Border Crossings

Border Crossings

Vorgestern war ich im Osten, im Kino Babylon. Aus der Ankündigung des Events: „Kino Babylon presents Checkpoint – their first joint Palastinian-Israeli film festival, marking the 60th anniversary of the founding of the Israeli state. Over a dozen films from both sides of the conflict witness the violence, its effect on the wider population, and opportunities for peace and understanding.“ Man gab Szenen eines Theaterstücks, das sich mit dem Konflikt Israelis vs. Palästinenser beschäftigte. Laien-Schauspieler lasen, die französischen Regisseure stellten sich den Fragen des Publikums. Es war intellektuell, kosmopolisch, man parlierte in englisch, deutsch, französisch, hebräisch und arabisch – kurzum: Es war irreal.

In Wahrheit bin ich nur dort hingegangen, um den Ehrengast zu begrüßen und zu treffen, eine alte Bekannte, die ich seit 32 Jahren nicht mehr gesehen hatte: Amira Hass, eine jüdisch-israelische Journalistin, die für die Haaretz arbeitet und in Ramallah lebt. Mit Amira habe ich in den Siebzigern kurz in einer Wohngemeinschaft in Berlin-Charlottenburg zusammengelebt. Wir haben uns gleich erkannt. Ihre beiden Eltern haben Bergen-Belsen überlebt. Amira steht zwischen allen Fronten und berichtet von dort. Das imponierte mir schon immer.

Am Rande erfuhr man interessante Details: Die Mehrheit der Palästinenser spricht auch Hebräisch: die Arbeiter, die in israelischen Firmen angestellt waren oder sind, weil ihnen das nützt, und die politischen Aktivisten lernen es im Knast. Der „Held“ des Theaterstücks ist ein „combattant“ der PFLP, den Amira oft und lange interviewt hat. Damals hatte „die Organisation“, wie sie genannt wird, Handys in das Gefängnis geschmuggelt. Im übrigen, so Amira Hass, dürfe man sich israelische Knäste nicht als „island of injustice“ vorstellen, das Niveau, die Menschenrechte betreffend, sei vergleichbar mit Schweden. Der französische Regisseur, dessen Namen ich nicht notiert habe, sagte, in französischen Gefängnissen gehe es vermutlich gewalttätiger zu als in denen Israels. In Israel wird gefoltert, andererseits sind die Gefangenen in der Lage, sich Rechte zu erkämpfen, zum Beispiel Bücher lesen zu dürfen, wovon Gefangene in Syrien zum Beispiel „not even dream about“. Amira hatte dem „Helden“ des Theaterstücks die Bücher von Raul Hilberg ins Gefängnis geschickt, wer der sich dafür interesisserte – die wollte man ihm im Knast zunächst nicht aushändigen.

Auf meine Frage, wie sich Aktivisten der traditionellen Organisationen der Palästinenser wie Fatah und PFLP und die der Hamas unterschieden: Jugendliche schlössen sich eher der Hamas an, diese sei aber weniger organsiert, auch hätten deren Aktivisten nicht das politische Bewusstsein der Älteren.

Interessant war auch das Thema Presse: Die palästinensische Presse übernimmt Artikel aus israelischen Zeitungen und anderen Medien, und natürlich ist das israelische Fernsehen überall zu empfangen und wird auch gesehen. Die palästinensischen Medien seien aber durchweg schlechter, weil diese nicht kritisch über die eigene Führung berichteten. Auch gebe es wenig Blogger, die die palästinensische Sicht verbreiteten.

Eine These Amiras fand ich besonders diskussionswürdig. „Repression works“, meinte sie, es gebe kaum eine Chance auf Veränderungen, und bei der israelischen Unterdrückung der Palästinenser handele es sich um eine „smart repression“.

Karneval der Dingsbums

Kulturen

Gestern war ich rund zehn Minuten auf dem sogenannten Karneval der Kulturen. Mit dem Ereignis ist es so wie mit einer Website „gegen Rechts“: Alle jubeln, Kritik ist verboten und gilt als Querulantentum. Ich lasse mich aber nicht in den Massenfroh- und Wahnsinn zwangskollektivieren, zumal äußerstes Misstrauen angesagt ist, wenn der Deutsche an sich „Kultur“ zelebriert oder gar „Multikultur„.

Zum Inhalt habe ich vor vier Jahren in einem Telepolis-Artikel alles gesagt, war mir einfällt: „Kultur wird zur Folklore umgemodelt, gut gemeintes Völkisches zu Kommerz und die Deutschen verweisen die Einwanderer an den unpolitischen Katzentisch in der Gesellschaft.“

Um das zu bestätigen, war gestern die erste Tanzgruppe, die mir begegnete, die Hare-Krishna-Sekte, mit eigenem Wagen und Mantras grölend. Die Sektion Vollmeise also. Kurz darauf kam ein tamilischer Verein, der den Liberation Tigers of Tamil Eelam nahestehen soll – immerhin die einzige Guerilla der Welt mit eigener Marine. Das ist also „Kultur“.

Auf diesen Karneval kann ich verzichten, auch auf die zahlreichen verkleideten Deutschen, die meinen, dass sie für kurze Zeit zu den „Negern“ und deren „Kultur“ gehörten, wenn sie ein Bananenröckchen tragen. Anschließend können sie dann wieder Sex-Reisen nach Jamaica und Kuba (Frauen) und nach Thailand (Männer) unternehmen – im Sinne des ganzheitlichen kulturellen Austausches.

Nur leichte Verwüstungen

Spiegel online heute: „Der Wirbelsturm Nargis war am Samstag mit 190 Kilometern pro Stunde über das südostasiatische Land hinweggerast und hatte schwerste Verwüstungen angerichtet.“ Das erinnert mich wieder an meinen Sprachgott Wolf Schneider, der mir mit „Deutsch für Profis“ das Schreiben beigebracht hat. „Schwere Verwüstungen“ gibt es nicht, weil „Verwüstungen“ suggeriert, etwas Blühendes und Fruchtbares (zum Beispiel das Beitrittsgebiet) werde zu einer Wüste gemacht. Das ung ist auch verkehrt. Der Wirbelsturm Dingsbums war am Samstag mit 190 Kilometern pro Stunde über das südostasiatische Land gerast und hatte das Land verwüstet.“ Das Verb „hinwegrasen“ kenne ich auch nicht. Nun gut, der Einwand ist nur für Kaltduscher und sprachliche Spartaner…

Michael Shrieve revisited

Musik-Tipp of the day: Der beste Schlagzeuger aller Zeiten – Michael Shrieves Performance in Kyoto 1973.

Hungert sie aus!

Die FAZ über Literaturförderung: „Warum aber erlebt die Literatur unter diesen paradiesischen Umständen keine ungekannte Blüte? Warum im Gegenteil diese Verschnarchtheit? Warum so viel Historisches und Unentschiedenes, so viel Impressionismus und Selbstbeschau? Weil ein Hindernis jeden Zug ins Große verhindert: die Subventionsmaschinerie selbst. Zutraulich geworden durch regelmäßige Fütterung, scheint der Literatur sogar das Bewusstsein dafür abhandengekommen zu sein, dass ihre innere Natur nicht die des Haustiers ist, sondern die der Bestie.“

Das beschreibt übrigens auch den Unterschied zwischen festen (mit öffentlich-rechtlichem Tunnelblick) und freien JournalistInnen. SCNR.

Soul Sacrifice: Michael Shrieve

Musik-Tipp of the day: Michael Shrieves Schlagzeug-Performance mit Santana – Soul Sacrifice (Woodstock 1969).

No Country for Old Men

movie

Gestern war ich mit meiner Lieblingsfreundin in „No Country for Old Men“ (2007). Der Film ist eine sehenswerte Metapher über Gewalt in der US-amerikanischen Gesellschaft der 80-er Jahre. Ich kann ihn empfehlen, obwohl der Plot dramaturgisch völlig misslungen ist und der abrupte Schluss sehr irritiert.

Drei Viertel des Films wird der „Held“ von einem Killer gejagt, weil er durch Zufall einen Geldkoffer mit zwei Millionen Dollar gefunden hat. Dieser Teil der Story ist ultraspannend, die lakonischen Sätze der Darsteller eines Chandler würdig („Vielleicht fressen Coyoten keine Mexikaner“), die Atmosphäre dicht, die Gewaltorgien sparsam erzählt – das alles ist im Vergleich zu anderen Filmen ein Meisterwerk. Der Regisseur konnte sich aber nicht entscheiden, ob er Tommy Lee Jones als Sheriff zum Helden machen sollte – aus seiner Perspektive ist die Story erzählt -, oder Josh Brolin, den Gejagten, der selbst auch zum Jäger des Killers wird.

„No Country for Old Men“ ist ein echter Männer- und Gängsterfilm, in dem nur wenige Frauen in ihren klassischen Rollen vorkommen. Er hätte auch gut in den 40-er Jahren in Chicago spielen können. Die interessanteste Ebene jenseits der Geschichte war für mich die der „Regeln“ einer Gesellschaft. Der Killer lässt seine Opfer, die er zum Teil willkürlich auswählt, eine Münze werfen, die über ihren Tod oder ihr Leben entscheidet. Sein letztes Opfer weigert sich und sagt: Er müsse das selbst entscheiden – was ihn ein bisschen irritiert. Darüber lohnt es sich zu sinnieren: Was ist, wenn jemand sich seine eigenen Regeln macht? Das ist vermutlich eine Illusion – auch für einen seelenlosen Psychopathen und Mörder.

Fazit: Mit Einschränkungen sehenswert, aber nichts für zarte Seelchen.

Manga, Mädchen, Mohammed

Dieser Artikel von mir erschien am 30.03.2008 auf Telepolis.

Für alles und alle Arten von Menschen gibt es Online-Communities. Nur die Cartoonisten hatten noch keine Plattform. In Berlin gründeten sich gleich zwei konkurrierende Cartoon-Portale.

Toonpool

Toonpool ist international, professionell und in englischer Sprache. ToonsUp, eine noch sehr kleine „freie Künstler-Community“, verweigert sich dem Kommerz und kann nur mit dem Kuschelfaktor punkten. Der ästhetische Spagat ist bei beiden groß: Auch Hobby-Cartoonisten können ihre Werke hochladen, nicht immer zum Amüsement aller. Der stern-Karikaturist Til Mette steht bei Toonpool gleichberechtigt neben der Mangaka Inga Steinmetz (www.the-wired.de/). Ein „Herren-Gliedpflegeset“ von Bernd Pohlenz ist nur wenige Mausklicks entfernt vom „blowjob“ des Berliner Hobby-Cartoonisten „shin kazama“. Bei ToonsUp geht es hingegen eher betulich zur Sache; selbst die „Die sieben Todsünden“ des Nutzers „Waterwing“ würden keinen Katholiken aufregen.

Toonsup

Cartoons sind ein Nischenprodukt; wer relevante Zugriffszahlen und Nutzer haben will, kommt also an Mangas – in Japan Massenware und Teil der Popkultur – nicht vorbei. Der europäische Polit-Cartoon in der Tradition des französische Malers und Bildhauers Honoré Daumier und die Mangas, die in Europa eher Jugendliche ansprechen und sich künstlerisch auf Osamu Tezuka berufen, passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Nur wenigen Künstlern gelingt es, beides im Blick zu haben.

Glamour-Girl bei Toonpool ist Marie Sann, 22, eine der begabtesten deutschen Nachwuchszeichnerinnen. Die Berliner Grafikdesign-Studentin mit dem Henna-Haar und dem professionellen Starlet-Lächeln weiß sich geschickt zu vermarkten: Ein eigenes Blog mit Fan-Gemeinde und ein Online-Shop gehören dazu, die Präsenz bei allen Veranstaltungen der Manga-Szene, und ein überraschend weites künstlerisches Spektrum zwischen klassischer Zeichnung und Comic-Art. Aber erst Toonpool konnte den Geschmack der Nutzer realistisch abbilden. Das Portal hat vergleichbare Features wie die Foto-Community Flickr: Die Nutzer bewerten, kommentieren, legen Favoriten an – und der Betreiber freut sich über die entstandenen Profile. Es verwundert nicht, dass das meistgesehende Bild Sanns ein Mädchen im Dirndl und mit Bierkrügen ist, aber im „Kindchen-Schema“ der Manga-Tradition gezeichnet. Die Tags sind vielsagend: „manga woman girl oktoberfest bayern“.

Marie Sann

Warum wirkt also ein Manga-Mädchen, das entfernt an „Heidi“ erinnert, aber auch in einen japanischen Comic passte, so originell und „attraktiv“? In diesem Fall durch zwei Faktoren: Zwei Stilformen greifen ineinander, die nicht unterschiedlicher hätten sein können: Das typisch deutsche Klischee des Dirndl-Mädchens wird ironisch durch die „triviale“ und popkulturelle Manga-Tradition gebrochen. Es wächst zusammen, was nicht zusammengehört. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass die Künstlerin das vorher theoretisch so konzipiert hat. Marie Sann steht für eine Generation von Cartoonisten, die auf eine solide Ausbildung nach europäischer Kunst-Tradition aufbaut, aber andererseits – durch den Massengeschmack der Manga-Teenies gefordert – ganz neue zeichnerische Elemente experimentell einbauen kann – und muss.

Osamu Tezuka war der erste Mangaka, der das „Kindchen-Schema“ mit den großen Augen benutzte. Dieser Stil gilt heute als prägend für japanische Mangas. Das Muster hat sich in Europa trotz einiger Vorläufer erst in den letzten zehn Jahren verbreitet, in Frankreich und Spanien eher als in Deutschland. Die Anime-Filme von Katsuhiro Otomo sind mittlerweile auch dem hiesigen Publikum bekannt.

Die europäische Tradition hat diesen Stil im Cartoon und im Comic eigenständig hervorgebracht – auch ohne den Einfluss von Walt Disney. „Sindbad der Seefahrer“ als Teil des Zyklus „Märchen der Völker“ wurde von Stefan Mart schon in den dreißiger Jahren als Comic gezeichnet. Über den Künstler weiß man so gut wie nichts, fest steht nur, dass er Generationen deutscher Cartoonisten beeinflusst hat. Im Gegensatz zur US-amerikanischen Tradition – zum Beispiel Captain Future aus den vierziger Jahren, verzichtete Mart weitgehend auf das Kindchen-Schema und zeichnete eher „realistisch“.

Marie Sann

Die Stilelemente des modernen Manga eröffnen der europäischen Tradition eine neue Tür: Das Kindchen-Schema spricht sowohl Erwachsene an, die mit Cartoons Satire, Humor und Karikatur verbinden, auch ernsthaften politischen Anspruch, als auch Jugendliche, die die Geschichten und Figuren benutzen, um sich damit zu identifizieren. Nicht zufällig gibt es in Japan geschlechterspezifische Mangas: Shōjo-Manga werden speziell für heranwachsende Mädchen im Alter von circa sechs bis achtzehn Jahren gezeichnet werden, Shōnen sind mehr action-orientiert und wenden sich an Jungen.

Der Cartoon – auf Karton – war ursprünglich das „Gemälde“ von Zeichner, die zu arm waren, um sich Leinwand leisten zu können. In Deutschland verbindet man mit Cartoons vor allem Polit-Satire oder humoristische Milieu-Studien – von den legendären Magazinen Kladderadatsch und Simplicissimus aus dem 19. Jahrhundert über die Pardon aus den sechziger Jahren bis zur heutigen Titanic und dem Eulenspiegel.

In England und den USA hat sich der Cartoon auch in den klassischen Medien etabliert. In Deutschland haben nur wenige Zeichner internationalen Erfolge, Uli Stein ist der bekannteste. Von ihrer Arbeit leben können nur wenige, Bernd Pohlenz, einer der Gründer von toonpool.com, gehört dazu. Ronald Markwordt, der ToonsUp initiiert hat, ist in der Star-Wars-Fangemeinde als Zeichner eine Größe, aber in Mainstream-Medien eher unbekannt.

Spannend wird es, wenn Cartoonisten aus unterschiedlichen Kulturen ihren Humor und ihr Politikverständnis aufeinanderprallen lassen. Der brasilianische Zeichner Marcelo Rampazzo etwa hat bei Toonpool ein Mohammed-Cartoon (272 virgins“) veröffentlicht, das den berühmt-berüchtigen Karikaturen der dänischen Zeitung Yllands-Posten in nichts nachsteht und den Betreibern des Portals ein paar Schweißperlen auf die Stirn zauberte. Die gesammelten Islam-Cartoons werden auch nicht jedem gefallen. Karl Hermann, einer der Macher von Toonpool, Ex-Chefredakteur des Berliner Stadtmagazins Tip, sagt: „Zensiert wird nicht“. Näheres regeln die allgemeinen Nutzungsbedingungen im Kleingedruckten.

Von Zensur kann der afghanische Zeichner Atiqullah Shahid erzählen, der jetzt im schweizerischen Luzern lebt. Shahid hat wie auch zahlreichen andere Künstlern aus Ländern der Dritten Welt am umstrittenen Karikatur-Wettbewerb „About Danish Cartoons and Holocaust“ teilgenommen. Die Cartoons wurden 2006 im Museum für Zeitgenössische Kunst in Teheran ausgestellt und galten als „Retourkutsche“ auf die angeblich nur „einseitige“ Toleranz der westlichen Kultur. In Afghanistan darf Shadid nichts mehr veröffentlichen, aber jede Afghane mit Internet-Anschluss kann sich seine Cartoons bei Toonpool ansehen.

Cartoons haben Zukunft: Je größer das weltweite Publikum durch das Internet wird, um so mehr müssen politische Aussagen über alle kulturelle Grenzen hinweg verstanden werden. Bilder sagen mehr als Worte – eine visualisierte These wird eher wahrgenommen als lange Traktate.

Was verwundert ist eher, dass ausgerechnet die Deutschen mit ihrer ausgeprägten und immer noch aktuellen Tradition der Zensur auf die Idee kamen, Cartoonisten weltweit zusammenzuführen. Zur Internet-Kultur haben sie außer dem „Disclaimer“, der „Internet-Meldestelle“ und der „Bielefeld-Verschwörung“ nicht viel beigetragen. Afghanische Cartoons zu hosten, ist aber vermutlich immer noch besser für die Weltkultur als die Opium-Kulturen am Kindukusch zu bewachen.

Manga, Mädchen, Mohammed

Ein Artikel von mir auf Telepolis: „Manga, Mädchen, Mohammed – Für alles und alle Arten von Menschen gibt es Online-Communities. Nur die Cartoonisten hatten noch keine Plattform. In Berlin gründeten sich gleich zwei konkurrierende Cartoon-Portale.“

Engelhardt: Schrott

Ajax

Wie ich hier am 17.01 schon schrieb, habe ich „Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde“ von Raoul Schrott gelesen. Ich kann das Buch nicht empfehlen. Die Freue Universität hat eine Linksammlung über den Autor zusammengestellt, u.a. mit Rezensionen zum Buch. Mir gefällt die von Jochen Jung in der Zeit am besten: „Die Insel der Frau des Kartografen“. „Denken Sie sich einen, der einen Roman schreiben will, einen großen, besonderen, überraschenden. Den die Unruhe, die ihn seit langem umtreibt und nicht immer nur glücklich macht, dazu zwingt, etwas herzugeben. Er konzentriert sich auf einen Punkt, eine Insel, die extremste, Tristan da Cunha, 37 Grad südlicher Breite, 12 Grad westlich, ziemlich genau zwischen Buenos Aires und Kapstadt. Wollen Sie da hin? Okay, aber auch bleiben?“ (Nein, aber ich wünsche mir auch bei Zeit Online ein paar Links ins weltweite Netz, sonst sollte man sich nicht „online“ nennen.)

Ich habe die letzten 100 Seiten nicht mehr gelesen, es war mir schlicht zu langweilig und auch zu undurchschaubar. Ja, meinen Wortschatz habe ich erweitern können, obwohl der schon recht groß ist, und ich habe mich über die abgelegenste Insel der Welt näher informiert. Mehr aber auch nicht, das Buch hat mich nicht berührt. Schrott ist ein Sprachjongleur und beherrscht die Liturgie eines wuchtigen Romans perfekt. Aber er erzählt so, wie ein Weißer den Blues spielt – es fehlt das Herzblut.

Meine Mutter hat mir neulich ein Buch in die Hand gedrückt, das sie irgendwo gefunden hat – ich habe es in meiner Jugendzeit gelesen und seitdem vergessen – Ingeborg Engelhardt: „Dunkles Glas und Fisch in der Lampe (Sigbert Mohn, Gütersloh 1963)“. Ich habe es noch mal gelesen, in zwei Tagen. Welch ein grauenhaftes Machwerk! Es ist zwar flüssig erzählt, hat auch einen Plot, der einen Trivialroman gut füllen würde, ist aber durchtränkt von christlicher Propaganda wie Ben Hur. Den Helden, Sohn eine Glasermeisters, verschlägt es mit zwei Sklaven, die ein dunkles Betriebsgeheimnis hüten, ins antike Köln aka Colonia Agrippina.

Wikipedia über Engelhardt: „Um ihre Romane authentisch und anschaulich gestalten zu können, war für Engelhardt eine kritische Sichtung der Quellensituation und die Erkundung der jeweiligen Heimatgeschichte obligatorisch; zudem hat sie nicht wenige Handlungsstätten ihrer Erzählungen eigens bereist. So kommt es, dass in ihren Büchern, bei aller reich entfalteten Phantasie, außer den allgemeinen historiographischen Fakten oftmals auch die kulturellen und sozialen Details des historischen Alltags recht stimmig sind.“ Ja, das ist auch mein Anspruch. Soweit, so gut.

Sigbert Mohn ist der ältere Bruder des Bertelsmann-Chefs Reinhard Mohn. In Gütersloh bei Bertelsmann frömmelte man schon immer, und das Buch Engelhardts trieft nur so davon. Igitt. Das wirkt heute auf mich die wie die christlichen Tiraden in Karl May. Fazit: Auch nicht an die eigenen Kinder verschenken, wenn es einem bei einer Wohnungsauflösung oder antiquarisch in die Finger fällt.

Ten Years After – I’m Going Home (live Woodstock ’69)

Wirklich gute Musik… gab es nur in den 60-ern!!!!

Chantel McGregor: Rock on Baby!

Chantel McGreogor

From: burks@burks.de
To: chantel@chantelmcgregor.com
Sent: Monday, March 17, 2008 1:08 PM
Subject: Germany
Hi lady, we need you urgent on tour in Germany! Please! :-)
Greetz from Berlin
BurkS

From: chantel@chantelmcgregor.com
To: burks@burks.de
Sent: Monday, March 17, 2008 1:08 PM
Subject: Germany
Hi Burks,
Would love to.
Cheers,
Chantel

Jimi Hendrix und die Online-Durchsuchung

Ich schreibe gerade an unserem Büchlein und höre dabei Voodoo Child. Jimi, höheres Wesen, was hätte ich gegeben, bei diesem Konzert dabei gewesen zu sein! Normalerweise höre ich keine Musik, während ich schreibe, aber DAS ist unwiderstehlich. „Wow thats what i call rock“! Leider habe ich davon keine CD. Kann mir mal jemand kurz ein mp3 rüberschieben? Wenn ich mir dagegen die geklonten Bohlen-Büblein von heute ansehe mit ihrer stromlinienförmigen akustischen Scheiße…

Gleich nach Jimi kommen Rory Gallagher [simply the best: Irish Tour 1974, habe ich damals 1000 Mal gehört…] und Chantel McGregor – zum Glück lebt die ja noch.

Schönheitsfern

Helmut Lorscheid in Telepolis: (K)eine Ampel gegen Fehlernährung – Deutsche Kinder sind zu dick. Das ist nicht neu. Dass Kinder von bildungsfernen Eltern dicker sind als der Nachwuchs von Bildungsbürgern ist ebenfalls bekannt.“

Ich habe angemerkt: „Bildungsfern“: früher sagte man dumm oder dämlich. Ich bin ja auch nicht „bildungsnah“ (sondern, wenn überhaupt, mitten drin in der Bildung). Bald wird eine Frau nicht mehr hässlich sein, sondern
„schönheitsfern“.

Die Erlkönigin

Lilith"

Dieser Artikel erschien am 09.06.2002 auf Telepolis. Da die meisten Links nicht mehr funktionierten, soll er hier aktualisiert noch einmal publiziert werden.

Der Erlkönig reitet wieder durch Nacht und Wind und durch die deutschen Medien. „André Ehrl-König“ ist das leicht zu enträtselnde Pseudonym für Marcel Reich-Ranicki in Martin Walsers neuem und mit Antisemitismen gespickten Roman „Tod eines Kritikers„. Und in den dürren Blättern des Feuilletons säuselt es von Herder, Goethe und „nordischer“ Mythologie, aus der die Figur des Erlkönigs angeblich stamme. Alles falsch.

Der Erlkönig treibt auch in der jüdischen Alltagsmythologie sein Unwesen, ist dort aber eine widerborstige Frau. Und die Figur beweist, dass sowohl Christentum als auch Judentum gemeinsamen Wurzeln im weiblichen Götterpantheon Alt-Mesopotamiens haben. Nur die keltischen Druiden wussten noch, wer der Erlkönig wirklich war, kommunizierten aber nur in einen Geheimsprache darüber, deren Entschlüsselung heutigen Kryptologen den Schweiß auf die Stirn treiben würde.

In Goethes Ballade aus dem Jahr 1782 fragte der verängstigte Knabe: „Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlenkönig mit Kron‘ und Schweif?“ Die Macht des Dämons scheint auch Walser fasziniert zu haben. Stephan Ripplinger wirft Walser wohl zu Recht vor, mit der Analogie „Ehrl-König“ und Reich-Ranicki dem Juden an sich zauberische und tödliche Machenschaften zu unterstellen – ein klassischer antisemitischer Topos seit dem Mittelalter. Doch warum besitzt der Erlkönig „Krone und Schweif“ und warum raubt und tötet er kleine Jungen?

Goethes „Erlkönig“ liegt eine von Herder übersetzte dänische Ballade zugrunde – Erlkönigs Tochter. Das dänische Wort heißt „Ellerkonge“ (oder „elverkonge“) und bedeutet „Elfenkönig“. Generationen von Germanisten meinen, Goethe habe sich geirrt und falsch übersetzt. Selbst die Enzyclopedia Britannica und The Oxford English Reference Dictionary behaupteten das. Falsch: Goethe wusste genau, was er schrieb und warum er den Elfenkönig oder „Elbenkönig“ zu einem König der Erlen machte.

Die Worte „Ellerkonge“ oder Elberich („rich“ bedeutet „König“) und Alberich haben dieselbe ethymologische Wurzel. Der Zwerg Alberich ist der König der Unterwelt und taucht schon im deutschen Nationalepos Das Nibelungenlied auf. Die Wurzel „alb“ bedeutet ursprünglich „weiß“ und bezeichnet die Farbe als auch „die Frucht“. Das griechische Wort „alphos“ ist der „weiße Aussatz“ (lateinisch „albula“ – von „albus, „weiß“). Ein ganzes Kapitel des Romans „Moby Dick“ von Herbert Melville über die Jagd auf den weißen Wal widmet sich der Frage, warum die Farbe Weiß unheimliche Assoziationen weckt…

Lilith"

Alphito

Das ist kein Zufall. Dieses sprachgeschichtliche Indiz verweist auf eine der ältesten Mythen des Mittelmeerraums: die Legende von der unheimlichen Göttin Alphito, der die Gerste geweiht war – „alphiton“ bedeutet Gerste. Alphito strafte in vorgriechischer Zeit die, die sie nicht mochte, mit der Hautkrankheit Lepra. Die Worte „Albtraum“ und „Albino“ (für „weiß“) wurden aus dem Namen dieser Göttin abgeleitet – auch der Flussname „Elbe.“

Sogar die Bibel berichtet verschlüsselt von Alphito: Im 3. Buch Mose, Vers 10 wird angeordnet, dass derjenige, der vom Aussatz (Lepra) geheilt wurde, einen Scheffel Gerste (im Originaltext: Gerstenmehl, bei Luther wird Semmelmehl daraus) opfern musste – ursprünglich ein Dank an die Göttin, die an der Krankheit Schuld war. Das Albdrücken ist ein Synonym für Nachtmahr, früher auch für Inkubus, also einen Dämonen.

Der römische Schriftsteller Plinius kannte noch das alte Wort „Albion“ für die „Britischen Inseln“, und der Historiker Nennius, der um 820 vor Christus die Historia Brittonnum veröffentlichte, behauptete, die Bezeichnung „Albion“ stammte von „Albina“, der Weißen Göttin der griechischen Danaiden, den legendären Vorfahren der Mykener.

Was haben aber die Elfen und die Erle gemeinsam? Der dänische „Ellerkonge“ sei in Wahrheit der altenglische Gott Bran, der „König der Erlen“, schreibt Robert von Ranke-Graves in „Die Weiße Göttin„. Des Rätsels Lösung verbirgt sich in einer uralten walisischen Sage, der Schlacht der Bäume, die von keltischen Druiden und später von Minnesängern mündlich überliefert wurde. Diese Sage schildert in verschlüsselter Form die Eroberung einen Totenstadt auf der Ebene von Salisbury während der Invasion Britanniens durch die Kelten – den Vorfahren der Gallier – in der Eisenzeit. Die Götter der Sieger und Besiegten kämpfen als Bäume gegeneinander. Nur die Eingeweihten konnten Jahrhunderte später den Sinn der Story noch entschlüsseln.

Die keltischen Druiden benutzten dazu ein Fingeralphabet: der Buchstabe F (für „fearn“, die Erle) wurde mit der Spitze des Mittelfingers angezeigt, ähnlich wie in der heutigen Taubstummensprache. Julius Cäsar, der Eroberer Britanniens, beklagte sich später darüber, dass die Druiden nichts schriftlich niederlegten, sondern mittels geheimer Zeichen miteinander redeten und dass sie, was weder er noch spätere christliche Missionare verstanden, angeblich griechische Buchstaben verwendeten. Der englische Historiker Edmund Spenser behauptete 1596, die englischen Druiden hätten ihre Buchstaben von einem Volk, das vom Mittelmeer über Spanien nach Britannien gekommen sei.

Lilith"

Lilith

Ein weiteres Indiz dafür, dass die Druiden Mythen und Götter überlieferten, die von Einwanderern aus dem Mittelmeerraum stammten, findet sich in der Romance of Taliesin. Dort tritt Gwion auf, der bekannteste Barde des keltischen Mythos. Seine Gegenspielerin ist die finstere Göttin Cerridwen, die in dreifacher Gestalt erscheint und der der keltische Kupferkessel geweiht ist. Hinter Cerridwen verbirgt sich die altgriechische Göttin Alphito: Sie überwacht die Ernte der Gerste und verwandelt sich im Kult in eine weiße, leichenfressende Sau. Das altirische und walisische Wort „cerdd“ bedeutet „weiß“ oder „Zunahme“. Und in der spanischen Sprache und Folklore lebt Alphito alias Cerridwen heute noch weiter: „cerdo“ heißt Schwein, und der „Cerdaña“ ist der berühmte Gerste- und Getreidetanz der spanischen Pyrenäen.

Nur im französischen Arles hat sich ein Mysterienspiel der dreifachen Todesgöttin erhalten. Es wird Ende Mai unter dem Titel Die drei Marien der Provence gefeiert. Dieses Ritual wurzelt in einer christianisierten Deutung vorchristlicher Grabsteine auf dem Friedhof von Alyscamps in Arles. Albert Dauzat leitet im „Dictionnaire étymologique de la langue française“ die Silbe „alys“ aus dem gallischen Wort „alisia“ ab, das in zahlreichen Ortsnamen vorkommt und in das spanische Wort für Erle – aliso – eingegangen ist.

Die Legende vom männlichen Erlen- und Elfenkönig überliefert daher eine nur noch schemenhafte Erinnerung an eine uralte weibliche weiße und dreifaltige Todesgöttin, die ursprünglich im alten Griechenland beheimatet war und deren Kult über Spanien nach England wanderte, wo Alphito alias Cerridwen ihr Geschlecht wechselte und zu Bran wurde.

Der Mythos berichtet korrekt, dass Bran Kinder in die andere Welt entführt – wie sein Alter Ego Erlkönig. Dass der Erlkönig in Wahrheit eine Frau ist und warum sie Krone und Schweif trägt wie in Goethes Gedicht, weiß auch die jüdische Mythologie. Die griechische Göttin Alphito ist viel älter – und kleine Jungen gestohlen hat sie schon immer. In Wahrheit verbirgt sich hinter Alphito Lilith, nach dem Talmud die erste Frau Adams. Lilith wurde verstoßen, weil sie sich weigerte, Adam zu gehorchen. Weil sie nicht ins Paradies zurückkehren wollte, befahl Jahwe drei Engeln, täglich einhundert ihrer Kinder zu töten. Und deshalb stiehlt sie immer noch neugeborene Babys. Die Göttin hat sich in einen weiblichen Nachtdämon verwandelt. Von Lilith ist der rachedurstige Satz überliefert:

„Know ye not that I have been created for the purpose of weakening and punishing little children, infants and babes. I have power over them from the day they are born until they are eight days old if they are boys.“

Lilith habe in der Volksmythologie lange, wirr abstehende Haare und Flügel, berichtet die altehrwürdige Encyclopaedia Judaica. Abbildungen von Lilith, die das beweisen (vgl. Fotos), sind schon aus babylonischer Zeit bekannt.

In Deutschland gibt es nur ein Zeugnis von Lilith. Der jüdische Friedhof in Grebenau am Vogelsberg zeigt ein geflügeltes Wesen mit Menschengesicht. Es handelt sich nicht um den Engel Rasiel, wie dort behauptet wird, sondern um Lilith, deren zweiter Name Meyalleleth im Buch „Sefer Rasiel„, einer rabbinischen Überlieferung, erwähnt wird. Dort werden auch die Formeln beschrieben, die Amulette enthalten müssen, um Neugeborene vor der Dämonin zu schützen. Die Krone und der Schweif des Erlkönigs sind eine volkstümliche ikonografische Verballhornung der Haare und der Flügel Liliths.

Das Computerspiel Blade kennt den Charakter „Lilith Meyalleleth“. So transportiert nicht nur Literatur, sondern auch moderne Spielkultur im Internet uralte Mythen. Man hätte Recht, wenn man „Lilith Meyalleleth“ die „Erlkönigin“ nennen würde.

[English abstract: „German Myth 9 – Goethe and the “Erlkönig” Mistranslation“]

Erotica Curiosa

Erotica

Erotica Curiosa: „des photos, des dessins, pictures and drawings“. Foto: Mike Dowson. (Danke für den Tipp beim Schockwellenreiter!)

Tomás Eloy Martínez: Der Flug der Königin

TronDas Buch „der Flug der Königin“ des argentinischen Schriftstellers Tomás Eloy Martínez habe ich rund 50 Seiten vor Schluss beiseitegelegt. Nein, ich empfehle den Roman nicht.

Ich kann mich der Rezension der Neuen Zürcher Zeitung nur anschließen: „Unausgegoren, weil ein starker Bruch die Geschichte um den Zeitungsmagnaten Dr. Camargo (eine Art fiktiver Carlos Menem) in zwei Teile schneidet, von denen der erste eine „niederschmetternde Diagnose“ der argentinischen Verhältnisse darstellen soll, und der zweite versuche, die entfesselten Figurendynamiken glaubhaft wieder einzufangen. Dabei komme einem der Autor wie ein überforderter „Zauberlehrling“ vor, der „Ungereimtheiten“ vertuschen wolle, denn seine Figuren machen alle – und mehrmals – nicht nachvollziehbare Wandlungen durch.“

Der Held ist böse, aber warum, erschließt sich dem Leser nicht – außer ziemlich abgegriffenen populärpsychologischen Spekulationen liefert der Autor nichts. Ich mag auch keine Romane, in denen der Held ein Journalist und Chefredakteur ist. Journalisten eignen sich nicht für literarische Plots.

Jetzt habe ich „Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde“ von Raoul Schrott angefangen zu lesen.

Nacht in Havanna

Buchtipp: Habe ich gerade gelesen und empfehle es wärmstens weiter: Martin Cruz Smith: Nacht in Havanna, München: Bertelsmann 1999.

Aus einer Rezension: „Nacht in Havanna ist nach dem Roman Gorki Park ein weiteres Werk, in dem der russische Ermittler Arkadi Renko mehr oder weniger einsatzfreudig seinem Spürsinn folgen darf. Vermeintlich von der russischen Botschaft nach Kuba gerufen, um seinem Landsmann und ehemaligen Gegenspieler Sergej Pribluda zu helfen, ist das Erste, was den melancholischen und unfreiwilligen Helden Arkadi Renko nach seiner Ankunft erwartet, eine in der Pinguino-Bucht schwimmende Wasserleiche. Wie Renko mehr und mehr erkennen muss, hat das kubanische Innenministerium allerdings nicht die Absicht, die Leiche eindeutig zu identifizieren. Privat von dem Tod seiner Geliebten Irina gezeichnet, und damit eher suizidgefährdet als kämpferisch, stößt Renko bei seinen „Ermittlungen“ auf Korruption, Spionage und das kubanische Leben.“

Ich war mal drei Tage in Havanna – im Jahr 1984. Jetzt hätte ich Lust, noch einmal dorthin zu reisen, um zu sehen, was alles sich geändert hat. Jineteras gab es damals noch nicht so, wie es in Cruz‘ Buch geschildert wird.

Zur Zeit lese ich Tomás Eloy Martínez: „Der Flug der Königin“.

Wem keine Ehre gebührt

„Wem keine Ehre gebührt“ – ein Artikel von mir bei Telepolis über den Streit um den Tatort „Wem Ehre gebührt“.

Die Drehbuchautorin Angelina Maccarone laut Spiegel Online: „…eine alte Unterstellung seitens der sunnitischen Muslime, die Aleviten betrieben in ihren Gemeinden Inzest, indem sie religiöse Rituale gemeinsam mit Frauen und Kindern exerzierten….dieser historische Inzest-Vorwurf sei ihr neu gewesen. Sie habe im Vorfeld sehr ausführlich recherchiert“.

Das ist vermutlich eine glatte und peinliche Lüge. Ich habe in meinem Artikel geschrieben: „Dieser Hintergrund erschließt sich jemandem, der ein Drehbuch schreibt, schon bei der Lektüre des einschlägigen Wikipedia-Artikels.“ Wikipedia nicht zu kennen – das darf man in Deutschland „ausführliche Recherche“ nennen….

Unzucht im Zusammenhang mit Minderjährigen

Drei KönigeSpiggel.de (23.12.2007): Bethlemen, Judäa. In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war. Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. [mehr…]

Ist eine olle Kamelle aus dem Usenet, aber immer noch ganz nett, wenn einem zu Weihnachten nichts einfällt…

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