SMeet und andere – alles, was zählt

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Da kaum ein Journalist kontinuierlich etwas Substanzielles über virtuelle Welten berichtet, bekomme ich mittlerweile zahlreiche (leider unverschlüsselte) E-Mails von Werbeagenturen und Unternehmen, die mich auf die jeweils Ihre aufmerksam machen. Mein Posting über ExitReality ließ eine Nachricht eintrudeln, die mir Smeet zum Testen empfahl. Gern geschehen, ich möchte Marktführer im Online-Journalismus über 3D-Chats sein. Risiko und Nebenwirkung: Ich bin kritisch und lasse mich vom Gesäusel von Werbefuzzies nicht einlullen, sondern versuche hinter die virtuellen Kulissen zu schauen und den praktischen Nutzen abzuwägen.

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Smeet funktioniert ohne Download einer Software, sondern, wie ExitReality, direkt über den Browser. Der Avatar läuft dorthin, wo man mit der Maus klickt. Das ist einfach und niedlich, aber technisch nur ein wenig anspruchsvoller als Larry auf einem Atari. Was tun, sprach der Avatar? Gemeinsam Musik hören, virtuell shoppen und Chatten in 3D. Smeet bietet als Schmankerl zusätzlich Telefonieren an, eine Art 3D-Skype. Das kennen wir schon aus Second Life – Voice-Chat, leider nur für Windows. Das 3D-Chat-Forum wendet sich vor allem an Schüler und Jugendliche, ist „jugendfrei“, also nach deutscher Sitte klostertauglich. Man wird unerbittlich geduzt wie in Second Life, nur dass dort der Altersdurchschnitt zwei Jahrzehnte höher liegen dürfte.

Alles, was wirklich zählt, steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und wird in dem einen Satz im obersten Screenshot perfekt zusammengefasst. Hony soit qui mal y pense. Je mehr du die Hosen runterlässt, um so interessanter bist du als werberelevante Zielgruppe oder: Früh übt sich, wer ins Schäuble-Zeitalter passen will. Ich bin also definitiv nicht die Zielgruppe von Smeet, zumal meine Browsereinstellungen mindestens die Hälfte der Features verboten haben.

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Mich regen die dämlichen Artikel in deutschen Medien über 3D-Welten leider noch zu sehr auf. Vermutlich müssen immer nur die Praktikanten ran, die das Handwerk des Journalismus für so relevant halten wie Klaus Störtebeker das Handelsrecht. Nehmen wir computerzeitung.de: „Virtuelle Büros dürfen direkten Kontakt nicht verdrängen“. Ja, lustiges Thema, daraus könnte man etwas machen. Sogar einen originellen Screenshot bekammt man zu sehen: Zwei grottenmäßig gestylte Avatare bei Sun, wo sich die Mitarbeiter virtuell austauschen. Aber was lehrt uns das? „Die Technik darf jedoch nicht überhand nehmen oder gar die menschliche Kommunikation komplett ersetzen.“ Wer hätte das gedacht. Wäre ja auch komisch, wenn in einem deutschsprachigen Bericht keine moraltheologische Warnung vor den pöhsen 3D-Welten und deren Gefahren auftauchte. Ich will keine unreflektierten Halleluja-Orgien wie während des Second-Life-Hypes im letzten Jahr, aber wenn schon berichten, dann bitte auch fragen, warum die Deutschen so etwa wie Sun oder SAP gar nicht tun und warum sie sich vor virtuellen Welten so fürchten. Ich ahne es: In der männlich geprägten Kultur deutscher Firmen, wo Herrschaftswissen und „Dienstanweisungen“ zentrale Machtfaktoren sind, ebneten Avatare die Hierarchien ein, wenn der Chef seine Sektetärin darum bitten müsste, seinen Avatar ordentlich anzuziehen, er denselben aber mit seiner Maus nicht über die nächstbeste virtuelle Treppe bewegt bekäme.

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Auch die Netzeitung bekleckert sich nicht mit Ruhm (ja, Beiträge freier Mitarbeiter werden nicht mehr genommen – so sieht das auch aus.) „Avatar-Mörderin in Japan verhaftet“. Eine geile Schlagzeile. Es geht aber nicht um Second Life, sondern den einen primitiven Manga-Chat Maple Story. Jemand hat den Account eines anderen gelöscht. Vermutlich kleben Nutzernamen und Passwort am Monitor. Die Story ist ohnehin nicht selbst recherchiert, sondern von CNN abgeschrieben. CNN bebildert Maple Story mit einem Screenshot aus Second Life – als benutzte man bei einem Bericht über das LKW-Aufkommen am Kamener Kreuz ein Foto aus einem Bahnhof der Bundesbahn als Illustration. Man fasst es nicht – für wie geistig beschränkt halten die eigentlich die LeserInnen?

Die Moral von der Geschicht‘ kommt bei der Netzeitung wie der legendäre Monthy-Python-Satz: „Wir begrüßen sie in der Mitte des Films“: „Aber es gibt auch positive Meldungen aus der Welt der Online-Spiele.“ Wer hätte das wiederum gedacht – und das in einem deutschen Medium! (By the way: Second Life ist kein „Online-Spiel“ – aber das kapieren die ohnehin nie.) Die Meldung: „In den letzten 12 Monaten ist unser Umsatz um 67 Prozent gestiegen‘, sagte Kingdon der britischen Zeitung ‚Times'“. Ach ja. Schon wieder abgeschrieben, ohne die Quelle zu verlinken. (Ja, eine abhängige Quelle, nicht mindestens zwei unabhängige, wie es wäre, wenn man seriös recherchierte. Das Portrait Mark Kingdons in der Times ist übrigens hervorragend und interessant geschrieben und besteht nicht nur aus Textbausteinen wie der Artikel der Netzeitung.) Der seichte Stumpfsinn lässt sich noch steigern: „‚Second Life‘ war in den letzten Monaten immer mehr in Vergessenheit geraten. Bei dem Spiel sind 15 Millionen User registriert, diese sind aber längst nicht alle aktive Spieler.“ In Vergessenheit geraten? Bei wem? Ist das ein Kriterium? Was will uns der Schreibkünstler damit sagen?

„Beim DJV sind gut 30.000 Menschen Mitglied, diese sind aber längst nicht alle aktive Journalisten.“ Das wäre immerhin eine korrekte Tatsachenbehauptung. Am liebsten würde ich bei manchen Journalisten das tun, was man jetzt in sMeet virtuell kann (Kommafehler im Original): „Neben der Tanz- und Winkfunktion, kannst du jetzt auch mit Kissen auf Andere schmeißen! Probier‘s mal aus…“

Segeltörn 2.0

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Mein virtueller Nachbar in Cymric lud mich neulich zu einem ebenso virtuellen Segeltörn ein. Der Vorteil gegenüber der Realität ist, dass man, flaut die Brise 2.0 digital ab, sich seinen eigenen Wind programmieren kann. Der Nachteil: Das fucking manual für das Segelboot der virtuellen Art und das Segeln im digitalen Wind sind so kompliziert wie auf einem richtigen Binnenmeer. Ich habe mir natürlich sofort auch ein Boot gekauft, kriege aber noch nicht mal die die digitalen Segel gerefft, geschweige denn das Gerät aus meinem Hafen manövriert.

Weltweites Flirt- und Erotikverhalten

Avatar

Stellenanzeige bei newsroom.de: „Es ist der absolute Traumjob….für den Playboy auf Weltreise gehen…um schöne Frauen kennenzulernen. Wir suchen einen freien Journalisten, der für eine große Playboy-Serie weltweit über das Flirt- und Erotikverhalten berichtet.“

Dazu hätte ich einige Fragen: 1. Wie hoch ist das Spesenkonto? Viele Frauen würden bei unmoralischen Angeboten sicher nicht nein sagen, wenn sie nur hoch genug sind. Das verfälschte die „embedded Recherche“ ganz gewaltig. 2. Was ist „Erotikverhalten“? Muss ich mir das Ergebnis so vorstellen: Thailänderinnen sind kuschelig im Bett, poppen gut, neigen aber zur Dominanz im Haushalt, bei Isländerinnen ist es umgekehrt? (Getestet mit 500 Probandinnen in fünf Tagen) 3. Gilt „Weltreise“ auch für virtuelle Welten? Ab 300000 Lindendollar lasse ich mit mir reden. 4. Ihr habt also niemanden, der „erfahrener Reporter“ ist, der über eine „ausgezeichnete Magazinschreibe“ verfügt, der „gern flirtet und reist“ und mehrere Sprachen spricht? Das dachte ich mir. ? 5. Seid Ihr jetzt total verblödet beim Playboy? [Via Shrip’s Inn]

Avatar, kommst du nach Chokki

Chokki

Heute, am ereignislosen Sonntag, ein paar technische Details für die Eingeweihten. Wohlgemerkt, wir reden hier über die Fetaures einer sehr mächtigen Software – es geht um den Client für Second Life. (Alle anderen LeserInnen bitte wegzappen.)

Ich habe nirgendwo eine Erklärung dafür gefunden, dass man jetzt plötzlich oberhalb von 750 „Metern“ bauen kann. Für die Nicht-Eingeweihten: Jeder dreidimensionale Punkt innerhalb der 3D-Welt wird durch drei Koordinaten bestimmt, analog der Ortsangaben bei Google Earth oder den Längen- und Breitengraden auf dem Globus, zusätzlich definiert durch die Höhe. Diese drei Zahlenwerte zeigt der Client, also die Zugangssoftware, im Menü ständig an. Man weiß also immer, wo man oder ein Objekt exakt ist. Bauen konnte man bisher bis zur Höhe von 750; falls man darüber hinaus Polygone erschaffen wollte, rutschten die wieder unter die „Baugrenze“.

Natürlich gab es immer schon virtuelle „Abenteurer“, die, wie im wirklichen Leben, die „Grenzen“ austesteten [vgl. Burks‘ Blog (02.02.2008): „High Altitude Station Launcher“. Der Bericht „Exploring Second Life’s Highest Frontiers“ auf sluniverse.com ist leider nicht mehr online verfügbar.] Ich zähle mich auch zu diesen Leuten. Vor ein paar Tagen stellte ich mehr oder weniger zufällig fest, dass ich plötzlich oberhalb der Höhenkoordinate 750 „bauen“ konnte und habe das dann vorsichtig getestet. Die „Baugrenze“ scheint jetzt bei 4000 zu liegen. Ich habe mein komplettes virtuelles Büro schnell auf rund 3900 verlegt (der 4. Screenshot zeigt noch den früheren Zustand).

Wie kommt man aka der Avatar dahin? Die „Landmarken“, mit Hilfe derer Avatare sich an jeden „gemerkten“ Ort „teleportieren“ lassen könnten, vergleichbar mit den Lesezeichen des Browsers, funktionieren in dieser Höhe nicht. Nur der Besitzer der Parzelle kann sich und andere dorthin beamen.

Wanderer, kommst du nach Chokki, fliege zunächst auf die Höhe von 701 oder benutze auf Burks‘ Land ganz unten die Teleporter (blaue rotierende Scheiben auf dem „Erdboden“). Dort findest du, wie die kleinen Screenshots zeigen, eine Landebahn mit Burks‘ SciFi-Fluggeräten wie dem HS Saucer MK 1, dem HS YT 1300 (ja, „Krieg der Sterne“!) und dem HS Sith Infiltrator. Über allem schwebt das Detektivbüro Yuroki Uriza – das wird da bleiben wegen der „Laufkundschaft“.

Das Schmankerl: Etwas abseits ragt der Space Station Launcher Beta v290 in die Höhe, eine echte virtuelle Rakete. Ein Avatar, der die zu bedienen weiß, wird in rund einer Minute auf 4000 katapultiert und erblickt dann Burks‘ Raumstation und die dortige Selene (vgl. großer Screenshot) und kann sich dort umsehen.

Auf 4000 ist man garantiert auch in Second Life völlig allein, hat eine unverbaute Aussicht auf den virtuellen Morgen- oder Abendhimmel und kann sich ungestört unterhalten aka chatten.

Chokki in Second LifeChokki in Second LifeChokki in Second LifeChokki in Second LifeChokki in Second LifeChokki in Second Life

Very Erotic Kneel Fuck

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Diese so genannten Poseballs in Second Life (hier in einem „public orgy room“) brauchen Avatare, um die einschlägigen Bewegungen für die Simulation der geschlechtlichen Vermehrung zu vollführen. Was ein „kneel fuck“ ist, der auch noch „very erotic“ sein soll, hat sich mir nicht erschlossen, weil gerade keine Avatarin da war.

Bethanienturm am Mirbachplatz, 2.0

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Von unserem Spaziergang vor ein paar Tagen in Berlin-Weißensee gibt es noch einen Nachtrag zu berichten. Am Mirbachplatz steht der denkmalgeschützte Bethanienturm, der der Evangelischen Kirche gehörte und jetzt an die Planufaktur GmbH verkauft worden ist. Eine Tafel informierte darüber, dass der Turm, wie er einmal aussehen soll – inklusive Wohnungen, schon in Second Life zu besichtigen sei. Das habe ich mir gleich angesehen (Plush Avenue South 55,131,26) – ein schönes Beispiel für die Möglichkeiten dreidimensionaler Welten für Architekten.

MirbachplatzMirbachplatzMirbachplatzMirbachplatzMirbachplatzMirbachplatz

Alle Medien der Welt aufsaugen

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Sehr interessantes Interview in der Süddeutschen mit Philip Rosedale, dem „Erfinder“ und Gründer von Second Life. Das Interview ist interessant trotz der unglaublich dämlichen und typisch deutschen Fragen zu „Terroristen im Cyberspace“, „Kinderpornografie“, „Onlinesucht“ und dergleichen.

Zitate: „Nun ja, die Medien berichten kaum noch, aber die Zahl der regelmäßigen Nutzer steigt. Am Wochenende waren zum ersten Mal 71000 Leute gleichzeitig bei uns online, mehr als je zuvor. (…) Ich rechne damit, dass virtuelle Welten in zehn Jahren für den größten Teil des Datenaufkommens im Internet verantwortlich sein werden.. (…) Noch stecken wir ganz am Anfang mit dieser Technik. Aber sobald wir eine gewisse Größe erreicht haben, wird sich zeigen, dass virtuelle Welten einfacher zu benutzen sind als das normale Internet, zum Beispiel, weil sie Sprachbarrieren überwinden. (…) Künftig wollen wir den Leuten gegen Gebühr ermöglichen, mehrere virtuelle Welten zu nutzen, ihr Geld, ihre Sachen und ihren virtuellen Körper können sie dabei mitnehmen. Auch die Suche innerhalb von Second Life könnte durch Anzeigen ein Geschäft werden.

Screenshot: Cyberhure im „Red Light District“. Frage an Burks: Warum postet du so oft Fotos von Cyberhuren? Antwort: Weil die sich aus rein wirtschaftlichen Gründen sehr viel Mühe mit ihrem Aussehen geben müssen und deshalb oft die ansehnlichsten Avatare haben.

Slave Auction oder: Sapere Aude!

Slave

„Was ist Aufklärung?“ fragte der deutsche Philosoph Immanual Kant. Die Antwort ist legendär: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.“ Wie jeder jeden Tag sehen kann, sind mindestens 90 Prozent de Menschen immer noch nicht aufgeklärt. Die Guten und Aufgeklärten, die zum Beispiel gegen den Überwachungsstaat demonstrierten, vergessen manchmal leider, wie es um die Köpfe der breiten Masse bestellt ist.

Daher hier ein Beispiel für die nicht nur selbst verschuldete, sondern bewusst so gewollte Unmündigkeit – eine Metapher für masochistische Spiele in virtuellen Welten, die aber in der Realität so stattfinden würden, ließe man das Volk nur gewähren. Meinem Avatar, den ich für investigative Zwecke nutze, gelang es, in ein streng abgeschottetes Gebiet in Second Life eingeladen zu werden, das der Öffentilchkeit nicht zugänglich ist. Fast jeden Tag findet dort eine Auktion von Avataren statt, die sich freiwillig zu Sklaven haben degradieren lassen und die alles tun müssen, was ihre „Besitzer“ verlangen. (Das wird technisch über Scripte gesteuert.) Die Käufer der Sklaven sitzen wie im Kino in einer Runde und bekommen das „Angebot“ angepriesen. Die Organisatorin der Sklaven-Auktion scheut sich nicht, in ihrem Profil ihr reales Foto zu publizieren.

Ich finde – auch wenn das überspitzt klingen mag -, dass die Screenshots ein schönes Beispiel für die Tatsache sind, dass Opportunismus, Dummheit, Ignoranz und das Motto „Kopf ab zum Gebet“ als Motto deutscher Parteipolitik und das dazu passende Wahlverhalten noch genau so aktuell geblieben sind wie zur Zeit Immanuel Kants.

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Inspire Space Park

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Reiseempfehlung in Second Life: Inspire Space Park in Shinda 19,195,1559. Mehr dazu: hier, hier und hier (YouTube).

Bund Heimattreuer Vereinsverbieter oder: Tai chi gegen Rechts

BHJ

Ich bitte die wohlwollenden Stammleserinnen und geneigten Stammleser dieses kleinen libertären und anarchodyndikalistischfreundlichen Blogs, einen neuen Aktenordner für die sofortige ungelesene Ablage anzulegen. Alle Meldungen deutscher Medien, die den Begriff „Verbot“ in politischem Zusammenhang enthalten, sind ab sofort nicht mehr zu beachten und in die Tonne zu treten, weil eine rationale Diskussion nicht möglich ist. Ich hatte mich hier schon über den ärgerlichen Telepolis-Artikel „Schonfrist für den Nazi-Nachwuchs“ echauffiert, der – wie viele andere zum Thema auch – suggeriert, der Staat müsse doch gegen das Böse gefälligst härter durchgreifen, auch bekannt als melden, durchführen und verbieten, wobei die wesentlichen Tuwörter der deutschen Leitkultur umfassend beschrieben wären.

Aktuell geht es wieder um den politisch kackbraunen Verein „“Bund Heimattreuer Jugend“, dessen Verbot laut tagesschau offenbar bevorstehen soll. Derartige Anlässe sind immer eine willkommende Gelegenheit für Hardliner jeglicher politischer Couleur, die urdeutsche Tugend des Verbietens herauszukehren und sich damit als potenzieller Innenminister anzubieten, wie hier der sattsam auch als „Innenexperte“ bekannte Sebastian Edathy, der schon mal in prophetischer Attitude für die nächste große Koalition den Schäuble-Imitator und -nachfolger gibt. „Ein HDJ-Verbot sei überfällig, betonte Edathy.“ Aber klar. Ob das politisch sinnig und effektiv ist, interessiert niemanden. Es wird noch nicht einmal mehr darüber gestritten, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass wir es nicht mit Politik, sondern mit bloßer Moraltheologie der ideologisch stromlinienförmigen Mainstream-Medien zu tun haben.

Es findet sich auch unter den zahlreichen Pseudoliberalen im Bundestag niemand (in Worten: niemanden), der den Mut aufbringt, den Sinn des hektischen Aktivismus des staatlichen Antifaschismus zu bezweifeln (sorry für die Genitiv-Girlande). Als hätte es den achtjährigen lichterkettentragenden und daher völlig erfolglosen amtlichen „Kampf gegen Rechts“ nicht gegeben, wird weitergemacht wie bisher. Böse Nazi-Vereine werden durch die Dauerskandal-Truppe Verfassungsschutz den Medien gemeldet, die ein Verbot fordern, welchselbiges dann durchgeführt wird. Ich finde nicht nur Nazis zum Kotzen, sondern auch diese verlogenen „Anti-Nazis“.

„Die Durchsuchungen ’sollen uns Klarheit darüber verschaffen, ob sich die HDJ in aggressiv-kämpferischer Weise gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtet oder ihre Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderläuft‘, sagte Innenstaatssekretär August Hanning.“ Die üblichen Verdächtigen. Blabla. Weich gefallen, Herr Hanning? „Am 1. Dezember 2005 wurde Hanning zum Staatssekretär im Bundesministerium des Innern ernannt. Er ist dort für Polizeiangelegenheiten, Angelegenheiten der Bundespolizei, Innere Sicherheit, Migration, Integration, Flüchtlinge, Europäische Harmonisierung sowie die Stabsstellen Krisenmanagement und BOS-Digitalfunk zuständig. Im Zusammenhang mit der Affäre um die Bespitzelung von Journalisten in den Jahren 1993 bis 1998 ist noch ungeklärt, ob auch Hanning von der vor seiner Amtszeit liegenden teilweise rechtswidrigen Observation von Journalisten durch den BND zum Zwecke der Eigensicherung erfahren hat.“ Der rechte Mann am rechten Ort. Der Tagesschau wäre zu empfehlen, zumindest den Wikipedia-Eintrag zu Hanning zu verlinken, um die Leser in die Lage zu versetzen, mit welchen „Experten“ sie es zu tun haben. Aber die Tagesschau verweigert sich bekanntlich dem Online-Journalismus und setzt keine Links in berüchtigte Internet.

By the way: Hannig ist derjenige, über den die preisgekrönte Kollegin Annette Ramelsberger im Oktober 2004 ein bejubelndes Halleluja in der Süddeutschen verfasst hat („Sie loben ihn alle“). Nur wenige Monate danach erschien ihre mittlerweile berühmt-berüchtigte Falschmeldung, für die die „Sicherheitskreise“ sie offenbar ausführlich gebrieft und instrumentalisiert hatten, dass die Polizei und die Verfassungsschützer schon längt „drin“ in unseren Computern seien. Hony soit qui mal y pense.

Aber ich schweife ab. Auch Hannig tut, was man vom ihm erwartet, und sondert die bekannten Testbausteine ab: Der BHJ wende sich „in aggressiv-kämpferischer Weise gegen die verfassungsmäßige Ordnung“. Diese Formulierung hat das Bundesverfassungsgericht vorgeben als Voraussetzung für ein Verbot einer politischen Partei in Deutschland. Nur handelt es sich bei den kackbraunen „Freibund“ aka BHJ gar nicht um eine Partei, sondern um einen Verein, der viel leichter zu verbieten ist. Hanning hätte die schwere juristische Artillerei ruhig in der Garage lassen können.

Auch die Linke („Prüfung eines vereinsrechtlichen Ermittlungsverfahrens“) ist selbstredend nicht besser als die rechten Hardliner: „Die Linksfraktion betont, Ziel der HDJ sei die ideologische Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche im Sinne der Verbreitung völkischer, rassistischer, nationalistischer und NS-verherrlichender Ansichten. Der Verein unterhalte zudem enge Kontakte zur NPD.“ Wie sagte schon Kaiser Wilhelm Zwo sinngemäß und völlig richtig über die damalige Linke: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch deutsche Partei- und Vereinsverbieter“.

Tai chi

Übrigens: „Die Berliner Behörde teilte im Dezember 2007 auf Anfrage des Freibunds mit, dass die Verfassungsschutzberichte der Jahre 2006 und früher ‚keine Aussage (enthalten), dass der Freibund als rechtsextremistische Gruppierung angesehen wird.‘ Eine Aufnahme in den Berliner Verfassungsschutzbericht 2007 sei nicht beabsichtigt.“ Es handelt sich bei der gegenwärtigen Aktion gegen den kackbraunen Verein also wieder um populistische Umtriebe, die so sinnfrei sind wie Tai chi für Avatare (siehe Screenshot unten).

BH Grösse

Model

Es ist schon immer wieder erstaunlich, wie freizügig reale Frauen mit Fotos von sich virtuell als Cyberhure („Escort“) werben. Das aufgeklappte Fenster links ist das „Profil“, das jeder von sich selbst anlegen kann und das andere Avatare anklicken können, um zu wissen (oder nicht), mit wem sie es zu tun haben. Alles kann gefälscht werden: Vielleicht wird die Avatarin Yvonne Kappler auch von einem Mann gesteuert. Das fände man erst heraus, wenn man im Chat Frauen und Männer unterscheiden könnte – und das kann man mit etwas Erfahrung.

Posing in der Selene

Model

Ein Model posiert bei Werbeaufnahmen für ein virtuelles Stundenhotel in meiner Selene Cloud Hugger.

Karl Marx, übernehmen Sie!

Saurier

Man muss als gelernter Linksextremist heutzutage öfter schmunzeln, weil so gut wie alle Thesen von Karl Marx über das kapitalistische Finanzsystem permanent und live verifiziert werden. „Island übernimmt totale Banken-Kontrolle“, schreibt Spiegel Online. Als wenn das etwas hülfe! Es lebe der freie Markt – aber nur solange, wie man satte Profite machen kann. Wenn dann wieder eine hausgemachte Krise kommt, schreit das Finanzkapital nach dem Staat und will sich mit den Steuergeldern der arbeitenden Bevölkerung sanieren. Mir fällt aber auf, dass sich die Journaille jetzt nicht darauf beschränkt, die Situation zu beschreiben und zu erklären, sondern affirmative Kapitalismus-Moraltheologie betreibt. Wenn Journalisten zu viel Politik machen wollen.

Abschreckendes Beispiel: Peter Hahne, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, schreibt in der Mitteldeutschen Zeitung, als ginge es wie im Kalten Krieg darum, denn Bolschewismus im Inneren zu bekämpfen: „Wer die Gunst der Stunde aber zu einer Generalabrechnung mit dem Kapitalismus und der Behauptung nutzen will, der Staat könne alles richten, leugnet die Grundlagen unseres Wohlstands. Das Bankenbeben war nicht die erste, und es wird auch nicht die letzte Krise des Kapitalismus gewesen sein. Wer aber dauerhaften Wohlstand will, braucht freie Märkte.“

Nichtssagende Sätze: „Freie Finanzmärkte“ meint er, weil niemand, auch nicht die Linke, die anderen Märkte abschaffen will. Hahne suggeriert: Kapitalimus bedeute Wohlstand für alle. Die klitzekleine Frage, wo denn jetzt die Krise herkomme, beantwortet er nicht, weil nach Hahnes Ansicht der Kapitalismus eine Art Naturereignis und eine anthrolopogische Konstante ist und ein Bankencrash so unvermeidbar wie Regen oder ein Hagelschauer. „Die Krise gehört zum System“. Ja, ganz richtig, aber die Krise ist kein Bug, sondern ein Feature für das Kapital.

Die Trotzkisten, die ich ungern zitiere, weil Sektierer meistens unrecht haben, schreiben ausnahmsweise völlig korrekt: „Ganz im Gegensatz zu den Behauptungen der Anhänger des ‚freien Marktes‘, dass Deregulierung zu mehr Transparenz führe, ist das Finanzsystem mehr denn je von Täuschung und Verschleierung geprägt. In den letzten zehn Jahren hat das Volumen von Finanzprodukten, die an keiner großen Börse gehandelt werden und völlig unreguliert sind, enorm zugenommen, wobei der Handel mit Derivaten von Aktien und Obligationen zwischen Finanzinstituten stattfindet. Und wenn ‚Wert‘, wie am Beispiel der Bilanz von Bear Stearns zu sehen, durch intern entwickelte Computerprogramme definiert wird, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zum bewussten Betrug. Tatsächlich ist einer der Gründe für die Kreditverknappung das fehlende Vertrauen der Banken und Finanzhäuser in die Angaben ihrer Geschäftspartner, mit der Folge, dass sie sich gegenseitig keinen Kredit mehr gewähren.“

Lassen wir den Altmeister persönlich zu Wort kommen (ich hatte den Satz schon Ende der siebziger Jahre bei der Lektüre angestrichen, als ich noch Tutor in den berühmten Kapital-Kursen Wolfgang Fritz Haugs am Philosophischen Institut der FU Berlin war):“Der Produktionsprozess erscheint nur als unvermeidliches Mittelglied, als notwendiges Übel zum Zweck des Geldmachens. (Alle Nationen kapitalistischer Produktionsweise werden daher periodisch von einem Schwindel ergriffen, worin sie ohne Vermittlung des Produktionsprozesses das Geldmachen vollziehen wollen.)“ (Karl Marx: Das Kapital, Bd.2, 1. Kapitel: Der Kreislauf des Geldkapitals, S. 62)

Das heißt: Das Finanzsystem basisert auf dem Produktionsprozess, nur in dem werden Werte geschaffen. Wer zugibt, wie der deutsche Finanzminister, „dass gewisse Teile der marxistischen Theorie doch nicht so verkehrt sind“, muss auch die Marxsche (Mehr-)Werttheorie akzeptieren. Ein bisschen Marx geht genausowenig wie ein bisschen Schwangerschaft, wenn es sich um die ökonomische Theorie handelt. Wer das Finanzsystem angreift und sich dabei auf Marx beruft, muss auch akzeptieren, dass der Kapitalismus auf der Ausbeutung (im rein ökonomischen Sinn) der Ware Arbeitskraft beruht. Das System des Kapitalismus zerlegt sich nicht selbst, aber zeigt in der jetzigen Krise sein Skelett, das alles zusammenhält – die Ausbeutung eben – mit allen politischen Konsequenzen.

Der Screenshot zeigt Burks‘ Avatar in Second Life – auf einem Symbol des kapitalistischen Finanzsystems sitzend.

The Lost Gardens of Apollo

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„The Lost Gardens of Apollo“ [YouTube-Video] von Dane Zander – eindeutig einer der schönsten Plätze in Second Life.

Unter Bots – Die fiesen Tricks in Second Life

Second Life

Gestern habe ich es angekündigt: Heute kommt eine Enthüllungsstory über Second Life. Ganz im Ernst. Wäre das ein Wirtschaftsthema, ginge es um Bilanzfälschung, Vorspiegelung falscher Tatsachen, Betrug und dergleichen. Leider kann ich die Geschichte keinem anderen Medium verkaufen, auch Telepolis nicht – sie ist zu speziell und interessiert nur Second-Life-Nutzer. Ich gehe aber jede Wette ein, dass die Fakten, die ich hier ausbreite, ohne Quellenangabe „Burks‘ Blog“ irgendwann in anderen Medien auftauchen werden. Leider sind die Websites, die über Second Life berichten, in meinen Augen fast ausnahmslos unkritisch und aus journalistischer Sicht unprofessionell. Und der Avastar nimmt keine Beiträge freier Autoren.

Thema sind die Bots, also Methoden, Zugriffszahlen zu fälschen, vorzutäuschen, dass sich zahlreiche Avatare auf einem virtuellen Territorium in Second Life aufhalten. Was lesen wir zum Beispiel auf muenchen-sl.de? „Tausende Menschen, Einheimische und Touristen, besuchen die virtuelle Stadt jeden Monat um sich kennen zu lernen und gemeinsam die einzigartige Münchner Atmosphäre zu erleben.“ Ist das wahr? Kann das jemand nachprüfen? In diesem Fall nicht wirklich – genausowenig wie die Zugriffszahlen großer deutscher Medien-Websites einfach so veröffentlich werden. Da aber jeder in Second Life täuschen und tricksen kann und ich New-Economy-2.0-Dampfplauderer nicht ausstehen kann, verrate ich hier alles über die Methoden.

Second LifeSecond LifeSecond Life

Die Recherche begann schon vor Wochen. Ein normaler Internet-affiner Nutzer braucht sechs Monate, um die Grundbegriffe und Regeln in Second Life und alle Features der Zugangssoftware zu verstehen. Ich bin jetzt schon 18 Monate „inworld“ und weiß immer noch nicht alles. Im August schrieb ich kurz über „Die Nacht der lebenden Avatar-Leichen, revisited“, im April über „Die Nacht der lebenden Avatar-Leichen.“ Ausgangspunkt war die Fragen, warum sich an manchen Orten in Second Life, zumeist an der oberen Baugrenze, scheintote Avatare herumtreiben, die sich nicht bewegen und auch nicht chatten wollen. Oft verharren die reglos in riesigen Kästen. Der Grund: Hinter diesen Avataren steht keine reale Person. Sie sind dazu da, „Traffic“ vorzutäuschen: Diese lebenden Leichen werden auf der Karten von Second Life, die ähnlich wie Google Earth aussieht, als Personen angezeigt (in Form grüner Punkte) und beamen allein durch die Existenz den Ort, auf dem sie sind, in der internen Suchmaschine nach vorn.

Ein virtueller Geschäftspartner verriet mir: Kaum ein Ort, der als „beliebt“ gilt, weil dort regelmäßig viele Avatare sich aufhalten, arbeite mit „legalen“ Mitteln. Fast alle benutzten Bots. Was das sei, erfahre ich zum Beispiel auf der Website kabalyero.com: „Second Life Bots or simply SLBots“. Die US-Amerikaner machen zwar die Mehrzahl der Nutzer in Second Life aus, sind aber auch wesentlich kritischer als die hiesigen Medien, weil sie virtuelle Welten ernst nehmen und die nicht nur moraltheologisch beurteilen wie die bedenkenträgerischen Deutschen, für die 3D-Welten offenbar ein Feuilleton-Thema sind, für das man nicht zu recherchieren braucht.

Mein Informant arbeitete auch mit diesen Methoden. Auf seinem virtuellen Grundstück, einem Cybersex-Club, ist Fliegen (was Avatare bis zu einer gewissen Höhe auch ohne Hilfsmittel können) technisch untersagt. Ich kenne jedoch ein paar Tricks, derartige Verbote zu umgehen. In einem stilsicheren schwarzen Helikopter entdeckte ich dann bald die Avatar-Leichen (vgl. Screenshots oben), die Besucherzahlen vorgaukelten, hoch über den digitalen Wolken in einer Kiste.

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Wie funktioniert das? Ganz einfach. Man kann sich mittlerweile mit einem simplen Browser in Second Life einwählen, auch ohne den Zugangs-Clienten installiert zu haben. Beispiel: AjaxLife (vgl. großer Screenshot). Ein Account ist jedoch vorausgesetzt. Man kann seinen eigenen Avatar dann nicht sehen und sich auch nicht, wie gewohnt, mit der Maus bewegen. Man kann sich aber „teleportieren“, das heisst mit Hilfe der Karte an Orte bewegen, deren Koordinaten man eingibt.

Das hat mich interessiert: Wäre es so möglich, sich selbst zu begegnen – wie der Pilot Pirx in den SciFi-Geschichten Stanislaw Lems, der in eine Zeitschleife gerät? Ja, es geht – die Screenshots beweisen es. Burkhard Schröder begegnet meinem Alter Ego Yuroki Uriza. Das ist sogar noch zu toppen: Ich habe auch noch einen weiblichen Avatar, dessen Namen ich nicht verrate, weil ich „sie“ für investigative Zwecke benutze. Mir gelang es nach einigen Mühen, alle drei zusammen auf ein Foto zu bannen.

Da Avatare nichts kosten, wenn man keinen „Premium-Account“ hat, kann jeder beliebig viele Avatare erschaffen, dann zahlreiche Browser-Fenster öffnen und so gleich im Dutzend in Second Life auftauchen, Traffic für das eigene Grundstück generieren und die interne Suchmaschine austricksen. Diese Methode ist vergleichbar mit dem, was die Porno-Industrie im WWW mit ihren „Server-Zoos“ anrichtet – auch die täuschen der Suchmaschine Google Zugriffe und Relevanz vor. Dagegen ist kaum etwas auszurichten, und auch in Second Life ist das legal. Aber die angebliche Zahl der Nutzer – 15 Millionen – erscheint so in einem ganz anderen Licht, weil nicht reale Personen, sondern Avatare gezählt werden. Ein „beliebter Ort“ in Second Life ist daher nicht unbedingt beliebt. Und wer behauptet, viele Avatare besuchten sein virtuelles Land, muss zunächst einmal beweisen, keine Bots benutzt zu haben.

Boobs included

pornstar shape

Kurzer grafischer Exkurs zum Frauenbild in Second Life. So ein Outfit würde ohne eine relevante Nachfrage nicht angeboten. 350 Lindendollar sind umgerechnet rund 80 reale Cent.

Munich 2.0

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Dieses Posting über das virtuelle München ist nur der Prolog. Die Pointe – über was ich schreiben wollte – kommt im Lauf des Tages und hat mit „Munich“ nichts zu tun. Also nur Geduld.

Man kann es hier so sagen: Ein paar Leute hatten die Idee, das Zentrum von München einigermaßen maßstabsgetreu in Second Life virtuell nachzubauen. Vermutlich hofften sie, die real existierenden Politiker wären so begeistert, dass sie den Machern alles abkaufen würden. Funktioniert aber nicht. Die Baudenkmäler wie das Rathaus sind urheberrechtlich nicht geschützt, wohl aber das Innere. Da das reale München von einem virtuellen Klon aber nichts wissen will, bleibt alles Fassade und ein Potemkinsches Dorf.

Verantwortlich für München 2.0 sind in-world professionals und FUTURELAB IT-Service GmbH. „Wir helfen unseren Kunden Geld zu verdienen – in und mit Second Life® world“ heißt es auf in-world professionals. Ich glaube kein Wort. Ceterum censeo: New Economy reloaded.

Ich frage mich ohnehin, warum man manche hässlichen Plätze oder gar noch hässlichere Kneipen mit brutalstmöglich hässlicher Musik für Avatare nachbauen sollte? Witzig fand ich die U-Bahn. Aber leider fährt dort keine. Und virtuell kann man in einem U-Bahn-Tunnel spazierengehen, ohne dass das gefählich wäre. Ein Avatar könnte eine U-Bahn mit der Hand stoppen.

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Begegnung der Vierten Art

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Mein Avatar steht auf meinem Leuchtturm in Cymric. Wobei anzumerken bleibt, dass das „Raumschiff“ auch mir gehört und nur dort „geparkt“ ist.

Lifenaut, revisited

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Vor ein paar Stunden habe ich hier Lifenaut.com vorgestellt, eine Website, auf der man sich einen Avatar erstellen und den reden lassen kann. Heute habe ich kurz in Second Life auf der Sim Sinaburoe (213,120,53 nachgeschaut – dort hat die reale Firma ein vituelles Büro. Auf einer Tafel wurde verkündet, dass heute um 6 pm PDT (die Pacific Day Time liegt neun Stunden zurück – also drei Uhr nachts in Deutschland) ein Tutorial für Avatare stattinde, wie man einen Avatar baut (klingt lustig). Die beiden kleinen Grundstücke, die das Häuschen von lifenaut.com umringten (2. Screenshot – die grünen Flächen), waren für einen Spottpreis in Lindendollar zu haben (ein Drittel des Marktpreises!). Ich habe beide gleich erworben und eine riesengroße Werbetafel mit einem Screenshot von burksblog.de aufgestellt. Wer da draufklickt, bekommt den URL, und der Browser ruft die Website auf. Da werden sich die Avatare von Lifenaut heute aber wundern… Burks‘ Lifenaut-Avatar schaut ins virtuelle „Klassenzimmer“. Nachher stelle ich noch eine Tafel der German Privacy Foundation daneben.

ExitReality, revisited

Exitreality

Ein wohlwollender Leser dieses kleinen Blogs, Gabriel Steinbach, hatte mir auf mein Posting vom 26.09. einen Screenshot zugeschickt, wie burks.de in 3D aussieht. Das ließ mir keine Ruhe. Ich habe meinen Uraltrechner, auf dem noch ein WindowsXP läuft, noch einmal reanimiert und mir www.burksblog.de von heute früh (in Zeitlupe) selbst angesehen. Gabriel schreibt in seinem Webwhistr Blog: „Hyperlinks werden als kleine grafische ‚Stangen‘ angezeigt.“ Wenn man auf die „Stangen“ klickt, öffnet sich ein neues Browserfenster, das die jeweilige Website zweidimensional anzeigt. Ich finde das immer noch sehr spannend und einzigartig, obwohl die Grafikkarte meines eigentlich deaktivierten Rechners viel zu schmalbrüstig ist. Wird Zeit, dass sie das Browser-Plugin für Linux portieren.

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