Der letzte Tag der Schöpfung

Lese gerade zum wasweißichwievielten Mal einen der besten Science-Fiction-Romane aller Zeiten: „Der letzte Tag der Schöpfung“ von Wolfgang Jeschke. By the way: Der Wikipedia-Eintrag zum Buch ist ja grauenhaft, den muss ich bei Lust und Laune mal umschreiben.

Die Piratenpartei

Henning Bartels: Die Piratenpartei. Entstehung, Forderungen und Perspektiven der Bewegung. ISBN 978-3-86199-001-7, ca. 300 Seiten, Preis: 19,90 € als Buch – kostenlos als PDF

PiratenparteiIch bin nicht die Zielgruppe dieses Buches: „Wenn Sie dieses Buch in seiner traditionellen Form in der Hand halten, dann sind Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Mitglied der Zielgruppe, für die dieses Buch geschrieben wurde. Sie sind ein Digital Immigrant, jemand, der nicht in die digitale Welt hineingeboren wurde. Diejenigen, die Computer und Internet quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen haben, die Digital Natives, verspotten Sie als Mitglied der Generation Kugelschreiber, als Offliner oder Internetausdrucker.“ Ich halte es nicht in der Hand, sondern sehe es als pdf auf dem Monitor meines Laptops vor mir.

Laut ARD (das Buch gibt alle Quellen/Links an, ist also mehr „online“ als etwa Spiegel „online“!) gehöre ich jedoch zur Zielgruppe der Wähler: „Sie wird eher von Männern gewählt, eher von Hochgebildeten und eher in Großstädten. Unter den männlichen Erstwählern bekommt sie 13 Prozent der Stimmen, unter den 18- bis 24-Jährigen 9 Prozent.“

Erster Eindruck: Der Autor sympathisiert sehr mit dem Objekt. Formulierungen wie „Das Problem der Altparteien ist schlicht..“ sind mir zu suggestiv, zudem ist „Altpartei“ ein Wort, dass früher die Nazis für die demokratischen Parteien benutzt haben. Ich sympathisiere auch mit den Piraten, haben sie sogar gewählt, trotzdem würde ich sie gnadenlos in die Pfanne hauen, wenn es geboten wäre.

Ich habe das Buch trotzdem mit Vergnügen gelesen. Es tauchen eine Reihe von Leuten auf, die ich kenne, die wie ich eine vermutlich nur vierstellige „Mitgliedsnummer“ deutscher Internet-Nutzer haben. „Als erste Quelle in diesem Buch soll daher der Blogeintrag von Kristian Köhntopp vorgestellt werden, weil er zwei Dinge fassbar macht: Erstens steht der Autor exemplarisch für die Hauptzielgruppe der Piraten, jung, männlich, internetaffin, und zweitens erklärt der Text sehr anschaulich die Problematik des Kopierens in einer digitalisierten Welt: Ich bin in etwa seit dem Jahresende 1987 online, mit Modem an Mailboxen. Morgen feiere ich mein 21-jähriges Unix-Jubiläum […] Google datiert mein ältestes auffindbares Posting im Netz auf 1989 – ich bin also seit mindestens 20 Jahren online. […] Ich lebe online. (…) (By the way: Ich habe dieses Posting gesucht und nicht gefunden…Eine Aufgabe für wie wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser!) Das Wesen aller Kommunikation und der darauf aufbauenden Kultur ist es auch. […] Dieses Blog ist auch voll von Links und von Zitaten. Ohne diese Links und Zitate wäre dieses Blog sinnlos. Und dieses Sharing von Inhalten, das Weitergeben von URLs und Texten ist wichtig, denn es macht das Wesen von Nachrichten und Diskussionen aus.“

Dem stimme ich natürlich „vollinhaltlich“ (wie es in grauenhaftem Juristendeutsch heißt) zu. Das Buch ist in weiten Teilen eher eine gut zusammengestellte Quellensammlung aus dem Internet. Die Fakten und Zitate würde der gewöhnliche DAU ohnehin nie finden. (Das Inhaltsverzeichnis könnt ihr selbst lesen.) Interessant ist der Abschnitt über die unterschiedliche Kultur der Nordeuropäer im Vergleich zu den Deutschen; letztere leben imme noch hinter dem Mond, was das Internet angeht. Das musste mal gesagt und beschrieben (Kapitel: „Warum die Filesharing-Debatte nicht zum Gründungsmythos der deutschen PIRATEN taugte“) werden. „Die Schweden sind sehr aufgeschlossen gegenüber den neuen Medien; das Internet spielt in ihrem Alltag eine viel größere Rolle als in Deutschland“.

Piratenpartei

Im Gegensatz zu den Piraten in Schweden ist in Deutschland die Ursache für den kleinen Erfolg der Piratenpartei die Politik: „Das zentrale Thema dieses Wahlkampfsommers, das der Piratenpartei die exorbitanten Mitgliederzuwächse und eine bis dato unbekannte mediale Aufmerksamkeit bescherte, trägt den etwas sperrigen Namen Zugangserschwerungsgesetz, eigentlich: Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen. (..) Zudem hat die Piratenpartei sich im Laufe der Diskussion so etwas wie die politische Meinungsführerschaft unter den Gegnern der Sperren erobert.“ Der Autor zeichnet die gesamte Diskussion um die so genannten „Netzsperren“ nach und zitiert ausführlich, wie zum Beispiel das law blog: „Die Legende von der Kinderpornoindustrie“. Das bekommt man nicht so einfach irgendwo – allein deshalb ist das Buch wertvoll.

„Was auch immer das Bundesfamilienministerium und Ministerin von der Leyen bewirken wollten – sei es der ehrliche Wille, einen unerträglichen Missstand zu beheben, populistische Wahltaktik oder gar der Versuch, heimlich still und leise eine Infrastruktur zur besseren staatlichen Kontrolle des Internets zumindest vorzubereiten – der Versuch muss, obgleich das Gesetz beschlossen ist und möglicherweise schon im Oktober 2009 in Kraft treten wird – als gescheitert gewertet werden.“ (S. 88)

Der Autor referiert auch ausführlich die politischen Ziele der Piratenpartei, wie etwa: „Die derzeitigen Bestrebungen einiger politischer Kräfte eine Inhaltsfilterung im Internet zu etablieren, lehnen wir kategorisch ab. Staatliche Kontrolle des Informationsflusses, also Zensur, ist ein Instrument von totalitären Regimen und hat in einer Demokratie nichts verloren. Der Kampf gegen rechtswidrige Angebote im Internet muss jederzeit mit rechtsstaatlichen Mitteln geführt werden. Allein die Etablierung einer Zensurinfrastruktur ist bereits inakzeptabel. Die Beurteilung der Rechtswidrigkeit muss gemäß der in Deutschland geltenden Gewaltenteilung und Zuständigkeit getroffen werden.“

Piratenpartei

Besonders interessiert habe ich im letzten Teil des Buches das Kapitel gelesen, in dem es um das Verhältnis Partei „Die Linke“ und der Piraten geht. Zum Teil wird der Ton des Autors subjektiv: „Sapperlott, wer hat denn da von den PIRATEN abgeschrieben?“

Zitat: „…wird in vielen Äußerungen der PIRATEN deutlich, dass die Linken eher als Überbleibsel aus einer Zeit angesehen werden, als es noch zwei Deutschlands gab, dafür aber kein Internet. In diesem Zusammenhang werden die Forderungen der Linken einfach nicht ernst genommen, ihnen wird keine Netzkompetenz zugetraut und auch in der Frage der Bürgerrechte gehen die PIRATEN davon aus, dass deren Forderungen nicht ehrlich sondern nur wahltaktischer Natur seien.“ (S. 198)

Ein wichtiger Aspekt: Wenn es der Linken nicht gelingt, diese Meinung in der Praxis zu widerlegen, wird sie die potenziellen WählerInnen der Piratenpartei nicht mehr erreichen können. „Piratenquote: gefühlte 5%, reale 33%, im thematischen Kernbereich viele Überschneidungen, nur wollen die PIRATEN davon überhaupt nichts wissen.“

Lesenswert sind auch die Abschnitte des Buches über das Verhältnis Grüne-Piraten und das der „Bürgerrechtspartei“ FDP: „Inhaltlich sind die Gemeinsamkeiten zwischen PIRATEN und FDP nicht so groß wie zwischen PIRATEN und der Linken.“

Im letzten Abschnitt geht es um die Zukunft der Piratenpartei (Die Links stammen aus dem Buch!) . „Karl-Rudolf Korte bestätigte, dass Ein-Themen-Parteien durchaus erfolgreich sein könnten, da sie Wähler mit einem Aufreger-Thema leichter mobilisieren könnten ‚als die Großtanker der großen Volksparteien‘. Viele Parteienforscher wie z. B. Prof. Wichard Woyke hingegen sehen die Überlebensfähigkeit solcher Bewegungen kritisch: ‚Die Piraten haben ein eindimensionales Programm. Wenn es sich weiter nur auf Informationsgesellschaft stützt, lässt sich damit keine Gesamtpolitik machen.‘ Im Gegensatz zu den schwedischen Piraten hegen die deutschen aber bereits Ambitionen, sich einem Vollprogramm zu nähern.“

Das spannenste Thema wird im Kapitel „5.2.1 Backbord oder Steuerbord“ (ab S. 239) behandelt. Das Selbstverständnis vieler Mitglieder der Piratenpartei, weder rechts noch links zu sein, ist natürlich Unsinn. Auch hier kann Schweden als Beispiel dienen: „Interessant wird es in dieser Frage erstmals im Mai 2007, als bekannt wurde, dass der schwedische Rechtspopulist Carl Lundström, der auch im Pirate Bay-Prozess als Unterstützer der Plattform verurteilt wurde, erheblich zum Erfolg von The Pirate Bay beigetragen hatte.“ Der Autor beschäftigt sich ausführlich mit der Situation in Deutschland und mit den Wahlempfehlungen dubioser kackbrauner Kameraden für die Piraten. Allein schon deshalb sollte dieses Buch (ja, das pdf auch!) zur Pflichtlektüre jedes Sympathisanten der Piratenpartei werden.

„‚Drei Jahre nach ihrer Gründung beweisen die jungen Bürgerrechtler, dass man die sinkende Wahlbeteiligung nicht nur mit Politikverdrossenheit erklären kann. Sondern eher mit einer weit verbreiteten Ablehnung der etablierten politischen Kräfte. Die unetablierten Piraten gewinnen
jedenfalls im Vorfeld der Wahlen täglich Dutzende neue Mitglieder hinzu.‘ In diesem Moment funktionierte die Piratenpartei nicht mehr als Partei, sondern als Sammlungsbewegung.“ Mit den Risiken und Nebenwirkungen, mit denen auch die Grünen in ihrer Entstehungsphase zu kämpfen hatten: Zahlreiche obskure Idioten wollten auf den Zug aufspringen. Die basisdemokratische Struktur der Piraten wird es ihnen sehr schwer machen, diese Leute wieder loszuwerden.

Letzter Satz des Buches: „Es bleibt spannend.“ Wer hätte das gedacht.

Ich höre gerade passend zum Thema Bob Marley: „Running away“ – „Chase those crazy baldheads out of the town.“ Chase those crazy censors out of the internet. Yeah. Und dazu gibt es noch Lyrics von den guten Glatzköpfen:
Stay rude against facist regimes
Stay rebel against politicians dreams
Stay rude and fight back injustice
Stay rebel against racial prejudice
STAY RUDE STAY REBEL STAY S.H.A.R.P.

Dutch Porn in Japan

desk

Jugendschutz- und andere Blockwarte, aufgemerkt! Hier sind ein erigierter Penis und eine Vagina zu sehen – und das könnte die Jugend schwerst sittlich gefährden und in ihrer Entwicklung beeinträchtigen! Also burks.de schleunigst melden, durchführen und verbieten! Und dann stammt dieses Bild auch noch von rotten.com, einer Website, die von nordrhein-westfälischen Providern schon längst zensiert wird!

Jetzt im Ernst: Das Bild ist Kunst: „1825, Japan. Yanagi no arashi (Will Storm). A Western couple in coitus.“ Ich halte es bei rotten.com für falsch beschriftet, es gehört zur Kategorie dieses Bildes: „1801, Japan. Fumi no kiyogaki (Models of Calligraphy). Dutch captain with Nagasaki prostitute. Aphrodisiac incense smolders at right.“

Ich habe zum wasweißichwievielten Male Janwillem van de Weterings Krimi „Ticket nach Tokio“ (Een dode uit het oosten / The Japanese Corpse, 1976) gelesen. Darin wird erwähnt, dass die Holländer vor 400 Jahren auf der Insel Dejima vor Nagasaki saßen, die ihnen der Tenno zur Verfügung gestellt hatte. Der japanische Kaiser hieß seine Gelehrten die merkwürdigen Gajin studieren. Er stellt den holländischen Kaufleuten die besten Prostituierten zur Verfügung. Die Bilder sind eine Reminiszenz an die ungewaschenen bärtigen Europäer, die einzigen „Weißen“, die die Japaner damals kannten. „For two hundred years, Dutch merchants were generally not allowed to cross from Dejima to Nagasaki, and Japanese were likewise banned from entering Dejima, except for prostitutes from Nagasaki teahouses.“ Und nur bei rotten.com habe ich Bilder zum Thema gefunden. Wäre ein hübsches Thema für meine Recherche-Seminare…

Computerklischees im Film und die Online-Durchsuchung

Ich musste doch heftig schmunzeln beim Lesen der Postings auf Spiegel Online zum Artikel „Wer hustet, stirbt„. Wie gewohnt sind die Kommentare der LeserInnen in Online-Artikeln, die kommentiert werden können, oft besser als die Artikel selbst.

Auch die Hinweise auf Links wie tvtropes.org oder fnynf.at hätten in den Artikel gehört. Aber mit den Links ins weltweite Internet hat SpOn schon immer Probleme gehabt.

Sehr nett sind die Computer-Klischees, die zum Teil schon in meinem Buch über die so genannte „Online-Durchsuchung erwähnt habe: (…) „ueber einen Computer hat man mit 3 Eingaben immer Zugriff auf Spionagesatelliten, die auf den Boesewicht zoomen, 5. Es gibt immer Akten ueber gesuchte Personen mit boesem Bild 6. Informationen ueber Gebaeude sind im Detail verfuegbar und zeigen in der Regel die fahrenden Aufzuege an 7. Mit einem Tastendruck ist der Bildschirm schwarz 8. Genausoschnell faehrt ein Computer hoch, naemlich mit einen Tastendruck (und gleich wird wird drauf herumgehackt) 10. Wenn eine neue Email kommt, kuendigt das eine Stimmme an“ (…)

Oder: (…) „Nicht jedoch, dass es in jeder Abteilung einen Nerd gibt, der mal schnell einen Filter programmiert, mit dem man mehr Informationenen aus dem Überwachungsvideo herausholen kann als eigentlich drin ist. Zum Beispiel Wechsel der Kameraperspektive.
Beim Programmieren werden die grünen Zahlenfolgen immer auf des Gesicht des des Programmierers projeziert.
Ach ja, und wenn man einen Virus programmieren will, muss man auf dem Bildschirm die Würfel richtig zusammenstecken. “ (…)

Oder: „Computerprofis, die Daten aus jedem Rechner kitzeln können, tragen immer eine Brille.“

Das hier ist besonders hübsch: „Selbst die geheimsten Geheimdaten sind auf dem Computer immer mit einem nachvollziehbaren Passwort geschützt.“

Ich warte darauf, dass der erste „Tatort“ produziert wird, in dem der Nerd unter den Ermittlern den Rechner eines Verdächtigen „online“ durchsucht. Das wird bestimmt kommen und sehr lustig werden. Wie moderne Märchen so sind.

By the way: Zum Thema Online-Durchsuchung habe ich einen sehr informativen Artikel von Alexander Heidenreich (Hallo, Alex!) gefunden, den ich noch aus Mailbox-Zeiten kenne. Die Argumente beweisen schlagend, dass es eine „Online-Durchsuchung“, wie Klein Fritzchen oder Wolfgang sich das vorstellt, nicht geben kann und auch nie geben wird. Quod erat demonstrandum.

Rory Gallagher – Moonchild

Die Musik zum Sonntag vom besten Gitarristen aller Zeiten neben Jimmi Hendrix. Ja, ich hatte das Glück, den Gott der Gitarren einmal live zu sehen und zu erleben, irgendwann in den 70ern, als es noch gute Musik gab. Ich hatte sogar alle Schallplatten von ihm. „Eine Schallplatte ist eine meist kreisrunde, schwarze Scheibe, die als analoger Datenspeicher für Schallsignale dient.“

Konquistadoren wiedergefunden

Jetzt habe ich den Umzug innerhalb meiner Wohnung so gut wie abgeschlossen, mal abgesehen davon, dass die Rechner immer noch in meinem früheren Arbeitsraum stehen, weil ich noch keinen blassen Schimmer habe, wie ich das Telefonkabel durch die Wand nach drüben gezogen bekomme.

Beim Ausräumen meines Tresors fielen mir drei Disketten (ja, diese viereckigen Dinger von gaaaanz früher!) in die Finger. Und siehe, ich hatte das lange vergeblich gesuchte Backup meines historischen Romans „Die Konquistadoren“ in den Fingern.

Ich hatte schon vor ein paar Jahren die Rechte am Werk zurückbekommen. Das Buch scheint noch immer begehrt zu sein, weil es kaum antiquarische Ausgaben gibt. Vielleicht setze ich mich in einer stillen Stunde hin und bereite die gut 500 Seiten als pdf auf (Original: Word, September 1998). Aber wer liest ein 500 Seiten langes pdf auf dem Monitor oder druckt es gar aus? Oder sollte ich mich mit E-Books beschäftigen?

Warum ich Chandler mag

„Wenn es Unreife bedeutet, sich gegen eine korrupte gesellschaft aufzulehnen, dann ist Philip Marlowe äußerst unreif. wenn es mangelhafte soziale Anpassung bedeutet, Schmutz zu sehen, wo Schmutz ist, dann hat sich Philip Marlowe mangelhaft sozial angepasst. Natürlich ist er ein Versager, und er weiß das auch. Er ist ein Versager, weil erkein Geld hat. Ein Mann, der ohne körperliche Handicaps ist und sich trotzdem keinen anständigen Lebensunterhalt verdienen kann, ist immer ein Versager und gewöhnlich ein moralischer Versager. Ab eine Menge sehr guter Menschen sind auch Versager gewesen, weil ihre besonderen Gaben nicht zu ihrer Zeit und zu ihrer Umwelt passten. Auf lange Sicht gesehen sind wir wahrscheinlich gesehen alle Versager; wir hätten sonst nicht die Seorte Welt, die wir haben.“ (Raymond Chandler an Mr. Inglis, Oktober 1951)

Lest mal!

„Was ich so von tag zu Tag mit mir anfange? ich schreibe, wenn ich kann, und ich schreibe nicht, wenn ich nicht kann. (…) Ich bekomme dauernd Aufsätze zu Gesicht, in denen Schriftsteller sich darüber auslassen, dass sie grundsätzlich nie auf Inspiration wareten; sie setzen sich einfach jeden Morgen um acht an ihren kleinen Schreibtisch, ob’s regnet oder ob die Sonne scheint, ob sie einen Kater haben oder einen gebrochenen Arm oder was weiß ich sonst, und knallen ihr bisschen Pensum hin. Wie leer ihr Kopf auch sein mag und wie öde alles, was ihnen durch die Gedanken trudelt, mit solchen Quatsch wie Inspiration haben sie nichts im sinn. Ich entbiete ihnen meine Bewunderung und gehe ihren Büchern sorgfältig aus dem Weg.

Ich hingegen, ich warte auf Inspiration, obwohl ich sie nicht unbedingt bei diesem Namen nenne. Ich glaube, dass alles Schreiben, das auch nur etwas Leben in sich hat, aus dem Slarplexus kommt. Es ist harte Arbeit insofern, als man hinterher todmüde sein kann, sogar total erschöpft. Im Sinne bewusster Bemühung freilich ist es überhaupt keine Arbeit. Wichtig ist dabei vor allem eins: der Berufsschriftsteller sollte einen bestimmten Zeitraum haben, sagen wir mindestens vier Stunden am Tag, wo er nichts anderes tut als schreiben. Er muss nicht unbedingt schreiben, und wenn ihn nicht danach ist, sollte er’s auch nicht versuchen. Er kann aus dem Fenster schauen oder einen Kopfstand machen oder sich auf dem Fußboden schlängeln, aber er soll nichts vollkommen anderes tun, soll nicht lesen, Briefe schreiben, in Zeitschriften blättern oder Schecks ausfüllen. Entweder schreiben oder gar nichts.“ (Raymond Chandler: „Die simple Kunst des Mordes„, meine völlig zerlesene Ausgabe Zürich 1975 (ich mag nur Übersetzungen von Hans Wollschläger, ohne ihn hätte ich eines der größten Werke der Weltliteratur, den Ulysses, nie verstehen können.

Ich lese gerade – immer noch mit großem Vergnügen – einen ungarischen Schriftsteller: Attila Bartis: „Die Ruhe“ (Duhrkamp), Freiburg 2005. Mein Verdikt, das Buch sei langweilig, nehme ich mit dem allergrößten Bedauern zurück. Vielleicht habe ich in zu kleinen Häppchen gelesen (ja, auf dem Klo). Das Buch hat den allerschwärzesten Humor, den man sich vorstellen kann, mit einem gehörigen Schuss Melancholie und Absurdistan frei nach Kafka. Ein Schriftsteller lebt mit seiner geisteskranken Mutter zusammen, einer exatierten Ex-Schauspielerin.
„Wowarstdumeinsohn?
Ich war nur spazieren, Mutter.
Wasch dich wenigstens, bevor du das nächste Mal heimkommst. Du stinkst nach Kölnischwasser.
Tut mir leid, Mutter.
Das ist wohl wieder so eine billige kleine Nutte. Die so ein Parfüm benutzen, sind alle Nutten.
So hat das doch alles keinen Sinn, Mutter.
Du hast mir nicht zu sagen, was Sinn hat. Wasch dir lieber den Vaginageruch ab, bevor du heimkommst, verstanden?“

Dann lese ich noch „Tod am Tocuyo – Die Suche nach den Hintergründen der Ermordung Philipps von Hutten 1541-1550″ sowie zum wasweißweißcihwievielten Male eines der besten und interessantesten Bücher, das ich jemals gelesen habe (nichts für intellektuelle Warmduscher): Giorgio de Santillana, Hertha von Dechend: Die Mühle des Hamlet. Ein Essay über Mythos und das Gerüst der Zeit. Berlin 1992. ISBN 3-926763-23-X.

Aus einem Nachruf: „Um von Dechends theoretisches Konzept weitgehend zu verstehen, benötigt man unermeßliche Kenntnisse, vor allem aber unumstößliche Überzeugung davon, dass man vor zehntausend Jahren genauso wie wir heute zum Denken fähig war – ganz zu schweigen von dem Willen jede alte Sprache zu verstehen. Ohne diese Bereitschaft, und ohne ungeheuren Fleiß, kann man zwar die dechendschen Erkenntnisse auf jede Ebene beliebig reduzieren, trotzdem gerät man in Gefahr sich in der Fülle des historischen Stoffes zu verlieren. In Anflügen von Selbstironie erzählte mir von Dechend hin und wieder, sie sei überall sowohl von fachlichen Feinden als auch von Anhängern, diese jedoch meist schlichten Gemüts, umgeben“.

Mir scheint, die Kritiker Dechends haben das Buch gar nicht oder nur flüchtig gelesen oder sind schlicht beleidigt, dass ihnen fundmentale Irrtümer nachgewiesen wurden. Man sollte übrigens diese Website zur Hand haben, wenn man sich an Hamlets Mühle traut: „Studies of Occidental Constellations and Star Names to the Classical Period“.

A Men’s World

Heute man was Frauenfeindiches…Nicht sonderlich lustig, aber es hat sich jemand richtig Mühe gemacht.

Superscharfe Braut mag auch Frauen

Megan Fow

Megan Fox ist, wie man unter Männern sagt, eine superscharfe Braut. Und wenn meine Lieblingskrawallzeitung The Sun über sie berichtet, ist das Unterhaltung pur (und mitnichten Journalismus oder Entertainment, das sich als Journalismus tarnt). Ich hatte nach Fotos von ihr gesucht und stolperte über einen Blogbeitrag: „Megan Fox Is An Idiot“. „This week, the award for Self-hating Bisexual Asswipe and Overall Tool goes to Megan Fox, co-star of „Transformers 2“, who has announced to Esquire magazine that she is bisexual; that she thinks everyone is bisexual; and that she sleeps with lesbian women, but not bisexual women, because men are dirty and she will not sleep with a woman who sleeps with dirty men.“ Gemeint ist „The Sun“, und dort las ich weiter und schmunzelte: Fox hatte also guten Sex mit Olivia Wilde und dem Pornomodel Jenna Jameson. Nun, ich würde keine der Damen von der Bettkante stoßen, aber warum muss ich etwas über den Sex der Fox wissen? Weil ich die Schlagzeilen medientheoretisch bewundere, die die Sun daraus und uns alle zu Voyeuren macht: „Megan’s licking good“. Natürlich lese ich dann weiter…

Die Erlkönigin, revisited

He made my day: Mein Telepolis-Artikel vom 09.06.2002 – „Die Erlkönigin“ – ist jetzt ins Englische übersetzt und kommentiert worden: „Der Erlkönig„. „In the German language essay “Die Erlkönigin” by Burkhard Schröder the case is made that this stories probably originated in ancient Greece and Mesopotamia and that through migrations of peoples those tales came with them and transformed. This is a very intriguing idea to me because I’m very interested in the migrations of peoples around the world and the traditions they spread. (…) I think the research Schröder did was very interesting. I was previously familiar with the story of Lilith, but that people have been able to trace her story all over the world is just fantastic and I would like to do further research into this.“ Yeah. Good work.

Gitarrengott Gallagher: Walkin‘ Blues

Das hier von Rory Gallagher höre ich jetzt schon zum zehnten Mal hintereinander….

Soukous Radio

Musikempfehlung: Ich höre jetzt Soukous Radio: „Longest-running station playing African and Caribbean music online“. Good vibrations!

Alte Meister in 3D

Vor kurzem war ich mit einer jungen und ganz entzückenden französischen Künstlerin unterwegs, die in dieser und in jener (digitalen) Welt eine Schönheit ist und mit der ich – leider nur virtuell – viel Zeit verbringe. Natürlich war auch der Dresdner Zwinger wieder auf dem Programm, über den ich schon berichtet.hatte. Immer wieder ein merkwürdiges Erlebnis, als Avatar vor den Gemälden aus dem 16. Jahrundert zu stehen. Auch die spätkarolingische Georgskirche habe ich mir in Second Life wieder angesehen – die Wandmalereien sind jetzt vollständig. Wikipedia: „Ihre bedeutenden Wandmalereien aus dem 10./11. Jahrhundert gelten als Hauptzeugnisse der Malerei des Klosters Reichenau. Die Kirche gehört mit der ganzen Klosterinsel zum Weltkulturerbe der UNESCO. Seit November 2008 gibt es von der Kirche zudem einen virtuellen Nachbau in der Computerwelt Second Life.“

Tim Parks: Weißes Wasser

Burks

Leider, leider habe ich das Buch Peter Rühmkorfs jetzt fast durchgelesen. Es kommt bei mir nur sehr selten vor, dass ich mir wünsche, ein Buch möge mindestens drei Mal so dick sein. Manchmal habe ich mich auf einer Seite drei Mal kringelig gelacht. Zum Beispiel: „Wenn ich nicht so’n fideler Kerl wär, könnte man mich fast schon ne tragische Erscheinung nennen.“ Warum kommt mir das bekannt und vertraut vor?

Ich habe gerade ein Buch angefangen zu lesen, dass ruhig dahinfließt wie ein Bach in der Tiefebene, aber allmählich in Schwung kommt. Ich kann es jetzt schon empfehlen: Tim Parks: Weisses Wasser (Kunstmann, München 2005) (Rezension 1, Rezension 2).

Man lernt ganz nebenbei viel über Wildwasser und Kanufahr(t)en auf demselben, obwohl die technischen Details den Erzählfluss nicht stören. Nach rund 80 Seiten bekommt man auch mit, welche Frau der Held vielleicht abkriegt oder welche nur vorgesehen ist, wenn das Ende tragisch sein sollte. Ein Buch für den Urlaub. Es handelt auch von einer Art Urlaub, inklusive Selbsterfahrung. Leide lese ich sehr schnell, ich hätte es schon nach drei Tagen ausgelesen.

Und nun zu uns, Katholen!

Gor

Ein wohlwollender Leser dieses kleinen Blogs machte mich hier auf eine Meldung aufmersam: „Schwuler Bischof spricht Gebet bei Obama-Feier“. Nun ja. Ich wusste gar nicht, dass „Wir sind Papst“-Benedikt erlaubt, dass sich Bischöfe outen. Und ich dachte, dass es mehr um sehr junge „Männer“ ging – und das sehr heimlich. Ich finde das nicht konsequent – repräsentiert ein schwuler Bischof eine Minderheit? Das lassen wir mal angeprüft so stahn, wie es Luther formulieren würde.

„‚Es ist egal, ob es eine rassistische Minderheit ist, eine ethnische oder – wie in unserem Falle – eine sexuelle Minderheit. Nur, dass jemand wie man selbst vorn dabei ist, das zählt.'“ (Deutsche Medien sind leider durchweg zu blöd, die Original-Quelle zu verlinken:) Nun, wenn es denn so ist, liebes Abendblatt, das diesen Satz so formuliert hat, dann erwartet man auch eine Delegation vom Ku Klux Klan bei den Feierlichkeiten. Der repräsentiert unter anderem eine relevante rassistische Minderheit in den USA. Quod erat demonstrandum: Wenn ein deutscher Journalist das Wort „Rasse“ in den Mund nimmt, kommt in der Regel nur gequirlte Scheiße dabei heraus.

Apropos Katholen: Ein guter Freund hat einen hübschen Artikel über die züchtige Suchmaschiine Cathoogle verfasst: „Wie die italienische Zeitung ‚Corriere della sera‚ (einen Link dorthin gibt es wie gewohnt nur auf Burks‘ Blog) auf ihrer Webseite berichtet, hat ein gewisser Paul Mulhern aus Lourdes die Webseite entwickelt, um Surfern „religiös korrekte“ Suchergebnisse zu liefern.“

„Religiös korrekte“ Suchergebnisse – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ich kann dazu reichlich Bildmaterial beisteuern: Ich hoffe, dass Cathoogle die beiden Fotos sofort ganz hoch rankt. Der obere Screenshot zeigt einen historisch-katholisch absolut korrekten Folterkeller in Second Life, in der Stadt Red Rock. Mein Avatar (vorn) besichtigt ihn gerade gemeinsam mit den religiös korrekt verschleierten Foltermägden. Das untere Foto zeigt ein sowohl allgemein religiös als auch speziell katholisch völlig korrektes Frauenbild – einen virtueller Krieger aus Gor mit einer seiner Sklavinnen. Be well and safe paths!.

Gor

Was sonst noch geschah

Ich habe mein Blog immer als Mischung von Journalismus, Unterhaltung und halb-privatem Tagebuch gesehen – als einen Gemischtwarenladen also. Das Tagebuch habe ich ein wenig vernachlässigt. Ja, ich habe Weihnachten allein verbracht, auch Silvester werde ich nur mit ganz wenigen Freunden in einer Kneipe hier um die Ecke erleben. Ich muss mich an mein neues Single-Dasein erst noch gewöhnen.

Ich war auch nicht auf dem CCC-Kongress „Nothing to Hide“ [Blogs], obwohl ich seit 1995 fast keinen ausgelassen habe. Je mehr der CCC zum Mainstream wird, um so weniger kritisch berichten die Medien natürlich über desse merkwürdige interne Gruppendynamik oder die Verschwörungtherorien, die prominente Mitglieder vertreten. Man muss jedoch hinzufügen, dass es keine Meinung des CCC gibt, sondern nur eine Vielfalt, und nur in der Berliner Sektion Sektierer die Lufthoheit errungen haben. Der Verein ist zum Glück, wie Wau Holland es zu sagen pflegte, „nicht verkircht“.

Ich empfehle einen Heise-Artikel: „25C3: CCC will Beschlagnahmen von Festplatten reduzieren“. „Komplette Rechner oder Speichermedien dürfen im Licht des neuen Grundrechts auf die Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme nicht mehr bei jeder beliebigen Straftat beschlagnahmt und durchsucht werden. Dies erklärte Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin, am Samstag auf dem 25. Chaos Communication Congress (25C3) in der Hauptstadt.“ Buermeyer ist auch Mitglied der German Privacy Foundation. Ich bin mal gespannt, ob seine Kollegen am Tiergartener Gericht das auch so sehen.

Mitglieder und Vorstand der GPF haben sich am Sonntag nach dem Kongress in einer Kneipe am Alexanderplatz getroffen. Es waren doch mehr gekommen als wir ursprünglich dachten. Die Liste unserer Server samt den Ansprechpartnern ist jetzt online („Die German Privacy Foundation betreibt momentan folgende Anon-Dienste“) – danke an die Macher!

RuehmkorfIch habe in den letzten beiden Wochen ein paar Bücher angefangen zu lesen, diese aber nach wenigen Seiten enttäuscht zur Seite gelegt: Yael Hedaya: „Zusammenstöße“ (langweilig), Banana Yoshimoto. „Hard-boild Hard Luck“ (vielleicht nur schlecht übersetzt aus dem Japanischen, berührt mich nicht), Attila Bartis: „Die Ruhe“ (interessanter Plot, aber dennoch langweilig). Jetzt lese ich gerade mit großem Vergnügen ein Buch, von dem ich zu allerletzt erwartet hatte, dass es mir etwas sagen könnte – von Peter Rühmkorf „Tabu II. Tagebücher 1971–1972. Reinbek: Rowohlt. 2004“. Ich habe nachgesehen: Von Rühmkorf besaß ich bisher nur „Walther von der Vogelweide, Klopstock und ich.“ Ich habe das irgendwann gelesen, vermutlich schon in den Siebzigern, und finde es gerade nicht wieder (steht in zwischen den Büchern in und über Mitteldochdeutsch? Unter Belletristik, alfabetisch? Unter Literaturtheorie?). Kurz gesagt: Ein äußerst amüsantes Lesevergnügen – der literarisch anspruchsvollen älteren Generation kann man es mit gutem Gewissen weiterempfehlen: „Er war ein feinsinniger Ästhet, ein raffinierter Schöngeist, ein exquisiter Ironiker.“

Sprechen wie R2-D2

Durch Spiegel Online wurde ich auf die Website R2-D2-Translator aufmerksam. Jetzt kann jeder hören, wie Burkhard Schröder sich anhört, wenn der berühnte kleine Roboter es sagt.

Kinderpornographie mit den Simpsons

„Aussie convicted over Simpsons sex pics“, meldet The Register:Sci: „An Australian man has lost his appeal against child pornography charges for possessing images of the Simpsons characters having sex.“ [via Netzpolitik.org] Das Urteil: 3000 australische Dollar Strafe und zwei Jahre Bewährung.

Die taz hat dazu einen unsäglichen Artikel publiziert, der gleich die These des australischen Gerichts, es handele sich um „Kinderpornografie“, unkritisch und suggestiv übernimmt: „Vergleichbar ist die Problematik bei „Second Life“ (…) …hat eine ganz neue Art des Missbrauchs Einzug in die Computer gehalten: Kinderpornografie ohne Kinder.“

Besonderlich lächleirch bei der taz ist der Versuch, alle möglichen Psychologen-Meinungen zum Thema auf Klippschulen-Niveau zu präsentieren: „Einige begreifen die Darstellungen von fiktiven Kinderpornos als eine Art Anleitung für die Realität, mit der bei den Tätern ein Gewöhnungseffekt eintritt. Andere bescheinigen ihnen dagegen eine reinigende Wirkung, wonach das Betrachten der Bilder den Tatdrang mildert.“ Von der „Einstiegsdroge“ bis zur „Katharsis“ – das „journalistische“ Niveau kann einfach nicht mehr unterboten werden.

Nur für Erwachsene

Zensur

Welt Online zeigt eine schöne Bilderserie verbotener Plattencover der letzten Jahrezehnte. Man sieht sehr deutlich, dass „Jugendschutz“ immer ein Vorwand war, die jeweiligen calivinistischen Moralvorstellungen durchzusetzen. Heute nimmt man gleich den Totschlags-Knüppel „Kinderpornografie“. Verlogen und heuchlerisch bleibt der Begriff „Jugendschutz“ immer. Mit dem Unterschied, dass die Diskussion in den siebziger und achtziger Jahren wesentlich unpolitischer und ästhetischer war. Heute geht es in Wahrheit um knallharte politische Zensur und staatliche Repression (vgl. Vorratsdatenspeicherung), die sich nur mit dem Mäntelchen „Jugendschutz“ kostümiert.

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