Virtuelle Flotille

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Nun gut. Ich war im Kaufrausch, zum Glück nur vituell. Für eine Handvoll Lindendollar habe ich mir ein Fischerboot, ein Segelboot und ein Airboat gekauft – das sind diese flachen Geräte mit großem Propeller, die in den Everglades herumdüsen und die Krokodile aufscheuchen. Das Fischerboot tuckert niedlich vor sich hin. Und noch ein Wasserflugzeug – eine Cessna. Wenn man Kopfhörer aufsetzt, hört man Flugfunk. Es ist realistisch wie in einem Flugsimulator. So verflixt schwer ist die Cessna auch in Second Life zu fliegen. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich das Ding heil aus Wasser und zu einer Punktlandung in meinem Hafen in Cymric gezwungen habe. Den Flugsimulator habe ich vor Urzeiten noch mit Windows 3.11 gespielt. In Second Life ist das heute wesentlich realistischer. wieso sollte ich mir überhaupt so etwas als Computerspiel zulegen? In 3D kann ich, wenn ich keine Lust mehr zu fliegen habe, sofort umsteigen in mein U-Boot oder ein ein Space Shuttle.

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[Werbeblock] Die Cessna gibt es – und viele tolle Fluggeräte mehr – bei Apolon, die Boote bei Jacqueline Trudeau. [/Werbeblock]

3D-Chat

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Was ist und zu welchem Ende chatten wir in 3D? Die als Avatar attraktive Dame ist im realen Leben Veterinärmedizinerin aus Barcelona. In Second Life verdient sie ihre Lindendollar als Tänzerin in einem Sex-Club – daher auch die freizügige virtuelle Kleidung. Sie spricht fließend Catalan, Spanisch und Italienisch, Englisch jedoch nicht so gut. Ich chatte gern mit ihr – hier in meiner Weltraumstation (links) und an meinem Strand, um mein Spanisch zu trainieren. Gestern habe ich gelernt, was „impfen“ („vacunar“) und „Tollwut“ („Rabia“) heißen, weil ich ihr etwas von Tölchen, also known as Ajax vom Teufelslauch erzählt habe, und sie wissen wollte, ob es in Deutschland eine Impfpflicht gebe. Die Körperhaltung der Avatare während des Chats bedeutet nichts, sondern wird vom Script gesteuert, das sich in dem Möbelstück verbirgt, auf dem man gerade virtuell sitzt.

Pompejis Fresken 2.0

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Neulich bin ich bzw. mein Avatar in eine Villa mit altrömischen Fresken geraten. Der Eigentümer ist übrigens ein Hesse aus Frankfurt am Main, der das Grundstück neben meinem Strand in Cymric besitzt (alles nur virtuell natürlich).

Das Portrait auf der Vase (linker Screenshots ganz rechts) erinnerte mich vage an etwas. Dann dämmerte es mir: Die Fresken von Pompeji. Hach, wieder humanistisch gebildet gewesen. Aber es stimmt noch nicht ganz: Das berühmte Ehepaar, das vor knapp zwei Jahrtausenden lebte und dennoch sehr lebendig aussieht, war es nicht. Oder doch? Als ich das Bild seitenverkehrt ansah – heureka: Die Dame war es, nur eben horizontal gedreht. Schönes Rätsel. Die großen Fresken (rechter Screenshot) kenne ich nicht. Aber vielleicht die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser?

ExitReality | 3D-Browser

ExitRealityExitReality

ExitRealityExitReality

Die Zukunft des Internet ist 3D. Virtuelle Welten gibt es schon, aber alle benötigen eine eigene Zugangssoftware. Solange Suchmaschinen zum Beispiel Second Life nicht indizieren, bleiben WWW und 3D-Welten getrennt. Bis jetzt.

Die Australier haben jetzt eine – wie ich meine – revolutionäre Erfindung gemacht – 3D als Browser-Plugin. Durch einen Artikel auf msn.com wurde ich auf ExitReality aufmerksam. Von den relevanten deutschen Medien hat bisher nur Bild.de berichtet („Das begehbare Internet“). (Screenshots auf SLTalk.de) Auf dem ExitReality-Blog steht: „Now your webpage is in 3D, you can customize your 3D space with objects and themes from the ExitReality search engine, located in the Dashboard.“ Das wäre etwas Neues, obwohl das in der Vergangenheit schon mehrfach versucht wurde.

Ich musste zum Testen einen uralten Windows-Rechner aktivieren, dessen Grafikkarte knarrte und ächzte. Für Linux und Mac gibt es das Browser-Plugin nicht. Den IExplorer hatte ich auch seit Jahren nicht mehr benutzt – aber immerhin funktionierte es, wenn ich die Sicherheitseinstellungen auf Null stellte (ActiveX erlauben, Javascript erlauben undsoweiter). Bei mir lief es nicht so flüssig wie in den YouTube-Videos zu ExitReality. Der Avatar lässt sich sowohl mit der Maus als auch mit den Tasten steuern, jedoch kann man nicht mit einer Kamera herumzoomen und ihn von allen Seiten betrachten wie in Second Life. Auch sind seine Bewegungen sehr einseitig. Die Grafik erschien mir recht ordentlich und auf den ersten Blick nicht schlechter als bei Twinity.

Im Vergleich zu den Möglichkeiten von Second Life ist ExitReality aber grottenmäßig. Der Avatar hat kaum etwas zu tun. So langweilig stelle ich mir auch Googles Lively vor. Dafür funktioniert 3D jetzt nur mit dem Browser – und immerhin auch mit älterer Hardware. Das hat was. Die Schlagzeilen in internationalen Medien sind dementsprechend interessant, zum Beispiel: „ExitReality turns Web sites into 3D sandboxes“ (cnet.com).

Leider habe ich vergessen auszuprobieren, was zu sehen ist, wenn ich burks.de in 3D aufrufe. Auf der Startseite von ExitReality gibt es eine Maske zum Eingeben eines beliebigen URLs. Aber das können die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser tun und mir Screenshots schicken (vermutlich ist gar nichts zu sehen.). Falls das PlugIn mit Linux funktionierte, wäre ich der Erste, der Burks‘ Blog zu einer virtuellen Welt ausbaute. Warten wir’s ab. Vielleicht demnächst mehr in diesem Theater.

Marienkirche

MarienkircheMarienkirche

Da ich heute zum Hackeschen Markt musste, bin ich kurz in die reale Marienkirche am Alexanderplatz gegangen. Ich hatte für ein kirchliches Online-Portal eine kurze Geschichte über die virtuelle Marienkirche in Second Life und ein wissenschaftliches Projekt der Evangelischen Kirche dazu verfasst und war neugierig geworden. Die reale Marienkirche ist innen häßlich, außen jedoch viel ansehnlicher als ihr virtuelles Ebenbild.

Schleichfahrt | Danger from the Deep

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Heute habe ich eine erstklassige Entschuldigung dafür, Screenshots aus Second Life zu präsentieren, statt die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser mit hoher Politik und anderen schönen Dingen zu behelligen. Wenn ich schon Danger from the Deep auf meinem Rechner nicht zum Laufen bekomme, will ich wenigstens meinem Avatar das U-Boot-Fahren gönnen. Der sitzt in dem Submarine, steuert es und könnte, falls ein anderes U-Boot gleichen Modells auftauchte, sogar Torpedos abschießen und es versenken. Aber offenbar hat niemand außer mir in Second Life ein U-Boot, oder die schwimmen gerade auf anderen Ozeanen herum.
burks@master:~$ dangerdeep
dangerdeep: error while loading shared libraries: libSDL_net-1.2.so.0: cannot open shared object file: No such file or directory

Was schreibt mir der Entwickler (übrigens erfreulicherweise auch ein Mitglied der GPF): „Dir fehlt die libSDL. Unter Ubuntu bitte bitte mit „sudo apitude install libsdl-net“ nachinstallieren. Wahrscheinlich fehlt Dir dann libsdl-mixer ebenfalls.“
Habe ich gemacht. Hilft aber nix. Arrgh.

This way out | Die taz und Second Life

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Heute, liebe wohlwollende Leserin und lieber geneigter Leser, widmen wir uns dem Journalismus an sich, wie er nicht sein sollte und wie man ihn bei der taz studieren kann. Leider müssen wir, obwohl es für das Stammpublikum zum Erbrechen ist, wieder die berüchtigte 3D-Welt Second Life als pädagogisch wertvolles – in diesem Fall abschreckendes Beispiel nehmen. (Außerdem kann man das Thema so schön bebildern.) Anlass: Der Artikel vom 22.09.: „Pleitewelle in ‚Second Life'“. Der Autor ist Dietmar Kammerer, Kulturwissenschaftler und Filmkritiker, der auch ein kluges Buch geschrieben hat, dessen Klappentext sich interessant anhört.

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Vermutlich, und damit beginnt meine Nörgelei, besitzt er keinen Avatar und hat auch nicht in Second Life recherchiert. Der Screenshot, der seinen taz-Artikel bebildert, stammt von dpa, was uns lehrt, das niemand in der taz in der Lage war, selbst ein aussagekräftiges Bild beizusteuern. Was wiederum eine gewisse Aussagekraft hat. Und siehe da: Die taz gibt sogar zu, dass es sich beim dem Text um kein Produkt journalistischer Recherche handelt, sondern um bloßes Abschreiben aus der Wrtschaftswoche: „Philip Rosedale – Dem Second-Life-Gründer laufen die Kunden davon“, heißt es da. So kommen ohnehin die meisten Artikel zustande. Ich könnte jetzt versuchen, den taz-Text umzuschreiben und den der FAZ oder einer anderen Zeitung anzudrehen. Aber dazu bin ich zu blöd – ich bin kein Kulturwissenschaftler, sondern nur gelernter Altgermanist und blogge ein bisschen.

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„In ‚Second Life‘, dem Tummelplatz für Leute, die ihr erstes Leben lieber vor dem Rechner verbringen, hat die Pleitewelle nun Dimensionen angenommen“, schreibt Kammerer. Schön, dass man dämliche Vorurteile nicht nur am Stammtisch hört, sondern sie in einer vormals „alternativen“ Zeitung nachlesen kann. Die taz ist offenbar ein Tummelplatz für technikfeindliche Journalistik-Azubis, die ihre Texte lieber aus der Wirtschaftswoche übernehmen als die Fakten selbst zu überprüfen. Es geht munter so weiter: „Mark Kingdon, Vorsitzender des Second Life-Erfinders Linden Lab, sieht die Schuld für den massenhaften Exodus im Medienhype, der um die Web-Welt entstanden war. Für einen echten Belastungstest sei Second Life noch unausgereift. ‚Ich empfehle Geschäftsleuten, eher abzuwarten‘, vertraute er dem Focus an.“ Dem Focus. Das ist fast aktuell – der betreffende Artikel (die taz weiß nicht, was Links ins Internet sind) stammt vom 09. Juli. Auch Burks‘ Blog berichtete. Der aktuelle Anlass kann das Interview eigentlich nicht sein. Google hat die Recherche offenbar komplett ersetzt.

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„Von den weltweit 15 Millionen registrierten Nutzern besuchen nur ein Bruchteil regelmäßig die bunte Inselwelt. Die meisten User melden sich kostenlos an, sehen sich in der optisch eher reizarmen Umgebung um, kommen mit der komplizierten Steuerung nicht zurecht und verabschieden sich auf Nimmereinloggen.“ Ach ja. Haben wir das Fakten, gar eine empirische Basis? Mitnichten. Der Autor faselt einfach irgendwelchen Blödsinn, den er sich nach dem Motto „Die Welt als Wille und Vorstellung“ kulturpessimistisch zusammenerfunden hat. Ein Besuch der Website von Second Life reichte aus, um sich sachkundig zu machen, zum Beispiel in der Rubrik economic statistics: 500.000 aktive Nutzer pro Woche, insgesamt 15 Millionen Avatare (nicht Nutzer – man kann auch mehrere Avatare besitzen). Es ist auch falsch, dass nur 50 Avatare gleichzeitig an einem Ort sein können. Hätte der Autor Links zu seinen (nicht vorhandenen) Quellen gesetzt oder setzen müssen, wäre der Quatsch gleich ersichtlich. Das kommt davon, wenn man sich dem „Online-Journalismus“ störrisch und belehrungsresistent wie ein Lehrer verweigert.

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Ach ja, es gebe Konkurrenz. Die taz schafft es aber nicht, Twinity richtig zu schreiben und vergisst – nur was die Nutzerzahlen angeht – die einzigen ernst zu nehmenden Konkurrenten – Lively und HiPiHi. Was der Autor eigentlich mitteilen will und die Moral von der Geschicht‘ haben sich mir nicht erschlossen. Vielleicht musste man nur das Blatt vollkriegen. Ich empfehle: Schreibt doch beim nächsten Mal einfach aus Burks‘ Blog ab. Auch die hiesigen Screenshots dürfte die taz gratis verwenden – bei ordentlicher Quellenangabe. Dann wäre die taz beim Thema Second Life nicht mehr so optisch und faktisch reizarm.

Screenshots: „Orientation Island“ von Linden Lab in Second Life (1,2), die SIM Cymric (Burks‘ kleines Dampfboot vor der Küste, Mitte, und Burks‘ Strand beim Sonnenaufgang, unten), Hanja Welcome Area, Hangeul, in der Mitte Burks‘ Spinner (2. von unten).

Kraft durch Freude am Mainstream

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Die „Decken“ enthalten Scripte, die den liegenden Avataren nach einigen Minuten Lindendollar auszahlen, die Second-Life-interne Währung. Die Scripte drehen die Avatare auch in regelmäßigem Rhythmus gleichzeitig um. Die Inhaber des Territoriums generieren damit „Traffic“ – je mehr Avatare sich auf einem Gebiet aufhalten, um so mehr rückt das in der internen Suchmaschine nach vorn.

Berlin Wall 2.0

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Liebe wohlwollenden Leserinnen und geneigte Leser! Heute erzähle ich euch eine kleine Geschichte darüber, wie das Mediengeschäft funktioniert. Ich habe einen kleinen Artikel niemandem verkaufen können, was nicht verwundert, denn so interessant ist er nicht. Aber wofür habe ich mein Blog?

Im Avastar las ich: „Nach dem Prinzip ‚Geschichte zum Anfassen‘ bauten Conny Colman und Bacoo Balut historische Stätten, wie die Umgebung entlang der Berliner Mauer, einen Grenzübergang und eine Wohnsiedlung in Marzahn nach.“ Die „Eröffnungsfeierlichkeiten“ seien am 13. August. Man muss wissen, dass der „Avastar“ die BILD-Zeitung für Second Life ist und auch von Springer publiziert wird. Man darf also vermuten, dass mindestens die Hälfte gelogen oder frei erfunden ist. Oder: Als seriöser Journalist darf man sich auf nichts verlassen und muss jedes Wort überprüfen.

Ich habe also meinen Avatar auf den Weg geschickt. In der SL-internen Suche fand ich nichts. Ich musste auf meine Kontakte in Second Life zurückgreifen. Conny Colman (Realname: Jo Fabian) war mein erster Vermieter in Second Life – im Januar 2007. Ich habe ihn gefragt, wo die Sim sei und bekam auch eine Antwort – neben der SIM „Preussen“. Dennoch: Ich kam nicht hinein in die virtuelle DDR. Coleman: „Der Auftraggeber möchte erst eröffnen, wenn auch die Hardware im RL Museum steht und die ist noch nicht soweit“. Der Auftraggeber bestreitet das.

Ich konnte also nur virtuell über die Mauer gucken. Ganz wie im realen Leben: Dort hatte ich Einreiseverbot in die DDR (wegen Linksabweichung von der Ewigen Wahrheit des Kommunismus). Das Gefühl kannte ich: Den Kalten Kriegern in Berlin, die die Parole „geht doch rüber“ brüllten, konnte ich immer entgegnen: Die lassen mich nicht, und ich wollte auch gar nicht.

Die Recherche ergab, dass die virtuelle Mauer ein Projekt des real existierenden DDR-Museums in Berlin ist – „von der Jury für den European Museum of the Year Award 2008 nominiert.“ Die Falschmeldung des Avastar wurde mehrfach übernommen. Der Direktor des Museums, Robert Rückel, schrieb mir auf Anfrage. „Die Sim ist noch nicht eröffnet. Die Informationen des Avatars waren Falschinformationen der Agentur, mit der wir zusammenarbeiten, die eigenmächtig gehandelt hat. An einem traurigen Jubiläum wie dem 13. August, hatten wir niemals vor, die Sim zu eröffnen. Auf der Sim werden eine Plattenbausiedlung nachgebaut und einige Elemente der DDR-Diktatur implementiert. Ziel der Sim ist es, SL-Usern auf spielerische Art und Weise Wissen über die Geschichte zu vermitteln. Dafür ist es natürlich ganz wichtig, dass es überall Informationen zu den Objekten und den Hintergründen gibt – da diese noch fehlen, ist die Sim derzeit noch gesperrt. Ich hoffe, das wir bald dazu die notwendige Zuarbeit der Programmierer bekommen, damit die Sim in Kürze eröffnet werden kann. Näheres erhalten Sie dann pünktlich zur Eröffnung.“

Hätte ich die Story einer Berliner Zeitung verkaufen können, hätte ich nicht viel mehr recherchieren müssen. Aber ich gehe jede Wette ein, dass die Berliner Medien im November, wenn das Gelände wirklich freigeschaltet werden wird, schlicht die unkritischen Pressemeldungen abdrucken. Dazu muss man nicht recherchieren; und dazu muss man einem freien Journalisten, der sich die Mühe macht, eigene Screenshots zu liefern, kein Honorar bezahlen.

US-Geheimdienste: Terroristen könnten Online-Rollenspiele zur Planung von Anschlägen nutzen

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Heise berichtet: „In den US-Geheimdiensten wird daher befürchtet, dass möglicherweise virtuelle Welten wie Second Life oder vor allem Online-Rollenspiele mit Millionen von Spielern eine Möglichkeit bieten könnten, um heimlich Pläne auszuhecken oder sich zu verabreden.“ Ich sag’s ja! Ich habe es selbst gesehen und sogar mitgemacht, wie auf den Screenshots eindeutig zu sehen ist. Von meiner Marinebasis in Cymric aus habe ich mit Al-Kaida-Kadern und Marineoffizieren der Taliban geübt, wie man mit meinem neu gekauften U-Boot virtuelle Segelschiffe torpediert. Bitte nicht weitersagen, sonst lande ich in Guantanamo! Übrigens habe ich die blöde Blockhütte am Strand abgerissen und einen Leuchtturm hingestellt, dass die Terroristen mit ihren Booten mir nicht gegen die Mole fahren.

Frankfurts „Second-Life“-Blase ist geplatzt, revisited

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Auf Heise lesen wir: „Frankfurts „Second-Life“-Blase ist geplatzt“. Der Artikel bietet jedoch nichts Neues, sondern nur die Erkenntnisse, dass die Avatare nicht zu Hauf zusammenströmen, wenn man irgendwo ein paar lächerliche Hochhäuser virtuell zusammenpappt. Den Römer (Youtube) gibt es so nicht mehr, alles ist dort im Bau. Die Paulskirche sieht virtuell bescheiden aus. Warum sollte ich mich da aufhalten? Ich habe selten so ein hässliches Areal gesehen. Meinen Avatar hat es geschüttelt. „Das nachlassende Interesse der breiten Öffentlichkeit erweckt nach Ansicht des Frankfurter ‚Second-Life-Fachmannes Andreas Klünder aber einen falschen Eindruck: ‚Ich sehe keinen Rückgang in den User- Zahlen, sondern mehr in der medialen Berichterstattung‚, sagt Klünder, dessen Medienagentur die virtuelle Ausgabe der Mainmetropole entwickelte.“ (Fängt Heise jetzt auch das Nicht-Verlinken an? Und die Welt bringt schon wieder das dämliche Foto, was wir seit Januar 2007 aus dem „Spiegel“ kennen.) „Jüngere Nutzer, hat Klünder herausgefunden, lassen sich in der virtuell nachgebildeten Main-Metropole kaum blicken“. Eben. Aber das weiß man schon, seitdem es Second Life gibt.

Selene Cloud Hugger, revisited

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So sieht es aus, wenn ich mit meiner Selene Cloud Hugger durch die extrem hässlichen „Shopping Malls“ und andere „Einkaufscenter“ in Second Life düse und den Avataren den virtuellen Himmel verdunkele.

Total Control

Sex

Ich habe lange über einen Titel nachgedacht, der für die beiden Screenshots passte, die ich im Abstand weniger Minuten gemacht habe.

Bibel

Röhrrrrr

Rennbot

Macht keinen Sinn, aber Spaß….

C-Tech F2050 anti grav ship

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Hier belästige ich mit meinem C-Tech F2050 anti grav ship mit donnernden „Düsenmotoren“ (der Sound ist klasse) ein paar Second-Life-Neulinge, die verwundert nach oben starren.

Neues vom Beach Resort: Dampfboot

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Ich habe mir ein neues altes und „verrostetes“ Dampfboot gekauft (nur virtuell natürlich!), mit einer entzückende Animation für den „Kapitän“. Wer also in Cymric irgendwo am Strand liegt mit seinem Avatar, sollte sich nicht wundern, dass es plötzlich laut tuckert und Burks – laut mit einem Signalhorn tutend wie im Hamburger Hafen – herangeschippert kommt. Die Dame ist übrigen meine Untermieterin: Mir gehören das Strandhaus auf dem Screenshot unten rechts ganz vorn – da sind auch neine Boote virtuell vertäut- , und das daneben, für das ich im Monat mehrere Tausend Lindendollar Miete bekomme. Ihr könnt mich für bescheuert halten, aber ich habe genug Fantasie, dass es mir Spaß macht, in einer virtuellen „Karibik“ Sonnenuntergänge anzusehen und Boot zu fahren. Die reale Karibik kann ich mir gerade nicht leisten.

Selene Cloud Hugger

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Ja, Kueperpunk ist schuld, dass ich mir das neue Steampunk Luftschiff – die Selene Cloud Hugger – gekauft habe. Ganz entzückend – mit unzähligen überraschenden Features und außerordentlichem Design. Nicht die die Selene fliegt, sondern auch das Beiboot „Phoebe“. Zum Cockpit führt eine geheime Treppe, die man erst finden muss. Auch die bekannten Standards sind vorhanden – das Multifunktionsbett, Radio, TV, dazu eine Hängematte und zahlreiche Sitzgelegenheiten. Ich habe gleich zwei installiert – in Chokki (vgl. gewohnt anklickbare Screenshots), leicht zu finden in der Nähe meines virtuellen Büros, und in Cymric – an der Nordspitze am Ozean, hoch über meinem Strand (zu erkennen an den zwei dort vertäuten Rennbooten). die „Selene“ kann noch viel mehr. Sie hat zum Beispiel einen „Warp„-Modus und kann unvermitteln an vorher definierten virtuellen Orten auftauchen. Dazu muss ich aber erst das fucking manual studieren.

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Job Offer

Marienkirche

Job offer – Jobangebot
Thursday/Donnerstag 2008-08-28, 10.30 PDT (US), 19.30 MEZ (Europe)
I need about a dozen avatars posing as visitors of a church.
Wir treffen uns ein paar Minuten vorher vor der Marienkirche.
BERLIN in 3D Marienkirche RL / S, BERLINin3D004 (226, 97, 28)
Church-compatible outfit, please, no bikinis! – Kirchen-kompatibles Outfit, bitte!
Every avatar will get 150 LD for 10 minutes – 150 LD für nur 10 Minuten.
Greetz Burkhard Schroeder

Eine Vielzahl von Männern in unriskanten Situationen

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Ja, ich lese eine Boulevard-Zeitung, nur eine zwar, aber die ist richtig Boulevard – „The Avastar“ – in deutsch. Heute schüttelte es mich wieder vor Lachen. „Sind Online-Beziehungen schlecht?“ fragt ja jemand, so ähnlich wie beim legendären Dr. Sommer in der Bravo, nur dass es sich hier um Erwachsene handelt oder handeln soll. Ich traue den abgebrühten Boulevard-Zynikern bei „The Avastar“ („unterstützt von dem Berliner Redaktionsteam“ der BILD-Zeitung) natürlich zu, dass sie ihre Leserbriefe und -anfragen erfinden bzw. selbst schreiben. Ich kann aber aus reichhaltiger Erfahrung in Second Life bestätigen, dass das folgende Zitat aus „The Avastar“ realistisch ist (die Dame auf dem Screenshot hat nichts damit zu tun):

„Ich bin seit einem Jahr in SL. Ich kam hierher nachdem ich eine bittere RL-Scheidung hinter mich gebracht hatte und entdeckte die Möglichkeit eine Vielzahl von Männern in unriskanten Situationen kennenzulernen für mich. Einige meiner RL-Freunde wissen, dass ich täglich zwischen vier und fünf Stunden pro Tag in-world verbringe und warnten mich vor Beziehungen im Internet. Vor kurzem fand ich eine Gruppe von mehreren ehemaligen Studenten meiner RL-Universität und trat dieser sofort bei. Seltsamerweise traf ich einen früheren Klassenkameraden wieder, der mit einer meiner Verbindungsschwestern etwas hatte. Ich war früher total in ihn verknallt, aber habe es ihm nie gesagt. Wir haben inzwischen eine Beziehung aufgebaut, aber wir sind uns noch nicht wirklich näher gekommen, obwohl ich das gerne möchte. Er sagt, er sei seit zehn Jahren geschieden. Soll ich ihm sagen, dass ich auf ihn stand oder den Rat meiner Freunde über Online-Beziehungen befolgen?“

Überschrift also: Wie bescheuert sind „Online-Beziehungen?“ Gute Frage. Besser wäre: Wie bescheuert sind Leute, die meinen, sie hätten eine „Online-Beziehung“? Sind virtuelle Beziehungsdiskussionen so banal wie reale? Oder können Männer virtuell Frauen einfach nicht verstehen? Bruhahahaha. [Vgl. auch Frau versuchte virtuellen Ex-Freund zu kidnappen.]

Boatrider fürs Kopfkino

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Die Schlagzeilen sind wieder extrem lustig. „Second life ist out„, schreibt N-TV. Nach einer Studie der Uni Leipzig (die selbstredend nicht verlinkt ist, weil das im deutschen „Online“-Journalismus verpönt), die auf Burks‘ Blog schon durchgehechelt wurde, könnten jugendliche Online-Spieler mit Second Life nicht viel anfangen. Ja, das würde mich auch sehr wundern. „Die wenigen Befürworter unter den Befragten waren in der Mehrzahl Mädchen, die „Second Life“ vor allem für die Möglichkeit schätzen, einen nach eigenen Vorstellungen gestalteten Avatar zu steuern.“ – Also eine sehr interessante Zielgruppe!

Internet World Business hingegen schreibt unter der Überschrift „US-Handelsriesen experimentieren in 3D-Welten“ genau das Gegenteil: „Virtuelle Welten werden wieder modern – es muss ja nicht immer „Second Life“ sein. Gerade Klamotten für Jugendliche lassen sich auf diese Weise prima vermarkten.“ Zum Beleg winfuture.de: „Online-Spieler meist sehr gesellig. (…) In der Studie hätte man zudem festgestellt, dass häufig nicht das Spielen an sich im Vordergrund steht, sondern das Reden mit den Mitspielern. Auch der Gefahren, die von Spielen ausgehen können, sind sich die Jugendlichen durchaus bewusst.“

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Und nun zu etwas ganz Anderem. Ich habe vor ein paar Tagen zwei „Meergrundstücke“ in Second Life verkauft und mir im Gegenzug an der „nördlichsten“ Spitze der 3D-Welt zwei Parzellen gesichert, die direkt an den so genannten „protected ocean“ grenzen, also an das Meer, das weder durch neue Inseln ersetzt werden noch bebaut wird. Diese Grundstücke sind in der Regel überteuert, weil man den garantierten virtuellen „Meerblick“ mit bezahlen muss – und also eine gute Investition für die Zukunft im Bonsai-Format. „Bonsai“ deshalb, weil eines dieser Grundstücke umgerechnet 13000 Lindendollar kosten.

Für Eingeweihte: Nachdem ich zwei kleine Parzellen gekauft und zusammengelegt hatte, erhöhte sich der Preis der Nachbargrundstücke sofort – die Sim Cymric steht zu großen Teilen noch zum Verkauf. Cymric ist also (noch) ein echter Geheimtipp. Ich hoffe, dass ich nette virtuelle Nachbarn bekomme – vielleicht unter den hiesigen Second-Life-affinen wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern? Und nicht solche Idioten, die alles mit riesigen Werbetafeln vollstellen, was in Second Life eine richtige Landplage ist.

Erfreulicherweise kann ich mit meinem beiden Rennbooten (inklusive Sound) jetzt auf dem virtuellen Meer herumjagen, ohne die Gefahr, badende Avatare mit der Schiffsschraube in Stücke zu hauen – was in der Realität für die Opfer lukrativ sein kann. Das Bootfahren macht richtig Spaß, weil das visuelle Gefühl, mit Bugwelle hart am Strand vorbeizujagen, schon ziemlich echt ist. Den Rest ersetzen die Fantasie und das Kopfkino. Auch ist meine Lodge am Stand romantisch bei virtuellem Sonnenuntergang. Witzig fand ich die Möglichkeit der Unterwasserfotografie in Second Life, bei der einem sogar Walbabys begegnen können, die virtuell exakt die Geräusche von sich geben, wie man sie aus Tierfilmen kennt.

Manchmal logge ich mich nur für eine Viertelstunde ein, lasse meinen Avatar auf dem Liegestuhl die Seele baumeln und aufs virtuelle Meer blicken und höre dabei Internet-Radio – einen der 15 Sender, die ich auf meinen Grundstücken installiert habe. Ceterum censeo- Second Life – find ick jut.

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