Natürlich ist ein solcher Bericht wie der des MDR pädagogisch wertvoll gemeint und Moraltheologie. Eben deshalb schauen nur die hin, die entweder darin vorkommen oder ohnehin schon die Guten sind. Reportagen über den so genannten „Rechtsextremismus“ haben immer ein ähnliches Muster, seit 20 Jahren. Man hat alles schon einmal in diversen Varianten gehört, wie beim Thema Drogen auch. Deshalb sind Journalisten versucht, immer lauter gegen die sich schnell einstellende Langeweile anzuschreien, um überhaupt noch Gehör zu finden. Das gilt auch für Bilder. Otto Normalverbraucher macht nichts her, auch wenn er rassistische Sprüche klopft. Also muss wieder die Glatze daran glauben, die mit dem Thema „Neonazis“ inhaltlich und politisch nicht viel zu tun hat.

Man müsste anarchistsich vorgehen: Irgendeinen fünf Jahre alten Bericht mit ader gewohnten alarmistischen Attitude über das Thema heute einfach noch einmal ausstrahlen und nur das Datum und verschwinden lassen und für den Ort einen Fantasienamen einsetzen – Klein-Kleckersdort, Groß-Kotzenroda oder so. Das wird kaum jemandem auffallen. Wetten dass?

Krach | Knurps

Ajax

Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch kaut begeistert einen Knochen.

Verärgerte Politiker, Medien und Journalisten, reloaded

Wolfgang Blau, Chefredakteur ZEIT online, hat auf meinen Telepolis-Artikel („Verärgerte Politiker, Medien und Journalisten“) „in eigener Sache“ und „im Namen der Redaktion“ geantwortet: „Die Darstellung von Burkhard Schröder, wonach unsere Zusammenarbeit mit Frau Härpfer aufgrund politischen Drucks beendet worden sei, ist haltlos.“ Soso. Aber die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser werden sich ihr eigenes Bild machen wollen und können.

Auch Sebastian Edathy hat sich noch einmal geäußert: „Wenn aus dem Vorgang nunmehr gewissermaßen verschwörungstheoretisch abgeleitet wird, ein Bundestagsabgeordneter wolle sich einer unliebsamen Journalistin entledigen, so ist das Unfug.“

No Country for Old Men

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Gestern war ich mit meiner Lieblingsfreundin in „No Country for Old Men“ (2007). Der Film ist eine sehenswerte Metapher über Gewalt in der US-amerikanischen Gesellschaft der 80-er Jahre. Ich kann ihn empfehlen, obwohl der Plot dramaturgisch völlig misslungen ist und der abrupte Schluss sehr irritiert.

Drei Viertel des Films wird der „Held“ von einem Killer gejagt, weil er durch Zufall einen Geldkoffer mit zwei Millionen Dollar gefunden hat. Dieser Teil der Story ist ultraspannend, die lakonischen Sätze der Darsteller eines Chandler würdig („Vielleicht fressen Coyoten keine Mexikaner“), die Atmosphäre dicht, die Gewaltorgien sparsam erzählt – das alles ist im Vergleich zu anderen Filmen ein Meisterwerk. Der Regisseur konnte sich aber nicht entscheiden, ob er Tommy Lee Jones als Sheriff zum Helden machen sollte – aus seiner Perspektive ist die Story erzählt -, oder Josh Brolin, den Gejagten, der selbst auch zum Jäger des Killers wird.

„No Country for Old Men“ ist ein echter Männer- und Gängsterfilm, in dem nur wenige Frauen in ihren klassischen Rollen vorkommen. Er hätte auch gut in den 40-er Jahren in Chicago spielen können. Die interessanteste Ebene jenseits der Geschichte war für mich die der „Regeln“ einer Gesellschaft. Der Killer lässt seine Opfer, die er zum Teil willkürlich auswählt, eine Münze werfen, die über ihren Tod oder ihr Leben entscheidet. Sein letztes Opfer weigert sich und sagt: Er müsse das selbst entscheiden – was ihn ein bisschen irritiert. Darüber lohnt es sich zu sinnieren: Was ist, wenn jemand sich seine eigenen Regeln macht? Das ist vermutlich eine Illusion – auch für einen seelenlosen Psychopathen und Mörder.

Fazit: Mit Einschränkungen sehenswert, aber nichts für zarte Seelchen.

Striptease

Striptease

Gogo-Girl in einem Sex-Club in Second Life.

Onlinedurchsuchung kommt nicht

Ich muss der Verschwörungstheorie von ZEIT online widersprechen. Die Online-Durchsuchung kommt nicht. Aber da ich gerade bei der Endredaktion des Buchmanuskripts zum Thema bin, habe ich keine Zeit, dazu jetzt schon mehr zu sagen.

Verärgerte Politiker, Medien und Journalisten

Ein Artikel von mir auf Telepolis: „Zeit Online will einer freie Journalistin keine Aufträge mehr erteilen, weil sich ein Bundestagsabgeordneter über sie beschwert hatte. Ein Lehrstück über ungeschriebene Gesetze, die das Verhältnis zwischen Politikern und Journalisten (nicht) regeln“.

Gleisdreieck by Night, revisited

Gleisdreieck

Credits und Copyright: Alex Friedrich.

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