Nicht eilig

Der DJV Berlin hat auf seiner Website eine weitere Stellungnahme zu den „Stasi“-Vorwürfen des RBB gegen den Vorsitzenden Bernd Lammel.

Die Dürftigkeit des Materials zieht die Frage nach sich, warum der rbb ein so großes Interesse daran hatte, seine diffamierende Berichterstattung unbedingt am 13. 09. 2015 in der Abendschau zu platzieren. Genau einen Tag vor der wichtigen, vorletzten DJV-Gesamtvorstandssitzung vor dem kommenden DJV-Bundesverbandstag, der einen neuen Vorsitz wählen soll.
Ebenso unklar ist die beschriebene Eilbedürftigkeit vor dem Hintergrund, dass der rbb bereits seit über fünf Jahren im Besitz dieser Unterlagen ist und zum damaligen Zeitpunkt auch das einzige Medium war, welches diese Akten angefordert hat. (…)

Der DJV Berlin wird die Vorgänge zum Anlass nehmen, eine breite innerverbandliche Diskussion zum Thema „Journalistische Ethik zwischen Aufarbeitung und Rufmord“ anzustoßen. Die Berichterstattung von rbb, Kress und Bild stellt den fragwürdigen Effekt einer Verdachtsberichterstattung über die Grundsätze des Qualitätsjournalismus.

Ich kenne die Antwort, ich brauche aber noch ein paar Tage, bis ich etwas publizieren kann. Sorgfaltspflicht usw.

Früher war mehr Lichterkette

Telepolis: „Am vergangenen Samstag zeigte die Tagesschau einen Bericht über eine Lichterkette für Flüchtlinge in Berlin. Allerdings waren in dem Beitrag auch Bilder einer Lichterkette aus dem Jahr 2003 zu sehen, die von Menschen gebildet wurde, um ein Zeichen für Frieden und gegen den bevorstehenden Krieg im Irak zu setzen, wie der medienkritische Journalist Stefan Niggemeier auf seiner Webseite erläutert„.

Die Akte Bernd Lammel – Teil 1

Recherchegruppe: „Bernd Lammel hat eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass er niemals wissentlich für das Ministerium der Staatssicherheit der DDR gearbeitet hat. In Kürze mehr zum Thema.

Der Stellvertreter

seehofer

Ich finde, Phoenix übertreibt ein bisschen.

Hongkong liegt in Südamerika oder: Russische Raketen im Iran

cnn

Eines muss man den russischen Medien lassen: Sie können ordentlich zurücktrollen.

Sehr geehrter Herr Burks

pgp

Warum beantworte ich E-Mails nicht, die wie folgt beginnen:
Sehr geehrter Herr Burks,
für den Branchendienst kress.de recherchiere ich über die Situation im DJV Berlin.
(…) Mit freundlichen Grüßen Volker Warkentin
Freier Autor und Journalist
?

Und: Ich habe eine E-Mail-Policy. Ist die irgendwie unleserlich?

In der Schlangengrube mit Jauche werfen

Der RBB und die Autorin Gabi Probst haben eine Rufmordkampagne gegen Bernd Lammel gestartet, den Vorsitzenden des DJV Berlin. Auch der „Kress Report“ beteiligt sich daran. Ein Stasi-Opfer soll zum Täter gemacht werden.

Ich wiederhole es. Der RBB hat nicht nur extrem schlampig recherchiert und fahrlässig formuliert. Nein, es handelt sich um versuchten Rufmord.

Ich kenne die Original-Akten, und ich kenne auch die Hintergründe, wer warum gerade jetzt angefangen hat, mit Jauche zu werfen in der Hoffnung, es würde etwas hängen bleiben. Ab Montag werde ich in einer kleinen Serie enthüllen, um was es eigentlich geht. Ich werde auch die Namen derjenigen nennen, die sich an der Schmutzkampagne beteiligen und welche Interessen sie haben.

Alles andere werden Juristen regeln, und die sind guten Mutes. No mercy!

Chefsache

chefsache

Da hat der Art Director wohl einen Scherz machen wollen.

Gefühle des Landes synchronisieren: Meinungskontrolle und Zensur

Neue Zürcher Zeitung: „Angesichts der Flüchtlingswelle haben die Medien, besonders in Deutschland, die kritische Distanz verloren. Die Berichterstattung geriet zur Kampagne. (…) In moralischen und emotionalen Ekstasen steigerten sich die deutschen Medien mit wenigen Ausnahmen (so die «FAZ») in einen Überbietungswettbewerb um Empathie und Willkommenseuphorie hinein, ohne Gedanken an den Überdruss, den derlei beim Leser erzeugen kann. (…) Kritische Distanz zu den Akteuren, genaue Recherche, die Zurückhaltung im Urteil bei unklarer Faktenlage, die gründliche Ausleuchtung der Hintergründe, Fairness bei der Präsentation unterschiedlicher Meinungen und ein analytischer Blick, der übers Aktuelle hinaus die Folgeprobleme einzuschätzen versucht, all das schien plötzlich unangemessen zu sein.“

Wieso plötzlich? Obwohl die NZZ vermutlich andere politische Schlüsse zieht, kann ich der Analyse beipflichten. Auch hierbei:

„Zu voller kritischer Wucht läuft man dagegen auf, wenn es den «Kampf gegen rechts» aktivistisch zu befördern gilt. Sprachregelungen sind etabliert, Meinungskontrollen im Netz mit nachfolgender Denunziation beim Arbeitgeber werden empfohlen, Zensurforderungen sind gesellschaftsfähig.“

Miscellaneous, reloaded

Gebäude

Quizfrage: Welches Berliner Gebäude ist das, und warum stehen die Figuren da herum? Und was bedeuten sie?

Nein, deutsche Medien sind fast immer uninteressant. Der Guardian beschreibt, warum es den „islamischen Staat“ gibt. Dazu passt RT (Russland): „Russia’s ambassador to the United Nations, Vitaly Churkin, dismissed the US claims accusing Bashar Assad’s regime for the rise of Islamic State (ISIS/ISIL). Islamic State’s rise goes back to the US-led intervention in Iraq, he said.“

Salon: „Bernie Sanders declares war on the prison-industrial complex with major new bill“. Haben wir den Begriff „militärisch-industrieller Komplex“ schon einmal in deutschen Mainstream-Medien gelesen? Und wer gehört hierzulande dazu? Ich frage ja nur….

Auch in der Wissenschaft gibt es Interessantes. Schrödingers Katze soll, wie nicht anders zu erwarten ist, bald ganz real an zwei Orten gleichzeitig sein. (Ist auch die Rubrik: Unser täglich Katzenfoto gib uns heute.)

Und noch einaml der Guardian: „Nasa releases new photos of Pluto that ‚make you feel you are there'“. Must see. ist auch bei Heise zu bewundern.

Futurezone: Der Start der Orion-Kapsel wird verschoben. „Es gibt Geldprobleme und Verzögerungen bei der Software-Entwicklung.“ Soll die vielleicht vom Berliner Flughafen aus starten? Und was ist mit den Rauchmeldern?

Fehlt noch der Kiezneurotiker: „Benimm dich, Sachse!“

Ende der Diskussion

Peter Mühlbauer in Telepolis: „Viele Medien – darunter CNN und Reuters – haben sich weitgehend von der in den 1990er Jahren entstandenen Möglichkeit verabschiedet, dass Leser auf ihren Webauftritten Meldungen kommentieren.“

Das ist nur konsequent. Wer das Wahrheitsmonopol durch eigene Schuld verloren hat, möchte das nicht auch noch gesagt und bewiesen bekommen. Da lobe ich mir doch den Heise-Verlag: Die Leserkommentare dort sind oft besser als der Artikel, und Fehler der Autoren werden gnadenlos ans Licht gezerrt. Und das ist auch gut so.

Schwere Vorwürfe gegen den RBB

Ich habe etwas auf der „Recherchegruppe-Seite“ geschrieben zum Thema: Die Verdachtsberichterstattung des RBB und Trittbrettfahrern wie Kress über Bernd Lammel, den Vorsitzenden des DJV Berlin.

Es schießt nichts mehr ins Kraut

Claudia Klinger: „Die Krautreporter machen dicht“. Ich hatte Don Alphonso zum Thema schon im Mai 2014 beigepflichtet.

Internet und TV

„Was bin ich froh, dass man sich im Internet das Fernsehen nur noch erzählen zu lassen braucht.“ (Peter Glaser)

Besuch beim Feindsender

RT Deutsch interviewt unter anderem Harald Neuber und Mathias Broeckers: „Wer zu politischen Zusammenhängen zu viele Fragen stellt, bekommt schnell das Etikett „Verschwörungstheoretiker“ angehaftet: RT Deutsch spricht mit Mathias Bröckers, freier Journalist und Gründungs-Mitglied der TAZ, und fragt wie der Begriff als Waffe im politischen Diskurs eingesetzt wird.“

Gedankenpolizei oder: Denunzianten sind Feiglinge

Nachdenkseiten: „Ein Interview zur ‚Gedankenpolizei‘ – vom Neuen Deutschland wieder aus dem Netz genommen.“

Und ich überlegte schon, ob ich das ND abonnieren sollte. Das wird so nix.

Unter Euphemistikern

asylkritiker

David Hugendick hat das Thema auf Zeit online kommentiert. Auch die taz schrieb etwas darüber. Dazu passt irgendwie domradio.de (Erzbistum Köln): „Bischof Koch will auf Asylkritiker zugehen“.

Was ist schlimmer, was ist glaubwürdiger: die Bild-Zeitung oder RT Deutsch?

heiligenschein

Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten: „Es ist angebracht, diese Frage den NachDenkSeiten-Leserinnen und –Lesern zu stellen. Für mich persönlich ist die Antwort klar: Die Bild-Zeitung ist schlimmer und nicht glaubwürdiger. Aber dieser Einschätzung muss man nicht folgen. Andere sehen das anders. Zum Beispiel netzpolitik.org. Den Hinweis auf die Brisanz dieses Themas verdanke ich dem NachDenkSeiten-Leser Rüdiger Kabbasch. Er hat bemerkt, dass netzpolitik.org es zwar ablehnt, RT Interviews zu geben, aber sehr wohl der Bild-Zeitung“.

Da netzpolitik.org jetzt einen Heiligenschein trägt und nicht mehr kritisiert werden darf, wird das niemanden interessieren.

Anstatt Katzenfotos

Eingesandt von einem Leser: Die Dame mit Shakespeare auf der Schulter ist wieder Single. Journalistische Themen dazu: Mit welchen Klickstrecken erzeuge ich Traffic, ganz ohne Inhalte? Und wie untertitelt man Klickstrecken, ganz inhaltslos?

Surprisingly Savvy Analysis

Die Washington Post hat eine ganz wunderbare und sarkastische Analyse des Trumpschen Wahlkampfs und die Rolle der Medien. Hiesige Marketing-Fuzzies werden das Fazit schon erahnen.

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