Zwinger mit Meerblick
Ein Artikel von mir in Telepolis: „Die Gemäldegalerie Alter Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, eines der berühmtesten Museen der Welt, wurde maßstabsgetreu in Second Life nachgebaut. Die 3D-Version ist auch eine indirekte Hommage an eine der revolutionärsten Epochen der Kunstgeschichte.“ [mehr…]
Virtuelle Freunde | Proximity Sensor
Auch wenn es den Mainstream der wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser langweilt oder nicht interessiert: Ich muss noch einmal über 3D-Welten plaudern. „Die Universität Leipzig untersucht in ihrer Medienkonvergenz-Monitoring-Studie, wie sich Heranwachsende Medienwelten erschließen“, heißt es bei heise.de. Die Studie wurde auf der Spielemesse Games Convention vorgestellt. Fazit: „Laut den Ergebnissen wollen Jugendliche, die im Internet spielen, vor allem mit anderen in Kontakt treten und so neue Leute kennenlernen. (…) Auch würden die meisten Jugendlichen die virtuelle Welt nicht als Möglichkeit einer Flucht vor der Realität ansehen – also anders, als derzeit vielfach in den Medien publiziert.“ Soweit bekannt. Und dass die meisten Medien zu Online-Spielen und 3D-Welten wie Second Life nur groben moraltheologischen Unfug verbreiten, dürfte dem hiesigen medienkompetenten Stammpublikum ohnehin vertraut sein.
Man sieht es schon an den Überschriften zur Games Convention. Gulli.com titelt: „Online-Gamer sind sozial eingebunden“ – also eine positive Konnotation. Die Computerwoche hingegen: „Second Life auch bei Jugendlichen ‚out'“. Ich frage mich, wie doof man sein muss, um so an der Realität vorbeizuschreiben. Second Life war nie eine Welt für Jugendliche – und taucht in der Studie auch nicht an prominenter Stelle auf. Ganz im Gegenteil: Der Altersdurchschnitt ist hoch. Die meisten SpielerInnen sind um die dreißig oder gar älter. Die Nutzerzahlen steigen immer noch. Dass Second Life also „out“ sein soll, bezieht sich nur auf den irrelevanten Medienhype im letzten Jahr, der aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatte. Hier will jemand offenbar aus nicht nachvollziehbaren Gründen Second Life niedermachen – vielleicht, weil er mal zehn Minunten „drin“ war und nichts Interessantes gefunden hat. Gullli.com formuliert völlig korrekt über Online-Spiele: „Das Spiel selbst rücke mitunter sogar in den Hintergrund, verdrängt durch die Kommunikation mit Mitspielern“. Genau das gilt für Second Life: Wer dort nicht in der Lage ist, „Freunde“ zu finden oder sich in Communities zu integrieren, wird das auch im realen Leben nicht schaffen. Dazu braucht man eine soziale Kompetenz, die man in Online-Spielen üben und lernen kann (vgl. Screenshot oben. Mein Avatar sitzt in dem schwebenden Fahrzeug).
Neulich habe ich mir in Second Life eine Spionagesoftware gekauft – den Traffic Proximity Sensor. Der war mir auf der Dresden Gallery begegnet (vgl. Screenshot 3), dort jedoch nicht korrekt konfiguriert. Diesen Näherungsschalter gibt es nicht nur in virtuellen Welten. Mit dem Sensor kann man detailliert das Nutzerverhalten auf seinem Territorium protokollieren lassen (vgl. Screenshot 4). Datenschützer werden die Haare zu Berge stehen. Aber wer sich in virtuellen Welten bewegt, weiß Bescheid: Eines der wichtigsten kommerziellen Motive ist, Daten über Nutzer zu sammeln und auszuwerten. Alles andere Gefasel ist Unsinn. Im Internet kann man das verhindern, in 3D-Welten nicht. Ich frage mich, warum Firmen, die in dieser Branche tätig sind, sich immer noch dieser Chance verweigern? Wer jetzt einschlägige Erfahrungen sammelt, hat einen unschätzbaren Startvorteil, wenn virtuelle Welten oder gar ein 3D-Browser zum Standard werden. Auch für die Wahrnehmungspsychologie wäre das Thema ein Leckerbissen: Wann fühlt sich ein Mensch wohl, der als Avatar unterwegs ist? Gelten andere Kriterien als im realen Leben – oder dieselben?
Da ich vorgestern eine kleine Parzellen erworben habe, weil mir die Prims ausgingen, konnte ich wieder einen virtuellen RSS-Feedreader aufstellen, der zum perfekten virtuellen Büro gehört. Den QA Multi Reader habe ich so konfiguriert, dass ich „inworld“ u.a. die Postings von burksblog.de lesen kann – oder die BBC-Nachrichten oder das offizielle Second-Life-Blog. Apropos Freunde: Der Screenshot unten zeigt eine römische Legion in Second Life beim Kampftraining. Ich habe eine Doppelseite eines virtuellen Buches „fotografiert“, das mir von einem weiblichen Mitglied der Legion im virtuellen Rom präsentiert wurde. Alles klar? Irgendwelche Fragen? Noch einmal zum Mitschreiben: Jemand hat in Second Life einen Screenshot von Legionären gemacht, den wiederum in ein virtuelles Buch gepackt, das man durchblättern kann. Dessen virtuelle Seiten habe ich In Second Life per Screenshot aufgenommen und in mein reales Blog gepackt. Alles hängt eben mit allem zusammen.
Cyberhure | Escort
Nullen und Einsen – Vorher und Nachher
Auch wenn es nur Nullen und Einsen waren, die ich per Screenshot gesichert habe – es ist ein merkwürdiges Gefühl, per Avatar und Sci-Fi-Flüggerät durch ein virtuelles Gelände zu streifen, das man vor einigen Monaten noch „bewohnt“ hat. Links ist die Region Zentral-Chokki heute, rechts vor dem Verkauf des Landes. Nur das Baumhaus (rechts vorn) einer Second-Life-Karteileiche, das mir nicht gehörte, ist als Konstante und Orientierungspunkt geblieben.
Olympia
Da ich Mitglied bei Reporter ohne Grenzen bin, muss ich auch in Second Life zum Anlass der Spiele adäquat gekleidet sein (Screenshots in meinem virtuellen Büro). Ich bin vermutlich aber das einzige Mitglied der deutschen Sektion von ROG, das sich in 3D-Welten tummelt; für die anderen ist so etwas eher Teufelswerk.
No Advertising, ja bitte!
Oho, das hört sich ja interessant an im offiziellen Second-Life-Blog: „…we plan to create different areas with different covenants in place that are actively enforced by Linden Lab; basically this means Zoning. This may include commercial areas, or residential only, or areas with no advertising. We hope to be talking more about how this will happen towards the end of the quarter.“ Das glaube ich erst, wenn ich es sehe. Aber Planwirtschaft und Bebauungspläne sind auch blöd.
Wo, bitte, geht es zur Oase?
Nur gut, dass Avatare nicht durstig werden…
Scharfe Cyberbraut
Virtual Sunset
Mein Avatar schaut sich den postkartenreifen Sonnenuntergang auf einer einsamen Insel im virtuellen Ozean an.
Zensur in Second Life
The Avastar: „Lab verscheucht Karikaturisten“
Die Nacht der lebenden Avatar-Leichen, revisited
Wie schon im April hier unter dem Titel „Die Nacht der lebenden Avatar-Leichen“ berichtet, versuchen Landbesitzer in Second Life immer wieder, durch Tricks den „traffic“ zu erhöhen, um dadurch in der internen Suchmaschine ein gutes Ranking zu erzielen. Heute habe ich das auf einer Parzelle in luftiger Höhe wieder gesehen – wo normalerweise kein Avatar hinkommt: Eine große weiße, schwebende Kiste, in die man nur mit einem Trick hineinsehen konnte. Darin eine Gruppe „toter“ Avatare, die vortäuschen, das Land sei gut besucht. So wird es auch in der Second-Life-internen Karte angezeigt (ein grüner Punkt bedeutet einen Avatar). Ist aber gar nicht wahr. Wie die das machen, weiß ich nicht. Normalerweise werden Avatare automatisch nach einigen Minuten der Inaktivität ausgeloggt.
Unter Kränen
Beim „Fotografieren“ in Second Life ist es ähnlich kompliziert wie im richtigen Leben, eine interessante Perspektive zu finden. Der „fotografische Laie“ kann dabei eine Menge lernen und Erfahrungen sammeln. [Der Kran steht übrigens auf einer Sim von Second Interest]
Second Life | Killer Applications
Nur die eingefleischten Stammleserinnen und Stammleser (eine Hand voll?) werden sich für meine Traktate über Second Life interessieren. (Wer das langweilig findet: Geht doch woanders hin!). Ein Neuer im Stuff bei Lindenlab schreibt übrigens: „Second Life users are more mainstream than many assume. It’s not just tech-savvy early adopters or gamers. It’s a much broader cross-section of society with a median age in the early 30’s and nearly half the time spent in world is by women. (…) The diversity of use cases in Second Life is mind-boggling (…) Second Life has an enviable business model. While some may have written off Second Life during our post-hype phase, Second Life has a business model most media, metaverse and social networking companies would kill for. (…) I’ve come to see a couple of use cases as future killer apps – namely virtual meetings and education. “ Das sehe ich alles genau so. Ich bin jetzt seit 17 Monaten aktiv dort und meine das beurteilen zu können. in Kürze werde ich übrigens auf einem Zweitrechner, auf dem ich heute noch eine alte Windows-Version installieren werde, Lifely von Google und das chinesische HiPiHi testen und darüber berichten.
Linden Lab macht wieder in Planwirtschaft. Im Juni war ihnen aufgefallen, dass die Preise für virtuelles Land rapide in den Keller sanken. Kein Wunder, denn es werden immer neue SIMs freigeschaltet. Das Kleine Einmaleins der Marktwirtschaft sagt dazu: Bei gleichbleibender Nachfrage führt ein immer größeres Angebot gewöhnlich zu sinkenden Preisen. Also wurde die Freischaltung neues virtueller Kontinente gestoppt. „For the last 3 weeks the previous decline in average Mainland price per meter has halted and the price is now holding steady at an average of L$7.25 (averaged over the last seven days). After review, we have decided to remain as we have been, so we are not going to add any more Mainland whole regions for the next two weeks“. Aha. Mal sehen, ab wann es ein „Vorbildliches Immobilien-Verkaufs-Kollektiv“ geben wird.
Natürlich habe ich mir nach dem Verkauf meines Landes ein neues „Büro“ eingerichtet – ohne feste Sprechzeiten. Dort kann ich Interviews führen und mitschneiden. Zudem habe ich dort einen so genannten LandProtector installiert, der ungebetene Avatare nach einer Warnung und einer Minute Vorlaufzeit hinauswirft, auch wenn ich gar nicht online bin. [erhältlich hier]. Ich bekomme sogar automatisch einen E-Mail, wen es getroffen hat (Sorry, Mucksy!). Die Screenshots (anklicken) zeigen 1) die Second-Life-Karte (vergleichbar mit Google Earth), links oben in der Region Chokki liegt mein neues virtuelles „Zuhause“ – aber an der obersten Grenze des „bebaubaren“ Landes; 2) mein dortiges Büro und das meines „Untermieters“ („Detective Agency Yuroki Uriza – Private Investigations“) samt Landebahnen und Fotoatelier. Die Ausstellung „Beauty and Charisma“ hat eine neue Adresse – ist aber über den HPC Teleporter schnell zu erreichen. 3) Der Vulkan steht auf Ichelus; der letzte Screenshot ist auf meinem Land in rund 400 „Metern“ Höhe gemacht worden.
Grafikkarte | Second Life
Herzlichen Dank an alle wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser, die mir geholfen haben, mit der neuen Grafikkarte zurechtzukommen. Ich habe sie heute eingebaut und installiert. Und siehe, es ward gut – zu meiner Überraschung. sudo apt-get install nvidia-glx hat geholfen. Die Tastatur war zwar anschließend englisch, aber das habe ich auch korrigieren können.
Jetzt sehe ich Second Life auch so, wie es sich gehört. Ich habe mir gleich ein neues Büro eingerichtet, da ich das alte wegen meines virtuellen Umzugs gelöscht hatte. Demnächst mehr in diesem virtuellen Theater.
Virtueller Umzug
Ich habe heute fast meinen gesamten virtuellen Grundbesitz in Second Life verkaufL Dem realen Umzug sollte auch ein virtueller folgen. Und bei dem Preis, den ich erzielen konnte, hätte niemand abgelehnt: rund 22.000 virtuelle Quadratmeter für 400 reale Euro. Jetzt muss ich die 180.000 Lindendollar noch in die reale Paypal-Welt transferieren. Ich zahle ab sofort 40 Dollar im Monat für meinen Premium-Account.
Interessierte AvatarInnen finden mein Büro – im Steampunk Dreamliner – wie bisher in Chokki, aber in der „nordwestlichen“ Ecke (siehe Kartenausschnitt) in luftiger Höhe: 28/228/757, 700 „Meter“ über dem Sexclub. Ich suche übrigens weiterhin drei PartnerInnen, die mit mir zusammen eine eigene Sim kaufen und (journalistisch) betreiben wollen.
Open Grid Protocol | Avatare auf dem Sprung
Interessanter Artikel auf computerwoche.de: „Entwickler von Linden Lab und IBM haben erfolgreich Avatare aus einer Testumgebung in Second Life in eine andere virtuelle Welt ‚teleportiert‘. (…) Das Experiment stellt einen ersten Schritt in Richtung Interoperabilität zwischen virtuellen Welten dar. (…) Der erste Schritt auf dem Weg zu interoperablen Welten ist Ergebnis einer im Oktober 2007 verkündeten Zusammenarbeit. Ein Video vom Experiment gibt es hier. Noch im Juli soll laut Linden Lab eine Open Grid Public Beta starten, in der externe Entwickler das Second Life Preview Grid auf seine Interoperabilität mit OpenSim testen können.“
Nachtrag: N-TV.de: „Google will mit einem neuen Internet-Service dem einst sehr populären „Second Life“ Konkurrenz machen. Mit „Lively“ sollen Nutzer in Form eines digitalen Stellvertreters (Avatar) durch virtuelle Räume flanieren und mit anderen Besuchern kommunizieren können. Anders jedoch als bei „Second Life“ soll der kostenlose Dienst direkt in das Internet eingebunden sein, erklärte Google-Technikerin Niniane Wang. Das habe den Vorteil, dass die 3-D-Welten, Avatare und selbst entworfenen Räume nicht mehr an einen Ort gebunden sind, sondern sich auch in eigene Weblogs oder Webseiten einbinden lassen.“ Ach ja: „Requires Windows Vista/XP with Internet Explorer or Firefox“. Harhar.
(N-TV setzt keine Links, den zu Lively habe ich nachträglich eingefügt.)
Second Life: Älter, klüger, weiblicher
Electronic Commerce Info Net (FTK – Forschungsinstitut für Telekommunikation): „Demnach ist der Altersdurchschnitt von 36 Jahren überraschend hoch. 42 Prozent der User sind sogar älter als 40 Jahre und ebenfalls 42 Prozent weiblich. In der Altersgruppe der 16-bis29jährigen liegt der weibliche Anteil mit 34 Prozent höher als bei den Männern mit 23 Prozent. Das liegt, nach Meinung der Autoren, auch an der höheren kommunikativen Eigenleistung, die in Second Life erbracht werden müsse und besonders Frauen anspreche. Insgesamt verfügen die Nutzer von Second Life über ein höheres formales Bildungsniveau als der Bevölkerungsdurchschnitt. Etwa zwei Drittel der deutschen Second Life-User haben einen Job, Frauen häufiger in Teilzeit. Der Anteil der Freiberufler liegt insgesamt bei 17,7 Prozent, der Anteil der Beamten und angestellten bei 43,8 Prozent. Facharbeiter machen 11,5 Prozent aus und leitenden Beamte 17,2 Prozent.“
Second Life rät Firmen von Second Life ab
Golem.de schreibt: „Der neue Chef des Betreibers von Second Life rät Firmen derzeit davon ab, in der virtuellen Welt eigene Niederlassungen zu gründen. ‚Second Life befindet sich noch ganz am Anfang‘, bekennt Linden-Labs-Geschäftsführer Mark Kingdon. (…) In naher Zukunft sollten sie zurückkommen, „um dem ‚Zweiten Leben‘ eine zweite Chance zu geben“, sagte er dem Magazin Focus. Der Medienhype in der Vergangenheit sei der Online-3D-Welt nicht gut bekommen“. (By the way: Focus online entblödet sich nicht, wieder mal das uralte Bild mit den drei Avataren zu nehmen, das schon während des Hypes vor einem Jahr ständig zu sehen war. Und golem.de kann offenbar keine Links an der richtigen Stelle setzen.)
Mit Verlaub: Ich sehe das anders als der SL-CEO. Wie lang soll denn die Pause sein, und was soll in der Zwischenzeit geschehen? Vermutlich nur ein paar Updates, dass der Zugangsclient nicht ständig abstürzt – Nutzer von Online-Computerspielen würden sich das nicht bieten lassen. Der Rest – also das Prinzip – wird sich kaum ändern müssen. Es müssen aber neue Konzepte des Branding Building her. Geld verdienen geht nicht, aber Erfahrungen sammeln. Aufwand und Nutzen stehen in einem äusserst günstigen Verhältnis. Listen to the words of Andrew McGregor and his wisdom!
[Montage: Burks]
Attitude und alles Mögliche
Heute beschäftigen wir uns nicht mit Aptitude, sondern mit Attitüde. Ich frage mich übrigens, wer warum dieses Blog liest. Wen interessieren meine private Hundefotos und was ich sonst so hier verbreite? Ist ja auch wurscht. Ich blogge einfach ziellelos und unkoordiniert vor mich hin. Auch die beiden Bilder sind ohne Zusammenhang und haben nichts mit dem Text zu tun (eine Sprengung einer Raumstation in Second Life und Tölchen im Garten meiner Eltern im Grunewald).
Wer Second Life hier vermisst: Meine Grafikkarte hat den Geist aufgegeben und die 3D-Welt sieht jetzt eher aus wie 2D oder das World Wide Web mit Lynx. Macht zur Zeit keinen Spaß. Ich werde aber demnächst einen großen Teil meines Landes in Chokki verkaufen und auf eine eigene SIM ziehen. Die Verhandlungen laufen schon.
Über den Telepolis-Artikel „Schonfrist für den Nazi-Nachwuchs“ habe ich mich kräftig geärgert. Diese Räuber-und-Gendarm-Attitude ist doch lächerlich. Allein schon der Vorspann sagt alles: „Die ‚Heimattreue Deutsche Jugend‘ erregt seit Jahren die Aufmerksamkeit von Polizei und Verfassungsschutz. Doch ein Verbot der rechtsextremistischen Organisation lässt auf sich warten“ Was „Aufmerksamkeit erregt“, sollte einem bei dem gemeinhin hysterischen Mediendiskurs in Deutschland an einem Körperteil vorbeigehen, der hier nicht näher bezeichnet werden soll. Der alarmistische Erregungszustand, der bei den Lichterkettenträger per default in Permanenz gesetzt ist, ist keine Politik, sondern folgenlose und sinnfreie Moralthologie. Zum Zweiten ist der Verfassungsschutz bei denkenden Menschen keine seriöse Quelle. Was er sagt, meint und wovor er warnt, sollte einfach nicht beachtet werden. Und drittens bringt mich der Tesxtbaustein „ein Verbot lässt auf sich warten“ erst richtig in Rage. „Melde gehorsamst, mein Führer Schäuble: ‚Heimattreue Deutsche Jugend‘ entdeckt, bitte Verbot durchführen!“ So denkt diese Art von „Linken“, die nach dem starken Staat rufen, wenn es gegen Nazis gehen soll. Wenn man dieses Gefasel kritisiert, machen die gleich auf beleidigte Leberwurst. Wer links ist, fordert nicht den Staat zu Verboten auf. Basta.
Nun zu etwas Erfreulichem – der Spitzelaffäre bei der Telekom: Ein Bericht im Handelsblatt demonstriert, warum immer alles rauskommt. „Network-Chef Ralph Kühn hatte den Bonner Konzern in einem zwei Wochen zuvor bei der Telekom eingegangenen Fax erpresst. Darin drohte er, die Hauptversammlung massiv zu stören und der Presse mitzuteilen, dass er im Auftrag des Konzerns illegal Telefonate zwischen Aufsichtsräten und Journalisten abgeglichen habe. Mit dieser Botschaft drängte Kühn darauf, dass die Telekom endlich seine Rechnung von Mitte Februar über insgesamt 650 000 Euro bezahlen solle und ihm darüber hinaus Schadensersatz zustehe. Nach dem Eingang dieser Drohungen hat der Konzern nach Informationen des Handelsblatts aus dem Konzernumfeld Kühn kurz vor dem Aktionärstreffen 174 000 Euro angewiesen; offenbar in der Hoffnung, Kühn wenigstens für die Hauptversammlung ruhigzustellen.“
Wie dämlich kann man als Manager bei der Telekom eigentlich sein? Man zahlt eine sechsstellige Rechnung für äußerst schmierige Dienstleistungen nicht oder zerstreitet sich mit demjenigen, der legal, illegal, scheißegal, andere Leute bespitzeln soll, und wundert sich dann, dass die Presse davon Wind bekommt. Das Motiv von Informanten, die über Skandale auspacken, ist immer egoistisch – sie wurden verärgert, verprellt oder sind sonstwie sauer. Einer quatscht immer.
Apropos quatschen. Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch quatscht nicht und bellt auch nur einmal in der Woche, wenn er sich vor irgendwas erschreckt oder ihm etwas Ungewöhnliches begegnet. Zum Beispiel findet er Autos, deren Kühlerhauben offenstehen, doof und unordentlich: Sowas gehört sich nicht. Man bzw. hund muss daher die Kühlerhaube anbellen. Der eingebaute Hundeinstinkt sagt ihm: Wenn es heiß ist, musst du in den Schatten. Als die Evolution das so festgelegt hat, gab es noch keine Möbel. Tische und Schreibtische sind für Tölchen also wie Büsche oder Höhlen. Deswegen legt er sich auch in der Wohnung immer unter einen Tisch, weil die Gene ihm irrig einflüstern: Da ist Schatten, legt dich dahin.
Molotov Alva and His Search for the Creator

PC Welt (10.05.2008): „Mit ‚Molotov Alva and His Search for the Creator: A Second Life Odyssey‘ steht der erste komplett in der Spielgrafik von Second Life gedrehte Dokumentarfilm zum kostenlosen Stream bereit. Die Zusammenfassung von zehn Video-Tagebüchern befasst sich mit der Geschichte von Molotov Alva, der im Januar des vergangenen Jahres spurlos verschwand und wenig später im Second Life wieder auftauchte. Seine Tagebücher bieten die Grundlage für den von Douglas Gayeton gedrehten Dokumentarfilm.“
Es muss natürlich heißen: „mit der Geschichte Molotov Alvas“, weil der Genitiv im Deutschen hier nicht mit „von“ gebildet wird. Von Computerzeitschriften elaborierten Code zu verlangen, ist selbstredend vermessen.
























































