Bundespolizei setzt Abgeordneten der Piraten fest

Hier wurde schon in einem Thread darauf hingewiesen, aber es ist zu schön: Das Pottblog schreibt über die Bundespolizei, die im Kölner Hauptbahnhof Nico Kern, einen Landtagsabgeordneten der Piratenpartei, festsetzte, weil er einen Rewe to go-Laden fotografiert hatte.
Trotzdem wollte die Bundespolizei noch zusätzlich sein Handy beschlagnahmen – quasi als “Tatwerkzeug” (auch wenn das Ergebnis der vermeintlichen “Tat” gar nicht mehr vorlag), denn er habe damit ja ein Logo fotografiert und wenn der Inhaber das nicht erlaubt, dann sei das ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Wieder ein Argument dafür, auch eine Smartphone komplett zu verschlüsseln. Es könnte ja zu einer einstweiligen Erschießung durch die Büttel der heiligen Kuh des Kapitalismus Polizei wegen eines vermuteten Verstoßes gegen das Urheberrecht kommen.

Ich habe einen Presseausweis des DJV. Ich bin neugierig, was die Bundespolizei dann gemacht hätte.

(Die „Gegenseite“ hat sich geäußert.)

Schilda ist überall: Unsicher wird per Gesetz „sicher“

So etwas kann man sich gar nicht ausdenken: netzpolitik.org und andere Medien berichten gerade, dass die Bundesregierung die unsichere „Verschlüsselung“ der De-Mail per Gesetz für „sicher“ erklären lassen will.

Kein Wunder: Die Telekom ist einer der größten Anbieter der „De-Mail“, und die Regierung bestimmt über ein Viertel der Aktien.

Laut Spiegel online argumentiert die Regierung wie folgt:
Die kurzzeitige automatisierte Entschlüsselung, die beim Versenden einer De-Mail-Nachricht durch den akkreditierten Diensteanbieter zum Zweck der Überprüfung auf Schadsoftware und zum Zweck der Weiterleitung an den Adressaten der De-Mail-Nachricht erfolgt, verstößt nicht gegen das Verschlüsselungsgebot des Satzes 3.

Das heißt im Klartext: Wir können die Mail zwar lesen, aber wir erklären sie einfach per Gesetz für unlesbar. Schilda ist überall.

International Blackout Day

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Sehr geehrte Antifa!

Sehr geehrte Antifa, ich werde ab sofort keine unverschlüsselten E-Mails von Euch mehr beantworten. Im Jahr 22 nach der Entwicklung von PGP kann man auch vom letzten Dödel erwarten, elektronische Nachrichten zu verschicken, die die Obrigkeit nicht mitlesen kann. Also hopp hopp! Oder soll ich euch etwa hQQOA KRd1qqJviNEA//f9UJ6awNTZFcwAxh5OgAmXB nennen oder gar 6rS+Xt/xjwLn0dOO4?

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Wann ist eine E-Mail authentisch?

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Brille mit Update

The Verge (englisch) über Googles Datenbrille: „I used Google Glass: the future, but with monthly updates – Up close and personal with Google’s visionary new computer“.

Human beings have developed a new problem since the advent of the iPhone and the following mobile revolution: no one is paying attention to anything they’re actually doing. Everyone seems to be looking down at something or through something. (…) We’re all distracted. No one can pay attention. We’re missing all of life’s moments.

Boykottiert Spiele mit Online-Zwang!

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„Kann man das Spiel auch installieren OHNE irgendwelche Kopierschutz-Tools auf den PC zu bekommen, die allen möglichen Unsinn treiben? Ich wäre in Erinnerung an alte Zeiten (…) gerne bereit die 60 Euro auszugeben, aber ich bin nicht bereit, meinen PC verseuchen zu lassen und will auch gar nicht online spielen.“ (Quelle: Forum SpOn)

Screenshot: Die guten alten Spiele-Zeiten.

That’s not pretty clever, Lobbyplag!

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Vorbildlich, taz-Fotograf!

Taz: “ Die Polizei hat am Mittwoch die Wohnungen von neun Fotografen in vier Bundesländern durchsucht. Um sechs Uhr klingelte es auch in Berlin an der Tür von Christian Mang, der als freier Journalist für die taz und andere Auftraggeber arbeitet. (…) Vier Stunden lang durchforsteten sie seine Wohnung und vor allem die Festplatten seines Computers und seines Laptops. Als sie dort eine verschlüsselte Datei fanden, holten sie auch noch Verstärkung vom Bundeskriminalamt.“

Das BKA kann aber Truecrpyt auch nicht knacken. Das fehlt im Artikel.

By the way: „Die Staatsanwaltschaft Frankfurt begründet die Durchsuchung mit einem Missverständnis.“ Bruhahahaha.

Grillen und Speichern

Die Wollt-ihr-die-anlasslose-totale-Überwachungs-Lobby hat einen Artikel in der FAZ platzieren können, in dem für die Vorratsdatenspeicherung gehetzt wird.

Die Autorin heisst Karin Truscheit und hat offenbar vom Journalismus so viel Ahnung wie Wowereit vom Flughafenbau. Mindestens drei unabhängige Quellen? Wo kämen wir denn dahin… Truscheit schreibt auch über Grillen.

Grüne in Rheinland-Pfalz gegen Datenschutz

Heise: Die Grünen-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz kritisiere das Facebook-Antwortverbot für die Staatskanzlei.

Dazu passt dieses Facebook-freundliche Wahlplakt der Grünen. Die meinen wohl, „das mit dem Internet“ hätte man im Griff, wenn man bei Fratzenbuch ein paar Mal herumgeklickt hat.

Nur die harte Tour

Ein Kommentar im Heise-Forum zum Thema: „Onlinebanking lieber per Althandy“:
„Fürs Autofahren brauche ich einen Führerschein. Fürs Schießen einen Waffenschein. Debilität ist keine Sicherheitslücke im OS. Wenn mich Onlinebanking überfordert, dann darf ich es nicht tun. Manche lernen es nur auf die harte Tour.“

Kryptografie ist gewaltloser Widerstand

kryptografie

Wo er recht hat, hat er recht. Laut Heise sagte Assange, das Internet werde in wenigen Jahren eine „postmoderne Überwachungsdystopie“ sein.

Die einzige Hoffnung gegen die totale Dominanz des Überwachungsstaates sei die Kryptografie. Sie ist für Assange die ultimative Form des gewaltlosen Widerstandes. Nur sie erlaube es, dass Inseln im Internet entstehen, die frei vom Zugriff der Staatsapparate seien. „Starke Kryptografie kann jeder noch so großen Gewalt widerstehen. Keine Ballung von Zwang und Macht kann jemals das mathematische Problem lösen.“

Das ist richtig, aber man muss kein „Hacker“ sein, um sein E-Mails zu verschlüsseln und sich dem Zugriff der Datenkranken und Überwachungs-Lobby zu entziehen.

Das Problem sind eher ahnungslose Journalisten à la Spiegel online die groben Unfug in die Welt setzen: „Für geübte Codeknacker müsste deren Entschlüsselung nur eine Frage der Zeit sein. Dachte man jedenfalls.“ Dachte man gar nicht, wenn man weiß, wie Kryptografie heuzutage funktioniert. Es ätzt mich immer an, wenn einem aus den Medien das gesunde Volksempfinden entgegenwabert.

Wie ich am 25.11.2010 schrieb:
Wie, zum Henker, will man verschlüsselte Kommunikation „abhören“? Dieser Art von Kommunikation ist es zu eigen, dass sie vor dem Belauschen geschützt ist – sogar die Bundeskanzlerin benutzt ein Krypto-Handy. Otto Leiberich, ehemaliger Leiter des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, sagte: ‚Das Wettrennen der Codemaker mit den Codebreakern ist entschieden, die Codemaker haben gewonnen.“ (Quelle: Vom diplomatischen Code zur Falltürfunktion – Hundert Jahre Kryptographie in Deutschland, in: Spektrum der Wissenschaft, 6/99, S. 26 ff.)

Trillian

trillian

Ich hatte schon länger nach einer Alternative für Skype gesucht. Durch einen Hinweis in einem Forum wurde ich auf Trillian aufmerksam. Ich bin ein misstrausicher Mensch und informiere mich erst einmal, genau so wie ich es mit Pillen machen würde:

Trillian ist ein Multi-Protokoll-Client für Windows, Mac, Android, iOS und BlackBerry der Firma Cerulean Studios. Es existiert weiterhin eine clientunabhängige Webversion (Zugang via Webbrowser). Dieser ermöglicht es, über verschiedene Protokolle auch mit Personen zu kommunizieren, die andere Instant Messenger oder soziale Netzwerke einsetzen. Mit den aktuell erhältlichen Version kann man mit Nutzern der Instant Messaging-Netzwerke Astra, AIM, Google Talk, Facebook, ICQ, XMPP, Windows Live Messenger, Yahoo! Messenger, Skype, und IRC per Textchat kommunizieren.

trillian

Das Programm scheint also eine Art eierlegende Wollmichsau zu sein. Es kann sowohl Internet Relay Chat als auch Skype.

Merke: „Ich frage mich immer, wie man so dämlich sein kann anzunehmen, daß es so etwas wie eine kostenlose Dienstleistung geben könne. Nach meiner Erfahrung gilt immer noch: wenn Dir etwas kostenlos angeboten wird, bist Du nicht der Kunde, sondern das Produkt, mit dem der Anbieter sein Geld verdient.“

Wo also ist der Haken, wenn einem ein nützliches Programm gatis angeboten wird? Ich verhalte mich anders als die meisten Menschen und lese, schon aus Neugier und um mein Englisch zu verbessern, auch das Kleingedruckte aka Privacy Policy:
Cerulean Studios is committed to protecting the security of your personal information. We use a variety of security technologies and procedures to help protect your personal information from unauthorized access, use, or disclosure. For example, we store the personal information you provide on computer systems with limited access, which are located in controlled facilities

Controlled Facilities. Da ist man doch gleich „beruhigt“. Jeder DAU meint ja auch, dass er oder sie die „Facilities“ kontrolliere, was aber meistens gar nicht der Fall ist. Der Witz ist aber: Einem vernünftigen Menschen mit vernünftigen Voreinstellungen des Browsers passiert eh nichte. Ich habe in den Paragrafen bei Trillian auch nichts gefunden, was den Rahmen des Üblichen sprengen würde.

Natürlich versucht einem der Installer allen möglichen Quatsch anzudrehen. Das ist das Geschäftsmodell. Vor allem diese unsägliche Tracking-Software, die „Toolbar“ genannt wird und die den Rechner bzw. den Browser befällt wie eine heimtückische Seuche und nur mit den härtesten Mitteln wieder zu entfernen ist. Deshalb immer nein nein nein nein klicken. Nie etwas erlauben. Ich wollte nur Trillian, ich wollte keinen anderen Mist!

trillian

Fazit: Trillian ist uneingeschränkt gut. Man kann sich auch in den Skype-Account einloggen. IRC ist kein Problem-

Twitter zum Beispiel verlangt vom Browser, dass man sich nackt auszieht und alle Daten herausrückt. Sonst kann man nichts schreiben. (Ich erlaube aber keine Cookies und kein Javascript. Basta.) Das Problem hatte ich gelöst, indem ich für Websites, die meine Daten haben wollen, den Browser SRW Iron benutze – und nur dort. Mein Surfverhalten geht niemanden etwas an. Mit Trillian ist es jetzt etwas einfacher. Skype habe ich auf allen Rechnern deinstalliert.

Neulich bei Fratzenbuch

Facebook

Alles was der Mann so braucht. Kein Wunder, dass dann auch eine Journalistengewerkschaft beim Datenkraken aktiv sein muss, sozusagen als „Vorbild“ für die „investigative“ Recherche.

Petraeus: Das kommt davon

„Bei einer Überprüfung seines Computers wurden laut New York Times dann E-Mails des 60-Jährigen an Paula Broadwell entdeckt.“

Im Original heisst es: “ In the course of their inquiry into whether a computer used by Mr. Petraeus had been compromised, agents discovered evidence of the relationship as well as other security concerns.“

Ein Vier-Sterne-General der US-Army, der digitale Postkarten unverschlüsselte E-Mails an seine Geliebte schreibt? Wie doof muss man dazu sein?

Fratzenbuch, Skype & Co.: Kostenlose Dienstleistungen?

Ein lesenswerter Kommentar im Heise-Forum:

Ich frage mich immer, wie man so dämlich sein kann anzunehmen, daß es so etwas wie eine kostenlose Dienstleistung geben könne. Nach meiner Erfahrung gilt immer noch: wenn Dir etwas kostenlos angeboten wird, bist Du nicht der Kunde, sondern das Produkt, mit dem der Anbieter sein Geld verdient.

Daß man mit 16 so etwas noch nicht verinnerlicht hat, ist wohl verzeihlich. Hier haben IMHO die Eltern versagt, die dem Burschen nicht beizeiten die Basics beigebogen haben.

RAP NEWS 15: Big Brother is WWWatching You

RAP NEWS | Big Brother is WWWatching You

Das Video wird von YouTube eingebettet und erst beim Klick auf den Play-Button geladen. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Rap-Version über: Warum wir Tor brauchen (Werbung überspringen!).

Vorratsdatenspeicherung in Einkaufstrassen

Netzpolitik.org berichtet über eine schöne Aktion der Piratenpartei in Kassel, um die Konsequenzen der Vorratsdatenspeicherung zu verdeutlichen.

Um die Sicherheit in der Kasseler Innenstadt zu erhöhen, haben Mitglieder der Piratenpartei Kassel am Samstag erstmals eine zentrale Vorratsdaten-Registratur an der Treppenstraße eingerichtet. Mit der zentralen Sammelstelle stellen die Piraten ein Konzept vor, das künftig präventiv die Namen, Adressen und Rufnummern der Passanten erfassen und so das Sicherheitsgefühl in der Fußgängerzone stärken soll. Um das Sicherheitsgefühl der Passanten zu erhöhen, sollten so präventiv Namen, Adressen und Rufnummern aller Vorbeigehenden erfasst werden.

Money quote: „Keiner der Passanten war jedoch bereit, seine Daten preiszugeben.“

EU-Kommission will Dokumente zur Vorratsdatenspeicherung aus dem Internet entfernen

Die EU-Kommission fordert Patrick Breyer auf, Dokumente über die Vorratsdatenspeicherung von seiner Webseite zu entfernen. Netzpolitik.org: „Damit dürfte die EU-Kommission Bekanntschaft mit Barbra Streisand machen.“

Klageschrift Breyer vs. EU-Kommission (2012-04-27) PDF
Kommission Klagebeantwortung (2012-07-16) PDF
Kommission Löschungsverlangen (2012-10-11) PDF

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