Aus die Maus

Gesehen in meiner Wohnung :-(
Projekt Silverwissen, geschreddert

Ich muss jetzt unbedingt ein Blog-Posting des Schockwellenreiters geringfügig verändern, aber ansonsten komplett übernehmen (bitte ersetzt 57 durch 58):
Hallo Wikipedia! „Projekt Silberwissen“ klingt genau so diskriminierend und ist vermutlich auch genau so ein abschätzig gemeintes Marketing-Sprech wie „Silversurfer„. Wir über 50jährigen sind nämlich nicht so doof und dämlich wie ihr Jungspunde meint, daß wir ein geschütztes Internet mit Sandkasten, Schüppchen und Förmchen bräuchten. Ich zum Beispiel (57 Jahre jung) habe schon gebloggt, da hat mindestens die Hälfte von Euch noch mit eben diesen Schüppchen und Förmchen unter Mamis Aufsicht in einem realen Sandkasten gespielt.
Ich behaupte sogar, dass der Schockwellenreiter und ich erheblich mehr über das Internet wissen als die Jungspunde, die bei Studivzfacebookmyspace die Hosen runterlassen, die noch nie einen elektronischen Brief (!) geschrieben haben, und die das Usenet mit einer uruguayischen Bratwurst verwechseln.
Mädels und Jungs bei Wikipedia, ich habe schon Ego-Shooter gespielt, da wart ihr noch gar nicht geboren! Und ich habe auch noch keine grauen Haare (und nicht nur, weil ich Schröder heisse)! Also haltet mal den Ball flach!

Spitzel Inc.
SpOff: „Kennedy arbeitete für die geheimniskrämerische National Public Order Intelligence Unit (NPOIU), eine von mehreren Anti-Terror-Einheiten, die der Association of Chief Police Officers (Acpo) unterstehen. Die Acpo ist keine Behörde, sondern eine private Firma hochrangiger Polizeibeamter, an die Scotland Yard heikle Aufträge outsourct, von denen die Öffentlichkeit nichts erfahren soll.“
Das ist eine höchst interessante Entwicklung. „ACPO is a private company and the Office of the Information Commissioner has confirmed that the Freedom of Information Act does not apply to the Association, since Schedule 1 of the Act does not include a definition which covers ACPO.“ M;it anderen Worten: Polizisten gründen eine Firma und nutzen ihrer Verbindungen, um Aufträge zu ergattern, die zu schmutzig sind, als dass sie staatliche Organe machen dürften.
Wenn das Schule macht, könnte man auch das Militär outsourcen. Wer genug Geld hätte, leistete sich einfach eine Privatarmee. Joschka Fischer hätte gar nicht über den Einsatz von Bomben gegen die serbische Zivilbevölkerung räsonnieren müssen, sondern hätte sich mit anderen Lobbygruppen zusammentun können, etwa den Warlords der albanischen Mafia. Die hätten sich selbst in „Schutztruppe“ umbenannt und das Problem geregelt.
Das ist doch auch mal eine schöne Geschäftsidee für den Verfassungsschutz. Dessen Mitarbeiter müssten nur eine Firma gründen, natürlich eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, und können dann ganz ungehindert von der öffentlichen Meinung die Neonazi-Szene oder ander Gruppen von ihren Angestellten unterwandern, organisieren und verwalten.
Hugendubel
Ich werde ab sofort keine Bücher mehr bei Hugendubel kaufen.
Chachapoya – die Wolkenmenschen
Lieber Michael Tauchert,
herzlichen Dank für den wunderbaren und grossartigen Film über die
Chachapoya. Und ich dachte, ich wüsste fast alles Wesentliche über Peru…
Wenn ich könnte, würde ich auch in Kolumbien leben.
(Ich schreibe nie Leserbriefe, dieser hier ist eine Ausnahme.)
Mit freundlichen Grüssen
Burkhard Schröder
Ebay-Eliza, reloaded

Ja, Sie mich auch.
Ebay-Eliza

„Vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie haben uns mitgeteilt, dass Sie keinen Artikel einstellen können. Sie benutzen den Browser Firefox 3.6.6. Gern helfe ich Ihnen.
Die Ursache scheint ein Add-On zu sein, das Sie für Ihren Browsers Firefox verwenden, um Anzeigen zu blockieren. Ich empfehle Ihnen, die eBay-Seiten bis auf Weiteres mit dem Internet Explorer aufzurufen.
Außerdem sollten Sie ActiveX-Elemente, Java und JavaScript dulden, damit das Verkaufsformular problemlos funktioniert.“
Vermutlich war das eine Art ebay-Eliza. Wer mir rät, den Internet Explorer zu benutzten und alle Sicherheitsfeatures auszuschalten, gehört doch unter ärztliche Aufsicht. Ich werde meinen Account bei ebay jetzt kündigen.
Dragon Age: Ich bin Burks, schön Euch zu treffen
Vor einigen Tagen habe ich mir in einem Anflug geistiger Umnachtung das Computerspiel Dragon Age Origins gekauft, installiert und versucht zu spielen. Was für eine langweilige, dämliche und ästhetisch anspruchslose Sch…
Zugegeben: ich bin es aus Second Life gewohnt, dass man Avatare hübsch aussehen lassen und sie individuell ausstatten kann – da kommt kein Computerspiel mit. Von Avatar bin ich ein anspruchsvolles Ambiente gewohnt, Dragon Age ist im Verhältnis dazu eher ein Plattenbau. Und unter „Rollenspiel“ stelle ich mir eine phantasievolle Storyline vor, nicht aber die zwangweise Lektüre eines Ekel erregenden fucking manuals mit hunderten langweiliger Details, die man sich eh erst merken kann, wenn das Spiel schon vorbei ist.
Und erst die Dialoge! Dieses pseudo-mittelalterliche Getue mit dem friderizianischen „Euch“ und „Ihr“ und den pseudo-mittelalterlichen Rüstungen. Man weiß gar nicht, ob man sich kaputtlachen oder sich mit Grauen abwenden soll. Wenn das Genre „Fantasy“ dumm und schlecht ist, dass ist Dragon Ice das beste Beispiel dafür.
Und Pseudo-Mittelalter heisst nicht, dass ich das Frauenbild aus der Adenauer-Ära oder das unserer aktuellen Familienministerin vorgesetzt bekommen muss! Schon mal was von Lara Croft gehört? Auch wenn die einem feuchten Männertraum entsprungen ist: Warum sollte ich mich mit virtuellen Frauen langweilen, die ungefähr so sexy aussehen wie eine Rancherfrau in einem Cowboy-Film der fünfziger Jahre? Und ich will in Computerspielen nicht beten müssen, verdammt noch mal! Auch die Frisuren der Männer sind extrem verbesserungswürdig.
Es würde mir Spaß machen, die Dialoge aktueller Spiele in ein ordentliches und unterhaltsames Deutsch zu übersetzen. Auch bei „Avatar“ lockert sich mir manchmal das Zahnfleisch, wenn ich mir die Mixtur aus „Jugendsprache“ und Denglisch antun muss.
Jetzt bin ich zu faul, das Spiel bei ebay anzubieten. Ich musste schon fünfunddreißig Mal meine Browsereinstellungen verändern, um mich überhaupt einloggen zu können. Weiter komme ich nicht….das sollte irgendwie daran liegen (Ich benutze Firefox 3.6.6., ihr ebay-Pfeifen!) Aber ich muss das nicht herausfinden, sondern ebay müsste mir vorab verraten, welche meiner Hosen ich herunterlassen soll. Ihr könnt mich mal bei ebay.
Ich verkaufe das Spiel, Originalpreis 29,99 Euro (Rechnung wird mitgeliefert). Angebote E-Mail an burks@burks.de – eletronische Briefe bevorzugt oder Postkarten mit Signatur.

Ab heute wird geflattrt
Ich habe mich entschieden, bei Flattr teilzunehmen. Wer noch nicht weiß, was das ist, kann bei Wikipedia lesen: „Flattr ist ein Social-Payment-Service mit Sitz in Malmö, Schweden, bei dem der Benutzer monatlich einen frei wählbaren Abonnementsbetrag auf ein Konto einbezahlt. Die Medienanbieter platzieren auf ihrer Website einen Flattr-Button, den der Nutzer anklicken kann, wenn ihm der Internet-Inhalt gefällt. Am Monatsende wird der Abonnementsbetrag des Nutzers gemäß seinen Klicks an die Medienanbieter verteilt.“
Ich bin gespannt, ob meine Artikel irgendjemandem etwas wert sind. Die beiden besten Artikel, die ich jemals geschrieben habe, habe ich im nachhinein auch geflattrt:
– Projekt Xanadu, reloaded
– Die Erlkönigin
Der Button funktioniert ohne Javascript. Es gibt auch einen allgemeinen Spendenknopf auf der rechten Spalte.
Guten Tag Herr Burks
Guten Tag Herr Burks,
vorgestern haben wir Ihnen bereits per Email eine Vorab-Einladung für unser Presse-Screening der dctp und VOX am 15. Februar 2011 zugemailt. Um Ihnen
noch die persönliche Einladung per Post zukommen zu lassen, bräuchten wir Ihre postalische Adresse. Es wäre klasse, wenn Sie mir diese zukommen
lassen könnten. Zur Vervollständigung Ihrer Kontaktdaten bräuchten wir zudem Ihre aktuelle Telefonnummer.
Vielen Dank, ein frohes neues Jahr und beste Grüße wünscht
xxxxxxx
Presse & Kommunikation
Nein, ich antworte nicht darauf. Ich weiß ohnehin nicht, was ein „Presse-Screening“ ist.
Estrada de Ferro Madeira-Mamoré
Zum Jahresende noch ein Leckerbissen für den verschrobenen Eisenbahnfreund – zwei brasilianische Loks der Madeira-Mamoré-Eisenbahn, fotografiert 1980 in Porto Velho: „Die Stadt profitierte in ihren frühen Jahren vom Kautschukboom, denn sowohl die Madeira-Mamoré-Eisenbahn (EFMM) als auch verschiedene Schiffsrouten für den Kautschuk-Abbau im nahegelegenen Urwald führten durch Porto Velho, wodurch die Stadt zu bescheidenem Reichtum gelangte. Die Eisenbahnlinie ist jedoch inzwischen stillgelegt.“
Wir hatten die Grenze zwischen Bolivien und Brasilien in Guajará-Mirim überquert und waren auf dem Weg nach Norden zum Amazonas.
2011

Deutsche Medien und die Angst vor den Lesern
Mir fällt gar nichts bzw. zu viel ein

..und der Artikel über Porno-Steffi dürfte schon bekannt sein.
Wikileaks 1
Wikileaks hat auch eine hübsche Einschätzung über unseren Innenminister veröffentlicht: „We anticipate that data protection and domestic security issues will be a continuing theme that the new coalition government of the Christian Democrats (CDU and CSU) and Free Democrats (FDP) will struggle with.“
„We need to also demonstrate that the U.S. has strong data privacy measures in place so that robust data sharing comes with robust data protections.“
Quod erat demonstrandum. An die FDP-Restwähler: Wer glaubt, Die Justizministerin wäre ein Bollwerk gegen irgendetwas, muss auch argumentieren, man solle eine protestantischen Sekte beitreten, um den Papst zu verhindern – oder umgekehrt, zum Katholizismus konvertieren, um ein Bollwerk gegen prostantische Sekten (vgl. Bergleute in Chile, Regierung in Guatemala) zu errichten, was auch vernünftig wäre.
Lesenswert ist auch eine erste Analyse bei Telepolis sowie Fefe hier und hier.
Rollerkoffer in, um und um Oggersheim herum
Nein, ich wollte nie im Leben nach Oggersheim. Aber die Deutsche Bahn hat mich dazu gezwungen. Ich sitze hier in Worms in einem netten Hotel, habe Bier und Flammkuchen im Bauch und bin wieder entspannt.
Zugdurchsagen, die man nicht so gern hört, kurz vor Hannover: „Leider ist die Einfahrt in den Hauptbahnhof Hannover wegen einer polizeilichen Ermittlung zur Zeit nicht möglich.“ (Massenhysterie in Deutschland, aus durchsichtigen Gründen bewusst geschürt.) Vermutlich wieder ein Testkoffer. Zug verpasst. Eine Stunde später in einem proppevollen Zug nach Mannheim. Und jetzt? Der Zugverkehr ist unterbrochen. Fahren sie mit der Lokalbimmelbahn nach Ludwigshafen. Schienenersatzverkehr nach Oggersheim. Oggersheim! Aargh. Und dann latschen wir alle im Dunkeln über eine Fußgängerbrücke nach Bahnsteig 2. Keine Zugdurchsagen, aber die anderen Leute wissen, wo Worms ist und wo ich aussteigen muss. Es ist wie in Südamerika, nur kälter.
Ich habe das Kabel für die Kamera vergessen. Die Fotos aus Worms gibt es Sonntag oder Montag.
By the way: Rollerkoffer. Wieso ist so was erlaubt? Diese Koffer mir Rädern drunter. So was hat es früher nicht gegeben. Machen Krach und versperren ständig den Weg, vor allem wenn gefühlte 10000 Leute sich im Hauptbahnhof Hannover versammeln. Verbieten – Rollerkoffer sind Terror.
Back home

Da ist es wieder, das gute Stück, zwei Jahre älter und etwas angestaubt. Ich werde ihn „plattmachen“ und ein neues Ubuntu draufspielen.
Asymmetrische Kryptografie bei N-TV
Gestern habe ich ein paar unmaßgebliche Sätze zum Thema „Sicherheit im Internet“ bei busch@n-tv gesagt.
Verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen
Am 25.Oktober bin ich vom Landgericht Berlin zu einer geringen Geldstrafe (rund 400 Euro) verurteilt worden wegen § 353d StGB – „Verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen“. In der ersten Instanz hatte das Gericht lediglich einen Verweis ausgesprochen; dagegen war die Staatsanwaltschaft auch in Berufung gegangen. (Mehr über den Hintergrund bei Heise.)
Ein Drittel der Strafe wurde mir zudem erlassen. Zitat aus der Urteilsbegründung: „Der Abschluss des Strafverfahrens ist hier allerdings (…) von der Staatsanwaltschaft rechtsstaatswidrig derart verzögert worden, dass die diesbezüglich im Rahmen der Strafmilderungsgründe erfolgte ausdrückliche Feststellung zur Kompensation nicht genügte, sondern es einer darüber hinausgehenen Entschädigung des Angeklagten für seine mit der überlangen Verfahrensdauer verbundenen hohen psychischen Belastung bedurfte.“
Freispruch rechtskräftig
Wie ich soeben erfahren habe, hat die Staatsanwaltschaft die Berufung in meinem Verfahren zurückgenommen. Mein Freispruch vom 30. Juni 2009 ist somit rechtskräftig.
Zur Erinnerung: Am 11.11.2008 (!) wurde meine Wohnung durchsucht und mein Rechner beschlagnahmt. Ich stand in dem Verdacht eines Vergehens nach §§ 40,52 i.V. m. Anlage 2 Abschn. 1 Nr. 1.3.4 WaffG. Mir wurde der Link www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=5633 vorgeworfen, unter der Überschrift “Rezepturen diverser Explosivstoffe” eine Anleitung zur Herstellung von Explosivstoffen verbreitet zu haben. Die Durchsuchung sei verhältnismäßig, insbesondere seien mildere Maßnahmen “beim jetzigen Stand der Ermittlungen nicht ersichtlich.”
Ich bin erleichtert. Aber: Am Montag findet doch noch eine Verhandlung vor dem Landgericht Berlin statt. Das Verfahren wegen § 353d StPO– ”Verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen” – endete lediglich mit einem Verweis. Die Berufung dagegen hat die Staatsanwaltschaft nicht zurückgenommen.























