Die Vorratsdatenspeicherung kommt
Heise: „Die EU-Kommission hat Deutschland und Rumänien eine Frist von zwei Monaten gesetzt, um die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umzusetzen“.
Der Zweck heiligt alle Mittel
Presseveröffentlichung des CCC über den neuen „Staatstrojaner“:
Die Verantwortlichen für die Konzeptionierung, den Einsatz und die Überprüfung dieser Trojaner lassen den notwendigen Respekt vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2008 sowie eine ausreichende technische und rechtliche Ausbildung vermissen. Wer solch grundgesetzwidrige Vorgehensweise nach der Maxime ‚der Zweck heiligt die Mittel‘ nicht nur billigt, sondern fortzuführen plant, hat in verantwortlicher Position in einem Rechtsstaat nichts verloren.
Das kümmert Ziercke und Konsorten aber einen Dreck.
Keine Ausnahme hinzugefügt

Spiegel online. mit vernünftigen Browser-Einstellungen angesehen.
Das Ministerium für Wahrheit informiert
CSU-Innenpolitiker Uhl fordert Trojaner-KZ.
Anti-Viren-Programme sind Malware
Computerbild: „Ein bekannter Virenschutz-Hersteller hat beim Ausspähen eines Nutzers geholfen.“
„Eine Strafverfolgungsbehörde hat sich an uns gewendet und unsere Mitarbeit angefragt. Ein User wurde anhand eines gezielten Angriffs ausgespäht“, heißt es in der vertraulichen Nachricht des hochrangigen Mitarbeiters. Dem Hersteller wurde eine Kopie des Bundestrojaners überlassen. Das Virenschutz-Unternehmen hat den Trojaner daraufhin so angepasst, dass die eigene Schutz-Software den Verdächtigen nicht warnte – und so die Bespitzelung ermöglichte.
By the way, Computerbild: Wie kam die eigentliche Software zum Ausspähen auf den/die Rechner des Verdächtigen? Nur mal so ganz nebenbei gefragt.
Die Pointe steht aber hier: Fakt ist aber, dass der modifizierte Trojaner zumindest im Ermittlungszeitraum eine Gefahr für alle Kunden der kooperierenden Anti-Viren-Schmiede war.
Noch mal zum Mitschreiben: Das Unternehmen, was rechtlich nicht verpflichtet war, Hilfspolizei zu spielen, hat sene „Virenschutz“-Software so modifiziert, dass diese die Spionage-Software zum Ausspähen von Internet-Telefonie Mit den bekannten Risiken und Nebenwirkungen) nicht erkennen konnte.
Das ist deutsche Leitkultur. Noch Fragen?
Verfassungskonforme Überwachung von Computern ist technisch nicht möglich
Christopher Lauer sagt klar und angenehm, was erstens, zweitens, drittens käm (via Fefe):
Der Einsatz des “Bundestrojaners”, der unter anderem auch Bildschirminhalte überwacht, stellt also einen klaren Verfassungsbruch dar, wird aber trotzdem von Spitzenpolitikern wie Uhl oder Friedrich verteidigt. (…) Eine verfassungskonforme Überwachung von Computern ist schon technisch nicht möglich. Der Innenminister täte gut daran seinen aussichtslosen Kampf gegen die Realität zu beenden.
Solchen Dumpfbacken wie dem Innenminister würde ich auch einen Putschversuch trauen.
Die Trojaner sind vom Pferd gefallen
Die FAZ schreibt: „Der deutsche Staatstrojaner wurde geknackt“. Auch Heise formuliert „CCC knackt Staatstrojaner“ (von Krempl erwarte ich auch nichts anderes). Der CCC beginnt korrekt „Der Chaos Computer Club (CCC) hat eine eingehende Analyse staatlicher Spionagesoftware vorgenommen“, fährt dann aber leider auch im Medien-Neusprecht fort: „Die untersuchten Trojaner [sic] können nicht nur höchst intime Daten ausleiten, sondern bieten auch eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Aufgrund von groben Design- und Implementierungsfehlern entstehen außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen können.“
Im eigentlichen Bericht (Lesebefehl!) ist es korrekt: „Dem Chaos Computer Club (CCC) wurde Schadsoftware zugespielt, deren Besitzer begründeten Anlaß zu der Vermutung hatten, daß es sich möglicherweise um einen ‚Bundestrojaner‘ handeln könnte.“ (Anführungszeichen! Eben!)
Da fällt mir Wolfgang Fritz Haug ein: „Begriffe sind Abstraktionen, die dann brauchbar sind, wenn sie tatsächliche Bewandtnisse komplexer Gegenstände erfassen. Sie sind analytisch gewonnen Denkbestimmungen, deren Aufgabe es ist, aus dem fürs Denken einzig gangbaren Weg Konkretion zu erreichen.“
„Staatstrojaner“ ist ein Begriff, der ungefähr so seriös ist wie „friedenserzwingende Maßnahme“ für Krieg. Ausserdem wendet sich jeder humanistisch Gebildete mit Grausen ab, weil die sagenhaften Trojaner mitnichten in dem Pferd saßen, sondern die Griechen, und das trojanische Pferd als Computerprogramm dann auch so genannt werden müsste.
Ich habe jetzt das Vergnügen, rational denken zu dürfen, obwohl ich von einer Horde johlender Verschwörungstheoretiker umgeben bin und die wiederum von einer noch größeren Horde von ahnungslosen Dummköpfen, die gar nicht denken wollen.
Die Faz schreibt: Der Trojaner kann laut der Analyse des Chaos Computer Clubs (CCC) beliebige Überwachungsmodule auf den einmal infiltrierten Computer nachladen – „bis hin zum Großen Lausch- und Spähangriff“, wie CCC-Sprecher Frank Rieger in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ schreibt..
Jetzt mal gaaaanz langsam und genau hinsehen. Die Pointe kommt jetzt:
Die spezielle Überwachungssoftware wird von den Ermittlungsbehörden unter anderem zur sogenannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung genutzt. Die Quellen-TKÜ dient dazu, Kommunikation schon auf dem Computer eines Verdächtigen abzufangen, bevor sie verschlüsselt wird. Im Unterschied zur Online-Durchsuchung….
Hier geht es um das Abhören von Internet-Telefonie (Windows! Skype! „Die in den Trojaner eingebauten Funktionen sind das Anfertigen von Screenshots und das Abhören von Skype- und anderen VoIP-Gesprächen, allerdings können auch beliebige Schad-Module nachgeladen und ausgeführt werden.“) und um nicht anderes. Nicht mehr oder weniger. Es geht nicht darum, von fern ein Programm auf einen Rechner zu schleusen (welche IP-Adresse würde diese haben?) und den ohne Wissen des Nutzers fernzusteuern. Das jedoch kann man mit dem vom CCC analysierten Programm zweifellos („Die Malware bestand aus einer Windows-DLL ohne exportierte Routinen.“ Bekanntlich nutzt niemand Linux oder Apple.)
Die Zahnpasta ist leider aus der Tube, auch wenn sogar die FAZ darauf hinweist, dass die real gar nicht existierende „Online-Durchsuchung“ etwas anderes sei als die so genannte „Quellen-TKÜ“. Beide Begriffe stammen ohnehin aus dem Wörterbuch des Unmenschen, sind Propaganda und wurden vom Ministerium für Wahrheit in die Welt gesetzt, was bei der übergroßen Zahl der regimetreuen Medien zu der irrigen Annahme führt, man dürfe auch nur diese Begriffe benutzen.
„Der CCC betonte, die sogenannte Quellen-TKÜ dürfe ausschließlich für das Abhören von Internettelefonie verwendet werden“, schreibt Heise. Richtig, aber die Ermittler handelten offenbar nach der Maxime „legal, illegal, scheißegal“. Ich habe nichts anderes erwartet. Die Schad- und Spionagesoftware macht auch genau das, was man von ihr erwartet: „So kann der Trojaner über das Netz weitere Programme nachladen und ferngesteuert zur Ausführung bringen“. (Gemeint ist: das Trojanische Pferd).
Die ausgeleiteten Bildschirmfotos und Audio-Daten sind auf inkompetente Art und Weise verschlüsselt, die Kommandos von der Steuersoftware an den Trojaner sind gar vollständig unverschlüssselt. Weder die Kommandos an den Trojaner noch dessen Antworten sind durch irgendeine Form der Authentifizierung oder auch nur Integritätssicherung geschützt. So können nicht nur unbefugte Dritte den Trojaner fernsteuern, sondern bereits nur mäßig begabte Angreifer sich den Behörden gegenüber als eine bestimmte Instanz des Trojaners ausgeben und gefälschte Daten abliefern. Es ist sogar ein Angriff auf die behördliche Infrastruktur denkbar.
Avanti Dilettanti. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, denn sie straft diejenigen Lügen, die glauben, „die da oben“ hätten von irgendwas eine Ahnung. Wie stellte sich das BKA-Chef Ziercke das vor mit der „Online-Durchsuchung“:
Dieses Programm, was wir da entwickeln, muss ein Unikat sein, darf keine Schadsoftware sein, darf sich nicht selbst verbreiten können und muss unter der Kontrolle dessen stehen, der es tatsächlich einbringt, wobei die Frage des Einbringens die spannendste Frage für alle überhaupt ist. Ich kann Ihnen hier öffentlich nicht beantworten, wie wir da konkret vorgehen würden. Sie können sich die abstrakten Möglichkeiten vorstellen, mit dem man über einen Trojaner, über eine Mail oder über eine Internetseite jemanden aufsucht. Wenn man ihnen erzählt hat, was für eine tolle Website das ist oder eine Seite mit ihren Familienangehörigen, die bei einem Unfall verletzt worden sind, sodass sie dann tatsächlich die Seite anklicken.
Sehr hübsch ist das Fazit im CCC-Bericht: „Wir sind hocherfreut, daß sich für die moralisch fragwürdige Tätigkeit der Programmierung der Computerwanze keine fähiger Experte gewinnen ließ und die Aufgabe am Ende bei studentischen Hilfskräften mit noch nicht entwickeltem festen Moralfundament hängenblieb.“
Jetzt aber Butter bei die Fische: „Wir haben keine Erkenntnisse über das Verfahren, wie die Schadsoftware auf dem Zielrechner installiert wurde. Eine naheliegende Vermutung ist, daß die Angreifer dafür physischen Zugriff auf den Rechner hatten.“
Anders geht es nicht. Daher muss ich auch kein Wort meines Buches zurücknehmen. Und nicht nur das: Wie sollen Ermittler die IP-Adresse einen Rechners herausfinden? Was machen sie, wenn Linux zum Einsatz kommt? Egal: Das dumme Volk denkt, „sie“ wären ohnehin schon drin. diesen Einrdruck zu vermitteln, sind die Medien ja da. Das war jetzt meine Verschwörungstheorie.
Update: Nein Zeit online, die „Online-Durchsuchung“ funktioniert eben nicht – nur mit physischen Zugriff auf einen Rechner – und das nur bei Windows 32 Bit, und auch nur bei Internet-Telefonie. Es ist zum Haare Ausraufen.
Anonymität ist gut
Oberlandesgericht Hamm – Recht auf anonymisierte Internetnutzung (via law blog):
Die für das Internet typische anonyme Nutzung entspricht zudem auch der grundrechtlichen Interessenlage, da eine Beschränkung der Meinungsfreiheit auf Äußerungen, die einem bestimmten Individuum zugerechnet werden, mit Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG nicht vereinbar ist. Die Verpflichtung, sich namentlich zu einer bestimmten Meinung zu bekennen, würde allgemein die Gefahr begründen, dass der Einzelne aus Furcht vor Repressalien oder sonstigen negativen Auswirkungen sich dahingehend entscheidet, seine Meinung nicht zu äußern. Dieser Gefahr der Selbstzensur soll durch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung entgegen gewirkt werden.
Anonym geht anders
Laut Spiegel Online hat der so genannte Anonymisierungsdienst HideMyAss mit den Behörden kooperiert und die Identität von Nutzern herausgegeben.
Anonym geht anders. „Wir raten von solchen Diensten seit Jahren ab“, sagt Jan-Kaspar Münnich von der German Privacy Foundation, einem Verein, der sich für das Recht auf Anonymität im Internet einsetzt.
Schon sicherer seien Dienste, bei denen der Internetverkehr über mehrere Server abgewickelt werde, die von verschiedenen Anbietern betrieben würden. „So kann nicht eine Firma den gesamten Verkehr überblicken.“ Er empfiehlt Dienste wie das Anonymisierungs-Netzwerk Tor oder das aus einem Forschungsprojekt hervorgegangene JonDonym. Diese Dienste setzen auf sogenannte Server-Kaskaden: Ein Netzwerk aus mehreren Servern in verschiedenen Ländern, die gar nicht wissen, was sie da übertragen – und nicht speichern, wer auf sie zugreift. „Daten, die nicht vorliegen, kann man auch nicht herausgeben“, sagt Münnich.
Datenkraken, revisited
„Wenn wir in das Netzwerk reingehen, bezahlen wir kein Geld, sondern wir bezahlen eben mit unseren Daten. Und die sind offensichtlich ein einträgliches Geschäft, wenn man sich die geschätzten Börsennotierungen von Facebook anschaut.“ (Prof. Dr. Johannes Caspar, Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, laut Heise)
Wie kann man eigentlich die Piratenpartei kontaktieren?
Diese Nachricht wurde automatisch von einem Mailserver erstellt.
This message was created automatically by mail delivery software.
Die Nachricht von Ihnen konnte nicht an alle Empfaenger zugestellt werden.
The message that you sent could not be delivered to all of its recipients.
Es gab Fehler bei folgenden Empfaengern:
The following address(es) failed:
limesurvey@piratenpartei.de
SMTP error from remote mailer after RCPT TO:
host mail.piratenpartei.de [178.19.71.5]: 550 5.1.1
Recipient address rejected: User unknown
r.24.14622.06d739bec128b6fb@piratenpartei.de
SMTP error from remote mailer after RCPT TO:
host mail.piratenpartei.de [178.19.71.5]: 550 5.1.1
Recipient address rejected: User unknown
—- Es folgt eine Kopie der Nachricht mit allen Kopfzeilen:
—- This is a copy of the message, including all the headers:
_______________________________________________________________________
Return-path:
(…)
Date: Tue, 20 Sep 2011 16:36:55 +0200
From: Burkhard Schroeder
User-Agent: Thunderbird 2.0.0.6 (Macintosh/20071008)
(…)
Piratenpartei Mitgliederverwaltung schrieb:
Aus diesem Grund kannst du hier
http://limesurvey.piratenpartei.de/index.php?lang=de-informal&sid=76217&token=[xxxxx]
deine persönlichen Kommunikationspräferenzen eintragen, die wir dann beim Versand weiterer E-Mails beachten.
Nein, kann ich nicht. Wenn ihr nicht zusätzlich mitteilt, dass man Cookies einschalten muss, wird man überrascht und bekommt eine Fehlermeldung. Könnt ihr nicht endlich mal zur Kenntnis nehmen, dass vernünftige Menschen Cookies beim Surfen per default ausstellen?
Grrr
Burks
Popraci, revisited
Gestern fand hier auf dem Richardplatz das „Popraci“ statt, laut „oral history“ (wer’s glaubt…). das „178. Rixdorfer Strohballenrollen“.
Anders formuliert: Ich bekenne, dass ich keine Lust auf die „Freiheit statt Angst„-Demo hatte. Nina Hagen und Renate Kühnast – eine Kampffront? Das fehlte noch…
Die Grünen haben uns die TKÜV beschert, die sie noch nicht einmal bereuen, und marschieren da jetzt mit? Verlogenes Pack!
Wenn der Button zwei Mal klickt
Ein Artikel von mir in der taz: „Der Computerverlag Heise unterwandert die Versuche von Facebook, an Daten von Nutzern zu kommen. Er tut es sehr geschickt – und Facebook ist machtlos.“
Pakistanis lernen jetzt Steganografie

Die Abbildung stammt von Jan Feindt, der die israelische Comix-Anthologie Dimona gegründet hat. Damit habe ich schon vor acht Jahren hier Steganografie demonstriert.
Guardian: „Pakistan to ban encryption software“ – „Millions of internet users in Pakistan will be unable to send emails and messages without fear of government snooping after authorities banned the use of encryption software.“
Das ärgert mich immer an den ahnungslosen Berichten in den Medien: Das Wichtigste fehlt meistens. Verschlüsselung verbieten? Das hatten wir doch schon mal. Guckst du bei Kristian Köhntopp: „Das Recht auf Kryptographie ist ein Menschenrecht“. Darauf sind wir Deutschen natürlich zuerst gekommen.
Kanther fordert in seiner Rede, den Risiken, die sich aus der Technik ergeben auch mit den Mitteln der Technik zu begegnen und führt dabei unter anderem auch elektronische Wegfahrsperren als Mittel zur Verhinderung von Kraftfahrzeugdiebstählen an. Dieser Vergleich mutet seltsam unpassend an, handelt es sich dabei doch genau wie der Einsatz von kryptographischen Mitteln um ein klassisches Mittel zu Verbrechensprävention, nicht um ein staatliches Instrument zur Strafverfolgung. Eine Umsetzung von Kanthers Vorschlägen würde den Anwender von Datennetzen seiner legitimen Verteidigungsmöglichkeiten gegen Computerkriminelle berauben.
Kanther führt weiter aus, wie er sich die Kontrolle des Staates vorstellt: „Dies kann dadurch geschehen, daß die verwendeten Schlüssel sicher hinterlegt werden. Durch eine Kombination von organisatorischen, personellen, technischen und juristischen Maßnahmen kann jedem Verdacht einer Mißbrauchsmöglichkeit begegnet werden.“
Das war am 28 April 1997!
Es ist keine Forderung abstrus und blöd genug, als dass sie nicht irgendeinem merkbefreitem Politiker einfallen würde, wenn es um das Internet geht.
Die Pakistanis werden also jetzt die Tatsache, dass sie verschüsseln, verbergen. Das geht mit Steganografie.
Ich habe hier schon mehrfach zum Thema was geschrieben: Am 10.02.2007: „Geheimes Schreiben gegen Schäuble“, oder gar am 16.09.2003: „Für Rätselfreunde: Steganografie für Dummies“.
Kampagnero Ziercke
Daten-Speicherung.de beweist, dass der Chef des Bundeskriminalamts ein Lügner ist. Und ein Dummschwätzer obendrein. (via law blog)
„Vor einigen Tagen forderte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, von der Bundesregierung wieder einmal eine flächendeckende Speicherung aller Verbindungsdaten in Deutschland zum „Kampf gegen Kinderschänder'“. Für seinen Lobbyismus pro Totalüberwachung ist Ziercke fast jedes Mittel recht – die Lüge allemal.
Gefällt mir gefällt mir nicht

Stephan Weichert in der BZZ Online (komplett linkfrei): „#Journalist 2.0 – Was die mobilen und interaktiven Medientechniken für die Zukunft des Journalismus bedeuten“.
Der Journalismus befindet sich seit geraumer Zeit in einer betörenden Begriffswolke aus Neologismen: Web2.0, Social Media, Crowdsourcing, Open Source oder User Generated Content sind nur einige der Schlagworte, die den Beruf und seine Kernbestimmung zu vernebeln drohen. Einst zu Kennziffern eines zeitgemässen Neo-Journalismus erhoben, taugen die Worte inzwischen nur noch als abgewetzte Marketingfloskeln. (…) Neue Studien belegen zumindest, dass soziale Medien bisher überschätzt wurden. (…) Von vereinzelten Vorreitern guten Community-Reportings wie der Wochenzeitung «Freitag» einmal abgesehen, atmet das, was in Deutschland heute journalistisch umgesetzt wird, noch zu wenig den Geist eines New Digital Journalism, wie er zum Beispiel an der Aufbruchsstimmung bei einigen Internetangeboten in den USA erkennbar ist.
Natürlich lobt Weichert den Freitag, er ist dort auch Autor. Und was zum Teufel ist „Community-Reporting“?
Der Besinnungsaufsatz enthält aber einige Ideen zum weiterdenken.
Zum Thema passt Heise: „Facebooks ‚Like‘-Button im Visier deutscher Datenschützer“.
Das ULD hat offenbar die „Like“-Funktion schon länger im Visier. Heute veröffentlichte es eine ausführliche technische Analyse der Usertracking-Möglichkeiten, die Facebook ohne ausdrückliche Genehmigung der Nutzer ermöglicht, darunter eben die auf fremden Webseiten platzierten Social-Plug-ins wie der Like-Button. Binden Site-Betreiber den Button ein, kann Facebook anhand der Cookies die Nutzer erkennen.
I disagree. Wer so bescheuert ist, mit eingeschalteten Cookies zu surfen, der ist doch selbst schuld, und Mitleid ist nicht angebracht: „Datenschützer warnen vor den überall auftauchenden Gefällt-Mir-Buttons von Facebook. Tatsächlich übermittelt er persönliche Daten, auch ohne dass man ihn angeklickt hat“, heisst es bei Heise.
Journalisten, die per Smartphone ihren Standort allen möglichen Datenkraken verraten, weil ein Smartphone geil und chic und cool ist, die haben ihr Gehirn eh an der Gardeobe abgegeben.
How do websites block Tor nodes?
Der Friederich, der Friederich, das war ein arger Wüterich! Jetzt fordert er „das Ende der Anonymität im Internet“. Bruhahaha.
Wie will er denn das durchsetzen? Wieso hat ihn das beim ehemaligen Nachrichtenmagazin niemand gefragt? Waren sie in Ehrfurcht erstarrt? Oder hat man bei der Ausbildung der Redakteure vergessen zu lehren, dass es nicht die Aufgabe von Journalisten ist, die Propaganda von Behörden zu verbreiten? (Die Leute, die dafür zuständig sind, nennt man „Pressestellen“.)
Übrigens muss ich hier das mir bisher unbekannte Blog Rentner-News lobend erwähnen. „Innenminister Friedrich fordert Zensur“ liest man da. Das ist zwar technisch gesehen nicht ganz richtig, aber inhaltlich ein Schritt in die richtige Richtung.
Friedrich kann sich darauf verlassen, dass die Mainstream-Medien seine Agitprop kritiklos wiederkäuen, ohne dass irgendjemand das Publikum darüber aufklärt, wie dämlich und technisch unsinnig die Forderung des Innenministers ist. Ihm geht es ja nur darum, einen Stein ins Wasser zu werfen und die medialen Wellen zu beobachten, die entstehen.
By the way: Sogar in der Mailingliste des Tor-Projekts kann man nachlesen, wie Websites den Anonymisierungdienst blocken können (Wikipedia macht das schon lange):
You can generate a list of Tor IPs that allow exiting to your IP(s) at https://check.torproject.org/cgi-bin/TorBulkExitList.py, or use the
TorDNSEL service https://www.torproject.org/projects/tordnsel.html.en
Services should never block Tor users altogether, but instead implement rate limiting, read-only access, etc, and unblock Tor after a few days or weeks.
Letzteres werden die Chinesen natürlich nicht beherzigen.
Second Life Facebook Style

Die größte 3D-Welt Second Life geht einen Schritt in Richtung Facebook. Die Profile, die man im Avatar über sich selbst anlegen kann, sind jetzt im World Wide Web einsehbar; man muss also nicht mehr einen speziellen Viewer benutzen.
Krypton Radio schreibt: San Francisco based Linden Lab (LL), creators of the virtual world Second Life (SL), have taken the next step in what appears to be their overall plans to merge SL with the social media craze that has been sweeping the internet for many years now. The public profiles of SL users have now been changed to work more like the well known Facebook wall, allowing other users to post comments on the profiles of anyone who has it turned on, and it’s turned on by default. Originally a users profile could only be seen by another user while logged-in and in-world, but as Linden Lab pushed its next-gen Viewer project, it moved the profiles to website based.

Die Geschäftsidee von von LindenLab unterscheidet sich überhaupt nicht von der anderer sogenannter „sozialer Netzwerke“. Es geht immer und ausschließlich darum, die Daten und das Nutzerverhalten zu loggen und zu verkaufen. Das ist bei Google Mail ja auch nicht anders. Diese Unternehmen vertrauen darauf, dass 95 Prozent alles Nutzer dämlich sind und sich das gefallen lassen. Damit liegen sie richtig.

Man kann das Schlimmste verhüten (vgl. Screenshot):
To adjust your privacy settings, log into your profile via https://my.secondlife.com/ Go to Settings, then Privacy, and you can set your Feed setting to Nobody. This will prevent anyone from using your Feed/Wall, and your other settings can only be set to a minimum of friends if you want to hide it from the general public. Also, the web-profiles work independently of your client, no matter what version you use. Using an older client will not disable this, you will still need to log into your web-profile in order to change your settings.
Mexiko-Deutschland: Folter in Kauf genommen
Informationsstelle Militarisierung (IMI) e. V.: „Nicht nur in Afrika erweitert die Bundesregierung ihr Engagement in Bezug auf Waffenexporte und Sicherheitszusammenarbeit. Der Export von Rüstungsgütern nach Mexiko explodierte seit der Amtsübernahme des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón. Laut den Rüstungsexportberichten der Bundesregierung pendelt das Volumen, das sich zuvor nur im unteren sechsstelligen Euro-Bereich bewegte, seit 2007 zwischen 2,5 und 4,1 Millionen Euro. Dabei ist die vereinbarte Lieferung von zwölf Militärhubschraubern durch den Rüstungsexportbericht nicht einmal erfasst. Ferner geht es um eine verstärkte Zusammenarbeit im Hinblick auf organisierte Kriminalität und Terrorismus. In diesem Rahmen stehen auch Ausbildungs- und Ausstattungshilfen für die Polizei zur Debatte, mit denen bewusst Folter in Kauf genommen, ja unterstützt wird…“ (via Womblog)
Aktive Wanzen
Netzpolitik.org: „Es war ja davon auszugehen, dass die offengelegten Wanzen der Polizei nicht mehr in Betrieb, bzw. nicht mehr erreichbar sein würden (…) Nur um uns zu vergewissern haben wir mal ein paar der Nummern angerufen. (…) Die Wanzen sind allem Anschein nach nicht nur noch aktiv, sondern auch in keiner Form gegen unauthorisierten Zugriff geschützt.“
Ganz großes Kino.





















