Mein Avatar und die Brasilianer
Der Avatar, der in dem Bus sitzt (ich), verbraucht nach Angaben der Berliner Morgenpost so viel Strom wie ein durchschnittlicher Brasilianer.
Alice, Harald, Ludwig und die Huren
Alice Schwarzer hat den Ludwig-Börne-Preis erhalten. Harald Schmidt hielt die Laudatio: „Warum ich in den Feminismus eingetreten bin“.
Wenn alle – sich gegenseitig lobend – übereinander herfallen, ist Misstrauen angesagt. Es ist natürllich völlig wurscht, wer welchen Preis kriegt. Börne leitete in seinen Schriften „die Notwendigkeit einer Revolution in Deutschland ab“. Schwarzer macht das nicht, sondern unterstützt Angela Merkel, die BILD-Zeitung und die viktorianische Prüderie. Schwarzer sei eine „schlicht denkende Übermutter“, schreibt die gewohnt streitbare Katharina Rutschky in der Berliner Zeitung.
Die meisten Medien nehmen die Agenturmeldungen. Dort steht dann wortgleich am Schluss: „Vor der Zeremonie hatte ein Frankfurter Hurenverein gegen die Vergabe des mit 20.000 Euro dotierten Preises an Schwarzer protestiert. Mit ihrer Kritik am seit 2002 geltenden Prostituiertengesetz habe sich Schwarzer von einer ‚Rebellin‘ zu einer ‚Demagogin‘ gewandelt“.
Da deutsche „Online“-Medien keine Links setzen, weil sie entweder zu faul sind oder sich vor dem Internet fürchten, musste ich mir die Website des Vereins selbst suchen. Das war nicht einfach. Hier der Link zu den Sexworker News. Der Verein heisst Doña Carmen e.V., und hier ist der Aufruf zur „Kundgebung gegen rechtskonservativen Polizeifeminismus und primitiv rassistische Prostituierten-Hatz“.
Da ich heute ganz friedlich gestimmt bin, illustriere ich dieses kleine Posting nur mit virtuellen Sexarbeiterinnen. Ich könnte auch anders, um etwas zu Schwarzers völlig reaktionärer, also unrevolutionärer Haltung zum Thema Pornografie zu sagen.
Do You Speak English?
In einem so genannten „Free Sex Room“ in Second Life…
Space Station
Meine „Raumstation“ in Second Life, aktueller Stand: Rechts unten ist der Steampunk Dreamliner angedockt. In der MItte ist die Rakete (vgl. „Nachtflug„) zu erkennen, die auf 4000 „Meter“ Höhe eine weitere, kleine Station installiert. Auf dem obersten Niveau findet der interessierte Avatar den Konferenzraum und die Bar, auf dem mittleren den Borg-Inkubator und die Kommandozentrale, unten die Privaträume und das Atelier. Die diversen Fluggeräte verteilen sich auf die Landebahnen. Einige habe ich jetzt unten im Space Center – gegenüber meinem virtuellen Büro in Chokki – ausgestellt.
Cockpit
Ähm. Wie fliegt man noch mal gleich einen virtuellen Zeppelin?
Moments in Second Life
Ja, immer noch viel zu tun. Und heute abend gibt es eine Überraschung. Heute früh jedoch das Übliche, das die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser sich gähnend abwenden lässt: Cyberhuren im Red-Light-District, zwei Mädels (aber wer weiß das schon genau?) vergnügen sich in einem Zeppelin. Unten: Ich baue gerade alles um. Gegenüber von meinem virtuellen Büro entsteht ein Space-Center mit zweistufigem „Aufzug“ (Teleport) direkt in die Weltraumstation. Ich bastele noch an den Details. Es wird eine Weile dauern.
Want some fun?
Ich muss heute drei (!) Artikel schreiben und bin mit dem Buchmanuskript auch noch nicht fertig. Mit dem ausführlichen Bloggen wird das also nichts, zumal auch noch heute Nachmittag ein Spaziergang mit Gattin und Tölchen aka Ajax vom Teufelslauch zuzüglich Kaffee und Kuchen bei Mom and Dad angesagt sind, die in unmittelbarer Nachbarschaft von Joschka Fischer wohnen. Ob das heute alles so funny wird, weiß ich noch nicht.
Striptease
Gogo-Girl in einem Sex-Club in Second Life.
Bus to nowhere
Immer öfter online sex-süchtig
Die „Experten“ haben wieder zugeschlagen. Es geht zum wiederholten Male um „Internet-Sucht.“ Das Gefasel auf stern.de über die „Süchtigen“ ist sehr komisch: „20 Prozent von ihnen seien chatsüchtig, vor allem Frauen über 30 Jahre, 50 Prozent seien „online-sexsüchtig“, vor allem männliche Studenten und Singles. Warum diese „soziale Scheinwelt“ eine solche Attraktivität ausübe, müsse noch erforscht werden, meint das Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg.“
Die Sache ist natürlich Public Relations und hat mit der Realität nichts zu tun. Hintergrund ist eine Anhörung im Kulturausschuss des Bundestages; da muss vorher noch einmal kräftig heiße Luft verbreitet und Stellen gefordert werden. Grundlage der Medienberichte ist eine Studie des europäischen Verbands der Online-Vermarkter (EIAA), „wonach Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren an durchschnittlich fast 6 Tagen die Woche Zeit im Internet verbringen und 43 Millionen Deutsche regelmäßig im Internet surfen. Etwa zwei Millionen gelten demnach als onlinesüchtig.“ „Gelten demnach“? Und bei wem? Das ist doch Humbug, verehrte „Psychologen und Suchtexperten„. Aber die steilen Thesen sind olle Kamellen und stammen von Gabriele Farke, Onlinesucht-Beraterin und Initiatorin des Selbsthilfe-Portals Onlinesucht.de. Es gibt dort sogar schon einen „HSO-Onlinesucht-Präventions-Song„. („Hier reinhören und mitsingen“). Bruhahahaha. Die spinnen, die Suchtexperten. Ich habe viel bessere Musik gegen Usenet-, Telnet und SMTP-Sucht.
Die Internet-Experten von Burks‘ Blog habe das Thema „online-sexsüchtig“ selbstredend sofort überprüft und investigativ recherchiert und sind auch sofort fündig geworden, wie diese heimlich gemachte Aufnahme beweist. Kein Wunder bei einer Million Sex-Süchtigen. Sie sind einfach überall, sogar in Second Life.
Bürohaus zu vermieten | 25 Euro pro Monat
Exklusiv und Gelegenheit: Helles Bürohaus in Chokki zu vermieten, zwei Etagen inklusive modernem Mobiliar (Empfangstheke, Bestuhlung), zwei Computern, installiertem Aufzug (Teleport) und Treppe, weitere Installationen werden auf Wunsch gefertigt. Optional: E-Mail-Server (IM an E-Mail), Chat-Mitschneidemöglichkeit, verstecker Avatar-Scanner, Anrufbeantworter. Direkt gegenüber meinem Büro (vgl. Foto unten rechts: Blick auf Office Burkhard Schroeder, Büro German Privacy Foundation u.a.), an drei Seiten ausbaufähiger Garten. Aufstockung von einer oder zwei Etagen möglich. Prims nach Vereinbarung. Preis 25 Euro oder 10.000 Lindendollar pro Monat.
Die Nacht der lebenden Avatar-Leichen
Linden Lab hat den neuen Viewer 1.19.1 freigegeben. Das ist endlich einmal eine gute Nachricht an der Technik-Front. Der Client entspricht dem alten Text-Viewer Windlight, der seit dem letzten Update nicht mehr funktionierte (jedenfalls nicht mit Linux). Das hervorragende Feeling, Himmel, Wolken und Oberflächen betreffend, ist also jetzt Standard. Schön, wenn man sich überhaupt einloggen könnte – „Resident logins have been disabled until our toplevel routing issues have been resolved.“ Die kämpfen immer noch mit ihren Rechnern….
Ich habe gerade kaum Zeit für das virtuelle Leben und schaue nur kurz nach dem Rechten. Gestern sah ich nahe bei meiner Raumstation (Hintergrund oben) eine Gruppe regungsloser Avatare auf einer Plattform, einige davon halb nackt, die auf keinen Zuruf reagieren. Irgendein Witzbold hatte dort eine Art Avatar-Falle eingebaut: Ein Script „fesselt“ die Avatare, und nur ein bestimmtes Kennwort macht sie wieder frei. Wenn das Neulinge sind, werden die das nicht witzig finden.
Unterwegs im zweiten Leben
„Wie messbar ist der Erfolg?“ fragt bild.de: „Viele Unternehmen aus dem realen Leben planen Auftritte in Second Life, um die neuen Wege des virtuellen Marketings zu erforschen.“ – „Unterwegs im zweiten Leben“ titelt die Kölnische Rundschau: „Doch wo sich große Firmen zurückziehen und die privaten Händler ihre Erwartungen enttäuscht sehen, da boomt die eigentliche Idee des zweiten Lebens: Die Unterhaltung.“ Ja, watt denn nu? fragt man sich. Firmen rein oder raus aus Second Life? Bild.de macht ohenhin nur Reklame für den aktuellen Avastar. Die Kölnische Rundschau hingegen beschreibt – leider ohne den Autor zu nennen – die aktuelle (virtuelle) Realität überraschend präzise: „So scheiterten die Firmen vor allem daran, dass ihre Werbestrategien daran mangelten, worum es in Second Life vor allem anderen geht: Der Unterhaltung mit anderen Menschen. Statt persönliche Berater zu platzieren bauten Firmen mit großen Aufwand riesige Shops mit vielen Infos und wenig Wärme und Spaß.“ Hört, Hört! Das ist wahr.
Steampunk Dreamliner, reloaded
Besuch einer Nachbarin mit dem Steampunk Dreamliner. Die Dame ist meine Untermieterin, das schwebende Haus fast an der Baugrenze gehört mir.
Philip Rosedale: Changing his Job
Computerwoche.de: „Rosedale, der Linden Lab im Jahr 1999 gegründet hatte, wolle nach erfolgreichem Abschluss der Suche nach einem Nachfolger auf den Sessel des Verwaltungsratsvorsitzenden (Chairman of the Board) wechseln, teilte Linden Lab mit. Diesen Posten hat derzeit noch der frühere Lotus-Development-Gründer und inzwischen Finanzinvestor Mitch Kapor inne. Kapor räumt seinen Platz für Rosedale, bleibt aber Mitglied des Aufsichtsgremiums.“ [Vgl.: Second-Life-Blog: „Changing my Job“.]
Von der Computerwoche hätte ich übrigens ein paar aussagekräftige Links zum Thema erwartet. Die Deutschen raffen es einfach nicht mit dem Online-Journalismus. BBC News und Reuters berichten ganz annehmbar.
Second Earth
Private Investigations | Detecive Agency
Chokki by night
Eine ungewöhnliche Perspektive meines Bürohochhauses in Second Life, Region Chokki. Rechts oben der Lande- oder „Ankerplatz“ für einen der beiden „Zeppeline“.
Nachtflug
Nächtlicher Raketenflug von meiner Raumstation in Second Life auf vier „Kilometer“ Höhe.
Parachuting
Hier springt mein Avatar mit einem Fallschirm über meinem virtuellen Territorium ab. Links unten ist mein Büro (mit dem blauen Schild). Darüber Typelicious, darüber (auf der linken Seite des Gebäudes) der Privatdetektiv Yuroki Uriza, darüber sind einige Titel des Medienmagazins Berliner Journalisten ausgestellt. Darüber ist die Fotoausstellung „Beauty and Charisma“, darüber (nicht mehr im Bild) die „Bar Kreuzberg“ mit Dachgarten, privatem Swimmingpool und der Hubschrauberlandeplatz mit Zeppelin; rechts unten das Büro der German Privacy Foundation, darüber die „German Bloggers„. Die Fläche darüber ist noch zu vermieten. Die „Glas“gebäude rechts unten sind die virtuelle Niederlassung der Düsseldorfer Agentur Mentalwork. Ganz rechts sieht man eine kleine Ecke des virtuellen Gebäudes der picturemaxx AG München. Die Agentur verlässt Second Life Ende März – das Haus ist dann zu vermieten. Es gibt aber schon Interessenten. Angebote bitte an burks@burks.de!













































